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Vorlage - VII-DS-02275  

 
 
Betreff: Planungsbeschluss Naturkundemuseum Bowlingtreff
(Maßnahme des Arbeitsprogramms 2023)
Anlass: Verwaltungshandeln
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:Beschlussvorlage
Einreicher:Dezernat Kultur
Beratungsfolge:
DB OBM - Vorabstimmung Vorberatung
05.03.2021    DB OBM - Vorabstimmung      
Dienstberatung des Oberbürgermeisters Bestätigung
FA Kultur 1. Lesung
16.04.2021    FA Kultur (Videokonferenz)      
FA Stadtentwicklung und Bau 1. Lesung
06.04.2021    FA Stadtentwicklung und Bau - Videokonferenz      
FA Finanzen Vorberatung
12.04.2021    FA Finanzen      
SBB Mitte Anhörung
15.04.2021 
SBB Mitte ungeändert beschlossen   
FA Kultur 2. Lesung
FA Stadtentwicklung und Bau 2. Lesung
Ratsversammlung Beschlussfassung

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:

 

  1. Der Planungsbeschluss zur Modernisierung und zum Umbau des Gebäudes ehemaliger Bowlingtreff Wilhelm-Leuschner-Platz 1 zum Naturkundemuseum Leipzig wird gefasst.

 

  1. Die Planungskosten bis zur Vorlage des Baubeschlusses (Leistungsphase 1-4 HOAI) betragen 2.000.000 €. Die benötigten Mittel werden aus Haushaltsaus-gaberesten (HAR) des Jahres 2020 im PSP-Element „Naturkundemuseum Baumaßnahme“ (7.0000736.700), Sachkonto 7851 1000 gedeckt. Die nicht verbrauchten investiven Haushaltsmittel werden im Rahmen des jeweiligen Jahresabschlusses als Ermächtigung aus Vorjahren übertragen. Die Ermächti-gungsübertragung steht unter dem Vorbehalt der Regelungen der jeweiligen Haushaltssatzung.

 

Räumlicher Bezug:

Stadtbezirk:  Stadtbezirk Mitte

Ortsteile:  Ortsteil Zentrum

 

Zusammenfassung:

Anlass der Vorlage:

Rechtliche Vorschriften   Stadtratsbeschluss   Verwaltungshandeln

Sonstiges:

Um das Gebäude des ehemaligen Bowlingtreffs am Wilhelm-Leuschner-Platz 1 zukünftig als Naturkundemuseum nutzen zu können, ist zuvor eine Sanierung und ein Umbau notwendig. Ohne eine grundhafte Modernisierung kann das Gebäude für eine öffentliche Museums-nutzung und Verwaltungsunterbringung nicht genutzt werden. Der Planungsbeschluss ist die Voraussetzung für die Planung, um die tatsächlichen Kosten zu ermitteln und den Bau- und Finanzierungsbeschluss vorlegen zu können.

 

 

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Finanzielle Auswirkungen

nein

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

nein

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

nein

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

nein

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

 

 

 

 

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

2021

2024

2.000.000

7.0000736.700

aus HAR 2020

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

nein

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Steuerrechtliche Prüfung

nein

wenn, ja

Unternehmerische Tätigkeit i.S.d. §§ 2 Abs. 1 und 2B UStG

nein

ja, Erläuterung siehe Punkt 4 des Sachverhalts

Umsatzsteuerpflicht der Leistung

nein

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Bei Verträgen: Umsatzsteuerklausel aufgenommen

ja

Nein, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

Ja

Nein

Beantragte Stellenerweiterung:

   Vorgesehener Stellenabbau:

 

 

 


Hintergrund zum Beschlussvorschlag:

Welche strategischen Ziele werden mit der Maßnahme unterstützt?

 

 

2030 - Leipzig wächst nachhaltig!

