Ratsinformationssystem

Vorlage - VII-DS-01690  

 
 
Betreff: Themenjahr 2022 - Leipzig - Freiraum für Bildung
Anlass: Stadtratsbeschluss
Status:öffentlich (Vorlage entschieden)Vorlage-Art:Beschlussvorlage
Einreicher:Dezernat Kultur
Beratungsfolge:
DB OBM - Vorabstimmung
Dienstberatung des Oberbürgermeisters
FA Kultur 1. Lesung
13.11.2020    FA Kultur (Videokonferenz)      
FA Finanzen 1. Lesung
23.11.2020    FA Finanzen      
FA Kultur 2. Lesung
27.11.2020    FA Kultur (Videokonferenz)      
FA Finanzen 2. Lesung
07.12.2020    FA Finanzen      
FA Jugend, Schule und Demokratie Vorberatung
10.12.2020    FA Jugend, Schule und Demokratie      
07.01.2021    FA Jugend, Schule und Demokratie      
Ratsversammlung Beschlussfassung
16.12.2020 
ABGESAGT - Ratsversammlung (Kongreßhalle, Pfaffendorfer Straße 31, 04105 Leipzig)      
20.01.2021 
Ratsversammlung vertagt     
21.01.2021 
Ratsversammlung (Fortsetzung vom 20.01.2021) vertagt     
18.02.2021 
Ratsversammlung (Videokonferenz) geändert beschlossen     

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt
Anlagen:
Anlage 1 - Jahresprogramm 2022 - Leipzig - Freiraum für Bildung
Anlage 2 - Historischer Abriss - Leipzig - Freiraum für Bildung
Anlage 3 - Konzept 125 Jahre Sächsisch-Thüringische Industrie- und Gewerbeausstellung (STIGA)

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Beschlussvorschlag:

 

  1. Für die Ausgestaltung des Jahres 2022 „Leipzig – Freiraum für Bildung“ sowie weitere Jubiläumsschwerpunkte stellt die Stadt Leipzig insgesamt max. 670.000 Euro zur Verfügung. Die Aufwendungen werden planmäßig im Budget des Dezernats Kultur gedeckt. Die Mittelzuwendung an städtische Empfänger werden im Zuge der Haushaltsplanung 2021/22 entsprechend veranschlagt.

 

  1. Der Stadtrat beschließt die zweckgebundene Verwendung der Mittel entsprechend Punkt 4 „Finanzielle Auswirkungen“ der Vorlage. Die Mittel sollen sowohl als Zuwendung gemäß Rahmenrichtlinie ausgereicht werden (Festbetragsfinanzierung), als auch zur Mittelbewirtschaftung durch die Stadt Leipzig zur Verfügung stehen.

 

  1. Von der Gesamtsumme stellt die Stadt Leipzig für die Ausrichtung des Kongresses „Kinder zum Olymp“, der sich thematisch in das Motto „Leipzig – Freiraum für Bildung“ einfügt, max. 50.000 Euro zur Verfügung (Zuwendung). Der Kongress wird von einem Konsortium aus Kulturstiftung der Länder, Kulturstiftung des Bundes, Bundeszentrale für politische Bidung veranstaltet.

 

  1. Von der Gesamtsumme stellt die Stadt Leipzig außerdem für weitere Jubiläumsschwerpunkte (175. Todestag von Felix Mendelssohn Bartholdy und 125 Jahre Sächsisch-Thüringische Industrie- und Gewerbeausstellung) max. 210.000 Euro zur Verfügung.

 

Zusammenfassung:

Anlass der Vorlage:

 

Rechtliche Vorschriften   X Stadtratsbeschluss   Verwaltungshandeln

Sonstiges:

Die Vorlage beschreibt die Ausgestaltung des Themenjahres 2022 „Leipzig – Freiraum für Bildung“. Kerngedanke des Themenjahres ist es, Leipzig als Inkubationsraum innovativer Bildungskonzepte und gesellschaftlicher Ideen zu präsentieren – etwa in Bezug auf Werte wie Solidarität, soziale Teilhabe sowie Chancen- und Bildungsgerechtigkeit. In der Vorlage werden erste Kernprojekte skizziert sowie eine öffentliche Ausschreibung von Projektfördermitteln beschrieben. Über die öffentliche Ausschreibung werden insbesondere Projekte adressiert, die Kultur- und Bildungsangebote in Schwerpunkträumen der Stadtentwicklung schaffen bzw. bestehende lokale Initiativen stärken. Nicht zuletzt werden weitere Schwerpunkte, insbesondere Jubiläen, vorgestellt: Im Jahr 2022 steht beispielsweise der 175. Todestag von Felix Mendelssohn Bartholdy bevor; außerdem: 125 Jahre Sächsisch-Thüringische Industrie- und Gewerbeausstellung.

 

 

 


 

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Finanzielle Auswirkungen

 

nein

x

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

x

nein

 

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

 

nein

x

ja, Erläuterung siehe Punkt 8

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

x

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

2022

 

670.000

1.100.11.1.1.02.24

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

 

 

 

 

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

 

nein

 

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Steuerrechtliche Prüfung

x

nein

 

wenn, ja

Unternehmerische Tätigkeit i.S.d. §§ 2 Abs. 1 und 2B UStG

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Punkt 4 des Sachverhalts

Umsatzsteuerpflicht der Leistung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Bei Verträgen: Umsatzsteuerklausel aufgenommen

 

ja

 

Nein, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

 

Ja

x

Nein

Beantragte Stellenerweiterung:

   Vorgesehener Stellenabbau:

 

 

 


Hintergrund zum Beschlussvorschlag:

Welche strategischen Ziele werden mit der Maßnahme unterstützt?

 

 

2030 - Leipzig wächst nachhaltig!

Ziele und Handlungsschwerpunkte

 

Leipzig setzt auf Lebensqualität:

Balance zwischen Verdichtung und Freiraum

Qualität im öffentlichen Raum und in der Baukultur

Nachhaltige Mobilität

Vorsorgende Klima- und Energiestrategie

Erhalt und Verbesserung der Umweltqualität

Quartiersnahe Kultur-, Sport- und Freiraum­angebote

 

 

Akteure:

rgerstadt

Region

Stadtrat

Kommunalwirtschaft

Verwaltung

Leipzig besteht im Wettbewerb:

Positive Rahmen­bedingungen für qualifizierte Arbeitsplätze

Attraktives Umfeld für Innovation, Gründer und Fachkräfte

Vielfältige und stabile Wirtschaftsstruktur

Vorsorgendes Flächen- und Liegenschaftsmanagement

Leistungsfähige technische Infrastruktur

Vernetzung von Bildung, Forschung und Wirtschaft

 

Leipzig schafft soziale Stabilität:

Chancengerechtigkeit in der inklusiven Stadt

Gemeinschaftliche Quartiersentwicklung

Bezahlbares Wohnen

Zukunftsorientierte Kita- und Schulangebote

Lebenslanges Lernen

Sichere Stadt

 

 

 

Leipzig stärkt seine Internationalität:

Weltoffene Stadt

Vielfältige, lebendige Kultur- und Sportlandschaft

Interdisziplinäre Wissenschaft und exzellente Forschung

Attraktiver Tagungs- und Tourismusstandort

Imageprägende Großveranstaltungen

Globales Denken, lokal verantwortliches Handeln

 

 

 

 

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Beschreibung des Abwägungsprozesses:

 

Die Vorlage wurde unter Einbeziehung des Dezernats Jugend / Soziales / Gesundheit und Schule entwickelt (konkret: Schulmuseum – Werkstatt für Schulgeschichte Leipzig). Es lagen keine unterschiedlichen fachlichen Beurteilungen vor.

