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Vorlage - VII-F-02111-AW-01  

 
 
Betreff: Energiesparprojekt "Halbe-Halbe" an Leipziger Schulen
Anlass: Rechtliche Vorschriften
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:schriftliche Antwort zur Anfrage
Einreicher:Dezernat Stadtentwicklung und BauBezüglich:
VII-F-02111
Beratungsfolge:
Ratsversammlung schriftliche Beantwortung

Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Frage 1: 

Ist der Stadtverwaltung bekannt, dass in Hinblick auf die Heizungsanlage der betreffenden Schule eine vertragliche Vereinbarung mit einem Dienstleister besteht, die so ausgestaltet ist, dass ein monatlich fixer Betrag gezahlt wird (sog. Heizungs- oder Wärmecontracting)?

Diese Vereinbarung umfasst in der Regel neben den eigentlichen Energiekosten auch weitere Dienstleistungen, z.B. Wartung und Reparaturen, und unterläuft damit effektiv die Möglichkeit der Schule, eine eigene spezifische Regulierung der Heizungsanlage vorzunehmen bzw. im Sinne des Projekts Kosten einzusparen.

 

Das Brockhaus-Gymnasium ist an das Fernwärmenetz der Stadtwerke Leipzig (SWL) angeschlossen und wird darüber mit einem klimafreundlichen Energieträger versorgt.

Eine Differenzierung muss es zwischen den beiden Gebäuden geben. Im Haus 1 (unsanierter Altbau) erfolgt die Wärmeübergabe in einer städtischen Hausanschlussstation, für deren Wartung und Instandhaltung die Stadt Leipzig als Vertragspartner der Stadtwerke Leipzig verantwortlich ist. Für die abgenommene Wärme werden ein Grund- und ein verbrauchsabhängiger Arbeitspreis abgerechnet. Im Haus 2 (sanierter Plattenbau) ist die Hausanschlussstation im Besitz der SWL, wodurch eine zusätzliche Servicepauschale in Rechnung gestellt wird. Dafür ist die Stadt Leipzig von der Wartungs- und Instandhaltungspflicht entbunden. Die Abrechnung der verbrauchten Wärme erfolgt äquivalent zu Haus 1 auf Basis des messtechnisch bestimmten Verbrauchs. Die Kosten setzen sich dementsprechend in beiden Gebäuden aus einem fixen und einem flexiblen Anteil zusammen.

 

Für einen effizienten Betrieb der Heizungsanlage sind eine regelmäßige Wartung und die Durchführung anfallender Reparaturen von großer Bedeutung. Dabei ist es nach unserer Auffassung nicht von Bedeutung, durch wen ein entsprechender Auftrag ausgelöst wird, solange eine qualifizierte Fachfirma den Auftrag erhält.

 

Zur Energieeinsparung hat die Schule vielfältige Möglichkeiten. Optionen sind die Anpassung des Nutzerverhaltens, die Einstellungen der Thermostatventile bzw. der Einzelraumregelung zu beeinflussen und Zeiträume für den Absenkbetrieb der Heizung zu definieren.

 

Frage 2:  

An wie vielen weiteren Schulen in Leipzig besteht diese Konstellation?

 

Rund 2/3 der kommunalen Schulen in Leipzig werden mit Fernwärme versorgt.

 

Frage 3: 

Inwieweit bestehen innerhalb der Rahmenverträge zur Schulspeisen-versorgung Einsparmöglichkeiten im Energie- und Wasserverbrauch aufseiten der Schulen? Wird hier ebenfalls mit einem Pauschalbetrag gearbeitet, den die Stadt vom jeweiligen Essensversorger erhält?

 

Unternehmen mit den Versorgungssystemen Kühl- bzw. Tiefkühlkost sowie mit dem System Mischküche tragen die Kosten des erhöhten Elektroenergieverbrauchs für die technische Ausstattung zur Umsetzung des Systems. In der Regel handelt es sich dabei um Regeneriergeräte und Tiefkühlschränke. Der Verbrauch wird mittels Zwischenzähler ermittelt und halbjährlich abgelesen. Einmal im Jahr erfolgt die Rechnungslegung anhand der abgelesenen Zählerdaten und der gültigen kWh-Preise in dem entsprechenden Zeitraum.

 

Das Brockhaus-Gymnasium wird in keiner der o. g. Systemarten versorgt. Hier erfolgt keine Energiekostenabrechnung gegenüber dem Essensversorger.

 

Frage 4:

An der o.g. Schule existieren dem Vernehmen nach keine separaten Wasser/Stromzähler im Schulküchenbereich, an denen potentielle Einsparungen für diesen Bereich erfasst werden können. Kann die Stadtverwaltung diesen Umstand bestätigen und hat dies zur Folge, dass sich Einsparungen auch hier nicht zugunsten der Schule auswirken würden?

 

Wie oben erläutert, werden keine Verbrauchswerte im Schulküchenbereich erfasst. Im Gegenteil zur Formulierung in Ihrer Anfrage hat diese Konstellation den Vorteil, dass Einsparungen im Küchenbereich bei der Bilanzierung im Rahmen des Projekts Halbe-Halbe der Schule zu Gute kommen.

 

Stammbaum:
VII-F-02111   Energiesparprojekt "Halbe-Halbe" an Leipziger Schulen   01.15 Büro für Ratsangelegenheiten   Anfrage
VII-F-02111-AW-01   Energiesparprojekt "Halbe-Halbe" an Leipziger Schulen   65 Amt für Gebäudemanagement   schriftliche Antwort zur Anfrage