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Vorlage - VII-DS-02419  

 
 
Betreff: Baubeschluss 5-zügiges Gymnasium mit gestapelter 3-Feld Sporthalle Neubau "Prager Spitze" Prager- Ecke Phillip-Rosenthal-Straße (Umsetzung des Beschlusses VI-DS-05899-NF-21)
Anlass: Stadtratsbeschluss
Status:öffentlich (Vorlage freigegeben)Vorlage-Art:Beschlussvorlage
Einreicher:1. Dezernat Stadtentwicklung und Bau
2. Dezernat Jugend, Schule und Demokratie
Beratungsfolge:
Dienstberatung des Oberbürgermeisters Bestätigung
22.02.2021    Dienstberatung des Oberbürgermeisters      
FA Jugend, Schule und Demokratie 1. Lesung
04.03.2021    FA Jugend, Schule und Demokratie      
SBB Mitte Vorberatung
FA Finanzen 1. Lesung
08.03.2021    FA Finanzen      
FA Stadtentwicklung und Bau 1. Lesung
09.03.2021    FA Stadtentwicklung und Bau -Videokonferenz      
FA Jugend, Schule und Demokratie 2. Lesung
FA Finanzen 2. Lesung
FA Stadtentwicklung und Bau 2. Lesung
Ratsversammlung Beschlussfassung

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt
Anlagen:
Anlage 2.1 - archäologisches Denkmal
Anlage 2.2 - archäologische Schnitte
Anlage 3 - Lageplan
Anlage 4.1 - Grundriss EG
Anlage 4.2 - Grundriss EG
Anlage 5 - Ansicht Süd
Anlage 6 - Fällung und archäologische Suchschurfe

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Beschlussvorschlag:

 

  1. Die Baumaßnahme wird realisiert (Baubeschluss gem. Hauptsatzung § 8 (3) Nr. 18 in der zur Zeit gültigen Fassung.

 

  1. Der Oberbürgermeister wird ermächtigt, den Auftrag zur Auslösung des Vergabeverfahrens für die Generalunternehmerleistungen zur Errichtung des Gymnasiums Prager Spitze zu erteilen.

 

  1. Die Gesamtkosten der Maßnahme Stand Vorentwurfsplanung sind der nichtöffentlichen Anlage 1 zu entnehmen.

 

  1. Die Auszahlungen für die Maßnahme sind im PSP-Element “Neubau 5-züg.Gym+3-Feld-SH/Prager Spitze“ (7.0001770.700) gem. nichtöffentlicher Anlage 1 eingeplant.

 

  1. Die Verpflichtungsermächtigungen im PSP-Element “Neubau 5-züg.Gym+3-Feld-SH/Prager Spitze“ (7.0001770.700) gem. nichtöffentlicher Anlage 1 werden bestätigt.

 

  1. Die ab dem Haushaltsjahr 2023 (anteilig) anfallenden Nutzungskosten werden innerhalb des Budgets des Fachamtes berücksichtigt. Die Erfassung erfolgt im Rahmen der Überarbeitung des Baubeschlusses zur Bestätigung/Auslösung der GU-Vergabe.

 

 

Räumlicher Bezug:

04317 Leipzig, Stadtbezirk Mitte, Ortsteil Thonberg (Ligis-ID: 018180g001)

 

 

 

Zusammenfassung:

 

Anlass der Vorlage:

 

Rechtliche Vorschriften   Stadtratsbeschluss   Verwaltungshandeln

Sonstiges:

 

Am Standort "Prager Spitze", Prager- Ecke Philipp-Rosenthal-Straße soll in unmittelbarer Nachbarschaft zum Technischen Rathaus und der Alten Messe ein 5-zügiges Gymnasium mit einer gestapelten 3-Feld-Sporthalle und dazugehörigen Sportfreianlagen errichtet werden.

 

Auf Grundlage der der Vorlage VI-DS-05899 vom 20.06.2018 „Sammelplanungs- und Baubeschluss … zur Schaffung zusätzlicher Schulkapazitäten“ wurde die Vorbereitung der Planung beschlossen. Mit Interimseinrichtung des Gymnasiums am Standort Oberschule Barnet-Licht-Platz zum Schuljahresbeginn 2020/21 ist es erforderlich die geplante Inbetriebnahme des Gymnasiums im Neubau Prager Straße zum Schuljahresbeginn 2023/24 abzusichern.

Für die Einhaltung des angestrebten Fertigstellungstermins der Baumaßnahme ist es vorgesehen nach dem Abschluss der Leistungsphase 4 die weitere Planung und Ausführung an einen Generalunternehmer zu übertragen. Nur mit der weiteren Planung und Ausführung aus einer Hand kann gegenüber der klassischen Einzelvergabe der notwendige Vorteil hin-sichtlich einer kompakten Ausführungszeit erreicht werden. Des Weiteren erfordern technische Gründe (u.a. hohe Anforderung an den Baugrund, die Logistik, die Baustelleneinrichtung, die medien- und verkehrstechnische Infrastrukturen der Ver- und Entsorgung etc.) eine Umsetzung des Bauvorhabens als Generalunternehmerleistung.