 

 

 

I. Eilbedürftigkeitsbegründung

entfällt

 

II. Begründung Nichtöffentlichkeit

entfällt

 

 

 

 

 

III.  Strategische Ziele

 

Quartiersnahe Kultur- und Freiraumangebote

Das Themenjahr 2022 „Leipzig – Freiraum für Bildung“ bietet ein Jahresprogramm, das Werte von Solidarität, sozialer Teilhabe, von Chancen- und Bildungsgerechtigkeit diskutiert und erprobt. Dafür werden bewusst innovative Bildungsformate  gewählt und dezentrale Angebote in den Stadtteilen angeboten (z.B. mobile Lerninseln der Volkshochschule Leipzig, „Outreach-Programme“ des Naturkundemuseums). 

 

Lebenslanges lernen

Das Themenjahr präsentiert u.a. die Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Volkshochschule Leipzig, die im Jahr 2022 ihr 100jähriges Gründungsjubiläum begeht. Wichtige Programmpunkte entwickeln zudem die Leipziger Städtischen Bibliotheken, das Naturkundemuseum und das Schulmuseum – damit stehen zentrale Institutionen des „lebenslangen Lernens“ im Mittelpunkt des Themenjahres. Es wird deutlich, welchen modellhaften Charakter diese Institutionen mit ihrer Gründung entfalteten und dass diese bis heute weit über die Stadtgrenzen hinaus wirken. Dies setzt den Anreiz, Leipzig als Laboratorium innovativer und chancengerechter Wissensvermittlung weiter zu denken. 

 

Vielfältige, lebendige Kulturlandschaft

Das Jahresprogramm reicht von Formaten zur Wissenschafts- und Bildungsgeschichte Leipzigs, über digitale und filmische Projekte bis hin zu Angeboten für Kinder und Jugendliche. Das Jahr

wird lebendig durch zahlreiche Beteiligungsformate, an denen Leipziger Bürger/-innen und Initiativen aktiv mitwirken. Nicht zuletzt zielen einige Projekte auf eine nachhaltige Nutzung, wie die Einrichtung eines „SprachLernZimmers“ in der Leipziger Stadtbibliothek oder die Entwicklung des interaktiven Ausstellungstools „MagicBox“ an der Volkshochschule Leipzig.

 

 

IV. Sachverhalt

1. Anlass

 

Die Vorlage untersetzt den Stadtratsbeschluss zur Vorlage VI-DS-07998 vom 19.11.2019.

 

 

2. Beschreibung der Maßnahme

 

Gliederung:

 

2.1 Themenjahr 2022: „Leipzig – Freiraum für Bildung“

2.1.1 Prozess Programmplanung Themenjahr „Leipzig – Freiraum für Bildung““

2.1.2 Kernvorhaben im Themenjahr

2.1.3 Leipzig als Ort kultureller Bidlung und neuer Vermittlungsformen – Öffentliche   

         Ausschreibung

2.1.4 Öffentlichkeitsarbeit

 

2.2  Weitere Jubiläen und Schwerpunkte des Jahres 2022

2.2.1 175. Todestag von Felix Mendelssohn  Bartholdy und 25 Jahre Mendelssohn-Haus

2.2.2 125 Jahre Sächsisch Thüringische Industrie- und Gewerbeausstellung

 

2.3 Vorbereitung Themenjahr 2023 (Arbeitstitel: “Die Stadt als Bühne“)

 

 

2.1 Themenjahr 2022 – „Leipzig – Freiraum für Bildung“

 

Leipzig ist ein Laboratorium neuer Ideen und Lebensweisen. Die Stadt ist Entstehungsort einer Vielzahl von gesellschaftspolitischen sowie kulturellen Entwicklungen und Ereignissen, die modellhaft wirkten und andernorts adaptiert wurden. Der Erfindungsreichtum verdankt sich eines innovativen Umgangs mit Tradition, die erfahrungsoffen bleibt. Dieses Potential macht Leipzig zu einem schöpferischen Freiraum für Neuerungen in vielfältigen Lebensbereichen – von der Wirtschaft und Wissenschaft über die Kunst und Kultur bis hin zu neuen Konzepten des gesellschaftlichen Miteinanders.  

 

Ausgehend von den aufgeklärten Bildungsinnovationen am Ende des 18. Jahrhunderts und den sozialen Bewegungen des 19. Jahrhunderts (vgl. Themenjahr 2021) kulminierten beispielsweise Anfang des 20. Jahrhunderts in Leipzig neue gesellschaftliche Modelle, die konkret die Entwicklung einer chancengerechten und solidarischen Gemeinschaft erprobten. Hier wirkten engagierte Reformer, die soziale Teilhabe und eine für alle zugängliche „Volksbildung“ neu dachten. Nachstehend seien einige wichtige institutionelle Gründungen benannt – ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit zu behaupten. Leipzig war um 1900 ein Zentrum des neuen pädagogischen Denkens und der schulischen Reformansätze. Eine wichtige Rolle spielte hierbei der Leipziger Lehrerverein, der 1906 das Institut für experimentelle Pädagogik und Psychologie gründete, das erste seiner Art in Deutschland. Auf dessen ersten Leiter Max Brahn (ermordet 1944 in Auschwitz) geht auch die Initiative zur Gründung eines Schulmu-seums in Leipzig zurück. Ebenfalls 1906 wurde auf Initiative des Leipziger Lehrervereins das Leipziger Naturkunde-museum eröffnet, dessen Ziel es war, naturwissenschaftliche Kenntnisse zu popularisieren und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. 1907 entstand das Arbeiter-Bildungs-Institut – eine kulturpolitische Institution zur „Heranführung der Arbeiter an Film, Theater, Literatur und Musik“. Dessen Leiter der Musikabteilung – Barnet Licht – ermöglichte gemeinsam mit Gewandhauskapellmeister Arthur Nikisch ab 1915 Gewandhauskonzerte für Arbeiter, die zu einem sehr geringen Preis besucht werden konnten. 1911 wurde die Hochschule für Frauen in Leipzig (heute Henriette Goldschmidt Schule) eröffnet, die Frauen und Mädchen wissenschaftlich fundierte Ausbildungsmöglichkeiten für soziale, pädagogische, medizinische und naturwissenschaftliche Berufe bot; Gründerin war die Fröbelpädagogin, Publizistin und Mitbegründerin der deutschen Frauenbewegung Henriette Goldschmidt. 1912 erfolgte in Leipzig die Gründung der ersten jüdischen Schule in Sachsen – der Höheren Israelitischen Schule (Ephraim-Carlebach-Schule). 1913 wurde der Bibliothekar Walter Hofmann zum Direktor der Städtischen Bücherhallen zu Leipzig berufen; der ein  Bibliotheksmodell entwarf, mit dessen Hilfe unterprivilegierten Schichten der Zugang zu Bibliothek und Bildung erleichtert werden sollte. An diesem Ziel richtete er sämtliche Bereiche der Büchereiarbeit aus, von der Ausstattung der Räume über die Ausbildung des Personals bis zu den Details der Ausleihe und der Bestandsauswahl. Mit großem organisatorischen Geschick verfolgte er eine konsequente Erweiterung des Bibliotheksnetzes hin zu zahlreichen Quartiersbibliotheken. Nicht zuletzt war die Gründung der Leipziger Volkshochschule im Jahr 1922 unter Hermann Heller beispielhaft für eine progressive kommunale Kulturpolitik und wurde zum Modell zahlreicher Neugründungen von Volkshochschulen. Das Konzept der Leipziger Volkshochschule orientierte sich an dem Prinzip der „Lebensnähe“ und richtete sich an gesellschaftspolitischen Zusammenhängen aus.

