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Vorlage - VII-DS-01722  

 
 
Betreff: Satzung zur Aufhebung der Sanierungssatzung "Ortskern Liebertwolkwitz"
Anlass: Rechtliche Vorschriften
Status:öffentlich (Vorlage freigegeben)Vorlage-Art:Beschlussvorlage
Einreicher:Dezernat Stadtentwicklung und Bau
Beratungsfolge:
DB OBM - Vorabstimmung Information zur Kenntnis
Dienstberatung des Oberbürgermeisters Bestätigung
FA Stadtentwicklung und Bau Vorberatung
01.12.2020    Videokonferenz - FA Stadtentwicklung und Bau      
OR Liebertwolkwitz Anhörung
Ratsversammlung Beschlussfassung

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt
Anlagen:
Anlage 1: Satzung der Aufhebung der Sanierungssatzung "Ortskern Liebertwolkwitz"
Anlage 2: verkleinerter Lageplan
Anlage 3: Zwischenbilanz
Anlage 4: Fotos zum Entlassungsbereich

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Beschlussvorschlag:

Die in der Anlage 1 beigefügte Satzung über die Aufhebung der Sanierungssatzung „Ortskern Liebertwolkwitz“ nach § 162 BauGB wird beschlossen.

 

Hinweis:

Der dieser Vorlage beigefügte Plan dient lediglich der Orientierung und ist nicht Bestandteil der Aufhebungssatzung. Bestandteil der Aufhebungssatzung ist allein der im Zeitpunkt der Beschlussfassung im Saal der Ratsversammlung ausgehängte Plan. Die Grenzen des dieser Vorlage beigefügten Planes entsprechen dem Originalplan in verkleinertem Maßstab. Die Beifügung des Lageplans in Originalgröße zu dieser Vorlage wäre unzweckmäßig und ist rechtlich nicht erforderlich. Bei Bekanntmachung der Aufhebungssatzung wird auf die Einsichtnahmemöglichkeit nach § 8 Abs. 1 Nr. 2 KomBekVO / § 2 Abs. 1 Nr. 2 BekS sowie die darüberhinausgehenden allgemeinen Einsichtnahmemöglichkeiten hingewiesen.

Zusammenfassung:

 

Anlass der Vorlage:

 

Rechtliche Vorschriften   Stadtratsbeschluss   Verwaltungshandeln

Sonstiges:

Nach § 162 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BauGB ist eine Sanierungssatzung aufzuheben, wenn die Sanierung durchgeführt ist. Die Sanierung ist durchgeführt, wenn die Sanierungsziele weitgehend erreicht sind, ein Gebiet durch die Behebung städtebaulicher Missstände wesentlich verbessert wurde und die weitere geordnete städtebauliche Entwicklung auch ohne Anwendung besonderer sanierungsrechtlicher Vorschriften gewährleistet ist.

Der für die Aufhebung der Sanierungssatzung „Ortskern Liebertwolkwitz“ vorgesehene Bereich erfüllt diese Voraussetzungen. Mit Aufhebung der Sanierungssatzung verliert das betroffene Gebiet seinen Status als Sanierungsgebiet. Gleichzeitig entsteht für die Eigentümer die Verpflichtung, Ausgleichsbeträge gemäß § 154 BauGB zu entrichten. 

 

 


 

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Finanzielle Auswirkungen

X

nein

 

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

 

nein

 

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

 

 

 

 

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

 

 

 

 

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

x

nein

 

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Steuerrechtliche Prüfung

x

nein

 

wenn, ja

Unternehmerische Tätigkeit i.S.d. §§ 2 Abs. 1 und 2B UStG

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Punkt 4 des Sachverhalts

Umsatzsteuerpflicht der Leistung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Bei Verträgen: Umsatzsteuerklausel aufgenommen

 

ja

 

Nein, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

 

Ja

x

Nein

Beantragte Stellenerweiterung:

   Vorgesehener Stellenabbau:

 

 

 


Hintergrund zum Beschlussvorschlag:

Welche strategischen Ziele werden mit der Maßnahme unterstützt?

 

 

2030 - Leipzig wächst nachhaltig!

