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Vorlage - VII-DS-02291  

 
 
Betreff: Teilnahme an den Fördermittelprojekten "Modellierung nachhaltig intelligent" (Moni) und "Nachhaltige Mobilität und städtebauliche Qualitäten durch Automatisierung im Verkehr" (NaMAV) zum Neuaufbau des integrierten Verkehrsmodells Leipzig (IVML) und Bereitstellung des finanziellen Eigenanteils der Stadt Leipzig.
Anlass: Verwaltungshandeln
Status:öffentlich (Vorlage freigegeben)Vorlage-Art:Beschlussvorlage
Einreicher:Dezernat Stadtentwicklung und Bau
Beratungsfolge:
Dienstberatung des Oberbürgermeisters Bestätigung
DB OBM - Vorabstimmung
05.03.2021    DB OBM - Vorabstimmung      
FA Finanzen Vorberatung
03.05.2021    FA Finanzen      
FA Stadtentwicklung und Bau Vorberatung
04.05.2021    FA Stadtentwicklung und Bau      
Verwaltungsausschuss Vorberatung
04.05.2021 
Verwaltungsausschuss      
Ratsversammlung Beschlussfassung
19.05.2021 
Ratsversammlung, Kongreßhalle Leipzig, Pfaffendorfer Str. 31, 04105 Leipzig      

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt
Anlagen:
Moni_Vorhabenbeschreibung
NaMAV_Vorhabenbeschreibung

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:

  1. Die Teilnahme an den Fördermittelprojekten „Modellierung nachhaltig intelligent“ (Moni, Projektzeitraum 01.11.202030.06.2024) und „Nachhaltige Mobilität und städtebauliche Qualitäten durch Automatisierung im Verkehr“ (NaMAV, Projektzeitraum 01.11.202031.10.2023) zum Neuaufbau des Integrierten Verkehrsmodells Leipzig (IVML) wird bestätigt.

 

  1. Modellierung nachhaltig intelligent“ (Moni)

 

2.1.       Die Gesamtkosten für das Projekt Moni enthalten Sach- und Personalkosten wie folgt:

Personalkosten   (100%): 432.617,00 €

dav. Förderung   (  50%): 216.308,50 €

dav. städtischer Eigenanteil (  50%): 216.308,50 €

Sachkosten   (100%): 265.580,00 €

dav. Förderung   (  50%): 132.790,00 €

dav. städtischer Eigenanteil (  50%): 132.790,00 €

 

2.2.       Mit dem Projekt verbunden ist die Einrichtung von zwei zusätzlichen befristeten Stellen für die Jahre 2021-2024. Die Finanzierung erfolgt zu 50 % aus Fördermitteln des Projektes sowie zu 50 % aus verfügbaren freien Stellenanteilen des VTA.

 

2.3.       Die Aufwendungen für das Projekt werden im Innenauftrag 106651110019 wie folgt bereitgestellt:

 

 Personalkosten (SK 4012 1000)    

 2021: 119.900 €

 2022: 122.200 €

 2023: 127.000 €

 2024:   63.517 €

 

 Sachkosten (SK 42719270)

 2021: 129.150 €

 2022:   80.400 €

 2023:   34.000 €

 2024:   22.030 €

 

 Die Erträge (Förderung 50 %) werden wie folgt vereinnahmt:

 

 Personalkosten (SK 31400000)

 2021:   59.950 €

 2022:   61.100 €

 2023:   63.500 €

 2024:   31.758 €

 

 Sachkosten (SK 31400000)

 2021:   64.550 €

 2022:   40.200 €

 2023:   17.000 €

 2024:   11.040 €

 

  1. Nachhaltige Mobilität und städtebauliche Qualitäten durch Automa-tisierung im Verkehr“ (NaMAV)

 

3.1.       Die Gesamtkosten für das Projekt NaMAV enthalten Sach- und Personalkosten wie folgt:

 

Personalkosten   (100%): 204.228,00 €

dav. Förderung   (100%): 204.228,00 €

dav. städtischer Eigenanteil (    0%):            0,00 €

Sachkosten   (100%):   81.000,00 €

dav. Förderung   (100%):   81.000,00 €

dav. städtischer Eigenanteil (    0%):            0,00 €

 

3.2.       Mit dem Projekt verbunden ist die Einrichtung von einer zusätzlichen befristeten Stelle für die Jahre 2021-2023.  Die Finanzierung erfolgt zu 100 % aus Fördermitteln des Projektes.