 

Leipzig wurde zu einem innovativer Ort der Demokratisierung von Bildung und Wissen – diese Geschichte der Stadt ist heute weniger im Bewusstsein. Das Ziel des Themenjahres ist es, diese zukunftsweisenden Ansätze lebendig zu machen und Leipzig als Laboratorium neuer (non)formaler Bildungsmodelle zu positionieren. Hier nahmen gesamtgesellschaftlich wichtige Ideen ihren Ausgangspunkt, deren Relevanz für die Gegenwart und Zukunft einer solidarischen und chancengerechten Gesellschaft unverkennbar sind: 

 

-          Entwicklung von Formaten zur Demokratisierung von Bildung und Kultur

-          Einbeziehen von weniger privilegierten gesellschaftlichen Schichten

-          Wissenschaftspopularisierung, Entwicklung neuer Formen der (natur)wissenschaftlichen Volksbildung

-          Entwicklung neuer Anschauungs- und Vermittlungsmethoden  

-          Etablierung von Freiräumen, von Wissens-und Lernräumen

-          Ausweitung der (non)formalen Bildungsinfrastruktur über das Stadtgebiet

-          Professionalisierung der Kultur- und Bildungsarbeit, Kooperation mit der Wissenschaft

-          Positionierung Leipzigs als Bildungs-Laboratorium, das vorbildhaft für andere Städte und Länder wirkte

 

Dieses Innovationspotential der Stadt ist beispielgebend. Gesellschaftliche Modelle eines solidarischen Miteinanders sind heute gefragter denn je. Von den Nebenwirkungen eines neoliberalen Systems, über die Folgen von Klimawandel und Umweltzerstörung, bis hin zu den langfristigen Nachwirkungen der Corona-Pandemie: Die neue solidarische Gemeinschaft ist die Zukunftsidee, die die Gesellschaft vor einem Auseinanderbrechen schützen kann. 

 

Die Stiftung eines neuen Wir-Gefühls darf dabei nicht populistischen Strömungen überlassen werden, sondern muss aus der Mitte der Gesellschaft erwachsen. Konzepte einer progressiv verstandenen Solidarität, der sozialen Teilhabe, der Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit müssen stärker positioniert werden (vgl. Heinz Bude: Solidarität: Die Zukunft einer großen Idee. München 2019).

 

Das Leipziger Themenjahr 2022 bietet die Chance, Diskussionen anzustoßen, Aufmerksamkeit auf Bestehendes zu lenken und neue Modelle zu erproben. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Volkshochschule Leipzig, die ihr Gründungsjubiläum vor 100 Jahren zum Anlass nimmt, lebenslanges Lernen und soziale Teilhabe in die Zukunft zu denken. Weiterhin beteiligen sich u.a. die Leipziger Städtischen Bibliotheken, das Naturkundemuseum und das Schulmuseum mit Formaten am Themenjahr, die die Häuser als Orte der Innovation und der Begegnung („Dritte Orte“) sowie zukunftsweisende Zentren der Wissensvermittlung positionieren. Darüber hinaus werden zahlreiche Akteure der Stadtgesellschaft eingeladen, das Themenjahr auszugestalten (siehe öffentliche Ausschreibung unter Punkt 2.1.3).

 

Das Themenjahr schafft einen Freiraum, um Ziele und Konzepte, wie sie etwa in der Entwicklungskonzeption der Volkshochschule Leipzig 2019 - 2023, dem Bibliotheksentwicklunsgkonzept der Leipziger Städtischen Bibliotheken oder der Museumskonzeption 2030 gefordert werden, modellhaft umzusetzen.  

 

 

2.1.1         Prozess Programmplanung Themenjahr 2022

 

Ausgangspunkt für die Programmplanung bildet die Arbeitsgruppe „Leipzig – Freiraum für Bildung“ unter der Leitung des Dezernats Kultur, die im Frühjahr 2020 tagte, um erste Kernprojekte zu schärfen (Vertreter/-innen Volkshochschule Leipzig, Leipziger Städtische Bibliotheken, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Naturkundemuseum, Schulmuseum, Referat Wissenspolitik, Kulturamt). Weitere programmatische Inhalte und Projekte sollen über eine öffentliche Ausschreibung von Projektmitteln generiert werden (siehe Punkt 2.1.3).

 

 

 

2.1.2         Kernvorhaben im Themenjahr „Leipzig – Freiraum für Bildung“

 

Aus dem geschilderten Prozess stellen sich zum jetzigen Zeitpunkt (Stand: 01.09.2020) folgende Kernvorhaben dar, mit denen das Themenjahr 2022 in Leipzig gestaltet werden soll. Ziel ist es, die unterschiedliche inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema mit monatlich punktuellen Veranstaltungen zu verankern und somit ein entsprechendes Jahresangebot zu schaffen. Einige Projekte sind investiv nachhaltig angelegt, so dass diese über das Jahr 2022 nachwirken.  

 

 

 

 

 

Die Leipziger Volkshochschule feiert im Jahr 2022 ihr 100jähriges Bestehen und entwickelt anlässlich des Jubiläums im Themenjahr 2022 zahlreiche Projekte:

 

Digitales Foto-Projekt

Teilnehmende, Kursleitende, Besucher, fotografisch Interessierte, digital affine Menschen, Junge und Ältere gehe auf Entdeckungsreise und verwandeln ihre Perspektiven in digitales Fotomaterial. Die Fotos handeln von Geschichte und Geschichten. Die Fotos werden digital im Internet und auf Social Media Kanälen gezeigt (Die Volkshochschule verzeichnet 1 Million Internetnutzer im Jahr). Außerdem werden sie in der „Magic-Box“ präsentiert.

 

Kulturfestival in der Löhrstraße mit vorherigem BarCamp „Bildung für alle“

Bei dem Festival können die Besucher/-innen die Volkshochschule Leipzig aus einer neuen Perspektive kennenlernen – frei von Kursbeginn-, Zertifikats- und Prüfungsstress. Es werden Kurs-Blitzlichter mit Workshops kombiniert; es können Show-Beiträgen und Live-Musik erlebt werden. Viele Partner der Volkshochschule Leipzig werden einbezogen. Ein großes Kulturspektakel erwartet die Gäste im Innenhof der Volkshochschule bzw. in der Löhrstraße. Am Vortag lädt die Volkshochschule zum BarCamp (offenes Bildungsformat) „Bildung für alle“ ein.

 

Volkshochschule (vhs) gestern – heute – morgen – Blick in die Schatzkiste und in die Zukunft. Interaktives Ausstellungsprojekt

Das Ausstellungsmodul „Magic-Box“ ist interaktiv, inklusiv und barrierefrei. Das Modul, das sowohl materielle Dokumente als auch digitale Informationen zeigt, soll an hervorgehobener Stelle im Gebäude der Volkshochschule jederzeit zu besichtigen und zu nutzen sein. Die „Magic-Box“ wird die Geschichte und Gegenwart der Volkshochschule Leipzig auf anschauliche und innovative Weise präsentieren und dabei zugleich Wissenschaftlichkeit und Erlebbarkeit Rechnung tragen. Es wird auf Erzählinterviews, Fotos, Dokumente und Filme zurückgegriffen.

