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Vorlage - VII-Ifo-01934  

 
 
Betreff: Schulbiologiezentrum Leipzig - Entwicklungskonzept für ein Bildungszentrum für Nachhaltigkeit am Standort Botanischer Lehrgarten
Anlass: Sonstiges
Status:öffentlich (Vorlage freigegeben)Vorlage-Art:Informationsvorlage
Einreicher:Dezernat Jugend, Schule und Demokratie
Beratungsfolge:
Dienstberatung des Oberbürgermeisters
DB OBM - Vorabstimmung
Jugendhilfeausschuss Information zur Kenntnis
FA Jugend, Schule und Demokratie Information zur Kenntnis
FA Umwelt, Klima und Ordnung Information zur Kenntnis
Jugendparlament Information zur Kenntnis
Ratsversammlung Information zur Kenntnis

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Die Information zur Umsetzung einer Machbarkeitsstudie zur Standortentwicklung des Schulbiologiezentrums wird zur Kenntnis genommen.

 

Räumlicher Bezug:

 

Das Vorhaben befindet sich im Schwerpunktgebiet „Grün- und Gewässerverbund“ der Stadt Leipzig. Der Wirkungskreis erstreckt sich über das gesamte Stadtgebiet und das Umland der Stadt Leipzig (Metropolregion Mitteldeutschland/Mitteldeutsches Revier).

 

Zusammenfassung:

Die mittelfristige Entwicklung des Schulbiologiezentrums Leipzigs zu einem Zentrum für nachhaltige Bildung für Leipzig und das Umland der Stadt Leipzig am Standort Botanischer Lehrgarten ordnet sich in eine Vielzahl der strategischen Zielsetzungen der Stadt Leipzig und den damit verbundenen Handlungsfeldern ein. Im beschlossenen Sofortmaßnahmeprogramm zum Klimanotstand 2020 (VI-A-07961-DS-10) ist die Stadtverwaltung zudem aufgefordert zu prüfen, ob sich das Schulbiologiezentrum im Rahmen einer Neukonzeption zu einem Zentrum für Nachhaltigkeitsentwicklung umgestalten und aufwerten lässt. Die Vorlage beschreibt derzeitige Arbeitsschwerpunkte sowie die zur Verfügung stehende personelle und baulich äußert mangelhafte Infrastruktur. Sie zeigt bauliche Erfordernisse auf, die zugleich die Voraussetzung für zukünftige konzeptionelle Entwicklungsschwerpunkte hin zu einem Bildungszentrum für nachhaltige Entwicklung bilden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anlass der Vorlage:

 

Rechtliche Vorschriften   Stadtratsbeschluss   Verwaltungshandeln

Sonstiges:

-          Globale Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals – SDGs)

-          Nationaler Aktionsplans Bildung für nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung

-          Sächsische Landesstrategie Bildung für nachhaltige Entwicklung

-          RB VI-A-07961-DS Sofortmaßnahmeprogramm zum Klimanotstand

-          RB VII-A-00615 Entwicklung Auwald Kommunikationskonzept

-          Strategische Ziele zur Regionalentwicklung im Strukturwandelprozess der Innovationsregion Mitteldeutschland

 

 

 


 


 

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Finanzielle Auswirkungen

x

nein

 

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

 

nein

 

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

2020

2021

40.000€

Kostenstelle 9012087000 im UH_1

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

 

 

 

 

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

 

nein

 

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Steuerrechtliche Prüfung

 

nein

 

wenn, ja

Unternehmerische Tätigkeit i.S.d. §§ 2 Abs. 1 und 2B UStG

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Punkt 4 des Sachverhalts

Umsatzsteuerpflicht der Leistung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Bei Verträgen: Umsatzsteuerklausel aufgenommen

 

ja

 

Nein, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

 

Ja

x

Nein

Beantragte Stellenerweiterung:

   Vorgesehener Stellenabbau:

 

 

 


Hintergrund zum Beschlussvorschlag:

Welche strategischen Ziele werden mit der Maßnahme unterstützt?

 

2030 - Leipzig wächst nachhaltig!

Ziele und Handlungsschwerpunkte

 

Leipzig setzt auf Lebensqualität:

Balance zwischen Verdichtung und Freiraum

Qualität im öffentlichen Raum und in der Baukultur

Nachhaltige Mobilität

Vorsorgende Klima- und Energiestrategie

Erhalt und Verbesserung der Umweltqualität

Quartiersnahe Kultur-, Sport- und Freiraum­angebote

 

 

Akteure:

rgerstadt

Region

Stadtrat

Kommunalwirtschaft

Verwaltung

Leipzig besteht im Wettbewerb:

Positive Rahmen­bedingungen für qualifizierte Arbeitsplätze

Attraktives Umfeld für Innovation, Gründer und Fachkräfte

Vielfältige und stabile Wirtschaftsstruktur

Vorsorgendes Flächen- und Liegenschaftsmanagement

Leistungsfähige technische Infrastruktur

Vernetzung von Bildung, Forschung und Wirtschaft

 

Leipzig schafft soziale Stabilität:

Chancengerechtigkeit in der inklusiven Stadt

Gemeinschaftliche Quartiersentwicklung

Bezahlbares Wohnen

Zukunftsorientierte Kita- und Schulangebote

Lebenslanges Lernen

Sichere Stadt

 

 

 

Leipzig stärkt seine Internationalität:

Weltoffene Stadt

Vielfältige, lebendige Kultur- und Sportlandschaft

Interdisziplinäre Wissenschaft und exzellente Forschung

Attraktiver Tagungs- und Tourismusstandort

Imageprägende Großveranstaltungen

Globales Denken, lokal verantwortliches Handeln

 

Sonstige Ziele: >beim Ausfüllen bitte überschreiben: max. 60 Zeichen ohne Leerzeichen

 

trifft nicht zu

 

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Beschreibung des Abwägungsprozesses:

 

Nicht erforderlich.

