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Vorlage - VII-F-01486-AW-01  

 
 
Betreff: Sinnhaftigkeit der beidseitigen Fahrradweg-Markierungen auf der Straße am See am Stadtrand von Leipzig-Grünau
Anlass: Verwaltungshandeln
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:schriftliche Antwort zur Anfrage
Einreicher:Dezernat Stadtentwicklung und BauBezüglich:
VII-F-01486
Beratungsfolge:
Ratsversammlung mündliche/schriftliche Beantwortung

Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

 

 

1. Erfolgte seitens der Verwaltung bisher eine Überprüfung der tatsächlichen Nutzung der Wegeverhältnisse durch Radfahrer? Wenn dies erfolgt sein sollte, mit welchem Ergebnis?

 

Zählungen zum Radverkehr in der Straße am See fanden nach Markierung der Schutzstreifen am 17.05.2017 in Höhe der Lützner Straße statt. Dabei wurden 480 Fahrradfahrer auf der Fahrbahn gezählt.

 

2. Hält es die Verwaltung für zweckmäßig, wenigstens auf die Fahrradweg-Markierung auf der Seite des Kulkwitzer Sees zu verzichten, da diese aus meiner Sicht am wenigstens benutzt wird?

 

In der Tat ist im Verlauf der Straße am See ein unabhängig von der Straße geführter abgesetzter Geh- und Radweg vorhanden, der jedoch aufgrund seiner Lage (mehr als 5m von der Fahrbahn entfernt) nicht benutzungspflichtig ist.

 

Die vorhandene Beschilderung als Geh- und Radweg dient in diesem Fall lediglich der Kennzeichnung der Benutzungsarten und somit als Hinweis für die Nutzer, dass mit Fußgängern als auch mit Radfahrern auf diesem Weg gerechnet werden muss. Der Gehweg auf der gegenüberliegenden Straßenseite (Richtung Lützner Straße) ist nicht für den Radverkehr freigegeben.

 

Wo es unmittelbar an der Fahrbahn und damit straßenbegleitend keine baulichen benutzungspflichtigen Radwege gibt, benutzen Radfahrer wie alle anderen Fahrzeugführer selbstverständlich grundsätzlich die Fahrbahn. Unabhängig davon, ob abseits der Straße Möglichkeiten zum Radfahren zur Verfügung stehen, ist es an Hauptnetzstraßen Standard, dass Radverkehrsanlagen auf der Fahrbahn vorzusehen sind. Wo es erforderlich und möglich ist, werden Radfahrstreifen oder Schutzstreifen angeordnet. Zudem ist die Straße am See gem. Radverkehrsentwicklungsplan Teil des HauptnetzRad und eine Hauptnetzroute. Das HauptnetzRad enthält wichtige Netzabschnitte des Alltagsradverkehrs in der Stadt Leipzig. Es ist die Basis der strategischen Radverkehrsentwicklung und notwendiges Planungsinstrument.

 

Durch die Führung des Radverkehrs auf der Fahrbahn, werden Radfahrer im Sichtfeld des Kfz-Verkehrs geführt und Konflikte an Zufahrten und Einmündungen reduziert. Zudem ist diese Art der Führung weniger unfallträchtig.  

 

Aus diesen Gründen wurde beim Ausbau der Straße am See ein Querschnitt gewählt, der die Markierung von Schutzstreifen ermöglicht. Schutzstreifen sind dort, wo keine Radfahrstreifen realisierbar sind und die Verkehrsstärke nicht zu hoch ist, das Mittel der Wahl, um die Verkehrssicherheit sowohl für Radfahrer als auch den übrigen Verkehr zu verbessern. Obwohl die Fahrzeugführer ihn bei Bedarf überfahren dürfen, bietet er den Radfahrern einen Schutzraum. Zudem ist festzustellen, dass durch die optisch schmalere Fahrbahn das Geschwindigkeitsniveau gesenkt wurde und die Schutzstreifen sowie die fehlende Leitlinie somit überhöhten, nicht angepassten Geschwindigkeiten entgegenwirken.

 

Aus diesen Gründen ist nicht beabsichtigt, die Markierung der Schutzstreifen - auch nicht einseitig - zu entfernen.

 

 

 

 

Stammbaum:
VII-F-01486   Sinnhaftigkeit der beidseitigen Fahrradweg-Markierungen auf der Straße am See am Stadtrand von Leipzig-Grünau   Geschäftsstelle der AfD-Fraktion   Anfrage
VII-F-01486-AW-01   Sinnhaftigkeit der beidseitigen Fahrradweg-Markierungen auf der Straße am See am Stadtrand von Leipzig-Grünau   66 Verkehrs- und Tiefbauamt   schriftliche Antwort zur Anfrage