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Vorlage - VII-DS-01987  

 
 
Betreff: Bebauungsplan Nr. 398 "Parkstadt Dösen";
Stadtbezirk: Südost, Ortsteil: Meusdorf;
Satzungsbeschluss
Anlass: Rechtliche Vorschriften
Status:öffentlich (Vorlage freigegeben)Vorlage-Art:Beschlussvorlage
Einreicher:Dezernat Stadtentwicklung und Bau
Beratungsfolge:
DB OBM - Vorabstimmung Vorberatung
23.04.2021    DB OBM - Vorabstimmung - als Videokonferenz      
Dienstberatung des Oberbürgermeisters Bestätigung
FA Stadtentwicklung und Bau 1. Lesung
18.05.2021    FA Stadtentwicklung und Bau      
FA Umwelt, Klima und Ordnung 1. Lesung
SBB Südost Anhörung
FA Stadtentwicklung und Bau 2. Lesung
FA Umwelt, Klima und Ordnung 2. Lesung
Ratsversammlung Beschlussfassung

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt
Anlagen:
Übersichtskarte
Abwägungsvorschlag
Bebauungsplan Teil A: Planzeichnung
Bebauungsplan Teil A: Planzeichenerklärung
Bebauungsplan Teil B: Text
Begründung zum Bebauungsplan

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Beschlussvorschlag:

  1. Die zum Entwurf des Bebauungsplanes vorgebrachten Stellungnahmen hat die Ratsversammlung mit dem Ergebnis geprüft, sie in der Art und Weise zu berücksichtigen, wie es in Kapitel 8 der Begründung zum Bebauungsplan sowie dem beiliegenden Abwägungsvorschlag angegeben ist.
  2. Die Begründung zum Bebauungsplan wird gebilligt.
  3. Der Bebauungsplan wird als Satzung beschlossen.

 

Hinweis: Die in der Vorlage enthaltenen Pläne dienen lediglich der Information. Maßgebend ist der zum Zeitpunkt des Beschlusses im Sitzungssaal des Stadtrates ausgehängte Plan.

 

Räumlicher Bezug:

 

Stadtbezirk: Südost

Ortsteil: Meusdorf

Zusammenfassung:

Anlass der Vorlage:

 

Rechtliche Vorschriften   Stadtratsbeschluss   Verwaltungshandeln

Sonstiges:

Mit dem Planverfahren soll die Entwicklung eines seit vielen Jahren leerstehenden, denkmalgeschützten Areals vorbereitet werden. Übergeordnetes Planungsziel ist die Schaffung der planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Entwicklung eines Wohngebietes mit ergänzenden Nutzungen im Kontext mit den bestehenden umweltrechtlichen und denkmalpflegerischen Rahmenbedingungen. Mit dieser Vorlage soll der Bebauungsplan als Satzung beschlossen werden.

 

 

 

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Finanzielle Auswirkungen

x

nein

 

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

 

nein

 

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

 

 

 

 

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

 

 

 

 

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

 

nein

 

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Steuerrechtliche Prüfung

 

nein

 

wenn, ja

Unternehmerische Tätigkeit i.S.d. §§ 2 Abs. 1 und 2B UStG

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Punkt 4 des Sachverhalts

Umsatzsteuerpflicht der Leistung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Bei Verträgen: Umsatzsteuerklausel aufgenommen

 

ja

 

Nein, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

 

Ja

x

Nein

Beantragte Stellenerweiterung:

   Vorgesehener Stellenabbau:

 

 

 


Hintergrund zum Beschlussvorschlag:

Welche strategischen Ziele werden mit der Maßnahme unterstützt?

 

 

2030 - Leipzig wächst nachhaltig!