 

I. Eilbedürftigkeitsbegründung

 

Nicht erforderlich.

 

II. Begründung Nichtöffentlichkeit

 

Nicht erforderlich.

 

III.  Strategische Ziele

 

Die Etablierung eines Bildungszentrums für Nachhaltigkeit ordnet sich der Strategie „Leipzig wächst nachhaltig“ des Stadtentwicklungskonzeptes Leipzig 2030 unter. Dabei werden innerhalb der Ziele „Leipzig setzt auf Lebensqualität“,Leipzig schafft soziale Stabilität“ sowie „Leipzig stärkt seine Internationalität“ die Handlungsschwerpunkte „Quartiersnahe Kultur-, Sport und Freiraumangebote“, „Zukunftsorientierte Kita- und Schulangebote“ und „Globales Denken, lokal verantwortliches Handeln“ angesprochen.

 

Das Bildungszentrum für Nachhaltigkeit wird im Schwerpunktgebiet „Grün- und Gewässerverbund“ [s. INSEK-Karte (Fachübergreifende Schwerpunktgebiete der Stadtentwicklung, Anlage 9 der Vorlage VI-DS-05726-DS-01) – Schwerpunktgebiet mit stadtweiter und regionaler Ausstrahlung] aufgebaut.

 

Vor dem Hintergrund der mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung durch die Vereinten Nationen beschlossenen Globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals – SDGs) und der Verabschiedung des Nationalen Aktionsplans Bildung für nachhaltige Entwicklung durch die Bundesregierung hat der Freistaat Sachsen 2018 die Sächsische Landesstrategie Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) beschlossen. Die Inhalte dieser Strategie zielen auf das Globale Nachhaltigkeitsziel 4 „inklusive, gerechte und hochwertige Bildung zu gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle zu fördern“ ab. Dieses Ziel beinhaltet, „dass alle Lernenden [] die Möglichkeit erhalten, Kenntnisse und Qualifikationen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung zu erwerben durch Bildung für nachhaltige Entwicklung“[1].

 

Die Landesstrategie sieht ein „erhebliches Entwicklungspotenzial [] darin, den Ansatz von BNE stärker in die Arbeit von non-formalen Bildungsträgern zu integrieren“[2]. Schulen werden als nachhaltige Lernorte definiert. Schulen ergänzen das schulische Lernen und die Orientierung für zukunftsfähiges Handeln in der Lebens- und Arbeitswelt mit außerschulischen Lernorten.“[3] Besonders auch die Ganztagsangebote bieten den sächsischen Schulen die Möglichkeit, außerschulische Bildungspartner in die pädagogische Arbeit einzubeziehen. „Außerschulische Lernorte bieten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, lebensnah zu lernen und Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen.“[4]

 

2019 sind Grundsätze der BNE in die Sächsischen Lehrpläne der allgemeinbildenden Schulen aufgenommen worden. BNE findet sich fächerübergreifend insbesondere in ausgewählten Fächern (Sachunterricht, Geografie, Biologie, Physik, Gemeinschaftskunde, Rechtserziehung und Wirtschaft). Darüber hinaus ist „BNE wichtiger Baustein der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehr- und pädagogischen Fachkräften.[5] Die Kommunen als Träger von Bildungseinrichtungen stehen in der Verantwortung, BNE angemessen zu integrieren. [6]

 

IV. Sachverhalt

 

1.                  Anlass

 

Die mittelfristige Entwicklung des Schulbiologiezentrums Leipzigs zu einem Zentrum für nachhaltige Bildung für Leipzig und das Umland der Stadt Leipzig am Standort Botanischer Lehrgarten ordnet sich in die skizzierten strategischen Zielsetzungen und den damit verbundenen Handlungsfeldern ein. Im beschlossenen Sofortmaßnahmeprogramm zum Klimanotstand 2020 (VI-A-07961-DS-10) ist die Stadtverwaltung zudem aufgefordert zu prüfen, ob sich das Schulbiologiezentrum im Rahmen einer Neukonzeption zu einem Zentrum für Nachhaltigkeitsentwicklung umgestalten und aufwerten lässt.

 

1.1.         Aktuelle Arbeitsschwerpunkte

 

Die außerschulischen Bildungseinrichtungen Botanischer Lehrgarten (BLG) am Schleußiger Weg und die Freiluftschule, die Botanikschule im Botanischen Garten der Universität Leipzig sowie die Zooschule des Leipziger Zoo haben sich 1991 unter der Dachmarke Schulbiologiezentrum Leipzig firmiert.

 

 

Der Botanische Lehrgarten wurde als Zentralschulgarten für Leipziger Schulen von Leipziger Lehrer/-innen 1892 gegründet. Seitdem befindet sich der Lehrgarten als Bildungseinrichtung mit Unterbrechung (1933-1945) in Trägerschaft der Stadt Leipzig. Seit 1991 wird der Botanische Lehrgarten in Trägerschaft der Stadt Leipzig in Kooperation mit der Schulaufsichtsbehörde geführt.

