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Vorlage - VII-A-02427-NF-02  

 
 
Betreff: Graue Energie und Treibhausgaspotenziale bei Bauvorhaben reduzieren
Anlass: Sonstiges
Status:öffentlich (Vorlage freigegeben)Vorlage-Art:Neufassung
Einreicher:Fraktion Bündnis 90/Die GrünenBezüglich:
VII-A-02427
Beratungsfolge:
FA Umwelt, Klima und Ordnung 2. Lesung
22.06.2021    FA Umwelt, Klima und Ordnung      
FA Stadtentwicklung und Bau Vorberatung
15.06.2021    FA Stadtentwicklung und Bau      
Ratsversammlung Beschlussfassung
23.06.2021 
Ratsversammlung      

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:

 

Der Antrag wird wie folgt neu gefasst:

 

Der Oberbürgermeister wird beauftragt, auf die Reduktion Grauer Energie und dem damit verbundenen Treibhausgaspotenzial von Bauvorhaben insbesondere von Gebäuden, Anlagen und Netzen von Infrastrukturen hinzuwirken und dabei folgende Punkte zu berücksichtigen:

 

  1. Die Stadt Leipzig verfolgt mit der Fortschreibung der Energieleitlinie, entsprechend dem Sofortmaßnahmenprogramm zum Klimanotstand, das Ziel der Senkung der Treibhausgasemissionen sowohl des Gebäudebestandes als auch den Bau emissionsarmer Neubauten. Hierunter zählen auch die Graue Energie der Baustoffe und die damit verbundenen Treibhausgasemissionen. In der neuen Energieleitlinie werden allgemeingültige Mindestanforderungen hinsichtlich der Ökologie der Baustoffe definiert und Hinweise zur Bilanzierung des Treibhausgaspotentials von Baustoffen und den entsprechenden Datenbanken eingearbeitet. Bei der permanenten Weiterentwicklung der Baustandards und Leitlinien werden diese Aspekte noch stärker integriert.

 

  1. In Abstimmung mit kommunalen und privaten Vorhabenträger*innen soll darauf hingewirkt werden, die Graue Energie und das verbundene Treibhausgaspotential zu reduzieren. Dazu soll das Ziel der emissionsarmen Errichtung von Gebäuden, Anlagen und Netzen von Infrastrukturen in den vorhandenen Instrumenten des kommunalen Hochbaus, der Bauleitplanung, der kommunalen und kooperativen Baulandentwicklung sowie Konzeptvergabe von Liegenschaften berücksichtigt werden. Zur Erprobung sollen bis zum 4. Quartal 2021 vier Pilotprojekte identifiziert und anschließend umgesetzt werden.

 

  1. Die Stadt informiert im Rahmen der Bauherrenberatung über Graue Energie, das verbundene Treibhausgaspotenzial sowie Fördermöglichkeiten und entwickelt bis zum 2. Quartal 2022 ein Förderprogramm für die Bilanzierung und Ausweisung von Grauer Energie und dem damit verbundenen Treibhausgaspotenzial.

 

  1. Die Stadtverwaltung gewährleistet nach einem bis zum 2. Quartal 2022 vorzulegenden Umsetzungsplan insbesondere im Stadtplanungsamt, Amt für Gebäudemanagement, Verkehrs- und Tiefbauamt sowie Referat für Nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz eine entsprechende Weiterbildung von Mitarbeitenden und Berücksichtigung von Qualifikationsnachweisen bei der Neubesetzung von Stellen.

 

  1. Die Stadt Leipzig bereitet die Einführung von BIM als Standard wie folgt vor:

Im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung mit der HTWK erfolgen umfangreiche Mitarbeiterschulungen im BIM Basiskurs für Architekten und Ingenieure.

