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Vorlage - VII-DS-02321  

 
 
Betreff: Ausübung eines Allgemeinen Vorkaufsrechts
Anlass: Rechtliche Vorschriften
Status:öffentlich (Vorlage entschieden)Vorlage-Art:Beschlussvorlage
Einreicher:Dezernat Stadtentwicklung und Bau
Beratungsfolge:
DB OBM - Vorabstimmung Bestätigung
Dienstberatung des Oberbürgermeisters Bestätigung
Grundstücksverkehrsausschuss Beschlussfassung
01.02.2021 
Grundstücksverkehrsausschuss ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt
Anlagen:
Anlage 1 - Lageplan
Anlage 2 - Auszug aus Stadtkarte
Anlage 3 - Foto Hof
Anlage 4 - Foto Straßenseite

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Beschlussvorschlag:

 

1.  Der Oberbürgermeister wird beauftragt, das Vorkaufsrecht zum Kaufvertrag vom 09.10.2020, hinsichtlich des mit einem Mehrfamilienhaus und Nebengebäuden im Hof bebauten Flurstücks 222/2 der Gemarkung Sellerhausen zu einem Kaufpreis von 880.000 EUR zuzüglich etwa 44.000 EUR Grunderwerbsnebenkosten durch Bescheid des Liegenschaftsamtes auszuüben.

 

2.  Der Kaufpreis und die Nebenkosten werden aus dem PSP-Element 7.0001864.700 - Vorkaufsrecht OE 23 -  finanziert.

 

3.  Die in den Haushaltsjahren 2021/2022 entsprechend Punkt 4 anfallenden Folgekosten in Höhe von jährlich etwa 23.100 € und laufenden Erträge von jährlich etwa 44.400 EUR werden zunächst innerhalb des Budgets des Liegenschaftsamts bewirtschaftet und zukünftig durch das Liegenschaftsamt entsprechend bei der Haushaltsplanung berücksichtigt.


Räumlicher Bezug:

 

Stadtbezirk Ost, Stadtteil Sellerhausen-Stünz, Soziale Erhaltungssatzung Eisenbahnstraße

 

Zusammenfassung:

 

Anlass der Vorlage:

 

Rechtliche Vorschriften   Stadtratsbeschluss   Verwaltungshandeln

Sonstiges: Ankauf durch Ausübung eines Allgemeinen Vorkaufsrechts im Gebiet einer Satzung zur Erhaltung der Zusammensetzung der Wohnbevölkerung gemäß § 172 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 BauGB (Beschluss Ratsversammlung Nr. VI-DS-08221 vom 17.06.2020).

 

Das zu erwerbende Flurstück in der Wurzner Straße ist mit einem Mehrfamilienhaus bebaut, das im derzeitigen Zustand den Zielen der Sozialen Erhaltungssatzung „Eisenbahnstraße“ unterfällt. Der Erwerb dient dem Erhalt der satzungsgemäßen Nutzung, die ansonsten nicht gesichert ist, da vom Erstkäufer eine Entmietung und Wohnungseigentumsumwandlung beabsichtigt ist.

 

Da die Möglichkeit der Ausübung des Vorkaufsrechts zugunsten Dritter nach § 27 a BauGB im Ergebnis des durchgeführten Interessenbekundungsverfahrens zur Suche möglicher Dritter (vgl. Aufforderung im Amtsblatt Nr. 20 vom 31.10.2020) aktuell noch vorbereitet wird, ist für das Objekt in der Wurzner Straße die Ausübung des Vorkaufsrechts durch die Stadt beabsichtigt. Der Verwendungszweck ist die Erhaltung des Objektes hinsichtlich der vorhandenen Wohnungsgrößen und des Ausstattungsstandards unter Fortsetzung der bestehenden Vermietung zu durchschnittlichen Mieten.

 

Um der Veräußerungspflicht nach § 89 BauGB zu genügen, ist die Durchführung eines noch zu detaillierenden Konzeptverfahrens (entspr. Vorlage VI-DS-04657/-ÄA-01) zur Weitergabe des Objektes im Erbbaurecht vorgesehen. Dies erfolgt unter Einbeziehung der Mieterschaft im Objekt sowie ggf. der Beratungsleistungen des Netzwerkes Leipziger Freiheit.

