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Vorlage - VII-A-02599  

 
 
Betreff: Prüfung von Alternativen zum einseitigen Einsatz von Streusalz
Anlass: Sonstiges
Status:öffentlich (Vorlage freigegeben)Vorlage-Art:Antrag
Einreicher:Jugendparlament/Jugendbeirat
Beratungsfolge:
Ratsversammlung Verweisung in die Gremien
21.04.2021 
Ratsversammlung (Videokonferenz)      
FA Umwelt, Klima und Ordnung 1. Lesung
27.04.2021    FA Umwelt, Klima und Ordnung      

Beschlussvorschlag
Sachverhalt

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Beschlussvorschlag:

 

Der Stadtrat prüft Alternativen zum Einsatz von Streusalz, wie zum Beispiel umweltfreundliche Auftaumittel wie Gurkenwasser, ein Wechsel oder Mix aus Kaliumcarbonat, Natriumchlorid, Ammonsulfat oder Harnstoff. Sowie Maßnahmen zum Schutz der Ressourcen Grundwasser, Boden, der Bepflanzung und städtischer Wild- und Haustiere. Die Stadt wird auf den Ergebnissen Maßnahmen unter dem Aspekt Umweltschutz ergreifen.

 

Begründung:

 

Aus einer Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen aus dem Jahr 2017 und ihrer Antwort geht hervor, dass die Stadt Leipzig aufgrund der hohen Umweltbelastung, wie viele andere Kommunen auf den Einsatz von Streusalz in der Regel verzichtet. Im Falle von Blitzeis, ist aber ein Streumittel mit abtauender Wirkung notwendig – also Streusalz. In der gleichen Anfrage werden auch die negativen Auswirkungen von Streusalz verdeutlicht, z.B. Entzündungen durch Streusalz bei Wild- und Haustieren, Belastung der Ressource Grundwasser und Schädigung des Bodens und von Pflanzen. (Vorlage – VI-F-03923).

In Bayern wird seit einer Weile erfolgreich Gurkenwasser eingesetzt, welches die Umweltschäden minimiert und einem Abfallprodukt einen Zweck gibt. (Hoffmann, 20211)

Naheliegend ist der Einsatz anderer Salze wie beispielsweise Kaliumcarbonat, welches in Untersuchungen von Bodenproben (Wresowar, Sieghardt, 20002), welche stark mit Natriumchlorid belastet sind, keine negativen Auswirkungen zeigt, auch nicht auf die Flora im Umfeld. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass Kaliumcarbonat keine Toxine enthält, welche giftig für Wild- und Haustiere sind (z.Bsp. Chloride). Eine andere Möglichkeit stellen Taumittel mit Stickstoff (Harnstoff oder Ammonsulfat) dar, besagte Studie listet eine Vielzahl an weniger schädlichen Taumitteln. Die größte Schwäche ist allerdings die große benötigte Menge (bis zum doppelten von Natriumchlorid) und die mögliche Überversorgung von Stickstoff (häufig eingesetzter Dünger in der Agrarwirtschaft).

Bei allen Taumitteln sollte der Gebrauch reflektiert und vorsichtig gestaltet werden, da alle Auftaumittel schädliche Wirkungen haben, mit dem Unterschied, dass Natriumchlorid diese Liste anführt. Auch ist aktiver Bodenschutz, wie der alternierende Einsatz von Taumitteln, Abstimmung der Bepflanzung auf Taumittel und Bodentausch sinnvoll.

 

 

Die der Studie beiliegende ökologische Vertäglichkeitsreihung sieht Harnstoff oder Kaliumcarbonat in Kombination mit Blähton als am wenigsten schädlichsten, Natriumchlorid hingegen gilt als ökologisch bedenklichsten.

 

(1) Hoffmann, Solvejg (2021, 27. Januar). Gurkenwasser statt Streusalz: Pilotprojekt hat sich bewährt. Abgerufen 29. Januar 2021, von https://www.geo.de/natur/oekologie/23884-rtkl-bayern-gurkenwasser-statt-streusalz-pilotprojekt-hat-sich-bewaehrt

(2) Martin Wresowar, Monika Sieghardt, Universität für Bodenkultur Wien (2000) Auftaumittelstudie 2000, Seite 12ff.

 

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