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Vorlage - VII-F-02641-AW-01  

 
 
Betreff: Unterstützung für Eltern mit Behinderungen
Anlass: Sonstiges
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:schriftliche Antwort zur Anfrage
Einreicher:Dezernat Jugend, Schule und DemokratieBezüglich:
VII-F-02641
Beratungsfolge:
Ratsversammlung schriftliche Beantwortung

Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Antwort

 

1) Welche Instrumente nutzen die Jugendämter neben der klassischen Familienhilfe, um Familien mit Eltern mit Behinderungen bedarfsgerecht zu unterstützen?

 

Menschen mit Behinderungen haben vollumfänglich Anspruch auf alle Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe. Der Allgemeine Sozialdienst des Amtes für Jugend und Familie prüft und vergibt auf Antrag alle Leistungen der Hilfen zur Erziehung nach §§ 27 ff. SGB VIII, auch unter Berücksichtigung der Möglichkeiten des SGB IX bzw. des Bundesteilhabegesetzes.

 

Darüber hinaus berät das Familieninfobüro Eltern mit Behinderungen und informiert sie zu möglichen Anlaufstellen und Selbsthilfegruppen. Diesbezüglich gab es bereits in der Vergangenheit auch Informationsveranstaltungen.

 

Weiterhin berät auch das "Präventiv aufsuchend arbeitende Team" (PAAT) Eltern mit Behinderung, aber auch Eltern von Kindern mit Behinderung. Bei dem niedrigschwelligen aufsuchenden Angebot des Teams ist der Frage der Barrierefreiheit einfach zu begegnen, da die Mitarbeitenden die Familien mit Behinderung aufsuchen können und die Eltern nicht zwingend das Amt für Jugend und Familie aufsuchen müssen.

 

2) Gibt es im Jugendamt Leipzig ausgewiesene Fachkräfte bzw. ein festes Team, welches sich speziell mit Leistungen an Familien mit Eltern mit Behinderungen befasst?

 

Eine gesonderte Struktur wird nicht vorgehalten.

 

3) Fanden oder finden Weiterbildungsmaßnahmen statt, um die Mitarbeiter*innen der Jugendämter im Umgang mit Eltern mit Behinderungen und deren Lebenswelt zu sensibilisieren und somit Diskriminierungen zu verhindern bzw. diesen vorzubeugen?

 

Im Zusammenhang mit der Einführung des reformierten SGB IX bzw. des Bundesteilhabegesetzes fanden Weiterbildungen zunächst insbesondere zu den rechtlichen Regelungen und Leistungsansprüchen sowie auch z.B. zu begleiteter Elternschaft statt. Weitere Fortbildungen sind geplant.

 

Für die Mitarbeitenden des Familieninfobüros als zentraler niedrigschwelliger Anlaufstelle wurde die Weiterbildung "Beratung von gehörlosen und hörgeschädigten Eltern im Familieninfobüro" organisiert.

 

4) Wie werden die Mitarbeiter*innen bzgl. der baldigen Zuständigkeit für Leistungen für Kinder mit Behinderungen geschult bzw. ist in der Übergangsphase eine engere Zusammenarbeit mit der Abteilung Eingliederungshilfe geplant?

 

Das SGB IX bzw. Bundesteilhabegesetz ist seit dem vergangenen Jahr ein Schwerpunkthema im Fortbildungskatalog des Allgemeine Sozialdienstes.

 

Derzeit werden verschiedene Diagnostikinstrumente zum Hilfebedarf nach dem SGB IX als Pilot in Sozialbezirken getestet: eine spezifische Schulung der Sozialarbeiter/-innen des Allgemeine Sozialdienstes zur Umsetzung eines geeigneten Instruments wird sich noch in diesem Jahr anschließen.

 

5) Existiert bereits ein Rahmenkonzept für begleitete Elternschaft in Leipzig bzw. wird derzeit eines erarbeitet oder ist die Erarbeitung geplant und inwiefern werden regionale Interessenvertreter*innen daran beteiligt?

 

Ein Rahmenkonzept begleitete Elternschaft liegt derzeit nicht vor.

 

Unterstützungsmöglichkeiten für Eltern mit Behinderungen im Sinne einer begleiteten Elternschaft werden derzeit innerhalb der Verwaltung unter Beteiligung des Kommunalen Sozialverbandes diskutiert.   

Stammbaum:
VII-F-02641   Unterstützung für Eltern mit Behinderungen   Geschäftsstelle der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen   Anfrage
VII-F-02641-AW-01   Unterstützung für Eltern mit Behinderungen   02.7 Dezernat Jugend, Schule und Demokratie   schriftliche Antwort zur Anfrage