 

Die Einrichtung des Gymnasiums an diesem Standort wird zu einer deutlichen städtebaulichen und weiteren architektonischen Aufwertung des Umfeldes beitragen. Durch die Integration der ersten paralympischen Vereins- und Wettkampfsporthalle der Stadt Leipzig, zusätzlich der schulübergreifenden Nutzung der Sporthallen und der Sportfreianlagen sowie auch durch die Schüler/-innen des benachbarten Sportinternates, wird die soziale Verflechtung im Gebiet weiter gefördert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

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Finanzielle Auswirkungen

nein

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

nein

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

nein

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

nein

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

 

 

 

 

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

 

 

siehe nichtöffentliche Anlage 1

7.0001770.700

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

nein

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Steuerrechtliche Prüfung

nein

wenn, ja

Unternehmerische Tätigkeit i.S.d. §§ 2 Abs. 1 und 2B UStG

nein

ja, Erläuterung siehe Punkt 4 des Sachverhalts

Umsatzsteuerpflicht der Leistung

nein

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Bei Verträgen: Umsatzsteuerklausel aufgenommen

ja

Nein, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

Ja

Nein

Beantragte Stellenerweiterung:

   Vorgesehener Stellenabbau:

 

 

 


Hintergrund zum Beschlussvorschlag:

Welche strategischen Ziele werden mit der Maßnahme unterstützt?

 

 

2030 - Leipzig wächst nachhaltig!

Ziele und Handlungsschwerpunkte

 

Leipzig setzt auf Lebensqualität:

Balance zwischen Verdichtung und Freiraum

Qualität im öffentlichen Raum und in der Baukultur

Nachhaltige Mobilität

Vorsorgende Klima- und Energiestrategie

Erhalt und Verbesserung der Umweltqualität

Quartiersnahe Kultur-, Sport- und Freiraum­angebote

 

 

Akteure:

rgerstadt

Region

Stadtrat

Kommunalwirtschaft

Verwaltung

Leipzig besteht im Wettbewerb:

Positive Rahmen­bedingungen für qualifizierte Arbeitsplätze

Attraktives Umfeld für Innovation, Gründer und Fachkräfte

Vielfältige und stabile Wirtschaftsstruktur

Vorsorgendes Flächen- und Liegenschaftsmanagement

Leistungsfähige technische Infrastruktur

Vernetzung von Bildung, Forschung und Wirtschaft

 

Leipzig schafft soziale Stabilität:

Chancengerechtigkeit in der inklusiven Stadt

Gemeinschaftliche Quartiersentwicklung

Bezahlbares Wohnen

Zukunftsorientierte Kita- und Schulangebote

Lebenslanges Lernen

Sichere Stadt

 

 

 

Leipzig stärkt seine Internationalität:

Weltoffene Stadt

Vielfältige, lebendige Kultur- und Sportlandschaft

Interdisziplinäre Wissenschaft und exzellente Forschung

Attraktiver Tagungs- und Tourismusstandort

Imageprägende Großveranstaltungen

Globales Denken, lokal verantwortliches Handeln

 

Sonstige Ziele:

 

trifft nicht zu

 

 


Klimawirkung durch den Beschluss der Vorlage

Stufe 1: Grobe Einordnung zur Klimawirkung (Klimaschutzes und zur -wandelanpassung)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eingesetzte Energieträger (Strom, Wärme, Brennstoff)

keine / Aussage nicht möglich

erneuerbar

fossil

 

Reduziert bestehenden Energie-/Ressourcenverbrauch

Aussage nicht möglich

ja

nein

 

Speichert CO2-Emissionen (u.a. Baumpflanzungen)

 

Aussage nicht möglich

ja

nein

 

Mindert die Auswirkungen des Klima­wandels (u. a. Entsiegelung, Regen­wassermanagement)

Aussage nicht möglich

ja

nein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abschätzbare Klimawirkung mit erheblicher Relevanz

ja, da Beschlussgremium RV, GVA, oder VA und mind. 5 Jahre Betriebs- und Nutzungsdauer

nein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorlage hat keine abschätzbare Klimawirkung

ja (Prüfschema endet hier.)

 

 

 

 

 

 

 

 

Stufe 2: Die Vorlage berücksichtigt die zentralen energie- und klimapolitischen Beschlüsse (s. leipzig.de)

 

                        

ja

nein (Begründung s. Abwägungsprozess)

nicht berührt (Prüfschema endet hier.)

 

 

 

 

 

 

 

 

Stufe 3: Detaillierte Darstellung zur abschätzbaren Klimawirkung nur bei erheblicher Relevanz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Berechnete THG-Emissionen (in t bzw. t./a): ____________________

 

liegt vor: s. Anlage/Kapitel der Vorlage: ________________________

 

 

wird vorgelegt mit: aktualisiertem Baubeschluss auf Basis der Entwurfsplanung / Beauftragung der GU-Leistung

 

 

 

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Beschreibung des Abwägungsprozesses:

Im Rahmen der Erarbeitung der Vorlage fanden verwaltungsinterne Abstimmungen i.R.d. Task Force Schulhausbau statt.

 

 

I. Eilbedürftigkeitsbegründung

Die Notwendigkeit einer eilbedürftigen Behandlung der Vorlage ist nicht gegeben.

 

II. Begründung Nichtöffentlichkeit

Die Notwendigkeit einer nichtöffentlichen Behandlung der Anlage 1 ist gegeben.

 

Begründung: Die Vorlage beinhaltet die Bestätigung zur Vorbereitung eines Ausschreibungs- und Vergabeverfahrens an einen Generalunternehmer. Die Einhaltung der vergaberechtlichen Grundsätze und des Geheimwettbewerbes sind sicherzustellen. Eine nichtöffentliche Behandlung ist erforderlich, um die Position der Stadt Leipzig in den weiteren Verhandlungen nicht zu gefährden.

