Ratsinformationssystem

Vorlage - VII-DS-01409  

 
 
Betreff: Schulbibliotheken und Leseräume - Entwicklungskonzept für die Jahre 2021 und 2022
Anlass: Stadtratsbeschluss
Status:öffentlich (Vorlage freigegeben)Vorlage-Art:Beschlussvorlage
Einreicher:Dezernat Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule
Beratungsfolge:
Dienstberatung des Oberbürgermeisters Beschlussfassung
DB OBM - Vorabstimmung
FA Jugend, Schule und Demokratie Information zur Kenntnis
01.10.2020    FA Jugend und Schule      
15.10.2020    FA Jugend, Schule und Demokratie      
FA Kultur Information zur Kenntnis
30.10.2020    FA Kultur      
Ratsversammlung Information zur Kenntnis
11.11.2020    Ratsversammlung      

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt
Anlagen:
VII-DS-01409_Anlage 1_Gesamtübersicht Schulbibliotheken und Lesräume_15.07.2020

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschluss des Oberbürgermeisters vom 18.08.2020:

 

  1. Den dargestellten Maßnahmen zur qualitativen Entwicklung von Schulbibliotheken und Weiterentwicklung von Leseräumen zu Schulbibliotheken an öffentlichen Schulen in Trägerschaft der Stadt Leipzig wird unter Beachtung der vorhandenen finanziellen Mittel der einzelnen Jahre zugestimmt.
  2. Die zur Umsetzung der Entwicklungskonzeption anfallenden finanziellen Mittel sind in den Jahren 2021 und 2022 entsprechend innerhalb des gesamtstädtischen Haushaltes gedeckt.
  3. Die Stadt Leipzig ermöglicht im Geltungszeitraum dieses Entwicklungskonzepts die weitere Finanzierung von Stellen über den Freiwilligendienst aller Generationen.
  4. Das Entwicklungskonzept „Schulbibliotheken und Leseräume an kommunalen Schulen – Fortschreibung des Entwicklungskonzepts für die Jahre 2021 und 2022“ wird 2022 fortgeschrieben.

 

Räumlicher Bezug:

 

Gesamtes Stadtgebiet

 

Zusammenfassung:

 

Anlass der Vorlage:

 

Rechtliche Vorschriften   Stadtratsbeschluss   Verwaltungshandeln

Sonstiges:

 

 

Schulbibliotheken und Leseräume werden seit 2012 entsprechend der Stadtratsbeschlüsse RBV-1311/12 (DS V/2329 vom 18.07.2012), VI-DS-00035/14 vom 17.09.2014 und VI-DS-03190 vom 18.01.2017 etabliert und kontinuierlich entwickelt. Die Stadt Leipzig unterstützt auf dieser Grundlage die Schulen fachlich, personell und materiell.

Diese Vorlage beschreibt die nächsten Entwicklungsschritte in allen relevanten Bereichen für den Zeitraum 2021 bis 2022.

 

 


 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

 

Finanzielle Auswirkungen

 

nein

x

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

 

nein

 

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

x

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

01/2021

 

01/2022

12/2021

 

12/2022

156.758,00

 

158.100,00

1.100.24.3.0.04.02

 

1.100.24.3.0.04.02

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

 

 

 

 

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

 

nein

 

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Steuerrechtliche Prüfung

 

nein

 

wenn, ja

Unternehmerische Tätigkeit i.S.d. §§ 2 Abs. 1 und 2B UStG

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Punkt 4 des Sachverhalts

Umsatzsteuerpflicht der Leistung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Bei Verträgen: Umsatzsteuerklausel aufgenommen

 

ja

 

Nein, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

 

Ja

 

Nein

Beantragte Stellenerweiterung:

   Vorgesehener Stellenabbau:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hintergrund zum Beschlussvorschlag:

Welche strategischen Ziele werden mit der Maßnahme unterstützt?

 

 

2030 - Leipzig wächst nachhaltig!

Ziele und Handlungsschwerpunkte

 

Leipzig setzt auf Lebensqualität:

Balance zwischen Verdichtung und Freiraum

Qualität im öffentlichen Raum und in der Baukultur

Nachhaltige Mobilität

Vorsorgende Klima- und Energiestrategie

Erhalt und Verbesserung der Umweltqualität

Quartiersnahe Kultur-, Sport- und Freiraum­angebote

 

 

Akteure:

rgerstadt

Region

Stadtrat

Kommunalwirtschaft

Verwaltung

Leipzig besteht im Wettbewerb:

Positive Rahmen­bedingungen für qualifizierte Arbeitsplätze

Attraktives Umfeld für Innovation, Gründer und Fachkräfte

Vielfältige und stabile Wirtschaftsstruktur

Vorsorgendes Flächen- und Liegenschaftsmanagement

Leistungsfähige technische Infrastruktur

Vernetzung von Bildung, Forschung und Wirtschaft

 

Leipzig schafft soziale Stabilität:

Chancengerechtigkeit in der inklusiven Stadt

Gemeinschaftliche Quartiersentwicklung

Bezahlbares Wohnen

Zukunftsorientierte Kita- und Schulangebote

Lebenslanges Lernen

Sichere Stadt

 

 

 

Leipzig stärkt seine Internationalität:

Weltoffene Stadt

Vielfältige, lebendige Kultur- und Sportlandschaft

Interdisziplinäre Wissenschaft und exzellente Forschung

Attraktiver Tagungs- und Tourismusstandort

Imageprägende Großveranstaltungen

Globales Denken, lokal verantwortliches Handeln

 

Sonstige Ziele: >beim Ausfüllen bitte überschreiben: max. 60 Zeichen ohne Leerzeichen

 

trifft nicht zu

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschreibung des Abwägungsprozesses:

 

Keine.

 

 

I. Eilbedürftigkeitsbegründung

 

Nicht erforderlich.

 

II. Begründung Nichtöffentlichkeit

 

Nicht erforderlich.

 

 

 

III.  Strategische Ziele

 

Die in dieser Vorlage beschriebenen Maßnahmen unterstützen die strategische Zielstellung „Leipzig schafft soziale Stabilität“ im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (INSEK) Leipzig 2030 mit folgenden Handlungsschwerpunkten:

  • Chancengerechtigkeit in der inklusiven Stadt
  • Zukunftsorientierte Kita- und Schulangebote
  • Lebenslanges Lernen

Die Bildungspolitischen Leitlinien sind seit 2012 orientierungsgebend für die Bildungsarbeit in Leipzig. Ziel war und ist, Bildungszugänge zu schaffen und Bildungsübergänge zu sichern, unabhängig von sozialräumlichen Besonderheiten. Das ist beispielsweise durch die Nutzung vielfältiger Bildungsformen und -orte möglich.[1] Schul­bibliotheken und Leseräume sind solche Orte. Sie fördern Kompetenzen, die für den Bildungs- und Lebensweg von Kindern und Jugendlichen unabdingbar sind: Medienbildung, Informations-, Recherche-, Methoden- und Lesekompetenz. Diese ermöglichen Kindern und Jugendlichen unabhängig vom individuellen sozialen oder familiären Hintergrund einen chancengerechten Zugang zu Wissen, Information und Medien. Schulbibliotheken bieten eine niedrigschwellige Bibliothekssozialisation, indem sie die Schüler/-innen – in vielen Fällen als erste Bibliotheken überhaupt – mit Bibliotheksbenutzung vertraut machen und den Schritt zu weiteren Angeboten wie öffentlichen Bibliotheken, Fachbibliotheken, Universitätsbibliotheken u. a. erleichtern.

Schulbibliotheken unterstützen und fördern als pädagogische Räume die Entwicklung neuer Unterrichtsformen, Projektarbeit, jahrgangsübergreifenden Unterricht, das individuelle Lernen und die Zusammenarbeit im Team. Sie spielen eine wesentliche Rolle in der ganztägigen Betreuung und sind im Lern- und Lebensraum Schule ein wichtiger Begegnungsort.

Mit den überarbeiteten sächsischen Lehrplänen wird ab dem Schuljahr 2019/2020 in allen Lernbereichen die Medienbildung neben der politischen und der Bildung für nachhaltige Entwicklung an allgemeinbildenden Schulen gestärkt.

 

IV. Sachverhalt

 

1. Anlass

 

Mit der Vorlage wird eine Entwicklungskonzeption für Leipziger Schulbibliotheken und Leseräume ausgehend vom Entwicklungsstand 2019 dargestellt. Die Entwicklungskonzeption versteht sich als Fortschreibung vorangegangener Vorlagen zum Thema
RBV-1311/12 (DS V/2329 vom 18.07.2012), VI-DS-00035/14 vom 17.09.2014 und VI-DS-03190 vom 18.01.2017. Ausgehend von einer Darstellung des aktuellen Entwicklungsstandes werden Schwerpunkte zur weiteren Entwicklung der Schulbibliotheken und Leseräume abgeleitet und beschrieben.

Auf Grund der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Haushalt der Stadt Leipzig werden jetzt Ziele vorerst für die Jahre 2021 und 2022 formuliert, die den qualitativen Anspruch an die Entwicklung auf der Grundlage gleichbleibender finanzieller Ressourcen sichtbar machen.

Entwicklungsziele für die Jahre ab 2023 werden als Ausblick dargestellt und in der nächsten Fortschreibung des Entwicklungskonzeptes ausführlich dargestellt.