 


 

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Finanzielle Auswirkungen

nein

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

nein

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

nein

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

nein

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

2021

2022

- 44.400,00 € p.a.

1.100.11.1.3.05

 

Aufwendungen

2021

2022

23.100,00 € p.a.

1.100.11.1.3.05

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

2021

 

924.000,00

7.0001864.700

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

nein

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Steuerrechtliche Prüfung

nein

wenn, ja

Unternehmerische Tätigkeit i.S.d. §§ 2 Abs. 1 und 2B UStG

nein

ja, Erläuterung siehe Punkt 4 des Sachverhalts

Umsatzsteuerpflicht der Leistung

nein

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Bei Verträgen: Umsatzsteuerklausel aufgenommen

ja

Nein, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

Ja

Nein

Beantragte Stellenerweiterung:

   Vorgesehener Stellenabbau:

 

 


Hintergrund zum Beschlussvorschlag:

Welche strategischen Ziele werden mit der Maßnahme unterstützt?

 

 

2030 - Leipzig wächst nachhaltig!

Ziele und Handlungsschwerpunkte

 

Leipzig setzt auf Lebensqualität:

Balance zwischen Verdichtung und Freiraum

Qualität im öffentlichen Raum und in der Baukultur

Nachhaltige Mobilität

Vorsorgende Klima- und Energiestrategie

Erhalt und Verbesserung der Umweltqualität

Quartiersnahe Kultur-, Sport- und Freiraum­angebote

 

 

Akteure:

rgerstadt

Region

Stadtrat

Kommunalwirtschaft

Verwaltung

Leipzig besteht im Wettbewerb:

Positive Rahmen­bedingungen für qualifizierte Arbeitsplätze

Attraktives Umfeld für Innovation, Gründer und Fachkräfte

Vielfältige und stabile Wirtschaftsstruktur

Vorsorgendes Flächen- und Liegenschaftsmanagement

Leistungsfähige technische Infrastruktur

Vernetzung von Bildung, Forschung und Wirtschaft

 

Leipzig schafft soziale Stabilität:

Chancengerechtigkeit in der inklusiven Stadt

Gemeinschaftliche Quartiersentwicklung

Bezahlbares Wohnen

Zukunftsorientierte Kita- und Schulangebote

Lebenslanges Lernen

Sichere Stadt

 

 

 

Leipzig stärkt seine Internationalität:

Weltoffene Stadt

Vielfältige, lebendige Kultur- und Sportlandschaft

Interdisziplinäre Wissenschaft und exzellente Forschung

Attraktiver Tagungs- und Tourismusstandort

Imageprägende Großveranstaltungen

Globales Denken, lokal verantwortliches Handeln

 

Sonstige Ziele: >beim Ausfüllen bitte überschreiben: max. 60 Zeichen ohne Leerzeichen

 

trifft nicht zu

 

 


Klimawirkung durch den Beschluss der Vorlage

Stufe 1: Grobe Einordnung zur Klimawirkung (Klimaschutzes und zur -wandelanpassung)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eingesetzte Energieträger (Strom, Wärme, Brennstoff)

keine / Aussage nicht möglich

erneuerbar

fossil

 

Reduziert bestehenden Energie-/Ressourcenverbrauch

Aussage nicht möglich

ja

nein

 

Speichert CO2-Emissionen (u.a. Baumpflanzungen)

 

Aussage nicht möglich

ja

nein

 

Mindert die Auswirkungen des Klima­wandels (u. a. Entsiegelung, Regen­wassermanagement)

Aussage nicht möglich

ja

nein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abschätzbare Klimawirkung mit erheblicher Relevanz

ja, da Beschlussgremium RV, GVA, oder VA und mind. 5 Jahre Betriebs- und Nutzungsdauer

nein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorlage hat keine abschätzbare Klimawirkung

ja (Prüfschema endet hier.)