 

Bildung für nachhaltige Entwicklung ist im sächsischen Schulgesetz § 1 als ein Bestandteil des Bildungs- und Erziehungsauftrage der Schule beschrieben. Als außerschulischer Lernort hält das Schulbiologiezentrum unterrichtsergänzende Angebote mit einem hohen Praxisbezug vor, die fachübergreifend angelegt sind. Dabei findet der Aspekt der BNE als überfachliche Querschnittsaufgabe, die Umweltbildung mit globalem Lernen und an BNE orientierte Bildungsansätzen verbindet, besondere Berücksichtigung.

Ein Schwerpunkt der Arbeit des Botanischen Lehrgartens liegt in der Gestaltung eines natur- und praxisnahen Biologie- und Sachunterrichtes für die Leipziger Schulen (vgl. Anlage 1). Die Angebote sind auf die Lehrpläne und deren Wahlbereiche abgestimmt und werden durch vom Landesamt für Schule und Bildung abgeordnete Lehrer/-innen durchgeführt. Auf Grund der notwendigen Freilenkung der Freiluftschule aus der Heinich-Mann-Schule werden die pädagogischen Angebote der Freiluftschule seit Juli 2019 ebenfalls am Standort Botanischer Lehrgarten durchgeführt.

Das Schülerforschungszentrum almaLab der Universität Leipzig hat 2020 das Projektangebot für allgemeinbildende, berufsbildende Schulen sowie Förderschulen insbesondere durch das Einbinden digitaler Medien zur Messwertaufnahme und Messwertdiskussion im Rahmen multimedialer Naturbeobachtungen im Bereich des Standortes BLG erweitert. Eingebunden sind die MINT-Lehramts- und Fachstudenten des Schülerforschungszentrums almaLab an der Universität Leipzig und Schüler/-innen der Arwed-Rossbach-Schule (ARS), Berufsbildende Schule, mit dem Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) und dem Beruflichen Gymnasium (BGY). Der Einsatz moderner digitaler Technik u. a. in Form von interaktiven Nistkästen (für Stare, Blau- und Kohlmeisen, Buntspechte und Rotkehlchen) u.d.gl. befördert das Naturverständnis auch für Besucher/-innen. Außerdem wurden mit Schüler/-innen zwei QR Code-Pfade erarbeitet zu den Themen "Wissenswertes im Botanischen Lehrgarten" und „Baumlehrpfad“.

 

Die Lehr- und Lerninhalte können zu Hause rekapituliert, gefestigt und weitergeführt werden. Hierbei ist ausdrücklich die Einbeziehung von Familienmitgliedern gewünscht. Die Maßnah­men dienen zur Öffnung des Lehrgartens nach Außen, der Einbeziehung der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen und der damit neuen Annäherung an das Lebenswesen Pflanze und Tier.

 

Eine Reihe öffentlicher Veranstaltungen wie Ferienpassveranstaltungen, Frühlingsspaziergänge, der Kindertag, der Naturerlebnistag, das Kürbisfest und Bastelveranstaltungen in der Oster- und Adventszeit für Familien gehören ebenfalls zum Angebot.

 

Im Jahr 2019 haben 9.000 Schüler/-innen, Pädagoginnen und Pädagogen sowie interessierte Kinder und Jugendliche, Familien, Leipziger Bürger/-innen u. a. die Angebote im Botanischen Lehrgarten genutzt.

 

Darüber hinaus ist der Botanische Lehrgarten im Raum Leipzig der einzige Ausbildungsbetrieb für Gärtner/-innen in der Fachrichtung Zierpflanzenbau und für Fachpraktiker in der Fachrichtung Zierpflanzenbau. Durchschnittlich fünf bis sieben Ausbildungsplätze werden jährlich bereitgestellt. Fachpraktiker sind Auszubildende, die den theoretischen Anforderungen einer gängigen Ausbildung aufgrund einer Behinderung nicht gewachsen sind, sodass fachpraktische Inhalte der Ausbildung stärker gewichtet werden, während die Fachtheorie reduziert wird. Neben der Stadt Leipzig gibt es nur noch einen weiteren Betrieb im Landkreis Leipzig, der die Ausbildung von Fachpraktikern Gartenbau in der Fachrichtung Zierpflanzenbau ermöglicht. Mit der Integration behinderter Menschen in die Berufsausbildung übernimmt die Stadt Leipzig damit auch gesellschaftliche Verantwortung.

 

Daneben werden im Schulbiologiezentrum sowohl Schülerpraktika als auch Pflichtpraktika angeboten. Dadurch werden Schüler/-innen bei der Berufswahl und freie Träger in der praktischen Ausbildung unterstützt. Auch die Möglichkeit zum Absolvieren von Freiwilligendiensten wird im Schulbiologiezentrum geboten. Jährlich absolvieren 1-2 Jugendliche und Erwachsene ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) bzw. einen Freiwilligendienst aller Generationen (FdaG). Die Freiwilligendienste begleiten die Angebote des Schulbiologiezentrums pädagogisch. Handlungsziele für einen nachhaltigen Umgang mit Natur und Umwelt sind für das FÖJ gesetzlich festgelegt. Das FÖJ hat in den pädagogischen Konzepten der FÖJ-Träger deutschlandweit und damit auch sachsenweit Lernziele einer BNE verankert.

