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Vorlage - VII-F-02474-AW-01  

 
 
Betreff: Pandemiefolgen für die Wirtschaft in Leipzig
Anlass: Sonstiges
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:schriftliche Antwort zur Anfrage
Einreicher:Dezernat Wirtschaft, Arbeit und DigitalesBezüglich:
VII-F-02474
Beratungsfolge:
Ratsversammlung

Sachverhalt
Anlagen:
IHK_2021
KUG_Anzeigen_202102
KUG_real_202102

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

 

 

 

 

Antwort

 

  1. Mit welchen Auswirkungen der Pandemie und der Folgen der Pandemiebekämpfung rechnet die Stadtverwaltung (ggf. in Abstimmung mit Kammern) im Allgemeinen für die Wirtschaftsunternehmen und insbesondere für die Bereiche Dienstleistungen, Gastronomie, Gastgewerbe, Tourismus hinsichtlich des Unternehmensbestandes und der Unternehmensfortsetzungen, der Beschäftigtenzahlen, der Umsatzerlöse und Gewerbesteuereinnahmen in den Jahren 2020 und 2021 im Vergleich zu 2018 und 2019 insgesamt und je Branche bzw. Wirtschaftszweig?

 

Die nachfolgenden Aussagen spiegeln vornehmlich die Befragungsergebnisse aus dem „Konjunkturreport IHK-Bezirk Leipzig“ (Januar 2021; Anhang IHK_2021.pdf) sowie die Erfahrungen aus Gesprächen zwischen Unternehmen und der Wirtschaftsförderung wider.

 

Bei den Dienstleistern sind zwei Entwicklungen festzustellen: Während IT-Dienstleister und Unternehmen der Immobilien- und Finanzwirtschaft eine gute bis sehr gute Geschäftslage angeben, ist die aktuelle Lage und Prognose bei Unternehmen des Gast- und Tourismusgewerbes, persönliche und Veranstaltungsdienstleiser sowie in der Kreativwirtschaft (häufig Soloselbstständige) teilweise bedrohlich. Nach dem Sommer 2020 hatte die Wirtschaft relativ zügig wieder angefangen, sich zu erholen. Die Geschäftslage der Unternehmen verbesserte sich zunehmend. Mit den erneuten Schließungen wurde diese abrupt beendet. Die Hilfen waren für die im November für den Publikumsverkehr zu schließenden Unternehmen mit den November- und Dezember-Hilfen noch sehr umfangreich. Für alle ab Dezember betroffenen Unternehmen gab es die weniger auskömmlichen Überbrückungshilfen.

 

Wir rechnen allerdings, ebenso wie nach dem ersten Lockdown, mit einer zügigen Erholung im Dienstleistungsbereich. Mit einem etwas längeren Zeitraum der Erholung rechnen wir im Tourismus- und im Veranstaltungsgewerbe.

 

Bisher gibt es bezüglich eines Personalabbaus keine klaren Tendenzen. Die Arbeitslosenquote ist in Leipzig auf 8,3 % gestiegen; allerdings halten die Unternehmen über das Instrument Kurzarbeit an ihren Mitarbeitern fest. Wir hoffen dies wird sich fortsetzen und rechnen mit einer Senkung der Arbeitslosenquote bei weiteren Lockerungen. Am kritischsten ist auch hier wieder die Branche des Gast- und Tourismusgewerbes zu sehen. Hier besteht zusätzlich die Gefahr, dass das Personal in andere Branchen abwandert.

 

Die Geschäftserwartungen sind mit dem zweiten Lockdown sehr gedämpft und die Prognosen erwarten einen starken Rückgang. Hinzu kommt, dass insbesondere für Gastronomie und Tourismus noch keine verbindlichen Öffnungsperspektiven gegeben werden können. Hier setzt die Wirtschaft auf die steigende Durchimpfung der Risikogruppen und anschließend auf die Gruppen mit einer hohen Anzahl an Kontakten. Die IHK macht diesbezüglich auch das Angebot, hierbei aktiv mitzuwirken und bei ausreichenden Impfdosen für Mitarbeiter in ihren Mitgliedsunternehmen Impfangebote zu unterbreiten.