Ziele und Handlungsschwerpunkte

 

Leipzig setzt auf Lebensqualität:

Balance zwischen Verdichtung und Freiraum

Qualität im öffentlichen Raum und in der Baukultur

Nachhaltige Mobilität

Vorsorgende Klima- und Energiestrategie

Erhalt und Verbesserung der Umweltqualität

Quartiersnahe Kultur-, Sport- und Freiraum­angebote

 

 

Akteure:

rgerstadt

Region

Stadtrat

Kommunalwirtschaft

Verwaltung

Leipzig besteht im Wettbewerb:

Positive Rahmen­bedingungen für qualifizierte Arbeitsplätze

Attraktives Umfeld für Innovation, Gründer und Fachkräfte

Vielfältige und stabile Wirtschaftsstruktur

Vorsorgendes Flächen- und Liegenschaftsmanagement

Leistungsfähige technische Infrastruktur

Vernetzung von Bildung, Forschung und Wirtschaft

 

Leipzig schafft soziale Stabilität:

Chancengerechtigkeit in der inklusiven Stadt

Gemeinschaftliche Quartiersentwicklung

Bezahlbares Wohnen

Zukunftsorientierte Kita- und Schulangebote

Lebenslanges Lernen

Sichere Stadt

 

 

 

Leipzig stärkt seine Internationalität:

Weltoffene Stadt

Vielfältige, lebendige Kultur- und Sportlandschaft

Interdisziplinäre Wissenschaft und exzellente Forschung

Attraktiver Tagungs- und Tourismusstandort

Imageprägende Großveranstaltungen

Globales Denken, lokal verantwortliches Handeln

 

Sonstige Ziele: >beim Ausfüllen bitte überschreiben: max. 60 Zeichen ohne Leerzeichen

 

trifft nicht zu

 


Klimawirkung durch den Beschluss der Vorlage

Stufe 1: Grobe Einordnung zur Klimawirkung (Klimaschutzes und zur -wandelanpassung)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eingesetzte Energieträger (Strom, Wärme, Brennstoff)

keine / Aussage nicht möglich

erneuerbar

fossil

 

Reduziert bestehenden Energie-/Ressourcenverbrauch

Aussage nicht möglich

ja

nein

 

Speichert CO2-Emissionen (u.a. Baumpflanzungen)

 

Aussage nicht möglich

ja

nein

 

Mindert die Auswirkungen des Klima­wandels (u. a. Entsiegelung, Regen­wassermanagement)

Aussage nicht möglich

ja

nein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abschätzbare Klimawirkung mit erheblicher Relevanz

ja, da Beschlussgremium RV, GVA, oder VA und mind. 5 Jahre Betriebs- und Nutzungsdauer

nein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorlage hat keine abschätzbare Klimawirkung

ja (Prüfschema endet hier.)

 

 

 

 

 

 

 

 

Stufe 2: Die Vorlage berücksichtigt die zentralen energie- und klimapolitischen Beschlüsse (s. leipzig.de)

 

                        

ja

nein (Begründung s. Abwägungsprozess)

nicht berührt (Prüfschema endet hier.)

 

 

 

 

 

 

 

 

Stufe 3: Detaillierte Darstellung zur abschätzbaren Klimawirkung nur bei erheblicher Relevanz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Berechnete THG-Emissionen (in t bzw. t./a): ____________________

 

liegt vor: s. Anlage/Kapitel der Vorlage: ________________________

 

 

wird vorgelegt mit: _Baubeschluss_______________ (z. B. Planungsbeschluss, Baubeschluss, Billigungs- und Auslegungsbeschluss)

 

 

 

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Beschreibung des Abwägungsprozesses:    entfällt


I. Eilbedürftigkeitsbegründung    entfällt

 

II. Begründung Nichtöffentlichkeit     entfällt

 

III.  Strategische Ziele

 