1.2.         Derzeitige personelle und bauliche Infrastruktur

 

Mit insgesamt 3,416 unbefristeten Stellen für festangestellte städtische Mitarbeiter/-innen ist der Botanische Lehrgarten deutlich unterbesetzt. Dem Leiter des Schulbiologiezentrums mit gärtnerischer Ausbildung (1,0 VzÄ) obliegen derzeit:

 

        die Gesamtverantwortung für die innerbetriebliche Organisation zur Absicherung des Unterrichts und der umweltpädagogischen Angebote (verwaltungstechnische, finanzielle, technische und organisatorischen Abläufe, Büroorganisation, Koordination der Raumbelegungen, Öffentlichkeitsarbeit, Durchführung von Gartenführungen, Vorbereitung und Absicherung von öffentlichen Veranstaltungen),

        die gartenbauliche Leitung (Anleitung und Kontrolle der Tätigkeiten der Gärtner und der anderen im Botanischen Lehrgarten tätigen Arbeitskräfte),

        die Leitung der Ausbildung der Gärtner/-innen und Gartenfacharbeiter/-innen,

        die Mitarbeit an der Erarbeitung und Fortschreibung von inhaltlich fachlichen Konzeptionen und deren Umsetzung.

Zur Unterstützung stehen keine kommunalen pädagogischen Mitarbeiter/-innen (ausschließlich abgeordnete Lehrkräfte des Freistaates Sachsen), Mitarbeiter/-innen mit organisatorischen Arbeitsschwerpunkten und kein Hausmeister zur Verfügung.

Die Anzahl der beschäftigten Gärtner/-innen mit Ausbilderqualifikation im Schulbiologiezentrum (2,416 VzÄ) ist für den Arbeitsanfall auf dem 1,8 ha großen Gartengelände und hinsichtlich der Verantwortung für die praktische Ausbildung der Gärtner/-innen zu gering und deren körperliche Beanspruchung sehr hoch.

 

Die baulichen Anlagen umfassen sechs Gewächshäuser sowie zwei offene Tiergehege und ein Tierhaus. Die Tierhaltung ergibt sich aus den Anforderungen der Lehrpläne des Sach- und Biologieunterrichts und umfasst Haus- und Heimtiere, Nutztiere sowie verschiedene Insekten, Spinnentiere, Lurche, Kriechtiere, Reptilien und nicht heimische Nagetiere. Auf dem Gelände befinden sich:

 

        1 Unterrichtsgebäude mit 2 Unterrichtsräumen (Baujahr 1950 -1954),

        (in einem Raum befinden sich auch Tiergehege und Terrarien),

        1 Sozialgebäude (Baujahr 1950 - 1954),

        (sanitäre Anlagen, Küche-Pausenraum, Umkleide),

        1 Verwaltungsgebäude (Baujahr 1950-1954),

        (3 Büroräume, 1 Kopierraum, Futterküche, Abstellräume, Werkstatt, Heizung),

        1 Holzblockhaus für Projektarbeit.

Die baulichen Anlagen sind in einem deutlich sanierungswürdigen Zustand. Die erforderlichen Instandsetzungs- und Instandhaltungsmaßnahmen an den Gebäuden wurden aufgrund finanzieller Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahrzehnten stets auf ein Minimum begrenzt. Bis auf wenige kleinräumige Modernisierungsarbeiten befinden sich die Gebäudeteile im Urzustand aus den 1950er und 1960er Jahren. Viele Bauteile sind stark abgenutzt. Der energetische Standard ist schlecht.

Das Gebäudeensemble weist in seiner Gesamtheit erhebliche Mängel auf und entspricht nicht den Anforderungen an ein zeitgemäßes Gebäude:

 

        Barrierefreiheit ist nicht gegeben,

        Gebäudeteile haben Feuchteschäden,

        Fenster sind stark verwittert, teilweise defekt und undicht,

        baulicher und anlagentechnischer Brandschutz ist nicht vollumfänglich gegeben,

        Schallschutz und Raumakustik sind unzulänglich,

        Heizungs-, Sanitär- und Elektroanlagen sind veraltet und dringend erneuerungsbedürftig.

 

Die Gebäude werden über eine Ölheizungsanlage, die mittelfristig durch eine Gasheizung ersetzt werden soll, beheizt. Die überfällige Sanierung der Gebäude ist auf Grund des beschriebenen Zustands unrentabel. Um die anspruchsvolle umweltpädagogische Bildungsarbeit im BLG nicht zu gefährden bzw. im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung und der 17 SDGs weiter zu entwickeln, ist ein umweltfreundlicher Neubau mit Vorbildcharakter geplant.

