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Vorlage - VII-F-01395  

 
 
Betreff: Gemeinsame Inanspruchnahme von Schulbegleitung
Anlass: Verwaltungshandeln
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:Anfrage
Einreicher:CDU-Fraktion
Beratungsfolge:
Ratsversammlung schriftliche Beantwortung
08.07.2020 
Ratsversammlung, Kongreßhalle Leipzig, Pfaffendorfer Str. 31, 04105 Leipzig vertagt     

Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Eltern wünschen sich für ihr Kind mit Behinderung zunehmend eine Beschulung in der Regelschule. Die Anzahl der Schulbegleiter ist dadurch angestiegen. Jeder Leistungsberechtigte erhält in der Regel einen eigenen Schulbegleiter.

 

Dieselbe Entwicklung ist auch im Bereich der Förderschulen festzustellen. Dabei scheint die wachsende Zahl an Schulbegleitern für einzelne Schüler in den Klassen- und Gruppenräumen ein effektives selbstbestimmtes Lernen/Lehren und Arbeiten zu behindern, wenn nicht gar zu verhindern.

Der einzelne Schüler wie die Klasse/Gruppe verliert an Freiräumen. Lernen wird zunehmend reglementiert, erwachsenenzentriertes Arbeiten nimmt zu; selbstmotivierende Lernprozesse und kooperatives Arbeiten der Schüler untereinander sind zumindest gefährdet.

 

Die direkte Zuordnung eines Schulbegleiters kann für den Leistungsberechtigten stigmatisierend und ausgrenzend wirken. Ebenso können unerwünschte gegenseitige Abhängigkeitsverhältnisse entstehen. Die Arbeit der Schulbegleitung obliegt der fachlichen Aufsicht des Arbeitgebers, nicht des Trägers der Eingliederungshilfe, der Schule oder der zuständigen Lehrkraft. Absprachen zwischen Lehrkraft und Schulbegleitung über die erforderliche Unterstützung des Leistungsberechtigten sind fachlich dringend notwendig, durch die Organisationsstruktur aber nur bedingt umsetzbar. Eine Möglichkeit, diesen Problemen zu begegnen, kann die Bildung von Schülergruppenpools sein.

 

Rechtsgrundlagen:

Die gemeinsame Inanspruchnahme von Leistungen der Eingliederungshilfe ist bereits seit  April 2019 möglich. Im Rahmen der Schulbegleitung wurde dies bisher jedoch nur vereinzelt umgesetzt. Diese Regelung trat zum 01.01.2020 in Kraft.

 

Um die Regelungen zu nutzen und negative Auswirkungen bei den Lernerfolgen zu vermeiden, ergeben sich folgende Anfragen:

 

  1. Gibt es in Leipzig im Rahmen der Eingliederungshilfe ein standardisiertes Verfahren zur Bildung von Schülergruppenpools? Wenn nicht, warum nicht und bis wann wird das eingeführt?
     
  2. Wie wird in Leipzig das Ziel verfolgt, individuelle Leistungsansprüche zu bündeln und personell zusammenzuführen, wenn zwischen allen Beteiligten ein Konsens erzielt werden kann ?
     
  3. Gibt es dazu Modellprojekte in Leipzig die untersuchen, inwieweit Schulträger als Leistungserbringer in Betracht kommen?
     
  4. Welche Auswirkung hat das Bündeln von Leistungen auf die Kosten im Bereich der Schulbegleitung? Wie wird das Einsparungspotential bei einer weiteren Bündelung eingeschätzt?
     
  5. Welche Möglichkeiten gibt es darüber hinaus, bei den Ausgaben für Hilfen zur Erziehung Synergien zu nutzen, um die Kostensteigerungen aufzufangen ?

 

 

Stammbaum:
VII-F-01395   Gemeinsame Inanspruchnahme von Schulbegleitung   Geschäftsstelle der CDU-Fraktion   Anfrage
VII-F-01395-AW-01   Gemeinsame Inanspruchnahme von Schulbegleitung   51 Amt für Jugend, Familie und Bildung   schriftliche Antwort zur Anfrage