Mit der Errichtung eines neuen Naturkundemuseums soll ein überregional bedeutsames Zentrum zur naturwissenschaftlichen Bildung, Ausstellung und Vermittlung geschaffen werden, welches Leipzig im Wettbewerb der Vernetzung von Bildung, Forschung und Wirtschaft weiter nach vorn bringen wird. Die Neukonzeption des Naturkundemuseum Leipzig ist vorrangig auf zwei strategische Zielbilder der Stadt Leipzig ausgerichtet: Zur internationalen Ausstrahlung Leipzigs gehört das Naturkundemuseum mit seinen attraktiven Ausstellungs-themen und Forschungen. Diese anspruchsvolle und erfolgreiche Arbeit des Museums gilt es zu fördern und auszubauen. Darüber hinaus findet die Arbeit in sozialer Verantwortung statt und trägt zur sozialen Stabilität bei. Das Museum richtet seine Bildungs- und Vermittlungsarbeit auf eine zunehmend diverse, kulturell mehrstimmige Stadtgesellschaft aus. Es gilt, eine möglichst umfassende Teilhabe aller Bürger/-innen an den Angeboten des Naturkundemuseums sicherzustellen.

 

 

 

 

 

 

IV. Sachverhalt

 

1. Anlass

 

Mit dem Beschluss „Naturkundemuseum Leipzig - Grundsatzbeschluss und Standortent-scheidung (Maßnahme des Arbeitsprogramms 2023)“, VII-DS-00729-NF-01 vom 14.10.2020 wurde entschieden, dass die Liegenschaft des ehemaligen Bowlingtreffs als Standort für das Naturkundemuseum Leipzig entwickelt werden soll. Das Gebäude Wilhelm-Leuschner-Platz 1, 04107 Leipzig, befindet sich auf der Gemarkung Leipzig auf den Flurstücken 3754, 4016/3 sowie teilweise 1207.

 

Das Museum kann am derzeitigen Standort Lortzingstraße 3 aus bauordnungsrechtlichen Gründen und wegen unzureichender Flächen nur eingeschränkt betrieben werden. Entwicklungsmöglichkeiten bestehen am bisherigen Standort nicht.

 

Das Gebäude des ehemaligen Bowlingtreffs befindet sich im Eigentum der Stadt Leipzig. Es wurde in den Jahren 1925/26 als unterirdisches Umspannwerk errichtet und in dieser Funktion bis 1965 genutzt. Es beherbergte insbesondere einen größeren Maschinensaal und einen kleineren Akkumulatorensaal. Die unterirdischen Gebäudeteile erstrecken sich in West-Ost-Richtung. Der westliche Teil ist viergeschossig, dessen Querschnitt sich in den beiden unteren Geschossen verjüngt. Das vierte Untergeschoss ist aufgrund der geringen Raumhöhe von etwa zwei Metern nur sehr eingeschränkt nutzbar. Der östliche Teil ist eingeschossig. Der Boden des vierten Untergeschosses befindet sich ca. 15 Meter unter Geländeoberkante, der Boden des eingeschossigen Ostflügels ca. 5,5 Meter. Zwischen den Gebäudeflügeln befand sich das ursprüngliche Eingangsbauwerk.

 

Nach einem Entwurf von Winfried Sziegoleit wurde der Gebäudekomplex zu einer Freizeit-sportstätte 1986/87 umgebaut und ist seitdem unter dem Namen „Bowlingtreff“ bekannt. In den beiden mit Oberlichtfenstern versehenen Hallen gab es acht bzw. sechs Bowlingbahnen. Das neue Eingangsbauwerk des Bowlingtreffs, unmittelbar südlich des Promenadenringes im Abschnitt Roßplatz gelegen, setzt einen wichtigen städtebaulichen Akzent. Dieser achteckige Bau ist durch senkrechte Glasflächen gegliedert und mit Elbsandstein verkleidet, die Mittelachse in Nord-Süd-Richtung mit einem Glasdach überwölbt. Der Gebäudekomplex steht unter Denkmalschutz. Er gilt als „seltenes technisches Denkmal, das Eingangsbauwerk als anschauliches Zeugnis der späten DDR-Architektur“ [Zitat Denkmalliste]. Der auf dem Vorplatz befindliche Brunnen zählt zum Denkmal. Der Bowlingtreff wurde 1997 geschlossen und ist seitdem ungenutzt. Das Gebäude ist weitgehend beräumt. Es verfügt heute über eine Fläche von ca. 5.800 m² (ohne 4. Untergeschoss).