 

III.  Strategische Ziele

Der Neubau als Sofort-Schule entsprechend des Beschlusses VI-DS-05899-NF-21 ist zur Abdeckung der kurz-, mittel- und langfristigen Bedarfe an Kapazitäten insbesondere in weiterführenden Schulen zwingend erforderlich. Um die Maßnahmen umzusetzen, ist die Absicherung der Finanzierung sowohl der Planungsleistungen, als auch der Beauftragung von Bauleistungen abzusichern.

 

 

 

IV. Sachverhalt

 

1.1 Anlass

Die Entwicklung des Leipziger Schulnetzes ist in den vergangenen Jahren von einem stetigen Anstieg des Bedarfes geprägt. Dieser Anstieg vollzieht sich in allen Schularten. Die sich daraus ableitenden Aufgaben und Maßnahmen werden im Schulentwicklungsplan der Stadt Leipzig – Fortschreibung 2019 (VI-DS-06070) aufgeführt. Die Umsetzung der aufgeführten Maßnahmen orientiert sich bei den weiterführenden Schulen an den bestehenden operativen Möglichkeiten zur zeitnahen Realisierung (Verfügbarkeit, bauvorbereitende Maßnahmen, Umsetzungszeiträume). Gegenstand der Vorlage ist die Sicherstellung der ausreichenden Versorgung von gymnasialen Schulplätzen in der Stadt Leipzig.

 

Aufgrund der Dringlichkeit wurde die Maßnahme bereits in den Pool der Sofortschulen mit aufgenommen, siehe VI-Ifo-06624. Die differenzierten Planungsumstände am Standort bedingen die Beauftragung eines Vergabeverfahren für eine GU-Leistung, um eine Inbetriebnahme zum Schuljahr 2023/24 absichern zu können. Hierfür ist die Bestätigung seitens des Stadtrates erforderlich.

 

Die Baumaßnahme soll insbesondere vor dem Hintergrund der Komplexität auch in Bezug auf die notwendige Umverlegung der Trinkwasserleitung, damit ggf. einhergehende Beeinträchtigungen im öffentlichen Verkehrsraum (auch ÖPNV), aber auch hinsichtlich des einzuhaltenden Fertigstellungstermins als Generalunternehmerleistung (GU) ausgeschrieben und beauftragt werden.

 

Die Ausschreibung der Leistung soll in der ersten Jahreshälfte 2021 erfolgen. Da durch eine solche Ausschreibung bei eingehenden wirtschaftlichen Angeboten bereits eine Bindungsfrist entsteht, ist es erforderlich vor der Ausschreibung diese durch einen entsprechenden Baubeschluss des Stadtrates zu legitimieren. Die Besonderheit der Vorlage besteht insofern darin, dass einerseits eine GU-Leistung ausgeschrieben werden soll, andererseits der Baubeschluss auf Grund des speziellen Ausschreibungsverfahrens bereits auf der Basis der Leistungsphase 2 erfolgen muss.

 

 

1.2 Grundlagen / Beschlüsse

  • Satzungsbeschluss Beschluss-Nr. 358/91 für den Bebauungsplan Nr. 1 „Prager Straße“ vom 19.11.1991
  • Fortschreibung Schulentwicklungsplan der Stadt Leipzig DS-06070-NF-01 vom 14.05.2019
  • Sammelplanungs- und Baubeschluss sowie Beschluss zum Abschluss von Mietverträgen zur Schaffung zusätzlicher Schulkapazitäten und Bestätigung außerplanmäßiger Auszahlungen nach § 79 (1) SächsGemO DS-05899-NF-21 vom 27.06.2018
  • Eine Halle für den Rollstuhlsport, VI-A-06806 vom 04.09.2019
  • Einrichtung eines neuen fünfzügigen Gymnasiums am Standort "Prager Spitze" Philipp-Rosenthal-Straße in 04103 Leipzig - entsprechend § 24 Sächsisches Schulgesetz DS-00320 vom 22.01.2020
  • 15. Sachstandsbericht Sofortschulen VII-Ifo-02136 (Stand 31.12.2020)

 

 

1.3 Ziel und Entwicklungskonzeption

Mit Beschluss des Stadtrates VI-DS-06070-NF-01 vom 14.05.2019 wurde die Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes der Stadt Leipzig beschlossen. Darin wurden die Bedarfsentwicklung sowie die daraus abgeleiteten Handlungsaufgaben zur Schaffung der erforderlichen sozialen Infrastruktur aufgezeigt.

 

Der Versorgungsauftrag für die Einrichtung eines gymnasialen Schulstandortes auf dem Areal „Prager Dreieck“ ergibt sich aus dem Sächsischen Schulgesetz (§ 21 ff.). Danach sind die Gemeinden der Träger der allgemeinbildenden Schule sowie der Schulen des zweiten Bildungsweges und haben eine regional ausgeglichenes und unter zumutbaren Bedingungen erreichbares Bildungsangebot zu schaffen. Die Gemeinden verwalten als Schulträger obliegenden Angelegenheiten als Pflichtaufgabe.

 

Die Einrichtung eines Vorinterims am gegenüberliegenden Barnet-Licht-Platz (Kregelstraße 3) zum Schuljahr 2020/21 ist erfolgt. Die Schule soll ab dem Schuljahr 2022/23 als eigen-ständige Schule betrieben werden. Die Fertigstellung des Standortes „Prager Spitze“ sowie der Umzug sind zum Schuljahr 2023/24 vorgesehen.