Ziele und Handlungsschwerpunkte

 

Leipzig setzt auf Lebensqualität:

Balance zwischen Verdichtung und Freiraum

Qualität im öffentlichen Raum und in der Baukultur

Nachhaltige Mobilität

Vorsorgende Klima- und Energiestrategie

Erhalt und Verbesserung der Umweltqualität

Quartiersnahe Kultur-, Sport- und Freiraum­angebote

 

 

Akteure:

rgerstadt

Region

Stadtrat

Kommunalwirtschaft

Verwaltung

Leipzig besteht im Wettbewerb:

Positive Rahmen­bedingungen für qualifizierte Arbeitsplätze

Attraktives Umfeld für Innovation, Gründer und Fachkräfte

Vielfältige und stabile Wirtschaftsstruktur

Vorsorgendes Fchen- und Liegenschaftsmanagement

Leistungsfähige technische Infrastruktur

Vernetzung von Bildung, Forschung und Wirtschaft

 

Leipzig schafft soziale Stabilität:

Chancengerechtigkeit in der inklusiven Stadt

Gemeinschaftliche Quartiersentwicklung

Bezahlbares Wohnen

Zukunftsorientierte Kita- und Schulangebote

Lebenslanges Lernen

Sichere Stadt

 

 

 

Leipzig stärkt seine Internationalität:

Weltoffene Stadt

Vielfältige, lebendige Kultur- und Sportlandschaft

Interdisziplinäre Wissenschaft und exzellente Forschung

Attraktiver Tagungs- und Tourismusstandort

Imageprägende Großveranstaltungen

Globales Denken, lokal verantwortliches Handeln

 

Sonstige Ziele:

 

trifft nicht zu

 

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1. Sachverhalt

 

Mit der Beschlussfassung soll die Aufhebung der Sanierungssatzung „Ortskern Liebertwolkwitz“ erfolgen.

 

2. Beschreibung der Maßnahme

 

Die Begründung geht zunächst im Allgemeinen auf die Hintergründe zur geplanten Aufhebung der Sanierungssatzung „Ortskern Liebertwolkwitz“ und sodann auf die Voraussetzungen der Aufhebung im Besonderen ein.

2.1. Ausgangsituation

Die Stadt Leipzig hat in den Jahren 1991 bis 2004 15 Sanierungsgebiete förmlich festgelegt, in denen die Sanierungsmaßnahmen unter Anwendung der besonderen sanierungsrechtlichen Vorschriften der §§ 152 ff. Baugesetzbuch (BauGB) durchgeführt werden.  Nach den Regelungen des BauGB sind die jeweiligen Sanierungssatzungen nach Durchführung der einzelnen Sanierungsmaßnahmen aufzuheben.

Als weitere Rahmenbedingung ist zu berücksichtigen, dass das Bund-Länder-Programm „Städtebauliche Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen“ (SEP) zum Jahresende 2012 beendet wurde. Förderanträge der Kommunen für das Programm sind seit dem 01.01.2013 nicht mehr möglich. Vor diesem Hintergrund fordern Bund und Freistaat Sachsen eine zügige Abrechnung städtebaulicher Sanierungsmaßnahmen bis Ende 2020.

Hinsichtlich der vorgesehenen Verfahrensweise zum schrittweisen Abschluss der 15 Sanierungsmaßnahmen der Stadt Leipzig wird auf die Information zur Ratsversammlung am 15.02.2010 „Beendigung der städtebaulichen Sanierungsmaßnahmen bis 2020“ verwiesen (Drucksache Nr. V/789).

Für das Sanierungsgebiet „Ortskern Liebertwolkwitz“ wurde die Satzung über die förmliche Festlegung durch den Gemeinderat von Liebertwolkwitz am 14.09.1995 beschlossen. Am 29.11.1995 wurde diese Satzung ortsüblich bekannt gemacht. Nachdem sich herausgestellt hatte, dass die Satzung mit Fehlern behaftet war, wurde zwecks Heilung dieser Fehler mit Beschluss des Stadtrates der Stadt Leipzig vom 19.06.2013 erneut die Satzung über eine städtebauliche Sanierungsmaßnahme nach §§ 136 ff. BauGB mit der Bezeichnung „Ortskern Liebertwolkwitz“ (Nr. RBV-1635/13) beschlossen. Diese Satzung, bekanntgemacht im Amtsblatt der Stadt Leipzig vom 29.06.2013, trat rückwirkend zum 29.11.1995 in Kraft.

