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Vorlage - VII-A-02214-VSP-01  

 
 
Betreff: "UNESCO - Welthauptstadt des Buches" 2024
Anlass: Sonstiges
Status:öffentlich (Vorlage freigegeben)Vorlage-Art:Verwaltungsstandpunkt
Einreicher:Dezernat KulturBezüglich:
VII-A-02214
Beratungsfolge:
DB OBM - Vorabstimmung
Dienstberatung des Oberbürgermeisters
FA Kultur Vorberatung
05.02.2021    FA Kultur (Videokonferenz)      
19.02.2021    FA Kultur (Videokonferenz)      
Ratsversammlung Beschlussfassung
24.02.2021 
Ratsversammlung (Videokonferenz) ungeändert beschlossen     

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Rechtliche Konsequenzen

Der gemäß Ursprungsantrag gefasste Beschluss wäre

Rechtswidrig und/oder

Nachteilig für die Stadt Leipzig.

 

 

Zustimmung

Ablehnung

Zustimmung mit Ergänzung

Sachverhalt bereits berücksichtigt

Alternativvorschlag

Sachstandsbericht

 

 

Beschlussvorschlag:

 

Das Thema „Bewerbung der Stadt Leipzig um den Titel UNESCO - Welthauptstadt des Buches 2024“ wird zur detaillierten Prüfung in die Gremien Clearing- und Lenkungsgruppe für Großveranstaltungen unter Einbezug der Leipziger Literaturszene verwiesen. Nach der Prüfung werden Einreicher der Vorlage sowie Stadtrat über das Ergebnis informiert. Als Grundlage dient eine Ersteinschätzung aus dem Jahr 2017, die den Sachverhalt bereits berücksichtigt hat und deren Gültigkeit durch die Gremien erneut begutachtet wird.

 

Räumlicher Bezug:

 

Gesamtes Stadtgebiet

 

Zusammenfassung:

 

Mit Beschluss der Ratsversammlung im Februar 2017 (VI-DS-03446-NF-02) wurde zur systematischen Bewertung von Großveranstaltungen ein Gremium geschaffen, das Konzepte Ressortübergreifend diskutiert und Empfehlungen ausspricht. Diese Fachexpertise sollte zur Bewertung des eingereichten Antrages genutzt werden, um Aufwand und Nutzeneffekte für die Stadt Leipzig entsprechend des vereinbarten Scoring-Modells prüfen zu können. Grundlage dafür bietet die Ersteinschätzung aus dem Jahr 2017. Damals wurde die Bewerbung unter Einbeziehung der Leipziger Literaturszene aufgrund der hohen Kosten und mangels erkennbarer nachhaltiger Effekte abgelehnt.

 

 

Klimawirkung durch den Beschluss der Vorlage

Stufe 1: Grobe Einordnung zur Klimawirkung (Klimaschutzes und zur -wandelanpassung)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eingesetzte Energieträger (Strom, Wärme, Brennstoff)

keine / Aussage nicht möglich

erneuerbar

fossil

 

Reduziert bestehenden Energie-/Ressourcenverbrauch

Aussage nicht möglich

ja

nein

 

Speichert CO2-Emissionen (u.a. Baumpflanzungen)

 

Aussage nicht möglich

ja

nein

 

Mindert die Auswirkungen des Klima­wandels (u. a. Entsiegelung, Regen­wassermanagement)

Aussage nicht möglich

ja

nein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abschätzbare Klimawirkung mit erheblicher Relevanz

ja, da Beschlussgremium RV, GVA, oder VA und mind. 5 Jahre Betriebs- und Nutzungsdauer

nein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorlage hat keine abschätzbare Klimawirkung

ja (Prüfschema endet hier.)

 

 

 

 

 

 

 

 

Stufe 2: Die Vorlage berücksichtigt die zentralen energie- und klimapolitischen Beschlüsse (s. leipzig.de)

 

                        

ja

nein (Begründung s. Abwägungsprozess)

nicht berührt (Prüfschema endet hier.)

 

 

 

 

 

 

 

 

Stufe 3: Detaillierte Darstellung zur abschätzbaren Klimawirkung nur bei erheblicher Relevanz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Berechnete THG-Emissionen (in t bzw. t./a): ____________________

 

liegt vor: s. Anlage/Kapitel der Vorlage: ________________________

 

 

wird vorgelegt mit: ________________ (z. B. Planungsbeschluss, Baubeschluss, Billigungs- und Auslegungsbeschluss)

 

 

 

I. Eilbedürftigkeitsbegründung

 

Nicht relevant

 

II. Begründung Nichtöffentlichkeit

 

Nicht relevant

 

III.  Strategische Ziele

 

Nicht relevant

 

IV. Sachverhalt

1. Begründung

 

Mit Beschluss der Ratsversammlung im Februar 2017 (VI-DS-03446-NF-02) wurde zur systematischen Bewertung von Großveranstaltungen ein Gremium geschaffen, das Konzepte diskutiert und Empfehlungen ausspricht. Dem Gremium, bestehend aus "Clearinggruppe Großveranstaltungen" und "Lenkungsgruppe Großveranstaltungen", gehören verschiedene fachliche Ressorts der Stadtverwaltung Leipzig sowie Vertreter/-innen der Leipziger Messe GmbH, der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH sowie der IHK zu Leipzig an.