Die im Auftrag der Stadt Leipzig 2019 erstellte Machbarkeitsstudie zur Unterbringung des Naturkundemuseums im Bowlingtreff (Anlage des Grundsatzbeschlusses) bestätigt grund-sätzlich, dass die Anforderungen die an ein neues Naturkundemuseum gestellt werden, im Gebäude des Bowlingtreffs erfüllt werden können. Die Untersuchungen erfolgten hinsichtlich rechtlichen Rahmenbedingungen, Außenanlagen, Denkmalschutz, Flächenaufteilung, Trag-werksplanung, Brandschutz, Arbeitsschutz/ Barrierefreiheit, Sicherheit, Bauphysik und Haus-technik, Schallschutz. Die Studie schlägt vor, dass die Dauerausstellung in dem Westflügel eingefügt wird und der Ostflügel für Sonderausstellungen zur Verfügung steht. Das Eingangsgebäude kann für den Museumsshop, ein Café und einen Vortragsraum (MultiPurpose) und in den Obergeschossen für die Museumsverwaltung genutzt werden. Die Machbarkeitsstudie zeigte jedoch auch, dass die Sammlungen des Museums nicht am Standort Bowlingtreff untergebracht werden können. Deshalb wurde mit dem Grundsatz-beschluss auch festgelegt, dass die Errichtung eines Depotgebäudes für das Naturkunde-museum bzw. eines Zentraldepots für alle städtischen Museen notwendig werden wird. Nach einem Bezug des Bowlingtreffs durch das Naturkundemuseum verbleiben die Sammlungen des Museums am Standort Lortzingstraße bis zur Errichtung eines Depotgebäudes. Die Planungen für ein Depotgebäude sind nicht Bestandteil dieses Planungsbeschlusses.

 

 

2. Beschreibung der Maßnahme

 

Zur Einrichtung des Naturkundemuseums in das Gebäude des ehemaligen Bowlingtreffs sind zuvor zwingend grundlegende Baumaßnahmen erforderlich. Diese sind im Folgenden aufgeführt:

  1. Der beizubehaltende Gebäudebestand muss saniert werden. Wände, Decken, Böden und Treppen sowie Fenster und Verglasungen sind instand zu setzen bzw. zu erneu-ern. Mögliche Undichtigkeiten in den unterirdischen Baukörpern sind zu beseitigen.
  2. Für die Museumsnutzung müssen insbesondere die unterirdischen Hallen umgebaut werden, dafür ist das Tragsystem des Gebäudes statisch anzupassen. Im Westflügel sind für den Einbau von hohen Exponaten der Dauerausstellung (Zentralinszenierung) Deckenöffnungen vorzunehmen und im Gegenzug horizontale Aussteifungen zu verstärken. Im Ostflügel sind für die Einbringung von Großobjekten von Sonder-ausstellungen eine oberirdische Einbringöffnung vorzusehen. In beiden Gebäude-flügeln sind nichtragende Wände abzubrechen. Außerdem sind u.a. weitere Treppen und Aufzugsschächte einzubauen, sowie neue Oberlichter zu errichten. Alle zukünf-tigen Ausstellungsbereiche müssen barrierefrei erschlossen werden.
  3. Das Ausstellungskonzept ist unter den örtlichen Gegebenheiten weiter zu planen, ebenso die Ausstattung der öffentlichen und nicht öffentlichen Bereiche. Der Einbau von Veranstaltungstechnik ist zu berücksichtigen.
  4. Das Gebäude muss zum Schutz von Personen und zum Kulturgutschutz brand-schutztechnisch ertüchtigt werden. Dazu sind Löschanlagen, Entrauchungen und Fluchttreppen einzubauen. Eine Brandmeldeanlage und eine Sicherheitsstrom-versorgung sind zu planen. Zudem ist das Gebäude gegen Einbruch zu sichern. Fenster und Türen sind mit der erforderlichen Klassifizierung zu ertüchtigen, eine Einbruchmeldeanlage ist einzubauen.
  5. Die Haustechnik (Heizung, Lüftung, Elektrik, Sanitär, Wasser und Abwasser, Hebeanlagen, Aufzüge) muss vollständig erneuert werden. Gebäudeautomationsanlagen, Gebäudeleittechnik, Fernmelde- und Informationstechnik sind zu planen.
  6. Für den Einbau einer gastronomischen Versorgung sind die einzuholenden Auflagen des Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamtes und für die Einrichtung der Arbeits-plätze die Vorgaben der Arbeitsstättenverordnung umzusetzen.
  7. Es sind bauliche Maßnahmen zum winterlichen und sommerlichen Wärmeschutz, Schallschutz, Schwingungsschutz und zur Raumakustik vorzusehen.
  8. Die Außenanlagen sind zu erneuern. Dabei sind die Anlieferungswege für LKW und Aufstellflächen für die Feuerwehr zu beachten. Die Aufenthaltsqualität des Platzes ist unter Beibehaltung des Brunnens aufzuwerten, die Einrichtung einer gastrono-mischen Freisitzfläche ist zu prüfen. Die neu zu errichtenden Oberlichter sind landschaftsarchitektonisch in das bestehende Grün einzubinden. Im Rahmen des Planungsbeschlusses ist die Leistungsgrenze zum öffentlichen Platz zu definieren.