 

 

 

 

 

 

 

 

Stufe 2: Die Vorlage berücksichtigt die zentralen energie- und klimapolitischen Beschlüsse (s. leipzig.de)

 

                        

ja

nein (Begründung s. Abwägungsprozess)

nicht berührt (Prüfschema endet hier.)

 

 

 

 

 

 

 

 

Stufe 3: Detaillierte Darstellung zur abschätzbaren Klimawirkung nur bei erheblicher Relevanz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Berechnete THG-Emissionen (in t bzw. t./a): ____________________

 

liegt vor: s. Anlage/Kapitel der Vorlage: ________________________

 

 

wird vorgelegt mit: ________________ (z. B. Planungsbeschluss, Baubeschluss, Billigungs- und Auslegungsbeschluss)

 

 

 

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Beschreibung des Abwägungsprozesses:

 

Im Rahmen der Prüfung des nach BauGB angezeigten Verkaufsfalls auf das Bestehen und eventuelle Ausübung eines Vorkaufsrechts fand eine Anhörung der Vertragsbeteiligten statt. In deren Ergebnis weicht die vom Erstkäufer beabsichtigte Verwendung von den Zielen der Sozialen Erhaltungssatzung „Eisenbahnstraße“ab. Zur Abwendung des Vorkaufsrechts durch Verpflichtung zu einer zielgerechten Verwendung besteht keine Bereitschaft. Die Ziele können mit der Ausübung des Vorkaufsrechts gesichert werden. Dem finanziellen Aufwand durch den Erwerb steht der Zuwachs an Grundvermögen gegenüber. Die Klimawirkung des Erwerbs eines mit fossilen Energieträgern versorgten Gebäudes muss zur Sicherung der wohnungspolitischen Ziele ist nicht zu vermeiden.


I. Eilbedürftigkeitsbegründung

 

Mit der Vorlage ist der Auftrag verbunden, ein Allgemeines Vorkaufsrecht nach § 24 BauGB auszuüben. Die Frist zur Ausübung läuft am 15. Februar 2021 ab. Eine Entscheidung des zuständigen Gremiums ist zwingend so früh vor Ausübung erforderlich, dass ein Bescheid ausgefertigt und fristgerecht zugestellt werden kann.

 

 

II. Begründung Nichtöffentlichkeit

 

Die berechtigten Interessen der Beteiligten am Schutz ihrer persönlichen bzw. wirtschaftlichen Verhältnisse überwiegen wegen der möglichen Auswirkungen einer öffentlichen Erörterung auf ihr Fortkommen oder ihre Wertschätzung das allgemeine Interesse an öffentlicher Erörterung. Solche sind für die Entscheidung über die Ausübung des Vorkaufsrechts auch nicht erforderlich, weshalb diese Daten nur in dieser nichtöffentlichen Anlage dargestellt sind.

 

 

III.  Strategische Ziele

 

Die Ausübung des Vorkaufsrechts dient der Umsetzung des wohnungspolitischen Ziels bezahlbaren Wohnens im Gebiet der Sozialen Erhaltungssatzung „Eisenbahnstraße“ im Stadtteil Sellerhausen-Stünz.

 

 

IV. Sachverhalt

 

1. Anlass

 

Der Kaufgegenstand ist mit einem Mehrfamilienhaus mit 9 Wohneinheiten und einer Gewerbeeinheit im Erdgeschoss bebaut, das Ende der 1990er Jahre saniert wurde. Im Hof befinden sich unsanierte, vormals gewerblich genutzte Nebengebäude, die als Werkstatt und Lagerräume genutzt werden. Die etwa 550 m² Wohnfläche sind vollvermietet, aus der Jahresmiete ergibt sich eine gebietstypische durchschnittliche Nettomiete bei ebenso gebietstypischem Ausstattungsstandard und Wohnungsgrößenstruktur. Der Eigentümer hat das Grundstück samt Gebäuden am 09.10.2020 verkauft.

