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Vorlage - VII-DS-02310  

 
 
Betreff: Bau- und Finanzierungsbeschluss Südfriedhof, Friedhofsweg 3 - Büro- und Sozialgebäude Gärtnerunterkunft
Anlass: Stadtratsbeschluss
Status:öffentlich (Vorlage freigegeben)Vorlage-Art:Beschlussvorlage
Einreicher:1. Dezernat Stadtentwicklung und Bau
2. Dezernat Umwelt, Klima, Ordnung und Sport
Beratungsfolge:
Dienstberatung des Oberbürgermeisters Bestätigung
DB OBM - Vorabstimmung
FA Finanzen 1. Lesung
22.03.2021    FA Finanzen      
FA Stadtentwicklung und Bau Vorberatung
23.03.2021    FA Stadtentwicklung und Bau - Videokonferenz      
FA Umwelt, Klima und Ordnung 1. Lesung
30.03.2021    FA Umwelt, Klima und Ordnung      
SBB Südost Anhörung
30.03.2021 
SBB Südost ungeändert beschlossen     
FA Finanzen 2. Lesung
12.04.2021    FA Finanzen      
Verwaltungsausschuss Beschlussfassung
14.04.2021 
Verwaltungsausschuss      

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt
Anlagen:
Anlage 1_Nutzungskosten
Anlage 2_Grundriss EG
Anlage 3_Ansicht Nord-West
Anlage 3_Ansicht Süd-Ost

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:

 

  1. Die Baumaßnahme wird realisiert (Baubeschluss gem. Hauptsatzung § 13 (7) Nr. 1 in der zur Zeit gültigen Fassung)

 

  1. Die Gesamtkosten der Maßnahme betragen 1.500.000 €. Der städtische Anteil beträgt 1.500.000 €.

 

  1. Die Auszahlungen für die Maßnahme sind im PSP-Element „Gärtnerunterkunft“ (7.0002237.700, SK 78511000) i. H. v. 1.500.000 € wie folgt eingeplant:

Haushaltsjahr 2021: 600.000

Haushaltsjahr 2022: 900.000

 

  1. Für das Haushaltsjahr 2021 ist eine Verpflichtungsermächtigung mit Kassenwirksamkeit 2022 i.H.v. 900.000 € vorgesehen.

 

  1. Die ab dem Haushaltsjahr 2022 anteilig anfallenden Nutzungskosten i. H. v. 23.976 € sowie ab dem Haushaltsjahr 2023 anfallenden Nutzungskosten i.H.v. 47.951 € werden innerhalb des Budgets des Fachamtes im Ergebnishaushalt berücksichtigt.

 

Räumlicher Bezug:

04299 Leipzig, Stadtbezirk Südost, Ortsteil Probstheida (Ligis-ID: 012682 g 004)

 

Zusammenfassung:

 

Anlass der Vorlage:

 

Rechtliche Vorschriften   Stadtratsbeschluss   Verwaltungshandeln

Sonstiges:

 

Das eingeschossige Gebäudeensemble der Gärtnerunterkunft befindet sich als Teil eines Betriebshofes im südöstlichen Bereich des Südfriedhofes. Das Gebäude beherbergt sämtliche Sozialräume, samt Speisesaal, sowie Büroräume für eine Belegschaft von etwa 50 Personen. Der ältere Gebäudeteil wurde 1910 errichtet, 1953 wurde ein winkelförmiger Verbindungsbau mit einem sich anschließenden Speisesaalbau ergänzt. Der ältere Gebäudeteil steht unter Denkmalschutz.

Die Maßnahme betrifft sowohl den älteren Gebäudeteil, das sog. „Forsthaus“, welches unter Denkmalschutz steht, als auch die beiden übrigen Baukörper. Die geplanten umfassenden Modernisierungsmaßnahmen dienen dazu, die Nutzung als Büro- und Sozialbau mit Speiseraum, Umkleide-, WC- und Waschräumen zu sichern und bauphysikalische Mängel zu beseitigen.