Außerdem sollen bis zum 4. Quartal 2022, ebenfalls im Rahmen der Kooperationsvereinbarung mit der HTWK, die sogenannten Auftraggeber-Informationsanforderungen (AIA) und der BIM- Abwicklungsplan (BAP) der Stadt Leipzig entwickelt und die BIM-Fähigkeit der städtischen IT-Landschaft geprüft werden, um anschließend nach BIM-Standard ausschreiben zu können.

 

  1. Die kommunalen Beteiligungsunternehmen sind aufgefordert, im Rahmen ihrer Aufgabenerfüllung und Geschäftstätigkeit, auf den Einsatz sogenannter grauer Energie nach Möglichkeit weitestgehend zu verzichten. Wo immer sinnvoll und wirtschaftlich vertretbar, sind Baustandards anzuwenden, die dieser Zielstellung ohne Einschränkungen der unternehmensbezogenen Aufgabenerfüllung Rechnung tragen.

 

Begründung:

 

Die Neufassung übernimmt den Verwaltungsstandpunkt und ergänzt diesen in einzelnen Punkten.

 

Der Verweis auf die Maßnahmen 1 und 2 des Sofortmaßnahmenprogramms zum Klimanotstand in Punkt 2 des VSP sind nicht ausreichend, da diese lediglich auf den Betrieb, nicht jedoch die Errichtung von Gebäuden bezogen sind. Dementsprechend wird in der Neufassung ausgehend vom Ursprungsantrag formuliert, die Zielsetzung der emissionsarmen Errichtung von Gebäuden innerhalb des verfügbaren Instrumentariums anzuwenden und dazu Pilotprojekte durchzuführen. Denkbar sind z.B. Pilotprojekte für Gebäude (Hochbau), Anlagen (bspw. Kraftwerke) und Netzen (bspw. Straßen und Brücken). Kommunale Gesellschaften insb. LESG, LWB, die Unternehmen der L-Gruppe und ggf. nachhaltig agierende Investor*innen sollen einbezogen werden.

 

Hinsichtlich Punkt 3 des Ursprungsantrags wird in der Neufassung angeregt, eine früh ansetzte Information im Rahmen der bestehenden Bauherrenberatung zu entwickeln.  Anders als im VSP angegeben, beschränken sich entsprechende Angebote der SAENA auf den Betrieb von Gebäuden. Die Förderung auf eine Unterstützung bei der Bilanzierung und Ausweisung von Treibhausgasen konkretisiert. Eine erste Orientierung für entsprechenden Kosten für Lebenszyklusanalysen liegt bei ca. 500 EUR für ein Einfamilienhaus.

 

Die Punkte 3, 4 und 5 des VSP werden in leichtveränderter Form übernommen bzw. ergänzt. Bezüglich entsprechender Weiterbildung und Qualifikation bei Neubesetzung (Pkt. 5 des Ursprungsantrages, Pkt. 3 des VSP, Pkt. 4 der NF) muss proaktiv und zügig gehandelt werden, um die notwenigen Kapazitäten zeitnah und verbindlich aufzubauen. Dies gilt ebenso für BIM (Pkt. 6 des Ursprungsantrages, Pkt. 4 des VSP, Pkt. 5 der NF). Bei beiden Punkten ist hervorzuheben, dass Ziele und Maßnahmen mit Zeiten bzw. Fristen versehen sein müssen, um eine effektive Steuerung zu ermöglichen. Diese wurden im Hinblick auf die Dringlichkeit bzw. den Handlungsdruck, der sich aus Klimanotstand ergibt, ergänzt.

 

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Stammbaum:
VII-A-02427   Graue Energie und Treibhausgaspotenziale bei Bauvorhaben reduzieren   Geschäftsstelle der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen   Antrag
VII-A-02427-VSP-01   Graue Energie und Treibhausgaspotenziale bei Bauvorhaben reduzieren   65 Amt für Gebäudemanagement   Verwaltungsstandpunkt
VII-A-02427-NF-02   Graue Energie und Treibhausgaspotenziale bei Bauvorhaben reduzieren   Geschäftsstelle der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen   Neufassung