Ratsinformationssystem

Vorlage - VI-DS-02029-DS-03  

 
 
Betreff: Lebendige Luppe - Bau- und Finanzierungsbeschluss des 4. Bauabschnittes sowie des Burgauenbaches/Bauerngrabens

Anlass: Stadtratsbeschluss
Status:öffentlich (Vorlage freigegeben)Vorlage-Art:Beschlussvorlage
Einreicher:Dezernat Umwelt, Klima, Ordnung und SportBezüglich:
VI-DS-02029
Beratungsfolge:
DB OBM - Vorabstimmung Vorberatung
07.05.2021    DB OBM - Vorabstimmung      
Dienstberatung des Oberbürgermeisters Bestätigung
FA Umwelt, Klima und Ordnung 1. Lesung
08.06.2021    FA Umwelt, Klima und Ordnung      
OR Lützschena-Stahmeln Anhörung
31.05.2021 
OR Lützschena-Stahmeln im Leipzig Hotel, Saal Erdgeschoß, Hallesche Straße 190 04159 Leipzig ungeändert beschlossen     
FA Finanzen 1. Lesung
31.05.2021    FA Finanzen      
FA Stadtentwicklung und Bau 1. Lesung
01.06.2021    FA Stadtentwicklung und Bau      
SBB Alt-West Anhörung
02.06.2021 
SBB Alt-West ungeändert beschlossen   
SBB Nordwest Anhörung
03.06.2021 
SBB Nordwest ungeändert beschlossen   
FA Umwelt, Klima und Ordnung 2. Lesung
22.06.2021    FA Umwelt, Klima und Ordnung      
FA Finanzen 2. Lesung
14.06.2021    FA Finanzen      
FA Stadtentwicklung und Bau 2. Lesung
15.06.2021    FA Stadtentwicklung und Bau      
OR Böhlitz-Ehrenberg Anhörung
17.06.2021 
OR Böhlitz-Ehrenberg ungeändert beschlossen     
Ratsversammlung Beschlussfassung
23.06.2021 
Ratsversammlung ungeändert beschlossen     

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt
Anlagen:
Anlage 1 - Zschampertverlauf
Anlage 2 - Fördermittelbescheid des BfN 2019
Anlage 3 - Fördermittelbescheid BfN - 1. Änderung 2020
Anlage 4 - Gesamtprojektkosten einschließlich Sonstige Kosten und derzeitige Förderhöhe

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Beschlussvorschlag:

 

  1. Die Ratsversammlung beschließt die Realisierung folgender Projektteile im Projekt Lebendige Luppe:

 

-          BA 4 - Zschampert Nord

-          Zschampert Süd

-          Burgauenbach/Bauerngraben

 

in den Jahren 2021 bis 2023.
 

  1. Die Gesamtkosten für diese Umsetzungsmaßnahmen betragen 6.156.406,00 € Brutto. Davon entfallen auf

 

1)      den Projektteil BA 4 Zschampert Nord   3.789.310,00,

2)      den Projektteil Zschampert Süd    1.443.297,00,

3)      den Projektteil Burgauenbach/Bauerngraben     923.799,00.

 

  1. Für die Projektteile 1) und 3) werden im PSP-Element 7.0000.279.700 „Wiederherstellung ehemaliger Flussläufe Luppeaue“ folgende finanziellen Mittel (Auszahlung) über den Planansatz und Ermächtigungsübertragungen bereitgestellt:

 

2021     738.786,51 €  VE: 2.000.000,00 € aus 2022

2022  2.263.983,99 €  VE: 2.000.000,00 € aus 2023

2023  1.710.338.92 €

 

Die erforderlichen Verpflichtungsermächtigen werden für die Jahre 2022 - 2023 in dem aktuellen Haushalt angemeldet und mit der Beschlussfassung des jeweiligen Haushaltsjahres wirksam. Im Haushaltsjahr 2021 werden 2.000.000 € und im Haushaltsjahr 2022 werden 1.900.000 € kassenwirksam.

 

  1. Für den Projektteil 2) Zschampert Süd werden im PSP-Element 7.000.279.700 „Wiederherstellung ehemaliger Fließgewässer in der Luppenaue“ folgende finanzielle Mittel (Auszahlung) über den Planansatz und Ermächtigungsübertragungen bereitgestellt:

 

2021  157.305,32 €

2022  782.546,75 €

2023  503.444,83 €

 

  1. Für die Projektteile 1) und 3) werden die gemäß Fördermittelbescheid vom 12.12.2019 bewilligten Fördermittel vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) im PSP-Element 7.0000.279.705 als Einzahlung im Haushalt wie folgt eingestellt:

 

2021  3.224.388,92 €

2022   2.394.275,92 €

2023   2.004.744,99 €

 

Des Weiteren werden die Einzahlungen der Stadt Schkeuditz und die Fördermittel der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU) im Haushalt im PSP-Element 7.0000.279.705 wie folgt eingestellt:

 

2021     60.000,00

2022     60.000,00

2023   190.000,00

 

  1. Die prognostizierten Fördermittel für den Projektteil 2) Zschampert Süd aus dem Förderprogramm RL Gewässerschutz/Hochwasserschutz werden im PSP-Element 7.0000.279.705 als überplanmäßige Einzahlung im Haushalt wie folgt eingestellt:

 

2022   1.082.473,00

 

  1. Die Verwaltung wird beauftragt, für die zur Renaturierung benötigten Flächen vorrangig Grunddienstbarkeiten zu vereinbaren bzw. Teilflächen zu erwerben. Die erforderlichen städtischen Mittel (282.219 €) sind in den Gesamtkosten des Projektes Lebendige Luppe im PSP-Element 7.0000.279.700 enthalten.