 

Die Prüfung der Anzeige des Kaufvertrags an die Stadt Leipzig ergab, dass ein Vorkaufsrecht an dem Grundstück aufgrund der Lage im Satzungsgebiet besteht. Die Frist zur Ausübung begann im Rahmen weiterer Sachaufklärung am 15.12.2020. Beim sogenannten Erstkäufer handelt es sich um einen Bauträger und Vermittler, der nach seiner Erklärung im Verfahren aufgrund vermeintlichen Sanierungsbedarfs zumindest mittelfristig die (einvernehmliche) Entmietung und Sanierung des Hauses auf möglichst hohem Standard betreiben wird. Die Teilung in Eigentumswohnungen und deren Vermarktung ist Geschäftsmodell. Der Erstkäufer ist nicht bereit, darauf zu verzichten und macht das Geschäftsmodell als Existenzgrundlage geltend.

 

Aufgrund der verfügbaren Grundstücksdaten (Jahresmiete, ungefähre Nutzfläche, Vermietungs- und Ausbaustand) und Angaben zu den Verwendungsabsichten besteht aus Sicht der Verwaltung eine besondere Relevanz des Verkaufsfalls für die Ziele der Erhaltungssatzung. Um die den Zielen der sozialen Erhaltungssatzung zuwiderlaufende Verwendung zu verhindern, ist daher die Ausübung des Vorkaufsrechts vorgesehen. Der Zweck ist die Erhaltung des bisherigen Bestands ohne Entmietung unter Fortsetzung der Vermietung zu durchschnittlichen Mieten, nach Durchführung eines Konzeptverfahrens durch eine/n oder mehrere dann Erbbauberechtigte/n.


Das mit dem Satzungsziel der Erhaltung der Zusammensetzung der Wohnbevölkerung aus besonderen städtebaulichen Gründen formulierte Allgemeinwohlinteresse rechtfertigt in diesem Fall eine Ausübung des Vorkaufsrechts. Die mit der Satzung formulierten Allgemeinwohlziele überwiegen die durch eine Vorkaufsrechtsausübung beeinträchtigten privaten Interessen des Verkäufers, seinen Käufer im Rahmen des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts selbst auszusuchen und den Verkauf ungehindert durchzuführen, sowie diejenigen des Erstkäufers, einen entsprechenden Kaufvertrag abzuschließen und Vermögen zur weiteren geschäftsmäßigen Verwendung zu erwerben. Ein Eingriff in die Berufsfreiheit oder das Recht des eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetriebs ist damit nicht verbunden, da es dem Erstkäufer unbenommen bleibt, mit anderen Objekten seinem Geschäftsmodell nachzugehen und das Objekt aufgrund des Vertragsschlusses noch nicht Teil des Gewerbebetriebs geworden ist.

Der Eingriff in die Handlungsfreiheit der Ausgestaltung des eigenen Geschäftsmodells und dessen Ausübung am konkreten Objekt wird durch die überwiegenden Gemeinwohlinteressen gerechtfertigt.

 

Im Rahmen einer Anhörung angebotene Verpflichtungen würden gegenüber der Vorkaufsrechtsausübung ein milderes Mittel darstellen. Zur Inanspruchnahme ist der Erstkäufer jedoch nicht verpflichtet und auch nicht bereit.

 

Aus Sicht der Verwaltung ist im Rahmen des pflichtgemäßen Ermessens eine Entscheidung für die Ausübung des Vorkaufsrechts angebracht, um die zu befürchtenden Auswirkungen im Satzungsgebiet zu vermeiden. Im Rahmen der – auch mittelfristigen – Sanierung im Zusammenhang mit einer Aufteilung ist mit erheblichen Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Wohnbevölkerung zu rechnen, die dem Satzungsziel zuwiderlaufen. Insbesondere die (auch teilweise) Entmietung führt zu einer Veränderung, die infolge von Maßnahmen und Vermarktung endgültig sind. Ausgezogene Mieter werden angesichts der zu erwartenden notwendigen Mietsteigerung nicht in der Lage sein, die Wohnungen erneut zu mieten. Angesichts der aktuellen Miethöhe werden Bestandsmieter kaum in der Lage sein, ihre Wohnungen zu erwerben. Die Teilung und Vermarktung ist in der Regel mit Steigerungen der Ausstattung verbunden, die sich satzungswidrig auswirken.