Ziele und Handlungsschwerpunkte

 

Leipzig setzt auf Lebensqualität:

Balance zwischen Verdichtung und Freiraum

Qualität im öffentlichen Raum und in der Baukultur

Nachhaltige Mobilität

Vorsorgende Klima- und Energiestrategie

Erhalt und Verbesserung der Umweltqualität

Quartiersnahe Kultur-, Sport- und Freiraum­angebote

 

 

Akteure:

rgerstadt

Region

Stadtrat

Kommunalwirtschaft

Verwaltung

Leipzig besteht im Wettbewerb:

Positive Rahmen­bedingungen für qualifizierte Arbeitsplätze

Attraktives Umfeld für Innovation, Gründer und Fachkräfte

Vielfältige und stabile Wirtschaftsstruktur

Vorsorgendes Fchen- und Liegenschaftsmanagement

Leistungsfähige technische Infrastruktur

Vernetzung von Bildung, Forschung und Wirtschaft

 

Leipzig schafft soziale Stabilität:

Chancengerechtigkeit in der inklusiven Stadt

Gemeinschaftliche Quartiersentwicklung

Bezahlbares Wohnen

Zukunftsorientierte Kita- und Schulangebote

Lebenslanges Lernen

Sichere Stadt

 

 

 

Leipzig stärkt seine Internationalität:

Weltoffene Stadt

Vielfältige, lebendige Kultur- und Sportlandschaft

Interdisziplinäre Wissenschaft und exzellente Forschung

Attraktiver Tagungs- und Tourismusstandort

Imageprägende Großveranstaltungen

Globales Denken, lokal verantwortliches Handeln

 

Sonstige Ziele:

 

trifft nicht zu

 

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Klimawirkung durch den Beschluss der Vorlage

Stufe 1: Grobe Einordnung zur Klimawirkung (Klimaschutzes und zur -wandelanpassung)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eingesetzte Energieträger (Strom, Wärme, Brennstoff)

keine / Aussage nicht möglich

erneuerbar

fossil

 

Reduziert bestehenden Energie-/Ressourcenverbrauch

Aussage nicht möglich

ja

nein

 

Speichert CO2-Emissionen (u.a. Baumpflanzungen)

 

Aussage nicht möglich

ja

nein

 

Mindert die Auswirkungen des Klima­wandels (u. a. Entsiegelung, Regen­wassermanagement)

Aussage nicht möglich

ja

nein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abschätzbare Klimawirkung mit erheblicher Relevanz

ja, da Beschlussgremium RV, GVA, oder VA und mind. 5 Jahre Betriebs- und Nutzungsdauer

nein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorlage hat keine abschätzbare Klimawirkung

ja (Prüfschema endet hier.)

 

 

 

 

 

 

 

 

Stufe 2: Die Vorlage berücksichtigt die zentralen energie- und klimapolitischen Beschlüsse (s. leipzig.de)

 

                        

ja

nein (Begründung s. Abwägungsprozess)

nicht berührt (Prüfschema endet hier.)

 

 

 

 

 

 

 

 

Stufe 3: Detaillierte Darstellung zur abschätzbaren Klimawirkung nur bei erheblicher Relevanz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Berechnete THG-Emissionen (in t bzw. t./a): ____________________

 

liegt vor: s. Anlage/Kapitel der Vorlage: Begründung zum Bebauungsplan, Kap. 7

 

 

wird vorgelegt mit: ________________ (z. B. Planungsbeschluss, Baubeschluss, Billigungs- und Auslegungsbeschluss)

 

 

 

Erläuterungen zur Klimawirkung:

Aus dem Beschluss der Vorlage selbst ergeben sich keine Klimawirkungen.

Klimawirkungen können nur durch die Umsetzung des bauplanungsrechtlichen Rahmens für die Zulässigkeit von Bauvorhaben, wie er sich nach Abschluss des Verfahrens ergibt, entstehen.