 

Leipzig – Orte der Innovation. Mobile Lerninseln – zum Treffen, Kennenlernen und Aufeinanderzugehen

Lerninseln als prozessorientierte Bildungsmethode des selbstgesteuerten Lernens, auch mobil und mit digitalen Lernumgebungen angereichert, bieten sich als „Dritte Orte“ inmitten der Stadtgesellschaft ideal dafür an, die Stadt kennenzulernen und dabei neues Wissen zu erlangen. Wissenschaftler/-innen und Dozent/-innen vermitteln an den Lerninseln neue Einblicke. Kommunikation und Kooperation, Toleranz und Akzeptanz sowie die Bereitschaft sich auf Neues einzulassen, sind dabei gelebte Urbanität. Erfindungsgabe und Vielfalt werden gefordert und gefördert. Die Lerninsel soll originell gestaltet sein z. B. als mobile Bühne, Lastenfahrrad o. ä.

 

100 Jahre Erwachsenenbildung in Leipzig – Volkshochschule der Zukunft

Die Lebendigkeit und Vielfalt der Volkshochschule soll sich in dem Filmprojekt „Visionale“ (Arbeitstitel) widerspiegeln. Er wirft den Blick in Kurse, Veranstaltungen und begleitet die Kursteilnehmenden und Kursleitende auf ihrem Lernweg. Wie verändern sich die Lehr- und Lernmethoden? Wie sieht der Unterrichtsraum der Zukunft aus? Welche Visionen haben die jetzigen Mitarbeitenden? Es entsteht ein besonderer Film mit künstlerisch umgesetzten Zukunfts-Visionen, individuellen Geschichten und in verschiedenen Sprachen.

 

Die Volkshochschule Leipzig wird anlässlich des 100-jährigen Gründungsjubiläums mit max. 75.000 Euro für die Durchführung der vorgestellten Projekte unterstützt.

 

 

 

 

 

 

SprachLernZimmer in der Leipziger Stadtbibliothek

Die Leipziger Städtischen Bibliotheken (LSB) als innovative Kultur- und Bildungseinrichtung beschreiten weitere neue Wege, um den Leipziger/-innen vielfältige Möglichkeiten zu eröffnen, sich aktiv am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen, Bildungschancen zu nutzen und lebenslanges Lernen umzusetzen. Medien- und Informationsangebote im Bereich Sprache werden in den LSB stark nachgefragt, der Bedarf an fremdsprachiger Belletristik steigt stetig.

In der Stadtbibliothek soll ein neuer kreativer Bereich eingerichtet werden, der die Neugierde und die Entdeckerfreude am Erlernen einer Sprache befördert. Das SprachLernZimmer soll verschiedene Medien bereithalten, mit Sprachkabinen ein anspruchsvolles Lernerlebnis fördern und als Ort der Begegnung und des gemeinsamen Austausches die Möglichkeit des gemeinsamen Lernens bieten. Der Raum wird zu einem offenen Lernort für Menschen unterschiedlichster Herkunft und damit ein Treffpunkt für interkulturellen Austausch. 

 

Wissensräume in Bibliotheken – Podiumsdiskussion im Rahmen des Bibliothekskongresses 2022

Im März 2022 findet der 8. Bibliothekskongress in Leipzig statt. Er wird veranstaltet von Bibliothek und Information Deutschland (BID). Mehr als 4000 nationale und internationale Teilnehmer/-innen treffen sich im Congress Center Leipzig, um sich über Veränderungsprozesse in Bibliotheken auszutauschen. Mit einer öffentlichen Podiumsdiskussion kann der Kongress und das Thema Bibliothek als Wissensraum für das Leipziger Publikum sichtbarer werden und zum Austausch anregen.

 

Walter Hofmann – Direktor der Städtischen Bücherhallen zu Leipzig von 1913 bis 1937

Eine Ausstellung in der „MagicBox“ im „LeipzigZimmer“ präsentiert die innovativen Ideen des Bibliotheksgründers Walter Hofmann. Für Walter Hofmann war nicht das Buch, sondern der Mensch Gegenstand aller volksbibliothekarischen Bemühungen. Er vertrat die Ansicht, die Arbeit in öffentlichen Bibliotheken müsse speziell an sozialen Aspekten ausgerichtet werden, Bibliotheken hätten eine erzieherische Aufgabe, dienten der Volksbildung und sollten zur Bildung eines ästhetischen Bewusstseins beim Leser führen. Rund um das Zentrum von Leipzig sollten deshalb vier neue Quartierbibliotheken mit jeweils ca. 6000 Bänden errichtet werden.

 

Henri Hinrichsen (5.2.1868-17.9.1942) – Ausstellung im Lesesaal der Stadtbibliothek

Hinrichsen war Musikverleger und führte den Verlag C.F. Peters ab 1900.  Mit der Einführung der Reihe Edition Peters wurden kostengünstige Notenbände für den Musikgebrauch der musikinteressierten Laien als auch Berufsmusiker produziert und somit die Musikkultur breit gefördert. Er gründete die Musikbibliothek Peters als erste Öffentliche Musikbibliothek Deutschlands, die heute in der Leipziger Stadtbibliothek aufbewahrt wird. Er stiftete die erste Hochschule für Frauen in Deutschland (heute: Henriette-Goldschmidt-Schule). Er stiftete außerdem 200.000 Reichsmark für den Ankauf der „Musikinstrumenten-Sammlung Wilhelm Heyer“, die das heutige Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig begründete.

Henri Hinrichsen wurde 1938 durch die „Arisierung“ enteignet, später in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert und am 17.9.1942 ermordet.

 

Zur Realisierung der eingereichten Projekte werden den Leipziger Städtischen Bibliotheken max. 40.000 Euro zur Verfügung gestellt.

 

 

 

 

  Naturkundemuseum

 

 

Das Naturkundemusuem begeht 2022 ein „ter Meer Jahr“ zu ehren des 150. Geburtstages von Herman Heinrich ter Meer (1871 – 1934). Hauptevent ist eine Jahrestagung des „Verbandes Deutscher Präparatoren“ (ca. 500 Mitglieder) in Leipzig; in enger Kooperation mit der Universität Leipzig. Das Jubiläumsjahr bereitet zugleich die Zentralinstallation "Tour de ter Meer" vor, die zukünftig im Neuen Naturkundemuseum präsentiert werden soll. 

 

„Herman H. ter Meer – Künstler, Präparator, Revolutionär“ (Arbeitstitel) – Ausstellung und Sonderprogramm

Als Mitte des 19. Jahrhunderts deutschlandweit Zoos und Tiergärten eröffneten, die steigende Besuchermassen anzogen, wurde der Unterschied zwischen musealen Exponaten und echten Tieren sehr deutlich. Die immer häufiger ausbleibenden Ausstellungsbesucher führten schließlich dazu, dass Präparatoren eine größere Naturnähe schaffen mussten – eine Kunst, die der Wahlleipziger Herman H. ter Meer (1871-1934) am Zoologischen Institut der Universität Leipzig revolutionierte. Ihm zu Ehren widmet das Naturkundemuseum Leipzig 2022 sein Jahresprogramm. Unter dem Credo „Herman H. ter Meer – Künstler, Präparator, Revolutionär“ (Arbeitstitel) finden monatlich drei bis vier Formate statt, die den Großmeister in Leipzig und darüber hinaus bekannt(er) machen sollen, indem seine spannende Profession an der Schnittstelle von Wissenschaft und Kunst ins Zentrum gerückt wird. Neben Veranstaltungen im Museum sind auch Outreach-Programme geplant, die das Thema auf dezentrale Weise in die

unterschiedlichen Stadtteile tragen.