 

1.4 Beschreibung des IST-Zustandes

Die potentielle Schulbaufläche wird seit Jahrzehnten nicht genutzt und ist in großen Teilen verwildert. Dies hat zur Entwicklung eines schützenwerten Biotops, höhlenreiche Altholzinseln, im südöstlichen Bereich des Flurstücks 318 geführt, welches berücksichtigt werden muss. Des Weiteren liegt auf dem Baufeld eine überregionale Trinkwasserversorgungsleitung, HVL 3 DN 800.

 

1.5 Ableitung des Bedarfs

Gemäß Schulnetzplanung besteht der dringende Bedarf im Stadtgebiet zusätzliche gymnasiale Kapazitäten mit notwendigen Sport-  und Freiflächen kurzfristig zu schaffen.

 

1.6 Notwendigkeit / Dringlichkeit der Baumaßnahme

Das Gymnasium wächst als Außenstelle der Neuen Nikolaischule (Schule an der Prager Spitze) bereits seit dem Schuljahr 2020/21 in der benachbarten Oberschule Barnet-Licht-Platz / Kregelstraße 3 auf. Beginnend mit der Klassenstufe 5 wird das Gymnasium dort schuljahresweise aufgebaut. Auch im Schuljahr 2020/21 und ff. wird die Schülerzahl der fünften Klassen der Gymnasien weiter ansteigen. Bis zur Inbetriebnahme des neuen Schul-objektes werden die Klassen am Standort Barnet-Licht-Platz unterrichtet. Im Sommer 2023 wird die Schule Kregelstraße 3 allerdings mit Oberschul- und Gymnasialklassen gefüllt sein, d.h. das Gymnasium muss in ein eigenes Gebäude umziehen.

 

1.7 Alternativlösungen

Keine, aufgrund fehlender alternativer Grundstücke zur Lösung des Bedarfs für die Stadtteile Reudnitz, Stötteritz und Thonberg ist eine Realisierung andernorts nicht möglich.

 

 

2. Beschreibung der Maßnahme

 

Für das Vorhaben Prager Spitze wurden im Mai 2020 die Vergabeverfahren für die Planungsleistungen Objekt-, Tragwerks-, Freianlagenplanung sowie der Planung zur Technischen Gebäudeausrüstung erfolgreich abgeschlossen. Nach umgehenden Planungsstart konnte im September 2020 die Vorentwurfsplanung präsentiert werden, diese bildet die Grundlage dieses Beschlusses.

 

Derzeit läuft die Entwurfsplanung, deren Abschluss sich aufgrund erst im Herbst 2020 erkennbarer schwieriger Baugrundverhältnisse und damit notwendigen Änderungen in der Tragwerksplanung (u.a. Sohlplattengründung anstatt Pfahlgründung) verzögert und welcher nunmehr im März 2021 erfolgt.

 

Die geplante verklinkerte Gebäudefigur von Gymnasium und Sporthalle wird den bisher sehr offenen Bereich mit differenzierten Traufhöhen nahezu zu einer Blockrandbebauung ergänzen, wie es auch im zu Grunde liegenden Bebauungsplan aus dem Jahr 1991 gefordert wird. Das L-förmige Schulgebäude, das südlich an der Prager Straße als städtebaulicher Akzent sogar als 6-geschossiges Gebäude in Erscheinung treten wird, und die Sporthallen sind über einen dreigeschossigen Verbinder miteinander verknüpft, welcher auf der Seite der Philipp-Rosenthal-Straße die Haupterschließungszone im Erdgeschoss schützen wird.

 

Ebenfalls an der südöstlichen Flurstückecke wird das sich über die vergangenen Jahre entwickelte Biotop erhalten und zukünftig als grünes Entrée den Auftakt zur Schule bilden. Vom Straßenlärm abgeschirmt liegen im Blockinnenbereich der Schulhof und die Sportfrei-anlagen, welche neben dem Gymnasium auch von der benachbarten Barnet-Licht-Ober-schule sowie den Schüler/-innen des Sportinternates genutzt werden.

 

 

2.1 städtebauliche Einordnung

Der neue Schulstandort liegt im Stadtbezirk Mitte/Zentrum Südost, Stadtteil Thonberg an der Grenze zu den Stadtteilen Reudnitz und Stötteritz. Das betreffende Grundstück 318 nimmt den Großteil eines Bebauungsgeviertes, welches von der Prager Straße im Osten, der Philipp-Rosenthal-Straße im Süden, der Karl-Siegismund-Straße im Westen und der Semmelweisstraße im Norden begrenzt wird, ein. Westlich schließt sich das Institut für Humangenetik des Universitätsklinikums Leipzig und südlich grenzt das Areal der Alten Messe an.

 

Allerdings nur im Nordosten, im Westen und Südwesten mit einer straßenbegleitenden Bebauung versehen, hat sich in den vielen Jahren der Nichtnutzung ein starker Wildwuchs und sogar ein Biotop an der Südostecke etablieren können. Das Biotop wird als gestaltgebender Akzent den südöstlichen Eckpunkt des neuen Schulensembles bilden.

 

In der jüngeren Vergangenheit noch als Kleingartenanlage genutzt, wird durch das Landesamt für Archäologie, Dresden bestätigt, dass das Areal zum ehemaligen mittelalterlichen Vorwerk Thonberg gehörte und man daher davon ausgeht auf der Fläche entsprechende Befunde vorzufinden. Daher wird die Freimachung des Geländes mit Fällmaßnahmen und Suchschurfen schon ab Frühjahr 2021 vorgenommen, um eventuellen Befunden und Auswertungen vorzubeugen.

