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Vorlage - VII-F-02010-AW-01  

 
 
Betreff: Personalstruktur und Belastung der Mitarbeiter*innen im ASD und im Bereich Vormundschaften
Anlass: Sonstiges
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:schriftliche Antwort zur Anfrage
Einreicher:Dezernat Jugend, Schule und DemokratieBezüglich:
VII-F-02010
Beratungsfolge:
Ratsversammlung

Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Antwort:

 

  1. Wie viele Mitarbeiter*innen waren in den Jahren 2018 - 2020 im ASD für wie viele Fälle zuständig (bitte gesamt und nach Sozialbezirken darstellen und IST-Besetzung zugrunde legen)?

 

Ausgehend vom Stellenplan ergaben sich folgende Fallbelastungen zum Stichtag 31.12. des jeweiligen Jahres:

 

Fallbelastung nach Sozialbezirken, Stand 31.12.2018

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

laufende Hilfen, ASD-Statistik

 

 

 

 

 

ASD

FZ gesamt

VZÄ SozArb gesamt IST

 FZ
pro VzÄ

 

 

 

 

 

 

Fachdienst umA  51.50

199

8,900

22

 

 

 

 

 

 

Mitte   51.51

300

9,485

32

 

 

 

 

 

 

Nordost 51.52  

482

13,825

35

 

 

 

 

 

 

West  51.53

641

13,625

47

 

 

 

 

 

 

Südwest 51.54

284

7,625

37

 

 

 

 

 

 

Altwest 51.55   

312

9,200

34

 

 

 

 

 

 

Nord     51.56   

423

9,425

45

 

 

 

 

 

 

Süd      51.57

353

9,650

37

 

 

 

 

 

 

Südost   51.58

249

9,175

27

 

 

 

 

 

 

Ost    51.59

312

9,625

32

 

 

 

 

 

 

Gesamt ohne UmA

3.356

91,635

37

 

 

 

 

 

 

Gesamt mit UmA

3.555

100,535

35

 

 

 

 

 

 

Quelle: Adler-Gesamttabellen 2019 und Tabellen FD 2018 sowie FD HzE 2018

 

Fallbelastung nach Sozialbezirken, Stand 31.12.2019

 

 

 

 

 

 

laufende Hilfen, ASD-Statistik

ASD

FZ gesamt

VZÄ SozArb gesamt IST

 FZ
pro VzÄ

 

 

 

 

 

 

Fachdienst umA  51.50

80

8,700

9

 

 

 

 

 

 

Mitte   51.51

303

7,475

41

 

 

 

 

 

 

Nordost 51.52  

508

13,925

36

 

 

 

 

 

 

West  51.53

733

14,625

50

 

 

 

 

 

 

Südwest 51.54

303

8,550

35

 

 

 

 

 

 

Altwest 51.55   

331

10,200

32

 

 

 

 

 

 

Nord     51.56   

508

9,675

53

 

 

 

 

 

 

Süd      51.57

389

9,750

40

 

 

 

 

 

 

Südost   51.58

262

9,000

29

 

 

 

 

 

 

Ost    51.59

358

10,675

34

 

 

 

 

 

 

Gesamt ohne UmA

3.695

93,875

39

 

 

 

 

 

 

Gesamt mit UmA

3.775

102,575

37

 

 

 

 

 

 

Quelle: Adler-Gesamttabellen 2019 und Tabellen FD 2019 sowie FD HzE 2019

 

 

 

 

 

 

 

 

Fallbelastung nach Sozialbezirken, Stand 30.10.2020

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

laufende Hilfen, ASD-Statistik

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ASD

FZ gesamt

VZÄ gesamt IST

 FZ
pro VzÄ

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fachdienst umA  51.50

195

7,675

25

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mitte   51.51

393

8,275

47

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nordost 51.52  

594

14,250

42

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

West  51.53

905

20,475

44

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Südwest 51.54

391

7,650

51

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Altwest 51.55   

386

9,900

39

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nord     51.56   

514

9,750

53

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Süd      51.57

562

9,375

60

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Südost   51.58

337

7,275

46

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ost    51.59

405

9,750

42

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gesamt ohne UmA

4.489

96,700

46

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gesamt mit UmA

4.684

104,375

45

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: Adler-Gesamttabellen 2020 und Tabellen FD 2020 sowie FD HzE 2020, Stand 30.10.2020

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Berechnung der Fälle erfolgte bezogen auf alle VzÄ Sozialarbeiter/-innen. Um die Vergleichbarkeit der Sozialbezirke innerhalb der Stadt Leipzig, aber auch zu bundesweiten Berichten zu ermöglichen, wurde der Bereich des Eingangsmanagements einbezogen.