Im Ergebnis soll die Teilmodernisierung der Gebäudehülle durch den Austausch der Fenster sowie Austausch und der Ertüchtigung der Türen erfahren. Im Gebäudeinneren sollen die Umkleideräume modernisiert und der Belegschaftsgröße angepasst und neu möbliert werden. Die Sanitäranlagen werden umgebaut und den heutigen Anforderungen an Ausstattung und Hygiene angepasst. Als neue Funktion werden Trockenräume für Arbeitskleidung ergänzt und das Gebäude mit einer Lüftungsanlage ausgestattet, die sowohl hygienische als auch bauphysikalische Problemlagen beseitigt. Im Gebäude werden die Fußböden erneuert, Sozialräume und Speiseraum erhalten neue Abhangdecken und Beleuchtung.

Die Elektrik und die Beleuchtungsanlagen sind verschlissen und werden erneuert, das Gebäude erhält eine Brandmeldeanlage als Kompensation für eine fehlende Brandwand.

Der erste Bauabschnitt wurde 2018 mit der kompletten Neueindeckung der Dachhaut, Ertüchtigung des Dachstuhls und Erneuerung der Dachentwässerung durchgeführt. Nun sollen mit dem zweiten Bauabschnitt die Modernisierungsmaßnahmen am Gebäude vervollständigt werden. Mit der Umsetzung der Baumaßnahme wird die Nutzungsdauer des Gebäudes wesentlich verlängert.

 

 

 


 

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Finanzielle Auswirkungen

nein

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

nein

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

nein

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

nein

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

 

 

 

 

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

2021

2022

 

600.000

900.000

PSP: 7.0002237.700

SK:   7851 1000

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

nein

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

2022

2023

23.976

47.951

1.100.55.3.0.01

2022

2023

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Steuerrechtliche Prüfung

nein

wenn, ja

Unternehmerische Tätigkeit i.S.d. §§ 2 Abs. 1 und 2B UStG

nein

ja, Erläuterung siehe Punkt 4 des Sachverhalts

Umsatzsteuerpflicht der Leistung

nein

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Bei Verträgen: Umsatzsteuerklausel aufgenommen

ja

Nein, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

Ja

Nein

Beantragte Stellenerweiterung:

   Vorgesehener Stellenabbau:

 

 

 


Hintergrund zum Beschlussvorschlag:

Welche strategischen Ziele werden mit der Maßnahme unterstützt?

 

 

2030 - Leipzig wächst nachhaltig!

Ziele und Handlungsschwerpunkte

 

Leipzig setzt auf Lebensqualität:

Balance zwischen Verdichtung und Freiraum

Qualität im öffentlichen Raum und in der Baukultur

Nachhaltige Mobilität

Vorsorgende Klima- und Energiestrategie

Erhalt und Verbesserung der Umweltqualität

Quartiersnahe Kultur-, Sport- und Freiraum­angebote

 

 

Akteure:

rgerstadt

Region

Stadtrat

Kommunalwirtschaft

Verwaltung

Leipzig besteht im Wettbewerb:

Positive Rahmen­bedingungen für qualifizierte Arbeitsplätze

Attraktives Umfeld für Innovation, Gründer und Fachkräfte

Vielfältige und stabile Wirtschaftsstruktur

Vorsorgendes Flächen- und Liegenschaftsmanagement

Leistungsfähige technische Infrastruktur

Vernetzung von Bildung, Forschung und Wirtschaft

 

Leipzig schafft soziale Stabilität:

Chancengerechtigkeit in der inklusiven Stadt

Gemeinschaftliche Quartiersentwicklung

Bezahlbares Wohnen

Zukunftsorientierte Kita- und Schulangebote

Lebenslanges Lernen

Sichere Stadt

 

 

 

Leipzig stärkt seine Internationalität:

Weltoffene Stadt

Vielfältige, lebendige Kultur- und Sportlandschaft

Interdisziplinäre Wissenschaft und exzellente Forschung

Attraktiver Tagungs- und Tourismusstandort

Imageprägende Großveranstaltungen

Globales Denken, lokal verantwortliches Handeln

 

Sonstige Ziele:

 

trifft nicht zu

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Klimawirkung durch den Beschluss der Vorlage

Stufe 1: Grobe Einordnung zur Klimawirkung (Klimaschutzes und zur -wandelanpassung)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eingesetzte Energieträger (Strom, Wärme, Brennstoff)

keine / Aussage nicht möglich

erneuerbar

fossil

 

Reduziert bestehenden Energie-/Ressourcenverbrauch

Aussage nicht möglich

ja

nein

 

Speichert CO2-Emissionen (u.a. Baumpflanzungen)

 

Aussage nicht möglich

ja

nein

 

Mindert die Auswirkungen des Klima­wandels (u. a. Entsiegelung, Regen­wassermanagement)

Aussage nicht möglich

ja

nein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abschätzbare Klimawirkung mit erheblicher Relevanz

ja, da Beschlussgremium RV, GVA, oder VA und mind. 5 Jahre Betriebs- und Nutzungsdauer

nein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorlage hat keine abschätzbare Klimawirkung

ja (Prüfschema endet hier.)

 

 

 

 

 

 

 

 

Stufe 2: Die Vorlage berücksichtigt die zentralen energie- und klimapolitischen Beschlüsse (s. leipzig.de)

 

                        

ja

nein (Begründung s. Abwägungsprozess)

nicht berührt (Prüfschema endet hier.)

 

 

 

 

 

 

 

 

Stufe 3: Detaillierte Darstellung zur abschätzbaren Klimawirkung nur bei erheblicher Relevanz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Berechnete THG-Emissionen (in t bzw. t./a): ____________________

 

liegt vor: s. Anlage/Kapitel der Vorlage: ________________________

 

 

wird vorgelegt mit: ________________ (z. B. Planungsbeschluss, Baubeschluss, Billigungs- und Auslegungsbeschluss)

 

 

 

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Beschreibung des Abwägungsprozesses:

Im Rahmen der Erarbeitung der Vorlage fanden verwaltungsintere Abstimmungen mit dem Bauherrenamt statt.

 

Begründung zur Einordnung der Klimawirkung dieser Vorlage:

 

Die abschätzbaren Klimawirkungen durch die Modernisierung des Verwaltungsgebäudes haben keine erhebliche Relevanz bzw. nur geringe Relevanz. Es wird eine Modernisierung des Bestandsgebäudes im Gebäudeinneren durchgeführt, sowie die Fenster und Außentüren erneuert. Im Rahmen der Maßnahme werden einzelne Außenbauteile verändert und Technischen Anlagen teilerneuert, damit wird eine geringe Verbesserung im Sinne des Klimaschutzes erzielt. Weitere Erläuterungen von Energetische Maßnahmen zu Technischen Anlagen sind unter Punkt 2.5 dieser Vorlage beschrieben.

 

I. Eilbedürftigkeitsbegründung

Die Notwendigkeit einer eilbedürftigen Behandlung der Vorlage ist nicht gegeben.

 

II. Begründung Nichtöffentlichkeit

Die Notwendigkeit einer nichtöffentlichen Behandlung der Vorlage ist nichtgegeben.

 

III.  Strategische Ziele

Durch die Maßnahme verbessern sich die Arbeitsplatzbedingungen der derzeit 49 Angestellten der Friedhofsverwaltung erheblich. Gleichzeitig wird die Liegenschaft baulich gesichert und auf den Stand der Technik gebracht. Durch die denkmalgerechte Modernisierung wird das Baudenkmal (sog. Forsthaus) in seiner den Betriebshof und damit den Friedhof prägenden Substanz erhalten und nachhaltig gesichert.