 

Damit steht als Baufeld nahezu eine Fläche von 24.000 m² zur Verfügung. Der nördliche Bereich mit dem Flurstück 317 wird für das geplante Verwaltungsgebäude von dem zu planenden Schulgrundstück fast komplett ausgeklammert. Das Flurstück 317 wird im Rahmen der Bauzeit als Baustelleneinrichtungsfläche genutzt werden.

 

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln kann die zukünftige Schule u.a. mit der Straßenbahnlinie 2 und 15 (Haltestelle Alte Messe) mit Fußweg über die Prager Straße - 110 m Entfernung - sowie über die S-Bahnstation Leipzig Völkerschlachtdenkmal (S1) in 410 m erreicht werden. Die Schule ist ebenfalls für den Individualverkehr gut erschlossen.

 

2.2 Bauliche Umsetzung

 

2.2.1 Baufeldherrichtung

Aufgrund der bestätigten archäologischen Relevanz wurde in der Vorentwurfsplanung mit dem Landesamt für Archäologie die Untersuchungsflächen und -tiefen festgelegt. In einem ersten Bauabschnitt vorgezogener Freimachungen wird bereits bis Ende Februar 2021 der Bereich der neuen Gebäude, das Biotop dabei aussparend, für diese ca. 50 cm tiefen Such-schurfe gerodet und gefällt. In einem 2. Bauabschnitt ab Oktober 2021 soll der Freianlagen-bereich weiter nördlich folgen.

 

 

2.2.2 Baustelleneinrichtung / Interimsleitung / Umverlegung Trinkwasserleitung

Die Baustelle wird angedient von der zwischen Sportinternat und den Sporthallen gelegenen Zufahrt an der Philipp-Rosenthal-Straße. Diese Einfahrt wird auch zukünftig den Schulstandort bzw. dessen Schulhof- und Sportfreianlagenbereich für den Fahr- bzw. Wirtschaftsverkehr erschließen.

 

Mit Beginn der Baumaßnahmen ist es vorgesehen eine zusätzliche Baustellenzufahrt über das nordwestlich gelegene Flurstück 317 zu schaffen. Die Andienung über die Prager Straße ist aus Liegenschafts- und verkehrs-technischen Gründen nicht möglich. Das Flurstück 317 befindet sich im Eigentum der Stadt Leipzig und wird bis zum Abschluss der Maßnahmen ergänzend als Baustelleneinrichtungsfläche genutzt. Eine Inanspruchnahme von Verkehrsflächen ist dadurch auszuschließen.

 

Mit der Planung ergab sich die Notwendigkeit der Umverlegung der Trinkwasserhaupt-versorgungsleitung HVL 3 DN 800. Diese Leitung ist eine der vier großen Hauptversorgungsleitungen im Stadtgebiet. Die ursprünglich geplante Integration der Leitung in den Entwurf verursachte einen erheblichen baukonstruktiven Aufwand für den Verbindungsbau zwischen Sporthalle und Gymnasium. Der Entfall der Leitung vereinfacht die statische Konstruktion sehr deutlich. Wenngleich für die Umverlegung zunächst ein Interim im Zentrum des Neubaus notwendig wird und bisher nicht eingeplante Investitionskosten anfallen, ist die Verlegung der Leitung in der Philipp-Rosenthal bzw. Karl-Siegismund-Straße perspektivisch für die weitere Unterhaltung der Leitung selbst als auch die beabsichtigte Bebauung des nördlichen Flurstückes 317 für einen Verwaltungsbau von nachhaltigem Vorteil.

 

Die Umverlegung der Trinkwasserleitung wird parallel zum Schulbauvorhaben von ca. Frühjahr 2022 bis Ende November 2022 erfolgen, dann wird auch das Interim zurückgebaut sein. Beide Maßnahmen müssen aufeinander abgestimmt und koordiniert werden. Dies stellt eine weitere Herausforderung im Vorhaben dar. Die Grundlage der Leistungen wurden in einer gemeinsam mit der KWL erstellten Kostenübernahmevereinbarung geregelt. Planung und Ausführung der Leitungserarbeiten erfolgt allein durch die KWL.

 

Darüber hinaus wird durch die Umverlegung der Trinkwasserleitung eine bessere bzw. generelle Bebaubarkeit des städtischen Grundstücks im Norden, Flurstück 317, erzielt.

 

 

2.2.3 Objektplanung

Das Gymnasium und die Sporthalle werden als kompaktes Bauvolumen die Südostecke des Quartiersblockes Prager Spitze schließen. Die Schule ist dabei an der Prager Straße als            4-geschossiges und an der Südecke als 6-geschossiges Gebäude geplant. Mit dem             3-geschossigen Verbinder wird die Schule in 3 Etagen ab dem 1. Obergeschoss an die gestapelte 3-Feld-Sporthalle anbinden, deren Umkleide und Servicebereich hofseitig an der Längsseite der Hallen angeschlossen ist.

 

Unterhalb des geplanten Verbindungsbauwerkes zwischen Gymnasium und Sporthalle wird bis zum Oktober 2021 durch die KWL ein notwendiges Interim der Trinkwasserleitung realisiert, sodass zum geplanten Baustart in 01/2022 ein sicherer Arbeitsbereich vorliegt.

 

Ein Verbleib der Leitung im Grundstück hätte die Einhaltung eines Sicherheitsabstandes von 5 m zu beiden Seiten der Leitungsachse erfordert. Diese Vorgabe hatte zu Beginn der Planung massive Stützen generiert, da eine Lastabtragung auf ein Stützenraster nicht erfolgen konnte. Zudem musste der Verbinder selbst als brückenartige Konstruktion mit wandartigen Trägern geplant werden. Durch Vereinfachung der statischen Konstruktion sind nunmehr Einsparungen von ca. 500 T Euro möglich.