 

Die Stadt Schkeuditz erwirbt die zur Renaturierung benötigten Flächen und Teilflächen bzw. vereinbart Grunddienstbarkeiten auf Schkeuditzer Flur in eigener Zuständigkeit.

 

  1. Der Beschluss gilt bezüglich Projektteil 2) Zschampert Süd unter dem Vorbehalt der Bewilligung der Fördermittel.

 

  1. Die ab dem Haushaltsjahr 2023 ff. auf dem Gebiet der Stadt Leipzig anfallenden Folgekosten in Höhe von 10.000 Euro werden zur Kenntnis genommen. Über eine zusätzliche Bereitstellung ist im Rahmen der Haushaltsplanung 2023/2024 zu entscheiden. Die Mittel sind dann entsprechend durch das Fachamt anzumelden.

 

 

 

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Räumlicher Bezug:

 

Das Projektgebiet „Lebendige Luppe“ und „Zschampert Süd“ befindet sich in der Leipziger Nordwestaue und ist Bestandteil eines raumübergreifenden Biotopverbundsystems des FFH-Gebietes „Leipziger Auensystem“. Die Maßnahmen am Burgauenbach und Bauerngraben liegen südlich der Neuen Luppe zwischen Elsterbecken und Bauerngrabensiel, nördlich der Ortsteile Leutzsch und Böhlitz-Ehrenberg. Die Gebietsfläche des Zschamperts liegt zu 90 % auf Schkeuditzer Flur und umfasst die Ortsteile Dölzig und Kleinliebenau.

 

 

Zusammenfassung:

 

Anlass der Vorlage:

 

Rechtliche Vorschriften   Stadtratsbeschluss   Verwaltungshandeln

Sonstiges:

 

Die Ratsversammlung beschließt die weiterführende Planung und die bauliche Umsetzung der Rückverlegung des Zschamperts vom Saale-Leipzig-Kanal bis Wildbettluppe in sein historisches Gewässerbett. Dieser Projektbestandteil soll als erster Baustein im Projekt Lebendige Luppe bis 2023 umgesetzt werden.

 

Die Ratsversammlung beschließt die weiterführende Planung und bauliche Umsetzung der Renaturierung des Bauerngrabens sowie die weiterführende Planung und bauliche Umsetzung am Burgauenbach (Gewässer II. Ordnung). Diese Projektbestandteile sollen als erste Soforthilfemaßnahmen im Projekt Lebendige Luppe bis 2023 im Bereich Burgaue/Pfingstanger umgesetzt werden.


Finanzielle Auswirkungen

 

nein

X

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

 

nein

 

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

 

nein

X

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

 

nein

x

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

 

 

 

 

Finanzhaushalt

Einzahlungen

2021

2022

2023

 

3.224.388,92

2.394.275,92

2.004.744,99

70000.279.705

 

Auszahlungen

2021

2022

2023

 

896.091,83

3.046.530,74

2.213.783,75

70000.279.700

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

 

nein

x

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

2023 ff.

 

10.000

1.100.55.2.0.01

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Steuerrechtliche Prüfung

x

nein

 

wenn, ja

Unternehmerische Tätigkeit i.S.d. §§ 2 Abs. 1 und 2B UStG

x

nein

 

ja, Erläuterung siehe Punkt 4 des Sachverhalts

Umsatzsteuerpflicht der Leistung

x

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Bei Verträgen: Umsatzsteuerklausel aufgenommen

x

ja

 

Nein, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

 

Ja

X

Nein

Beantragte Stellenerweiterung:

   Vorgesehener Stellenabbau:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hintergrund zum Beschlussvorschlag:

Welche strategischen Ziele werden mit der Maßnahme unterstützt?

 

2030 - Leipzig wächst nachhaltig!

Ziele und Handlungsschwerpunkte

 

Leipzig setzt auf Lebensqualität:

Balance zwischen Verdichtung und Freiraum

Qualität im öffentlichen Raum und in der Baukultur

Nachhaltige Mobilität

Vorsorgende Klima- und Energiestrategie

Erhalt und Verbesserung der Umweltqualität

Quartiersnahe Kultur-, Sport- und Freiraum­angebote

 

 

Akteure:

rgerstadt

Region

Stadtrat

Kommunalwirtschaft

Verwaltung

Leipzig besteht im Wettbewerb:

Positive Rahmen­bedingungen für qualifizierte Arbeitsplätze

Attraktives Umfeld für Innovation, Gründer und Fachkräfte

Vielfältige und stabile Wirtschaftsstruktur

Vorsorgendes Flächen- und Liegenschaftsmanagement

Leistungsfähige technische Infrastruktur

Vernetzung von Bildung, Forschung und Wirtschaft

 

Leipzig schafft soziale Stabilität:

Chancengerechtigkeit in der inklusiven Stadt

Gemeinschaftliche Quartiersentwicklung

Bezahlbares Wohnen

Zukunftsorientierte Kita- und Schulangebote

Lebenslanges Lernen

Sichere Stadt

 

 

 

Leipzig stärkt seine Internationalität:

Weltoffene Stadt

Vielfältige, lebendige Kultur- und Sportlandschaft

Interdisziplinäre Wissenschaft und exzellente Forschung

Attraktiver Tagungs- und Tourismusstandort

Imageprägende Großveranstaltungen

Globales Denken, lokal verantwortliches Handeln

 

Sonstige Ziele: >beim Ausfüllen bitte überschreiben: max. 60 Zeichen ohne Leerzeichen

 

trifft nicht zu

 

 

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I. Eilbedürftigkeitsbegründung

 

entfällt  

 

 

II. Begründung Nichtöffentlichkeit

 

entfällt

 

 


III.  Strategische Ziele

 

Die Leipziger Nordwestaue ist geprägt durch den urbanen Raum und dem damit einhergehenden Nutzungsdruck auf Erholungsflächen. Die feuchten Auwälder dienen nicht nur der Erholungsnutzung in der Natur, sie sind zudem elementarer Bestandteil einer klimawirksamen Ausgleichsfunktion zum städtischen Wärmeinseleffekt. Der Erhalt und die Revitalisierung der Nordwestaue, als bedeutendes strategisches Klimaziel, dient nicht nur dem Hochwasserschutz, sie fördert zudem die Luftqualität durch den Filtereffekt intakter Waldstrukturen.

Die strategischen Ziele sind in folgenden Beschlüssen und Konzepten verankert:

 

a)        Beschlüsse

-       Planungsbeschluss RBV-1168/12 vom 21.03.2012

-       Planungsbeschluss VI-DS-02029 vom 08.02.2017

-       Planungsbeschluss VI-DS-02029-DS-02 vom 08.07.2020

-       Beschluss Nr.VI-DS-01162 vom 20.05.2015, Charta Leipziger Neuseenland

-       Beschluss Nr. VI-DS-04159-NF-01 vom 31.05.2018, Integriertes Stadtentwicklungskonzept 2030 (insbesondere INSEK-Raumstrategie, INSEK- Ortsteilstrategie, Fachkonzept Freiraum & Umwelt, Fachkonzept Wirtschaft und Arbeit, Freiraumstrategie)

 

b)        Konzepte

-       Managementplan für das FFH-Gebiet "Elster-Luppe-Aue" (FFH Gebiet Nr. 143-SCI DE 4638-302)

-       Aktualisiertes Maßnahmeprogramm (gem. Art. 11 WRRL bzw. § 82 WHG) der FGG Elbe

-       Aktualisierter Bewirtschaftungsplan (gem. Art. 13 WRRL bzw. § 83 WHG) der FGG Elbe

 

 

IV. Sachverhalt

 

1. Veranlassung

 

Das Projekt Lebendige Luppe ist in den Jahren 2006 und 2009 zunächst durch die Kommunen des Grünen Ringes Leipzig in Form einer Machbarkeitsstudie zur "Wiederherstellung ehemaliger Wasserläufe der Luppe" (inklusive von Bestandteilen der Vorplanung HOAI-Leistungsphasen 1 und 2, aufbauend auf Fachkonzepten aus den Jahren 1998 - 2000) entwickelt worden.

 

Dies weiterführend wurde erstmalig im Jahr 2012 ein Planungsbeschluss durch den Stadtrat der Stadt Leipzig gefasst (RBV-1168/12 vom 12.03.2012).

 

Inhaltliche und strukturelle Anpassungen im Projekt Lebendige Luppe wurden durch die Planungsbeschlüsse vom 08.02.2017 und vom 08.07.2020 legitimiert.

 

Eine intensive Fördermittelakquise führte im Jahr 2012 zur Bewilligung von Fördermitteln des Bundesamtes für Naturschutz im Bundesprogramm Biologische Vielfalt und der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt. Seitens des Fördermittelgebers wurde eine letztmalige Verlängerung des Förderzeitraums bis zum 31.12.2023 bewilligt.

 

Die Planung und Realisierung der Rückverlegung des Zschamperts in sein historisches Gewässerbett im Rahmen dieses Projektes soll als erster Bauabschnitt bis 2023 abgeschlossen werden.

 

Gezielte Aufwertungsmaßnahmen am Burgauenbach/Bauerngraben sollen bis 2023 umgesetzt werden.

Im Bereich zwischen Burgaue und Pfingstanger, dem s. g. BA 1 - 3, soll die Fließgewässerrevitalisierung einschließlich gezielter, flächenhafter Flutung bis 2023 ins Planfeststellungsverfahren gehen.

 

Diese Maßnahmen östlich des Zschamperts müssen sich in ein parallel zu entwickelndes Integriertes Auenentwicklungskonzept für die Elster-Luppe-Aue im Leipziger Norden einordnen.

 

Aufbauend auf den vorliegenden Planungsbeschlüssen wurde und wird die Planung in den v. g. einzelnen Teilprojekten bis zur Genehmigungsreife fortgeführt.