Die vorliegenden Planunterlagen sind das Ergebnis eines bereits länger andauernden Prozesses. Eine über das bisher Übliche hinausgehende, die Belange des Umweltschutzes betreffende, besonders vertiefende Untersuchung durch spezielle Gutachten zu klimarelevanten Sachverhalten oder die Erstellung eines separaten Klimakonzeptes sind nicht erfolgt. Dies soll anbetracht des Planungsfortschritts und im Sinne des Vertrauens der weiteren an der Planung Beteiligten in die Verlässlichkeit der Stadt in diesem Zusammenhang auch nicht mehr passieren. Gleichwohl wurde durch den Planbegünstigen geprüft, auf welcher Grundlage die Wärmeversorgung des Gebietes sichergestellt werden kann. Im Ergebnis erfolgt die Versorgung des Gebietes über das angrenzende Heizkraftwerk der L-Gruppe. Der Wärmemix aus Kraft-Wärme-Kopplung, Wärmepumpe und Spitzenlastdeckung aus Erdgas weist im Vergleich zu den anderen Nahwärmelösungen einen ca. 15% geringeren spezifischen CO2-Emissionsfaktor auf. Zusätzlich können auf den Neubauten Solaranlagen für die Stromgewinnung zum Einsatz kommen.

Gleichwohl wurden im Rahmen der Umweltprüfung die Auswirkungen der geplanten Vorhaben auf das Klima untersucht und im Bebauungsplan Festsetzungen getroffen, die insbesondere auch klimarelevante Wirkungen erzielen. Dies sind v.a. Regelungen zum Erhalt und Anpflanzen vom Baum- und Strauchpflanzungen,  und zur Regenwasserversickerung, zur Entsiegelung und Begrünung der Wohnfreiflächen sowie zur Dach- und Fassadenbegrünung. Zusätzlich wird über den Städtebaulichen Vertrag die max. zulässige Zahl der PKW-Stellplätze für die angestrebte Wohnnutzung auf 550 Stellplätze (0,9 Stp/WE) begrenzt.

Weitere Informationen können dem Kapitel Umweltbericht der Begründung zum Bebauungsplan entnommen werden.

Beschreibung des Abwägungsprozesses:

 

Innerhalb der Verwaltung sind unterschiedliche fachliche Beurteilungen mit der Folge inhaltlicher Zielkonflikte nicht aufgetreten. Eine Abwägung ist nicht erforderlich.

 

I. Eilbedürftigkeitsbegründung

 

Nicht erforderlich

 

II. Begründung Nichtöffentlichkeit

 

Nicht erforderlich

 

III.  Strategische Ziele

 

Das Plangebiet befindet sich im Ortsteil Meusdorf und damit in keinem fachübergreifenden Schwerpunktgebiet des INSEK. Meusdorf ist in der Ortsteilstrategie des INSEK der Raumkategorie „Qualitäten weiterentwickeln“ zugeordnet. In diesen Gebieten sollen die Entwicklung gestärkt und - bezogen auf den Ortsteil - die Infrastruktur und die Angebote bedarfsorientiert nachgerüstet werden.

 

Der Bebauungsplan unterstützt insbesondere das strategische Ziel Leipzig setzt auf Lebensqualität indem durch eine Balance zwischen Verdichtung und Freiraum in einem sorgfältigen Wechselspiel zwischen der bedarfsorientierten Erweiterung von Angeboten und der Auslastung der vorhandenen Infrastruktur bzw. der behutsamen baulichen Entwicklung des denkmalgeschützten Ensembles neue Wohnangebote geschaffen werden.

 

Zugleich werden durch die Begrenzung der zulässigen PKW-Stellplätze und die gewählte Energiestrategie (Fernwärmeversorgung) die Weichen für eine günstigere Klimawirkung gestellt.

 

Der Bebauungsplan dient der Umsetzung des strategischen Ziels Leipzig schafft soziale Stabilität durch ein zukunftsorientiertes Kita-Angebot, die vertragliche Sicherung bezahlbarer Wohnungen im mietpreis- und belegungsgebundener Wohnungsbau und einen fußläufig erreichbaren, bedarfsorientierten Nahversorger.

 

Weiterhin werden mit dem Bebauungsplan folgende strategischen Ziele verfolgtVorsorgende Klima- und Energiestrategie“ indem auf Basis eines abgestimmten Energiekonzeptes und eines abgestimmten Mobilitätskonzeptes die Integration von erneuerbaren Energien und die optimale Auslastung der bestehenden Infrastruktur sowie die Integration von Elektromobilität angestrebt wird.

