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Vorlage - VII-A-02096-VSP-01  

 
 
Betreff: Erste Schritte zum 365 Euro-Ticket gehen
Anlass: Sonstiges
Status:öffentlich (Vorlage freigegeben)Vorlage-Art:Verwaltungsstandpunkt
Einreicher:Dezernat Stadtentwicklung und BauBezüglich:
VII-A-02096
Beratungsfolge:
Dienstberatung des Oberbürgermeisters Bestätigung
DB OBM - Vorabstimmung
19.03.2021    DB OBM - Vorabstimmung      
zeitweilig beratender Ausschuss Verkehr und Mobilität Vorberatung
FA Stadtentwicklung und Bau Vorberatung
06.04.2021    FA Stadtentwicklung und Bau - Videokonferenz      
FA Finanzen Vorberatung
12.04.2021    FA Finanzen      
Verwaltungsausschuss Vorberatung
14.04.2021 
Verwaltungsausschuss      
Ratsversammlung Beschlussfassung
21.04.2021 
Ratsversammlung (Videokonferenz)      

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt
Anlagen:
VII-A-02096-VSP-01 Anlage 1
VII-A-02096-VSP-01 Anlage 2

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Rechtliche Konsequenzen

Der gemäß Ursprungsantrag gefasste Beschluss wäre

Rechtswidrig und/oder

Nachteilig für die Stadt Leipzig.

 

 

Zustimmung

Ablehnung

Zustimmung mit Ergänzung

Sachverhalt bereits berücksichtigt

Alternativvorschlag

Sachstandsbericht

 

 

Beschlussvorschlag:

 

  1. Es wird zur Kenntnis genommen, dass die Leipzig-Pass-MobilCard bei Zustimmung in den Gremien des MDV und der Genehmigung beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr, ab dem 01.08.2021 auf 365 €/Jahr abgesenkt wird.

 

  1. Ein 365-Euro-Jahresticket soll unter den Voraussetzungen eines erfolgreichen Förderantrages beim Modellprojekt zur Stärkung des ÖPNV, der Zustimmung in den Gremien des MDV und der Genehmigung beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr, für ausgewählte Gruppen ab dem 01.01.2022 eingeführt werden:

 

a) als @27-Ticket für Fahrgäste bis 27 Jahre

b) als Partner-Ticket für Haushalte die bereits über 2 ÖPNV-Abos verfügen.

 

  1. Ein Jahr nach Einführung der unter 2. genannten Tickets erfolgt eine Evaluation zur Umsetzung und Annahme. Danach ist zu entscheiden, ob die Tickets dauerhaft angeboten werden.

 

  1. Um die Nachfrage zu verbessern, wird die Cross-Selling-Strategie in der L-Gruppe durch die Entwicklung weiterer bzw. die Weiterentwicklung bestehender Angebote ausgebaut.

 

  1. Die Beschlusspunkte 1-4 sind eingebettet in die generellen Ziele zur Stärkung des ÖPNV in Leipzig aus dem Nahverkehrsplan der Stadt Leipzig (VII-DS-00801) sowie den Rahmenplan zur Umsetzung der Mobilitätstrategie (VII-DS-00547-NF-01). Insbesondere betrifft dies
  • der Ausbau von Flexa für alle, um kurze Wege zum ÖPNV vorzuhalten,
  • das Pendler-Netz Nordraum auszubauen,
  • die Weiterentwicklung der Leipzig Move App um die Angebote des ÖPNV integriert und multimodal nutzbar zu machen,
  • die Infrastruktur des ÖPNV zu modernisieren und auszubauen sowie die E-Mobilität weiter auszubauen,
  • die Kapazitäten des ÖPNV auszubauen,
  • den ÖPNV zu beschleunigen,
  • die Parkraumbewirtschaftung deutlich auszuweiten und
  • die langfristige Finanzierung der oben genannten 365 Euro-Ticket sicher zu stellen.

 

  1. Die Ergebnisse des Gutachtens zum 365-Euro-Ticket gemäß Anlagen 1 und 2 werden zur Kenntnis genommen.

 

Räumlicher Bezug:

 

Der Antrag hat einen räumlichen Bezug für das gesamte Stadtgebiet bzw. sogar darüber hinaus.