 

3.3.       Die Aufwendungen für das Projekt werden im Innenauftrag 106651110018 wie folgt bereitgestellt:

 

 Personalkosten (SK 4012 1000) 

 2021: 68.100 €

 2022: 68.100 €

 2023: 68.028 €

 

 Sachkosten (SK 42719270)

 2021:   38.600 €

 2022:   35.300 €

 2023:     7.100 €

 

 Die Erträge (Förderung 100 %) werden wie folgt vereinnahmt:

 

 Personalkosten (SK 31400000)

 2021: 68.100 €

 2022: 68.100 €

 2023: 68.028 €

 

 Sachkosten (SK 31400000)

 2021:   38.600 €

 2022:   35.300 €

 2023:     7.100 €

 

Räumlicher Bezug:

Stadtgebiet Leipzig und Umland

 

Zusammenfassung:

Anlass der Vorlage:

 

Rechtliche Vorschriften   Stadtratsbeschluss   Verwaltungshandeln

Sonstiges:

Seit 25 Jahren werden in Leipzig Aussagen aus dem Integrierten Verkehrsmodell Leipzig mit hoher Genauigkeit und Präzision für die Verkehrsplanung der Stadt ermittelt. Die Ergebnisse sind Grundlage für die strategische Verkehrsentwicklungsplanung und für alle größeren Baumaßnahmen der Verkehrsinfrastruktur sowie Fördermittelträger der Stadt und der Leipziger Verkehrsbetriebe GmbH (LVB). Um das Modell auf den neuesten Stand der Technik zu bringen, wird das Integrierte Verkehrsmodell neu aufgebaut. Für diesen Neuaufbau des IVML möchte die Stadt zwei Förderprojekte, Moni und NaMAV, nutzen. Für die Projektlaufzeit vom 01.11.2020 bis planmäßig zum 30.06.2024 wird der Stadt für das Vorhabenthema „Modellierung nachhaltig intelligent“ (Moni) im Förderbereich „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) ein Förderbescheid für die Gesamtsumme in Höhe von 1.688.918 € beschieden. Die Fördersumme der Stadt Leipzig beträgt 349.098 €. Mit Unterstützung der Fördermittel wird ein gemeinsames, integriertes Verkehrsmodell für die Stadt Leipzig und die Leipziger Verkehrsbetriebe GmbH aufgebaut, welches dem neuesten Stand der Technik entspricht und sachlogisch die verschiedenen Entscheidungen der Verkehrsteilnehmer in Abhängigkeit von äußeren Rahmenbedingungen und vom Verkehrsangebot nachbilden kann.

Nach der Verkehrsprognose 2035, die bis Anfang des Jahres 2021 mit dem alten IVML erstellt wird, soll die Zeit bis zur Verkehrsprognose 2040 für die Erstellung eines neuen IVML genutzt werden. Auf Grundlage des neuen IVML sollen Aussagen für die LVB zur Netzentwicklung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und die zukünftigen Verkehrsprognosen getroffen werden können. Wichtige Erkenntnisse zu zukünftigen Tendenzen im Bereich des urbanen Verkehrs, wie zum Beispiel automatisierter Verkehrsabläufe, werden außerdem im Projekt Nachhaltige Mobilität und städtebauliche Qualitäten durch Automatisierung im Verkehr (NaMAV) erarbeitet. Diese Ergebnisse stehen für verschiedene Modellansätze zur Verfügung und können so auch im neuen Verkehrsmodell berücksichtigt werden. Die Projektlaufzeit im Projekt NaMAV ist vom 01.11.2020 bis zum 31.10.2023. Projektpartner hier sind die Technische Universität Dresden und die Technische Universität Berlin. Die beantragte Fördersumme beläuft sich auf 1.066.180 €, wovon auf die Stadt Leipzig 285.228 € entfallen.

