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Vorlage - VII-Ifo-02183  

 
 
Betreff: Einsatz von digitalen Schulbüchern - aktueller Sachstand
Anlass: Stadtratsbeschluss
Status:öffentlich (Vorlage entschieden)Vorlage-Art:Informationsvorlage
Einreicher:Dezernat Jugend, Schule und Demokratie
Beratungsfolge:
Dienstberatung des Oberbürgermeisters Information zur Kenntnis
DB OBM - Vorabstimmung Vorberatung
FA Jugend, Schule und Demokratie Information zur Kenntnis
04.03.2021    FA Jugend, Schule und Demokratie      
18.03.2021    FA Jugend, Schule und Demokratie      
Ratsversammlung Information zur Kenntnis
24.03.2021 
Ratsversammlung (Videokonferenz) vertagt     
25.03.2021 
Ratsversammlung (Fortsetzung) - Videokonferenz zur Kenntnis genommen   

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Die Information wird zur Kenntnis genommen.

 

Räumlicher Bezug:

 

Stadt Leipzig

 

Zusammenfassung:

 

Anlass der Vorlage:

 

Rechtliche Vorschriften   Stadtratsbeschluss   Verwaltungshandeln

Sonstiges:

 

Mit Beschluss des Stadtrates vom 19.09.2018 zum Antrag VI-A-05622 – Einführung digitaler Schulbücher als zusätzliches Angebot – wurde der Oberbürgermeister beauftragt, die Möglichkeit zu prüfen, ob und zu welchen Kosten Schülerinnen und Schüler (SuS) weiterführender Schulen Schulbücher der am häufigsten von Leipziger Schulen gewählten Verlage, zusätzlich zur analogen Leihgabe auch in digitaler Form für den außerschulischen Gebrauch beziehen können.

 

Mit Informationsvorlage VI-Ifo-06927 wurde dargelegt, dass zunächst die modellhafte Erprobung der Bereitstellung digitaler Schulbücher als zusätzliches Angebot an ausgewählten interessierten Schulen mit einzelnen Verlagen geplant ist (Modellprojekt).

 

Der Stadtrat wird mit dieser Vorlage über den aktuellen Stand und die geplante Vorgehensweise informiert.


 

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Finanzielle Auswirkungen

nein

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

nein

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

nein

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

nein

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

 

 

 

 

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

 

 

 

 

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

nein

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Steuerrechtliche Prüfung

nein

wenn, ja

Unternehmerische Tätigkeit i.S.d. §§ 2 Abs. 1 und 2B UStG

nein

ja, Erläuterung siehe Punkt 4 des Sachverhalts

Umsatzsteuerpflicht der Leistung

nein

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Bei Verträgen: Umsatzsteuerklausel aufgenommen

ja

Nein, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

Ja

Nein

Beantragte Stellenerweiterung:

   Vorgesehener Stellenabbau:

 

 

 


Hintergrund zum Beschlussvorschlag:

Welche strategischen Ziele werden mit der Maßnahme unterstützt?

 

 

2030 - Leipzig wächst nachhaltig!

Ziele und Handlungsschwerpunkte

 

Leipzig setzt auf Lebensqualität:

Balance zwischen Verdichtung und Freiraum

Qualität im öffentlichen Raum und in der Baukultur

Nachhaltige Mobilität

Vorsorgende Klima- und Energiestrategie

Erhalt und Verbesserung der Umweltqualität

Quartiersnahe Kultur-, Sport- und Freiraum­angebote

 

 

Akteure:

rgerstadt

Region

Stadtrat

Kommunalwirtschaft

Verwaltung

Leipzig besteht im Wettbewerb:

Positive Rahmen­bedingungen für qualifizierte Arbeitsplätze

Attraktives Umfeld für Innovation, Gründer und Fachkräfte

Vielfältige und stabile Wirtschaftsstruktur

Vorsorgendes Fchen- und Liegenschaftsmanagement

Leistungsfähige technische Infrastruktur

Vernetzung von Bildung, Forschung und Wirtschaft

 

Leipzig schafft soziale Stabilität:

Chancengerechtigkeit in der inklusiven Stadt

Gemeinschaftliche Quartiersentwicklung

Bezahlbares Wohnen

Zukunftsorientierte Kita- und Schulangebote

Lebenslanges Lernen

Sichere Stadt

 

 

 

Leipzig stärkt seine Internationalität:

Weltoffene Stadt

Vielfältige, lebendige Kultur- und Sportlandschaft

Interdisziplinäre Wissenschaft und exzellente Forschung

Attraktiver Tagungs- und Tourismusstandort

Imageprägende Großveranstaltungen

Globales Denken, lokal verantwortliches Handeln

 

Sonstige Ziele: >beim Ausfüllen bitte überschreiben: max. 60 Zeichen ohne Leerzeichen

 

trifft nicht zu

 

 


 

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Beschreibung des Abwägungsprozesses:

 

Nicht erforderlich.

 

I. Eilbedürftigkeitsbegründung

 

Die Vorlage ist nicht eilbedürftig.

 

II. Begründung Nichtöffentlichkeit

 

Die Vorlage ist öffentlich.

 

III.  Strategische Ziele

 

Die Vorlage setzt an den Handlungsschwerpunkten „Chancengerechtigkeit in der inklusiven Stadt“ und „Zukunftsorientierte Kita- und Schulangebote“ der strategischen Zielstellung „Leipzig schafft soziale Stabilität“ an.

 

IV. Sachverhalt

 

1. Anlass

 

Mit Beschluss des Stadtrates vom 19.09.2018 zum Antrag VI-A-05622 – Einführung digitaler Schulbücher als zusätzliches Angebot – wurde der Oberbürgermeister beauftragt, die Möglichkeit zu prüfen, ob und zu welchen Kosten Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen Schulbücher der am häufigsten von Leipziger Schulen gewählten Verlage, zusätzlich zur analogen Leihgabe auch in digitaler Form für den außerschulischen Gebrauch beziehen können.

Mit Informationsvorlage VI-Ifo-06927 wurde der Stadtrat über die Ergebnisse einer Abfrage bei den Verlagen informiert. Im Ergebnis war zunächst die modellhafte Erprobung der Bereitstellung digitaler Schulbücher als zusätzliches Angebot an ausgewählten interessierten Schulen mit einzelnen Verlagen (Modellprojekt) vorgesehen.

 

2. Beschreibung der Maßnahme

 

Die Verwaltung hat sich mit dem Thema auseinandergesetzt. Dabei ergaben sich Herausforderungen in rechtlicher, finanzieller und technischer Sicht, für die leider bisher nicht immer eine passgenaue Lösung gefunden werden konnte. Mit dieser Informationsvorlage werden alle bisherigen Erkenntnisse zusammengefasst und Handlungswege aufgezeigt.

 

2.1 Exkurs: Mehrwert digitaler Schulbücher

Zur Einführung in die Thematik sowie Definition von Anforderungen und Zielstellungen wurde in Zusammenarbeit mit den am Modellprojekt teilnehmen Schulen (siehe Punkt 2.3) der didaktische und pädagogische Nutzen digitaler Schulbücher herausgearbeitet.

 

Die Schulen sowie die Verwaltung vertreten die Auffassung, dass Digitale Schulbücher, insbesondere mit interaktiven Elementen, eine zentrale Rolle im "Lernen von morgen" einnehmen werden. Neben klassischen Bild- und Textelementen wird mit der Nutzung von Ton- und Videodateien sowie interaktiven Lernspielen unterschiedlichen Lerntypen entsprochen. Durch die Möglichkeit von Querverweisen durch Links wird das Schulbuch um zusätzlich bereit gehaltene Inhalte des Verlages oder anderen Anbietern inhaltlich angereicht. 

Darüber hinaus werden durch einige Verlage zusätzliche Apps angeboten, die für die Erarbeitung, Recherche, Dokumentation und Präsentation von Arbeitsergebnissen sowie zur Übung und Festigung Anwendung finden können. Die Kombination aus elektronischem Schulbuch und Apps, verbunden mit interaktiven Inhalten, kann zu einer Motiva­tions­steigerung beitragen.

 

Das Markieren von Textstellen, das Erstellen von Notizen oder das Lösen von Aufgaben direkt im digitalen Schulbuch machen das Lehrbuch "erlebbar". Die individuelle Bearbeitung von Lehrwerksseiten regt zu einer tieferen mentalen Verarbeitung an.