 

Touristische Tagesreisen waren und sind durch die Corona-Schutzverordnungen stark eingeschränkt. Eine Erholung wird erst einsetzen, wenn die Pandemiebestimmungen es zulassen. Besonders in den Sommermonaten 2020 konnten Privat-/Freizeitreisende wieder in Leipzig übernachten. Dennoch sanken die vom Statistischen Landesamt erfassten Übernachtungen 2020 gegenüber 2019 in Leipzig um 45,6 % auf nur noch 1,96 Mio.

Der Geschäftsreisebereich konnte 2020 kaum oder gar nicht stattfinden. Diese Entwicklung setzt sich bis Ende März 2021 fort.

 

Die Auswirkungen der Pandemie im Jahr 2020 auf die Tourismuswirtschaft wird das Amt für Wirtschaftsförderung bis Mai 2021 untersuchen. Im Ergebnisbericht Wirtschaftsfaktor Tourismus für die LEIPZIG REGION sind dann Wertschöpfung, Steueraufkommen und Beschäftigungsentwicklung für 2020 aufgeschlüsselt. Derzeit können noch keine Aussagen getroffen werden.

 

Für die Veranstaltungsbranche als Teil der Tourismuswirtschaft können erst ab 2022 Aussagen zu Wertschöpfung, Steueraufkommen und Beschäftigungsentwicklung getroffen werden auf Basis eines geplanten Monitorings der Stadt Leipzig. Petra Hedorfer, Leiterin der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), geht von einer „signifikanten Wiederbelebung" des Geschäftsreise-Segments nach der Pandemie aus. Wegen der von vielen Unternehmen durchgesetzten Kosteneinsparungen nach Corona sei die künftige Entwicklung jedoch unsicher.

 

Angaben zu den Beschäftigtenzahlen und Unternehmensanzahlen werden von Seiten der amtlichen Statistik nur mit einer zeitlichen Verzögerung von ca. 1,5 Jahren bereitgestellt und liegen somit noch nicht vor.

 

Die Entwicklung der Gewerbesteuereinnahmen 2020 wurde in der Antwort der Einwohneranfrage VII-EF-02350-AW-01 dargestellt. Eine Unterteilung nach Branchen ist nicht möglich. Die Prognose der Entwicklung der Gewerbesteuereinnahmen für das Jahr 2021 ist Gegenstand des momentanen Haushaltsplanungsprozesses.

 

  1. Welche Zukunftsaussichten bestehen angesichts sich ändernder Veranstaltungsformate für die Leipziger Messe und die bisher jährlich stattfindenden Fachmessen und welche Auswirkungen zieht das insbesondere für die Bereiche Dienstleistungen, Gastronomie, Gastgewerbe, Tourismus nach sich?

 

Zur Zeit werden bei der Leipziger Messe vielfältige digitale Formate realisiert und entsprechend den Zielgruppen angepasst, um den Mehrwert für die Teilnehmer stärker herauszuarbeiten. Dies gilt insbesondere im B2B-Bereich.

 

Die Leipziger Messe geht davon aus, dass nach Corona wieder die bewährten analogen Messe- und Kongressformate - mit entsprechenden digitalen Komponenten - etabliert werden können.

 

Allerdings geht die Leipziger Messe auch davon aus, dass sie nicht mehr die wirtschaftlichen Impulse - wie vor Corona - für die Dienstleister in der Region setzen kann. Es sei jetzt schon abzusehen, dass sich das Reise- und damit "Messeteilnahmeverhalten" verändern wird.

 

 

  1. Welche Strategie verfolgt die Stadtverwaltung, um die befürchteten bzw. avisierten Auswirkungen für die Messe und alle beteiligten Bereiche sowie nachgelagerte Wertschöpfungsketten (B2B Tourismus) zu dämpfen?

 

Mit den Beschlüssen zur Vorlage „Ausgleich pandemiebedingter Schäden und daraus resultierender Finanzbedarfe (insb. Verlustausgleiche) in städtischen Unternehmen, Eigenbetrieben und Stiftungen zur Sicherstellung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit - Bestätigung außerplanmäßiger Auszahlungen gemäß § 79 Abs. 1 SächsGemO“ wurde der Oberbürgermeister ermächtigt, die jeweils im Einzelfall bestmögliche und zielführende Finanzierungsform (Darlehen, Kapitaleinlage, Zuschuss etc.) mit dem höchsten Wirkungsgrad gegenüber dem jeweiligen Unternehmen, Eigenbetrieb oder der Stiftung gesellschaftsrechtlich und EU-rechtskonform umzusetzen. Adressat dieser Vorlage war auch die Messe.