 

 


 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Finanzielle Auswirkungen

nein

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

nein

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

nein

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

nein

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge – MONI

Erträge NaMAV

2021

2021

2024

2023

349.098

285.228

106651110019/3140000

106651110018/3140000

 

 

Aufwendungen

MONI-Personal

MONI-Sachkosten

NaMAV – Personal

NaMAV – Sachkosten

 

2021

2021

2021

2021

 

2024

2024

2023

2023

 

432.617

265.580

204.228

  81.000

 

106651110019/4012 1000

106651110019/42719270

106651110018/4012 1000

106651110018/42719270

 

 

 

Aufwendungen

 

 

 

 

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

 

 

 

 

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

nein

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Steuerrechtliche Prüfung

nein

wenn, ja

Unternehmerische Tätigkeit i.S.d. §§ 2 Abs. 1 und 2B UStG

nein

ja, Erläuterung siehe Punkt 4 des Sachverhalts

Umsatzsteuerpflicht der Leistung

nein

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Bei Verträgen: Umsatzsteuerklausel aufgenommen

ja

Nein, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

Ja

Nein

Beantragte Stellenerweiterung:

die Stellen bereits im Stellenplanentwurf 2021/2022 enthalten

   Vorgesehener Stellenabbau:

 

 

 

 


Hintergrund zum Beschlussvorschlag:

Welche strategischen Ziele werden mit der Maßnahme unterstützt?

 

 

2030 - Leipzig wächst nachhaltig!

Ziele und Handlungsschwerpunkte

 

Leipzig setzt auf Lebensqualität:

Balance zwischen Verdichtung und Freiraum

Qualität im öffentlichen Raum und in der Baukultur

Nachhaltige Mobilität

Vorsorgende Klima- und Energiestrategie

Erhalt und Verbesserung der Umweltqualität

Quartiersnahe Kultur-, Sport- und Freiraum­angebote

 

 

Akteure:

rgerstadt

Region

Stadtrat

Kommunalwirtschaft

Verwaltung

Leipzig besteht im Wettbewerb:

Positive Rahmen­bedingungen für qualifizierte Arbeitsplätze

Attraktives Umfeld für Innovation, Gründer und Fachkräfte

Vielfältige und stabile Wirtschaftsstruktur

Vorsorgendes Flächen- und Liegenschaftsmanagement

Leistungsfähige technische Infrastruktur

Vernetzung von Bildung, Forschung und Wirtschaft

 

Leipzig schafft soziale Stabilität:

Chancengerechtigkeit in der inklusiven Stadt

Gemeinschaftliche Quartiersentwicklung

Bezahlbares Wohnen

Zukunftsorientierte Kita- und Schulangebote

Lebenslanges Lernen

Sichere Stadt

 

 

 

Leipzig stärkt seine Internationalität:

Weltoffene Stadt

Vielfältige, lebendige Kultur- und Sportlandschaft

Interdisziplinäre Wissenschaft und exzellente Forschung

Attraktiver Tagungs- und Tourismusstandort

Imageprägende Großveranstaltungen

Globales Denken, lokal verantwortliches Handeln

 

Sonstige Ziele: >beim Ausfüllen bitte überschreiben: max. 60 Zeichen ohne Leerzeichen

 

trifft nicht zu

 

 


Klimawirkung durch den Beschluss der Vorlage

Stufe 1: Grobe Einordnung zur Klimawirkung (Klimaschutzes und zur -wandelanpassung)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eingesetzte Energieträger (Strom, Wärme, Brennstoff)

keine / Aussage nicht möglich

erneuerbar

fossil

 

Reduziert bestehenden Energie-/Ressourcenverbrauch

Aussage nicht möglich

ja

nein

 

Speichert CO2-Emissionen (u.a. Baumpflanzungen)

 

Aussage nicht möglich

ja

nein

 

Mindert die Auswirkungen des Klima­wandels (u. a. Entsiegelung, Regen­wassermanagement)

Aussage nicht möglich

ja

nein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abschätzbare Klimawirkung mit erheblicher Relevanz

ja, da Beschlussgremium RV, GVA, oder VA und mind. 5 Jahre Betriebs- und Nutzungsdauer

nein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorlage hat keine abschätzbare Klimawirkung

ja (Prüfschema endet hier.)

