Ratsinformationssystem

Vorlage - VII-A-02592  

 
 
Betreff: Leipziger Zoo: Koloniale Vergangenheit aufarbeiten und rassistische Stereotype auch in der Gegenwart beenden
Anlass: Sonstiges
Status:öffentlich (Vorlage freigegeben)Vorlage-Art:Antrag
Einreicher:Migrantenbeirat
Beratungsfolge:
Ratsversammlung Verweisung in die Gremien
21.04.2021 
Ratsversammlung (Videokonferenz)      
FA Soziales, Gesundheit und Vielfalt 1. Lesung
26.04.2021    FA Soziales, Gesundheit und Vielfalt - als Videokonferenz      
FA Kultur 1. Lesung

Beschlussvorschlag
Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

 

 

Beschlussvorschlag:

Der Oberbürgermeister als Gesellschaftervertreter der Zoo Leipzig GmbH wird beauftragt sich in der Gesellschafterversammlung und im Aufsichtsrat dafür einzusetzen und als Gesellschafterweisung durchzusetzen,

 

1. dass alle Veranstaltungen, die koloniale und rassistische Stereotype reproduzieren unterbunden werden und

2. innerhalb des Zoos die Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit zu beginnen und dies auch auf dem Areal und in Publikationen sichtbar zu machen.

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

 

 

Sachverhalt/Begründung:

Der Zoo Leipzig wirbt auf seiner Website mit „exotischen“ Abendveranstaltungen wie dem Afrika-Abend oder dem „Hakuna Matata“-Abend. Letzterer wird als exotischer Streifzug durch die Savanne Afrikas in der Kiwara-Lodge umschrieben, indem „einen Abend lang die Küche und Kultur dieses einmaligen Kontinents erfahren werden soll.“

Das afrikanische Viergangmenü liefert Mövenpick Deutschland, das Unternehmen betreibt auch das Restaurant Kiwara-Lodge im Zoo. Der Beschreibung nach erleben die Gäste eine Dschungelatmosphäre. Ohne jede Reflektion über die koloniale Geschichte des Zoos liest die Leipziger Kabarettistin Uta Serwuschokaus aus Ihrem Buch „Komm, mir gehn bei die Giraffen mit“ die Ankündigung: „Eigentlich gehen Menschen in den Zoo, um Tiere anzuschauen.“ Uta Serwuschok geht dorthin, um Menschen anzuschauen. Im Buch geht es darum, dass die Autorin Zoobesucher/-innen beobachtet. Afrikanische Tänzer/-innen und Trommler/-innen begleiten die Veranstaltung in traditioneller Kleidung. Mit solchen Umschreibungen und Praktiken reproduziert der Zoo Leipzig koloniale und rassistische Stereotype. Es zeigt sich, dass der Zoo Leipzig die Verantwortung gegenüber seinem kolonialen Erbe nicht wahrnimmt. Der Migrantenbeirat ist der Meinung, dass nachdem der Antrag „Leipziger Kolonialgeschichte in die Erinnerungskultur aufnehmen“ am 12. November 2020 von der Stadt beschlossen wurde, diese Praxis des Zoos ein Ende finden muss.

 

Link dazu: https://www.zoo-leipzig.de/feiern-tagen/abendveranstaltungen/

 

 

Ein paar Links zur Aufarbeitung des Zoos in Berlin:

 

https://www.tagesspiegel.de/berlin/172-jahre-zoogeschichte-berliner-zoogeschichte-zum-ansehen/14925630.html

https://www.berlin.de/museum-treptow-koepenick/ausstellungen/artikel.649851.php

https://www.tagesspiegel.de/kultur/blinder-fleck-der-erinnerungskultur-so-wird-die-geschichte-kolonialer-voelkerschauen-aufgearbeitet/26079178.html

https://ze.tt/koloniale-voelkerschauen-es-war-und-ist-der-rassistische-blick-auf-nicht-weisse-menschen/

 

 

Link zur Distanzierung vom Frankfurter Zoo:

https://www.zoo-frankfurt.de/unser-zoo/geschichte/zoo-heute.