 

Im Teilprojekt BA 4 - Zschampert werden die Unterlagen zur Planfeststellung im Februar 2021 in der Landesdirektion eingereicht. Mit vorliegendem Wasserrecht sollen nach erfolgter Ausführungsplanung in Form eines vorgezogenen Baubeginns erste bauvorbereitende Maßnahmen ab 12/2021 bis 02/2022 für diesen Bauabschnitt umgesetzt werden, um aufgrund der engen Bauzeitenfenster eine bauliche Fertigstellung bis 2023 zu garantieren.

Voraussetzung ist der dafür erforderliche Beschluss der Ratsversammlung.

 

Die Planungsaufträge für das Teilprojekt BA 1 - 3 (Burgaue/Pfingstanger) sowie für das Integrierte Auenentwicklungskonzept wurden vergeben. Die Planungsbüros arbeiten in enger Abstimmung mit den Planern des Integrierten Auenentwicklungskonzeptes an der Alternativenprüfung.

 

Im Teilprojekt Burgauenbach/Bauergraben wird derzeit die Vorplanung und Entwurfsplanung fertiggestellt. Mit vorliegendem bestätigen Bau- und Finanzierungsbeschluss sowie dem erforderlichen Wasserrecht soll diese Baumaßnahme nach Erstellung der Ausführungsplanung auch bis 2023 realisiert werden.

 

 

2. Beschreibung der Baumaßnahmen

 

2.1  Bauabschnitt 4 - Zschampert Nord, inkl. Erweiterung Zschampert Süd

 

Das Projekt Lebendige Luppe dient der Auenrevitalisierung durch die Wiederherstellung einer ökologisch funktionsfähigen Auen- und Flusslandschaft und soll positive Effekte zum Erhalt bzw. zur Verbesserung des Zustandes der derzeit geschädigten Lebensraumtypen des Auenwaldes, speziell die des Hartholzauenwaldes (sechst bedeutsamster Standort in der Bundesrepublik), generieren.

 

Durch die Verbesserung des Wasserhaushalts soll die biologische Vielfalt im Ökosystem der Leipziger Flussauenlandschaft gesichert und weiterentwickelt werden. Die Revitalisierung eines Fließgewässers in der Zschampert-Altaue stellt eine Lebensader für die Aue südlich der Neuen Luppe wieder her.

 

Außerdem sollen flächenhafte Überflutungen durch Einleitung kleiner und mittlerer Hochwasser in den Hartholzauwald den Fortbestand des typischen Auwaldes sichern.

Denn ökologisch funktionsfähige Auenlandschaften tragen nicht nur zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei oder leisten einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz sowie zur Anpassung an den Klimawandel, weil sie das Mikroklima beeinflussen, sondern sind auch für den Klimaschutz von besonderer Bedeutung.

 

Die Fließgewässerplanung im BA 4 und Zschampert Süd bezieht sich ausschließlich auf den Zschampert nördlich des Saale-Leipzig-Kanals und seinem historischen Verlauf (siehe Anlage 1).

 


Aus einem naturfernen, stark eingetieften und entwässernd wirkenden Tieflandbach mit geradem Verlauf von ca. 1,8 km Länge zwischen Saale-Leipzig-Kanal bis zur Mündung in die Alte Luppe wird ein naturnaher, flach durch die Aue geführter Tieflandbach von insgesamt 6,3 km Länge bis zur Einmündung in das Luppewildbett in Richtung Sachsen-Anhalt. Neben der quantitativen Erweiterung der Fließgewässerlänge entstehen aber vor allem auch verbesserte Gewässerqualitäten durch vielfältig wieder neu entstehende Lebensräume, die sowohl sonnige als auch halbschattige und schattige Gewässerabschnitte für verschiedene gewässergebundene Arten miteinander verbinden.

 

Im Vergleich zur Scoping-Variante der Lebendigen Luppe 2017 reduziert sich die für den
Zschampert zur Verfügung stehende Wassermenge von MQ 1,5 m³/s auf MQ 0,1 bzw.
0,2 m³/s deutlich, da nur noch das natürliche Einzugsgebiet und der Überlauf aus dem Saale-Leipzig-Kanal abflussbildend sind. Dies entspricht auch den natürlichen und historischen Gewässermerkmalen. Der BA 4 Zschampert soll zudem auf der Grundlage des als Leitbild benannten Fließgewässertyps 18 (Lösslehmgeprägter Tieflandbach) mit Merkmalen des Gewässertyp 19 im Waldbereich entwickelt werden.

 

Die gesamte Planung wird an den Zielvorgaben der EU-WRRL (Verschlechterungsverbot, Zielerreichung guter ökologischer Zustand) ausgerichtet.

 

Der zu gestaltende naturnahe Profilquerschnitt sowie die Auslegung der Bauwerke für die Vorzugsvariante des BA 4 orientieren sich an der geplanten bordvollen Abführung des 2 MQ von 0,2 m³/s. Hierfür wird eine Wassertiefe von ca. 30 cm angestrebt. Weiterhin wird das Profil so ausgelegt, dass auch in Trockenjahren bei mittlerem Abfluss (MQ 2018-2020) eine Wasserspiegellage von etwa 10 cm erreicht wird.