 

Darüber hinaus erlangen Schülerinnen und Schüler die motorischen Grundlagen für die Arbeit mit E-Books am Tablet und automatisierten Handlungen für einen effektiven Einsatz der Geräte (tippen, wischen, ziehen). Sie lernen auch Lösungen für Schwachstellen der digitalen Lehrwerke kennen (z. B. langfristige Ergebnissicherung, Verständnis für die Arbeitsweise von Soft- und Hardware, Problemlösungsstrategien, Pflege und Wartung von Technik). Dieser Prozess findet nicht allein statt, sondern neben der Peergroup auch durch Kontrolle/Unterstützung der Lehrkraft. 

 

Durch Updates werden die Inhalte des digitalen Schulbuches unkompliziert an neue didaktische und fachwissenschaftliche Erkenntnisse angepasst werden. Eine stetige Aktualität ist gewährleistet.

 

Im Bereich der Förderschulen schaffen digitale Schulbücher einen Nachteilsausgleich für Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen sonderpädagogischen Förderbedarfen. Durch die Einstellung der Schriftgröße von Texten sowie das manuelle Vergrößern von Inhalten (Zoomen) kann das Arbeitsmaterial für Kinder mit Sehschwierigkeiten bzw. Sehschädigungen, Lese-Rechtschreib-Schwäche oder anderen Herausforderungen ohne Aufwand differenziert werden. Die Differenzierung ist grundsätzlich ein großer Vorteil von digitalen Medien, da die Schülerinnen und Schüler individuell und schülerzentriert in ihrem eigenen Lerntempo arbeiten können und somit ohne viel Aufwand (z. B. Erstellen von mehreren Arbeitsblättern) unterschiedliche Lerngeschwindigkeiten berücksichtigt werden können.

 

Das Arbeiten mit digitalen Schulbüchern schafft Medienkompetenz, schärft den kritischen Umgang mit digitalen Medien, ist zukunftsorientiert und wird die Schülerinnen und Schüler auf die Herausforderungen der digitalen Welt vorbereiten.

 

Mit dem Wegfall von Papierbüchern wäre zudem eine Gewichtsreduktion des Ranzeninhaltes verbunden, was der Gesundheit der Schülerinnen und Schüler förderlich ist.

 

2.2 Erwerb digitaler Schulbücher durch die Schulen und die Eltern

Bei der Preisgestaltung digitaler Schulbücher treffen die Verlage zwei wesentliche Unterscheidungen. Wird das digitale Schulbuch in Ergänzung zum gedruckten Werk erworben, belaufen sich die Kosten für eine Lizenz in der Regel auf 1,00 Euro. Voraussetzung ist der Einsatz des gedruckten Lehrbuches in Klassen- bzw. Lerngruppenstärke. Da der Kaufnachweis für das gedruckte Lehrbuch erbracht werden muss, kann der Erwerb nur durch die Schule erfolgen. Wird hingegen ausschließlich die digitale Ausführung des Schulbuches gekauft, liegen die Kosten für eine Lizenz je nach Verlag, Fach und Werk zwischen 4,00 € – 10,00 €. Im Einzelfall können die Kosten jedoch auch geringer oder höher ausfallen. Der Erwerb der digitalen Ausführung ohne Printversion kann sowohl durch die Schule als auch durch die Eltern vollzogen werden.  

 

Die Laufzeit der Lizenz ist auf ein Schuljahr begrenzt und muss danach erneuert werden. Der Zugriff auf das digitale Schulbuch erfolgt über spezielle, durch die Verlage bereitgestellte Online-Portale und Apps.

