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Vorlage - VII-A-02442-NF-02  

 
 
Betreff: Leipzig erinnert an die Pädagogin und Publizistin Maria Grollmuß
Anlass: Sonstiges
Status:öffentlich (Vorlage entschieden)Vorlage-Art:Neufassung
Einreicher:1. Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
2. Fraktion DIE LINKE
Bezüglich:
VII-A-02442
Beratungsfolge:
FA Jugend, Schule und Demokratie Vorberatung
10.06.2021    FA Jugend, Schule und Demokratie      
FA Kultur Vorberatung
11.06.2021    FA Kultur - 2. Lesung Fördermittel (Videokonferenz)      
Ratsversammlung Beschlussfassung
23.06.2021 
Ratsversammlung vertagt     
24.06.2021 
Ratsversammlung ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

 

Beschlussvorschlag:

 

  1. Leipzig erinnert an die Pädagogin und Publizistin Marja Grólmusec / Maria Grollmuß. Dazu wird ein zeitgemäßes Erinnerungsformat entwickelt und umgesetzt. In die Entwicklung und Realisierung wird der Beirat Kunst im öffentlichen Raum einbezogen. Zur Finanzierung werden u.a. Partnerschaften gesucht.
  2. r die künstlerische Gestaltung werden nachfolgende öffentlich zugängliche Standorte im Stadtbezirk Leipzig Mitte auf Umsetzung geprüft: Alexanderstraße mit Fokussierung auf ihren Ausgang Richtung Käthe-Kollwitz-Str.; Westplatz/Freiflächendreieck an der Friedrich-Ebert-Str./gegenüber Straßenbahn-Haltestelle Westplatz.
  3. Die Ergebnisse zum Punkt 2 werden den zuständigen Ausschüssen bis Ende 3. Quartal 2021 bekannt gegeben.
  4. Im Themenjahr 2022 „Leipzig Stadt der Bildung“ und im Themenjahr 2025 „Fokus auf die Letter“ werden öffentlichkeitswirksame Formate realisiert, die die Wirksamkeit von Marja Grólmusec / Maria Grollmuß als Pädagogin und als Publizistin thematisieren und würdigen.
  1. Der Name Marja Grólmusec / Maria Grollmuß wird in die "Rechercheliste zu Leipziger Persönlichkeiten" durch das Amt für Schule im Verfahren der Schulnamensgebung aufgenommen.

 

Begründung:

 

Am 18.02.2021 fand im Stadtrat eine zeitintensive Debatte zur Darstellung und Wahrnehmung von Frauen im öffentlichen Stadtraum sowie im Rahmen von Themenjahren statt. Sie offenbarte das Potenzial, dass Leipzig auf diesem Gebiet aufholen kann. Im Jahr 2021 begeht die Kommune das Themenjahr „Leipzig Stadt der sozialen Bewegungen“. Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie die Fraktion DIE LINKE möchten daher eine Leipziger Persönlichkeit, die für mindestens zwei soziale Bewegungen eintrat, stärker als bisher ans Tageslicht holen und ihr Wirken öffentlich erlebbar ausgestalten.

 

Marja Grólmusec / Maria Grollmuß wurde im Leipzig geboren und kehrte nach mehrjährigen Bildungsaufenthalten für das Berufsleben dauerhaft in ihre Heimatstadt zurück. Die sorbische Pädagogin und religiös-sozial motivierte Publizistin war eine der ersten politischen Journalistinnen. Sie strebte ein Zusammenführen linker katholischer und sozialistischer Kräfte an, dabei auch die Rolle der Frau in der Politik betonend. Ihren aktiven Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime bezahlte sie mit dem Leben.

 

Am 24.04.2021hrte sich ihr Geburtstag zum 125. Mal. Im Jahr der sozialen Bewegungen wollen wir an Akteure und Akteurinnen erinnern, besonders für die emanzipatorische Frauenbewegung und die sozialdemokratische Arbeiterbewegung. Eine bereits existierende Straßenbenennung im Stadtteil Gohlis Nord (heute eine relativ unbelebte Umgehungsstraße) ist hierzu nicht ausreichend. Am Beispiel der Marja Grólmusec / Maria Grollmuß kann die gesellschaftliche Veränderung als Folge sozialdynamischer Prozesse, die Krisen und politische Kontroversen als Ursache hatten, biographisch nachvollzogen werden. Insofern empfiehlt sich im Themenjahr 2021 eine künstlerische Auseinandersetzung im Rahmen einer Gedenkschaffung ob als Plastik oder ähnlichen Gestaltung. Als Ort bietet sich die heutige Alexanderstraße an, da Marja Grólmusec Maria Grollmuß zu Lebzeiten dort hauptsächlich wohnte und zudem die Alexanderstraße vor Kriegsausbruch die erste katholische Bürgerschule beherbergte. **

 

Da es derzeit Überlegungen gibt, das Freiflächendreieck an der Friedrich-Ebert-Straße, gegenüber der Straßenbahn-Haltestelle Westplatz, umzugestalten, soll eine zusätzliche Prüfung dieser Freifläche für eine künstlerische Gestaltung durchgeführt und die Ergebnisse den zuständigen Ausschüssen bis Ende 2. Quartal 2021 bekannt gegeben werden. Diese Standortvorprüfung geschieht auch vor dem Hintergrund, dass viele verdiente Leipzigerinnen in der Westvorstadt lebten und wirkten: Henriette Goldschmidt, Bertha Wehnert-Beckmann, Dr. Käthe Windscheid, Mathilde Clasen-Schmid, Clara Zetkin, Maria Lipsius, Auguste Götze, Hedwig Courths-Mahler, Hertha Thiele und Edith Mendelssohn Bartholdy - also ein mehr als geeignetes Viertel für das Sichtbarmachen von Frauengeschichte in Leipzig auf den Gebieten Pädagogik, Kunst, Literatur, Unternehmertum, Theater und Politik auch über das Themenjahr 2021 hinaus. Aktuell angebotene Frauenspaziergänge führen zudem stets in dieses Stadtgebiet, was der künstlerischen Gestaltung zusätzliche Wahrnehmung im öffentlichen Raum einbringen würde.

 

**Quellen: https://www.leipzig.de/jugend-familie-und-soziales/frauen/1000-jahre-leipzig-100-frauenportraets/detailseite-frauenportraets/projekt/grollmuss-maria-karoline-elisabeth-sorbisch-marja-grolmusec/

 

 

 


 


 


 

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Stammbaum:
VII-A-02442   Leipzig erinnert an die Pädagogin und Publizistin Maria Grollmuß   Geschäftsstelle der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen   Antrag
VII-A-02442-NF-01   Leipzig erinnert an die Pädagogin und Publizistin Maria Grollmuß   Geschäftsstelle der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen   Neufassung
VII-A-02442-NF-01-VSP-01   Leipzig erinnert an die Pädagogin und Publizistin Maria Grollmuß   41 Kulturamt   Verwaltungsstandpunkt
VII-A-02442-NF-01-ÄA-02   Leipzig erinnert an die Pädagogin und Publizistin Maria Grollmuß   Geschäftsstelle der Fraktion DIE LINKE   Änderungsantrag
VII-A-02442-NF-02   Leipzig erinnert an die Pädagogin und Publizistin Maria Grollmuß   Geschäftsstelle der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen   Neufassung