 

IV. Sachverhalt

1. Anlass

 

1.1    Grundlagen / Beschlüsse

VI-DS-05146 - Baubeschluss Südfriedhof Leipzig, Gärtnerunterkunft, Friedhofsweg 3, 04299 Leipzig, Teilmodernisierung Gebäudehülle i.V.m. der Bestätigung von überplanmäßigen Aufwendungen gemäß § 79 (1) SächsGemO in 2017 und 2018

 

1.2    Ziel und Entwicklungskonzeption

Der Leipziger Südfriedhof ist mit 78 ha die größte Friedhofsanlage in Leipzig. Die Anlage wurde durch den Stadtbaurat Hugo Licht (1841-1923) und dem Gartendirektor Otto Wittenberg (1834-1918) entworfen. Auf dem Friedhofsgelände befanden sich mehrere Betriebshöfe und Arbeiterunterkünfte. Die einzig verbliebene Anlage dieser Art ist die Gärtnerunterkunft am ehemaligen Forsthaus. Der Gebäudekomplex besteht aus einem Büro- und Sozialtrakt, Handwerkerraum KfZ-Werkstatt, Lager- und Garagengebäude. Die Anlage steht unter Denkmalschutz gemäß SächsDSchG.

Die Funktion des Gebäudes mit Büro- und Sozialräumen in unmittelbarer Nähe zu den übrigen Betriebsgebäuden ist auch in Zukunft an dieser Stelle vorgesehen und notwendig.

 

1.3    Beschreibung des IST-Zustandes

Nachdem 2018 Dach und Dachentwässerung sowie Blitzschutz erneuert werden konnte, ist der übrige bauliche Zustand des Gebäudekomplexes nach wie vor durch einen deutlichen Investitionsstau gekennzeichnet. Das Gebäude dient etwa 50 Personen als Arbeitsstätte.

Dringend notwendige Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten mussten sich in der Vergangenheit auf Notreparaturen beschränken. In Kleinmaßnahmen wurden einzelne Fenster ausgetauscht oder eine Tür ersetzt. 2014 wurde die Heizungsanlage aufgrund von Totalausfall im Bereich der Wärmeerzeugungsanlage ersetzt. Darüber hinaus wurden keine nennenswerten Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Das Kulturdenkmal (Teilgebäude Forsthaus) befindet sich nach der Dacherneuerung in einem gesicherten baulichen Zustand. Den heutigen Anforderungen an eine Arbeitsstätte werden die Räumlichkeiten jedoch nicht mehr gerecht. Die Baumaßnahme ist erforderlich, um die Nutzung als Büro- und Arbeiterunterkunft zu sichern.

 

Art und Umfang der notwendigen Arbeiten resultieren aus den baulichen Erfordernissen und den Auflagen der benötigten denkmalschutzrechtlichen Genehmigung.

Die Maßnahme wurde aufgrund der Mittelbereitstellung in zwei Bauabschnitten unterteilt. Der ursprüngliche Plan (Vorlage VI-DS-05146 vom 20.3.2018) umfasste zunächst die komplette Modernisierung des Forsthauses (Gebäudeteil des Gesamtensembles). Im weiteren Planungsprozess erfolgte aufgrund der akuten baulichen Bedürfnisse eine Projektänderung hin zu einer vollständigen Erneuerung der Dachhaut mit Regenentwässerung aller Gebäudeteile. Das Gebäudeensemble konnte damit im Zustand stabilisiert werden.

 

Mit dem 2. BA sollen nun die verbliebenen baulichen Mängel an Fassade und Funktion beseitigt werden:

 

Türen und Fenster sind verschlissen und entsprechen in keiner Weise der Energieeinsparverordnung. In den Sozialräumen befinden sich zum überwiegenden Teil nur einfachverglaste Fenster. Die Nutzbarkeit ist nur mit unangemessen hohem Energieeinsatz möglich. In den Duschräumen kommt es zu bauzustandsbedingter Schimmelbildung, die zu Feuchteschäden in der Deckenkonstruktion geführt hat. Die elektrischen Anlagen sind nicht mehr zeitgemäß.

