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Vorlage - VII-F-01556-AW-01  

 
 
Betreff: Digitalisierung und Softwareeinsatz im Planungs- und Bauprozess städtischer Bauvorhaben
Anlass: Sonstiges
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:schriftliche Antwort zur Anfrage
Einreicher:Dezernat Stadtentwicklung und BauBezüglich:
VII-F-01556
Beratungsfolge:
Ratsversammlung schriftliche Beantwortung

Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Die Beantwortung umfasst Zuarbeiten des VTA, des AGM sowie der LESG.

 

  1. Welche digitalen Möglichkeiten, insbesondere welche Software, stehen den Projektverantwortlichen bei der Planung und Umsetzung zur Kosten- und Terminsteuerung von Bauvorhaben zur Verfügung?

 

Allen Mitarbeitern der Stadtverwaltung stehen die gängigen MS Windows-Programme Word und Excel zur Verfügung. Zusätzlich werden PowerPoint und Project bei Bedarf und Notwendigkeit installiert. Hinzugezogene externe Projektsteuerer bedienen sich in der Regel zusätzlich zu den genannten Programmen Projektcontrollings-Software wie z.B. coor.

Die Mitarbeiter der Bauleitung haben Zugriff auf AVA-Software. Mit Avanti kann eine vergabegebundene Abrechnung und Kostenkontrolle erfolgen.

Alle Mitarbeiter, die mit der Bearbeitung von Rechnungen betraut sind, nutzen xFlow.

Der FGSV-Reader erleichtert den Zugriff auf das technische Regelwerk.

Bei komplexen Vorhaben mit mehreren Bauherren und verschiedenen Auftragnehmern ist eine strukturierte, gemeinsam nutzbare Datenablage anzustreben. Im Moment werden externe Clouds für diese Zwecke durch Dienstleister zur Verfügung gestellt und genutzt.

Neben den klassischen Office-Produkten kommen noch fachspezifische Software-Systeme zum Einsatz. Besonders hervorzuheben sind hier:

  • Das CAFM-System FAMOS-LE, mit Informationen zu:
    • Maßnahmen, Aufgaben, Aufträgen
    • Budgets, Kostenstellen, Sachkonten, PSP-Elementen
    • Gemarkungen, Flurstücken, Liegenschaften, Gebäuden
    • Räumen, Flächen, techn. Anlagen, Zähler, Zählerstände/Verbräuche, Bäume
    • Anbindung zu CAD-Plänen (2D Grundrisse)
    • Instandhaltungsrückstau, Wartungsinformationen
    • Ansprechpartnern
    • Bauausgabebuch
    • usw.
  • Das SAP-System der Stadtverwaltung, mit Informationen zu:
    • Kostenstellen, Budgets, PSP-Elementen, Sachkonten
    • Digitaler Rechnungseingang und Rechnungsbearbeitung mittels WMD (X-Suite) als SAP-Integration
  • MS-Projekt als Standard Projektmanagementsoftware
  • Bechmann AVA, hiermit werden Leistungsverzeichnisse als Grundlage für eine Ausschreibung erstellt. Des weiteren können auch im Laufe der Baumaßnahme die Kosten hiermit überwacht werden.
  • eVergabe, dieses System dient der Ausschreibung

LeipziGIS, GIS-system der Stadtverwaltung aber auch für den Bürger mit vielen Informationen mit Raumbezug.

 

Die LESG als Projektsteuerer arbeitet mit den Microsoftprodukten Windows Server, Windows 10 Professional, Office Standard/Professional und Project Professional in aktuellen Versionen. Ebenso kommen Adobe Acrobat, Autodesk AutoCAD und die Branchensoftware Bechmann zum Einsatz.

 

 

  1. In welchen Abständen und durch wen wird der softwareseitige Mitteleinsatz evaluiert? Werden Bau- und IT-Sachverständige zu Rate gezogen?

 

Die Stadtverwaltung hat einen Fachkreis „Digitalisierung und Veränderungsmanagement“ ins Leben gerufen, welcher sich mit sämtlichen Digitalisierungsthemen befasst. Daraus resultierend entstand ein IT-Architekturboard. Hier werden die Software-Systeme der Stadtverwaltung eruiert und auf Redundanzen bzw. fehlend Ressourcen und Schnittstellen geprüft. In diesen Kreisen sind sachkundige/sachverständige Mitarbeiter auch aus den Wissensgebieten des Facility-Management(-Systeme) und Baumanagement(-Systeme) vertreten.

Außerdem gibt es eine Kooperationsvereinbarung mit der HTWK Leipzig bezüglich der Einführung der „Building Information Modeling Methode“ (BIM) in der Stadtverwaltung.

Zusätzlich zu innerstädtischen Aktivitäten wurde, initiiert durch das AGM der Stadt Leipzig, ein Erfahrungsaustauschformat mit den sächs. Großstädten (Leipzig, Dresden, Chemnitz) und dem SIB (Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement), zu den Themen Computer Aided Facility Management (CAFM) und BIM sowie der Digitalisierung des Bauens und Betreibens im Allgemeinen ins Leben gerufen.

Eine zeitlich definierte Evaluierung der eingesetzten Software im Baubereich gibt es nicht. Grundsätzlich findet die Überprüfung der Aktualität der Systeme durch die Mitarbeiter und Neueinstellungen dieser sowie durch Weiterbildung kontinuierlich statt. Es ist wichtig immer ein Ohr am Markt zu haben und regelmäßig Veranstaltungen von Softwareanbietern und Messen zu nutzen. Dies wird auch von der Stadtverwaltung und den Angestellten wahrgenommen. Auch das Engagement in Verbänden trägt zu einem Wissenzuwachs und der Aktualität bei.