 

 

2. Beschreibung der Maßnahme

 

Grundstücksangaben

 

lfd. Nr.      Gemarkung      Flurstück   insges. m²  benöt. m²   

  Sellerhausen  222/2  482  482

 

Vermögensrechtliche Ansprüche bestehen nicht.

 

Gegenwärtige Bebauung und Nutzung

 

Vorderhaus:

-          Mehrfamilienhaus mit 8 Wohneinheiten, ca. 550 m² Wohnfläche, Gewerbe (Bestattungen) im Erdgeschoss

-          1998/1999 kernsaniert, Gaszentralheizung, gebietstypischer Ausstattungsstandard und Durchschnittsmiete

 

Hofgebäude:

-          1-3 geschossige ehem. Wagenremise, Backstube, Werkstatt mit Verbindungsbauten

-          aufgrund gewerblicher Nutzung (mechanische Werkstatt, Wäscherei) Eintrag im Sächs. Altlastenkataster (SALKA) wegen nicht gänzlich ausschließbaren Umgangs mit Schadstoffen, Verdacht jedoch wenig wahrscheinlich, bei Belassen bisheriger Nutzung keine Folgekosten zu erwarten


Nutzungsmöglichkeiten nach FLNP

 

Wohnbaufläche (allgemeines Wohngebiet, Wohnbebauung auch im Hof möglich, Untersuchung des Hinweises in SALKA notwendig)

 

Kaufpreis

 

Der zwischen Verkäufer und Erstkäufer vereinbarte Kaufpreis beträgt 880.000 €. Er ist den aktuellen Gegebenheiten am Markt und den Ertragsmöglichkeiten des Objekts angemessen.

 

Verkäufer/Käufer und weitere Vertragsdaten

 

Siehe nichtöffentliche Anlage.

 

Ergebnis der Prüfung soziale Infrastruktur

 

Entfällt.

 

 

3. Realisierungs- / Zeithorizont

 

Unmittelbar nach Beschlussfassung wird das Vorkaufsrecht mittels Bescheids des Liegenschaftsamtes an den Verkäufer ausgeübt und dem Erstkäufer bekanntgegeben. Die Frist hierfür endet am 15.02.2021. Die Voraussetzungen der Kaufpreisfälligkeit liegen danach unmittelbar vor, sodass entsprechende Mitteilung des Notars zu erwarten und laut Vertrag binnen 8 Tagen nach Zugang der Mitteilung die Zahlung zu leisten ist.

 

Verkäufer und Erstkäufer können der Ausübung binnen eines Monats widersprechen. Gegen einen nicht abhelfenden Widerspruchsbescheid ist die Klage möglich. Der Erstkäufer kann den Vorkauf durch geeignete Verpflichtungserklärungen auch nach Widerspruch noch abwenden. Ohne Widerspruch wäre mit einem Vollzug (Kaufpreiszahlung, Besitzübergang, Eigentumsumschreibung) im 1. Halbjahr 2021 zu rechnen. Im Nachgang wird ein Konzeptverfahren vorbereitet, um der Veräußerungspflicht nach § 89 BauGB zu genügen, wobei der Erstkäufer bei Bereitschaft zur zweckentsprechenden Verwendung zu berücksichtigen ist.

 

 

4. Finanzielle Auswirkungen

 

Die Grunderwerbskosten für den Ankauf werden auf dem PSP-Element 7.0001864.700 in Höhe von 924.000 EUR (inkl. 44.000 EUR Grunderwerbsnebenkosten) bereitgestellt. Die Mittelfreigabe ist kurzfristig nach Ausübung des Vorkaufsrechts erforderlich.

 

Als Folgekosten entstehen - geschätzt aufgrund von Erfahrungswerten - jährlich laufende Betriebskosten von voraussichtlich etwa 16.500 € und Instandhaltungskosten von etwa 6.600 €. Dem stehen jährliche Nettomieteinnahmen von etwa 27.900 € und Betriebskostenvorauszahlungen von voraussichtlich etwa 16.500 € gegenüber. Die Aufwendungen und Erträge werden im Budget des Liegenschaftsamts finanziert.