Nun soll die Aufhebung des Sanierungsgebietes „Ortskern Liebertwolkwitz“ erfolgen.

2.2. Voraussetzungen der Aufhebung

Nach § 162 Abs. 1 Satz 1 Nr.1 BauGB ist eine Sanierungssatzung aufzuheben, wenn die Sanierung durchgeführt ist. Die Sanierung ist durchgeführt, wenn die Sanierungsziele weitgehend erreicht sind, ein Gebiet durch die Behebung städtebaulicher Missstände wesentlich verbessert wurde und die weitere geordnete städtebauliche Entwicklung auch ohne Anwendung besonderer sanierungsrechtlicher Vorschriften gewährleistet ist.

Das Sanierungsgebiet „Ortskern Liebertwolkwitz“ umfasst den Ortskern von Liebertwolkwitz einschließlich den Rathausplatz, die Kirche und den Rossmarkt mit einer Fläche von ca. 18 ha. Die vorbereitenden Untersuchungen aus dem Jahr 1995 bestätigten, dass im Sanierungsgebiet enorme städtebauliche Missstände vorlagen. Über zwei Drittel der Gebäude wiesen mittlere bis schwere Mängel an der Bausubstanz auf. Die öffentlichen Straßen und Plätze waren durch Gestaltungsmängel und Instandsetzungsbedarf gekennzeichnet. Im Rahmen der Sanierungsmaßnahme wurden die das Ortsbild prägenden Straßen- und Platzräume grundlegend saniert und teils neugestaltet. Darunter fallen u.a. der Roßmarkt und Teile der Alten Tauchaer Straße, die Bahnhofsallee und die Badergasse, die Getreidegasse, die Leibnizstraße, die Teichmannstraße und der Marktplatz. Zur Erhaltung wertvoller Bausubstanz wurden seit Beginn der städtebaulichen Sanierungsmaßnahme Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen an zahlreichen Gebäuden durchgeführt. So wurde z.B. das historische Rathaus umfassend saniert. Auch die Sanierung der Kirche (Kirchenschiff und Turm) wurde anteilig aus Städtebaufördermitteln finanziert. Ebenso wurde die Sanierung privater erhaltenswerter Gebäude mit Städtebaufördermitteln unterstützt.

Trotz einiger unsanierter Gebäude sind die Sanierungsziele für dieses Quartier weitgehend erreicht und die Anwendung der besonderen sanierungsrechtlichen Vorschriften kann entfallen, da die geordnete städtebauliche Entwicklung in diesem Gebiet zukünftig auch ohne den Status Sanierungsgebiet gewährleistet ist. Eine detaillierte Darstellung enthält die Zwischenbilanz zur Aufhebung des Sanierungsgebietes „Ortskern Liebertwolkwitz“ (siehe Anlage 3).

2.3. Auswirkungen der Aufhebung

Mit der Aufhebung der Sanierungssatzung verliert das betroffene Gebiet seinen Status als Sanierungsgebiet. Mit Rechtsverbindlichkeit der Aufhebung entfällt die Genehmigungspflicht der in § 144 BauGB bezeichneten Vorhaben, Grundstücksteilungen und Rechtsvorgänge. Weiterhin entfällt das allgemeine Sanierungsvorkaufsrecht gem. § 24 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 BauGB. Entsprechendes gilt für die Enteignung zugunsten eines Sanierungsträgers gem.  § 87 Abs. 3 Satz 3 BauGB sowie für die Enteignung aus zwingenden städtebaulichen Gründen gem. § 88 Satz 2 BauGB.

Rechtsverbindlich wird die Satzung über die Aufhebung mit ihrer öffentlichen Bekanntmachung. Dazu wird der Satzungstext mit einem verkleinerten Lageplan im Amtsblatt der Stadt Leipzig veröffentlicht. Für den Originalplan, der im Maßstab 1 : 1.000 gefertigt ist, wird die Form der Ersatzbekanntmachung gewählt, d. h. er wird nach Maßgabe der einschlägigen Bestimmungen zur Einsicht durch jedermann bereitgehalten.

Mit der Aufhebung der förmlichen Festlegung des Sanierungsgebiets sind die Sanierungsvermerke in den betroffenen Grundbüchern gem. § 162 Abs. 3 BauGB zu löschen.