 

Die Stadtverwaltung ist mit Vertretern der Veranstaltungsbranche im Austausch, um geeignete Unterstützungsmöglichkeiten zu finden und neue Kongresse und Tagungen für Leipzig zu akquirieren (so jüngst z. B. EFFIE-Award). Aktuell werden Veranstaltungen vorrangig digital oder hybrid durchgeführt. Es wird aber für den Herbst 2021 und die Folgejahre wieder ein großer Bedarf an nachhaltigen Veranstaltungsformaten in der Wirtschaft gesehen.

 

Mit den begrenzten finanziellen Ressourcen einer Kommune versucht die Stadt über lokale Förderung ihre Unternehmen zu unterstützen. So können seit Anfang des Jahres mit der Maßnahme „Förderung zur Unternehmenssicherung in Krisenzeiten und bei der Nachfolge“ lokalen Unternehmen finanzielle Unterstützung für die Anpassung ihrer Geschäftsmodelle erfahren. Weiterhin unterstützen die Betriebs- und Clusterberater Unternehmen bei der Suche ökonomisch nachhaltiger Geschäftsmodelle.

 

 

  1. Wie viele Gewerbeanmeldungen und Gewerbeabmeldungen verzeichnete die Leipziger Gewerbebehörde in den Jahren 2019 und 2020? (Bitte nach Wirtschaftszweigen auf Jahre aufschlüsseln und für 2020 darüber hinaus die Entwicklung seit März 2020 gesondert ausweisen!)? Wie hoch ist der Anteil der Gewerbeabmeldungen von Solo-Selbstständigen?

 

Statistische Differenzierungen nach Wirtschaftszweigen können lediglich für „Handel“, „Handwerk“ und „Industrie“ vorgenommen werden.

 

Der Anteil der Gewerbeabmeldungen von Solo-Selbstständigen lässt sich anhand der vorgeschriebenen und erfassten Angaben nach § 14 Gewerbeordnung i. V. m. der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Durchführung der §§ 14, 15 und 55c der Gewerbeordnung (GewAnzVwV) zur Gewerbeanzeige nicht ermitteln.

 

Insgesamt lässt sich konstatieren, dass:

  • die Anzahl der Gewerbeabmeldungen im Jahr 2020 (4467) deutlich unter der Anzahl der Gewerbeabmeldungen im Jahr 2019 (5029) liegt und
  • im Jahr 2020 die Anzahl der Gewerbeanmeldungen (4957) um ca. 500 höher war als die Zahl der Gewerbeabmeldungen.

 

 

  1. Wie viele der im Wirtschaftsbericht Leipzig 2020 ausgewiesenen 200 bis 250 Startups in welchen Branchen sind jeweils in den Jahren 2019 und 2020 im Bestand und wie viele von ihnen sind auch gegenwärtig noch im Bestand, wie viele sind aufgrund der Pandemiefolgen bestandsgefährdet?

 

Die Schätzung zur Anzahl der Startups beruht auf dem Austausch mit vorhandenen Gründerzentren und Co-Working-Spaces in Leipzig. Eine offizielle Statistik wird nicht geführt, da auch die genaue Definition eines Startups in der Literatur noch offen ist. Der Bundesverband Deutscher Startups e. V. (Hrsg. des Deutschen Startup Monitors) definiert Startups anhand von drei Merkmalen: Startups sind jünger als zehn Jahre, haben ein geplantes Mitarbeiter-/Umsatzwachstum und/oder sind (hoch) innovativ in ihren Produkten/Dienstleistungen, Geschäftsmodellen und/oder Technologien.

 

Die Rückmeldungen der Akteure des Leipziger Gründerökosystems zeigen sehr stark erhöhten Bewerberzahlen, aber auch vereinzelte Angaben zu Geschäftsaufgaben. Insbesondere profitieren digitale Startups im Gesundheitssystem. Die Co-Working-Bereiche stehen natürlich vor der Herausforderung der Beachtung von Corona-Hygieneregeln.

 

Generell haben Gründungen das Problem, dass die Corona-Hilfen spät ausgezahlt werden. Allerdings profitierten Startups von der Corona-Fazilität des Bundes, die kurzfristig über die Länder ausgezahlt wurden.