 


5. Auswirkungen auf den Stellenplan

 

keine

 

 

6. Bürgerbeteiligung

 

bereits erfolgt    geplant    nicht nötig

 

 

7. Besonderheiten

 

Der Kaufvertrag schließt jede Haftung für Sachmängel aus. Dies umfasst das Bestehen oder Nichtbestehen von Denkmalschutz (auch Umgebungsschutz) wie auch die Freiheit von eventuellen Bodenveränderungen oder Altlasten, Abweichungen der Fläche, Einschränkungen der Verwertbarkeit oder Belastungen außerhalb des Grundbuchs und beschränkte Rechte Dritter.

 

Für das Grundstück besteht nach verfügbaren Auskünften kein Denkmalschutz. Das Grundstück ist wegen der früheren gewerblichen Nutzung von Hofgebäuden jedoch im Altlastenkataster registriert. Schädliche Veränderungen werden jedoch als wenig wahrscheinlich eingeschätzt, sodass Folgekosten nicht zu erwarten sind. Wird die bisherige Nutzung (Vorderhaus Wohngebäude; Hofgebäude Werkstatt und Lager) nicht verändert, sind keine Folgekosten zu erwarten.

 

Erschließungs- und Anliegerbeiträge für Anlagen, die endgültig oder im Wesentlichen hergestellt oder deren Beitragspflicht bis zur Beurkundung entstanden ist, trägt der Verkäufer, alle Übrigen der Erwerber. Der Verkäufer hat angegeben, dass bisherige Beiträge gezahlt sind.

 

Mietverträge bzw. der Pachtvertrag für das Gewerbe gehen mit Besitzübergang auf den Erwerber über.

 

Bei Verzug ist der Kaufpreis mit 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz zu verzinsen. Voraussetzung ist eine Fälligkeitsmitteilung des Notars, nach deren Zugang binnen 8 Tagen der Kaufpreis zu zahlen ist. Der Besitzübergang erfolgt unmittelbar nach Kaufpreiszahlung.

 

Der Käufer ist wegen des Kaufpreises der sofortigen Zwangsvollstreckung in sein gesamtes Vermögen unterworfen.

 

Gleichzeitig verkauftes Hinterliegergrundstück

 

Mit gleichem Kaufvertrag hat der Verkäufer einem Dritten (vgl. nichtöffentliche Anlage) das unbebaute, nördlich angrenzende Flurstück 222/1 von Sellerhausen verkauft. Der Kaufpreis beträgt 65.000 €. Das weitere Flurstück ist rechtlich selbständig, jedoch ohne eigene Erschließung. Ob die Voraussetzungen einer Erstreckung des Vorkaufs auf dieses Grundstück erfüllt sind, wenn der Verkäufer oder der Erstkäufer dies verlangen, kann mangels Aussagen zu erwarteten Nachteilen noch nicht beurteilt werden.


8. Folgen bei Nichtbeschluss

 

Das Vorkaufsrecht kann nicht ausgeübt werden. Die Ziele der sozialen Erhaltungssatzung sind hinsichtlich des Grundstücks nicht gesichert, sodass dort Veränderungen der Zusammensetzung der Wohnbevölkerung zu erwarten sind, die auch mit einem Verfahren über einen Bauantrag nicht zu abzuwenden sind.

 

 

Anlagen:

Anlage 1 - Lageplan

Anlage 2 - Auszug aus Stadtkarte

 

nichtöffentliche Anlage

Angaben zu Verkäufer und Käufer sowie Vertragsdaten

 

 

 

 

 

 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Anlage 1 - Lageplan (277 KB)    
Anlage 2 2 Anlage 2 - Auszug aus Stadtkarte (218 KB)    
Anlage 4 3 Anlage 3 - Foto Hof (371 KB)    
Anlage 5 4 Anlage 4 - Foto Straßenseite (230 KB)