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Vorlage - VII-F-01803-AW-01  

 
 
Betreff: Stand der Entwicklung des Agra-Geländes in Dölitz
Anlass: Verwaltungshandeln
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:schriftliche Antwort zur Anfrage
Einreicher:Dezernat Stadtentwicklung und BauBezüglich:
VII-F-01803
Beratungsfolge:
Ratsversammlung mündliche/schriftliche Beantwortung

Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

  1. Wann wird das Entwicklungskonzept für das Agra-Areals dem Stadtrat vorgelegt werden?

 

Mit dem Stadtratsbeschluss VI-A-06449-NF-02 vom 17.04.2019 wurde die Verwaltung beauftragt, das „Mittelfristige Entwicklungskonzept des agra-Areals in Leipzig-Dölitz“ weiter zu qualifizieren. Diesem Beschluss wurde Folge geleistet.

 

Erste tiefgehende, fachlich relevante Erkenntnisse für die strategische Ausrichtung des Gesamtareals wurden in Workshops und Stadtgrenzen übergreifenden Dialogen sowohl fachlich als auch überregional gewonnen. Um ein ökologisch und ökonomisch gleichermaßen nachhaltiges Konzept für eine zukunftsträchtige Entwicklung des agra Messeparks erarbeiten zu können, sind zunächst die bestehenden Rahmenbedingungen (zum Beispiel Verkehr, Gebäudezustand, naturschutzfachliche Ansprüche, Wirtschaftlichkeit etc.) zu analysieren.

 

Auf Basis dessen wurde eine Vorlage zur weiteren Entwicklung des AGRA Messeparks erarbeitet, welche sich derzeit in der finalen verwaltungsinternen Abstimmung befindet. Nach Einschätzung der Verwaltung kann die Gremienabstimmung in den entsprechenden Fachausschüssen noch in diesem Jahr beginnen, so dass spätestens im I. Quartal 2021 eine Entscheidung über die zukünftige inhaltliche und bauliche Entwicklung  des Geländes im Stadtrat diskutiert und getroffen werden kann.

 

 

  1. Welche Zwischenergebnisse bezüglich aktueller, neuer und zukünftiger Nutzungen können derzeit gegeben werden?

 

Um das Gelände in eine wirtschaftlich tragfähige Zukunft zu führen, ist der AGRA Messepark mit den bestehenden Veranstaltungen, Ausstellungen und Kongressen zu konsolidieren.

 

Über einen langfristigen Betrachtungszeitraum hinweg ist der Betrieb auf dem Gelände wirtschaftlich zu stärken und zu einem kulturell und touristisch genutzten, naturnahen Gelände im Leipziger Süden mit einem ausgewogenen Spektrum an Veranstaltungen und Ausstellungen bzw. Fachtagungen und Kongressen für das gesamte Stadtgebiet auszubauen.

 

Dies führt im ersten Schritt dazu, dass notwendige Arbeiten im Bestand (Instandsetzung des vorhandenen Immobilienbestands und Erreichung der Baugenehmigung) auszuführen sind. Diese Arbeiten stützen sich auf eine bereits abgeschlossene Bauzustandsanalyse.

 

Im zweiten Schritt folgt die Erarbeitung eines auf Langfristigkeit angelegten Betreiberkonzeptes für die kontinuierliche Gesamtentwicklung des Geländes. Die Erarbeitung des Betreiberkonzeptes ist abhängig von der Entscheidung der Ratsversammlung zum dauerhaften Erhalt des Geländes.

 

 

  1. Fanden Untersuchungen bezüglich der Nutzung des Agra-Areal als Standort für Gemeinbedarfseinrichtungen (z. B. Kita) statt? Wenn ja, mit welchem Ergebnis?

 

Im Rahmen der Vorprüfungen und verwaltungsinternen Abstimmungen wurde untersucht, ob eine Unterbringung von Gemeinbedarfseinrichtungen innerhalb des Geländes des AGRA Messeparks auf Teilflächen planungsrechtlich nach § 34 Absatz 1 BauGB im Grundsatz möglich ist.

 

Seitens des Amts für Jugend, Familie und Bildung besteht aus dem Gebiet selbst heraus kein nutzungsbezogener Bedarf für die Errichtung einer Kindertagesstätte oder einer Grundschule.

 

Weiterhin wird seitens des Amts für Jugend, Familie und Bildung geäußert, dass aus gesamtstädtischer Sicht zur Umsetzung der im aktuellen Schulentwicklungsplan aufgezeigten Schulbedarfe keine Notwendigkeit besteht, eine Schule im Gebiet zu verorten. Auch eine Kindertagesstätte zur Versorgung der Bedarfe der angrenzenden Wohngebiete ist aktuell nicht geplant. Im Sinne der Flächenvorsorge wird geprüft, ob ein Standort in einer Größe von etwa 3.000 m² langfristig vorgehalten werden kann.

 

 

  1. Welche Auswirkungen hatten bzw. haben die Einschränkungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie auf die Nutzung, mögliche Sanierungen und Finanzierungen des Agra-Geländes?

 

m Zuge der Covid-19-Pandemie und der damit einhergehenden Allgemeinverfügungen des Freistaates Sachsen musste der Veranstaltungsbetrieb ab März 2020 eingestellt werden. Folglich konnten bereits geschlossene Verträge mit Veranstaltern nicht erfüllt werden. Zum einen mussten bestehende Termine ersatzlos gestrichen werden, zum anderen wurden Veranstaltungen in die zweite Jahreshälfte verschoben.

 

Mit den zunehmenden Lockerungen der Allgemeinverfügungen konnten unter Auflage von Hygienekonzepten ab dem 01.09.2020 wieder mit vereinzelten Veranstaltungen auf dem Gelände begonnen werden.

 

Durch die Schließung des Veranstaltungsbereichs für 6 Monate wurden auf dem Gelände keine Einnahmen aus dem Veranstaltungsbereich generiert. Dank der Einnahmen der gewerbetreibenden Dauermieter im Bereich „Am Torhaus Dölitz“ konnten die laufenden Kosten für die Bewirtschaftung des Gesamtgeländes zu einem Großteil aufgefangen werden. Sanierungen aus Eigenmitteln waren in dieser Zeit nicht zu realisieren. Auch in naher Zukunft ist nicht davon auszugehen, dass Überschüsse aus der Bewirtschaftung zur Deckung der Kosten für Sanierungsmaßnahmen dienen können.

 

Stammbaum:
VII-F-01803   Stand der Entwicklung des Agra-Geländes in Dölitz   Geschäftsstelle der Fraktion DIE LINKE   Anfrage
VII-F-01803-AW-01   Stand der Entwicklung des Agra-Geländes in Dölitz   23 Liegenschaftsamt   schriftliche Antwort zur Anfrage