 

2. Beschreibung der Maßnahme

 

In Leipzig werden an Schulen in Trägerschaft der Stadt seit 1991 Schulbibliotheken als Medien- und Informationszentren der Schulen und Orte des Lernens und Unterrichtens, des Lesens und der Kommunikation etabliert und auf der Grundlage der vorgenannten Stadtratsbeschlüsse gefördert. Mit Ratsbeschluss RBV-1311/12 (DS V/2329) werden darüber hinaus Leseräume als besondere Orte der Leseförderung an Grund-, Ober- und Förderschulen entwickelt. Schulbibliotheken und Leseräume bieten neben ihren Schwerpunkten Unterricht/Lernen sowie Leseförderung auch Raum für Ganztagsangebote und Freizeitgestaltung im Schulalltag.

 

2.1              Aktueller Sachstand

2.1.1     Schulbibliotheken und Leseräume – quantitative Entwicklung

In den insgesamt 139 Schulen in Trägerschaft der Stadt Leipzig – Grundschulen, Oberschulen, Förderschulen, Gymnasien und Berufliche Schulzentren – gibt es 48 Schulbibliotheken, die in das Netz der Leipziger Schulbibliotheken und Leseräume eingebunden sind und durch die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle im Amt für Jugend, Familie und Bildung betreut werden.

In derzeit 30 Leseräumen an Grund-, Ober- und Förderschulen werden Schüler/-innen neben Lesefördermaßnahmen im Unterricht durch die Bereitstellung aktueller Kinder- und Jugendliteratur zusätzliche Leseförderangebote unterbreitet.

Die folgende Grafik zeigt die zahlenmäßige Entwicklung der Schulbibliotheken und Leseräume in den Jahren 2017, 2018 und 2019. Nicht betrachtet werden Schulbibliotheken in Trägerschaft außerhalb des Netzes der Schulbibliothekarischen Arbeitsstelle, beispielsweise in Trägerschaft von Schulfördervereinen.

Quelle: Schulbibliothekarische Arbeitsstelle

2.1.2     Konzeption

Die Qualität einer Schulbibliothek und eines Leseraums ist maßgeblich davon geprägt, ob diese oder dieser über ein tragfähiges medienpädagogisch und strategisch ausgerichtetes Konzept verfügt, das in das pädagogische Gesamtkonzept der Schule eingebunden ist. Dieses Konzept umfasst die Aufgaben, die organisatorischen Rahmenbedingungen, ein Bestandsentwicklungskonzept, geplante Ausstattung, Entwicklungsziele und Visionen sowie erste Schritte der Umsetzung.

Seit 2015 unterstützt die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle Schulen bei der Erstellung von Entwicklungskonzepten von Schulbibliotheken und Konzepten zur Leseförderung von Leseräumen. Dieses Angebot steht allen Schulen in Trägerschaft der Stadt Leipzig offen. Insgesamt wurden bereits 50 Schulen, von denen zwei nicht durch die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle betreut werden, bei der Konzeptentwicklung fachlich unterstützt und begleitet.

2.1.3     Planung

Der Schulbau und die Ausstattung von Schulen orientieren sich an den aktuellen Lehr- und Lernmethoden sowie zukünftigen Anforderungen an Lernen und Unterrichten. Bei der Planung der Schulräumlichkeiten muss zwingend berücksichtigt werden, dass die Lernmethoden und Unterrichtsarrangements an Vielfalt gewinnen, also etwa das Arbeiten allein, zu zweit und in Kleingruppen einen höheren Stellenwert bekommt, und die Digitalisierung entscheidenden Einfluss auf die Kommunikations- und Arbeitsformen sowie die Zugänge zu Wissen hat. Selbstverständlich steigen auch die Anforderungen an die inklusive Ausgestaltung der Schulen.[2]

Ein Aufgabenschwerpunkt der Schulbibliothekarischen Arbeitsstelle ist die Planungsbegleitung und Ausstattungsberatung für Schulbibliotheken und Leseräume bei Neubau und Sanierung von Schulgebäuden sowie bei der Entwicklung von bestehenden Leseräumen zu Schulbibliotheken. Diese orientieren sich sowohl an geltenden Bestimmungen wie den Schulbaustandards der Stadt Leipzig und rechtlichen Regelungen für Bau und Ausstattung von Bibliotheken (Lage, Größe, Zugänglichkeit, Beleuchtung, Medienbestand, Nutzung usw.) als auch an internationalen Richtlinien, wie denen der IFLA/UNESCO für Schulbibliotheken[3].

Seit 2016 hat die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle 13 Schulbibliotheken und Leseräume in Schulneubauten und bei Sanierungen fachlich begleitet.

2.1.4     Lage und Größe

Schulbibliotheken und Leseräume müssen den vielfältigen Aufgaben sowie den unterschiedlichen Arbeitsformen und Lernprozessen gerecht werden und damit multifunktional nutzbar sein. Das positive Klima mit Aufenthaltsqualität und die klare Unterscheidung zur Optik eines Klassenzimmers besitzen einen hohen Stellenwert. Idealerweise sind Schulbibliotheken und Leseräume zentral und leicht zugänglich von allen Bereichen der Schule aus, gelegen.

Die Vorgaben zu baulichen Standards für Objekte der Stadt Leipzig Teil B-D (VI-Ifo-DS-04527-NF-02) definieren für Schulneubauten und -sanierungen feste Raumgrößen für Schulbibliotheken. Werden Bibliotheken in Gebäuden eingerichtet, die nicht neu gebaut oder einer Sanierung unterzogen worden sind, ist eine Mindestgröße von 65 m² erforderlich, um alle Funktionsbereiche mit den notwendigen Einrichtungs- und Ausstattungselementen unterzubringen.

Die Größe der bereits bestehenden Schulbibliotheken und Leseräume bewegt sich zwischen ca. 30 m² (Schule Liebertwolkwitz – Grundschule) und 240 m² (Anton-Philipp-Reclam-Schule – Gymnasium) bei Schulbibliotheken sowie ca. 11 m² (Schule Rückmarsdorf – Grundschule) und 77 m² (Schule Bernhard-Göring-Straße – Grundschule) bei Leseräumen. Für die Schulbibliotheken der beiden oben benannten Schulen wären im Hinblick auf die Schülerzahlen und die Mindestanforderung an die Größe einzelner Funktionsbereiche mindestens 65 m² (Schule Liebertwolkwitz – Grundschule) bzw. 289 m² (Anton-Philipp-Reclam-Schule – Gymnasium) erforderlich. Es ist anzumerken, dass bei den meisten Schulbibliotheken und Leseräumen die tatsächlichen Größen noch wesentlich stärker als bei diesen von den aus fachlicher Sicht notwendigen Größen abweichen. Dieser Umstand ist dadurch begründet, dass zum einen bei der Etablierung der bisherigen Einrichtungen auf freie, meist zu geringe Bestandsflächen zurückgegriffen wurde, zum anderen für bestehende Räumlichkeiten aufgrund neuer Priorisierung (erhöhter Flächenbedarf für unterrichtliche Nutzung) eine Umnutzung vorgesehen und damit die Bibliothek oder der Leseraum der Schule in kleinere Räumlichkeiten verlegt wurde.

In zentraler Lage im Schulgebäude befinden sich 33 Einrichtungen. 45 Schulbibliotheken und Leseräume liegen dezentral, z. B. im Souterrain, Dachgeschoss, in den oberen Geschossen oder Außengebäuden.

2.1.5     Mobiliar

Derzeit sind von 78 Schulbibliotheken und Leseräumen knapp 22 % mit modernem Mobiliar ausgestattet, das dem Alter der Schüler/-innen und der Schulart entspricht. 52 % der bestehenden Schulbibliotheken und Leseräume weisen eine Kombination aus veralteten und neueren Möbelstücken auf. Die Ausstattung der verbleibenden Einrichtungen, 26 %, ist stark veraltet und muss in den kommenden Jahren durch neues Bibliotheksmobiliar, auch unter Beachtung ergonomischer Aspekte, ersetzt werden.

Diesen Zustand spiegeln auch deutlich die Antworten und Aussagen von Schüler/-innen und Lehrkräften zum Thema Möblierung, Ausstattung und Atmosphäre der Schulbibliotheken im Rahmen der „Befragung zum Nutzungsverhalten und zur Nutzerzufriedenheit sowie zur Rolle der Schulbibliothek im konkreten Schulkontext“ in den Schuljahren 2017/2018 und 2018/2019 an ausgewählten Oberschulen und Gymnasien wider. 75 % der befragten Schüler/-innen sehen Verbesserungspotenzial bei der Ausstattung und wünschen sich für ihre Schulbibliothek eine moderne und bequeme Möblierung. Bei der Lehrerschaft erachten 84 % eine angenehme Atmosphäre in der Schulbibliothek als (sehr) wichtig.

In den Jahren 2017 bis 2020 standen zusätzliche Mittel in Höhe von jeweils 20.000 € für eine sachgerechte Ausstattung von Schulbibliotheken und Leseräumen zur Verfügung gestellt (A 0154/17/18 Schulbibliotheken und Leseräume besser ausstatten). Damit war es möglich, einzelne Ausstattungsgegenstände zu erwerben.

Aktuell erfolgt die Möblierung der Schulen und damit auch die der Schulbibliotheken und Leseräume durch eine Vertragsfirma für Schulausstattung. Für Bibliotheken entwickeltes Mobiliar gehört nicht zum Produktangebot dieser Firma.

2.1.6     Technik

Die technische Ausstattung der Schulbibliotheken und Leseräume erfolgt auf Grundlage der Vorlage Nr. VI-DS-06676 Weiterführung des IT-Rollouts an Schulen und Horten sowie zur Beschaffung von digitalen Endgeräten und interaktiven Displays für die Jahre 2019/2020. Das Rollout der gesamten PC-Technik an den Schulen wird durch das Medienpädagogische Zentrum koordiniert und durch die Lecos GmbH bis 2021 umgesetzt.