 

 „Building realities oder Die Erschaffung von Wirklichkeiten“ (Arbeitstitel) – Ringvorlesung in Kooperation mit der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Der Wahlleipziger Herman H. ter Meer (1871-1934) revolutionierte am Zoologischen Institut der Universität Leipzig die Präparationskunst und schrieb damit Wissenschaftsgeschichte. Um die Leistungen des Niederländers zu würdigen, sind das Naturkundemuseum Leipzig und die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig kooperierende Gastgeber der im Sommersemester 2022 wöchentlich stattfindenden und öffentlich zugänglichen Ringvorlesung mit dem Titel „Building realities oder Die Erschaffung von Wirklichkeiten“ (Arbeitstitel). In Anlehnung an Herman H. ter Meer, welcher mit seinen herausragenden und innovativen Exponaten Wirklichkeiten nicht nur einfing, sondern auch neu erschuf, laden wissenschaftlich bedeutende Referent/-innen zur Entdeckung und Erkundung unterschiedlichster Realitäten ein.

 

 „Auf den Spuren der ter Meer-Löwin“ (Arbeitstitel) – Publikation eines Kinderbuches

Als Meister der Präparation entwickelte und perfektionierte Hermann Heinrich ter Meer Anfang des 20. Jahrhunderts in Leipzig eine völlig neuartige Form der Tierpräparation – die Taxidermie. Seine bahnbrechenden Leistungen machten Leipzig mit einem Schlag als Zentrum eben jener Taxidermie international bekannt. Das Naturkundemuseum Leipzig beherbergt die weltweit größte Sammlung von Arbeiten ter Meers, darunter die legendäre „Sitzende Löwin“. Sie und ihr Meister ter Meer sind eng verbunden durch einen faszinierenden Schaffensprozess, der Kunst und Natur sowie Leben und Tod umfasst. Kindgerecht, aber nicht kindlich setzt das geplante Buch Leben und Wirken ter Meers sowie die (Weiter-) Entwicklung der Präparationstechnik in den Fokus. Daneben spielt das Leipzig des frühen 20. Jahrhunderts eine ebenbürtig prominente Rolle. Denn nur hier waren die Bedingungen so optimal, dass der Niederländer ter Meer als Präparator und Lehrmeister seine Leistungen zur höchsten Blüte bringen konnte.

 

  Die Projekte vom Naturkundemuseum Leipzig sollen im Rahmen des Themenjahres mit max.  

  50.000 Euro bezuschusst werden.

 

 

 

 

 

 

 

Erschließung der Barnet-Licht-Sammlung im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig

1964 erwarb das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig einen Teil des Nachlasses von Barnet Licht (1874-1951). Der Chorleiter wirkte nach kurzer Tätigkeit als Leiter der Halévy Singing Society in New York seit 1902 in Leipzig. Hier prägte er über Jahrzehnte die Leipziger Musikkultur. Sein Anliegen war es, allen Menschen, unabhängig von Bildungsabschluss oder Geldbeutel, Zugang zu klassischer Musik zu vermitteln. Er war Dirigent mehrerer Arbeiterchöre, die sich 1907 zu den „Lichtschen Chören“ zusammenschlossen, und Mitgründer des Arbeiterbildungsinstitutes. Im Alter von 50 Jahren wurde Licht Chorleiter der liberalen Gemeindesynagoge Gottschedstraße. Im Februar 1945 kam er seiner jüdischen Abstammung wegen ins KZ Theresienstadt; er überlebte und kehrte 1946 nach Leipzig zurück. Hier baute er seine Chöre wieder auf und leitete am 1. Mai 1946 vor 200.000 Zuschauern ein großes Chorkonzert auf dem Augustusplatz.

 

Die Sammlung zu Barnet Licht im Stadtgeschichtlichen Museum ist bisher nicht vollständig erschlossen. Das Projekt hat zum Inhalt, das Archivmaterial zu erfassen, zu digitalisieren und in die Datenbank APS aufzunehmen, damit die Bestände auch für die interessierte Öffentlichkeit recherchierbar werden.

 

Dem Stadtgeschichtlichen Museum werden max. 10.000 Euro für die Erfassung und

 Veröffentlichung des Barnet-Licht-Bestandes zur Verfügung gestellt.

 

 

 

 

 

 

Schule für alle. Leipzigs Aufstieg zur Stadt der Bildung um 1800 (Arbeitstitel) – Sonderausstellung und Begleitprogramm aus Anlass des 230. Jubiläums der Gründung der Ratsfreischule 1792

Öffentliche Bildung war in Leipzig über Jahrhunderte hinweg nur einem verschwindend geringen Teil der Stadtbevölkerung zugänglich. An der Thomasschule (gegründet 1212) und der jüngeren Nikolaischule (1512) richtete sie sich ausschließlich an die männliche Bevölkerung und besaß eine Fixierung auf die gelehrten Studien, nicht auf die vielfältige Lebens- und Berufswelt

der prosperierenden Handelsstadt. Vor diesem Hintergrund erlebte Leipzig in etwas mehr als einem Jahrzehnt, zwischen 1792 und 1804 eine beispiellose Expansion seiner schulischen Strukturen. Die Gründung der Ratsfreischule 1792 markiert den Auftakt dieser Entwicklung. In völlig neuer Weise übernahm der Rat die Verantwortung für die Bildung der einfachen Bevölkerung, die nicht an der traditionellen Lateinschule interessiert war.

Erstmals überhaupt rückte die Erziehung und Ausbildung von Mädchen in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, für die es zuvor überhaupt keine öffentlich getragenen Bildungsangebote in Leipzig gegeben hatte. Die Ratsfreischule stieg rasch zur größten Schule Leipzigs auf und fand in ganz Deutschland als Musterschule einer reformgesinnten Bürgerschaft große Anerkennung und Resonanz. Sie leitete die Gründung weiterer Schulen ein, so einer neuen Waisenhausschule (1792), mehrerer Armenschulen (1803) und einer großen Bürgerschule (1804) und bildete darüber hinaus einen wichtigen Impuls für die Reform der lange vernachlässigten beiden Gelehrtenschulen.

 

Leipzig erlebt aktuell eine massive Erweiterung seiner schulischen Infrastruktur, die nur vergleichbar ist mit den früheren Expansionswellen um 1800 und zwischen 1880 und 1914. Es ist deshalb der besondere Reiz der Sonderausstellung, historische Dokumente und Objekte mit heutigen Fragestellungen und partizipativen Angeboten zu verbinden. Die vorzügliche Quellenlage stellt dafür eine wichtige Voraussetzung dar. Die Ausstellung bettet sich hervorragend in das vorhandene Ausstellungs- und Vermittlungskonzept ein.

 

Förderung von 5 Beteiligungsprojekten für Leipziger Schüler/-innen -Projekten zur Geschichte Leipziger Schulen – Wettbewerb

Das Schulmuseum initiiert eine Ausschreibung zur Förderung von Projekten zur Geschichte Leipziger Schulen. Die Ausschreibung zielt darauf, dass Schüler/-innen spielerisch forschend ihre Schule im jeweiligen Stadtteil entdecken. Die eingereichten Projekte werden von einem Gremium bewertet; anschließend sollen ca. 10 Projekte à 500 Euro gefördert werden.

