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Vorlage - VII-EF-01598-AW-01  

 
 
Betreff: Parksituation in Sellerhausen und Thekla - Vorschlag Hochgarage
Anlass: Sonstiges
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:schriftliche Antwort zur Anfrage
Einreicher:Dezernat Stadtentwicklung und BauBezüglich:
VII-EF-01598
Beratungsfolge:
Ratsversammlung schriftliche Beantwortung

Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

 

Sehr geehrte Frau Gruber,

 

die von Ihnen für Sellerhausen und Thekla beklagte Parkraumsituation trifft für die meisten dicht bebauten Stadtteile in Leipzig zu: die im öffentlichen Verkehrsraum nur begrenzt zur Verfügung stehenden Stellplätze, die auch durch verkehrsorganisatorische Maßnahmen nur in geringem Maße erweiterbar sind, sowie das weit unter dem Bedarf liegende private Stellplatzangebot, können den hohen Parkdruck nicht mehr abdecken.

 

Geht man davon aus, dass Sie sich hier jeweils auf die sogenannten "Neubau- bzw. Plattenbaugebiete" beziehen, ist Folgendes anzumerken:

 

Das Neubaugebiet in Sellerhausen (Bereich um die Leonhard-Frank-Straße) war das erste, zu Beginn der 1960er Jahre planmäßig angelegte Gebiet seiner Art in Leipzig. Zu dieser Zeit waren Fragen der Unterbringung des ruhenden Individualverkehrs - aufgrund des eher geringen Ausstattungsgrades der Haushalte mit Kfz - noch nicht von so großer Bedeutung. Deshalb wurden damals entsprechende funktionale Lösungen, wie Garagenhöfe oder ebenerdige Stellplätze, nur in geringem Umfang geplant und gebaut. Und auch die vorhandenen Straßenquerschnitte lassen nur im begrenzten Umfang das Parken zu.

 

Diese Situation stellt sich im Neubaugebiet in Thekla, welches zu Beginn bis Mitte der 1970er Jahre geplant und gebaut wurde, etwas anders dar. Da die Frage des Besitzes eines privaten Pkw`s für die Haushalte bereits eine größere Bedeutung angenommen hatte und deren Anzahl auch stetig zunahm, wurden dort ebenerdige Parkplätze, teilweise auch Garagenkomplexe, in größerem Umfang als noch 10 Jahre vorher geplant und baulich realisiert.

 

Der Anteil privater Kfz und damit die Notwendigkeit ihrer Unterbringung ist in den Jahren seit 1990 noch einmal ganz erheblich angestiegen. Dies ist allerdings eine allgemeine Problemlage, zu deren Lösung vor allem die Eigentümer der Gebäude und Grundstücke beitragen müssen. Diese können dafür, soweit planungs- und baurechtlich zulässig, auch Hochgaragen bauen und betreiben – jedoch ist dies, wie dargestellt, eine privatwirtschaftliche Aufgabe der Eigentümer und Vermieter und keine der Stadt Leipzig.

 

Die Stadt versucht die Rahmenbedingungen durch eine Stadtplanung der kurzen Wege und die Förderung alternativer Mobilitätsangebote so zu gestalten, dass sie möglichst vielen Haushalten die Chance bieten auf einen eigenen Pkw zu verzichten. Dass dies nicht für jeden in Frage kommt, ist unstrittig. Für diejenigen jedoch, die darauf verzichten können und wollen, müssen alternative Angebote wie Carsharing, Radfahren und der öffentliche Nahverkehr noch besser und leistungsfähiger werden. Die Förderung und Verbesserung solcher Alternativen ist sinnvoll und notwendig und damit eine Aufgabe, an der innerhalb der Stadtverwaltung kontinuierlich gearbeitet wird. Je geringer der Pkw-Bestand in der Stadt, um so entspannter ist auch die Park- und Verkehrssituation für diejenigen, die auf ein Kfz angewiesen sind und für den Wirtschaftverkehr.

 

 

 

 

Stammbaum:
VII-EF-01598   Parksituation in Sellerhausen und Thekla - Vorschlag Hochgarage   01.15 Büro für Ratsangelegenheiten   Einwohneranfrage
VII-EF-01598-AW-01   Parksituation in Sellerhausen und Thekla - Vorschlag Hochgarage   66 Verkehrs- und Tiefbauamt   schriftliche Antwort zur Anfrage