Zusammenfassung:

 

Anlass der Vorlage:

 

Rechtliche Vorschriften   Stadtratsbeschluss   Verwaltungshandeln

Sonstiges: Antrag

 

Gemeinsam mit verschiedenen Partnern der Region planen die LVB und die Stadt Leipzig einen Förderantrag beim „Modellprojekt zur Stärkung des ÖPNV“ zu stellen. Bestandteil der Projektidee ist auch eine erste Stufe von 365 €-Tickets einzuführen und über das Modellprojekt die Verluste an Fahrgeldeinnahmen weitestgehend auszugleichen. Unabhängig davon wird die Leipzig-Pass-MobilCard auf 365 €/Jahr abgesenkt.

 

Mit dem Beschlusspunkt 6 wird den Anträgen der Fraktionen zum 365-Euro-Ticket und des Antrags der Freibeuter zur Veröffentlichung der Ergebnisse des Gutachtens von Professor Sommer Genüge getan.

 

 

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Finanzielle Auswirkungen

nein

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

nein

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

nein

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

nein

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

 

 

 

 

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

 

 

 

 

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

nein

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Steuerrechtliche Prüfung

nein

wenn, ja

Unternehmerische Tätigkeit i.S.d. §§ 2 Abs. 1 und 2B UStG

nein

ja, Erläuterung siehe Punkt 4 des Sachverhalts

Umsatzsteuerpflicht der Leistung

nein

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Bei Verträgen: Umsatzsteuerklausel aufgenommen

ja

Nein, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

Ja

Nein

Beantragte Stellenerweiterung:

   Vorgesehener Stellenabbau:

 


Hintergrund zum Beschlussvorschlag:

Welche strategischen Ziele werden mit der Maßnahme unterstützt?

 

 

2030 - Leipzig wächst nachhaltig!

Ziele und Handlungsschwerpunkte

 

Leipzig setzt auf Lebensqualität:

Balance zwischen Verdichtung und Freiraum

Qualität im öffentlichen Raum und in der Baukultur

Nachhaltige Mobilität

Vorsorgende Klima- und Energiestrategie

Erhalt und Verbesserung der Umweltqualität

Quartiersnahe Kultur-, Sport- und Freiraum­angebote

 

 

Akteure:

rgerstadt

Region

Stadtrat

Kommunalwirtschaft

Verwaltung

Leipzig besteht im Wettbewerb:

Positive Rahmen­bedingungen für qualifizierte Arbeitsplätze

Attraktives Umfeld für Innovation, Gründer und Fachkräfte

Vielfältige und stabile Wirtschaftsstruktur

Vorsorgendes Flächen- und Liegenschaftsmanagement

Leistungsfähige technische Infrastruktur

Vernetzung von Bildung, Forschung und Wirtschaft

 

Leipzig schafft soziale Stabilität:

Chancengerechtigkeit in der inklusiven Stadt

Gemeinschaftliche Quartiersentwicklung

Bezahlbares Wohnen

Zukunftsorientierte Kita- und Schulangebote

Lebenslanges Lernen

Sichere Stadt

 

 

 

Leipzig stärkt seine Internationalität:

Weltoffene Stadt

Vielfältige, lebendige Kultur- und Sportlandschaft

Interdisziplinäre Wissenschaft und exzellente Forschung

Attraktiver Tagungs- und Tourismusstandort

Imageprägende Großveranstaltungen

Globales Denken, lokal verantwortliches Handeln

 

Sonstige Ziele: >beim Ausfüllen bitte überschreiben: max. 60 Zeichen ohne Leerzeichen

 

trifft nicht zu

 

 

Klimawirkung durch den Beschluss der Vorlage

Stufe 1: Grobe Einordnung zur Klimawirkung (Klimaschutzes und zur -wandelanpassung)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eingesetzte Energieträger (Strom, Wärme, Brennstoff)

keine / Aussage nicht möglich

erneuerbar

fossil

 

Reduziert bestehenden Energie-/Ressourcenverbrauch

Aussage nicht möglich

ja

nein

 

Speichert CO2-Emissionen (u.a. Baumpflanzungen)

 

Aussage nicht möglich

ja

nein

 

Mindert die Auswirkungen des Klima­wandels (u. a. Entsiegelung, Regen­wassermanagement)

Aussage nicht möglich

ja

nein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abschätzbare Klimawirkung mit erheblicher Relevanz

ja, da Beschlussgremium RV, GVA, oder VA und mind. 5 Jahre Betriebs- und Nutzungsdauer

nein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorlage hat keine abschätzbare Klimawirkung

ja (Prüfschema endet hier.)