Mit dem Grundsatzbeschluss VII-DS-00729-NF-01 (Beschlusspunkt 1) wurde die Stadtver-waltung beauftragt ein Gutachten in Auftrag zu geben, das die Dichtheit der unterirdischen Bauteile bewertet. Dieses Gutachten wird zeitlich parallel zum VgV-Verfahrens durchgeführt.

Im Zuge der Entwurfsplanung ist auch die Möglichkeit der Umsetzung der Baumaßnahme in Bauabschnitten zu betrachten. Eine eventuelle Umsetzung in Bauabschnitten, die ggf. autark in Betrieb genommen werden sollen, kann aus finanziellen Gründen erforderlich werden. Die Realisierung in Bauabschnitten setzt die Erteilung einer Baugenehmigung für alle Bauabschnitte, d.h. für die gesamte Baumaßnahme, voraus.

 

Aufgrund der gegebenen Grundrissstruktur und der Denkmaleigenschaft des Gebäudes sind keine grundlegend verschiedenen Planungsvarianten möglich. Die Betriebskosten werden im Zuge der Planung ermittelt.

 

Im Sinne der zukünftigen Nutzung des Gebäudes als Naturkundemuseum soll das ökologische Bauen selbstverständlicher Ansatz der Planung werden. So ist z.B. der Einsatz von Solarthermie, Photovoltaik, biologischer Baustoffe und Bauwerksbegrünung im Planungsprozess zu betrachten.

 

3. Realisierungs- / Zeithorizont

 

Die finanzielle Höhe des Planungsauftrages erfordert die Durchführung eines VgV-Ver-fahrens. Nach der Fassung des Planungsbeschlusses muss dafür gemeinsam von dem Kulturamt als Bauherrenamt und dem AGM als Baufachamt die Aufgabenstellung präzisiert werden. Anschließend wird für das VgV-Verfahren ein Verfahrensbetreuer beauftragt. Das VgV-Verfahren könnte im I. Quartal 2022 abgeschlossen sein, sofern es keine Einsprüche von unterlegenen Planungsbüros gibt. Nach der Beauftragung des gefundenen Architektur-büros kann die Leistungsphase (LP) 1 und LP 2 Ende 2022 vorliegen, die LP 3 im II./III. Quartal 2023. Es folgt die Vorbereitung und Beantragung der Baugenehmigung (LP 4). Eine Baugenehmigung könnte im Jahr 2024 vorliegen.

 

Gegenwärtig ist es vorgesehen, dass der Bau- und Finanzierungsbeschluss erst nach Erteilung der Baugenehmigung vorgelegt werden soll, um Auflagen der Baugenehmigung, die in der Kostenschätzung der LP 3 noch nicht berücksichtigt werden konnten, aufzunehmen. Ein Baubeginn könnte im Jahr 2025 sein. Eine Verkürzung der Zeitfenster für die Planungen und die Genehmigung ist gegenwärtig nicht zu erkennen, wird jedoch angestrebt. Mit Erstellung des Baubeschlusses wird der Realisierungszeitplan auf der Grundlage der Entwurfsplanung präzisiert. Der Einbau eines großzügigen Museums in ein überwiegend unterirdisches vorhandenes denkmalgeschütztes Bauwerk ist ein komplexes, herausforderndes Vorhaben.

