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Vorlage - VII-A-02595  

 
 
Betreff: Leipziger Sportplätze renovieren und ausbauen - die Stadt Leipzig schafft dafür die Grundlagen
Anlass: Sonstiges
Status:öffentlich (Vorlage freigegeben)Vorlage-Art:Antrag
Einreicher:1. SR S. Pellmann
2. SR M. Lazar
3. SR Dr. A. Bednarsky
Beratungsfolge:
Ratsversammlung Verweisung in die Gremien
21.04.2021 
Ratsversammlung (Videokonferenz)      
FA Sport 1. Lesung

Beschlussvorschlag
Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:

 

  1. Die Leipziger Stadtverwaltung informiert sich umfassend über die methodischen Grundlagen des geplanten deutschlandweiten und digitalen „Sportstättenatlas“.
  2. In der Vorbereitung des auf das aktuelle Sportprogramm 2024 nachfolgenden Sportprogramms prüft die Stadtverwaltung, ob die Methodik des „digitalen Sportstättenatlas“ für die eigene Datenerhebung und -auswertung angewendet werden kann, so dass die Leipziger Datenerhebung mit der eines bundesweiten digitalen Sportstättenatlas kompatibel ist.
  3. Die Stadtverwaltung prüft, ob sie im ersten Quartal 2022 in der Lage ist, den Investitionsbedarf auf den Sportstätten des organisierten Sports in Leipzig zu benennen.
  4. Unabhängig davon wird der Leipziger Oberbürgermeister beauftragt, auch in seiner Funktion als Präsident des Deutschen Städtetags, politisch dahingehend zu wirken, dass der Bund und die Bundesregierung ein umfangreiches Investitionsprogramm für die Sanierung und den Neubau von Sportstätten auflegen, die den festzustellenden und/oder festgestellten Investitionsbedarf adäquat abdeckt.
  5. Die Stadtverwaltung berichtet umfassend im FA Sport über aktuelle Förderprogramme des Bundes und ihre Anwendung bezüglich der Investitionen in die Leipziger Sportinfrastruktur (getrennt in Leistungs- und Breitensport).

Begründung:

 

Für die Unterhaltung und den Ausbau von Sport- und Trainingsflächen des organisierten Leipziger Sports stellt die Stadt Leipzig pro Jahr 2,5 Millionen Euro zur Verfügung. Dieses Geld ist der kommunale Anteil für die sogenannte Drittelfinanzierung zwischen den antragstellenden Sportvereinen (oder -verbänden) und den Fördermittelgebern Stadt Leipzig und Freistaat Sachsen.

 

Aktuell werden 62 Sportanlagen in der Stadt Leipzig durch Sportvereine gepachtet. Es ist offensichtlich, dass die bereitgestellten Mittel nicht ausreichen, um die Sportinfrastruktur unserer Stadt den Bedarfen anzupassen. Genaue Zahlen für die Stadt Leipzig sind ggf. nicht bekannt. Aktuell gehen Studien davon aus, dass deutschlandweit 2 Milliarden Euro pro Jahr zum Erhalt des Status quo benötigt werden. Diese Investitionen werden durch die zuständigen Kommunen und Bundesländer seit Jahren nicht flächendeckend getätigt. Es besteht dringender Handlungsbedarf.

 

Am 24. März 2021 fand eine öffentliche Anhörung des Sportausschusses zum Thema „Förderung von Sportstätten in Kommunen“ im Deutschen Bundestag statt (zahlreiche Statements und Daten sind hier einsehbar: shorturl.at/lvxV4). Die vorab vorliegenden schriftlichen Stellungnahmen aller Sachverständigen machen deutlich, dass der derzeitige Beitrag des Bundes angesichts des Sanierungsbedarfes von mindestens 31 Milliarden Euro bei Sportstätten und Schwimmbädern nicht angemessen und ausreichend ist. Der Leipziger Sport – auch jenseits des Spitzensports – hat ein dringendes Bedürfnis, dass der Bund wieder einen finanzstarken Golden(en) Plan auflegt, der vom Bundesinnen- und Sportminister Seehofer im Dezember 2019 auch bei der Mitgliederversammlung des DOSB angekündigt wurde, und die Sanierung und den Neubau von Sportstätten im Breitensport anteilig unterstützt.

 

Durch einen digitalen Sportstättenatlas kann eine bundesweite Datengrundlage geschaffen werden, die eine Voraussetzung für das zielgenaue Investieren durch den Bund, die Länder, die Kommunen und Sportvereine in die Sportinfrastruktur darstellt. In einer aktuellen Veröffentlichung des Bundesinstitut für Sportwissenschaft unter dem Titel „Grundlagen für einen digitalen Sportstättenatlas“ (Link zum Download: shorturl.at/iqIV1) von Sören Wallrodt und Lutz Thieme steht, dass ein digitaler Sportstättenatlas „also ein praxistaugliches Erfassungsschema zur Darstellung des Sportstättenbestands einschließlich der Berücksichtigung der Sportnachfrage und des Sportstättenbetriebs als Grundlage für ein zukünftiges Forschungsprojekt zur Ermittlung valider Daten zum Sportstättenbestand in Deutschland entwickelt werden“ (Wallrodt/ Thieme, S. 12), soll. Wenn ein bundesweiter Sportstättenatlas zukünftig eingeführt wird, dann dürfte sich die Förderkulisse an diesen Daten orientieren. Die Stadt Leipzig und die Leipziger Sportvereine sollten ein hohes Interesse haben, bereits frühzeitig diese Entwicklungen zu beobachten und entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Entsprechend sollte diese Passage des o. g. Titels Beachtung finden (ebd., S. 54): „Es wird empfohlen, dass bei Bundes- und Landesprogrammen zur Sportstättenförderung Sportstätten Vorrang haben, wenn die Sportstättendaten der Kommune im Sportstättenatlas eingegeben sind. In Sachsen ist es momentan schon notwendig, zur Fördermittelbeantragung für Sportstätten einen wissenschaftlich nachgewiesenen Bedarf darzustellen, was i. d. R. aufbauend auf Daten des dortigen Sportatlas geschieht. Der Sportstättenatlas kann in diesem Zusammenhang auch eine Möglichkeit darstellen, die planerischen Voraussetzungen und die Förderungswürdigkeit zu überprüfen. Der Prozess der Fördermittelvergabe und die Mittelallokation könnten durch den Sportstättenatlas verbessert werden.“

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2