 

 

  1. Wie viele Stellen waren nicht besetzt und aus welchen Gründen? Wie war der Fallzahlenschlüssel ausgehend von der IST-Besetzung der Mitarbeiter*innen je Vollzeitfachkraft (bitte gesamt und für die Sozialbezirke gesondert darstellen) und wie lauten fachliche Empfehlungen?

 

Die nachfolgend dargestellte Tabelle weist die durchschnittlich nicht besetzten Stellenanteile in den Jahren 2018, 2019 und 2020 für den ASD je Sozialbezirk und einzeln für das SG Amtsvormundschaften aus.


 

In der Darstellung wurden nicht nur freie (also unbesetzte) Stellen aufgezählt, sondern auch freie Stellenanteile zusammengerechnet. Letztere resultieren zum Beispiel aus genehmigten Teilzeitanträgen von Bediensteten.

 

Die Gründe für freie Stellen sind vielschichtig. Möglich sind folgende Ursachen:

 

-          Stellen sind noch nicht besetzt, da erst neu eingerichtet

-          Langzeitkrank

-          Umsetzung

-          Kündigung

-          Beschäftigungsverbot, Mutterschutz oder Elternzeit

-          Sonderurlaub

-          Sabbatjahr

-          Rente.

 

Eine detaillierte und quantitative Auflistung kann aus dieser Stelle aus Gründen des Personaldatenschutzes nicht zur Verfügung gestellt werden.

 

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der ASD/KSD hält eine Fallzahl von 35 laufenden Fällen ab Einsatz einer Hilfe für professionell angemessen (2011).

 

  1. Wie viele Mitarbeiter*innen waren in den Jahren 2018 - 2020 im Bereich Vormund­schaften zuständig? Wie wirkte sich der Beschuss VI-A-08055-NF-02 auf die Personalausstattung aus? Wie war im gleichen Zeitraum der Fallzahlenschlüssel von Fachkräften und Mündeln?

 

Vormundschaften werden in Leipzig durch das Amt für Jugend, Familie und Bildung als Amtsvormundschaften sowie den FAIRbund e. V. als Vereinsvormundschaften geführt. Im Folgenden werden beide Bereiche getrennt voneinander dargestellt.

 

Über die Vormundschaften hinaus führen das Amt und der Verein außerdem Pflegschaften, die von den folgenden Zahlen ebenfalls umfasst sind.

 

Aufgrund des Beschlusses zum Antrag VI-A-08055-NF-02 soll eine bis 31.12.2020 befristete Stelle entfristet werden. Insofern steht ggü. der bisherigen Planung eine zusätzliche Stelle zur Verfügung. Zudem konnte eine Kompensationsstelle mit 0,625 VzÄ bis 31.12.2021 eingerichtet und besetzt werden.

 

a)   Amtsvormundschaften und -pflegschaften

 

Die Anzahl der verfügbaren bzw. besetzten Stellen und der sich daraus ergebende Fallzahlschlüssel entwickelte sich in den Jahren 2018 bis 2020 wie folgt:

 

 

VzÄ

Anzahl MA

unbereinigter Fallzahlschlüssel

Jahr

Soll

Ist

Soll

Ist

VzÄ - Soll

VzÄ - Ist

31.12.2018

19,750

17,750

20

18

31,54

35,10

31.12.2019

18,750

17,500

19

18

33,55

35,94

30.06.2020

18,000

17,000

19

18

33,11

35,06

 

Der genannte Fallzahlschlüssel ist unbereinigt, weil er mehrere Aspekte nicht berücksichtigt:

 

(1)   Einarbeitungs-/Vakanzreserve: Neue Mitarbeiter müssen zunächst umfangreich eingearbeitet werden und können nur zeitverzögert mit einer vollen Fallbelastung arbeiten. Teilweise bleiben verfügbare Stellen zeitweise unbesetzt. Reduzierte Fallbelastungen neuer Mitarbeiter, die zur Einarbeitung erforderlichen Kapazitäten und Vakanzen sind für die Dauer der Einarbeitung mit durchschnittlich 0,50 VzÄ je Stellenbesetzung zu veranschlagen.