 

 

 

 

 

 

 

 

Stufe 2: Die Vorlage berücksichtigt die zentralen energie- und klimapolitischen Beschlüsse (s. leipzig.de)

 

                        

ja

nein (Begründung s. Abwägungsprozess)

nicht berührt (Prüfschema endet hier.)

 

 

 

 

 

 

 

 

Stufe 3: Detaillierte Darstellung zur abschätzbaren Klimawirkung nur bei erheblicher Relevanz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Berechnete THG-Emissionen (in t bzw. t./a): ____________________

 

liegt vor: s. Anlage/Kapitel der Vorlage: ________________________

 

 

wird vorgelegt mit: ________________ (z. B. Planungsbeschluss, Baubeschluss, Billigungs- und Auslegungsbeschluss)

 

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschreibung des Abwägungsprozesses:

 

entfällt

 

I. Eilbedürftigkeitsbegründung

 

entfällt

 

II. Begründung Nichtöffentlichkeit

 

entfällt

 

III.  Strategische Ziele

 

In der Verkehrsplanung steigen die Ansprüche an eine adäquate Ermittlung der verkehrlichen Aspekte unter Berücksichtigung gesellschaftlicher Belange. Demografische und klimatische Entwicklungen, geändertes Mobilitätsverhalten und knappe öffentliche Mittel stellen die Verkehrsplanung vor große Herausforderungen. Verlässliche Modellergebnisse sind dafür wichtige Eingangsgrößen und haben zentrale Bedeutung für verkehrsplanerische Entscheidungen. Es wird immer wichtiger, die Auswirkungen von infrastrukturellen Maßnahmen in den Zusammenhang zu sich vollziehenden raumstrukturellen und demografischen Veränderungen zu stellen. Dafür sind Darstellungen und Berechnungen zu verkehrlichen Wirkungen (z. B. Verkehrsverlagerungen auf Grund geänderter Verkehrsorganisation) wichtig und sinnvoll. Neue rechnergestützte Verkehrsmodelle sind heute in der Lage, die Verkehrsnachfrage integriert für alle Verkehrssysteme zu betrachten und maßnahmensensitiv und prognosefähig zu berechnen. Dadurch ist es möglich, allen Belangen gerecht zu werden und die Genauigkeit der Verkehrsnachfragemodelle zu erhöhen.

 

Es ist weiterhin davon auszugehen, dass automatisierte Fahrzeuge der Stufen vier bis fünf auch in urbanen Räumen kommen werden und diese erhebliche Chancen sowie auch Risiken mit sich bringen können und die Stadt- und Verkehrsplanung sich heute auf derartige Szenarien einer Automatisierung im Verkehr vorbereiten und diese aktiv mitgestalten sollte. In Verbindung mit dem Projekt Nachhaltige Mobilität und städtebauliche Qualitäten durch Automatisierung im Verkehr (NaMAV) werden verallgemeinerbare Handlungsoptionen zu nachhaltiger urbaner Mobilität entwickelt. Diese tragen auch über die konkrete Anwendung in Leipzig hinaus dazu bei, einen verbesserten Zugang zu Mobilität zu gewähren, motorisierte Verkehre zu reduzieren sowie negative Umweltwirkungen zu mindern. Dabei werden, mit der Stadt Leipzig als Praxispartner, Konzepte für eine vorausschauende Nutzung möglicher Chancen und Minimierung von Risiken künftiger höher automatisierter Verkehrssysteme erarbeitet.