 

 

  1. Wie viele Webinare oder andere Informationsveranstaltungen zur Unterstützung von Unternehmen sind durchgeführt worden und zu welchen Themen?

 

In der Wirtschaftsförderung sind im Bereich Industrie drei Veranstaltungen durchgeführt wurden. Die Themen waren: Finanzierungshilfen, Fachkräfte, Corona-Herausforderungen.

 

Durch das Cluster IT-, Medien- und Kreativwirtschaft wurden durchgeführt:

-          zwei Online-Workshops "Aufbruch statt Krise"

-          Leipziger Persönlichkeiten sprachen darüber, welche Herausforderungen und Chancen das unternehmerische Umfeld im Jahr 2020 gebracht hat.

-          regelmäßige Abstimmung (aller 14 Tage): Krisenstab Kreativwirtschaft (dezernatsübergreifend, mit Vertretern der Kreativwirtschaft)

-          diverse Abstimmungsrunden mit Partnern rund um die folgenden "Corona-Projekte" und Initiativen (zahlenmäßig schwierig zu beziffern):

  • OUTS:DE - Kultur unter freiem Himmel" auf der Festwiese (ämterübergreifend mit Akteuren der Kreativwirtschaft)
  • Einzelhandelsinitiative "Wir kaufen hier - Leipzig lokal unterstützen"
  • Digitalisierungsinitiative "Leipzig vernetzt" (B2B-Netzwerk, E-Commerce)
  • Locally Happy" Projekt zur Digitalisierung kleiner, regionaler Einzelhändler

 

Durch das Cluster Gesundheitswirtschaft und Biotechnologie wurden durchgeführt:

-          Webinar für Gesundheitswirtschaft und Biotechnologie: „Herausforderungen aufgrund der Corona-Krise"

-          ca. weitere 15 digitale Gesprächsrunden

 

Durch das Cluster Cluster Logistik wurden durchgeführt:

-          zwei digitale Infoveranstaltungen „Wirtschaftsunterstützung in Corona-Zeiten"

 

An dem von der Wirtschaftsförderung unterstützten „Unternehmerstammtisch Leipziger Westen“ gab es drei Teilnahmen durch Betriebsberater der Wirtschaftsförderung. Themen waren:

-          Information zu aktuellen Hilfsangeboten

-          Selbsthilfe in der Krise

-          Wie sehen krisenresiliente Geschäftsmodelle aus?

-          Vorstellung Neuerungen im Mittelstandsförderprogramm.

 

Im Rahmen der Unterstützung von Unternehmensgründungen durch Migranten wurden in den Jahren 2019 und 2020 insgesamt 35 Workshops durch das Unternehmensgründerbüro (ugb) des Amtes für Wirtschaftsförderung durchgeführt.

 

Seit März 2020 können sich Unternehmen, Freiberufler und Selbstständige mit ihren Fragen und Nöten während der Corona-Krise an die Telefonhotline der kommunalen Wirtschaftsförderung wenden. Darüber hinaus können Fragen auch per E-Mail übermittelt werden. Zusätzliche Informationen, u. a. mit weiterführenden Links sowie Ansprechpartnern zur Corona-Krise, stehen auf der Web-Seite der Leipziger Wirtschaftsförderung zur Verfügung. Die Inhalte werden fortlaufend aktualisiert.

 

 

  1. Wie viele und in welchem Umfang wurden Mietstundungen oder -verzichte für gewerbliche Mieter von städtischen Objekten gewährt? Wird dieses Programm fortgesetzt und wie gestaltet sich dies derzeit?

 

Die Zahlen stehen aktuell nicht zur Verfügung und werden nachgereicht.

 

 

  1. Wie viele Arbeitsplätze sind seit Pandemiebeginn verlorengegangen, wie hat sich die Zahl der ALG I- und ALG II-Empfänger*innen in den Jahren 2019 und 2020 entwickelt?

 

Daten zur Anzahl der Beschäftigten liegen nur bis Juni 2020 vor. Von Dezember 2019 bis Juni 2020 sind die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten um 3.126 und die Anzahl an geringfügigen Beschäftigten um 3.539 zurückgegangen. Inwieweit dies „pandemiebedingt“ ist und in welchem Umfang sich ohne die Pandemie eine positive Entwicklung eingestellt hätte, kann nicht bestimmt werden.