1.4    Ableitung des Bedarfs

Die Vorgaben der Arbeitsstättenverordnung können aktuell nicht in allen Bereichen eingehalten werden. Insbesondere die Arbeits- und Sanitärräume müssen den Vorgaben nach § 3 ArbStättV entsprechen. Das Gebäude soll im Hinblick auf den Erhalt der Bausubstanz als Kulturdenkmal (§10 SächsDSchG) modernisiert werden. Hinsichtlich des Brandschutzes ist die Brandabschnittsbildung nicht ausreichend. Als Kompensation für eine fehlende Brandwand, die aufgrund der Dachgeometrie nur schwer herstellbar ist, muss eine Brandmeldeanlage eingebaut werden.

 

1.5    Notwendigkeit / Dringlichkeit der Baumaßnahme

Eine weitere Unterlassung dringend notwendiger Modernisierungsarbeiten führt zu einem nachhaltigen Bausubstanzverlust. Der Aufwand für den Energieeinsatz ist nicht mehr zeitgemäß. Die Funktion als Betriebsgebäudes, entsprechend der rechtlichen Vorgaben nach ArbStättV, muss hergestellt werden. Mit der Umsetzung der verschiedenen Baumaßnahmen wird die Nutzungsdauer des Gebäudes wesentlich verlängert.

 

1.6    Alternativlösungen

Es gibt keine Alternativlösungen zur baulichen Modernisierung und Anhebung des Standards des Gebäudes. Abriss- und Neubauvarianten wurden nicht geprüft, zum einen verbietet sich dies durch die denkmalschutzrechtliche Rechtslage, zum anderen wurden 2018 Sanierungen an dem Objekt getätigt.

 

 

2. Beschreibung der Maßnahme

 

2.1  städtebauliche Einordnung

Das denkmalgeschützte Ensemble liegt im südöstlichen Teil des Südfriedhofs. Der Friedhof selbst liegt im Stadtbezirk Südost im Stadtteil Probstheida. Die Anlage ist die größte ihrer Art im Stadtgebiet Leipzig.

 

2.2  Erläuterung der Planung

Die Belange des Denkmalschutzes sind bei der Modernisierung zu beachten. Da es sich um ein Baudenkmal handelt, ist unter Berufung auf § 24 der EnEV 2016 sowie § 105 GEG und in Abstimmung mit der Denkmalpflege ein außenliegender Wärmeschutz nicht geplant.

 

KG 200 Herrichten und Erschließen (DIN 276)

Der Trinkwasseranschluss wurde bereits 2010 erneuert, Schmutzwassergrundleitungen im Außenbereich wurde 2018 erneuert, die elektroseitige Erschließung wurde bereits 2019/2020 bis in das Gebäude realisiert.

 

KG 300 Bauwerk – Baukonstruktionen (DIN 276)

-       Erneuerung der Grundleitungen innerhalb der Sanitärbereite und Herstellung neuer Bodenplatten, Flächenabdichtung der Bodenplatten, nachträglicher Einbau horizontale Abdichtung

-       Erneuerung der Fenster nach Vorgaben des Denkmalschutzes bzw. angelehnt an das historische Vorbild, Erneuerung bzw. Aufarbeiten der Türen

-       Ausbesserung schadhafter Putzbereiche

-       Vollständige Erneuerung des Innenputzes in den Sanitärbereichen als Kalkzementputz, Fliesen, Anstriche scheuerbeständig

-       neue nichttragende Wände aus Kalksandstein

-       Erneuerung Innentüren, nassraumgeeignet

-       Erneuerung Abhangdecke Speiseraum und Sanitärbereiche (Gipskarton)