 

IV. Sachverhalt

 

1. Anlass

 

Die Stadt Leipzig stellte in den vergangenen Jahren einen überregionalen Wachstumskern dar und bekennt sich im 2015 beschlossenem Stadtentwicklungsplan Verkehr und öffentlicher Raum (STEP VöR) zu ambitionierten Zielen nachhaltiger Mobilität, welche durch die einstimmige Entscheidung für das Nachhaltigkeitsszenario durch den Stadtrat eindrucksvoll bestätigt wurde. Der Anteil des Motorisierten Individualverkehrs (MIV) im Modal Split soll bis 2030 auf 30 % sinken; dies bedeutet eine Verlagerung jedes vierten derzeit mit dem Kraftfahrzeug (Kfz) zurückgelegten Weges auf den Umweltverbund.

Zielstellung des Förderprojektes „Modellierung nachhaltig intelligent“ (Moni) ist es, das ÖPNV-Angebot weitreichend zu verbessern und zu modernisieren. In diesem Zusammenhang wird gemeinsam mit den Leipziger Verkehrsbetrieben GmbH (LVB) die Weiterentwicklung von intermodalen Mobilitätsangeboten im Öffentlichen Verkehr (ÖV) sowie die Beschleunigung des ÖV-Netzes untersucht. Um diese Vorhaben zu realisieren, ist ein neues, plausibles, valides und nutzbares integriertes Verkehrsmodell nötig. Anders als mit dem momentan zur Verfügung stehenden Verkehrsmodell, sollen damit Planfälle für die Weiterentwicklung des Netzes berechnet werden, die zeigen, wie die Nachhaltigkeitsziele der Stadt Leipzig erreicht und die zukünftigen Mobilitätsbedürfnisse der Bewohner, Pendler und Besucher von Leipzig befriedigt werden können. Auch höhere Automatisierungen von Pkw, Lkw, Lieferdiensten, Bussen und Bahnen bergen für die verschiedenen Aktivitäten bzw. Mobilitätsbedürfnisse und Ziele erhebliche Chancen, aber auch Herausforderungen und Risiken. Chancen bestehen in der gezielten Kombination von vollautomatisiert fahrenden Mikro-ÖV-Systemen in der Feinerschließung von Quartieren oder in Tagesrandzeiten, als Zubringerverkehre z. B. zur Anbindung des Umlands bzw. dünner besiedelter Bereiche im Stadtgebiet an hochleistungsfähigen ÖV-Achsen. Bisherige Entwicklungen und Diskussionen zum automatisierten Fahren sind stark durch die Fahrzeugindustrie getrieben. Bisher fehlt eine systematische Aufarbeitung von Chancen und Risiken aus Sicht der Verkehrsplanung und damit verbunden auch Strategien zur frühzeitigen gezielten Nutzung der Chancen und Minimierung möglicher Risiken der Automatisierung. Eine solche systematische Aufarbeitung von Chancen und Risiken ist hingegen dringend notwendig. Heute getroffene verkehrspolitische und –planerische Entscheidungen haben Auswirkungen weit in die Zukunft hinein und sollten zu erwartende Entwicklungen der Automatisierung konsequent und durchgängig mitdenken und berücksichtigen.

 

2. Beschreibung der Maßnahme

 