 

Bei Durchflussmengen > 2 MQ tritt das Wasser in den Waldrandbereichen über die Ufer und kann sich im Auwald ausbreiten. Der Umfang der Ausuferungen bei einem HQ 5 wurde im Rahmen der hydraulischen Modellierungen ermittelt.

 

Abb. 1: Querprofil Zschampert in Waldrandlage

 

Im Abschnitt Zschampert Süd ist es vorgesehen, die Hochwasserausbreitung bis zu einem HQ 5 im Gewässerbett zu halten, damit die Wassermengen erst in den Waldbereichen entsprechend Überflutungen erzeugen. Dafür weist die Mittelwasserrinne eine durchschnittliche Breite von 3 bis 4 m auf. Der Hochwasserabfluss soll in einem Bett von einer Breite von etwa 15 m erfolgen.

 

Insbesondere durch die erforderliche Sohlanhebung im Abschnitt Zschampert Süd auf sein historisches Niveau um etwa 70 bis 80 cm kann die Entwässerung der angrenzenden Auenbereiche reduziert werden (siehe Abbildung 2).

 

Abb. 2: Querprofil Zschampert im Abschnitt Zschampert Süd

 

Außerdem soll das in der Zschampertaue noch vorhandene Feuchtgebiet (Kleewinkel) durch vorhandene, an den Zschampert angebundene, Seitengräben gezielt geflutet werden.

 

Eine theoretisch dauerhafte Entnahmemenge aus dem Saale-Leipzig-Kanal, die für die zukünftige Gewässerentwicklung von besonderer Bedeutung ist, wurde im Niederschlags-Abflussmodell auf der Basis der vorhandenen Messwerte iterativ berechnet.

 

Insgesamt finden folgende Kennwerte bei der Gewässerplanung Berücksichtigung:

 

-          MQ = 0,100 m³/s (Langzeitwert gemäß Wasserhaushaltsportal Sachsen                                           2015)

-          2 MQ  = 0,200 m³/s (Bordvoll)

-          HQ 5 = 3,580 m³/s (HQ-Wert gemäß Niederschlags-Abflussmodell
   Zschampert)

 

Um die dauerhafte Entnahme aus dem Saale-Leipzig-Kanal und damit den Mindestabfluss im Zschampert sicher zustellen wird eine Überleitung aus dem Lindenauer Hafen in den Saale-Leipzig-Kanal im Zuge der Baumaßnahme mit errichtet.

 

Außerdem wird für Monitoringzwecke sowie für die Sicherstellung des Maximalabflusses in der Wildbettluppe (2 m³/s) eine Abflussmessung mit Datenfernübertragung im Bereich des Zschampertdurchlasses unter dem Saale-Leipzig-Kanal installiert um der LTV die Steuerung des Kleinliebenauer Wehres in Abhängigkeit des Hochwasserzuflusses des Zschampert zur Einhaltung des v. g. Maximalabflusses zu ermöglichen.

 

 

2.2 Bauabschnitt Burgauenbach/Bauerngraben (Gewässer II. Ordnung)

 

Der Burgauenbach wurde 1999 als erste Revitalisierungsmaßnahme trocken gefallener Gewässerläufe in der Leipziger Nordwestaue angelegt. Projektziele waren neben der Zuführung von Oberflächenwasser in die Auenlandschaft vor allem, die temporäre Wassereinleitung in die Waldspitzlachen um deren damals voranschreitender Austrocknung und Verlandung entgegenzuwirken. Auch die Anhebung des Grundwasserspiegels und die Schaffung eines strukturreichen Gewässers mit verschiedenen Lebensräumen wurden angestrebt.

 

Aus heutiger Sicht weiß man, dass der Burgauenbach sein Potenzial nicht ausschöpfen kann. Bei der Auswertung der Gewässerstrukturgütekartierung nach LAWA (2000), erstellt durch das NABU-Naturschutzinstitut Region Leipzig e. V., hat sich gezeigt, dass der Hauptparameter Längsstruktur die größten Defizite aufweist.

 

Der Hauptgrund dafür sind fehlende Querbänke, fehlende Strömungs- und Tiefenvarianz, aber auch anthropogene Wanderhürden, wie zwei Düker, und zahlreiche verrohrte Durchlässe auf der gesamten Fließstrecke.

 

Kleinere Korrekturen und ergänzende Aufwertungsmaßnahmen sollen helfen, um die allgemeine Gewässerstruktur zu verbessern und weitere Überflutungsflächen zu schaffen. Dazu hat der NABU Sachsen, unterstützt durch die Stadt Leipzig, die Vorplanung für Aufwertungsmaßnahmen am Burgauenbach erstellt, deren Weiterplanung und Umsetzung im Rahmen des Projektes Lebendige Luppe durch die Stadt Leipzig erfolgt.

 

Auch das Wassermanagement in den Waldspitzlachen muss neu überdacht werden, da gebietstypische periodische Austrocknungserscheinungen praktisch nicht mehr eintreten.

Die Waldspitzlachen als eutrophe Stillgewässer in der Burgaue stehen in direkter Verbindung mit dem Burgauenbach. Die ehemaligen Lehmgruben müssen als wertvolle Auenlebensräume vor allem für Amphibien und Libellen erhalten bleiben und benötigen eine temporäre Wasserführung mit schwankenden Wasserständen.