-       Erneuerung der Fußbodenbeläge, keramische Fliesen, Kautschukbelag in stark belasteten Aufenthaltsbereichen

-       Aufstellung von Sanitär- und Umkleidecontainer zur Auslagerung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen während der Bauzeit

 

KG 400 Bauwerk – Technische Anlagen (DIN 276)

KG 410 Wasser

-       Grundleitungserneuerung, Freispiegelentwässerungsleitungen (PP-Rohre)

-       Brandschutzmanschetten, Dachentlüftung

-       Erneuerung sämtlicher Sanitärobjekte in einfachem Standard, Armaturen und Zubehör

-       Warmwasserversorgung mittels vorhandenem Warmwasserspeicher, bzw. Durchlauferhitzer

 

KG 420 Heizung

-       vorhandene Brennwert-Kesselanlage wird unverändert weiterverwendet

-       Wärmeverteilnetze und Raumheizflächen als Plan- oder Röhrenradiatoren mit Raumthermostaten

 

KG 430 Lüftung

-       zentrale Lüftungsanlage für Umkleide und Sanitärräume für insg. 50 Personen mit Zeitsteuerung

-       Deckenkanäle als Sichtmontage mit Wickelfalzrohren in verzinkter Ausführung

-       Entfeuchtungsgeräte in Trockenräumen zur Abführung von zeitweiligen Feuchtelasten durch Arbeitskleidung bei nasser Witterung

 

KG 440/450 - Elektro

-       komplette Erneuerung der elektrotechnischen Anlagen mit Hauptverteilung und Unterverteilungen mit Platzreserve von 20%

-       verschiedene Installationsarten entsprechend den Anforderungen der Räume (Auf-Putz/Unter-Putz, Kabeltrassen oder in Trockenbauwänden oder im Zwischendeckenbereich

-       Brandmeldeanlage und Brandschottungen gem. Brandschutzkonzept

-       Steckdosen, Reinigungsteckdosen und wandseitige Dosen für Computerarbeitsplätze

-       Erneuerung der Beleuchtungsanlagen in allen Räumlichkeiten sowie an den Gebäudezugängen in einfachem Standard

-       Die Einbruchmeldeanlage ist im Bestand vorhanden und nicht erneuerungsbedürftig

-       Brandmeldeanlage Kat. 1 ohne Aufschaltung auf die Feuerwehr, Handmelder, automatische Rauchmelder

-       Informationsleitungen für Gefahrenmeldeanlagen, Informations- und Datentechnik

 

KG 500 Außenanlagen (DIN 276)

Keine Maßnahmen

 

KG 600 Ausstattung und Kunstwerke (DIN 276)

Keine Aufwendungen

 

2.3  Nutzungsverbesserung durch die beabsichtigte Maßnahme

Es erfolgt eine Beseitigung baukonstruktiver Mängel sowie eine effektive Nutzungsverbesserung für die Betriebsangehörigen, eine nachhaltige Sicherung der gesamten baulichen Anlage und Aufwertung der städtebaulichen Situation. Der Gesundheitsschutz sowie die Sicherheit für Betriebsangehörige wird wiederhergestellt.

 

2.4  Eigentumsverhältnisse

Gemarkung

Probstheida

Flurstücksnummer

193/1

Flurstücksgröße in m²

631.653 m²

Eigentum

Stadt Leipzig

 

2.5  Energiekonzept

Die allgemeinen Begriffe werden in der Anlage "Erläuterung zum Energiekonzept" definiert.

 

Die Betrachtung zum Energiekonzept ist nicht relevant:

 

Die Betrachtung zum Energiekonzept ist relevant: energetische Maßnahmen beschränken sich auf einzelne Bauteile wie Erneuerung bzw. Ertüchtigung von Fenstern und Türen.