 

 

 

 

 

 

 

 

Stufe 2: Die Vorlage berücksichtigt die zentralen energie- und klimapolitischen Beschlüsse (s. leipzig.de)

 

                        

ja

nein (Begründung s. Abwägungsprozess)

nicht berührt (Prüfschema endet hier.)

 

 

 

 

 

 

 

 

Stufe 3: Detaillierte Darstellung zur abschätzbaren Klimawirkung nur bei erheblicher Relevanz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Berechnete THG-Emissionen (in t bzw. t./a): ____________________

 

liegt vor: s. Anlage/Kapitel der Vorlage: ________________________

 

 

wird vorgelegt mit: ________________ (z. B. Planungsbeschluss, Baubeschluss, Billigungs- und Auslegungsbeschluss)

 

 

 

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Beschreibung des Abwägungsprozesses:

 

entfällt.

 

I. Eilbedürftigkeitsbegründung

 

entfällt.

 

II. Begründung Nichtöffentlichkeit

 

entfällt.

 

III.  Strategische Ziele

 

Mit der gezielten Absenkung der ÖPNV-Tarife für bestimmte Nutzergruppen wird ein Beitrag zur Umsetzung der Mobilitätsstrategie 2030 geleistet. Durch die vermehrte ÖPNV-Nutzung gelingt es den umwelt- und klimapolitischen Ziele der Stadt Leipzig gerecht zu werden.

 

IV. Sachverhalt

1. Anlass

 

Antrag zur stufenweise Einführung eines 365 €-Tickets für ausgewählte Gruppen, zum Ausbau der Cross-Selling-Strategie in der L-Gruppe und zum P&R-Konzept.

 

2. Beschreibung der Maßnahme

 

Die nachfolgenden Ausführungen sind mit der Leipziger Gruppe, insbesondere den Leipziger Verkehrsbetrieben abgestimmt, die den Grundgedanken des vorliegenden Antrages, die Attraktivität der öffentlichen Mobilität in Leipzig durch zielgruppenorientierte Produktinnovationen zu steigern, unterstützen. Im Unterschied zur generellen Einführung eines 365 Euro-Tickets können die wirtschaftlichen, verkehrsorganisatorischen und verkehrspolitischen Voraussetzungen durch die vorgeschlagene Fokussierung deutlich früher und mit einem besseren Kosten-Nutzen Verhältnis geschaffen werden.

 

Der Förderaufruf „Modellprojekte zur Stärkung des ÖPNV“ wurde zwischenzeitlich veröffentlicht. Er regelt einen Förderhöchstbetrag von insgesamt 30 Millionen Euro pro Antragsteller, der Höchstbetrag gilt auch für Verbundprojekte. Der Antrag soll in den Bestandteilen:

        Maßnahmen im Bereich Verbesserung der Angebots- und Betriebsqualität (z. B. Taktverdichtungen, Entwicklung von On-demand-Diensten, Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln) max. 10 Mio. EUR

        Maßnahmen im Bereich Entwicklung attraktiver Tarife (z. B. 365-Euro-Jahresticket, Job- Tickets, innovative Tarif-/Verbundangebote) max. 15 Mio. EUR

        Maßnahmen im Bereich Vernetzung von Auskunfts- und Vertriebssystemen (z. B. Mobilitätsplattformen sowie deren Verknüpfung) max. 15 Mio. EUR

        weitere Maßnahmen, die auf eine nachweisbare Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) abzielen und damit zu einer nachhaltigen Mobilitätswende beitragen.  max. 5 Mio EUR

gestellt werden. Dabei ist zu beachten, dass keine Förderung von Bestandstickets erfolgt, sondern Zielstellung ist, innovative neue Ticketarten zu schafffen.