 

XVI. Theodor-Litt-Symposium – Tagung

2022 erinnert Leipzig an den 60. Todestag Theodor Litts (1880-1962). Als einer der Begründer der geisteswissenschaftlichen Pädagogik, als Professor und letzter demokratischer Rektor der Universität Leipzig (1931/32), als Gegner des Nationalsozialismus und als Begründer der politischen Bildung nach 1945 gehört er zu den wichtigsten geistigen Repräsentanten Leipzigs im 20. Jahrhundert. Aus diesem Anlass findet im Herbst 2022 das Theodor-Litt-Symposium in einem besonderen Format statt. Das seit 1997 jährlich durchgeführte Symposium hat sich als wichtiges regelmäßiges Forum des Austauschs über die Entwicklung und Rolle von Bildung im 20. und 21. Jahrhundert und die Herausforderungen und Perspektiven der politischen Bildung entwickelt. Neben der Würdigung des Werks Theodor Litts in der gebrochenen Geschichte des 20. Jahrhunderts, sollen aktuelle Bezüge und Herausforderungen in den verschiedenen schulischen und außerschulischen Feldern der politischen Bildung aufgezeigt werden.

Entsprechend dem Konzept zur Kinder- und Jugendbeteiligung der Stadt Leipzig (VI-DS-01526) erfolgt eine Einbindung der Geschäftsstelle Kinder- und Jugendbeteiligung und des Entwicklungskreises Ju-gendgerechte Kommune in den Prozess der Ausschreibung und Vergabe der Projektförderung

 

Dem Schulmuseum werden max. 35.000 Euro für die Realisierung der eingereichten

Projekte zur Verfügung gestellt.

 

 

 

 

 

 

 

Kongress „Kinder zum Olymp“

Im Jahr 2022 soll Leipzig zur Gastgeberstadt des Kongresses „Kinder zum Olymp!“ werden. „Kinder zum Olymp!“ heißt die Bildungsinitiative, die im Herbst 2003 von der Kulturstiftung der Länder mit dem Ziel gestartet wurde, Kinder und Jugendliche mit Kunst und Kultur in aktiven Kontakt zu bringen. Sie wurde als eine Reihe von Aktivitäten konzipiert, von deren Zusammenwirken sich die Initiator/-innen versprechen, ästhetisch-kulturelle Bildung für alle Kinder zugänglich zu machen und ihre Begeisterung für die Kunst dauerhaft zu fördern. Der Kongress mit ca. 600 Teilnehmer/-innen beinhaltet verschiedenste Formate und richtet sich an Vertreter/-innen aus Bildungseinrichtungen, Kultur, Verwaltung, Wissenschaft, Eltern und die interessierte Öffentlichkeit.

 

Der erste Kongress „Kinder zum Olymp!“ fand 2004 in Leipzig statt – damit wurde die Erfolgsgeschichte des Formats begründet. 2022 wird der Kongress – nach einer Weiterentwicklung des Konzepts im neuen Gewand – erneut in Leipzig zu Gast sein. Damit ist die Chance verbunden, ausgehend von der Stadt Leipzig neue Impuls für die Kulturelle Bildung in Deutschland zu setzen.

 

 

Für die Realisierung des Kongresses „Kinder zum Olymp!“ werden max. 50.000 Euro als Zuwendung zur Verfügung gestellt.

 

 

 

 

 

 

 

Fachtag Kulturelle Bildung

Ergänzend zum bundesweiten Fachkongress "Kinder zum Olymp" organisiert das Kulturamt gemeinsam mit lokalen Akteuren aus dem "Jour Fixe Kulturelle Bildung" einen beteiligungsorientierten Fachtag, der gegenwärtige Themen der kulturellen Bildung in Leipzig aufgreift. Form und Inhalt des Fachtags werden in 2021 gemeinsam mit den vielfältigen Akteuren aus dem "Jour Fixe Kulturelle Bildung" entwickelt. Die Federführung liegt beim Kulturamt.

 

Weiterbildungsangebot für freie Kulturschaffende und Vereine

Die Fachbereiche Kulturelle Bildung sowie Stadtteil- und Soziokultur des Kulturamtes entwickeln gemeinsam mit externen Expert/-innen mehrere Weiterbildungsformate für freie Kulturschaffende und Vereine der kulturellen Bildung und Soziokultur. Ziel der kostenfreien Weiterbildungsformate ist es, die Teilnehmenden bei der Qualifizierung und Weiterentwicklung ihrer Angebote hinsichtlich beteiligungsorientierter, inklusiver, demokratiefördernder und diskriminierungssensibler Ansätze zu unterstützen. Die Weiterbildungen richten sich insbesondere an die über die Ausschreibung geförderten Projekten im Themenjahr.

 

Förderung von 5 Beteiligungsprojekten für Leipziger Schüler/-innen

Über das Förderprogramm "Kultur Kollaborateure" fördert das Kulturamt 5 zusätzliche Beteiligungsprojekte, bei denen Schüler/-innen Leipziger Schulen zusammen mit freischaffenden Künstler/-innen oder Initiativen der politischen Bildung zum Thema Demokratie in ihrem Stadtteil und an ihrer Schule forschen. Die Ausschreibung erfolgt über das Gesamtprogramm "Kultur Kollaborateure" und richtet sich insbesondere an Bildungseinrichtungen in Schwerpunkträumen der Stadtentwicklung.

 

Das Kulturamt erhält zur Realisierung der eingereichten Projekte max. 25.000 Euro.

 

 

 

2.1.3         Leipzig als Ort kultureller Bildung und neuer Vermittlungsformen –

Öffentliche Ausschreibung

 

Die bisher genannten Vorhaben sind zunächst „Schlaglichter“ des Themenjahres 2022. Darüber hinaus sollen vielfältige weitere Aspekte in den Blick genommen werden. Um den facettenreichen Möglichkeiten des Themas gerecht zu werden, wird ein spezielles Förderverfahren für Projekte entwickelt, das im Frühsommer 2021 veröffentlicht werden soll. In diesem Rahmen sollen Projekte gefördert werden, die u.a.

 

-          die Geschichte und Gegenwart Leipzigs als Laboratorium neuer Konzepte des gesellschaftlichen Miteinanders zeigen,

-          die Bildungs- und Wissenschaftsgeschichte Leipzigs innovativ thematisieren,

-          die neue Vermittlungsformen, Lernmodelle und Beteiligungsformate erproben,

-          die neue Lern- und Begegnungsorte schaffen, bspw. Konzepte im Sinne von „Dritten Orten“ umsetzen (siehe Museumskonzeption 2030), 

-          neue Konzepte von Solidarität, von Chancen- und Bildungsgerechtigkeit erproben,

-          neue Kooperationsformen zwischen (non)formaler und formaler Bildung und/oder zwischen Kultur, Bildung und Wissenschaft u.a. eingehen,

-          jüngere Zielgruppen erreichen und maßgeblich die kulturelle Bildung unterstützen,

-          stark in die Stadtgesellschaft hineinwirken und dezentral in verschiedenen Stadtteilen stattfinden

-          Kultur- und Bildungsangebote in Schwerpunkträumen der Stadtentwicklung schaffen.

 

Gewünscht sind Projekte, die die Zusammenarbeit von Institutionen und freien Initiativen stärken, inklusive und generationsübergreifende Kulturarbeit befördern und gezielt interessierte Freiwillige einbeziehen.

 

Die Ausschreibung wird per Pressemitteilung veröffentlicht; sie wird im Amtsblatt und auf der städtischen Webseite platziert. Die eingereichten Projekte werden von einer Jury, u.a. bestehend aus Expert/-innen, Vertreter/-innen des Stadtrates, Vertreter/-innen der Verwaltung, bewertet und zur Entscheidung gebracht; hierfür werden vorab Bewertungskriterien erarbeitet. Die finanziellen Mittel sollen anschließend auf der Grundlage der städtischen Rahmenrichtlinie ausgereicht werden.