 

Entsprechend den Regelungen des Sächsischen Schulgesetzes (SächsSchulG) i. V. m. der Sächsischen Lernmittelverordnung (SächsLernmitVO) trägt der Schulträger die Kosten für die an den Schulen eingeführten Lernmittel. In Bezug auf Schulbücher wird in der SächsLernmitVO geregelt, dass Schulbücher Druckwerke für die Hand des Schülers sind, die dazu dienen, den Lehrplan eines Faches schulartbezogen in Zielen und Inhalten zu erfüllen. Die derzeitigen Verträge für die Vergabe "Lieferung von Schulbüchern und Arbeitsheften" gelten vom 01.06.2020 bis zum 31.05.2022. Den Verträgen liegt ein pauschalisierter Wertumgang zugrunde. Die Schulen dürfen Schulbücher nur bei den vertragsgebundenen Buchhändlern erwerben. Nur im Ausnahmefall sind Abweichungen möglich. Die voranschreitende Digitalisierung des Unterrichts und die zunehmende Verfügbarkeit von mobilen Endgeräten an den Schulen wird auch Auswirkungen auf die Bestellpraxis bei den Schulbüchern haben. Dieser Trend wird bei künftigen Vergabeverfahren stärker berück­sichtigt.

 

Unabhängig davon kann die Schule, zusätzlich zum gedruckten Buch, Lizenzen für digitale Schulbücher erwerben. Die Schule entscheidet nach eigenem Ermessen, ob und wie viele Klassen mit Lizenzen für digitale Schulbücher als zusätzliches Angebot ausgestattet werden. Auch der Erwerb der Lizenzen bei den Lehrbuchverlagen und die Organisation der Verteilung der Nutzer-Schlüssel (Zugriffscode für das digitale Schulbuch) an die Schülerinnen und Schüler liegt in der Verantwortungskompetenz der Schule. Die Schülerinnen und Schüler schalten mithilfe des Nutzer-Schlüssels die elektronischen Schulbücher auf den Plattformen und Apps der Verlage frei. Eine Nutzung zu Hause und auch an anderen Orten ist möglich. Ein Internetzugang ist (mindestens für die Aktivierung) erforderlich.

 

Die Finanzierung erfolgt innerhalb des der Schule zur Verfügung stehenden Schulbudget. Eine Erhöhung der Schulbudgetpauschalen ist derzeit nicht vorgesehen, zumal sich eine Finanzierungspflicht der Lizenzkosten für digitale Schulbücher durch den Schulträger aus dem SächsSchulG bzw. der SächsLernmitVO nicht ableiten lässt.

 

Da digitale Schulbücher nicht von der Lernmittelfreiheit erfasst sind, ist eine Kostenbeteiligung der Eltern auf freiwilliger Basis grundsätzlich denkbar. Zur Abfrage, welche Eltern dieses zusätzliche kostenpflichtige Angebot in Anspruch nehmen möchten, könnte z. B. der "Bestellzettel Lernmittel" zu Beginn des Schuljahres genutzt werden. Die Schulen wiederum können über die Einzahlungskassen die Kostenbeiträge einsammeln.

Zu beachten ist, dass die Bereitstellung mobiler Endgeräte (vorwiegend Tablets) für alle Schülerinnen und Schüler zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht absehbar ist, sodass unter Beachtung des Gleichbehandlungsgrundsatzes digitale Schulbücher bis auf Weiteres nur ein ergänzendes Angebot zum gedruckten Buch darstellen können. Zudem ist das Angebot der Verlage nach wie vor im Aufbau und bietet nicht für alle Ansprüche passgenaue Lösungen. Wie schon erwähnt, entscheiden die Schulen über den Einsatz im Rahmen ihrer Budgethoheit und anhand der konkreten Bedarfslage. Erfahrungen haben gezeigt, dass diese Möglichkeit bereits an einigen Leipziger Schulen genutzt wird. Es liegt jedoch keine zentrale Übersicht vor, aus der hervorgeht, wie viele Schulen in Leipzig dieses ergänzende Angebot bereits nutzen.

 

 