 

Zu den einzelnen Ticketvorschlägen ergeht deshalb folgende Einschätzung:

 

Leipzig-Pass-MobilCard (LPMC)

 

Grundsätzlich werden über das Modellprojekt nur innovative neue Tickets gefördert. Es ist deshalb davon auszugehen, dass für eine tarifliche Absenkung der LPMC keinerlei Unterstützung durch den Bund gewährt wird. Im Zusammenhang mit der Vorlage VII-DS-01699 hat sich der Stadtrat erst im Dezember 2020 dazu bekannt, die LPMC bis 2028 zu unterstützen.

 

Die LPMC kostet heute als Monatskarte 35 €/Monat, im Abo pro Jahr 393,60 € (12 Monate a 32,80 €) und als Jahreskarte mit Einmalzahlung 373,92 (5% Rabatt auf die monatliche Zahlweise).

 

Der Verkaufspreis Leipzig-Pass-MobilCard im ABO (ABO LPMC) mit jährlicher Zahlweise kann im Rahmen der Tarifanpassung zum 01.08.2021 vorbehaltlich der Zustimmung der Gremien des MDV und Zustimmung des zuständigen Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (LASuV) abgesenkt werden, wenn die Mindereinnahmen durch die Stadt Leipzig ausgeglichen werden. Aufgrund der generellen tariflichen Verknüpfung zwischen den Preisen von ABOProdukten mit monatlicher und jährlicher Zahlweise (5% Rabatt gegenüber monatlicher Zahlweise), ist mit dieser Maßnahme auch eine proportionale Absenkung des Preises „ABO LPMC monatliche Zahlweise“ verbunden.

 

Im Ergebnis ergibt sich durch die Absenkung um ca. 9 €/Jahr ein Verkaufspreis für die jährliche Zahlweise von 365 € und bei monatlicher Zahlweise von 384,20 €. Von dieser Maßnahme würden zwischen 8.500 - 9.000 Kunden profitieren.

 

Der auszugleichende Einnahmeausfall für die Verkehrsunternehmen im MDV wird mit 100 T€/Jahr geschätzt. Durch den aktuellen Rückgang der Verkaufszahlen der LPMC kann der Einnahmeausfall mit den im städtischen Haushalt geplanten Ausgleichsmitteln finanziert werden.

 

Junge Leute-Ticket - @27

 

Personen bis 27 Jahre sind eine vielversprechende Zielgruppe für ein 365 €-Produkt, da in dieser Lebensphase der Übergang zwischen Ausbildung bzw. Studium zur Erwerbstätigkeit stattfindet und die aktuelle Tarifstruktur einen deutlichen Preissprung zwischen Azubitickets bzw. dem Semesterticket zum ABO Light als Einstiegsprodukt in ein Voll-Abo enthält.

 

Um diese Lücke zu schließen und dadurch weniger Berufseinsteiger an den motorisierten Individualverkehr zu verlieren, bietet sich die Umsetzung eines speziellen 365 €-Produktes, mit den Eigenschaften des ABO Light, für diese Zielgruppe an.

 

Eine Einführung wäre unter Voraussetzung einer 80%-igen Förderung im Rahmen des Modellprojektes zur Stärkuing des ÖPNV“ zum 01.01.2022 im Rahmen der geplanten Anpassung des MDV-Tarifs möglich. Die notwendigen Eigenanteile sind in der Wirtschaftsplanung der Leipziger Verkehrsbetriebe verankert. Eine Einführung steht unter dem Vorbehalt einer Zustimmung durch die Gremien des MDV und einer Genehmigung durch das zuständige Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV).

 

Jobticket für die Stadtverwaltung

 

Ein 365 € - Jobticket für Angestellte der Stadtverwaltung ist im Rahmen der im MDV geltenden Regeln zur Ausgestaltung von Jobtickets umsetzbar. Die Höhe des durch die MDV-Partner gewährten Rabattes auf die genehmigten Referenzpreise (ABO Basis, ABO Premium, ABO Azubi) hängt von der absoluten Höhe des Arbeitgeberzuschusses ab. Durch dieses Prinzip sind Verkehrsunternehmen und Arbeitgeber gemeinsam an der gewünschten Absenkung des Endpreises für den Kunden / Arbeitnehmer beteiligt.