 

Als problematisch werden gemäß Managementplan für das FFH-Gebiet rückblickend die Einbindung eines Altwassers unterhalb der Waldspitzlachen und das Ausbleiben gebietstypisch periodischer Austrocknungserscheinungen in den Waldspitzlachen bewertet.

 

Da der Burgauenbach sehr nah an die Waldspitzlachen herangeführt wird, kam es immer wieder zu illegalen Abgrabungen zwischen Burgauenbach und Waldspitzlachen, sodass das Einleitbauwerk zur Regulierung des Zuflusses umgangen wurde und ein ständiger Zufluss aus dem Burgauenbach in die Waldspitzlachen besteht. Dies führte in der Vergangenheit insbesondere bei den Amphibien und Libellen zu einem erheblichen Artenrückgang.

 

Daher ist im Rahmen der Aufwertungsmaßnahmen am Burgauenbach auch das Beenden der dauerhaften Speisung der Waldspitzlachen aus dem Burgauenbach ein wesentlicher Baustein und entspricht den Empfehlungen des Lachenkonzepts für den Leipziger Auwald. Dafür soll der Burgauenbach unterhalb der Waldspitzlachen in bestehenden alten Gerinnestrukturen nördlich in den im Rahmen des Projektes Lebendige Luppe zu renaturierenden Bauerngraben eingeleitet werden.

Maßnahme x

Abb. 3: Burgauenbach/Bauerngraben im Bereich der Waldspitzlachen

 

Folgende Abflüsse sind im Burgauenbach aufgrund des bestehenden Wasserrechtes geplant:

 

-          MNQ  = 0,050 m³/s 

-          MQ = 0,300 m³/s 

-          HQ 1 = 0,500 m³/s 

 

Geplant ist der punktuelle Rückbau der Uferverwallungen entlang des Gewässers, um weitere Überflutungsbereiche zu generieren und Altarme anzuschließen.

 

Außerdem ist durch Böschungsanpassungen die punktuelle Aufwertung von Uferbereichen geplant.

 

Um den Biotopverbund zu verbessern, ist bei örtlicher Geeignetheit der Ersatz von Durchlässen durch Furten angedacht.

 

Maßnahmenübersicht_Burgauenbach_ohneLLAbb. 4: Gesamtübersicht Burgauenbach/Bauerngraben

 

Aufgrund des schlechten ökologischen Zustandes des Bauerngrabens ist die gleichzeitige Entwicklung von Bauerngraben und Burgauenbach notwendig.

 

Da die Stadt Leipzig gemäß WRRL zur Renaturierung des Bauerngrabens gesetzlich verpflichtet ist, ergeben sich in diesem Abschnitt wertvolle Synergieeffekte im Projekt.

 

Im Rahmen der Renaturierung des Bauerngrabens ist Folgendes geplant:

 

-          eine punktuelle Herstellung von Flachufern bzw. Flachwasserzonen

-          das Einbringen von Totholz und anderen Strukturen und dadurch Dynamisierung innerhalb des Gewässers

-          eine abschnittsweise Neuprofilierung von Uferböschungen zur Aktivierung der landschaftsgestaltenden Kräfte des Wassers, zur Schaffung einer ökologischeren Gewässerstruktur mit ausgeprägten Flachwasserzonen

 

Hierfür soll die Sohle des Bauerngraben angehoben, die Sohlbefestigungen entfernt und ein naturnaher Fließgewässerverlauf gemäß Fließgewässertyp 19 entwickelt werden. Um auch eine qualitative Verbesserung zu erzielen, ist eine Abkopplung von der Alten Luppe und Speisung über den Burgauenbach geplant.

 

Die Fließgewässerentwicklung des Bauerngrabens erfolgt gemäß der Maßgaben der Wasserrahmenrichtlinie sowie unter Berücksichtigung des integrierten Auenentwicklungskonzeptes.


3. Realisierungs-/Zeithorizont

 

Bauabschnitt 4 (Zschampert-Nord)

-          Einreichung Planfeststellung:   Mai 2021

-          Baubeginn:     IV. Quartal 2021

-          Fertigstellung:     bis III. Quartal 2023

 

Umsetzung Zschampert-Süd

-          Einreichung Planfeststellung:   Mai 2021

-          Baubeginn:      IV. Quartal 2021

-          Fertigstellung:     bis III. Quartal 2023

 

Bauabschnitt Burgauenbach/Bauerngraben

-          Plangenehmigung (bei Erfordernis):  IV. Quartal 2021

-          Baubeginn:      III. Quartal 2022

-          Fertigstellung:     bis III. Quartal 2023

 

 

4. Finanzielle Auswirkungen

 

Darstellung der mit diesem Beschluss zu bestätigenden Planungsmittel, Leistungsphasen
5 - 9, und Baukosten mit Einordnung in Jahresscheiben:

 

Projektbaustein Lebendige Luppe Burgauenbach/ Bauerngraben

2021

2022

2023

Gesamt

Summe Baunebenkosten

158.435,25 €

141.564,75 €

0,00 €

300.000,00 €

Summe Baukosten

20.584,08 €

301.607,46 €

301.607,46 €

623.799,00 €

Summe Gesamtkosten

179.019,33 €

443.172,21 €

301.607,46 €

923.799,00 €

 