 

2. Ausführliche Darstellung der Information

2.1. Konzeptionelle Weiterentwicklung

 

Die Entwicklung des Botanischen Lehrgartens als Regionales Zentrum der Bildung für nachhaltige Entwicklung für Leipzig und das Mitteldeutsche Revier erschließt sich aus den Zielen des Stadtentwicklungskonzeptes Leipzig 2030, den genannten Zielen der Sächsischen Landesstrategie für Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie den strategischen Zielen zur Regionalentwicklung im Strukturwandelprozess der Innovationsregion Mitteldeutschland. Ganzheitliches und naturnahes Lernen stehen im Mittelpunkt. Vor dem Hintergrund der Entwicklung eines Auwaldkommunikationskonzeptes in der Stadt Leipzig (VII-A-00615-Beschluss) ist die Etablierung von Projekten zum Thema Wald mit dem besonderen Augenmerk auf den Leipziger Auwald begründet. Zudem wurden im Rahmen eines Workshops mit Vertreter/-innen des Stadtrates, des Amtes für Jugend, Familie und Bildung, des Amtes für Umweltschutz, des Stadteltern- und Stadtschülerrates, des Leipziger Jugendparlaments, des Landesamtes für Schule und Bildung, der Universität Leipzig diskutiert, wie der seit 128 Jahren bestehende Botanische Lehrgarten des Schulbiologiezentrums (BLG) weiterentwickelt werden kann. Die administrativ dem Botanischen Garten der Universität Leipzig unterstellte Botanikschule sowie die dem Leipziger Zoo unterstellte Zooschule bleibt von den konzeptionellen Entwicklungen des Botanischen Lehrgartens des Schulbiologiezentrums unberührt.

Die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) für Kinder- und Jugendliche, Pädagoginnen und Pädagogen, Lehramtsstudierende, Erzieher/-innen und angehende Erzieher/-innen und Heilerzieher/-innen sowie für weitere Bevölkerungsgruppen wird verstärkt im Zentrum der zukünftigen Arbeit stehen. Für die Zukunft sollen zudem Voraussetzungen geschaffen werden, die insbesondere den Schulen aus dem Umland Leipzigs die Nutzung des Zentrums für Projekttage, Exkursionen und Klassenfahrten zu den Themen Umweltbildung und nachhaltiges Handeln u. a. zu den nachfolgenden thematischen Schwerpunkten ermöglichen:

 

        Erneuerbare Energien/Energieeinsparung,

        Mobilität,

        Wasserschutz,

        Regenwassernutzung,

        Arten- und Naturschutz,

        Waldpädagogik (Thema Auwald),

        Gesunde Ernährung mit regionalen Produkten (Seminar-, Lehrküche, Lehmbackofen),

        Urbaner Gartenbau (Färbergarten, Schulgarten),

        Abfallvermeidung/-trennung, Recycling/Upcycling,

        Ökologisches Bauen und Sanieren

Als zukünftige Fachstelle für Bildung für nachhaltige Entwicklung für Leipzig und das Mitteldeutsche Revier soll das Bildungs- und Informationszentrum für Lehrkräfte und Erzieher/-innen sowie für Lehramtsstudent/-innen und angehende Erzieher/-innen curriculativ Fortbildungen und Seminare zu Nachhaltigkeitsthemen und zur Gestaltung des Unterrichts im Sinne einer BNE anbieten. In enger Kooperation mit dem Zentrum für Lehrerbildung und Schulforschung (ZLS) der Universität Leipzig, der Erziehungswis­senschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig und dem LaSuB soll das Zentrum in die Ausbildung von Lehrkräften im Bereich BNE eingebunden werden. Lehramtsstudent/-innen sowie angehende Erzieher/-innen und Heilerzieher/-innen können den Standort zur Bearbeitung von naturwissenschaftlichen und BNE-relevanten Themen im Rahmen von Fach- und Examensarbeiten im Abschlussjahr nutzen. Lehramtsstudent/-innen werden zukünftig praktisch eingebunden indem sie BNE-bezogene Ganztagsangebote für die Schulen entwickeln. Diese Angebote können im Freizeitbereich aber auch unterrichtsergänzend sein und neben theoretischem Kenntniserwerb im Unterricht durch praktische Unterrichtssequenzen am Lernort ergänzt werden.

 

Der Standort Botanischer Lehrgarten eignet sich zudem als Lernort für frühkindliche Bildung. Das Gelände bietet viele Möglichkeiten des Kennenlernens biologischer Zusammenhänge. Dazu sollen Angebote zu Themen, die zur Befriedigung der kindlichen Neugier und des Erkundungsdrangs geeignet sind, entwickelt werden z. B.:

 

        Blühwiesen (Wiesendetektive), Auwald

        Kräutergarten, Färbergarten

        Teichforscher,

        Heim- und Haustiere,

        Naturbeobachtungen,

        Forschen zu den Elementen Wasser und Luft,

        Forschen zu Licht, Farben und Sehen.

Eine Arbeitsgruppe unter Anleitung einer Fachkraft aus dem Bereich KiTa zum Thema BNE wäre eine Möglichkeit, geeignete Themen zu sammeln, auszuwerten und didaktisch aufzuarbeiten, um sie im Angebotskatalog des Bildungszentrums aufzunehmen.

 

Ferienprojekte werden ausgebaut und inhaltlich an die Themen der BNE angepasst z. B.:

        Digitales Gartencashing,

        Gesunde Ernährung (Kochschule),

        Auwald (Schützenswerter Wald als Lebensgemeinschaft, Bedeutung des Waldes),

        Abfallvermeidung, Abfallverwertung (Recycling, Upcycling).

 

Um die Kompetenzen der Lehrkräfte, pädagogischen Fachkräfte, Multiplikator/-innen und Multiplikatoren und diejenigen, die sie ausbilden zu entwickeln, muss BNE strukturell in der Aus-, Fort- und Weiterbildung verankert werden. Diesem Auftrag und der Fortbildungsbegleitung der Fachkräfte stellt sich seit Jahren die Stiftung "Haus der kleinen Forscher".  Über eine Kooperation mit dem „Haus der kleinen Forscher“ könnten die Themen für Fortbildungen in Leipzig angeboten werden, um den Fachkräften die Dienstreisen nach Borsdorf abzukürzen.