Das aktuelle IT-Rollout sieht folgende Zahlen für Schülerrecherche-PCs in Schulbibliotheken bzw. Leseräumen vor: zwei bis vier für Grundschulen, zwei bis drei für Oberschulen, sechs für Gymnasien, vier bis zehn für Berufliche Schulzentren, ein bis zwei für Förderschulen. Mit dieser Anzahl ist ein paralleles Arbeiten im Klassenverband bzw. in einer größeren Gruppe nur durch eine Ergänzung mit mobilen Endgeräten möglich.

Schulbibliotheken müssen die Möglichkeit bieten, Ergebnisse schulischer Aufträge zu präsentieren und Projekte vorzustellen. Dafür wird moderne Präsentationstechnik benötigt. Diese kann auch im Rahmen außerunterrichtlicher Aktivitäten, z. B. für Veranstaltungen genutzt werden. Aktuell verfügen vier von 48 Schulbibliotheken über diese Möglichkeit.

Die technische Ausstattung der Arbeitsplätze der Mitarbeiter/-innen in den Schulbibliotheken muss jeweils ein Telefon, einen PC und einen Drucker beinhalten. Eine stabile Internetverbindung ist für die Aufrechterhaltung der Betriebsfähigkeit unabdingbar. Bis auf das Vorhandensein eines Druckers treffen diese Anforderungen ebenso auf den Arbeitsplatz der Mitarbeiter/-innen in den Leseräumen zu. In den Schulbibliotheken wird zusätzlich ein Barcodescanner benötigt, der für die Arbeit mit der in den Schulbibliotheken genutzten Software zur Bibliotheksverwaltung und -recherche LIBRARY for Windows - School für alle Schulbibliotheken der Stadt Leipzig unerlässlich ist (Ausleihvorgänge). 2012 und erneut 2017 erhielten alle Schulbibliotheken aufgrund des Ratsbeschlusses RBV 13-11/12 (DS V/2329) über die Lecos GmbH neue PC-Technik für die Arbeitsplätze der Schulbibliotheksmitarbeiter/-innen. Diese Ausstattung umfasst einen PC, jedoch keinen Drucker. Die benötigten Barcodescanner werden mit der Anschaffung der Software zu Bibliotheksverwaltung und -recherche bzw. bei notwendigem Austausch aufgrund von Verschleiß erworben. Die Arbeitsplätze der Mitarbeiter/-innen in den Leseräumen sind derzeit in der Regel nicht mit PC-Technik ausgestattet.

56 von 78 Schulbibliotheken und Leseräumen verfügen mit Stand vom 29.05.2020 über einen Telefonanschluss (Festnetz). Dieser ist, wie eine gute Medienanbindung insgesamt, für die Kommunikation zwischen Schulbibliothekarischer Arbeitsstelle und den Mitarbeiter/-innen vor Ort unabdingbar. Auch für die aktive Begleitung der Mitarbeiter/-innen am Arbeitsplatz durch den Arbeitgeber, den Kommunalen Eigenbetrieb Leipzig/Engelsdorf, sowie einen qualitativen Betreuungsverlauf ist dieser Aspekt von Bedeutung.

Alle Schulbibliotheken verfügen über einen Internetzugang. Dieser ist u. a. Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit der Software zur Bibliotheksverwaltung und -recherche sowie der Nutzung des Online-Katalogs, der alle Medien in den Leipziger Schulbibliotheken formal und inhaltlich erschlossen nachweist. Die Kosten für die zurzeit 47 Lizenzen, den Support durch die Softwarefirma sowie die Bereitstellung des Online-Katalogs trägt die Stadt Leipzig. Die Thomasschule zu Leipzig ist diesbezüglich eine Ausnahme, da diese die Medienverwaltung und -ausleihe in ihrer Schulbibliothek über eine durch den Schulförderverein erworbene gesonderte Software organisiert.

Die Notwendigkeit der Ausstattung mit sachgemäßer IT-Technik besitzt auch aus Sicht der Nutzer/-innen einen hohen Stellenwert. Den Ergebnissen der „Befragung zum Nutzungsverhalten und zur Nutzerzufriedenheit sowie zur Rolle der Schulbibliothek im konkreten Schulkontext“ von 2018/2019 zufolge stufen 85 % der befragten Schüler/-innen einen Zugang zum Internet und zu Recherche-PCs als besonders wichtig ein. Für 94 % der befragten Lehrkräfte wäre eine Verbesserung der technischen Ausstattung wichtig oder sogar sehr wichtig, um die Schulbibliothek (öfter) zu nutzen oder zu empfehlen.

2.1.7     Medien

Ein wichtiges Qualitätsmerkmal einer Schulbibliothek bzw. eines Leseraums ist ein aktueller, zielgruppenorientierter und attraktiver Medienbestand, der sich an der jeweiligen Schulart und dem Schulprofil orientiert. In Schulbibliotheken wird ein Medienangebot für die unterrichtliche und außerunterrichtliche Nutzung bereitgestellt.

Medienkompetenz kann nur dann erfolgreich eingeübt werden, wenn die Schulbibliothek themenbezogen unterschiedliche Medienarten anbietet, sodass die Schüler im Kontext ihrer unterrichtlichen Aufgabenstellungen und Recherchen ganz selbstverständlich Vor- und Nachteile der verschiedenen Angebote erleben und erfahren, wie sie sinnvoll genutzt und kombiniert werden können.[4]

Folgende Medienarten müssen demnach zur Verfügung stehen: Bücher, Zeitschriften, Zeitungen sowie digitale Medien. Das gedruckte Buch und digitale Medien konkurrieren nicht miteinander, sondern ergänzen sich.

Der Stadtratsbeschluss vom 18.01.2017 zur Fortschreibung des Entwicklungskonzeptes für die Jahre 2017–2020 (VI-DS-03190) ermöglicht u. a. durch die Festschreibung eines jährlichen Etats für den Aufbau von Medienbeständen in den Schulbibliotheken und Leseräumen die weitere Entwicklung dieser Einrichtungen. Die Höhe des Medienetats für Schulbibliotheken basiert auf der Berechnung eines Zielbestands von sieben Medieneinheiten[5] pro Schüler/-in in der Primarstufe bzw. zehn Medieneinheiten pro Schüler/-in in der Sekundarstufe I und II, dem aktuellen Mediendurchschnittspreis sowie einer Erneuerungsrate für Bibliotheksbestände.

Seit der Festschreibung eines Medienetats wurde eine jährliche Erneuerungsrate von 1 % zugrunde gelegt. Der auf dieser Berechnungsgrundlage basierende Medienetat gleicht Abgänge durch Aussonderungen von veralteten und verschlissenen Medien sowie Verluste der bereits bestehenden Medienbestände aus. Ein Aufbau der Medienbestände auf Zielbestandsgröße wird hierdurch nicht ermöglicht. Dies konnte bisher in Einzelfällen lediglich durch zusätzliche Zuwendungen aus Fördermitteln für Ganztagsangebote, Unterstützung von Schulfördervereinen oder ähnliche erfolgen. Daraus resultieren viel zu geringe Bestandsgrößen und stark veraltete Bestände. So sind ca. 71 % des Gesamtmedienbestands aller Schulbibliotheken von 138.965 Medieneinheiten älter als zehn Jahre (Stand: 29.05.2020). Der Wert Medieneinheiten pro Schüler/-in unterschreitet mit 0,4 bis 3,5 Medieneinheiten signifikant den geltenden Richtwert von sieben bis zehn Medien pro Schüler/-in. Die Sichtung der Medienbestände zeigt, dass der überwiegende Teil der Schulbibliotheken lediglich über eine aktuelle Medieneinheit pro Schüler/-in oder weniger verfügt.

Die „Befragung zum Nutzungsverhalten und zur Nutzerzufriedenheit sowie zur Rolle der Schulbibliothek im konkreten Schulkontext“ bestätigt, dass die derzeitigen Medienbestände auch aus Sicht der Nutzer/-innen eine unzureichende Qualität aufweisen. Bei Fragen zum Medienbestand der Schulbibliothek sehen die Schüler/-innen vor allem Verbesserungspotenzial in der Auswahl der Medien. Diese sollten interessanter (87 %) und aktueller (86 %) sein. Uninteressante und inaktuelle Medien sind laut der Befragung bei den Nichtnutzer/-innen der Schulbibliothek der entscheidende Grund, die Schulbibliothek nicht zu besuchen. Die befragten Lehrkräfte legen ebenso großen Wert auf eine aktuellere Medienauswahl (für 94 % wichtig und sehr wichtig).

Die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle übt die Fachaufsicht über alle Schulbibliotheken und Leseräume an Schulen in Trägerschaft der Stadt Leipzig aus und hat damit u. a. die Verantwortung für die quantitative, aber vor allem qualitative Bestandsentwicklung. Dabei legt die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle die fachlichen Bestandsrichtwerte des Deutschen Bibliotheksverbands (dbv), Kommission Bibliothek und Schule, zugrunde. Diese wiederum orientieren sich an internationalen Standards für Schulbibliotheken. So sind für die Grundschule Bestandswerte von 50 % Belletristik und 50 % Sachmedien, für die Sekundarstufe I 60 % Sachmedien und 40 % Belletristik sowie für die Sekundarstufe II 90 % Sach- und Fachmedien und 10 % Belletristik vorgesehen, jeweils einschließlich digitaler Angebote. Die Bestandszusammensetzung in den Leipziger Schulbibliotheken sieht mit Stand vom 29.05.2020 wie folgt aus: In den Schulbibliotheken der Primarstufe liegt der Anteil von Printmedien bei 99 %, davon 58 % Belletristik und 41 % Sachliteratur. Der Anteil der Non-Printmedien, z. B. CDs und DVDs, liegt bei 1 %. Bei Oberschulen setzt sich der Bestand aus 95 % Printmedien (37 % Belletristik, 58 % Sachliteratur) und 5 % Non-Printmedien zusammen. Schüler/-innen an den Gymnasien stehen 98 % Printmedien (35 % Belletristik, 63 % Sachliteratur) und 2 % Non-Printmedien zur Verfügung. Der größte Anteil an Non-Printmedien ist mit 6 % an Beruflichen Schulzentren zu verzeichnen. Der Anteil an Printmedien macht dort 94 % (15 % Belletristik, 79 % Sachliteratur) aus.