Maßnahmeneinteilung unter energetischen Gesichtspunkten:

 

 

Büro- und Sozialgebäude

Neubau

Erweiterungsneubau

Modernisierung (komplett), ohne Denkmalschutz

Modernisierung (komplett), mit Denkmalschutz

Teilmodernisierung Gebäudehülle

Teilmodernisierung einzelner Bauteile

 

 

Energetischer Standard / Energiekonzept:

 

Passivhaus

EnEV 2016 mit Passivhauskomponenten

EnEV 2016

Einhaltung des U-Wertes entsprechend der Bauteilvorgaben der EnEV 2016

 

Nachweis zum Passivhaus nach Passivhausprojektierungspaket (PHPP):

 

Der Passivhausstandard wurde nicht untersucht.

Ein Gebäudeteil steht unter Denkmalschutz

Der Passivhausstandard wurde untersucht.

 

Nachweis nach EnEV 2016:

Hinweis: Ab dem 1.11.2020 ersetzt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) die EnEV sowie das Energieeinspargesetz (EnEG), sowie das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG). Die Anforderungen an U-Werte werden im GEG beibehalten.

Nachweis der U-Werte (Angabe nur bei Modernisierung einzelner Bauteile):

Bauteil

Wärmedurchgangskoeffizient (U in W/m²·K)

 

Umax EnEV

Ist-Wert

Planung

Fenster

1,3 W/m²K

k.A.

1,3 W/m²K

Außentüren

1,8 W/m²K

k.A.

1,8 W/m²K

 

Energieträger:

Energieträger: Die Heizungsanlage (Brennwert-Kesselanlage) wird mit Flüssiggas betrieben, eine Änderung ist nicht vorgesehen, da der Heizkessel erst 2014 erneuert wurde und ohne Beanstandungen funktioniert.

 

Weitere erneuerbare Energien:

Photovoltaik

Einschätzung gem. Solardachkataster

gut

Aussage gem. Planung

Teilgebäude steht unter Denkmalschutz, hoher Baumbestand der Umgebung verursacht Verschattung

Eigenbetrieb

nein

Angebot an Dritte

nein

 

Energetische Maßnahmen zu Technischen Anlagen (KG 400)

 

Wärmeerzeugung und -verteilung:

Komplette Erneuerung der Wärmeverteilnetze und Raumheizflächen als Plan- oder Röhrenradiatoren mit Raumthermostaten

 

Warmwassererzeugung:

Warmwasserversorgung erfolgt weiterhin mittels vorhandenem gedämmten Warmwasserspeicher. In der Ausgabeküche wird die Warmwasserbereitung mittels Durchlauferhitzer vorgenommen.

 

Lufttechnische Anlagen:

In Umkleiden und Sanitärräumen für insg. 50 Personen wird eine zentrale Lüftungsanlage mit Zeitsteuerung installiert. Zu hohe punktuelle Feuchtelasten durch durchnässte Arbeitskleidung werden mittels Entfeuchtungsgeräten kontrolliert abgeführt. Dadurch wird die Gefahr von bauphysikalischen Schäden an der Bausubstanz minimiert.

 

Wasser/Abwasser:

Erneuerung sämtlicher Sanitärobjekte in einfachem Standard, wassersparende Armaturen

 

Stark- und Schwachstrom:

Komplette Erneuerung der elektrotechnischen Anlagen

 

2.6  barrierefreies Bauen

Ein barrierefreier Umbau des Gebäudes ist nicht Inhalt der Beschlussvorlage.

 

2.7  Beteiligung von Kindern und Jugendlichen

Nicht elevant

 

3. Realisierungs- / Zeithorizont

 

Baubeginn

10/2021

Fertigstellung

06/2022

Nutzungsbeginn

07/2022

 

4. Finanzielle Auswirkungen

 

Kostenermittlungsstufe

nach DIN 276 vom

Kostenberechnung

04.09.2020

 

4.1  Finanzierungsplan

Die Maßnahme ist nicht förderfähig.