Gleichzeitig entsteht mit der Aufhebung die Verpflichtung der Eigentümer, Ausgleichsbeträge zu entrichten.

a. Begriff des Ausgleichbetrages

§ 154 Abs. 1 BauGB bestimmt, dass der Eigentümer eines im förmlich festgelegten Sanierungsgebiet gelegenen Grundstücks zur Finanzierung der Sanierungsmaßnahme einen Ausgleichsbetrag zu entrichten hat, der der durch die Sanierungsmaßnahme bedingten Erhöhung des Bodenwerts seines Grundstücks entspricht. Bei Wohnungs- und Teileigentum sind die einzelnen Wohnungs- und Teileigentümer entsprechend ihrem Miteigentumsanteil heranzuziehen.

Der Ausgleichsbetrag ist die Differenz zwischen dem Bodenwert, den ein Grundstück hätte, wenn keine Sanierung durchgeführt worden wäre (Anfangswert), und dem Bodenwert, der sich nach der Sanierung ergibt (Endwert). Der Stadt Leipzig steht hinsichtlich der Erhebung von Ausgleichbeträgen kein Ermessen zu. Nur im Einzelfall kann von der Erhebung von Ausgleichbeträgen ganz oder teilweise abgesehen werden, wenn dies im öffentlichen Interesse oder zur Vermeidung unbilliger Härten geboten ist (§ 155 Abs.4 BauGB).

Die Pflicht zur Erhebung der Ausgleichsbeträge entsteht nach Abschluss der Sanierungsmaßnahme, also nach Aufhebung der Sanierungssatzung. Die Ausgleichsbeträge sind nach Abschluss der Sanierungsmaßnahme per Bescheid zu erheben. Gegen die Bescheide kann Widerspruch eingelegt und, bei Nichtabhilfe im Widerspruchsverfahren, Klage erhoben werden.

b. Freiwillige vorzeitige Ablöse

Die Gemeinde kann die Ablösung des Ausgleichsbetrages auch vor Abschluss der Sanierungsmaßnahme zulassen (§ 154 Abs. 3 Satz 2 BauGB). Diese vorzeitige Ablösung erfolgt durch einen öffentlich-rechtlichen Vertrag mit dem Eigentümer. Gemäß Beschluss der Ratsversammlung vom 20.01.2010 (RBV-191/10) erhalten Eigentümer von Grundstücken in Sanierungsgebieten bei vorzeitiger Ablöse bis zu einem Jahr vor dem geplanten Abschluss der Sanierungsmaßnahme einen Verfahrensnachlass in Höhe von 20 Prozent.

Die von der Aufhebung der Sanierungssatzung betroffenen Eigentümer wurden schriftlich über die Möglichkeit der vorzeitigen Ablösung des Ausgleichsbetrages in Kenntnis gesetzt. Hierbei wurde die ermittelte sanierungsbedingte Bodenwerterhöhung zum geltenden Stichtag für jedes Grundstück bzw. jeden Miteigentumsanteil des jeweiligen Grundstücks angegeben und der Verfahrensnachlass in Höhe von 20 Prozent bis zum 31.01.2019 angeboten.

Das Angebot der vorzeitigen Ablösung mit einem Verfahrensnachlass nutzten viele Eigentümer. Insgesamt wurden seit Beginn der Sanierung ca. 344.000,00 EUR für dieses Gebiet eingenommen.

Im Sanierungsgebiet wurden bislang für rund 91 Prozent der Grundstücke, Wohnungen und Teileigentumsobjekte öffentlich-rechtliche Verträge geschlossen und der Ausgleichsbetrag entrichtet.

Für die übrigen 9 Prozent der Fälle wird der Ausgleichsbetrag per Bescheid erhoben.

Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Leipzig wird beauftragt, für jedes Grundstück, das noch nicht vollständig abgelöst ist, ein Einzelgutachten zu erstellen, welches die individuellen Grundstücksmerkmale berücksichtigt. Die Eigentümer werden durch die Verwaltung gem. § 154 Abs. 4 Satz 2 BauGB zunächst im Anhörungsverfahren über die rechtlichen Grundlagen und die Höhe des zu entrichtenden Ausgleichsbetrages unterrichtet und erhalten Gelegenheit zur Stellungnahme und Erörterung der für die Wertermittlung des Grundstücks maßgeblichen Verhältnisse. Im Anschluss daran fordert die Verwaltung den Ausgleichsbetrag durch Bescheid an.

c. Reinvestition von Ausgleichsbeträgen

Nach Abschluss einer Sanierungsmaßnahme sind Ausgleichsbeträge anteilig zu zwei Drittel an Bund und Land abzuführen.