 

Zum 01.01.2021 wurden - unabhängig vom aktuellen Vorschlag - die Jobtickets der Angestellten der Stadtverwaltung auf Basis eines in den vergangenen Monaten neu ausgehandelten Jobticketvertrages umgestellt. Das betrifft ca. 1.500 Einzelverträge. Die Stadt Leipzig zahlt nach aktuellem Vertragsentwurf zukünftig einen Zuschuss von 15,01 €/Monat für jeden teilnehmenden Angestellten. Der laut MDV-Rabattstaffel anzuwendende Rabatt beträgt zukünftig 16 % statt bisher 11%. Im Ergebnis kann ein Jobticket Basis für die Tarifzone Leipzig für 393,48 € im Jahr abgegeben werden, während ein ABO Basis außerhalb des Jobticketvertrages regulär 682,86 € im Jahr kostet.

 

Durch eine zusätzliche Aufstockung des AG-Anteils könnte ein 365 €-Jobticket kurzfristig für Mitarbeiter der Stadtverwaltung ohne zusätzlichen Gremienbeschluss des MDV bzw. der Leipziger Verkehrsbetriebe realisiert werden. Es werden Mehrkosten von 35 T€/Jahr geschätzt. Um den Verkaufspreis längerfristig bei 365 € zu halten, müsste der Arbeitsgeberzuschuss in Abhängigkeit zur Entwicklung der Preise der Referenzprodukte dynamisiert werden.

 

Da eine Förderung dieses Produktes im Rahmen des ÖPNV-Modellprojektes nicht möglich ist und eine anderweitige Finanzierungsmöglichkeit nicht in Sicht, wird ein Beibehalt der erst kürzlich ausgehandelten Regelung empfohlen.

 

Partner-Ticket

 

Das 365 €-Ticket für Personen bis 27 Jahre hat aufgrund des innovativen Charakters gute Chancen, im Rahmen der Modellprojekte zur Stärkung des ÖPNV des Bundes gefördert zu werden. Eine ähnlich gute Chance wird auch für ein neu einzuführendes Partner-Ticket gesehen. Ansatzpunkt dieses 365 € Tickets sind Haushalte mit bereits höher ÖPNV-Affinität. Ziel ist es, nicht nur Neukunden anzusprechen, sondern die ÖPNV-bezogenen Gesamtkosten von Haushalten zu senken, die sich vollständig auf den ÖPNV einlassen. Wenn in einem Haushalt bereits zwei ABO-Produkte (inkl. 1 Schülerticket) vorhanden sind, kann eine dritte Person ein personengebundenes Partnerticket für 365 €/Jahr erwerben. Das entspricht einem Kostenvorteil von ca. 40% gegenüber dem ABO Light.

 

Ein Partnerticket soll zum einen die Haltedauer der bestehenden Kunden erhöhen, sowie die ÖPNV-Abdeckung generell steigern. Geplant ist die Einführung des „Partnerticket“ zum 01.08.2021 für die Tarifzone Leipzig als regulärer MDV-Tarif.

 

Eine Einführung wäre unter Voraussetzung einer 80%-igen Förderung im Rahmen des Modellprojektes zur Stärkuing des ÖPNV“ zum 01.01.2022 im Rahmen der geplanten Anpassung des MDV-Tarifs möglich. Die notwendigen Eigenanteile sind in der Wirtschaftsplanung der Leipziger Verkehrsbetriebe verankert. Eine Einführung steht unter dem Vorbehalt einer Zustimmung durch die Gremien des MDV und einer Genehmigung durch das zuständige Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV).

 

Evaluation

 

Eine Evalution der neuen Produkte nach wenigen Monaten bringt erfahrungsgemäß nur geringe Erkenntnisse. Deshalb wird eine Zwischenevaluation Anfang 2023 und eine Endevaluation Anfang 2024 empfohlen.

