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Vorlage - VII-P-01495-DS-02  

 
 
Betreff: Müll und Grünpflege
Anlass: Sonstiges
Status:öffentlich (Vorlage entschieden)Vorlage-Art:Beschlussvorlage
Einreicher:PetitionsausschussBezüglich:
VII-P-01495
Beratungsfolge:
Ratsversammlung Beschlussfassung
14.10.2020 
Ratsversammlung ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt
Anlagen:
VII-P-01495

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

 

 

Beschlussvorschlag:

 

Die Petition wird abgelehnt.

 


 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Begründung:

 

Die Versorgung mit ausreichend und qualitativ hochwertigen öffentlichen Grün- und Freiflächen ist ein wichtiger Teil der städtischen Daseinsvorsorge und leistet einen Beitrag für die Lebensqualität in der Stadt Leipzig. Rasenflächen und Wiesen sind wichtige ökologische, soziale und gestalterische Elemente des Leipziger Stadtgrüns.

 

In den vergangenen 20 Jahren ist die Einwohnerzahl in Leipzig um deutlich mehr als 100.000 gestiegen. Für die Stadt bedeutet dies eine zunehmende bauliche Verdichtung. Brachflächen verschwinden und der Nutzungsdruck auf das öffentliche Grün steigt, insbesondere in den innerstädtischen Parkanlagen.

 

Die Freiräume werden in vielfältiger Weise genutzt. Ob Sport, Spiel, Party, Erholung, Naturschutz, Gartendenkmal, Politik, Kultur, etc. – eine Vielzahl von unterschiedlichen Nutzergruppen stellt auch eine Vielzahl an unterschiedlichen Nutzerforderungen, die oftmals auch miteinander konkurrieren. In jedem Fall jedoch ist der Nutzungsdruck in den Leipziger Grünanlagen enorm gestiegen. Anlagen, wie der Clara-Zetkin-Park, der Johannapark oder das Rosental sind in Spitzenzeiten derart stark genutzt, dass das Grün in den übernutzten Bereichen nachhaltig geschädigt wird. Hinzu kommt eine nicht von der Hand zu weisende Vermüllung im öffentlichen Raum.

 

Die Entfernung und Entsorgung von Abfall, Unrat, Ästen und Sommerlaub erfolgt bedarfsgerecht täglich bis mindestens wöchentlich. Die Gartenfachkräfte des Eigenbetriebes Stadtreinigung Leipzig sammeln je nach Einsatzort 20 - 50 % ihrer Arbeitszeit Müll von den Flächen. Dadurch soll auch ein Übermähen von erkennbarem Unrat vermieden werden. Darüber hinaus arbeiten diverse Pflegefirmen im Auftrag des Eigenbetriebes Stadtreinigung Leipzig. Insbesondere bei der Mahd von langgrasigem Straßenbegleitgrün kann es vorkommen, dass regelwidrig Müll auf der Fläche mitgemäht wird. Diese Verfahrensweise wird bei den Vertragspartnern gerügt und mit den entsprechenden Konsequenzen geahndet.

 

In der Petition VII-P01495 wird gefordert, die „exzessive Grünpflege“ in Leipzig zu reduzieren. Insbesondere werden Grasflächen kritisiert, die dem Anschein nach zu oft gemäht werden.

 

Rasenflächen bilden eine dichte und geschlossene, grüne Pflanzendecke mit geringem Anteil krautiger Pflanzen aus. Rasen verträgt zeitweilig mäßige Belastungen und regeneriert sich schnell nach Extremsituationen. Gemäß der DIN 18919 werden Gebrauchsrasenflächen ab einer Wuchshöhe von 6 und bis maximal 10 cm auf 3 bis 4 cm geschnitten.

 

Als Wiesen werden im Sinne des Grünflächen-, Landschafts- und Sportplatzbaus alle auf einer nicht verbesserten Vegetationsschicht aufgebauten, intensiv durchwurzelten, dichten Pflanzendecken zusammengefasst, die überwiegend aus Gräsern und Kräutern bestehen und keiner landwirtschaftlichen Nutzung unterliegen. Wiesen sind sehr stresstolerant, vertragen keine starken Belastungen und werden durch eine extensive Pflege unterhalten.

 

Die Instandhaltungsmaßnahmen bei der Rasen- und Wiesenpflege gehen von einer regelmäßigen jedoch nicht übermäßigen Benutzung der Flächen aus. Außerordentliche Belastungen, z.B. durch Veranstaltungen, können nicht in der regelmäßigen Instandhaltung berücksichtigt werden, da ihre Auswirkungen nicht planbar sind und der Instandsetzungs-aufwand bis hin zur kompletten Sanierung einer Fläche gesteigert sein kann.

 

Aktuell stellt das Amt für Stadtgrün und Gewässer die Pflegegrundsätze für die Bewirtschaftung der Leipziger Parkanlagen auf eine fachlich neue Basis und erarbeitet modellhaft ein Pflegekonzept für den Clara-Zetkin-Park und den Johannapark. Für die Integration von ökologischen Aspekten arbeitet das Amt für Stadtgrün und Gewässer mit Leipziger Umweltverbänden, dem Amt für Umweltschutz und dem Eigenbetrieb Stadtreinigung Leipzig zusammen. Für die Entwicklung artenreicher Wiesen und zur Förderung der biologischen Vielfalt wurden an elf Standorten Blühstreifen angelegt. Mit der Anlage von Blühstreifen sollen artenreiche Wiesen entwickelt, die biologische Vielfalt gefördert und für die Menschen erlebbar gemacht werden.

 

Die Forderung der Petition VII-P-01495 „eine exzessive Grünpflege in Leipzig zu reduzieren“ wird zurückgewiesen. Leipzig verfügt bereits heute im öffentlichen Grün über 160 ha Wiesenflächen und 80 ha krautige Sukzessionsflächen, die allesamt extensiv gepflegt werden. Demgegenüber stehen 310 ha Kurzgrasflächen, die oftmals nur in einem weit geringeren Schnittmodus gepflegt werden können, als es die DIN 18919 vorschreibt. Die Intensität mit der das kommunale Grün konfrontiert ist, muss mehr auf den Nutzungsdruck und weniger auf eine ausufernde Pflege zurückgeführt werden. Biodiversität ist Grundlage der Pflegegrundsätze für die Bewirtschaftung der Leipziger Parkanlagen. Das Ab- und Einsammeln von Müll in den Grünanlagen wird, bei zunehmender Intensität, mit den bestehenden Kapazitäten durchgeführt.

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

 

Anlage:

 

        Petition VII-P-01495

 

 

 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 2 2 VII-P-01495 (45 KB)    
Stammbaum:
VII-P-01495   Müll und Grünpflege   01.15 Büro für Ratsangelegenheiten   Petition
VII-P-01495-VSP-01   Müll und Grünpflege   70 Eigenbetrieb Stadtreinigung Leipzig   Verwaltungsstandpunkt zur Petition
VII-P-01495-DS-02   Müll und Grünpflege   01.15 Büro für Ratsangelegenheiten   Beschlussvorlage