 

Non-formales und informelles Lernen in der Freizeit sind ein wichtiger und lebenslanger Bestandteil der Bildung eines Menschen. Interessengruppen aber auch interessierte Bürgerschaft sollen zukünftig Freizeitprojekte, Arbeitsgruppen, Seminare und Vorträge zu Themen des nachhaltigen Umwelt-, Natur- und Artenschutzes, zu gärtnerischen Themen wie Kräutergarten, Obstgarten, Streuobstwiesen sowie zu gesunder Ernährung, Waldpädagogik u. a. nutzen können. So z. B. zu:

 

        Natur und Kunst (Fotografieren/Malen in der Natur und mit Pflanzenfarben),

        Landökosysteme-Biologische Vielfalt,

        Naturkosmetik, Kräuterkunde,

        Recycling/Upcycling,

        Wetter, Klima, Klimawandel,

        erneuerbaren Energien, nachwachsenden Rohstoffen.

Ergänzend zum Bildungsansatz des Bildungszentrums bilden die Angebote des Umweltinformationszentrums eine Schnittstelle zur Umweltverwaltung und der verpflichtenden Umweltvorsorge. Themenschwerpunkte, wie z. B. konzeptioneller Klimaschutz, Naturschutz, Regenwasserrückhaltung, Dachbegrünung aber auch Abfall, Luftreinhaltung, Lärmschutz sowie Ziele und Maßnahmen zu deren Umsetzung, könnten über die Lerninhalte des SBZ sowie insbesondere über praktische und erlebbare Anschauung an Hand des geplanten innovativen Neubaus über gemeinsame Bildungsangebote vermittelt werden.

 

Einen neuen Schwerpunkt bildet somit auch die außerschulische und freizeitorientierte Bildung. Ein modernes Bildungszentrum stellt als externe Bildungsstätte ergänzend zu den Räumlichkeiten des Umweltinformationszentrums und der Ämter einen geeigneten Standort für die Vermittlung der Lerninhalte und Ziele dar. Durch den aufgezeigten Praxisbezug wird zudem ein ganzheitlicher Bildungsansatz unterstützt. Ein neues Schulbiologiezentrum, innovativ gebaut und zukunftsweisend ausgerichtet, könnte in allen aufgezeigten Bereichen die Theorie der UiZ-Veranstaltungen sowie die Forderungen des AfU im Umweltrecht durch praktisches Ansehen und Nutzen, hautnah erlebbar gestalten. Verknüpfungsmöglichkeiten der UiZ/AfU - Themen mit dem praktischen Erleben, wird z. B. bei gemeinsamen Aktionstagen, in erweiterten Ausstellungsflächen, Begehungen, Modelldarstellungen, Workshops, Seminare mit Praxisteil oder über interaktive Elemente gesehen. Auf diese Weise kann zudem auch die Vernetzung zu Querschnittsthemen, wie z. B. Stadtgrün oder Regenwassermanagement erfolgen. Auch lassen sich Bildungsangebote gezielter kombinieren oder aufeinander abstimmen. Für die Einrichtungen ergeben sich so Synergien für die Angebotsgestaltung, insbesondere jedoch für die Veranstaltungsqualität.

Kooperationen mit dem Amt für Stadtgrün und Gewässer (Stadtforsten), dem Amt für Umweltschutz, dem Referat Klimaschutz, dem Netzwerk BNE – Leipzig, dem Netzwerk Natur Sachsen der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt (ehemals Netzwerkumweltbildung Sachsen), dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung u. a. werden vertieft bzw. sind angestrebt.

 

Die Entwicklung des Zentrums der Bildung für nachhaltige Entwicklung soll durch einen Fachbeirat mit Vertreter/-innen wissenschaftlicher Institutionen, der Schulaufsicht, pädagogischer Einrichtungen sowie Einrichtungen der Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung begleitet und unterstützt werden.

 

2.2. Bauliche barrierefreie Modernisierung

 

Für ein Bildungszentrum für nachhaltige Entwicklung auf dem Gelände des Botanischen Lehrgartens des Schulbiologiezentrums Leipzig ist die Errichtung eines inklusiven barrierefreien Neubaus unumgänglich. Dieses Veranstaltungs- und Informationszentrum soll als Plusenergie- oder Nullenergiehaus ein Beispiel für nachhaltiges Bauen darstellen. Deshalb ist hier eine nachhaltige, ökologische Bauweise (Verwendung von Holz und Baustoffen aus der Region mit kurzen Transportwegen, auf Recycelbarkeit sollte Wert gelegt werden, Sonnenenergienutzung – Photovoltaik und Solarthermie, Regenwassernutzung) wünschenswert und angedacht. Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wird untersucht, ob sich die Gebäude als Null- oder Plusenergiehaus realisieren lassen.

 

Mit dem Neubau werden die räumlichen und technischen Voraussetzungen für eine moderne Bildungs- und Ausbildungsstätte geschaffen. Dazu zählen Seminar-, Schulungs,- Beratungs- und Erholungsräume sowie Werkstätten und moderne digital ausgestattete (Büro)arbeitsplätze, Umkleideräumlichkeiten für Mitarbeiter/-innen sowie ausreichende Sanitärraume für Besucher/-innen, Mitarbeiter/-innen und Auszubildende.