 

Der Bestand an SBG III-Empfängern hat sich von Dezember 2019 bis Februar 2021 um 3.492 erhöht. Der Bestand an ALG II Empfängern erhöht sich im selben Zeitraum um 4.298.

 

 

  1. Wie viele Unternehmen welcher Branchen haben in 2020 und 2021 für jeweils wie viele Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet und (nach Sachstand) realisiert? Für wie viele Beschäftigte wurde in 2020 Kurzarbeitergeld gezahlt?

 

Die folgende Grafik gibt einen Überblick über die Gesamtanzahl. Eine Untergliederung nach Branchen entnehmen Sie bitte den Anhängen

-          KUG_Anzeigen_202102 für den Zeitraum März 2020 bis Januar 2021,

-          KUG_real_202102 für den Zeitraum März 2020 bis August 2020.

 

 

  1. Von welchen Annahmen geht die Stadtverwaltung hinsichtlich der Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen und des damit verbundenen Verlustes von Arbeitsplätzen im Zuge der Pandemie und ihrer Folgen für welche Wirtschaftszweige/Branchen für die Jahre 2021 und 2022 aus?

 

Im Jahr 2020 zeigte sich gegenüber dem Jahr 2019 eine geringere Anzahl an Insolvenzen. Bei der Interpretation der Insolvenzzahlen ist zu berücksichtigen, dass die Bundesregierung im März 2020 die Insolvenzantragspflicht zunächst bis Ende September 2020 und schließlich sukzessive bis Ende April 2021 ausgesetzt hat. Damit soll verhindert werden, dass Unternehmen während der Pandemie ohne eigene Schuld in eine Zahlungsunfähigkeit rutschen.

 

 

Für Oktober 2020 erwartete man eine höhere Anzahl, weil die Regelungen zur Insolvenzantragspflicht bei Zahlungsunfähigkeit wieder bestanden. Man sah allerdings nur eine Rückkehr zum Niveau des Vorjahres.

 

Eine Prognose zu „Nachholeffekte“ ist schwer, weil auch das Instrumentarium fehlt. Bezogen auf die gesamtdeutsche Situation wird prognostiziert: „Die Zahl der Insolvenzen hat sich im Februar 2021 auf niedrigem Niveau stabilisiert. Trotz langanhaltendem Lockdown rechnet das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) auch für die kommenden Monate nicht mit hohen Insolvenzzahlen. Das IWH liefert mit dem IWH-Insolvenztrend ein monatliches Update zum bundesweiten Insolvenzgeschehen.“ (IWH 2021, https://www.iwh-halle.de/nc/presse/pressemitteilungen/detail/iwh-insolvenztrend-zahl-der-insolvenzen-stagniert-im-februar-auf-niedrigem-niveau/, Stand 18.03.2021)

 

Der Stadtverwaltung erhebt Zahlen, die im Zusammenhang mit Insolvenzverfahren stehen. Jedoch sind diese für die Anfrage nicht aussagefähig genug.

 

Die Gründe dafür sind:

 

  1. Die Stadt beteiligt sich nicht an jedem Verfahren (gem. DA 27/2012 Punkt 3.2.2.3. i. d. R. erst bei 1.000 EUR).
  2. Die Stadt trennt die Verfahren nicht nach Verbraucherinsolvenzverfahren oder Unternehmensinsolvenzen.
  3. Die Stadt führt keine Statistik, welchem Wirtschaftszweigen die insolventen Schuldner angehören.  
  4. Die Stadt hat keine Erkenntnisse über die Anzahl betroffener Arbeitsplätze.

 

 

  1. Ist nach Ansicht der Stadtverwaltung die Sanierung insolvenzgefährdeter bzw. insolventer Unternehmen aufgrund möglicher Insolvenzverschleppung durch die besonderen Regelungen zur Insolvenzanmeldung stärker gefährdet als sonst?

 

Darüber liegen keine Erkenntnisse vor.

 

 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 IHK_2021 (6331 KB)    
Anlage 2 2 KUG_Anzeigen_202102 (135 KB)    
Anlage 3 3 KUG_real_202102 (132 KB)    
Stammbaum:
VII-F-02474   Pandemiefolgen für die Wirtschaft in Leipzig   Geschäftsstelle der Fraktion DIE LINKE   Anfrage
VII-F-02474-AW-01   Pandemiefolgen für die Wirtschaft in Leipzig   80 Amt für Wirtschaftsförderung   schriftliche Antwort zur Anfrage