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Vorlage - VII-A-02473  

 
 
Betreff: Kunst im öffentlichen Raum
Anlass: Sonstiges
Status:öffentlich (Vorlage freigegeben)Vorlage-Art:Antrag
Einreicher:Jugendparlament/Jugendbeirat
Beratungsfolge:
Ratsversammlung Verweisung in die Gremien
21.04.2021 
Ratsversammlung (Videokonferenz)      
FA Kultur 1. Lesung
FA Stadtentwicklung und Bau 1. Lesung

Beschlussvorschlag
Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:

 

Die Stadtverwaltung wird in Zusammenarbeit mit der L-Gruppe beauftragt, die Beklebeflächen von Straßenbahnen Leipziger Künstler*innen als Kunst-, Projektions- und Darstellungsfläche zur Verfügung zu stellen. Regionale Künstler/-innen sollen die Möglichkeit haben, sich auf derartige Flächen zu bewerben. Die finale Entscheidung über die Vergabe der Flächen wird von einem Gremium getroffen, welches mindestens folgende Mitglieder umfasst: eine*n Vertreter*in der L-Gruppe, die Bürgermeisterin für Kultur der Stadt Leipzig, eine/-n Vertreter*in des Leipzig + Kultur e. V., […]. Bei der Entscheidung sollen junge Künstler/-innen und Kollektivprojekte von jungen Menschen bevorzugt berücksichtigt werden. Der Zeitraum für die Bereitstellung der Flächen beträgt je Kunstprojekt ein halbes Jahr, wobei die unterschiedlichen Vergaben nicht synchron ablaufen müssen. In einem Pilotprojekt bis Ende des IV.

Quartals 2021 sollen bereits drei Straßenbahnen der L-Gruppe entsprechend gestaltet werden.

Bis zum IV. Quartal 2022 soll die Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit der L-Gruppe ein ausführliches Konzept zur dauerhaften Umsetzung auf mindestens sieben Straßenbahn leipzigweit dem Stadtrat sowie dem Jugendparlament vorlegen. Dieses Konzept ist in enger Abstimmung mit dem oben genannten zu errichtenden Gremium und dem Leipziger Kulturrat zu erstellen.

 

Begründung:

 

Egal ob Zeitung oder Tagesschau, egal ob Internet oder Radio, egal ob zu Hause oder in den Straßen - Werbung ist überall und begleitet uns. Über 60 Prozent der Deutschen haben in 2020 mindestens mehrfach wöchentlich, die Mehrheit dabei täglich, Werbung konsumiert und wahrgenommen.1

Das diese Menge an auf uns einprasselnden Marken und Werbebotschaften nicht gesund ist, verrät einem nicht nur der gesunde Menschenverstand, sondern auch statistische Erhebungen und psychologische Analysen.2 Wobei jede (wissenschaftliche) Erhebung dabei ihre Schwierigkeiten hat; Was ist Werbung? Wo beginnt Werbung? In welchem Ausmaß ist sie präsent?3

 

 

Und inmitten dieser bereits bis zum Anschlag mit Werbung übersäten “Vielfalt” fahren nun auch noch die Straßenbahnen der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) in ihrer seltsamen Doppelfunktion von Markenträgerinnen und grundlegenden Mobilitätsanbieterinnen durch die Stadt. Dabei scheint Leipzig besonders emsig die Bahnen mit weiterer Werbung zuzukleben, immerhin hat der Anbieter STRÖER die Straßenbahnen der LVB so oft wie die Verkehrsmittel keiner anderen Stadt als positive Imagebilder auf der Webseite abgebildet.4

So oder so: Das Leipziger Straßenbild braucht Erholung von kommerzieller Überreizung. Vergangene Beispiele zeigen, dass ein Abweichen von den immer gleichen Werbebotschaften an den Straßenbahnen positiv wahrgenommen wird.5 Leipzig als selbst verstandene Kulturstadt kann diese Chance nutzen lokale Künstler*innen hervorzuheben und das gebeutelte Auge der Anwohner*innen mit aktuellen Werken zu erfrischen. Unbenommen dem immensen (zu erwartenden) positiven Imagegewinn, kann die Stadt sich so auch zu einer Vorreiterin der Kunstförderung machen.

An dieser Stelle könnten wir auf die Corona-Pandemie eingehen, die besonders auch Kunstschaffende schwer getroffen hat, oder auf grundlegende Vorteile lokale Künstler*innen zu unterstützen und so auch mehr Künstler*innen nachhaltig an die Region zu binden, aber wir sparen uns das in dem guten Wissen, dass diese Argumente bekannt sind und logisch. Es gibt unzählige Gründe die Kunst zu fördern und wir können uns weiter nur theoretisch damit auseinandersetzen oder einen Schritt nach vorne machen, für die Kunst und für jene, die sie erschaffen.

 

1) https://de.statista.com/statistik/daten/studie/170885/umfrage/haeufigkeit-der-wahrnehmung-v on-werbung-in-form-von-plakaten/ (Abgerufen: 3. Januar 2021)

2) https://blog.hubspot.de/marketing/wie-marken-uns-manipulieren (Abgerufen: 3. Januar 2021)

3) http://www.markenverband.de/pressebereich/pressemitteilungen2019/pm01102019werbeverbo te/pm01102019werbeverboteundgutachten (Abgerufen: 3. Januar 2021)

4) https://www.stroeer.de/nc/aussenwerbung/werbemedien/kategorie/verkehrsmedien/produkt/g anzgestaltung.html (Abgerufen: 3. Januar 2021)

5) vgl. Resonanz in den sozialen Medien

 

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