 

Der Verbleib der 100jährigen Trinkwasserhauptleitung hätte neben den beschriebenen starken Einflüssen auf die Baukonstruktion außerdem bedeutet, dass bei einem Havariefall im Gebäudebereich erhebliche Schäden am Gebäude bzw. der Gründung nicht zu vermeiden gewesen wären. Dies war neben erschwerter Zugänglichkeit der Hauptgrund für den Entscheid zur Verlegung in die angrenzenden Straßen.

 

Schule und Sporthallen sind als Stahlbetonkonstruktionen (Gründung, Decken, Spannbeton-fertigteilbinder in den Decken/Dächern der Sporthalle, tragende Wände) geplant und werden jeweils mit Flachdächern abgeschlossen. Nur ein Fünftel des Erdgeschosses der Schule ist nordseitig unterkellert. Bis auf die Lüftungszentrale für die Schule, welche im Technikgeschoss im 6. OG untergebracht ist, ist dort das Gros der haustechnischen Anschlussinstallation angeordnet.

 

Aufgrund der großen Spannweite der Decke der unteren Sporthalle ist die Konstruktion schwingungsgefährdet. Aus diesem Grund wird der Einbau von Schwingungstilgern in der Hallendecke geplant, um durch die Nutzung der oberen Sporthalle angeregte Schwingungen zu mindern.

 

Die Fassade wird als homogene Klinkerfassade ausgeführt werden, die Fenster werden in Holz realisiert. Es wird ein außenliegender Sonnenschutz angebracht. Die Innenräume werden insgesamt dezent gestaltet, mit Holzakustikpaneelen werden die Decken der Klassenräume bekleidet. In den Fluren kommen nachhaltige Holzwolle-Leichtbauplatten mit Akustikfunktion zum Einsatz. Die Böden in den Obergeschossen werden mit Linoleum ausgelegt. Die stark frequentierten Bereiche im Erdgeschoss, der Eingangsbereich, die Mensa, die Aula erhalten einen Belag aus Feinsteinzeugplatten. Insgesamt sollen inspiriert durch das Biotop warme natürliche Töne das Gestaltungskonzept bestimmen.

 

Die Fachunterrichtsräume Naturwissenschaften und die Werkenräume wurde ebenfalls eng abgestimmt mit den zukünftigen Nutzern geplant.

 

Die gesamte Planungs- und Ausstattungsqualität ist auf die Schulbaustandards der Stadt Leipzig abgestellt und unterliegt dem Wirtschaftlichkeitsgebot.

 

Entsprechend den Anforderungen der Stadt Leipzig zum Einsatz von erneuerbaren Energien werden die Flachdächer für die Ausstattung mit Photovoltaikanlagen durch den Vertragspartner Stadtwerke Leipzig vorgerüstet

 

 

2.2.4 Paralympische Sporthalle

Mit Ratsbeschluss vom 04.09.2019 zum Entscheid für die Realisierung einer rollstuhlsportgerechten Sporthalle wurde die Grundlage für die Umsetzung dieser Halle im vorgestellten Vorhaben geschaffen. Mit theoretischer Basis der Orientierungshilfe des Bundesinstitutes für Sportwissenschaften und in enger Abstimmung mit dem Amt für Sport und dem Sächsischen Behindertensportverband wurden im Planungsprozess die räumlichen- und ausstattungstechnischen Voraussetzungen für einen erfolgreichen paralympischen Vereins- und Wett-kampfsport geschaffen.

 

Folgende paralympische Sportarten sollen in der unteren Sporthalle prioritär ausgeübt werden, Sitzvolleyball, Rollstuhlbasketball /-rugby, Blindengoalball, Blindenfußball und Hallenboccia. Dabei sind folgende Handicaps/Beeinträchtigungen zu berücksichtigen, Blindheit/Sehbehinderungen, kognitive und motorische Beeinträchtigungen.

 

Die untere Halle wird dahingehend ausgebaut, aber auch die obere Halle bzw. die in den oberen Geschossen angeordneten Servicebereiche können über die beiden Aufzüge erreicht und mitgenutzt werden. Räumlich wurden u.a. berücksichtigt, Flure mit 2,30 m Breite zur störungsfreien Begegnung der Sportler, Anordnung von Evakuierungsflächen im Bereich der Treppenhäuser, Bereitstellung von besonderen Evakuierungshilfen (Stühlen, Fluchtrutschen), Anpassung der Sanitär- und Umkleidebereiche mit notwendigen Bewegungs-flächen und Anordnung von Liegen (für z.B. Kathederwechsel), dafür wurden sogenannte paralympische Grundbausteine umgesetzt.

 

Darüber hinaus sind neben den besonderen Markierungen/Linierungen für die Sportarten erweiterte Lagerflächen für die Sportgeräte als auch für 40 Sportrollstühle abzubilden. Eine Besonderheit stellt dabei der Lagerraum für die Sportrollstühle dar, er ist von innen und außen zugänglich, sodass die Sportler/-innen bzw. Vereine die Geräte individuell z.B. für den Einsatz bei externen Wettkämpfen abholen können.

 

 

 

 

 

2.2.5 Technische Anlagen

Die Trinkwasserversorgung erfolgt über die Prager Straße, die Schmutzwasserentsorgung wird im Grundstück als Trennsystem geplant und an das Leitungsnetz der KWL übergeben. Regenwasser wird als Brauchwasser in Zisternen zur Bewässerung der Freianlagen zurückbehalten bzw. in Rigolen versickert.