Projektbaustein Lebendige Luppe BA 4 - Zschampert Nord

2021

2022

2023

Gesamt

Summe Baunebenkosten

456.876,65 €

192.134,05 €

100.989,30 €

750.000,00 €

Summe Baukosten

102.890,52 €

1.628.677,73 €

1.307.742,16 €

3.039.310,42 €

Summe Gesamtkosten

559.767,17

1.820.811,78 €

1.408.731,46 €

3.789.310,41

 

Projektbaustein Lebendige Luppe - Zschampert Nord + Burgauenbach/ Bauerngraben

2021

2022

2023

Gesamt

Summe Baunebenkosten

615.311,90

333.698,80 €

100.989,30 €

1.050.000,00 €

Summe Baukosten

123.474,60 €

1.930.285,19 €

1.609.349,62 €

3.663.109,42 €

Summe Gesamtkosten

738.786,50

2.263.983,99 €

1.710.338,92 €

4.713.109,41

 

Aufgrund der Verschiebungen im Projekt und den damit einhergehenden Veränderungen im Realabfluss der Mittel kann eine Jahresscheiben bezogene Betrachtung der Eigenmittel nicht erfolgen, da der aktuell vorliegende Fördermittelbescheid vom 03.12.2020 diese Verschiebungen zeitlich und monetär nicht abbildet. Es kann deshalb derzeit nur eine Gesamtbetrachtung der Ausgaben und der Fördermittel erfolgen.

 

Für die Projektbausteine Zschampert Nord und Burgauenbach/Bauerngraben werden für die in diesem Bau- und Finanzierungsbeschluss geplanten Gesamtausgaben von 4.713.109 € benötigte Fördermittel in Höhe von 3.870.087 € prognostiziert.

 

Laut v. g. Fördermittelbescheid vom 03.12.2020 stehen für diese Haushaltjahre (abzüglich der Fördergelder gemäß Planungsbeschluss) 5.055.573 € zur Verfügung.

 

Für den Bauabschnitt BA 4 - Zschampert Nord und Bauabschnitt Burgauenbach/ Bauerngraben sind die Eigenmittel über die im Haushalt unter PSP-Element 7000.279.700 "Lebendige Luppe" zur Verfügung stehenden Mittel gesichert.

 

Die Fördermittel für den Zschampert Süd werden erst auf Grundlage der Leistungsphase 4, d. h. vorliegendes Baurecht beschieden und können erst nach Vorlage des Fördermittelbescheides abgerufen werden.

 

Für den Bauabschnitt BA 4 - Zschampert-Süd sind die Eigenmittel über die im Haushalt unter PSP-Element 7000.279.700 "Lebendige Luppe" zur Verfügung stehenden Mittel gesichert.

 

Die Fördermittel für den Zschampert Süd werden in der nachstehenden Tabelle dargestellt. Die Prognose der Fördermittel geht konservativ von einer Förderquote von 75 % aus.

 

Projektbaustein Lebendige Luppe Zschampert Süd - Mittelabfluss

2021

2022

2023

Gesamt

Summe Baunebenkosten

135.340,20 €

106.713,46 €

7.946,34 €

250.000,00 €

Summe Baukosten

21.965,12 €

675.833,30 €

495.498,48 €

1.193.296,90 €

Summe Gesamtkosten

157.305,32 €

782.546,76

503.444,82

1.443.296,90 €

Einnahmen

0

704.889,05

377.583,62 €

1.082.472,67

Budget

157.305,32

77.657,71

125.861,20

360.824,23 €

 

Das Gesamtprojekt liegt nach derzeitiger Kostenprognose im prognostizierten Kostenrahmen des Planungsbeschlusses (6.662.350 €).

 

Projekt Lebendige Luppe – Bau- und Finanzierungsbeschluss Gesamtkosten

2021

2022

2023

Gesamt

Summe Baunebenkosten

750.652,10

440.412,25

108.935,64 €

1.300.000,00 €

Summe Baukosten

145.439,72 €

2.606.118,49 €

2.104.848,10

4.856.406,31

Summe Gesamtkosten

896.091,82

3.046.530,75

2.213.783,74

6.156.406,31

 

 

5. Grunderwerbskosten

 

Die maßgeblichen Flächenbedarfe ergeben sich im Bereich der Zuständigkeit der Stadt Schkeuditz. Die Stadt Schkeuditz erwirbt die zur Renaturierung benötigten Flächen und Teilflächen bzw. vereinbart Grunddienstbarkeiten auf Schkeuditzer Flur in eigener Zuständigkeit. Diese sind nicht Bestandteil dieser Vorlage.

 

Für benötigte Flurstücke, welche auf Leipziger Gemarkung liegen, wird bei der Abstimmung mit Eigentümern eine Grunddienstbarkeitsvereinbarung angestrebt und nur im Einzelfall ein Grundstückserwerb vorgesehen.

 

Zum Zwecke des Grunderwerbs im Bereich BA 4 Zschampert Nord und Zschampert Süd sind dafür finanzielle Mittel in Höhe von 282.219 im Projekt vorgesehen und im vorstehenden Kostenansatz bereits enthalten.