 

IV. Sachverhalt

1. Anlass

 

Mit dem Planverfahren soll die Entwicklung des seit Jahren brachgefallenen und unter Denkmalschutz stehenden Areals des ehemaligen Parkkrankenhaus Dösen ermöglicht werden. Eine Projektentwicklungsgesellschaft möchte das Areal als Wohngebiet entwickeln und hierfür den vorhandenen denkmalgeschützten Gebäudebestand soweit möglich nachnutzen und mit einzelnen Neubauten ergänzen. Hierfür bildet der Bebauungsplan die planungsrechtlich erforderliche verbindliche Grundlage. Entstehen sollen ca. 600 Wohneinheiten, davon 90 im mietpreis- und belegungsgebundener Wohnungsbau, eine Kindertagesstätte mit 120 Plätzen sowie ein bedarfsorientierter Nahversorger an der Chemnitzer Straße.

 

Die Reaktivierung dieses Areals steht insgesamt vor besonderen Herausforderungen. Diese erfordern einen angemessenen Kompromiss zwischen den stadtentwicklungspolitischen, umwelt- und naturschutzrechtlichen, klimarelevanten, denkmalpflegerischen und privaten Zielen. Hierbei sind in gebührender Art und Weise die gesamtstädtischen Zielstellungen, die verschiedenen öffentlichen Belange und die wirtschaftlichen Interessen des Planbegünstigten zu berücksichtigen und gleichwertig in die Abwägung einzustellen.

 

2. Beschreibung der Maßnahme

 

Der Beginn der planerischen Entwicklung des Areals als ein gemischtgenutztes Gebiet liegt im Jahr 2012. Nach einem Eigentümerwechsel in 2016 sollen jedoch im Plangebiet vorwiegend Wohnnutzungen ermöglicht werden. Die Wohnungen sollen in den denkmalgeschützten Gebäuden (ca. 370 WE) sowie in ergänzenden Neubauten (ca. 230 WE) entstehen. Zusätzlich sollen im Zuge der Umsetzung der Planung eine Kindertagesstätte mit max. 120 Plätzen im Südosten des Plangebietes sowie ein Nahversorgungsmarkt (< 800 qm Verkaufsfläche) mit darüber liegenden Wohnungen an der Chemnitzer Straße errichtet werden. Voraussetzung dieser Entwicklungen ist die Herstellung der öffentlichen und privaten Erschließungsanlagen. Hierfür werden innerhalb des bestehenden Straßenrasters einzelne Abschnitte ausgebaut während andere wegen ihrer geringeren Verkehrsbedeutung zurückgebaut werden und künftig dem Fuß- und Radverkehr vorbehalten sind. Die Anbindung des Areals an die Chemnitzer Straße erfolgt über die Verlängerung zweier bestehender Straßenabschnitte. Zur Unterbringung des ruhenden Verkehrs (0,9 Stellplätze/WE) werden zentrale Abstellanlagen am nördlichen Rand (Parkdeck) sowie unter der zentralen Grünfläche (Tiefgarage) errichtet. Zusätzlich entstehen unter den meisten der Neubauten kleinere Tiefgaragen.

 

Für die Freizeit- und Erholungsvorsorge entstehen im Gebiet insgesamt drei öffentlich nutzbare Spielplätze. Darüber hinaus entstehen zahlreiche Grünflächen als „Hausgärten“, für die wegen der gartendenkmalpflegerischen Ziele restriktive Vorgaben zur Begrünung und Nutzung bestehen. Die dominierenden Alleen sollen ebenso in ihrer Erscheinung erhalten bleiben wie die dichten Bepflanzungen entlang der Chemnitzer Straße.