Aufgrund der bestehenden finanziellen Möglichkeiten sowie nicht planbarer Bestandszuwächse durch Medienspenden hatte die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle in den vergangenen Jahren wenig Spielräume für die Umsetzung fachlicher Standards für den Bestandsaufbau in den Schulbibliotheken. Mit zukünftigen Konzepten – in Ansätzen auch bereits mit diesem – legt die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle einen Schwerpunkt auf die qualitative Entwicklung der Medienbestände. 

2.1.8     Personal in Schulbibliotheken und Leseräumen

Schulbibliotheken und Leseräume können nur dann einen sinnvollen Beitrag im schulischen Alltag leisten und den Lehrauftrag der Lehrkräfte unterstützen, wenn sie langfristig und aktiv personell betreut werden. Um den Betriebsablauf zu garantieren, entsteht ein nicht zu unterschätzender kontinuierlicher Zeit- und Personalaufwand. Die Aufgaben des Personals in Schulbibliotheken und Leseräumen sind sehr vielfältig und umfassen unter anderem die zuverlässige Gewährleistung der festgelegten Öffnungszeiten, die Beratung zu Leseinteressen, die Ausrichtung von Recherchetrainings, die technische Unterstützung bei der Nutzung von PCs und ggf. Tablets, die Bestandsarbeit, die Führung von Nutzungsstatistiken, die interne Öffentlichkeitsarbeit in der Schule sowie die Ausleihe von Medien (in Schulbibliotheken).

Aufgrund der vorgenannten bibliothekarischen und bibliothekspädagogischen Tätigkeitsfelder muss das Personal bei Aufnahme der Tätigkeit über vielfältige Kompetenzen verfügen bzw. – falls kein Fachpersonal eingesetzt werden kann – diese in Grundzügen durch die Teilnahme an entsprechenden Qualifizierungsangeboten für die Schulbibliotheksarbeit erwerben.

Aktuell wird die Betreuung der Schulbibliotheken und Leseräume durch fachfremde Mitarbeiter/-innen gesichert, also Personen, die in der Regel weder über einen bibliothekarischen noch pädagogischen Hintergrund verfügen und unterschiedlichste Voraus­setzungen und Zugänge zur Schulbibliotheksarbeit mitbringen. Aus diesem Grund ist eine Vermittlung von Grundlagenwissen und eine intensive Begleitung durch das Fachpersonal der Schulbibliothekarischen Arbeitsstelle während der gesamten Tätigkeitszeit unabdingbar (siehe Punkt 2.1.9).

Seit 1995 werden Betreuer/-innen von Schulbibliotheken und Leseräumen über arbeitsmarktpolitische Maßnahmen und Förderprogramme eingesetzt (Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM), Förderung von Arbeitsverhältnissen (FAV), Bürgerarbeit). Am 31.12.2018 endete das Bundesprogramm Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt (STA) nach dreijähriger Laufzeit. Seit dem 01.01.2019 wird die personelle Betreuung der Schulbibliotheken und Leseräume vorrangig über dessen Nachfolgeförderinstrument Teilhabe am Arbeitsmarkt (§ 16 i SGB II) gewährleistet (siehe Anlage 1).

Mitarbeiter/-innen über Teilhabe am Arbeitsmarkt (§ 16i SGB II)

Das Förderinstrument Teilhabe am Arbeitsmarkt für arbeitsmarktferne erwerbsfähige, langzeitarbeitslose Menschen verfolgt das mittel- und langfristige Ziel, neben der Eröffnung von Teilhabechancen den Übergang aus der geförderten Beschäftigung in eine ungeförderte Beschäftigung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Als Arbeitgeber der Mitarbeiter/-innen fungiert der Kommunale Eigenbetrieb Leipzig/Engelsdorf, der öffentlich geförderte Beschäftigungsmaßnahmen, wie zum Beispiel Arbeitsgelegenheiten, in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Leipzig, dem Referat für Beschäftigungspolitik sowie der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig und der Handwerkskammer zu Leipzig realisiert. Der Kommunale Eigenbetrieb Leipzig/Engelsdorf übernimmt u. a. die ordnungsgemäße Sicherstellung der Aufbau- und Ablauforganisation dieser Maßnahmen sowie Teilqualifizierungen der Mitarbeiter/-innen. Die maximale Förderungsdauer im Rahmen solcher Förderprogramme beträgt in der Regel drei bzw. fünf Jahre.

Die Mitarbeiter/-innen über das Förderinstrument Teilhabe am Arbeitsmarkt erhalten umfassende Qualifizierungsmöglichkeiten, um sie besser in den ersten Arbeitsmarkt integrieren zu können. Das betrifft neben der Vermittlung bibliotheksfachlicher und bibliothekspädagogischer Grundlagen durch die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle (siehe Punkt 2.1.9) vor allem die Personalentwicklung entsprechend der Vorlage VI-A-06365-NF-02-lfo-01 Personalentwicklungskonzept zur Qualifizierung von Beschäftigten aus arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen. Zur Herstellung der fachlichen Eignung und Verbesserung der Eingliederungschancen stehen dem Kommunalen Eigenbetrieb Leipzig/Engelsdorf für die geförderten Arbeitnehmer/-innen Qualifizierungskosten in Höhe von 3.000 € pro Person zur Verfügung. Mit jedem Beschäftigten wird ein auf ihn zugeschnittener Qualifizierungs- und Personalentwicklungsplan erstellt. Ein beschäftigungsbegleitendes Coaching ergänzt die genannten Maßnahmen.

Ein Teil der Mitarbeiter/-innen aus dem Bundesprogramm Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt konnte die Förderkriterien des nachfolgenden Förderinstruments erfüllen und über Teilhabe am Arbeitsmarkt im Rahmen von § 16 i SGB II wieder in Schulbibliotheken und Leseräumen eingesetzt werden. Die Teilnahmezeiten aus der vorgenannten Maßnahme werden allerdings im neuen Instrument bei der Ermittlung der Förderdauer und der Förderhöhe angerechnet (siehe VI-DS-06265), sodass einige der Mitarbeiter/-innen ihre Stellen nicht über den gesamten Maßnahmezeitraum innehaben werden. Von 73 Personalstellen sind derzeit 70 besetzt, davon 45 in Schulbibliotheken und 25 in Leseräumen (Stand: 29.05.2020). Die drei nicht besetzten Stellen ergeben sich durch Beendigung der Arbeitsverhältnisse. Nachbesetzungen sind vorgesehen.

Neben den Mitarbeiter/-innen über das Förderinstrument Teilhabe am Arbeitsmarkt werden die Öffnungszeiten einiger Schulbibliotheken und Leseräume durch den Einsatz von weiteren Beschäftigten gewährleistet, wie über den Freiwilligendienst aller Generationen, Teilzeitbeschäftigung und Honorartätigkeit über Fördermittel für Ganztagsangebote und Mittel der Schulfördervereine. Dies ermöglicht zum einen die Betreuung von Schulbibliotheken und Leseräumen, für die keine Stellen über das Förderinstrument Teilhabe am Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, zum anderen können durch eine Mehrfach- bzw. Doppelbesetzung erweiterte Öffnungszeiten angeboten werden.

Mitarbeiter/-innen über den Freiwilligendienst aller Generationen

Der Einsatz von Engagierten über den Freiwilligendienst aller Generationen basiert seit 2014 auf einer Kooperationsvereinbarung zwischen dem Deutschen Roten Kreuz, Landesverband Sachsen e. V., und dem Amt für Jugend, Familie und Bildung. Die ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter/-innen können sich begrenzt für einen Zeitraum von maximal 24 Monaten in den Schulbibliotheken und Leseräumen engagieren und erhalten dafür in Abhängigkeit von ihrer durchschnittlichen Wochenstundenzahl eine geringe Aufwandsentschädigung.

Derzeit engagieren sich sieben Freiwilligendienstleistende in sechs Schulbibliotheken und einem Leseraum (Stand: 29.05.2020).

Mitarbeiter/-innen in Teilzeitbeschäftigung in Kooperation mit einem freien Träger

Seit dem Schuljahr 2014/2015 bestehen in der 35. Schule – Oberschule der Stadt Leipzig und der Max-Klinger-Schule – Gymnasium der Stadt Leipzig Kooperationsverträge mit dem Freien Träger LEMANN e. V., in denen eine befristete Teilzeitbeschäftigung zweier fester Mitarbeiterinnen über Fördermittel für Ganztagsangebote der Schulen vereinbart ist.

Zusätzlich zu dem beschriebenen Einsatz von festen Mitarbeiter/-innen in Schulbibliotheken und Leseräumen besteht für andere Schulen mit einer Zuweisung für Ganztagsangebote die Möglichkeit, den Schüler/-innen Leseförderangebote mit Bezug auf die Schul­bibliotheken und Leseräume auf Honorarbasis zu unterbreiten.


In folgender Tabelle ist die aktuelle Personalsituation in den Schulbibliotheken (SB) und Leseräumen (LR) dargestellt:

 

Eine detaillierte Übersicht über die Personalsituation in den jeweiligen Schulen ist der Anlage 1 zu entnehmen.