2.3 Durchführung eines Modellprojektes in Kooperation mit sechs Schulen

2.3.1 Vorwort

Im Zuge der Corona-Pandemie zeigt sich die Bedeutung von Digital-Unterricht in besonderem Maße. Diese außergewöhnliche Situation verdeutlicht die Vorteile einer digitalisierten Schule, in der Unterricht auch ohne Präsenz vor Ort möglich ist. Digitale Schulbücher sowie spezielle Apps leisten dabei möglicherweise eine wichtige Hilfestellung. Zugleich werden jedoch auch bestehende Hürden aufgezeigt. Erfahrungen im Umgang mit digitalen Lehrwerken sind dabei von Vorteil. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Durchführung eines Modellprojektes sowohl für die Schulen als auch für den Schulträger eine Chance, über einen bestimmten Zeitraum hinweg den gesteuerten Einsatz digitaler Schulbücher in verschiedenen Fächern und Klassenstufen zu erproben. Die sich damit ergebenden Erfahrungen sowohl in der Nutzung und Handhabung digitaler Schulbücher als auch der leihweisen Bereitstellung von mobilen Endgeräten an die Schülerinnen und Schüler leisten einen wichtigen Beitrag für die Herausforderungen im Rahmen der Digitalen Schule.

2.3.2 Auswahl der Schulen

Zur Umsetzung des Modellprojekts erfolgte eine Abstimmung mit dem Landesamt für Schule und Bildung, Standort Leipzig (LaSuB) als zuständiger Schulaufsichtsbehörde. Es wurde sich darauf verständigt, dass neben den weiterführenden Schulen auch Grund- und Förderschulen in das Modellprojekt einbezogen werden sollen, um für alle Schularten eine Erprobung des Einsatzes digitaler Schulbücher zu ermöglichen. Durch das LaSuB wurden folgende Schulen für eine Teilnahme am Modellprojekt vorgeschlagen:

  • Lessingschule, Grundschule der Stadt Leipzig
  • Schule 5 im Stadtbezirk Mitte, Grundschule der Stadt Leipzig
  • Hans-Kroch-Schule, Grundschule der Stadt Leipzig
  • Sportoberschule, Oberschule der Stadt Leipzig
  • Gerda-Taro-Schule, Gymnasium der Stadt Leipzig
  • Wladimir-Filatow-Schule, Förderzentrum für Blinde und Sehbehinderte der Stadt Leipzig

2.3.3 Projektbeginn

In zwei Veranstaltungen wurden mit den beteiligten Schulen Inhalte und Rahmenbedingungen für das Modellprojekt diskutiert. Dabei zeigte sich ein großes Interesse der Schulen an einer Integration von digitalen Schulbüchern in den Lehralltag. Die Intention des Stadtratsantrages wird sehr begrüßt. Hinsichtlich der Umsetzung bestehen jedoch Bedenken, dass allein mit der Bereitstellung von digitalen Schulbüchern zusätzlich zur analogen Leihgabe kein Mehrwert erzielt wird. Dafür können mehrere Gründe benannt werden:

  • Die Nutzung ausschließlich privater Endgeräte (z. B. Smartphone, PC) wird unter sozialen Gesichtspunkten und im Sinne der Gleichbehandlung als eher kritisch bewertet. Im privaten Bereich sind eine Vielzahl von Geräten im Einsatz, angefangen vom klassischen PC über Laptop bis hin zum Smartphone oder Tablet oder gar keinem geeignetem Gerät. Hinzu kommen unterschiedliche Betriebssysteme und Gerätealter. Unter diesen Voraussetzungen ist es möglich, dass nicht alle Schülerinnen und Schüler den gleichen Nutzen aus einem digitalen Schulbuch ziehen können. Die Chancengleichheit würde gewahrt werden, indem den Schülerinnen und Schüler der Klassen, die die Schulen für das Modellprojekt ausgewählt haben, mobile Endgeräte (Tablets) für die schulische und außerschulische Nutzung bereitgestellt werden.
  • Die digitalen Schulbücher sollen neben der häuslichen Nutzung auch im Unterricht zum Einsatz kommen und das Papierbuch ersetzen. 
  • Ein Mehrwert wird vor allem dann erwartet, wenn die digitalen Schulbücher mit multimedial-interaktiven Inhalten (interaktives Lehrbuch) angereichert werden und nicht nur ein inhaltsgleiches Abbild des Papierbuches darstellen. Dabei ist für die Nutzung der durch die Verlage angebotenen Funktionalitäten wiederum ein gesteuerter Zugang zum Internet mindestens temporär erforderlich. Dieser wird in den kommenden Jahren über die Maßnahmen im Rahmen des DigitalPakts an allen Schulen verfügbar sein.[1] Neben den ergänzenden multimedial-interaktiven Funktionen werden Möglichkeiten des Markierens und Kommentierens von Textstellen als Basisfunktionen vorausgesetzt.   