 

Insgesamt stehen die beschriebenen Maßnahmen im Einzelnen wie die Entwicklung insgesamt von Beginn an in einem Spannungsverhältnis der stadtentwicklungspolitischen Strategien, wirtschaftlichen Interessen, einer ungünstigen infrastrukturellen Anbindung und Ausstattung sowie den teils gegensätzlichen umwelt- und naturschutzrechtlichen sowie denkmalpflegerischen Zielen und Belangen. Der vorliegende Bebauungsplan beinhaltet einen ausgewogenen Kompromiss. Im Ergebnis der öffentlichen Auslegung und auf der Grundlage des Antrags VII-A-00948-NF-04 wurden die Planinhalte nochmals geprüft und in der Folge so angepasst, dass insbesondere den Anforderungen an naturschutzfachliche Ziele besser entsprochen werden kann (siehe dazu auch IV 6.). 

 

Im Hinblick auf die klimarelevanten Inhalte der angestrebten Flächenentwicklung ist Folgendes festzustellen:

Das Quartier soll über das unmittelbar angrenzende Heizwerk Dösen der SWL mit Fernwärme versorgt werden, dabei wird ¼ der bereitgestellten Wärme mittels einer Wärmepumpe klimaneutral erzeugt. Da sich auch auf Grundlage eines Energiekonzeptes gegen eine Nahwärmelösung mittels BHKW entschieden wurde, kann im Gebiet selbst kein oder nur in sehr geringem Umfang Strom erzeugt werden. Dies geschieht mit Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Neubauten. Grundsätzlich ist dies zwar auch auf den denkmalgeschützten Gebäuden möglich, die Planinhalte stehen der Errichtung solcher Anlagen nicht entgegen, jedoch bestehen hier wegen der denkmalschutzrechtlichen Auflagen kaum Möglichkeiten zur Installation dieser Anlagen.

 

Entgegen der bisherigen vollständigen Ableitung des auf den Straßen und Gebäuden anfallenden Regenwassers über den südlich gelegenen Parkteich in den Leinegraben werden künftig ca. 30 % des auf den Gebäuden anfallenden Niederschlagswassers im Gebiet über Rigolen versickert. Da zudem Straßen teilweise zurückgebaut werden sowie Gehwege und Zufahrten keinen Anschluss an das Kanalnetz erhalten, wird sich der Anteil des im Plangebiet verbleibenden Regenwassers deutlich erhöhen. Einem noch höheren Anteil stehen die Baugrundverhältnisse und räumlichen Situationen entgegen.

 

Mit dem Beschluss dieser Vorlage wird der Bebauungsplan als Satzung beschlossen (§ 10 Abs. 1 BauGB).

 

3. Realisierungs- / Zeithorizont

 

Die weitere Vorgehensweise ist wie folgt vorgesehen:

Nach der Beschlussfassung durch die Ratsversammlung und dem Vorliegen eines wirksamen Städtebaulichen Vertrages wird das Dezernat Stadtentwicklung und Bau, Stadtplanungsamt, den Beschluss im Leipziger Amtsblatt bekannt machen.

 

Mit dem Städtebaulichen Vertrag wird parallel ein Regelwerk zur Umsetzung der Planung der Ratsversammlung zur Beschlussfassung vorgelegt. Die Wirksamkeitsvoraussetzungen sind im Vertrag formuliert, u.a. muss die notarielle Beglaubigung vorliegen sowie müssen Vertragserfüllungsbürgschaften und/oder Sicherheitsleistungen übergeben werden bzw. auf die Verwahrkonten eingezahlt werden. Ebenso sind bereits zwei Bauanträge für die Errichtung der Kita und des Nahversorgers gestellt worden. Diese können nun abschließend geprüft werden.

 

4. Finanzielle Auswirkungen

 

Keine

 

5. Auswirkungen auf den Stellenplan

 

Keine

 

6. Bürgerbeteiligung

 

bereits erfolgt    geplant    nicht nötig

 

Die Beteiligung der Öffentlichkeit erfolgte im Laufe des Verfahrens nach den Anforderungen des BauGB.

Die Durchführung der Öffentlichkeitsbeteiligung gemäß § 3 Abs. 2 BauGB erfolgte nach Bekanntmachung im Amtsblatt Nr. 9/2019 v. 04.05.2020 im Zeitraum vom 14.05. – 13.06.2019. Im Rahmen der Beteiligung der Öffentlichkeit zum Entwurf gingen Stellungnahmen von Umweltverbänden und Bürgerinnen und Bürger ein.