 

 

Für die Ausschreibung stehen max. 105.000 Euro zur Unterstützung freier Institutionen und Initiativen sowie Künstler und Künstlerinnern zur Verfügung.

 

 

2.1.4         Öffentlichkeitsarbeit

Um die Projekte zum Themenjahr 2022 „Leipzig – Freiraum für Bildung“ wirksam zu kommunizieren, soll eine Agentur mit der Entwicklung eines Erscheinungsbildes sowie der Öffentlichkeitsarbeit beauftragt werden. Auf der städtischen Website (leipzig.de) wird eine Subdomain angelegt und mit Content über das Jahr gepflegt. Auch sollen Printprodukte (Flyer, Plakate, Postkarten) entworfen, gedruckt und im Stadtraum verteilt werden.

 

Das Erscheinungsbild der Kampagne soll an das des Themenjahres 2021 „Leipzig – Stadt der sozialen Bewegungen“ anknüpfen, um so sinnfällig eine Wiedererkennbarkeit und eine Reihung der Themenjahre zu schaffen. Das Erscheinungsbild soll außerdem dem partizipativen Gedanken der Themenjahre Rechnung tragen.

 

 

Für Maßnahmen der Öffentlichkeistarbeit werden max. 20.000 Euro zur  Verfügung gestellt.

 

2.2      Weitere Jubiläen und Schwerpunkte des Jahres 2022

 

2.2.1         175. Todestag von Felix Mendelssohn Bartholdy und 25 Jahre Mendelssohn-Haus

 

Im Jahr 2022 steht der 175. Todestag von Felix Mendelssohn Bartholdy bevor. Er wurde 1809 in Hamburg geboren und starb 1847 in Leipzig. Er gilt als der bedeutendste Leipziger Gewandhauskapellmeister, der das städtische Musikleben grundlegend reformierte und die Bach-Renaissance in Deutschland einleitete. Der große Erfolg, Felix Mendelssohn Bartholdy als Botschafter der Musikstadt Leipzig zu verankern, geht vor allem auf das internationale Engagement von Kurt Masur zurück. Nach dem Tod von Kurt Masur bedarf es einer neuen Anstrengung, das Erbe von Felix Mendelssohn Bartholdy für die Musikstadt Leipzig international lebendig zu halten.

 

Im Jahr 2022 besteht die Möglichkeit, dass das Deutsche Chorfest (geplant) Felix Mendelssohn Bartholdy programmatisch integriert. Im Schaffen Felix Mendelssohn Bartholdys stellt die Chormusik einen Grundpfeiler dar und spiegelt seine musikalische Vielseitigkeit wider. Das Deutsche Chorfest 2022 wird Felix Mendelssohn Bartholdy deutlich in den Programmen verankern. Das Wirken Felix Mendelssohn Bartholdys ist außerdem in der städtischen Strategie zur Weiterentwicklung der Festivalandschaft zentral platziert.

 

Darüber hinaus sollen im Jahr 2022 zwei weitere Projekte durch die Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Stiftung realisiert werden: Eine Audio- und Video-Gesamtaufnahme des Liedschaffens von Felix Mendelssohn Bartholdy im Musiksalon des Mendelssohn-Hauses sowie Bild- und Tonaufnahmen der Schauspielmusiken Felix Mendelssohn Bartholdys. Die Grundidee der Projekte fußt auf der Erfahrung, dass digitale Formate – in der Zeit der Corona-Pandemie stark nachgefragt – langfristig ein hohes Potential zur Verbreitung und Bewahrung des Erbes von Felix Mendelssohn Bartholdy haben.

 

 

Zur Durchführung des Jubiläums soll der Felix-Mendelssohhn-Bartholdy- Stiftung ein Zuschuss von max. 120.000 Euro als Zuwendung ausgereicht werden.

 

 

2.2.2         125 Jahre Sächsisch-Thüringische Industrie- und Gewerbeausstellung

 

Das Jahr 2022 steht im Zeichen des 125. Jahrestages der Sächsisch-Thüringischen Industrie- und Gewerbeausstellung Leipzig (im folgenden STIGA). Auf dem Areal des heutigen Clara-Zetkin-Parks (beidseitig der Anton-Bruckner-Allee) fand vom 24. April bis zum 19. Oktober 1897 mit insgesamt 3.027 Ausstellern und über 2,7 Millionen Besuchern die nach wie vor publikumsstärkste Ausstellung der gesamten Leipziger Geschichte statt, die die Wirtschaftskraft der Region vor Augen stellen und der Förderung des geistigen und technischen Fortschritts dienen sollte. Anlass war seinerzeit der 400. Jahrestag der Verleihung des Reichsmesseprivilegs durch Kaiser Maximilian I. an Leipzig. Dieses für den Aufstieg Leipzigs zur Handelsmetropole entscheidende und damit den Charakter Leipzigs als Messestadt langfristig prägende Ereignis jährt sich 2022 zum 525. Mal und soll daher in die Überlegungen zur Erinnerung an die STIGA mit einbezogen werden.

 

Das Großereignis STIGA bietet in der Rückschau hervorragende Themenstränge, um augenscheinlich Vergangenes in höchst aktuellem Maße zu reflektieren und gesellschaftsrelevante Fragen von der Industriekultur und nachhaltigen Stadtentwicklung über die Verwaltungsmodernisierung bis hin zur kritischen Betrachtung sogenannter „Völkerschauen“ (ebenso Teil der STIGA) im Kontext der aktuellen Postkolonialismus-Debatte zu diskutieren. Das Projekt knüpft an die Themenjahre „Jahr der Industriekultur“ (2020) und „Leipzig – Stadt der sozialen Bewegungen“ (2021) an und führt Fragestellungen nachhaltig weiter. 

 

Neben der musealen Aufarbeitung und Darstellung von Firmen- und Privatsammlungen sowie persönlicher bewahrter Erinnerungen stehen reale Präsentationen, wie Vor-Ort-Aktionen auf dem historischen Parkareal, im Fokus der Projektarbeit. In einem temporären Nachbau eines Ausstellungspavillons sollen unterschiedlichsten Akteure über einen Zeitraum von 4 Wochen die Möglichkeit der eigenen Aktion, Präsentation und Darbietung erhalten, die sich Themen der STIGA annehmen.

 

Zum Zeitpunkt der Erstellung der Vorlage sind verschiedene Kooperationspartner (u.a. GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig, Stadtgeschichtliches Museum, HTWK, Dezernat Kultur) in die Ausgestaltung der Projektkonzeption eingebunden. Im Zuge der Projektentwicklung wird das Stadtplanungsamt (Abteilung Stadtentwicklung) einbezogen und es sollen weitere Partner aus wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und künstlerischen Bereichen ebenso wie aus der Stadtgesellschaft hinzukommen.

 

Im Zentrum der thematischen Betrachtung stehen aktuell:

-          Gewerbelandschaft: „Zeitlos innovativ. Regionale Qualitätsprodukte einst und jetzt“

-          Verwaltungsmodernisierung: „Von der mitteldeutschen Weltausstellung zur Umweltbildung mit nachhaltiger Stadtentwicklung“

-          Post-Kolonialismus: Deutsch-Ostafrikanische Ausstellung vs. Thüringer Dörfchen

 

Die Erinnerung und Auseinandersetzung mit dem Großereignis „STIGA“ war in den Jahren 2018/2019 bereits Thema der Stadtratsversammlung. Die eingereichten Petitionen (VI-HP-07502 und VII-P-00373) wurden bisher aus verschiedenen Gründen abgelehnt. Das vorliegende Projekt kann dem Wunsch der Stadtgesellschaft und des Rates Rechnung tragen, die Ausstellung differenziert zu beleuchten und zum Thema zu machen (weitere Ausführungen siehe Anlage.)