Derzeit sind Baukosten in Höhe von rund 6,6 Mio € kalkuliert. Als erster Schritt ist eine Machbarkeitsstudie zum Neubau geplant. Die Genehmigung/Zustimmung der zuständigen Wasserbehörde für den Neubau steht noch aus (vgl. StEP VI. 8.).

 

2.3 Personelle Erfordernisse

 

Die derzeitigen Personalressourcen in Höhe von 3,416 VzÄ reichen nicht aus, um den beschriebenen notwendigen Entwicklungsprozess voranzubringen, zu gestalten und umzusetzen bzw. den Standort zu einem modernen Lernort, der schulischen und stadtgesellschaftlichen Anforderungen entspricht, weiterzuentwickeln. Für die pädagogische und fachliche Leitung des Bildungszentrums wird, neben der bereits vorhandenen gärtnerischen Leitung, eine Stelle Pädagogische Leitung Bildung für Nachhaltige Entwicklung etabliert. Der Tätigkeitsbereich der Leitung beinhaltet neben der Begleitung der Planungen im Rahmen der Maßnahmen zum Neubau die Entwicklung eines tragfähigen umwelt- und medienpädagogischen Konzeptes, den Aufbau eines überregionalen Netzwerkes zum Thema BNE und Klimaschutz sowie die Öffentlichkeitsarbeit. Unterstützend wird ein/-e weitere/-r umwelt-/medienpädagogische/-r Mitarbeiter/-in für die Planung, Organisation, Koordination und Durchführung von Projekten, Fachtagungen, Seminaren, Ausstellungen, Exkursionen, Vorträgen benötigt. Für die Büroorganisation und Haushaltssachbearbeitung wird ebenso eine zusätzliche Personalstelle benötigt. Für die Pflege der Gartenanlagen und für die materiell-technische Vorbereitung der zusätzlichen Projekte und öffentlichen Veranstaltungen und um im Schulbiologiezentrum gut ausbilden zu können, wird mindestens eine weitere gärtnerische Fachkraft (mit Ausbilderqualifizierung) benötigt. Zusätzlich wird ein/-e festangestellte/-r Hausmeister/-in für die Überwachung und Sicherung des ordnungsgemäßen und funktionstüchtigen Zustandes des Grundstückes mit seinen Gebäuden und haustechnischen Anlagen, für die Gewährleistung von Ordnung und Sicherheit, Öffnung und Schließung des Objektes und Schlüsselverwaltung, für die örtliche Betreuung u. a. der technischen Anlagen sowie für Sauberhaltung des Grundstücks und der Durchführung der Verkehrssicherungspflichten (wird derzeit von den Gärtner/-innen durchgeführt) benötigt.

 

Die zeitliche Perspektive des Personalbedarfs wird in den Punkten 2.4 und 2.5 aufgezeigt. Um entstehende Personalkosten zu kompensieren, werden fortlaufend Förderprogramme im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung recherchiert.

 

 

2.4  Realisierungs- und Zeithorizont

r die baulichen Maßnahmen ist folgender Zeitplan vorgesehen:

 

09/21 Machbarkeitsstudie (Die finanziellen Mittel in Höhe von 30 T€r die Machbarkeitsstudie wurden bereits unabhängig dieser Vorlage bereitgestellt.)

6/22 4/25 (3 Jahre): B-Plan-Verfahren, vorhabenbezogen

05/25 -  Planungsbeginn (Wettbewerb, VGV-Verfahren)

02/27 -  Einreichung Bauantrag

07/28 -  Baubeginn

07/30 -  Inbetriebnahme

 

Die konzeptionelle Weiterentwicklung und erforderliche personelle Aufstockung ergänzt die bauliche Modernisierung wie folgt:

 

Jahr

Konzeptionelle Maßnahme

Personalerfordernis

 

2021ff.

Begleitung der Entwicklung des Bildungszentrums im Rahmen der Machbarkeitsstudie, Entwicklung eines tragfähigen Bildungs- und Veranstaltungskonzepts für das zukünftige Zentrum BNE bis 2029 (Aufbau eines projektbezogenen Netzwerks mit Kooperationspartnern, Leitung Fachbeirat BNE)

 

1 Stelle pädagogische Leitung BNE

2023 ff.

Erhaltung des qualitativen Standards g der Ausbildung von Gärtner/-innen und Gartenfachprakti-ker/-innen 

 1 zusätzliche Stelle Gärtner/-in mit Ausbilder-

qualifikation

2023ff.

Entwicklung von zusätzlichen Bildungsangeboten und Vertiefung der Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern. Gutachterverfahren, Vorplanungen und Baumaßnahmen.

2 zusätzlichen Stellen für:

 

        roorganisation, Veranstaltungskoordination,

Haushalt (Tätigkeitsbereich wird derzeit vom

Leiter SBZ bzw. über Praktikanten abgedeckt)

        Überwachung und Sicherung des ordnungsge­-

mäßen und funktionstüchtigen Zustandes des

Grundstückes mit seinen Gebäuden und haus-

technischen Anlagen, für die Gewährleistung von

Ordnung und Sicherheit, Öffnung und Schließung

des Objektes und Schlüsselverwaltung

(Hausmeister; Tätigkeitsbereich derzeit punktuell

abgedeckt)

 

2027 ff.