Als Ergebnis des Projektes „Moni“ wird ein neues, qualifiziertes, digitales Verkehrsmodell als Planungsinstrument vorliegen, welches den zukünftigen Planungsansprüchen genügt und das bisher genutzte Integrierte Verkehrsmodell der Stadt Leipzig (IVML) ersetzt. Verkehrsträgerübergreifend können damit die Auswirkungen verkehrsplanerischer und verkehrspolitischer Maßnahmen im Stadt-Umland-Verkehr analysiert und überregional bewertet werden. Neben kleinräumigen Eingriffen, etwa die Umwandlung eines Straßenzuges in eine verkehrsberuhigte Zone, können dann auch gesamtstädtische Anpassungen, wie die stadtweite Einführung von Parkgebühren, simuliert und Verkehrsströme des Umlandes verkehrsmittelscharf abgebildet werden. Mit dem Modell sollen insbesondere Maßnahmen im Verkehrsbereich analysiert und bewertet werden, mit denen Verkehrsmittelanteile vom Kraftfahrzeugverkehr zum Umweltverbund verlagert werden. Übergeordnete Ziele des Projektes sind die Stärkung einer emissionsarmen nachhaltigen Mobilität, der Abbau von Zugangshürden im ÖPNV und die Erweiterung und Optimierung des ÖPNV-Angebots. Zusätzliche Erkenntnisse und Daten für das Modell sind aus dem Forschungsprojekt NaMAV zu erwarten. Hier werden Konzepte zur gezielten Einbindung und Entwicklung neuer Technologien zur Stärkung nachhaltiger Mobilität für die Stadt Leipzig entwickelt. Für die Untersuchungen wird die Software MATSim (Multi-Agent Transport Simulation) verwendet. Modellkonfigurationen stehen nach dem Projekt der Stadt Leipzig zur Weiterbearbeitung im neuen Verkehrsmodell der Stadt Leipzig zur Verfügung. Die Entwicklung der Szenarien erfolgt strikt unter Vorgabe der Ziele nachhaltiger Mobilität: Individuelle Mobilität sowie auch Wirtschaftsverkehre sollen gesichert, Umwelt- und Lebensqualität gesteigert und negative Auswirkungen von Verkehr minimiert werden. Auswirkungen neuer Mobilitätsangebote auf Aktionsräume, die Gestaltung von Wohn- und Arbeitsverhältnissen sowie Teilhabechancen verschiedener Bevölkerungsgruppen werden mit NaMAV identifiziert und bewertet.

 

3. Realisierungs- / Zeithorizont

 

Projektlaufzeit (Moni): 01.11.2020 bis 30.06.2024

Projektlaufzeit (NaMAV): 01.11.2020 bis 31.10.2023

 

Die für die Umsetzung der Förderprojekte notwendigen zusätzlichen Stellen werden aus organisatorischen Gründen abweichend von der eigentlichen Projektlaufzeit wie folgt eingerichtet:

 

MONI  (2 Stellen)  01.01.2021 30.06.2024

NaMAV (  1 Stelle)  01.01.2021 31.10.2023

 

Die Anpassung der Zuwendungsbescheide durch den Fördermittelgeber erfolgt entsprechend.

 

4. Finanzielle Auswirkungen

 

4.1. Modellierung nachhaltig intelligent (Moni)

 

Die Gesamtkosten für das Projekt enthalten sowohl Sach- als auch Personalkosten. Die Förderquote beträgt 50 %.

 

Aufteilung der Kosten:

Personalkosten  (100%): 432.617,00 €

dav. Förderung  (  50%): 216.308,50 €

dav. städtischer Eigenanteil (  50%): 216.308,50 €

 

 Sachkosten   (100%): 265.580,00 €

dav. Förderung  (  50%): 132.790,00 €

dav. städtischer Eigenanteil (  50%): 132.790,00 €

 

Die Finanzierung der mit dem Projekt verbundenen befristeten zusätzlichen Stellen (2) fürdie

Jahre 2021-2024 erfolgt zu 50 % aus Fördermitteln des Projektes sowie zu 50 % aus

verfügbaren freien Stellenanteilen des Verkehrs- und Tiefbauamtes.

 

Die Finanzierung der mit dem Projekt verbundenen Sachkosten für die Jahre 2021-2024 erfolgt ebenfalls zu 50 % aus Fördermitteln des Projektes sowie zu 50 % aus dem bereits planmäßig zur Verfügung stehendem Budget des PSP-Elementes „Verkehrsplanung“ (1.100.51.1.1.06) des Verkehrs- und Tiefbauamtes.

