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Vorlage - VII-F-01703-AW-01  

 
 
Betreff: Vorkehrungen für Brände an Elektroautos
Anlass: Sonstiges
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:schriftliche Antwort zur Anfrage
Einreicher:Dezernat Umwelt, Ordnung, SportBezüglich:
VII-F-01703
Beratungsfolge:
Ratsversammlung schriftliche Beantwortung

Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

 

 

 

 

  1. Gab es bereits solche Brandereignisse im Einzugsbereich der Branddirektion Leipzig?

 

In den letzten zwei Jahren gab es keine derartigen Brände.

 

 

  1. Wie bereitet sich die Branddirektion generell auf solche Brandereignisse vor, z.B. beim Training der Besonderheiten dieser Brandbekämpfung?

 

Brände an E-Fahrzeugen unterscheiden sich in der Brandbekämpfung nur gering zu konventionellen Fahrzeugbränden. Es wird bei PKW-Bränden grundsätzlich die            per­sönliche Schutzausrüstung in Kombination mit umluftunabhängigen Atemschutz       ge­tragen. In Fortbildungen wird die Identifikation und der Umgang mit E-Fahrzeugen bei Brandbekämpfung und Technischer Hilfeleistung geschult. Dabei ergehen folgende Hinweise zur Brandbekämpfung:

 

  • Es ist weiterhin Wasser/Netzwasser/Schaum das Löschmittel der Wahl.
  • Es ist ein thermisches Durchgehen durch Brandbeaufschlagung der Speichersysteme zu verhindern.
  • Wenn Speichersysteme betroffenen sind, sind diese ausreichend lange zu kühlen.
  • Wenn möglich, Batteriesystem komplett ausbrennen lassen.
  • Nach erfolgter Brandbekämpfung standardmäßige Einsatzhygiene wie bei konventionellen Fahrzeugsystemen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  1. Wie wird verhindert, dass toxisches Löschwasser in die Kanalisation bzw. in die Umwelt gelangt? Ist dafür spezielle Technik erforderlich?

 

Bei kleineren Mengen können umweltschädliche Flüssigkeiten mittels Bindemittel       abge­bunden bzw. die Ausbreitung verhindert werden. Der Eintritt in die Kanalisation über einen Gully kann mittels Kanalabsperrblase verhindert werden. Bei größeren           Lösch­wassermengen wird eng mit den Kommunalen Wasserwerke Leipzig zusammen-gearbeitet. 

 

  1. Sind die speziellen Aufbewahrungsbehältnisse für ausgebrannte Wracks verfügbar?

 

Die Branddirektion Leipzig hat die Beschaffung eines Abrollbehälters zur Kühlung von brennenden Elektrofahrzeugen intensiv geprüft und sich gegen eine solche Maßnahmen entschieden. Der Argumentation des Fachausschuss Technik der Deutschen Feuer­wehren, in dem die Branddirektion Leipzig vertreten ist, folgend, stellt insbesondere das dabei entstehende Löschwasser ein hohes Risiko dar. Hintergrund ist, dass sich beim längerfristigen "Tauchen" der Elektrofahrzeuge in nicht unerheblichem Maße Metall­verbindungen aus den Batterien gelöst werden. Diese führen zu einer erheblichen Konta­mination des Löschwassers, welches in der Folge nicht mehr in Kläranlagen aufbereitet werden kann und als Sondermüll entsorgt werden muss. Eine derartige Kontamination ist auch beim wiederholten gezielten Ablöschen der ggf. immer wieder aufflammenden    Fahr­zeuge nicht zu erwarten, da das Löschwasser, wenn überhaupt, nur kurz mit den brennenden Batterien in Kontakt kommt. Zudem ist die dafür notwendige Löschwasser­menge geringer als für die Füllung eines "Tauchbeckens".

 

Grundsätzlich kann die Nutzung bei Automobilherstellern bzw. deren Werkfeuerwehren vorgehaltenen Behältern eine geeignete Lösung darstellen, wenn die Entsorgung des Löschwassers im Vorfeld geklärt ist. Zudem ist dort eine häufigere Nutzung derartiger Behälter zu erwarten.

 

Aktuell werden durch verschiedene Stellen der Deutschen Feuerwehren, insbesondere die Feuerwehrschulen, Untersuchungen zu alternativen Löschverfahren durchgeführt. Sobald hier erste verbindliche Ergebnisse vorliegen, wird auch die Branddirektion Leipzig eine Anpassung der technischen Ausstattung prüfen.

 

Bei einigen Automobilherstellern oder auch für kleiner Akkumulatoren finden zudem bereits heute wasserfreie Löschverfahren in speziellen Behältnissen und Containern    An­wendung. Auch diesbezüglich wird bei Vorliegen entsprechender Erfahrungswerte eine neuerliche Prüfung erfolgen.

 

Grundsätzlich ist zur Vorhaltung von Abrollbehältern (Containern) oder Tauchbecken zu bedenken, dass die Größe stets limitiert ist. Die Eignung derartiger Behältnisse ist somit überwiegend auf den PKW-Bereich begrenzt. In Anbetracht einer zunehmenden           Ver­breitung von Elektro-Transporter-Fahrgestellen und Elektro-Bussen, deckt das Verfahren der Kühlung von Wracks im Wasserbad nur einen Teil der zu erwartenden Gefahren ab.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  1. Sind inzwischen Elektroautos mit alternativer Batterietechnik auf dem Markt, die neben möglichen weiteren Vorteilen auch schwerer entflammbar sind und weniger toxische Stoffe enthalten? Wenn ja: welche Rolle spielen solche alternativen Batteriesysteme bei der künftigen Beschaffung von Elektroautos für die Stadt­verwaltung und die Eigenbetriebe?

 

Recherchen haben ergeben, dass es bisher nur Tests mit alternativer Batterietechnik gibt. Es ist bisher nicht bekannt, dass Elektroautos bereits mit Batterietechnik ausge­stattet werden, die schwerer entflammbar ist und weniger toxische Stoffe enthält..

 

 

Stammbaum:
VII-F-01703   Vorkehrungen für Brände an Elektroautos   Geschäftsstelle der CDU-Fraktion   Anfrage
VII-F-01703-AW-01   Vorkehrungen für Brände an Elektroautos   37 Branddirektion   schriftliche Antwort zur Anfrage