Unterstützung der pädagogischen Fachleitung bei der Planung von detaillierten Bildungs- und Veranstaltungsangeboten für das zukünftige Zentrum BNE bis 2029 (Entwicklung von Seminarreihen, Foren, AGs, umwelt- und medienpäd. Konzept);

1 zusätzliche Stelle für BNE (pädagogische/-r

Mitarbeiter/-in)

2029ff.

Inbetriebnahme des Gartens nach Baumaßnahmen

Eröffnung des neuen Bildungszentrums

1 zusätzliche Stelle Gärtnerin

 

2.5.  Finanzielle Auswirkungen

 

Nach derzeitiger Kalkulation ist mit Baukosten in Höhe von rund 6,6 Mio € (brutto) zu rechnen, die sich wie folgt zusammensetzen:

 

Planung

382.235,00 €

Neubau Lehrgebäude

5.200.000,00 €

Neubau Lager

170.000,00 €

Neubau Gewächshaus

650.000,00 €

Abriss

130.000,00 €

Kunst am Bau

48.000,00 €

Gesamt

ca. 6.600.000,00 €

 

 

 

Die Ausführungen sind als Richtwerte zu betrachten, da sich das Vorhaben derzeit in der Phase vor der Machbarkeitsstudie befindet und viele Grundparameter für eine Planung noch nicht vorhanden sind.

 

Die Finanzierung der Baumaßnahme soll möglichst über eine Förderung erfolgen. Es wurden bereits verschiedene Fördermaßnahmen geprüft. Innerhalb des Rankings der eingereichten Projekte der Stadt Leipzig zur Förderung über das Strukturstärkungsgesetz befindet sich das Projekt derzeit auf einem der hinteren Plätze. Aktuell wird geprüft, ob die FRL „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit infrage kommt. Alternative Förderoptionen werden fortlaufend recherchiert.

 

Hinsichtlich der Ausstattung ist in den Jahren 2028/2029 mit folgenden Kosten zu rechnen, die hier zunächst informativ ausgewiesen werden sollen.

Nutzung

Mobiliar/Küchen-geräte

Digitale Ausstattung

Garten-geräte

Gesamt

Öffentlicher Bereich/ Seminarbereich/Unterrichts-bereich/Lehrküche/
Veranstaltungsbereich

146.500 €

17.300 €

 

 

Personalbereich

36.000 €

7.200 €

 

 

Nebenräume

600 €

 

 

 

Lagergebäude

6.040 €

 

7.100 €

 

Gewächshaus

2.600 €

 

5.000 €

 

Gesamt

191.740 €

24.500 €

12.100 €

228.340


Folgende Personalkosten werden schätzungsweise vorbehaltlich der Bewertung der Arbeitsplatzbeschreibungen ohne Berücksichtigung der Tarifanpassung bei Berücksichtigung der angemeldeten Stellenmehrbedarfe entstehen:[7]:

 

 

2021/22

2023/2024

2025/2026*

2027/2028

2029 ff.

 

Pädag. Leitung

70.000 €

   70.000 €

70.000 €

70.000 €

70.000 €

Gärtner/-in

 

46.000 €

46.000 €

46.000 €

92.000 €

SB Büro

 

59.000 €

59.000 €

59.000 €

59.000 €

Päd. MA

 

0

0

63.000 €

63.000 €

Hausmeister/-in

 

49.000 €

49.000 €

49.000 €

49.000 €

Gesamt

224.000 €

224.000 €

   287.000 €

333.000 €

 

Auch bezogen auf die Finanzierung der Personalkosten werden fortlaufend Förderprogramme im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung geprüft. Im Kontext der aktuellen Ausschreibungen zum Strukturstärkungsgesetz und der FRL „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“ konnten keine Förderoptionen ermittelt werden.

 

2.6.  Auswirkungen auf den Stellenplan

Die Notwendigkeit der Schaffung weiterer Personalstellen im Bildungszentrum für BNE wurde im Punkt 2.3 dieser Vorlage dargelegt. Insgesamt werden zusätzlich 6,0 VzÄ benötigt. Die Stellen Gärtner/-in mit Ausbilderqualifikation sowie Sachbearbeiter/-in für Büroorganisation und Hausmeister/-in werden schrittweise als Stellenmehrbedarfe im Doppelhaushalt 2023/24 angemeldet. Die Stelle umwelt-/-medien)pädagogische/-r Mitarbeiter/-in werden in Vorbereitung der Inbetriebnahme des Bildungszentrums im Jahr 2029 bereits im Doppelhaushalt 2027/28 als Stellenmehrbedarf angemeldet. werden. Die weitere Stelle Gärtner/-in ist für den Doppelhaushalt 2029/30 anzumelden.

 

 

 

Anlagen:

Keine.

 

 

 

 


[1] Sächsische Landesstrategie Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), Hrsg. Sächsisches Staatsministerium für Kultus, Dezember 2018, S. 5, Absatz 2

[2] ebd. S.19

[3] ebd. S. 11 Pkt 3.

[4] Eckwerte BNE, Hrsg. Landesamt für Schule und Bildung Freistaat Sachsen, Januar 2019, S.7

[5] Sächsische Landesstrategie Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), Hrsg. Sächsisches Staatsministerium für Kultus, Dezember 2018, S. 12

[6] ebd., S. 23

[7] IBM Notes Personalausgabenplanung – LOGA\Ämterdurchschnitt