 

Cross-Selling-Strategie

 

Bereits heute bieten die Leipziger Stadtwerke ein attraktives Produkt mit Vorteilen bei parallelem Abschluss eines Abo Flex Vertrages bei den Leipziger Verkehrsbetrieben an. Der Ausbau weiterer Vorteile für Kunden der L-Gruppe wird aktuell im Rahmen eines gemeinsamen Kundenvorteilprogramms vorangetrieben.

 

Ergänzende Maßnahmen

 

Die Vorlage zum Park+Ride-Konzept ist im Verfahren.

 

Carsahring unter Einbindung des Umlandes und Einbezug privater Flächen ist eine sinnvolle Maßnahme. Im Rahmen des Modellprojektes zur Stärkung des ÖPNV werden aber nur Maßnahmen gefördert, die direkt, z. B. als Zu- oder Abbringer in Verbindung zum ÖPNV stehen. Dies ist bei Carsharing eher seltener der Fall. Bestandteil des Förderantrages soll deshalb z. B. ein Fahrradverleihsystem entlang der S-Bahn-Strecke Leipzig-Halle werden.

 

Einbettung in Nahverkehrsplan und Rahmenplan zur Umsetzung der Mobilitätsstrategie

 

Natürlich müssen neben einem attraktiven ÖPNV-Tarif auch die weiteren Rahmenbedingungen passen, damit eine verstärkte Nutzung des ÖPNV zu verzeichnen ist. Daher werden die Ziele des ÄA2 der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen vollständig unterstützt. Mit dem Nahverkehrsplan der Stadt Leipzig (VII-DS-00801) und dem Rahmenplan zur Umsetzung der Mobilitätsstrategie (VII-DS-00547-NF-01) sind diesbezüglich Meilensteine auf den Weg gebracht. Die Integration der ÖPNV-Maßnahmen mit allen Handlungsfelder der Mobilitätsstrategie ist ein großer Vorteil des Rahmenplans zur Umsetzung der Mobilitätsstrategie. Ein separates Umsetzungskonzept, wie im ÄA2 der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen vorgeschlagen, würde hinter diesem Ansatz zurück bleiben.

 

3. Realisierungs- / Zeithorizont

 

Die Umsetzung ist zum kommenden Tarifanpassung im MDV am 01.08.2021 vorgesehen.

 

4. Finanzielle Auswirkungen

 

Die Einführung steht unter Voraussetzung einer 80%-igen Förderung im Rahmen des Modellprojektes zur Stärkung des ÖPNV“. Die notwendigen Eigenanteile sind in der Wirtschaftsplanung der Leipziger Verkehrsbetriebe verankert und im Haushalt der Stadt eingestellt. Eine Einführung steht unter dem Vorbehalt einer Zustimmung durch die Gremien des MDV und einer Genehmigung durch das zuständige Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV).

 

Anlagen

 

Anlage 1

Vortrag von Prof. Dr. Carsten Sommer, Universität Kassel, Wirkungen, Rahmenbedingungen und Voraussetzungen einer Einführung eines 365-Euro-Tickets in Leipzig (vorgetragen im Verwaltungsausschuss am 24.06.2020)

 

Anlage 2

Auszug aus dem Gutachten von Prof. Dr. Carsten Sommer

Hinweis: Die Veröffentlichung des gesamten Gutachtens ist aufgrund Rückgriff auf bzw. Ausweis vom betriebsinternen Daten der LVB nicht möglich

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 VII-A-02096-VSP-01 Anlage 1 (1359 KB)    
Anlage 4 2 VII-A-02096-VSP-01 Anlage 2 (1134 KB)    
Stammbaum:
VII-A-02096   Erste Schritte zum 365 Euro-Ticket gehen   Geschäftsstelle der SPD-Fraktion   Antrag
VII-A-02096-VSP-01   Erste Schritte zum 365 Euro-Ticket gehen   66 Verkehrs- und Tiefbauamt   Verwaltungsstandpunkt
VII-A-02096-ÄA-02   Erste Schritte zum 365 Euro-Ticket gehen   Geschäftsstelle der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen   Änderungsantrag
VII-A-02096-ÄA-02-NF-01   Erste Schritte zum 365 Euro-Ticket gehen   Geschäftsstelle der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen   Neufassung