2.1.9     Schulbibliothekarische Arbeitsstelle

Die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle im Amt für Jugend, Familie und Bildung ist die Fach- und Serviceeinrichtung für Schulbibliotheken und Leseräume in Leipzig. Sie nimmt die Fachaufsicht über die Schulbibliotheken und Leseräume an Schulen in Trägerschaft der Stadt Leipzig wahr und erfüllt in diesem Kontext u. a. folgende Aufgaben:

  • Strategische Ausrichtung der schulbibliothekarischen Arbeit
  • konzeptionelle Verantwortung für Aufbau und Entwicklung von Schulbibliotheken
  • Beratung zu Schulbibliotheken, medienpädagogischer Arbeit und Leseförderung
  • Koordinierung des Personals in Schulbibliotheken und Leseräumen; Mitwirkung bei der Antragstellung von Personalmaßnahmen und bei der Personalauswahl
  • Fortbildungen und Workshops für Mitarbeiter/-innen in Schulbibliotheken und Leseräumen sowie für Lehrkräfte und Horterzieher/-innen
  • Planung, Aufbau und Entwicklung von Medienbeständen
  • Veranstaltungsvermittlung und Information zu Angeboten von Partnern, zum Beispiel der Leipziger Städtischen Bibliotheken
  • Netzwerkarbeit auf lokaler, regionaler und überregionaler Ebene
  • Planungsbegleitung und Ausstattungsberatung für Schulbibliotheken und Leseräume
  • Administrative Verantwortung für die Software zur Bibliotheksverwaltung und -recherche
  • Präsentation der Medienbestände aller Schulbibliotheken unter

https://leipzig.iopac.de

 

Die Wahrnehmung dieser Aufgaben erfolgt derzeit durch vier Mitarbeiterinnen (3,58 VzÄ).

Ein Schwerpunkt der Schulbibliothekarischen Arbeitsstelle liegt auf Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter/-innen in den genannten Einrichtungen. Diese erhalten Fortbildungen zu Grundlagen der (schul-)bibliothekarischen und medienpädagogischen Arbeit im Rahmen des Basiskurses Schulbibliothek (Aufbau Medienbestand, Umgang mit der Bibliothekssoftware, bibliothekspädagogische Angebote, rechtliche Grundlagen der Schulbibliotheksarbeit, Recherchetrainings u. a.) und über andere Formate, wie thematische Workshops, Informationsveranstaltungen und Fachtage mit Partnern. Diese Fortbildungsangebote richten sich darüber hinaus auch an Lehrkräfte und Erzieher/-innen.

Die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle arbeitet in der Stadt eng mit Partnern wie den Leipziger Städtischen Bibliotheken, der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, Fachbibliotheken und kulturellen Einrichtungen zusammen. Ein Ziel ist, den Schüler/-innen und Lehrer/-innen in Leipzig ein möglichst breites Angebot an Medien und Informationen zur Verfügung stellen zu können. Weitere Partner sind im Bereich Personal für Schulbibliotheken und Leseräume der Kommunale Eigenbetrieb Leipzig/Engelsdorf, das Deutsche Rote Kreuz, Landesverband Sachsen e. V., sowie das Netzwerk für Jungen- und Männerarbeit Leipzig LEMANN e. V. Im Bereich digitale Bildungsmedien arbeitet die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle eng mit dem Medienpädagogischen Zentrum der Stadt Leipzig zusammen. Gemeinsame Projekte gibt es seit 2012 mit dem Wirtschaftsjunioren Leipzig e. V.

Seit 2013 unterstützt und begleitet der Beirat für Leipziger Schulbibliotheken aktiv die Entwicklung von Schulbibliotheken und Leseräumen in der Stadt und ist an der Entscheidung beteiligt, neue Leseräume zu etablieren sowie bestehende Leseräume zu Schulbibliotheken zu entwickeln. Mitglieder dieses Gremiums sind u. a. Vertreter/-innen der Leipziger Stadtratsfraktionen, Schulleiter/-innen, die Amtsleiterin der Leipziger Städtischen Bibliotheken, eine Professorin der Fakultät Medien an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, Vertreter/-innen des Stadteltern- und Stadtschülerrats sowie der freien Wirtschaft. Sitzungen des Beirats finden zweimal jährlich statt. Schwerpunkt der Zusammenarbeit ist die Abstimmung zur strategischen Ausrichtung der weiteren Entwicklung der Schulbibliotheken und Leseräume in Leipzig.

Überregionale Kontakte verbinden die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle u. a. mit der Arbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken Berlin-Brandenburg e. V., der Arbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken Dresden und dem Sachgebiet Kulturelle Bildung & Integration/Schulbibliotheken der Städtischen Bibliotheken Dresden sowie Leseförderinstitutionen und Schulbibliotheken in Niedersachsen. Hier besteht seit vielen Jahren eine länderübergreifende Kooperation, die ihren Höhepunkt einmal jährlich in einem gemeinsamen Arbeitstreffen zum Thema Schulbibliotheken findet. Kontakte zu anderen Schul­bibliothekarischen Arbeitsstellen und ähnlichen Einrichtungen in Deutschland (Frankfurt/Main, Hamburg, Oberhausen u. a.) fördern darüber hinaus den bundesweiten fachlichen Austausch.

 

3. Entwicklungsziele

 

Im Folgenden werden Entwicklungsziele für Schulbibliotheken und Leseräume für die Jahre 2021/22 dargelegt, die bereits erste Schritte in Richtung der für den Zeitraum ab 2023 geplanten qualitativen und quantitativen Veränderungen sind.

3.1 Schulbibliotheken und Leseräume – quantitative Entwicklung

In den Jahren 2021 und 2022 wird die Qualitätssteigerung in der ausschließlichen Entwicklung von bestehenden Leseräumen zu Schulbibliotheken liegen. Neue Leseräume dagegen werden in Schulen nicht etabliert. Schulbibliotheken eröffnen Schüler/-innen auf Grund ihres erweiterten Angebotsspektrums mehr Möglichkeiten als Leseräume, auch im Bereich Leseförderung, denn sie unterstützen gleichzeitig das Lernen insgesamt sowie den Unterricht und fördern die Medienkompetenz der Schüler/-innen. Leseräume sollen als Etappe auf dem Weg zu einer Schulbibliothek verstanden werden, der mit dieser und kommenden Entwicklungskonzeptionen gegangen wird.

Sowohl 2021 als auch 2022 wird jeweils ein Leseraum einer Grundschule zu einer Schulbibliothek entwickelt. Grundlage für die Entscheidung für eine Entwicklung ist die Feststellung des jeweiligen Potenzials der Einrichtung aufgrund von Kriterien, die die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle zur Bewertung heranzieht. Die namentliche Benennung der konkreten Schulen erfolgt nach begründetem Vorschlag durch die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle unter Beteiligung des Beirats für Leipziger Schulbibliotheken.

Die fachliche Betreuung bestehender Leseräume durch die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle bleibt selbstverständlich gesichert. Schulen mit Interesse an der Einrichtung einer Leseecke erhalten auf Wunsch eine erste fachliche Unterstützung bei Planung und Umsetzung und der inhaltlichen Ausgestaltung dieser Angebote für Schüler/-innen, ebenso wie Leseclubs, die im Zusammenwirken mit der Stiftung Lesen im Rahmen des Programms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ entstanden und neu entstehen.

 

3.2 Schulbibliotheken und Leseräume – qualitative und infrastrukturelle Entwicklung

3.2.1 Konzeption, Planung, Lage und Größe

 

Die Neugründung und Entwicklung von Schulbibliotheken erfordert die Erstellung entsprechender Konzepte durch die Schulen (bei Grundschulen in Zusammenarbeit mit den Horten). Die professionelle Begleitung bei der Konzepterarbeitung, -evaluation und -ent­wicklung wird im Rahmen der Aufgabenstellung der Schulbibliothekarischen Arbeitsstelle auch zukünftig sichergestellt.

Die Planung und Ausstattung jeder neu zu entwickelnden und einzurichtenden Schulbibliothek wird auch künftig durch die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle begleitet, da jeder Schulstandort und jede Schulart auch in dieser Hinsicht eine individuelle fachliche Begutachtung, Einschätzung und Beratung erfordern. Bestehende Einrichtungen werden bei Modernisierung und Umstrukturierung ebenso beraten.

Die steigenden Schülerzahlen und die damit einhergehenden Maßnahmen zur Sanierung, Reaktivierung und Schaffung neuer Schulgebäude sowie die in Punkt 2.1.3 genannten neuen Anforderungen an Schule und Lernen erfordern die Veränderung und Optimierung der räumlichen Situation. Bei den bereits bestehenden Schulbibliotheken und Leseräumen ist nach Lösungen zu suchen, die den primären Aufgaben Lernen, Unterricht, Leseförderung gerecht werden. Flächenbedarfe für Schulbibliotheken sind für Schulneubauten und -sanierungen in den Vorgaben zu baulichen Standards für Objekte der Stadt Leipzig – Teil B–D: Schulen: Grundschulen, Oberschulen, Gymnasien festgeschrieben.

3.2.2 Ausstattung

 

Mobiliar

 

Speziell für Bibliothekszwecke entwickeltes Mobiliar entspricht vielfältigen Anforderungen: Qualität, Funktionalität, Flexibilität, Design und Farbe.[6] Durch die starke Beanspruchung müssen die Möbel vor allem stabil und lange haltbar sein sowie den geltenden Sicherheitsbestimmungen entsprechen. Insbesondere sind ergonomische Aspekte zur Vorbeugung arbeitsbedingter Erkrankungen zu beachten. Das betrifft im Wesentlichen die Gestaltung der Arbeitsplätze der Mitarbeiter/-innen der Schulbibliotheken und Leseräume. Um das zu gewährleisten, wird zukünftig der Arbeitsmedizinische und Sicherheitstechnische Dienst (ASiD) der Stadt Leipzig entsprechend der geltenden gesetzlichen Regelungen (Arbeitsschutzgesetz – ArbSchG, § 3 Grundpflichten des Arbeitgebers) zu Themen der Ausstattungsberatung einbezogen.