 

Die Beheizung der Schule erfolgt über den Anschluss an das städtische Fernwärmenetz, die Leitung wird als Nahwärmeleistungen von der nordwestlichen Grundstücksecke in das Schulgrundstück zur Hausanschlussstation in der Sporthalle geführt. Von dort wird das gesamte Objekt versorgt. In den Gebäuden werden Wandheizkörper, in einzelnen Bereichen Röhrenradiatoren installiert. Die Sporthalle erhält Deckenstrahlplatten, die dortigen Sanitär- und Umkleideräume erhalten eine Fußbodenheizung.

 

Die Küche als auch die Duschen in der Sporthalle werden dezentral mit Warmwasser versorgt. Klassenzimmer und Sanitärbereiche werden grundsätzlich nur mit Kaltwasser versorgt. In Ausnahmefällen wie zum Beispiel in den Behinderten-WC-Anlagen oder dem Arztraum werden elektrische Durchlauferhitzer installiert.

 

Sowohl Schule als auch Sporthalle werden mechanisch be- und entlüftet. Die Beeinträchtigung durch die Lage an der Prager Straße und der damit verbundene Verkehrslärm und nicht zuletzt die Mensa und Aula sowie die paralympische Sporthalle als Versammlungsstätten erfordern eine Lüftungsanlage. Die Steuerung erfolgt automatisch durch die Erfassung der CO2-Qualtität in den Räumen. Darüber hinaus sind sämtliche Fenster öffenbar und eine manuelle Raumlüftung kann im Bedarfs erfolgen. Die Sicherheit wird dabei durch das gewählte Fensterformat unterstützt. Die Unterlichter sind festverglast, sodass die Schüler auch im Sitzen einen freien Blick aus dem Fenster haben.

 

Zur barrierefreien Erschließung der Schule als auch der Sporthalle werden insgesamt drei Aufzüge geplant. Davon ein Aufzug im Schulgebäude, geeignet für den Transport mit Krankentragen, und zwei Aufzüge unterschiedlicher Größe in der Sporthalle. In den Aufzugskabinen ist das Fahren mit dem Straßenrollstuhl und der gleichzeitige Transport der Sportrollstühle möglich, damit ist eine effiziente Bewegung von den Umkleide-/ Sanitär-bereichen zur Sporthalle vor und nach dem Wettkampf bzw. auch im Vereinssport möglich.

 

Im Rahmen der Vorplanung wurde entschieden die bisher geplante Ausgabeküche hin zu einer Zubereitungsküche zu qualifizieren. Zur Bereitstellung von 700 Essen, welche eine Speisezubereitung vor Ort wirtschaftlich macht und damit die Speisequalität erhöht, ist allerdings auch die Vergrößerung der Küchenfläche notwendig sowie u.a. erhöhte Anforderungen an den Brandschutz (notwendige Löschanlage über der Kochstrecke) verbunden. Insgesamt kann mit dieser Entscheidung jedoch eine hochwertige Mittagsversorgung bereitgestellt werden und damit sowohl dem Bauherrenamt als auch dem Nutzer entsprochen werden.

 

 

2.2.6 Freianlagen

Der wilde Aufwuchs nach Aufgabe der Kleingartennutzung bestimmt die Fläche, neben dem zu schützenden Biotop gibt es nur wenige geschützte Gehölze, wie den alten Baumbestand entlang der Philipp-Rosenthal-Straße, sodass zur Umsetzung der geplanten Gebäude und Freiflächen das Gros der Bäume gefällt werden muss.

 

Das Baufeld steigt von Norden nach Süden um ca. 2 m auf ca. 128 m über NHN an. Für die ebene Ausgestaltung der barrierefreien Schulhof- und Sportfreianlagen sind daher auftragende Geländemodellierungen von mehr als 1 m notwendig.

 

Neben dem Schulhof mit Außenfreisitz vor der Mensa, Spielflächen gemischt mit neu angelegten Bauminseln sowie den rückwärtig nach Westen hin angeordneten Sportfreiflächen mit zwei Kleinspielfeldern, Sprint-, Weitsprung- und Kugelstoßanlage werden außerdem 470 Fahrradabstellplätze sowie 24 PKW-Stellplätze hergestellt. Für den paralympischen Vereinssport werden 6 der 19 Stellplätze für das Gymnasium barrierefrei und für größere Fahrzeuge wie z.B. Sprinter ausgebildet. Die weiteren 5 PKW-Stellplätze werden in Abstimmung mit dem Sportinternat für dieses bereitgestellt.

 

Das Schulgelände wird eingefriedet, die Zufahrt westlich der Sporthalle ist mit einem Tor gesichert.

 

Das Regenwasserkonzept für den Standort sieht eine größtmögliche Rückhaltung bzw. Verwendung des Regenwassers zur internen Flächen-/Pflanzenbewässerung (Zisterne) vor. Zur temporären Regenrückhaltung bei Starkregenereignissen werden daher auch tiefer liegende Mulden im Schulhofbereich geplant, durch diese oberirdischen Versickerungsmöglichkeiten kann im Kombination mit Rigolen Wasser im Gelände versickert werden, ohne in das Leitungsnetz der KWL einleiten zu müssen.

 

 

2.3 Nutzungsverbesserung durch die beabsichtigte Maßnahme

Siehe hierzu Punkte 1.2 bis 1.5

 

 

2.4 Eigentumsverhältnisse

Gemarkung

Thonberg

Flurstücksnummer

318, 306

Flurstücksgröße in m²

23.974

Eigentum

Stadt Leipzig

 

 

2.5 Energiekonzept

Die Betrachtung zum Energiekonzept ist relevant und wird in den nachfolgenden Punkten erläutert.