 

In den Stellungnahmen der Umweltverbände wurde die Planung insgesamt sehr kritisch hinterfragt und insbesondere

-  der größtmögliche Erhalt des vorhandenen hochwertigen Baumbestandes,

-  die Reduzierung der Stellplätze,

-  der Erhalt vorhandener geschützter Biotope,

-  die noch stärkere Berücksichtigung des Arten- und Naturschutzes verlangt und in diesem Zusammenhang die Erarbeitung eines Artenschutz- und Pflegekonzeptes einschließlich der qualitativen und quantitativen Änderungen der festgesetzten Pflanzmaßnahmen gefordert. Die kritische Überprüfung der Planinhalte führt zu mehreren inhaltlichen Änderungen, die auf der Grundlage von Betroffenenbeteiligungen nach § 4 a BauGB (Schreiben vom 09.12.2019, 10.01.2020 und 19.02.2020) in die weitere Planung eingeflossen sind.

 

In den zwei Stellungnahmen der Bürgerinnen und Bürger wurden vor allem Belange angesprochen, die sich auf die innere und äußere Erschließung des Plangebietes, den Wohnungsmix und befürchtete Lärmimmissionen aus der südlich gelegenen JVA bezogen. Die Anregungen und Einwendungen waren mehrheitlich in der Planung bereits berücksichtigt gewesen bzw. nicht Gegenstand dieses Planverfahrens. Diese Einwendungen führten nicht zu Änderungen des Planinhaltes.

 

Daneben hat sich auch der Stadtrat mit dem Beschluss des Antrags VII-A-00948-NF-04 aktiv eingebracht und die Verwaltung beauftragt, mit dem Planbegünstigen über weitere Änderungen der Planinhalte zu verhandeln. Das Ergebnis hat der Fachausschuss Stadtentwicklung und Bau in seiner Sitzung am 14.07.2020 zu Kenntnis genommen. Daraus resultierende Änderungen der bisherigen Planinhalte wurden über erneute Betroffenenbeteiligung nach § 4 a BauGB (Schreiben vom 29.10.2020 und 08.12.2020) ebenfalls Bestandteil des Planentwurfs.

 

Näheres zu den Ergebnissen der Beteiligungen siehe dem beigefügten Abwägungsvorschlag sowie den Kapiteln 4 und 8 der Begründung zum Bebauungsplan.

 

7. Besonderheiten

 

Mit dem Billigungs- und Auslegungsbeschluss (VI-DS-06164) wurde zugleich zu Protokoll genommen, dass sich der Oberbürgermeister verpflichtet, eine Nutzung im Sinne der 120-jährigen Geschichte [des Areals] mit dem Investor zu finden und zu vereinbaren. Diesbezüglich wurde ein Ergebnis erzielt (finanzielle Beteiligung an einer künstlerischen Auslobung), welches über den städtebaulichen Vertrag gesichert ist.

 

8. Folgen bei Nichtbeschluss

 

Das langjährige Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplanes wird nicht abgeschlossen. Die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Entwicklung des denkmalgeschützten Areals werden nicht geschaffen.

 

Anlagen:

 

  1. Übersichtskarte
  2. Abwägungsvorschlag
  3. Namens- und Adressenliste zum Abwägungsvorschlag

Aus Datenschutzgründen nicht zur Veröffentlichung freigegeben!

  1. Bebauungsplan Teil A: Planzeichnung
  2. Bebauungsplan Teil A: Planzeichenerklärung
  3. Bebauungsplan Teil B: Text
  4. Begründung zum Bebauungsplan

 

 

 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Übersichtskarte (468 KB)    
Anlage 2 2 Abwägungsvorschlag (854 KB)    
Anlage 4 4 Bebauungsplan Teil A: Planzeichnung (296 KB)    
Anlage 5 5 Bebauungsplan Teil A: Planzeichenerklärung (130 KB)    
Anlage 6 6 Bebauungsplan Teil B: Text (161 KB)    
Anlage 7 7 Begründung zum Bebauungsplan (3420 KB)