In jeder Schulbibliothek und jedem Leseraum ist zudem flexibel anpassbares Mobiliar erforderlich. Das betrifft sowohl Arbeitsplatzeinheiten, Sitzmöbel und Regale, die an die durchschnittliche Größe der Nutzenden angepasst und im Raum für Veranstaltungen o. ä. frei umstellbar sind, als auch ggf. verschiebbare Wände. Modernes Design und eine ansprechende Farbgestaltung müssen sich langfristig in das gesamte Schulkonzept einfügen.

Die bereits in den Jahren 2019 und 2020 in den Haushaltsplan eingestellten finanziellen Mittel in Höhe von 20.000 € für die Ausstattung von Schulbibliotheken und Leseräumen stehen bei einer Fortschreibung des Budgets aus 2021/22 zur Verfügung. Damit wird zum einen der Bedarf der Einrichtungen, die erneuerungsbedürftig sind, berücksichtigt und zum anderen die vorgesehene Entwicklung jeweils eines Leseraums pro Kalenderjahr zu einer Schulbibliothek (Ausstattung Mitarbeiterplatz, Erweiterung Arbeits- und PC-Bereich, ggf. Erweiterung Regalbereich) gewährleistet.

Technik

 „Die Beherrschung von Informations- und Kommunikationstechnologien ergänzt die Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen. […] Das Bildungssystem steht in der Verantwortung, die strukturellen Möglichkeiten zu schaffen, um Heranwachsenden den kompetenten Umgang mit digitalen Medien zu vermitteln.“[7] Bibliotheken sind wichtige Partner bei der Vermittlung von Medien-, Informations- und Recherchekompetenz. Schulbibliotheken sind nur dann attraktiv für die Nutzer/-innen, wenn aktuelle, informative und relevante Medien vorgehalten werden. Neben den Printmedien zählen zunehmend digitale und multimediale Angebote dazu, welche entweder auf Datenträgern oder in Datenbanken nutzbar sind. Das bedeutet für die Attraktivität einer Schulbibliothek für alle Nutzer/-innen, dass es möglich ist, an  Recherche-PCs in ausreichender Anzahl im Internet zu recherchieren und Lern- und Leseförderung mit digitalen Angeboten (z. B. dem webbasierten Leseförderportal Antolin[8] und der Lernplattform Scoyo[9]) durchzuführen sowie zu nutzen. Um diese Angebote über mobile Endgeräte wahrnehmen zu können, ist die Schaffung einer zuverlässigen W-LAN-Anbindung in jeder Schulbibliothek und jedem Leseraum Voraussetzung.

Um einer ganzen Klasse bzw. einer Schülergruppe das Arbeiten in der Schulbibliothek zu ermöglichen, müssen aus fachlicher Sicht mindestens 15 Schülerrecherche-PCs zur Verfügung stehen. Die überwiegende Zahl der bestehenden Räumlichkeiten für Schulbibliotheken lässt, wie im Sachstand in Punkt 2.1.4 dargestellt, auf Grund der Größe die Aufstellung dieser Anzahl an Schülerrecherche-PCs nicht zu. In der Vorlage VI-DS-06676 Weiterführung des IT-Rollouts an Schulen und Horten sowie zur Beschaffung von digitalen Endgeräten und interaktiven Displays für die Jahre 2019/2020 ist festgeschrieben, wie viele Standgeräte pro Schulbibliothek zur Verfügung gestellt und im Rahmen des Rollouts nach fünf Jahren erneuert werden (siehe Punkt 2.1.6). Diese Anzahl entspricht allerdings bei weitem nicht den bereits mehrfach genannten Bedarfen für Recherche und Unterricht in der Schulbibliothek. Mit Beschluss der Vorlage VI-DS-08178-DS-02 Schaffung einer digitalen Infrastruktur an kommunalen Schulen und Verwendung der Mittel vom „DigitalPakt“ des Bundes (Teil B: Ausstattung mit digitalen Endgeräten) erhält jede Schule einen Klassensatz Tablets. Es ist zu empfehlen, diese mobilen Endgeräte auch in der Schulbibliothek einzusetzen, um die aktuellen Arbeits- und Recherchemöglichkeiten zu erweitern. Für Neubauten und zu sanierende Schulen müssen die Räumlichkeiten für Schulbibliotheken so geplant werden, dass alle Funktionsbereiche entsprechend den Aufgaben einer Schulbibliothek in der jeweiligen Schulart realisiert werden können (siehe Punkt 2.1.4). Das beinhaltet auch die technische Ausstattung.

In diesem Zusammenhang wird empfohlen, die Bereitstellung von Präsentationstechnik (interaktive Panels oder Beamer mit Apple-TV, inkl. Audiowiedergabemöglichkeit) für die Schulbibliothek im Rahmen des jeweiligen Medienbildungskonzepts der Schule mit zu planen.

In Zukunft muss sichergestellt werden, dass in jeder Schulbibliothek und jedem Leseraum ein Telefonanschluss vorhanden ist, der eine direkte Kommunikation nach innen und außen ermöglicht.

2022 erfolgt die nächste technische Neuausstattung aller Arbeitsplätze für Mitarbeiter/-innen in den dann 52 Schulbibliotheken. Eine optimale Ausstattung aller Mitarbeiterarbeitsplätze in Schulbibliotheken würde Drucker inkludieren. Aufgrund der aktuellen finanziellen Situation wird die Ausstattung mit Druckern in den kommenden zwei Jahren lediglich für die beiden neu zu entwickelnden Schulbibliotheken erfolgen. Pro Gerät fallen hier für 2021 bzw. für 2022 162 Euro an. Das ergibt für den Doppelhaushalt 2021/2022 eine Gesamtsumme von 324 Euro.

Bei der Neuetablierung von Schulbibliotheken werden weitere Lizenzen der Software zur Bibliotheksverwaltung und -recherche LIBRARY for Windows - School kostenpflichtig durch die Stadt erworben (Kosten/Lizenz bei Erwerb 1.058 Euro zuzüglich vierteljährlich 91 Euro Hostingkosten pro neuer Schulbibliothek). Für das Haushaltsjahr 2021 ergibt sich damit für alle Schulbibliothekslizenzen eine Gesamtsumme von 19.258 Euro und für das Haushaltsjahr 2022 eine Gesamtsumme von 19.622 Euro, also 38.880 Euro für den Doppelhaushalt 2021/2022.

Je Kalenderjahr sind drei Barcodescanner einzuplanen, einer für die Ausstattung der jeweils neuen Schulbibliothek und zwei als Ersatz für beschädigte bzw. verschlissene Geräte. Die Kosten dafür belaufen sich auf 143 Euro für jedes entsprechend der Software konfigurierte Gerät. Das ergibt für den Doppelhaushalt 2021/2022 eine Gesamtsumme von 858 Euro.

Medien

Sowohl Qualität als auch Quantität bei Aufbau und Entwicklung von Medienbeständen für Schulbibliotheken und Leseräume setzen einen jährlichen und planbaren Medienetat voraus. Dieser muss so aufgestellt sein, dass attraktive, aktuelle und informative Medien für die unterschiedlichen Nutzeranfragen und -bedürfnisse zur Verfügung gestellt werden können. Damit künftig das Medienangebot in den Schulbibliotheken und Leseräumen auch der Entwicklung der steigenden Schülerzahlen in Leipzig und den Anforderungen innerhalb der Schule (etwa Schulerfolg sichern, Unterricht Deutsch als Zweitsprache, Entwicklung weiterer Schulbibliotheken) entspricht, ist es notwendig, die finanziellen Ressourcen diesen Veränderungen anzupassen. Mit einer Erhöhung des Medienetats in den kommenden Jahren kann das Angebot vor allem inhaltlich signifikant erweitert werden, etwa auch im digitalen Bereich.

Aufgrund der aktuellen Situation kann mit der geplanten umfänglichen Bestandsentwicklung lediglich begonnen werden. Ausgehend vom Ist-Zustand ist folgende Entwicklung vorgesehen: Bis Ende 2021 werden in jeder Schulbibliothek mindestens 0,75 aktuelle Medien pro Schüler/-in zur Verfügung stehen. Im Jahr 2022 erfolgt eine leichte Steigerung auf 0,9 Medieneinheiten pro Schüler/-in. Geplant ist, die Medienbestände der Schulbibliotheken perspektivisch soweit zu entwickeln, dass pro Schüler/-in in der Sekundarstufe I und II zehn Medieneinheiten sowie in der Primarstufe sieben Medieneinheiten zur Verfügung stehen. Berücksichtigt werden bei der schrittweisen Umsetzung dieser Ziele die jeweils aktuellen räumlichen Kapazitäten.

Die ab 2021 geltende Berechnungsgrundlage für den Medienetat berücksichtigt sowohl eine Erneuerung der bestehenden Medienbestände als auch einen schrittweisen Aufbau. Basierend auf dem fachlichen Richtwert für die Erneuerung von Medienbeständen in Schulbibliotheken von jährlich 5–10 %[10] wird die Erneuerungsrate auf 7,5 % für die vorhanden Bestände (nicht älter als 10 Jahre) festgelegt.

Für alle bestehenden Leseräume wird für 2021 sowie für 2022 vorläufig ein jährlicher pauschaler Medienetat von 200 Euro veranschlagt.