 

Für Burgauenbach/Bauerngraben ist kein Grunderwerb von Flächen notwendig, da sich alle betroffenen Flurstücke im Eigentum der Stadt Leipzig befinden.

 

 

6. Fördermittel

 

Die vom Projekt Lebendige Luppe im Rahmen der Projektverlängerung bis 2023 beantragten Fördermittel wurden mit Fördermittelbescheid des BfN 2019 (siehe Anlage 2) beschieden.

 

Aufgrund eines langsameren Mittelabflusses im Projekt wurde seitens des BfN der Fördermittelbescheid BfN - 1. Änderung 2020 vom 03.12.2020 (siehe Anlage 3) beschieden.

 

Die in diesem Fördermittelbescheid enthaltenen Fördermittel und deren Zuordnung zu den entsprechenden Projektleistungen sind in der Übersicht über die Gesamtprojektkosten einschließlich sonstiger Kosten (siehe Anlage 4) enthalten.

 

Die geplante Förderung für den Projektbaustein Zschampert Süd nach FR-GH wurde mit konservativ mit 75 % angenommen. Eine Förderung von 90 % ist gemäß aktueller Förderrichtlinie nicht unrealistisch.

 

 

7. Folgekosten

 

Auf Leipziger Flur fallen Folgekosten für die im Zuge der Baumaßnahme mit zu errichtende Überleitung vom Lindenauer Hafen in den Saale-Leipzig-Kanal zur Sicherstellung eines Mindestabflusses im Zschampert sowie für die neu zu errichtende Messeinrichtung mit Datenfernübertragung am Zschampert in Höhe von 10.000 Euro pro Jahr ab 2023 ff. für Unterhaltung, Wartung und Instandhaltung an.

 

Im Bereich Schkeuditzer Flur werden Gewässer und Bauwerke neu errichtet. Die dafür erforderlichen Folgekosten werden durch die Stadt Schkeuditz eingeplant.

 

 

8. Auswirkungen auf den Stellenplan

 

Auswirkungen auf den Stellenplan keine.

 

 

9. Bürgerbeteiligung

 

bereits erfolgt    geplant    nicht nötig

 

Eine Bürgerbeteiligung erfolgt - so wie bisher auch - weiterhin laufend durch Veranstaltungen, wie z. B. regelmäßige Fachveranstaltung, Infoabende, Quartalsgespräche der Verbände, Auengespräche etc.


10. Folgen bei Nichtbeschluss

 

Es würden in der Luppeaue auf absehbare Zeit keine Maßnahmen umgesetzt, die der Austrocknung der Aue und dem damit einhergehenden Verlust von Lebensraumtypen und Arten entgegenwirken. Entsprechend würden die Potenziale des Auwaldes inmitten der Stadt in Bezug auf die Klimaanpassung, auf Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen ebenso verloren gehen, wie der Beitrag zum Klimaschutz, den ein feuchter Auwald leisten kann.

 

 

 

Wird diese Vorlage nicht beschlossen, können die Planungen nicht weitergeführt und das Projekt muss beendet werden. Eine Realisierung eines kompletten Bauabschnittes der Lebendigen Luppe bis 2023 ist dadurch nicht mehr möglich. Damit könnte das Förderziel nicht erreicht werden und die Fördermittel müssten zurückgezahlt werden.

 

 

 

Anlagen:

 

  • Anlage 1 - Zschampertverlauf
  • Anlage 2 - Fördermittelbescheid des BfN 2019
  • Anlage 3 - Fördermittelbescheid BfN - 1. Änderung 2020
  • Anlage 4 - Gesamtprojektkosten einschließlich Sonstige Kosten und derzeitige
           Förderhöhe

 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Anlage 1 - Zschampertverlauf (1835 KB)    
Anlage 2 2 Anlage 2 - Fördermittelbescheid des BfN 2019 (122 KB)    
Anlage 3 3 Anlage 3 - Fördermittelbescheid BfN - 1. Änderung 2020 (1330 KB)    
Anlage 4 4 Anlage 4 - Gesamtprojektkosten einschließlich Sonstige Kosten und derzeitige Förderhöhe (515 KB)    
Stammbaum:
VI-DS-02029   Lebendige Luppe - Projekterweiterung und Kostenentwicklung   67 Amt für Stadtgrün und Gewässer   Beschlussvorlage
VI-DS-02029-ÄA-01   Lebendige Luppe - Projekterweiterung und Kostenentwicklung   Geschäftsstelle der SPD-Fraktion   Änderungsantrag
VI-DS-02029-DS-02   2. Änderung des Planungsbeschlusses "Lebendige Luppe" - Projekterweiterung und Kostenentwicklung   67 Amt für Stadtgrün und Gewässer   Beschlussvorlage
VI-DS-02029-DS-02-ÄA-01   2. Änderung des Planungsbeschlusses "Lebendige Luppe" - Projekterweiterung und Kostenentwicklung   Geschäftsstelle der Fraktion DIE LINKE   Änderungsantrag
VI-DS-02029-DS-03   Lebendige Luppe - Bau- und Finanzierungsbeschluss des 4. Bauabschnittes sowie des Burgauenbaches/Bauerngrabens   67 Amt für Stadtgrün und Gewässer   Beschlussvorlage