(2)   Schwankungsreserve: Das Amt für Jugend, Familie und Bildung hat im Gegensatz zum FAIRbund e.V. eine Schwankungsreserve vorzuhalten. Während ein Vormundschaftsverein die Bestellung durch das Familiengericht ablehnen kann, weil beispielsweise die Fallbelastung einen weiteren Aufwuchs nicht zulässt (vgl. § 55 Abs. 2 S. 4 SGB VIII), ist das Jugendamt zur Übernahme verpflichtet (MüKo-BGB/Spickhoff, 7. Auflage 2017, Rz. 7 zu § 1785). Das AfJFB muss daher jederzeit in der Lage sein, weitere Fälle zu übernehmen. Das AfJFB geht von einer Schwankungsreserve von 5% der zu führenden Amtsvormundschaften und -pflegschaften aus. Berechnungsgrundlage ist die jeweilige Fallzahlgrenze.

(3)   Mehraufwand umA: Die Bearbeitung dieser Fälle ist – z. B. wegen des erforderlichen Dolmetschereinsatzes – tendenziell mit einem höheren Zeitaufwand verbunden. Die Fallzahl für diese Mündel muss deshalb die Höchstgrenze des § 55 Abs. 2 SGB VIII deutlich unterschreiten (Elmauer/Kauermann-Walter JAmt 2016, 116-118 (117)). Das AfJFB geht von 1:35 aus. Auch die Vergütung des FAIRbund e.V.  ist in diesen Fällen erhöht.

(4)   Mehraufwand auswärtige Fälle: Bei auswärtigen Amtsvormundschaften und -pflegschaften entsteht ein zusätzlicher Reiseaufwand. Er wird auf durchschnittlich 1,5 Stunden monatlich je auswärtigen Mündel bzw. Pflegling geschätzt.

 

b)   Vereinsvormundschaften und -pflegschaften

 

Die Vereinsvormundschaften/-pflegschaften sind anders zu betrachten als die Amtsvor­mundschaften. Hierbei handelt es sich um eine fallzahlpauschalierte Vergütung des Vereins durch das Amt für Jugend, Familie und Bildung. Diese richtet sich nach der konkreten Zahl der geführten Vormundschaften/Pflegschaften und versetzt den Träger in die Lage, jederzeit exakt den Fallzahlschlüssel von 1:40 einzuhalten. Mit Stand August 2020 betrug die Zahl der beim Verein geführten Fälle 285. Im Umkehrschluss sind somit 7,125 VZÄ für die Fallführung eingesetzt.

 

  1. Wie war die Krankenquote der ASD-Mitarbeiter*innen in den Jahren 2018 - 2020 (bitte nach Jahr angeben und Vormundschaften gesondert aufführen)?

 

In den nachfolgenden prozentualen Angaben der Krankenquoten des ASD und des SG Amtsvormundschaften sind sowohl die Arbeitsunfähigkeiten mit Entgeltfortzahlung bis zu 6 Wochen als auch die Langzeiterkrankungen über 6 Wochen enthalten.

 

ASD

Die Krankenquote im ASD betrug durchschnittlich in 2018 8,47%, im Jahr 2019 8,81% und in 2020 bis zum Stichtag 06.11. 7,87%.

 

SG Amtsvormundschaften

Das Sachgebiet Amtsvormundschaften wies eine Krankenquote von durchschnittlich 8,47% in 2018, 3,53% in 2019 und 4,37% bis zum Stichtag 06.11. in 2020 auf.

 

 

  1. Wie viele Überlastungsanzeigen wurden in den Jahren 2018 - 2020 durch die ASD-Mitarbeiter*innen gestellt (bitte nach Jahr angeben und für den Bereich Vormundschaften gesondert aufführen)?

 

ASD

Im Jahr 2018 wurde eine Überlastungsanzeige im ASD gestellt. In 2019 belief sich die Anzahl der Überlastungsanzeigen auf insgesamt 12 und im Jahr 2020 auf bislang 6.

 

SG Amtsvormundschaften

Für das SG Amtsvormundschaften lagen in den Jahren 2018 bis 2020 keine Überlastungsanzeigen vor.

 

 

Stammbaum:
VII-F-02010   Personalstruktur und Belastung der Mitarbeiter*innen im ASD und im Bereich Vormundschaften   Geschäftsstelle der Fraktion DIE LINKE   Anfrage
VII-F-02010-AW-01   Personalstruktur und Belastung der Mitarbeiter*innen im ASD und im Bereich Vormundschaften   51 Amt für Jugend, Familie und Bildung   schriftliche Antwort zur Anfrage