Die finanziellen Mittel für den Erwerb von Medien für Schulbibliotheken und Leseräume für das Haushaltsjahr 2021 betragen 96.500 Euro und für 2022 97.478 Euro unter Einbezug der vorgenannten Berechnungsgrundlagen und damit für den Doppelhaushalt 2021/2022 eine Gesamtsumme von 193.978 Euro. Die kalkulierte Summe basiert auf den Werten der aktuellen Schülerzahlen und des derzeitigen Mediendurchschnittspreises. Eine Erhöhung dieser beiden Variablen im Geltungszeitraum dieses Konzepts kann im Rahmen dieses Budgets nur in geringem Maße aufgefangen werden.

Ausgehend von der Evaluation der aktuellen Bestandszusammensetzung (siehe 2.1.7) wird bei Neuerwerbungen zukünftig ein stärkerer Fokus auf Fach-, Sach- und digitale Medien gelegt werden.

 

3.2.3 Personal

 

Trotz der Möglichkeit, Schulbibliotheken und Leseräume über das Förderinstrument Teilhabe am Arbeitsmarkt personell auszustatten, wird auf Grund der Befristung einzelner Stellen bis Ende 2022 ein Bedarf an alternativen Beschäftigungsmöglichkeiten entstehen.

Zur Kompensation ist beispielsweise der verstärkte Ausbau der Teilzeitbeschäftigung über freie Träger mit Finanzierung über Fördermittel für Ganztagsangebote wie bereits über LEMANN e. V. mit zwei Personalstellen praktiziert, denkbar. Darüber hinaus ermöglicht die Stadt Leipzig weiterhin die Finanzierung von Stellen über den Freiwilligendienst aller Generationen. Dafür werden sowohl für 2021 als auch für 2022 21.000 Euro zur Verfügung gestellt. Die Vergabe von Stellen erfolgt in Abhängigkeit des Interesses der jeweiligen Schule sowie von der Bewerberlage.

3.2.4 Fortbildungsangebote der Schulbibliothekarischen Arbeitsstelle

 

Die Betreuung der ausschließlich fachfremden Mitarbeiter/-innen, sowohl von der Anzahl als auch der erforderlichen Intensität der Betreuung her, stellt im Zuge komplexerer und sich verändernder Aufgaben von (Schul-)bibliotheken eine besondere Herausforderung dar. Auch die individuellen Fortbildungsbedarfe des Personals in den Schulbibliotheken und Leseräumen steigen zunehmend. Insbesondere in den Bereichen digitale Medien, medienpädagogische Arbeit und Leseförderung wird es erforderlich, neue Fortbildungsangebote sowohl für Mitarbeiter/-innen in Schulbibliotheken und Leseräumen als auch für Lehrkräfte sowie Erzieher/-innen zu konzipieren und zu realisieren. Gerade die digitale Medienbildung in der Schulbibliotheksarbeit mit einem verstärkten Angebot an entsprechenden Medien und deren Nutzung im Unterricht, bei der Vor- und Nachbereitung des Unterrichts sowie im Bereich Lern- und Leseförderung trägt dazu bei, die Chancen der Schüler/-innen in der digitalen Gesellschaft zu verbessern.

Mit den Fortbildungen im Bereich digitale Medien möchte die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle die Umsetzung der Ziele des Lehrplans unterstützen und Lehrkräften sowie Mitarbeiter/-innen in Schulbibliotheken und Leseräumen für die schulbibliothekarische und medienpädagogische Arbeit geeignete digitale Plattformen (Datenbanken, Rechercheplattformen, Lernangebote, multimediale Angebote auf Bildungsportalen) für unterschiedliche Altersgruppen der Schüler/-innen vorstellen. Diese digitalen Plattformen bzw. Angebote lassen sich drei Kategorien zuordnen: Zu der ersten Kategorie von digitalen Angeboten, welche im neuen Fortbildungsformat vorgestellt werden, zählen solche, für die durch die Leipziger Städtischen Bibliotheken und damit der Stadt Leipzig bereits Lizenzen erworben wurden. Diese Angebote können Nutzer/-innen der Leipziger Städtischen Bibliotheken online und standortunabhängig – also etwa auch in den Schulen in Leipzig – nach der Anmeldung über ihr Bibliotheksbenutzerkonto nutzen. Für Nutzer/-innen bis zum vollendeten 19. Lebensjahr ist das Angebot der Leipziger Städtischen Bibliotheken kostenlos. Nach Absprache mit den Leipziger Städtischen Bibliotheken ist die Vorführung dieser digitalen Angebote durch die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle im Rahmen der Fortbildungen mit keinerlei zusätzlichen Kosten verbunden, da die bereits erworbenen Lizenzen die Nutzung in diesem Sinne mit einschließen. Die zweite Kategorie digitaler Angebote umfasst solche, die kostenfrei im Internet verfügbar sind und für deren Nutzung und Vorführung keine Lizenzen erworben werden müssen. Hierzu zählen beispielsweise die Datenbanken Deutsche Digitale Bibliothek sowie Europeana. Für die Angebote der dritten Kategorie müssen sowohl für die Nutzung durch die Schulen bzw. Einzelpersonen als auch für die Vorführung durch die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle entsprechende Lizenzen erworben werden. Aufgrund des nicht unerheblichen Kostenfaktors beschränkt sich der Einbezug dieser Angebote in das Fortbildungsangebot der Schulbibliothekarischen Arbeitsstelle in den Jahren 2021 und 2022 vorerst auf das Leseförderportal Antolin. Für Antolin wurde bereits eine entsprechende Schulträgerlizenz durch das Amt für Jugend, Familie und Bildung erworben. Damit besteht zum einen die Möglichkeit der Nutzung durch Schulen in Trägerschaft der Stadt Leipzig und zum anderen die des Erwerbs einer ergänzenden Vorführlizenz für die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle. Analog der Kosten pro eingebundener Schule müssen hier lediglich finanzielle Mittel in Höhe von 105 Euro pro Jahr veranschlagt werden. 

3.2.5 Kooperationen

 

Bestehende Kooperationen, in erster Linie die mit den Leipziger Städtischen Bibliotheken, werden in den kommenden Jahren gepflegt und nach Möglichkeit weiter ausgebaut. Durch den geplanten Einsatz eines zweiten Bücherbusses der Leipziger Städtischen Bibliotheken können an Grundschulen, welche aktuell und auch in Zukunft weder über eine Schulbibliothek noch einen Leseraum verfügen, zusätzliche Leseförderangebote unterbreitet werden.

Seit 2018 ist die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle in das Leseförderprojekt Heldengeschichten! Leseförderung an Leipziger Grundschulen für Grundschulen und Studierende der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig involviert. Angedacht ist darüber hinaus eine Zusammenarbeit mit dem Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität.

Für den sächsischen Raum steht in den kommenden Jahren die fachliche und konzeptionelle Zusammenarbeit der Schulbibliothekarischen Arbeitsstelle Leipzig mit dem zuständigen Fachbereich für Schulbibliotheken der Städtischen Bibliotheken im Vordergrund sowie überregional eine weitere Vernetzung mit schulbibliothekarischen und medienpädagogischen Partnern.

 

4. Perspektive für die Jahre 2023 und 2024

 

Eine nächste Fortschreibung des aktuellen Entwicklungskonzepts für Schulbibliotheken und Leseräume erfolgt 2022 für die Jahre 2023 und 2024. Schwerpunkt wird die weitere qualitative Entwicklung von Schulbibliotheken in allen Bereichen sein.  Aspekte, die für die Jahre 2021 und 2022 nicht berücksichtigt werden konnten, werden in dem Konzept für die beiden Folgejahre in den Fokus gestellt.

Die weitere Entwicklung wird schrittweise erfolgen. In Anbetracht der wachsenden Anzahl von Schulen in den Jahren 2021 bis 2024 durch Neubau und Reaktivierung (15 Schulen) sowie Schulsanierungen und Erweiterungsbauten (17 Schulen)[11] richtet sich das Hauptaugenmerk dabei zum einen auf die Neuetablierung von Einrichtungen, zum anderen auf die qualitative Entwicklung der Schulbibliotheken. Das heißt, dass insbesondere die Schulneubauten und die sanierten Schulen mit den zu erwartenden guten Startbedingungen (Lage und Größe der bereits durch das Amt für Gebäudemanagement geplanten Räumlichkeiten, Ausstattung aller Funktionsbereiche, Anzahl Datenports) bei der Neugründung von Schulbibliotheken unterstützt sowie bestehende Leseräume an Bestandsschulen sukzessiv qualitativ zu Schulbibliotheken weiterentwickelt werden.

Ausstattung

Für die Ausstattung von Schulbibliotheken und Leseräumen, für die ein hoher Erneuerungsbedarf besteht, als auch für die Einrichtungen, die teilweise erneuerungsbedürftig sind, wird die Bereitstellung der benötigten Mittel im Rahmen der Haushaltsplanung 2023/2024 geprüft.

Ein Zuwachs an Schulbibliotheken (Neuetablierung, Entwicklung Leseräume zu Schulbibliotheken) erfordert auch in den Jahren 2023 und 2024 die Ausstattung dieser mit Lizenzen der Software zur Bibliotheksverwaltung und -recherche (inklusive Support) sowie der Mitarbeiterarbeitsplätze mit der entsprechenden Technik über die 2022 erfolgende Neuausstattung hinaus (Telefon, Drucker, Barcodescanner).

Für die weitere Entwicklung eines aktuellen und damit attraktiven Medienbestandes soll sich der Medienetat für die Jahre 2023 und 2024 an dem variierenden Mediendurchschnittspreis, den sich entwickelnden Schülerzahlen und den Anforderungen innerhalb der Schule orientieren sowie die Entwicklung und Neueinrichtung weiterer Schulbibliotheken berücksichtigen. Eine Anhebung auf zwei Medieneinheiten pro Schüler/-in bis Ende 2024 ist aus heutiger Sicht realistisch. Dabei liegt der Fokus weiterhin auf dem Ausbau der Fach- und Sachliteratur sowie der digitalen Angebote.