 

 

2.5.1 Maßnahmeneinteilung unter energetischen Gesichtspunkten:

Sämtliche Dächer werden mit extensiver Dachbegrünung ausgestattet. Die Terrasse im 1.OG über der Mensa wird von den drei angrenzenden Biologieräumen zugänglich sein und für einen praxisnahen und abwechslungsreichen Unterricht mit Hochbeeten bestückt. Am südlichen Ende der Terrasse wird die aufgehende Fassade mit bodenständigen Grün begrünt werden, so auch an der kompletten Westfassade der Sporthallen über eine Breite von 48 m.

 

2.5.3 Energetischer Standard / Nachweis zum Passivhaus nach Passivhausprojektierungspaket (PHPP):

Der Passivhausstandard wurde untersucht. Für die Mehraufwendungen zur Erreichung als Passivhausstandard gegenüber den Anforderungen des GEG und dem KfW55-Energie-effizienzhaus-Standard wurde eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung erstellt.

Fazit: Das KfW55-Energieeffizienzhaus-Standard stellt sich sowohl für die Sporthallen als auch das Gymnasium wirtschaftlich dar.

 

 

2.5.4 Energieträger:

Folgende Energieträger wurden untersucht:

 

 

Anwendung

gewählt

Bemerkung/Begründung

Fernwärme

geeignet

Primärenergiefaktor = 0,31

 

Am Standort liegt Fernwärme an. Diese wird nach derzeitigem Planstand von der nordwestlichen Grundstücksecke aus der Semmelweisstraße kommend als Nahwärmeleitung in das Schulgrundstück geführt.

 

2.5.5 Weitere erneuerbare Energien:

Photovoltaik

Einschätzung gem. Solardachkataster

sehr gut

Aussage gem. Planung

geeignet

Eigenbetrieb

nein

Angebot an Dritte

ja

 

2.6 Barrierefreies Bauen

Die Anforderungen an barrierefreies Bauen gemäß SächsBO und DIN 18040 werden umgesetzt. Darüber hinaus werden für die Realisierung der paralympischen Sport- und Wettkampfhalle besondere Maßstäbe an notwendige Flächenbedarfe sowie die Ausstattung der Sporthalle gesetzt. Siehe hierzu auch Punkt 2.2.4.

 

2.7 Beteiligung von Kindern und Jugendlichen

In der Planung wurde stellvertretend die derzeitige Schulleitung der Außenstelle der Neuen Nikolaischule, welche derzeit in der OS Barnet-Licht-Platz aufwächst und das Gymnasium beziehen soll, für die Interessen der Schüler mit einbezogen.

 

3. Realisierungs- / Zeithorizont

Baubeginn

01.2022

Fertigstellung

08.2023

Nutzungsbeginn

10.2023

 

4. Finanzielle Auswirkungen

Es wird auf die nichtöffentliche Anlage 1 verwiesen.

 

5. Auswirkungen auf den Stellenplan

Die Maßnahme hat Auswirkungen auf den Stellenplan. Die Konkretisierung hierzu erfolgt im Rahmen der Überarbeitung der Vorlage zur Bestätigung der GU-Leistung.

 

6. Bürgerbeteiligung

 

bereits erfolgt    geplant    nicht nötig

Im Rahmen der Vorplanung erfolgte intensiv die Beteiligung des späteren Nutzers, welche im Rahmen des Vergabeverfahrens an den GU weiterverfolgt wird. Darüber hinaus kann aufgrund der gewählten kompakten Ausführungsart mit dem GU keine weitere Beteiligung der Öffentlichkeit erfolgen.

 

7. Besonderheiten

Es wird auf die nichtöffentliche Anlage 1 verwiesen.

 

8. Folgen bei Nichtbeschluss

Ein Nichtbeschluss verhindert die Ausschreibung der GU-Vergabe und gefährdet damit den gesamten Planungs- und Bauablauf, die Schule kann nicht wie geplant zum Schuljahr 2023/24 in Betrieb genommen werden. Da sich damit die Vergabe und damit auch der Baubeginn verschieben werden, wird die beabsichtigte Inbetriebnahme überaus vakant. Die Weiterplanung mit Einzelvergaben ist aus terminlicher Sicht nur eine schwache Alternative, da Verzüge und Behinderungen durch eventuelle Ausschreibungsaufhebungen, Insolvenzen nicht auszuschließen sind.

 

 

Anlagen:

Anlage 1 – finanzielle Auswirkungen - nichtöffentlich

Anlage 2.1archäologisches Denkmal

Anlage 2.2 – archäologische Schnitte

Anlage 3 – Lageplan

Anlage 4.1 – Grundriss EG

Anlage 4.2 – Grundriss EG

Anlage 5 – Ansicht Süd

Anlage 6 – Fällung und archäologische Suchschurfe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 2 2 Anlage 2.1 - archäologisches Denkmal (2429 KB)    
Anlage 3 3 Anlage 2.2 - archäologische Schnitte (2792 KB)    
Anlage 4 4 Anlage 3 - Lageplan (1802 KB)    
Anlage 5 5 Anlage 4.1 - Grundriss EG (576 KB)    
Anlage 6 6 Anlage 4.2 - Grundriss EG (767 KB)    
Anlage 7 7 Anlage 5 - Ansicht Süd (1446 KB)    
Anlage 8 8 Anlage 6 - Fällung und archäologische Suchschurfe (414 KB)