Solange eine städtebauliche Sanierungsmaßnahme noch nicht abgeschlossen ist, können allerdings bereits eingenommene Ausgleichsbeträge als sanierungsbedingte Einnahmen für zuwendungsfähige Maßnahmen im betreffenden Sanierungsgebiet wiedereingesetzt werden.

Zwei Projekte im Sanierungsgebiet wurden aus den bereits eingenommenen sanierungsbedingten Erträgen gefördert.

Mit einem Teil dieser Einnahmen wurde die Gestaltung der Außenanlagen der stationären Kinder- und Jugendeinrichtung der Getreidegasse 14 finanziert. Diese wird als eine integrative, familienorientierte und heilpädagogisch orientierte Wohngruppe mit Flüchtlingsbetreuung durch den Verbund Kommunaler Kinder- und Jugendhilfe (VKKJ) als städtischer Eigenbetrieb betrieben. Mit der Maßnahme konnte eine attraktive Freiflächengestaltung mit Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten für die Nutzer entlang des integrativen, familienorientierten Ansatzes eingesetzt werden.

Des Weiteren konnte aus Einnahmen aus Ausgleichsbeträgen die Gestaltung der Grünfläche an der Getreidegasse vorgenommen werden. Durch die Maßnahme wurde ein quartiernahes Freiraumangebot geschaffen, welches zur Erhöhung der Lebensqualität beiträgt. Die vielfältige Nutzungsmöglichkeit der Grünfläche, sowohl durch die Bewohner des angrenzenden Seniorenheims, als auch durch die Liebertwolkwitzer insgesamt, ist Ausdruck einer gemeinschaftlichen Quartiersentwicklung und schafft soziale Stabilität.

Zu den Projekten gab es eine enge Abstimmung mit dem Ortschaftsrat. Die Nutzung der bereits entrichteten Ausgleichsbeträge für notwendige Investitionen im Quartier entsprechen dem Wunsch des Ortschaftsrates und der Liebertwolkwitzer Grundstückseigentümer.

3. Realisierungs- / Zeithorizont

 

nicht relevant

 

4. Finanzielle Auswirkungen

 

nicht relevant

 

5. Auswirkungen auf den Stellenplan

 

nicht relevant

 

6. Bürgerbeteiligung

 

bereits erfolgt    geplant    nicht nötig

 

 

7. Besonderheiten

 

keine

 

8. Folgen bei Nichtbeschluss

 

Entsprechend § 162 Abs. 1 Nr. 1 BauGB besteht die gesetzliche Verpflichtung die Sanierungssatzung aufzuheben, wenn die Sanierung durchgeführt ist. Da die Sanierungsmaßnahmen im Wesentlichen abgeschlossen sind, ist die Kommune verpflichtet, die Sanierungssatzung aufzuheben.

 

Wird die Sanierung trotz tatsächlicher Beendigung bzw. Einstellung der Sanierungsmaßnahmen nicht nach Maßgabe der §§ 162 f. BauGB auch rechtlich abgeschlossen, könnten noch ausstehende Ausgleichsbeträge nicht mehr per Bescheid eingefordert werden, Fördermittel müssten gegebenenfalls aus dem Vermögen der Stadt Leipzig zurückgezahlt werden.

 

Anlagen:

Anlage 1: Satzung der Aufhebung der Sanierungssatzung „Ortskern Liebertwolkwitz“

Anlage 2: verkleinerter Lageplan

Anlage 3: Zwischenbilanz

Anlage 4: Fotos zum Entlassungsbereich

 

 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Anlage 1: Satzung der Aufhebung der Sanierungssatzung "Ortskern Liebertwolkwitz" (186 KB)    
Anlage 2 2 Anlage 2: verkleinerter Lageplan (1358 KB)    
Anlage 3 3 Anlage 3: Zwischenbilanz (1231 KB)    
Anlage 4 4 Anlage 4: Fotos zum Entlassungsbereich (1750 KB)