 

4. Finanzielle Auswirkungen

 

Eine Kostenberechnung für die Baumaßnahme kann erst mit Abschluss der Entwurfsplanung entsprechend der LP 3 vorgelegt werden. Mit der Machbarkeitsstudie wurde ein Kostenrahmen nach DIN 276 in Höhe von ca. 39 Mio € ermittelt. Dieser Kostenrahmen basiert auf den Kennwerten des Jahres 2019. Mit Erstellung des Baubeschlusses werden die Kosten auf der Grundlage der Entwurfsplanung und der Auflagen der Baugenehmigung präzisiert.

 

 

Die Kosten für Kunst am Bau werden gemäß der erreichten Obergrenze der KG 300 und KG 400 (s. Vorlage VII-DS-00232, Punkt 3.1 der Richtlinie) auf 125.000 Euro festgeschrieben. Die ermittelten Kosten enthalten sowohl Herstellungs- als auch Honorarkosten und werden zunächst der KG 600 vollständig zugeordnet. Eine Präzisierung der Unterteilung in die entsprechenden KG erfolgt mit dem Bau- und Finanzierungsbeschluss.

 

Für den Umbau des Bowlingtreffs sollen Fördermittel eingeworben werden. Ein Fördermittelantrag nach Strukturänderungsgesetz (Förderrichtlinie 1. RL - StEP Revier nach § 4 InvKG und Art. 104b GG in Sachsen) wurde bereits gestellt. In diesem Fördermittelantrag wurden für die Baumaßnahme Bowlingtreff Kosten in Höhe ca. 52,6 Mio € angegeben. In diesen Kosten sind mögliche Kostensteigerungen bis zum Baubeginn im Jahr 2025 und Unsicherheiten, die sich aus der Kostenhöhe des Kostenrahmens ergeben können, berücksichtigt.

 

Die für die Planung bis zur Leistungsphase 4 (Genehmigungsplanung) benötigten Mittel in Höhe von 2,0 Mio. Euro werden aus den Haushaltsausgaberesten (HAR) des Jahres 2020 gedeckt. Weitere Eigenmittel zur Umsetzung der Baumaßnahme werden aufgrund der prognostizierten Zeitschiene frühestens in die HH-Planung 2025/2026 ff. aufgenommen.

 

5. Auswirkungen auf den Stellenplan  entfällt

 

6. Bürgerbeteiligung

 

bereits erfolgt    geplant    nicht nötig

 

7. Besonderheiten      entfällt

 

8. Folgen bei Nichtbeschluss

 

Der Beschluss Naturkundemuseum Leipzig - Grundsatzbeschluss und Standortentscheidung (Maßnahme des Arbeitsprogramms 2023)“, VII-DS-00729 vom 14.10.2020 würde nicht umgesetzt werden. Um das Ziel der Unterbringung des Naturkundemuseums im Bowlingtreff zu erreichen, muss die Planung zeitnah beginnen. Anderenfalls müsste das Museum zumindest mittelfristig unter sehr eingeschränkten Bedingungen am bisherigen Standort verbleiben. Das Arbeitsprogramm 2023 würde in diesem Punkt nicht erfüllt werden.

 

Zudem bliebe das in der Bevölkerung sehr geschätzte Gebäude des Bowlingtreff weiterhin ungenutzt, eine spätere Modernisierung des Denkmals würde kostenintensiver werden.

 

 

 

Stammbaum:
VII-DS-02275   Planungsbeschluss Naturkundemuseum Bowlingtreff (Maßnahme des Arbeitsprogramms 2023)   41 Kulturamt   Beschlussvorlage
VII-DS-02275-NF-01   Planungsbeschluss Naturkundemuseum Bowlingtreff (Maßnahme des Arbeitsprogramms 2023)   41 Kulturamt   Neufassung