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Vorlage - VII-F-01863-AW-01  

 
 
Betreff: Leseräume in Leipziger Schulen - Gibt Leipzig die Tradition als Buch- und Literaturstadt für die Kleinsten auf?
Anlass: Sonstiges
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:schriftliche Antwort zur Anfrage
Einreicher:Dezernat Jugend, Schule und DemokratieBezüglich:
VII-F-01863
Beratungsfolge:
Ratsversammlung schriftliche Beantwortung

Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Antwort

 

  1. Welche Aufgaben in der Stadtverwaltung sind höher priorisiert als die strategischen Ziele im Schwerpunkt: Leipzig schafft soziale Stabilität […] innerhalb der Ziele und Handlungsschwerpunkte „2030 - Leipzig wächst nachhaltig“?

 

Die Leseräume sind weiterhin von hoher Priorität. Bereits 2018 wurde mit der Planung von Stellen nach § 16 i SGB II (Teilhabe am Arbeitsmarkt) innerhalb der Stadtverwaltung den Schulbibliotheken und Leseräumen ein hoher Stellenwert eingeräumt und über 40 % Prozent aller Stellen in diesem Bereich eingeplant. Eine temporäre Umlenkung von Personal wurde erforderlich, um die Erfüllung der Pflichtaufgaben der Stadt Leipzig während der Corona-Pandemie zu gewährleisten. Ein Teil des Personals aus der Fördermaßnahme „Teilhabe am Arbeitsmarkt, welches i.d.R. die Leseräume betreut, ist temporär als Lots/-innen im Einsatz. Die Lots/-innen ermöglichen die Besuchersteuerung in den Bürgerämtern. Die Besuchersteuerung ist essentiell für die Einhaltung des Hygieneschutzes und damit für die Aufrechterhaltung des Dienstbetriebes. Die Aufgaben in den Bürgerämtern wie die Beantragung von Personalausweisen und Reisepässe oder Ummeldungen sind Pflichtaufgaben nach Weisung und sind zwingend für die Bürger/-innen zu erledigen. Zur Aufrechterhaltung dieser Leistungserbringungen ist die sehr gute Arbeit der Lotsinnen und Lotsen unverzichtbar. Der Einsatz der Mitarbeiter/-innen erfolgte ab dem 31.08.2020 und ist vorerst bis zum 31.12.2020 vorgesehen.

 

  1. Wer entscheidet darüber, welche Aufgaben in der Stadtverwaltung im Ranking der priorisierten Aufgaben einen höheren Stellenwert haben? (Bitte Gremienweg auflisten.)

 

Die Corona-Pandemie hat auch die Verwaltung vor enorme Herausforderungen gestellt. Für die Priorisierung von Aufgaben im Rahmen der Corona-Pandemie gilt grundsätzlich die Unterteilung der gemeindlichen Aufgaben nach § 2 SächsGemO in Pflicht-, Weisungs- und freiwillige Aufgaben. Unter Berücksichtigung des Infektionsschutzes der Beschäftigten war und ist es Ziel, pflichtige Aufgaben sicherzustellen und bspw. für Leipziger Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zu Behörden und Institutionen und deren Dienstleistungen aufrecht zu erhalten. Das Vorhalten von Personalressourcen für Schulbibliotheken und Leseräume ist demgegenüber eine freiwillige, wenn auch aus bildungspolitischer Perspektive zweifelsfrei wichtige, Leistung. Der Abstimmungsprozess zur Umsetzung eines Großteils der Mitarbeiter/-innen der Leseräume wurde ämterübergreifend durchgeführt. Der Entscheidung zur Umsetzung wurde durch die Verwaltung getroffen, da es sich um Verwaltungshandeln handelt.

 

  1. Ist eine Beteiligung und Informierung des Stadtrates über die Entscheidung von Prioritäten bei der Aufgabenbewältigung vorgesehen?

 

Eine Beteiligung und Informierung des Stadtrats erfolgte nicht, da es sich hierbei um Verwaltungshandeln handelt. Eine Information zum Thema kann im Fachausschuss Jugend, Schule und Demokratie erfolgen.

