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Vorlage - VII-A-01973-NF-02  

 
 
Betreff: Bedarfsgerechte Einrichtung psychosozial und psychotherapeutisch betreuter Wohngruppen
Anlass: Sonstiges
Status:öffentlich (Vorlage freigegeben)Vorlage-Art:Neufassung
Einreicher:Fraktion Bündnis 90/Die GrünenBezüglich:
VII-A-01973
Beratungsfolge:
FA Soziales, Gesundheit und Vielfalt Vorberatung
15.02.2021    FA Soziales, Gesundheit und Vielfalt - als Videokonferenz      
Beirat für Psychiatrie Vorberatung
Ratsversammlung Beschlussfassung

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt

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Die Ratsversammlung beschließt:

  1. Für die Versorgung schwer traumatisierter Geflüchteter wird eine bedarfsgerecht psychosozial und psychotherapeutisch betreute Wohngruppe eingerichtet. In diesen ist eine 24-Stunden-Betreuungsbereitschaft abgesichert. Die Bewohner_innen werden interdisziplinär von Fachkräften betreut. Der Betreuungsschlüssel ist adäquat.
  2. Der Oberbürgermeister wird beauftragt, ein Konzept für die Versorgung schwer traumatisierter Geflüchteter und/oder chronisch psychisch erkrankter Geflüchteter mit Angeboten der psychiatrischen und psychosozialen Regelversorgung und ggf. zusätzlichen komplementären Angeboten zu erarbeiten.
  3. Der Ratsversammlung wird das Konzept im 1. Quartal 2022 zur Beschlussfassung vorgelegt.

 

 

Begründung:

Wir begrüßen, dass die Verwaltung mittelfristig ein Konzept vorlegen möchte. Parallel dazu benötigen wir jedoch ein Angebot.

Die psychosoziale und psychiatrisch-psychotherapeutische Versorgung von Geflüchteten ist unzulänglich. Trotzdem das Problem bis auf die Ebene der Bundesregierung bekannt ist, geschieht zu wenig, um die Versorgung abzusichern.

Die therapeutische Versorgung ist lückenhaft. Durch den fehlenden Anspruch an Gesundheitsleistungen werden psychisch erkrankte Geflüchtete nur notfallmäßig versorgt. Zu einer grundständigen psychiatrisch – psychotherapeutischenen Versorgung gehören aber primäre und sekundäre Vorsorge, Therapie und Nachsorge. Mit der Notfallversorgung wird nur ein akuter Bedarf gedeckt, jedoch könnte dieser vermieden werden durch kontinuierliche Angebote.

Die Stadt fördert bereits gemeinsam mit dem Land Angebote für Geflüchtete im Bereich der ambulanten psychiatrischen Versorgung, doch diese sind nicht ausreichend ausgestattet, die Wartezeiten bei Mosaik e.V. betragen inzwischen eineinhalb Jahre. Auch die gemeindenahe Psychiatrie kann aktuell keine engmaschige Versorgung absichern.

Aktuell werden psychisch auffällige Geflüchtete in andere Gemeinschaftsunterkünfte umverteilt, die Bewohnerschaften sind verunsichert, das Umfeld alarmiert. Die Wohnsituation verbunden mit der fraglichen Bleibeperspektive verschärft psychische Auffälligkeiten und trägt zur Eskalation der Gesamtsituation bei. Um die Versorgung besser abzusichern, schlagen wir eine eigene Wohnform für psychisch erkrankte Geflüchtete vor, wo Fachpersonal geeignet mit den Erkrankten umgehen, sie fachgerecht betreuen und auch interdisziplinär behandeln kann und die Gemeinschaftsunterkünfte insgesamt entlastet werden können.

Die Stadt Leipzig hat bereits Erfahrung mit ausgewiesenen Angeboten für Geflüchtete. Beispielhaft sei die GU Eythstraße genannt.

 

 

 

 

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Stammbaum:
VII-A-01973   Bedarfsgerechte Einrichtung psychosozial und psychotherapeutisch betreuter Wohngruppen   Geschäftsstelle der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen   Antrag
VII-A-01973-VSP-01   Bedarfsgerechte Einrichtung psychosozial und psychotherapeutisch betreuter Wohngruppen   50 Sozialamt   Verwaltungsstandpunkt
VII-A-01973-NF-02   Bedarfsgerechte Einrichtung psychosozial und psychotherapeutisch betreuter Wohngruppen   Geschäftsstelle der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen   Neufassung