2.3.4 Projektdurchführung

Die Schulen haben die Klassen und Fächer für das Modellprojekt nach eigenem Ermessen ausgewählt. Dabei ergab sich eine breite Auswahl an Fächern und Klassenstufen, die dem Erkenntnisgewinn sehr förderlich ist. Damit verbunden ist ein Bedarf an ca. 535 Tablets (ohne Lehrkräfte).

Die Einordnung der für den Erwerb erforderlichen finanziellen Mittel musste im Rahmen der Planungen für den Doppelhaushalt 2021/22 verworfen werden. Somit können ausschließlich die bereits an einzelnen Schulen in Verwendung befindlichen Geräte sowie die über den DigitalPakt in Kürze zur Verfügung stehenden Klassensätze Verwendung finden. Mangels verfügbarer Geräte werden sich die Fächer und Klassenstufen damit erheblich reduzieren müssen. Jedoch wurde im Rahmen des Vergabeverfahrens für die Lieferung der Tablets ein Kontingent eingerichtet, über das die Schulen eigenverantwortlich aus dem Schulbudget weitere Bestellungen auslösen können. (Ein iPad 10,2 Zoll (2019), 128 GByte inklusive Schutzhülle und Eingabestift kostet 431 €/netto.) Derzeit ist noch nicht absehbar, ob die am Projekt teilnehmenden Schulen davon Gebrauch machen werden.

Die Geräte sollen den Schülerinnen und Schülern leihweise für die Dauer des Modellprojektes überlassen werden.

Um den spezifischen Anforderungen der Schulen gerecht zu werden, haben die Schulen eigenverantwortlich Kontakt zu ihren präferierten Verlagen aufgenommen. Sie haben sich über Lizenzmodelle und Kosten informiert. Die Schulen werden die Lizenzen über das ihnen zur Verfügung stehende Schulbudget erwerben.     

Das Modellprojekt wird zum Schuljahr 2021/2022 beginnen. Die Dauer des Modellprojektes wird mit zwei Schuljahren angesetzt. Unter Federführung des Amtes für Jugend, Familie und Bildung resp. des Amtes für Schule werden regelmäßige Arbeitstreffen organisiert, die neben der Besprechung von organisatorischen Themen vor allem als Plattform für einen kontinuierlichen Austausch sowie zur zügigen Klärung von Problemen dienen. Mit den Schulen wird außerdem vereinbart, dass sie ihre Erkenntnisse aus der Nutzung digitaler Schulbücher regelmäßig dokumentieren und Zwischenstände präsentieren.

 

2.3.5 Projektabschluss

Zum Ende des Modellprojekts wird eine Evaluation durchgeführt. Darauf aufbauend werden Handlungsempfehlungen für einen Transfer des Modells an andere Schulen der Stadt Leipzig erarbeitet sowie die sich daraus ergebenden organisatorischen und finanziellen Auswirkungen für die Stadt Leipzig abgeleitet. Die Ergebnisse werden dem Stadtrat präsentiert. 

 

3. Finanzielle Auswirkungen

 

Mit der Durchführung des Modellprojekts entstehen für die Stadt Leipzig keine zusätzlichen Aufwendungen.

 

5. Auswirkungen auf den Stellenplan

 

Keine.

 

6. Bürgerbeteiligung

 

bereits erfolgt    geplant    nicht nötig

 

 

7. Besonderheiten

 

Keine.

 

 

 

 

 


[1] Die an manchen im Modellversuch teilnehmenden Schulen fehlende Abdeckung mit WLAN kann kompensiert werden. Bei Bedarf werden die Geräte an zentraler Stelle mit erforderlichen Updates und zusätzlicher Software versorgt. Der größte Teil der zur Verfügung stehenden digitalen Software kann offline genutzt werden. In der Projektgruppe gibt es keine Vorbehalte hinsichtlich der Nutzung unter den aktuell in den Schulen herrschenden Bedingungen. Gleichzeitig ist festzuhalten, dass die Ausstattung von Schulen mit passiver und aktiver Infrastruktur die Nutzung erleichtert und weiterhin angestrebt ist.