Personal in Schulbibliotheken und Leseräumen

Eine stetig wachsende Anzahl von Schulbibliotheken in den kommenden Jahren erfordert in jeder Beziehung einen höheren Personal- und Zeitaufwand. Die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle muss nicht nur den steigenden Fortbildungsbedarfen für das Personal in den Schulbibliotheken und Leseräumen begegnen, sondern vor allem der Notwendigkeit einer qualifizierten, intensiveren individuellen Vor-Ort-Betreuung der fachfremden Mitarbeiter/-innen. Dem tatsächlichen Bedarf kann die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle bereits nicht mehr in vollem Umfang gerecht werden.

 

Für die Vor-Ort-Betreuung aller 79 Mitarbeiter/-innen in Schulbibliotheken und Leseräumen (Stand: 29.05.2020) trägt derzeit eine Mitarbeiterin der Schulbibliothekarischen Arbeitsstelle die Alleinverantwortung. Besonders für diese unabdingbare fachliche Unterstützung und Begleitung benötigt die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle eine Aufstockung des Personals. Dazu wird im Rahmen der regulären Haushalts- und Stellenplanung geprüft, ab 2023 das Personal der Schulbibliothekarischen Arbeitsstelle um weitere 2,0 VzÄ für Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste aufzustocken.

 

Die Fachangestellten sollen die fachliche Betreuung von jeweils fünf bis zehn nichtprofessionellen Mitarbeiter/-innen in Schulbibliotheken und Leseräumen vor Ort entsprechend den Bedarfen übernehmen und diese neben Arbeiten an den Medienbeständen (Bestandspräsentation, Bestandssichtung, Aussonderungen etc.), bei der Vorbereitung und Durchführung von Bibliothekseinführungen, Veranstaltungen und Projekten, auch denen von Partnern (z. B. Leipziger Städtische Bibliotheken), unterstützen, Probleme und Bedarfe erfassen und diese mit der Schulbibliothekarischen Arbeitsstelle kommunizieren.

 

Mit diesem Modell ist nicht nur eine engmaschigere Betreuung der Mitarbeiter/-innen vor Ort abgesichert, sondern auch die Ressource für Qualitätssicherung und –entwicklung im Bereich der Schulbibliotheken und Leseräume durch die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle geschaffen.

 

Für die Einführung dieses neuen Betreuungsmodells wird die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle, entsprechend dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept INSEK Leipzig 2030, vorrangig Schulbibliotheken in Schulen vorschlagen, die sich in den Schwerpunktgebieten der Integrierten Stadtentwicklung befinden (Leipziger Osten, Grünau, Schönefeld, Mockau, Paunsdorf).

 

Da der Einsatz von bibliothekarischen Fachkräften in Schulbibliotheken und Leseräumen in den vergangenen Jahren noch nicht durch die Stadt Leipzig gewährleistet werden konnte, wurde als Alternative mit dem Stadtratsbeschluss VI-P-05931-DS-03 vom 24.10.2018 eine Übernahme des durch die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle aus- und fortgebildeten Personals aus arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in eine Festeinstellung beschlossen. Zur Umsetzung des genannten Stadtratsbeschlusses ist vorgesehen, im Rahmen der regulären Haushalts- und Stellenplanung 2023/ 2024 die Einrichtung von vorerst drei unbefristete Personalstellen (3,0 VzÄ) für die Betreuung von Schulbibliotheken zu prüfen.

 

Sollten die Stellen eingerichtet werden, werden bei der Besetzung die entsprechenden personalrechtlichen Rahmenbedingungen sowie das „Personalentwicklungskonzept zur Qualifizierung von Beschäftigten aus arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen“ (VI-A-06365-NF-02-Ifo-01) sowie – sofern vorhanden – Erfahrungen anderer sächsischer Gebietskörperschaften im Bereich des Personals an Schulbibliotheken berücksichtigt.

 

Darüber hinaus wird gemäß Beschlusspunkt 5 der Vorlage VI-DS-03190 das Perspektivziel der Betreuung der Schulbibliotheken durch fest eingestellte bibliothekarische Fachkräfte unter finanzieller Mitwirkung des Freistaates Sachsen weiterhin verfolgt und Möglichkeiten zur Inanspruchnahme von Förderinstrumenten zur Teilhabe am Arbeitsmarkt laufende geprüft.

Fortbildungen – digitale Angebote

Ab 2023 wird zusätzlich zum webbasierten Leseförderprogramm Antolin der Erwerb weiterer kostenpflichtiger digitaler Medien (Vorführlizenzen) für Aus- und Fortbildung von Mitarbeiter/-innen in Schulbibliotheken und Leseräumen als auch als Fortbildungsangebot für Lehrkräfte angestrebt.

 

5.      Realisierungs- und Zeithorizont

 

Die Umsetzung der in dieser Vorlage enthaltenen Maßnahmen und Festlegungen beginnt mit der Beschlussfassung durch den Stadtrat, spätestens zum 01.01.2021, und erfolgt bis 31.12.2022.

6.      Finanzielle Auswirkungen

 

Die folgende Abbildung zeigt die mit Beschluss dieser Vorlage entstehenden Kosten (inkl. Mehrwertsteuer) für die Stadt Leipzig in den Haushaltsjahren 2021 und 2022:

Bis einschließlich dem Haushalt 2020 verteilten sich die Ansätze auf den verschiedenen Haupt-PSP-Elementen der einzelnen Schularten in den Sachkonten 4271 1200 Besondere Verwaltungs- und Betriebsaufwendungen und auf den Sachkonten 4423 2000 Datenverarbeitung dezentral sowie die 20.000 Euro für Ausstattungen auf dem PSP-Element 1.100.24.3.0.01.03 Unterstützung von schulischen Projekten / Sachkonto 4253 1000 Erwerb bewegliche Gegenstände bis 800 Euro. Ab dem Haushalt 2021 sollen die Haushaltsmittel zur besseren Übersichtlichkeit zentral auf dem PSP-Element der 1.100.24.3.0.04.02 Schulbibliothekarische Arbeitsstelle geplant und bewirtschaftet werden.

 

 

7.      Auswirkungen auf den Stellenplan

 

Keine.

 

 

8. Bürgerbeteiligung

 

bereits erfolgt    geplant    nicht nötig

 

Eine Beteiligung erfolgt über die Abstimmung zur Vorlage im Beirat für Leipziger Schulbibliotheken sowie die Information zu den Umsetzungsständen zweimal jährlich.

 

9. Besonderheiten

 

Keine Besonderheiten.

 

10. Folgen bei Nichtbeschluss

 

Bei Nichtbeschluss der Vorlage ist der seit 2012 durch die bereits erfolgten Stadtratsbeschlüsse eingeleitete Weg zur qualitativen und quantitativen Entwicklung der Schulbibliotheken und Leseräume an Schulen in Trägerschaft der Stadt Leipzig nicht weiter umsetzbar.

 

 

Anlage:

Anlage 1: Gesamtübersicht Schulbibliotheken und Leseräume

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


[2] Vgl. Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, Bund Deutscher Architekten BDA & Verband Bildung und Erziehung (VBE) (Hrsg.): Leitlinien für leistungsfähige Schulbauten in Deutschland. o. O. 2007, S. 6.

[3] Vgl. Schultz-Jones, Barbara & Oberg, Dianne (Hrsg.): Die Richtlinien der IFLA/UNESCO für Schulbibliotheken. 2., überarb. Aufl., Den Haag 2015.

[4] Jordan-Bonin, Eva von & Holderried, Angelika: 3. Passgenau ausgewählt – Grundlagen und Inhalte der Schulbibliothek. In Holderried, Angelika & Lücke, Birgit (Hrsg.): Handbuch Schulbibliothek. Planung – Betrieb – Nutzung. 2., überarb. Aufl., Frankfurt/Main 2018, S. 75.

[5] Eine Medieneinheit ist die Bezeichnung für ein einzelnes Medium. Die Quantität des Bibliotheksbestandes wird in Medieneinheiten angegeben.

[6] Vgl. ekz.bibliotheksservice GmbH (Hrsg.): Die Möblierung einer Schulbibliothek, Infoblatt. Reutlingen 2017.

[7] Bundesministerium für Bildung und Forschung, Referat Digitaler Wandel in der Bildung (Hrsg.): Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft. Strategie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Berlin 2016, S. 2.

[8] Vgl. Bildungshaus Schulbuchverlage Westermann Schroedel Diesterweg Schöningh Winklers GmbH (Hrsg.): Antolin. URL: https://antolin.westermann.de/ [17.06.2019].

[9] Vgl. scoyo GmbH (Hrsg.): scoyo. URL: https://www.de.scoyo.com [17.06.2019].

[10] Vgl. Jordan-Bonin, Eva von & Holderried, Angelika: 3. Passgenau ausgewählt – Grundlagen und Inhalte der Schulbibliothek. In Holderried, Angelika & Lücke, Birgit (Hrsg.): Handbuch Schulbibliothek. Planung – Betrieb – Nutzung. 2., überarb. Aufl., Frankfurt/Main 2018, S. 88f.

[11] Vgl. Stadt Leipzig, Dezernat Finanzen, Dezernat Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule, Dezernat Stadtentwicklung und Bau: Schulbaumaßnahmen – Terminübersicht. Anlage 5 zu 13. Sachstandsbericht zur Umsetzung der Schulbaumaßnahmen (VI-lfo-01016). Stand: 30.04.2020.

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 VII-DS-01409_Anlage 1_Gesamtübersicht Schulbibliotheken und Lesräume_15.07.2020 (68 KB)