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Vorlage - VII-A-02023  

 
 
Betreff: Förderung Erinnerungskultur
Anlass: Sonstiges
Status:öffentlich (Vorlage freigegeben)Vorlage-Art:Antrag
Einreicher:Jugendparlament/Jugendbeirat
Beratungsfolge:
Ratsversammlung Verweisung in die Gremien
11.11.2020 
Ratsversammlung (Kongreßhalle Leipzig, Pfaffendorfer Str. 31, 04105 Leipzig) vertagt   
12.11.2020 
Ratsversammlung (Fortsetzung vom 11.11.2020), Kongreßhalle Leipzig, Pfaffendorfer Str. 31, 04105 Leipzig (offen)   
FA Kultur 1. Lesung
13.11.2020    FA Kultur (Videokonferenz)      
FA Jugend, Schule und Demokratie 1. Lesung
26.11.2020    FA Jugend, Schule und Demokratie      

Beschlussvorschlag
Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:

 

Die Stadtverwaltung wird beauftragt, an ausgewählten historisch bedeutsamen Orten der Stadt Leipzig aus der Zeit des Nationalsozialismus Gedenktafeln zu errichten.

Diese sollen Aufmerksamkeit auf die menschenverachtenden Verbrechen zwischen 1939-1945 lenken. Die Gedenktafeln sollen in einem geeigneten Verfahren mit Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft und unter Beteiligung von zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren entwickelt werden.

 

Begründung:

 

Um das Geschichtsbewusstsein und die Erinnerungskultur in Leipzig zu intensivieren, ist es notwendig, das in der NS-Diktatur begangene Unrecht auch in das Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken. Um einen geschichtlichen Bezug der Jugendlichen zu ihrer Stadt zu fördern, ist es wichtig, auch die dunklen Kapitel der Stadt zu beleuchten. Die Erinnerungstafeln sollen an bestimmten Schauplätzen den Fokus auf diese Zeit richten und helfen, zu verstehen, dass der Schrecken des Nationalsozialismus damals allgegenwärtig und somit unübersehbar war. Viele der ehemaligen Stätten gliedern sich heute in das Stadtbild ein, ohne, dass ihre Bedeutung für das System des Nationalsozialismus durch eine Erwähnung, eine Tafel oder ein Denkmal herausgestellt wird.

 

In Zusammenarbeit mit dem „Erinnern an NS-Verbrechen in Leipzig e.V.“ sollen geeignete Standorte lokalisiert werden, die für die Öffentlichkeit zugänglich sind und an denen eine Form der Unterdrückung durch das nationalsozialistische System stattgefunden hat. Beispielstandorte sind das Jahrtausendfeld in Plagwitz, welches in dem ehemaligen Industrieareal liegt, die Maschinenfabrik Karl Krause, in welcher 426 Zwangsarbeiter zur Rüstungsproduktion gezwungen wurden oder das DAF-Gemeinschaftslager in der heutigen Friedrich-Ebert-Straße, in welchem 3.000 bis 5.000 Menschen aus den „Ostgebieten“ , Serbien und den Niederlanden untergebracht waren. Eine detaillierte und aktuelle Aufschlüsselung der Standorte lässt sich bei der Gedenkstätte für Zwangsarbeit in Leipzig oder auf deren Internetportal (www.zwangsarbeit-in-leipzig.de/karte/) einsehen.

Die Gestaltung der Tafeln soll durch eine Ausschreibung bestimmt werden, die in Zusammenarbeit durch Sachkundige und Historiker betreut wird.

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2