Bei der LESG wird der Einsatz von Hard- und Software von der Geschäftsführung mit den Projektleitern unter Einbezug der Mitarbeiter projektbezogen abgestimmt.

 

 

  1. Erfolgt bei der Auswahl der einzusetzenden Software eine Schwerpunktsetzung, beispielsweise hinsichtlich der Kosten oder der Zeiteffizienz?

 

Die Stadtverwaltung ist bei der Einführung und dem Nutzen von IT-/Software-Systemen darauf bedacht, die Arbeitsprozesse zu verbessern, zu verschlanken und zu beschleunigen sowie darauf, die Ressourcen besser kontrollieren zu können. Sowohl Kosten als auch Zeiteffizienz haben eine hohe Priorität.

Der Softwareeinsatz bei der LESG erfolgt nach Erfordernis, die Kosten sollten dem Nutzen entsprechen.

 

 

  1. Gibt es derzeit konkrete Pläne, den Softwareeinsatz zu verändern? Wenn ja, mit welcher Software/Softwares soll zukünftig gearbeitet werden?

 

Derzeit finden viele konkrete Planungen bezüglich Software-Systemen statt, welche den Baubereich direkt und indirekt tangieren. Zu nennen sind hier die Schaffung einer Urbanen Datenplattform mit der Abbildung des digitalen Zwillings, der weitere Ausbau (Einbringen neuer Prozesse) und die Erneuung des ERP-Systems (SAP). Auch die praktische Umsetzung des OZG (Gesetz zur Verbesserung des Onlinezugangs zu Verwaltungsleistungen) spielt eine große Rolle.

Vorgesehen ist zudem die Etablierung der BIM-Methode, die auch von der Bundesregierung als die zukünftige Variante des modernen und digitalisierten Bauens gesehen und im infrastrukturellen Bundesbau bereits gefordert wird.
BIM – Building Information Modeling – ist allerdings keine Software als solche, sondern eine Methode, Bauwerke über den gesamten Lebenszyklus hinweg digital abzubilden.
Hierfür arbeiten wir eng (im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung) mit der HTWK Leipzig zusammen, aber auch mit anderen Städten und öffentlichen Institutionen. Dabei stehen in der Zusammenarbeit mit der HTWK drei Ziele im Mittelpunkt:

  1. Weiterbildung und Zertifizierung von Mitarbeiten um diese neue Methode anwenden zu können und die Grundsätze zu erlernen und zu verstehen (wurde durch Corona verschoben und startet nun im Oktober)
  2. Durchführen eines Pilotprojektes im Rahmen einer Masterarbeit
  3. Untersuchen der städt. IT-Infrastruktur auf „BIM-Fähigkeit“.

Es werden hierfür maßgeblich bereits vorhandenen Systeme benötigt (AVA-Programm ist vorhanden, CAD-Programme sind vorhanden, CAFM-System ist vorhanden, ERP-System ist vorhanden). Diese müssen allerdings zum Teil befähigt werden (mittels herstellerseitig vorhandener Updates) die standardisierten Schnittstellen und Austauschformate bedienen zu können (Im- und Export des IFC-Standard, 3D-Modelle, GEAB-Formate,…).
Des weiteren muss ein Projektraum (Cloud) für den digitalen Zwilling etabliert werden (mit dem L-Drive ist da ein Anfang gemacht).
Denn mit dieser Methode baut man quasi erst einmal digital um Schwachstellen zu erkennen und um dann in der Realität Fehler zu vermeiden sowie Kosten und Zeit besser unter Kontrolle zu behalten. Alle Akteure arbeiten an ein und demselben Modell/Plan somit werden auch Unstimmigkeiten und viele Fehler vermieden – dadurch wiederum auch teure und langwierige Nacharbeiten/ Änderungen/ Bauverzögerungen…
Außerdem soll gemeinsam mit der HTWK eine „Auftraggeberinformations-anforderung“ (AIA) erstellt werden, welche die Anforderungen der Stadtverwaltung an zukünftige Auftragnehmer, hinsichtlich der BIM-Methode, regelt und definiert.

Weiterhin ist vorgesehen, dass MS Project für mehr Mitarbeiter/-innen zur Verfügung gestellt und Schulungen angeboten werden sollen, um so die Software effizient nutzen zu können. Parallel dazu bietet das neue Intranet der Stadt Leipzig die Möglichkeit einer einfacheren Projektkoordinierung.

Ziel ist es eine durchgängige Digitalisierung von der Planung über AVA Software und eVergabe zur eRechnung und der Einsatz von Projekt-Software mit Kosten- und Terminkontrolle zu ermöglichen.

 

Bei der LESG ist derzeit keine Änderung angedacht.

 

 

Stammbaum:
VII-F-01556   Digitalisierung und Softwareeinsatz im Planungs- und Bauprozess städtischer Bauvorhaben   Geschäftsstelle der CDU-Fraktion   Anfrage
VII-F-01556-AW-01   Digitalisierung und Softwareeinsatz im Planungs- und Bauprozess städtischer Bauvorhaben   02.6 Dezernat Stadtentwicklung und Bau   schriftliche Antwort zur Anfrage