 

4.2.  Nachhaltige Mobilität und städtebauliche Qualitäten durch Automatisierung im Verkehr (NaMAV)

 

Die Gesamtkosten für das Projekt „Nachhaltige Mobilität und städtebauliche Qualitäten durch Automatisierung im Verkehr“ (NaMAV) enthalten sowohl Sach- als auch Personalkosten. Die Förderquote beträgt 100 %.

 

Aufteilung der Kosten:

 

Personalkosten  (100%): 204.228,00 €

dav. Förderung  (100%): 204.228,00 €

dav. städtischer Eigenanteil (    0%):            0,00 €

 

 Sachkosten   (100%):   81.000,00 €

dav. Förderung  (100%):   81.000,00 €

dav. städtischer Eigenanteil (    0%):            0,00 €

 

5. Auswirkungen auf den Stellenplan

 

Im Projekt Moni werden zwei zusätzliche Stellen im Verkehrs- und Tiefbauamt in der Abteilung

Generelle Planung im Sachgebiet Analyse und Prognose eingerichtet, die zu 50 % aus dem

Projekt Moni gefördert werden. Die übrigen Stellenanteile von 50 % werden aus freien Stellenanteilen des Verkehrs- und Tiefbauamtes generiert.

 

Im Projekt NaMAV wird eine zusätzliche Stelle im Verkehrs- und Tiefbauamt in der Abteilung

Generelle Planung im Sachgebiet Analyse und Prognose eingerichtet, die zu 100 % aus dem

Projekt NaMAV gefördert wird. Aufgrund der vollständigen Finanzierung durch den rdermittelgeber wurde diese Stelle bereits in der HH-Klausur bestätigt.

 

Die jeweils geförderten Stellenanteile für die beiden Projekte sind im Stellenplanentwurf 2021/2022 enthalten.

 

6. Bürgerbeteiligung

 

bereits erfolgt    geplant    nicht nötig

 

Für die Untersuchungen zu den Auswirkungen des autonomen Fahrens auf die zukünftige, kommunale Verkehrsplanung ist in den nächsten Jahren ein Verfahren der Bürgerbeteiligung vorgesehen, das einen Projektbeirat und Bürgerworkshops ab ca. Ende 2021 vorsieht.

 

7. Besonderheiten

 

entfällt

 

8. Folgen bei Nichtbeschluss

 

Der Neuaufbau des Integrierten Verkehrsmodell Leipzigs (IVML) als gemeinsames Netzmodell mit den Leipziger Verkehrsbetrieben GmbH (LVB) ist nicht möglich. Zeitgemäße Fragestellungen an die Verwaltung können in den nächsten Jahren nicht mehr dem Stand der Technik gemäß beantwortet werden. Weitere Aktualisierungen in den nächsten Jahren des heute genutzten IVML sind nach 25 Jahren Laufzeit nicht mehr wirtschaftlich oder fachlich vertretbar. Ohne einen Neuaufbau des IVML kann das Liniennetz der LVB nicht in erforderlichem Umfang, Geschwindigkeit und Detailliertheit geplant werden. Es entstehen sowohl in der Planungsphase höhere Aufwendungen als auch nach Umsetzung höhere Risiken hinsichtlich Fehlplanungen und damit das Problem, dass Ressourcen nicht optimal eingesetzt werden können.

Die angestrebte wissenschaftlich, fachlich begleitete Diskussion mit Politik, Bürgerinnen und Bürgern zu den Chancen und Risiken des autonomen Fahrens für Leipzig kann nicht modern und in guter Qualität geführt werden.

 

Anlagen:

Vorhabenbeschreibung zu Modellierung nachhaltig intelligent (Moni)

Zuwendungsbescheid Moni (nichtöffentlich)

Vorhabenbeschreibung zu Nachhaltige Mobilität und städtebauliche Qualitäten durch Automatisierung im Verkehr (NaMAV)

Zuwendungsbescheid NaMAV (nichtöffentlich)

 

 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Moni_Vorhabenbeschreibung (15211 KB)    
Anlage 3 3 NaMAV_Vorhabenbeschreibung (588 KB)