 

Der Bewertung der Konzepte liegt ein umfangreiches Scoring-Modell zugrunde, welches die Leistungsmerkmale festhält und somit Aufwand und Nutzeneffekte definiert. Der Weg für die Durchführung einer Großveranstaltung ist nur geebnet, wenn das Voting im Abstimmungsprozedere der Clearing- sowie Lenkungsgruppe positiv erfolgt ist.

 

Dabei werden die Konzepte nach zahlreichen Kriterien bewertet, die nach folgenden Themen geclustert sind (auszugsweise):

  • strategische Ziele der Kommunalpolitik
  • infrastrukturelle Ressourcen
  • Potentiale und Risiken
  • Wertschöpfungspotenzial

 

Offenlegung Ersteinschätzung aus dem Jahr 2017

 

Im Oktober 2016 schlug der Verein „Medienstadt Leipzig“ der Stadt Leipzig eine Bewerbung für den UNESCO-Titel „Welthauptstadt des Buches / World Book Capital“ vor. Ziel der Ausschreibung ist ein städtisches Engagement für die Stärkung des Buches („promoting books“) sowie für die Förderung des Lesens („fostering reading“) über 12 Monate zwischen dem „World Book and Copyright Day” (23. April). Der Titel ist nicht mit Zuwendungen verbunden, der monetäre Aufwand anderer Städte im Rahmen des Titels ist jedoch enorm (s. Schaubild).

 

Schaubild: Kostenstruktur im Vergleich mit Amsterdam, World Book Capital 2008

 

Eine Bewerbung Leipzigs als „UNESCO-Welthauptstadt des Buches“ wurde im Rahmen der Reihe „Impuls Kulturpolitik“ kontrovers diskutiert. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob eine Nominierung zum „World Book Capital“ nachhaltige positive Effekte für die Buch- und Literaturszene in Leipzig generieren kann.

 

Als Vorteil wurde festgehalten, dass bisher noch keine deutsche Stadt den Titel trug. Daher könnte eine Bewerbung besonders chancenreich und publikumswirksam sein. Der Titel würde internationale Aufmerksamkeit generieren und damit die Leipziger Literatur- und Buchszene befördern.

 

Nachteilig ist der enorme finanzielle Aufwand - es bleibt fraglich, ob eine auskömmliche Finanzierung durch die Stadt Leipzig sowie Drittmittelquellen gewährleistet werden kann.

Während der Vorbereitung und Durchführung läge der Fokus auf diesem Titel – andere bzw. weiterführende Vorhaben im Bereich der Literatur und Buchkunst würden eventuell vernachlässigt werden. Die langfristigen Effekte in Leipzig sind nicht erkennbar. Zudem ist fraglich, ob der globale Bekanntheitsgrad dieses Titels den Aufwand rechtfertigt. Nicht zuletzt würde eine Bewerbung aus Deutschland ggf. einen besonders hohen Innovationsgrad erfordern.

 

Aufgrund der sehr hohen Kosten und insbesondere aufgrund der Skepsis in der Leipziger Buch- und Literaturszene (s. unter anderem LVZ Artikel vom 21.04.2017 „Braucht Leipzig einen Unescotitel?“) und der Diskutant*innen wurde gemeinschaftlich beschlossen, in absehbarer Zeit keine Bewerbung für den Titel einzureichen.

 

 

2. Realisierungs- / Zeithorizont

 

Anhand der angeregten Zeitkette ist die Behandlung/Begutachtung der Gremien in 2021 je nach Tagesordnung wie folgt möglich.

 

Anfang März

Clearinggruppe 1

Anfang Juni

Lenkungsgruppe 1

Anfang Oktober

Clearinggruppe 2

Anfang Dezember

Lenkungsgruppe 1

 

 

Anlagen:

 

keine

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

 

Stammbaum:
VII-A-02214   "UNESCO - Welthauptstadt des Buches" 2024   Geschäftsstelle der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen   Antrag
VII-A-02214-VSP-01   "UNESCO - Welthauptstadt des Buches" 2024   02.4 Dezernat Kultur   Verwaltungsstandpunkt