 

  1. Wurde ein Meinungsbild zur Entscheidungsfindung von der Schulbibliothekarischen Arbeitsstelle der Stadt Leipzig eingeholt?

 

Im Rahmen der notwendigen Priorisierung wurde das Amt für Jugend, Familie und Bildung mit der Schulbibliothekarischen Arbeitsstelle einbezogen und so sichergestellt, dass das über das Förderinstrument „Teilhabe am Arbeitsmarkt“ eingesetzte Personal weiterhin uneingeschränkt in den Schulbibliotheken tätig ist. Die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle und der Arbeitgeber Kommunaler Eigenbetrieb Leipzig/Engelsdorf stehen in einem engen Austausch, um die Leseräume schnellstmöglich, vorbehaltlich keines weiteren Lock-Downs, wieder mit Mitarbeiter/-innen besetzen zu können.  Bis dahin können die Leseräume weiterhin z. B. unterrichtsbezogen durch Lehrkräfte oder im Rahmen von Ganztagsangeboten genutzt werden.

 

  1. In welchen Aufgabenbereichen sind die Mitarbeiter*innen der Leseräume derzeit eingesetzt?

 

Die Mitarbeiter/-innen der Leseräume sind aktuell in den Bürgerämtern der Stadt Leipzig (16 Mitarbeiter/-innen) sowie im Amt für Jugend und Familie (5 Mitarbeiter/-innen) eingesetzt. Drei Mitarbeiterinnen sind weiterhin im Leseraum tätig.

 

  1. Welche Priorität haben diese Stellen innerhalb der Ziele und Handlungsschwerpunkte „2030-Leipzig wächst nachhaltig“?

 

Die Unterstützung der Teilhabe-Mitarbeiter/-innen bei der Erllung von Pflichtaufgaben durch die Stadt Leipzig dient der Sicherung der Rechtstaatlichkeit sowie dem Gesundheitsschutz der Bürgerinnen und Bürger sowie der Bediensteten der Stadt Leipzig und ist Voraussetzung für ein nachhaltig wachsendes Leipzig.

 

  1. Welchen Stellenwert misst die Stadt Leipzig den Leseräumen hinsichtlich der eigenen bildungspolitischen Leitlinien, Lesekompetenzentwicklung und Hinführung zur Bibliotheksnutzung bei?

 

Die Stadt Leipzig unterstützt seit 1995 die Entwicklung von Schulbibliotheken und seit 2013 die von Leseräumen an Schulen in ihrer Trägerschaft. Leseräume in Leipzig sind ein zusätzliches Instrument zur Beförderung von Lesekompetenz. Sie sind Orte, die außerhalb des Unterrichts interessante Angebote, wie z.B. Vorleseprojekte, Lese- und Schreibprojekte, Autorenlesungen anbieten sowie die Neugier der Schüler/-innen wecken auf das Medium Buch, vor allem über das Angebot aktueller Kinder- und Jugendliteratur.

 

  1. Werden die Prioritäten zur Besetzung der Leseräume nach Beantwortung dieser Anfrage nochmals überdacht?

 

Der Unterstützungsbedarf in den o. g. Einsatzbereichen wird zum Jahresende erneut geprüft. In Abhängigkeit von der dann aktuellen und prognostizierten Pandemiesituation nnen ggf. Änderungen vorgenommen und Mitarbeiter/-innen wieder in den Leseräumen eingesetzt werden.

 

Stammbaum:
VII-F-01863   Leseräume in Leipziger Schulen - Gibt Leipzig die Tradition als Buch- und Literaturstadt für die Kleinsten auf?   Geschäftsstelle der SPD-Fraktion   Anfrage
VII-F-01863-AW-01   Leseräume in Leipziger Schulen - Gibt Leipzig die Tradition als Buch- und Literaturstadt für die Kleinsten auf?   51 Amt für Jugend, Familie und Bildung   schriftliche Antwort zur Anfrage