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Vorlage - VII-A-02788  

 
 
Betreff: Von der Baumscheibe zum Biodiversitätshotspot
Anlass: Sonstiges
Status:öffentlich (Vorlage freigegeben)Vorlage-Art:Antrag
Einreicher:Fraktion DIE LINKE
Beratungsfolge:
FA Umwelt, Klima und Ordnung 1. Lesung
25.05.2021    FA Umwelt, Klima und Ordnung      
BA Stadtreinigung Vorberatung
14.07.2021    BA Stadtreinigung      
Ratsversammlung 1. Lesung
19.05.2021 
Ratsversammlung, Kongreßhalle Leipzig, Pfaffendorfer Str. 31, 04105 Leipzig (offen)   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:

 

Um eine Paradigmenwechsel bei der Pflege der Baumscheiben hin zu einem biodiversitätsfordernden Management einzuleiten, überarbeitet die Stadt Leipzig ihre Grundsätze für die Pflege der Baumscheiben wie folgt. Sie tritt mit den mit der Pflege beauftragten Unternehmen in Kontakt, um die Pflege der Baumpassung entsprechend anzupassen:

 

  1. Die Vegetation in den Baumscheiben wird unabhängig davon, ob es sich dabei um Spontanvegetation, Anpflanzungen der Leipziger Mischung oder sonstige Anpflanzungen handelt, nicht mehr entfernt.
  2. Insektenhotels, Begrenzungshölzer und sonstige biodiversitätsfördernde Gegenstände werden nur im Fall einer Verkehrsgefährdung entfernt.
  3. Die Vegetation in den Baumscheiben wird nur dann einer Pflege unterzogen, wenn die Verkehrssicherheit gefährdet ist. Vor der Entfernung der Vegetation oder einer kurzen Mahd sind Alternativen wie das Kürzen der Vegetation auf eine unbedenkliche Höhe zu bevorzugen.

 

Begründung:

 

Baumscheiben können als kleine ökologische Vorgärten im Straßenraum dienen. Dies haben viele Bürger:innen der Stadt Leipzig erkannt. Sie bepflanzen und pflegen das Grün, das die Straßenbäume umgibt. Doch immer wieder werden diese Bepflanzungen von den von der Stadtreinigung beauftragten Fremdfirmen entfernt. Das Engagement der Bürger:innen wird damit zunichte gemacht und die Ökologie ohne jede Notwendigkeit beeinträchtigt.

 

Die Stadtverwaltung beruft sich dabei auf § 51 des Sächsische Straßengesetzes, welcher die Straßenreinigung regelt sowie § 2, in dem die öffentliche Straße definiert wird. Ziel der Straßenreinigung ist die Herstellung der Verkehrssicherheit. Eine Beseitigung der Vegetation ist hier aber nicht aufgeführt.

 

Außerdem verweist die Stadt auf die Leipziger Straßenreinigungssatzung. Diese besagt, dass die Straßenreinigungspflicht auch für die Baumscheiben gilt. Sie besagt aber nicht, dass die Baumscheiben vegetationsfrei zu halten sind. Ohnehin finden sich in Leipzig längst begrünte Baumscheiben. Zulässig sind aktuell Bepflanzungen mit der sogenannten Leipziger Mischung. Jedoch fällt es vielen schwer, die „Leipziger Mischung“ von der Spontanvegetation zu unterscheiden, wodurch es immer wieder zu erwähnten Beseitigungen kommt.

 

Warum nun allerdings eine komplett bereinigte, karge Grünscheibe besser ist als eine Baumscheibe mit „Spontanvegetation“, bleibt offen. Und auch der ökologische Unterschied zwischen einem wildwachsenden Klatschmohn und einem Klatschmohn aus der Leipziger Mischung ist den Menschen nur schwer zu erklären.

 

Insgesamt gilt: jede Vegetation auf den Baumscheiben ist besser als blanke Erde. Gut ist außerdem jede Vegetation, die die biologische Vielfalt fördert. Dies kann die Spontanvegetation mindestens genauso gut wie die Leipziger Mischung.

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

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