 

Für die Entwicklung und Umsetzung des Projektes werden innerhalb des Jubiläumsbudgets    max. 90.000 Euro zur Verfügung gestellt.

 

 

2.3      Vorbereitung Themenjahr 2023 „Die Stadt als Bühne“ (Arbeitstitel)

 

Im Jahr 2023 wird ein thematischer Fokus auf den „Peripherien“ der Stadt Leipzig liegen. Unter dem (noch nicht festgelegten) Arbeitstitel "Die Stadt als Bühne" werden innerhalb der Strategie der Themenjahre Leipziger Ortschaften in den Blick treten, die bisher weniger im Fokus städtischer Kulturförderung stehen.

Nicht nur das Ergebnis der Leipziger Oberbürgermeisterwahlen im Jahr 2020 hat gezeigt, dass offenbar eine Diskrepanz zwischen „Zentrum“ und „Peripherie“ besteht, auch das Fachkonzept Kultur des INSEK 2030 hält im dazugehörigen Maßnahmenplan fest: "Neben der Sicherung (der) kulturellen Vielfalt steht in den nächsten Jahren vor allem die bedarfsgerechte Entwicklung, Verlagerung oder Ergänzung der kulturellen Infrastruktur, insbesondere in benachteiligten Stadtteilen, im Fokus. Kultur kann hier Motor der Stadtentwicklung sein.“

 

Aus diesem Grund erarbeitet das Dezernat Kultur – gemeinsam mit den Leipziger Ortschaften - unter Einbeziehung der Abteilung Stadtentwicklung im Stadtplanungsamt (Fachkonzept zur Sozialen Teilhabe) entsprechende Projekte und Maßnahmen. 

 

Zur Vorbereitung des Themenjahres 2023 werden max. 30.000 Euro zur Verfügung gestellt.

 

 

 

3. Realisierungs- / Zeithorizont

 

Das Themenjahr wird im Jahr 2022 realisiert.

 

 

 

 

4. Finanzielle Auswirkungen

 

 

Zur Gestaltung des vorab angeführten Programms stellt die Stadt Leipzig max. 670.000 Euro zur Durchführung aller Projekte und Veranstaltungen zur Verfügung. Es handelt sich, gemäß §§ 2 Abs. 1 SächsKRG; 2 Abs. 3 und Satz 1 und 2 SächsGemO, um eine weisungsfreie Pflichtaufgabe der Gemeinde.

 

Projektpartner

Projekte/Maßnahme

Beantragte Förderung

in 2022

Volkshochschule

-   Ausstellung: vhs gestern, heute, morgen

-   Festival: Kulturfestival in der Löhrstraße

-   Fotoprojekt: 100 Jahre – Geschichte und Geschichten

-   Mobile Lerninseln: Leipzig – Orte der Innovation

-   Publikation: vhs-Film

75.000 Euro

Leipziger

Städtische Bibliotheken

-   Investition/Flächenentwicklung: SprachLernZimmer

-   Podiumsdiskussion: Bibliothekskongress 2022

-   Ausstellung in der Magic-Box: Walter Hofmann

-   Ausstellung im Lesesaal: Henri Hinrichsen

40.000 Euro

Naturkunde-

museum

-   Ausstellung/Teilhabeangebote: Herman H. ter Meer

-   Ringvorlesung an der HTWK: Building realities

-   Publikation: Kinderbuch zu Herman ter Meer

50.000 Euro

Stadtgeschichtliches Museum

-   Erschließungsprojekt Barnet-Licht-Bestand

10.000 Euro

Schulmuseum

-   Sonderausstellung: Schule für alle. Leipzig Aufstieg zur Stadt der Bildung um 1800

-   Wettbewerb: Förderung von Schüler/-innen-Projekten zur Geschichte Leipziger Schulen

-   Tagung: XVI. Theodor-Litt-Symposium

35.000 Euro

Kulturamt

-   Fachtag „Kulturelle Bildung“

- Weiterbildungsangebote für freie Kulturschaffende

  und Vereine

- fünf Beteiligungsprojekte mit Leipziger Schüler/-

  innen im Rahmen des Förderprogramms "Kultur

  Kollaborateure" zum Thema Demokratie

25.000 Euro

Kulturstiftung

der Länder / Kulturstiftung des Bundes / Bundeszentrale für politische Bildung

-   Fachkongress: Kinder zum Olymp

50.000 Euro

Öffentliche Ausschreibung

-   Förderung von Projekten der freien Szene

105.000 Euro

Öffentlichkeitsarbeit 

-   Beauftragung einer Agentur (Designentwicklung) sowie Distributionskosten (Anzeigen, Plakate, etc.)

20.000 Euro

Teilsumme

Projekte im Rahmen des Themenjahres 2022

410.000 Euro

Mendelssohn-Stiftung

- 175. Todestag von Felix Mendelssohn Bartholdy

120.000 Euro

Kooperationspartner (u.a GRASSI Museum für Völkerkunde, HTWK, Sächsisches Wirtschaftsarchiv…)  

-   125 Jahre Sächsisch-Thüringische Industrie- und Gewerbeausstellung (STIGA)

90.000 Euro

Teilsumme

Projekte im Rahmen von Jubiläen 2022

210.000 Euro

 

-   Vorbereitungsbudget 2023

30.000 Euro

 

-   Reserve

20.000 Euro

Teilsumme

Sonstige Aufwendungen

50.000 Euro

Gesamtsumme

 

670.000 Euro

 

 

5. Auswirkungen auf den Stellenplan

entfällt

 

6. Bürgerbeteiligung

 

bereits erfolgt    x geplant    nicht nötig

 

 

7. Besonderheiten

entfällt

 

8. Folgen bei Nichtbeschluss

 

Sollte der Vorlage nicht zugestimmt werden, kann das Themenjahr „Leipzig – Freiraum für Bildung“ nicht umgesetzt werden.

 

Anlagen

 

Anlage 1 – Jahresprogramm 2022 „Leipzig – Freiraum für Bildung“

Anlage 2 – Historischer Abriss „Leipzig – Freiraum der Bildung“

Anlage 3 – Konzept „125 Jahre Sächsisch-Thüringische Industrie- und Gewerbeausstellung

      Leipzig – Die Mitteldeutsche Weltausstellung als Bildungsrelebnis

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Anlage 1 - Jahresprogramm 2022 - Leipzig - Freiraum für Bildung (388 KB)    
Anlage 2 2 Anlage 2 - Historischer Abriss - Leipzig - Freiraum für Bildung (401 KB)    
Anlage 3 3 Anlage 3 - Konzept 125 Jahre Sächsisch-Thüringische Industrie- und Gewerbeausstellung (STIGA) (466 KB)    
Stammbaum:
VII-DS-01690   Themenjahr 2022 - Leipzig - Freiraum für Bildung   02.4 Dezernat Kultur   Beschlussvorlage
VII-DS-01690-ÄA-01   Themenjahr 2022 - Leipzig - Freiraum für Bildung   Geschäftsstelle der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen   Änderungsantrag
VII-DS-01690-ÄA-02   Themenjahr 2022 - Leipzig - Freiraum für Bildung   Geschäftsstelle der Fraktion DIE LINKE   Änderungsantrag
VII-DS-01690-ÄA-03   Themenjahr 2022 - Leipzig - Freiraum für Bildung   Geschäftsstelle der AfD-Fraktion   Änderungsantrag