Fördermittel sind aufgrund fehlender Förderfähigkeit nicht geplant. Das Vorhaben ist aus Eigenmitteln zu finanzieren.

 

 

4.2  Einordnung in den mittelfristigen Haushaltsplan

Angaben in € brutto

 

4.3  VgV-Betrachtung / Planungsbeteiligte

Die Vergabe von Planungsleistung wurde im Rahmen der VgV geprüft.

Der maßgebliche Schwellenwert wird nicht erreicht.

 

Leistungsbild nach HOAI 2013

Planungsbeteiligte

Objektplanung nach § 33

Ingenieurbüro Frank Heider, Leipzig mit

Architekturnetzwerk Kai Kretzschmar, Leipzig

Tragwerksplanung nach § 49

Ingenieurbüro Frank Heider

Technische Ausrüstung nach § 53 HLS

Ingenieurbüro Kamann, Leipzig

Technische Ausrüstung nach § 53 ELT

B-Plan GmbH & Co.KG, Leipzig

 

4.4  Nutzungskosten im Hochbau nach DIN 18960

Das Gebäude ist in städtischer Trägerschaft, die Kosten sind bekannt.

Die Maßnahme der Vorlage ist eine Modernisierung ohne Flächenzuwachs.

 

Die Nutzungskosten sind in der Tabelle 1 ausführlich erfasst. Sie betragen für das volle Jahr ab 2023

 

Kostengruppe 200 Objektmanagementkosten in EUR

0

Kostengruppe 300 Betriebskosten in EUR

30.354

Kostengruppe 400 Instandsetzungskosten in EUR

17.597

 

Das Bauvorhaben geht voraussichtlich am 01.07.22 in Betrieb. Die anteiligen Nutzungskosten für das Jahr der Inbetriebnahme betragen

 

Kostengruppe 200 Objektmanagementkosten in EUR

0

Kostengruppe 300 Betriebskosten in EUR

15.177

Kostengruppe 400 Instandsetzungskosten in EUR

8.798

 

4.5  Aufwand auf Grundlage der DIN 276

 

Die unter diesem Punkt aufgeführten Kosten sind Kosten des Bauwesens - Hochbau, die die DIN 276 regelt, nicht zu verwechseln mit den aufgeführten Nutzungskosten nach DIN 18960. In beiden DIN werden die gleichen Kurzbezeichnungen der Kostengruppen verwendet (z. B. KG 200, KG 300 etc.), diese unterscheiden sich jedoch maßgeblich voneinander.

 

Kennwerte des Vorhabens:

NUF

489

Modernisierung

BGF

687

BRI

3.316

KG 300 + 400

1.214.210

Ein Kennwertvergleich mit einer Modernisierung auf Basis von BKI Daten ist aufgrund der gebäudespezifischen Besonderheiten sowie der geplanten Teilleistungen nicht zielführend und entfällt.

 

5. Auswirkungen auf den Stellenplan

Die Maßnahme hat keine Auswirkungen auf den Stellenplan.

 

6. Bürgerbeteiligung

bereits erfolgt    geplant    nicht nötig

 

7. Besonderheiten

keine

 

8. Folgen bei Nichtbeschluss

Die Nichtrealisierung der Baumaßnahmen führt zu einer fortgesetzten Missachtung der Rechte der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auf Grundlage der Arbeitsstättenverordnung. Die Bausubstanz bleibt weiter ungesichert und gefährdet.

 

Anlagen:

Anlage 1 - Nutzungskosten

Anlage 2 - Lageplan

Anlage 3 - Grundrisse, Schnitte, Ansichten

 

 

 

 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Anlage 1_Nutzungskosten (23 KB)    
Anlage 2 2 Anlage 2_Grundriss EG (399 KB)    
Anlage 3 3 Anlage 3_Ansicht Nord-West (276 KB)    
Anlage 4 4 Anlage 3_Ansicht Süd-Ost (274 KB)