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Vorlage - VII-A-01387  

 
 
Betreff: Clubkultur und Livemusikspielstätten erhalten
Anlass: Sonstiges
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:Antrag
Einreicher:Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Beratungsfolge:
Ratsversammlung Verweisung in die Gremien
10.06.2020 
Ratsversammlung, Kongreßhalle Leipzig, Pfaffendorfer Str. 31, 04105 Leipzig (offen)   
FA Kultur 1. Lesung
12.06.2020    FA Kultur      
FA Umwelt, Klima und Ordnung 1. Lesung
23.06.2020    FA Umwelt und Ordnung      
FA Umwelt, Klima und Ordnung 2. Lesung
07.07.2020    FA Umwelt und Ordnung      
FA Kultur 2. Lesung
26.06.2020    FA Kultur      
Ratsversammlung Beschlussfassung

Beschlussvorschlag
Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Beschlussvorschlag:

1)      Der Oberbürgermeister wird beauftragt sich gegenüber dem Freistaat Sachsen und der Bundesregierung für eine stärkere, sofortige, finanzielle und strukturelle Unterstützung der durch die Corona- Pandemie besonders stark betroffene Veranstaltungs- und Kulturbranche einzusetzen.

2)      Der Oberbürgermeister wird beauftragt, unverzüglich, in Zusammenarbeit mit den Akteuren der Kultur und Kreativwirtschaft wie unter anderem dem Livekommbinat Leipzig e.V., Kreativen Leipzig und Leipzig plus Kultur Möglichkeiten zur Durchführung von Open Air Veranstaltungen zu schaffen und dafür insbesondere Flächen und Kriterien zu benennen, innerhalb der Stadt und Parkanlagen, die als Open Air Kulturspielstätten in Betracht kommen. Innerhalb des Kriterienkatalogs sind Fragen zu klären wie Lärmschutzauflagen, Beschränkungen der Teilnehmerzahl, Sanitär und Abfallkonzept.

3)      Die Ratsversammlung bekennt sich umfassend zum Erhalt der Leipziger Clubkultur und der Livemusikspielstätten und schafft die Möglichkeit zur Anerkennung von Leipziger Clubs als kulturelle Einrichtungen im Sinne der BauNVO.

 

Begründung:
Kultur ist ein Wert an sich und für eine aufgeklärte Gesellschaft essentiell.

Doch während nach den Beschränkungen beispielsweise Museen jetzt wieder öffnen
nnen, zeichnet sich ab, dass die Leipziger Veranstaltungsstätten und die Clubkultur besonders hart getroffen sein werden: Ihre Veranstaltungen gehörten zu den ersten, die in der Krise
abgesagt wurden, teilweise auch mit großem Verantwortungsbewusstsein von den
Betreiber*innen selbst, und sie werden aller Voraussicht nach die letzten sein,
die wieder öffnen können.

Clubs, die immer schon Katalysatoren einer gesellschaftlichen Entwicklung waren, brauchen den Raum, die Begegnung der Vielen, als Austauschort, wo soziale und topographische Herkunft egal sind.

Eingeschränkte Öffnungen, mit Hygienekonzepten, funktionieren für die Clubs daher im Regelfall nicht. Die Clubs müssten mehr Personal einstellen, um deutlich weniger Gäste empfangen zu können, was wirtschaftlich nicht darstellbar ist.

Als Alternative kommen Open Air Veranstaltungen in Betracht. Auch in der Vergangenheit gab es immer wieder alternative Flächen zu benennen, die temporär nach einem festen Kriterienkatalog als Spielstätte genutzt werden können. Dies scheiterte immer wieder am Unwillen der Beteiligten. Jetzt Flächen zu finden und Kultureinrichtungen die Möglichkeit zu geben, zumindest im Freien eingeschränkt tätig werden zu können, ist nicht nur für die Kultur existentiell, sondern als flächendeckendes Kulturangebot gerade jetzt für die Gesellschaft immens wichtig. Daher ist jetzt zu handeln.

Oft genug werden gerade die Clubs auch in Leipzig von Seiten der Investoren und Politik nicht als Wert betrachtet, sondern als Problem und Clubs müssen sich entgegen der institutionell geförderten Kultur immer wieder beweisen, dass auch sie Kultur sind und dass der Erlebnisraum Nacht ebenso zur Kultur gehört, wie Theater und Museen.

Dabei sollte nicht vergessen werden, dass es gerade die Veranstaltungsstätten und Clubs sind, die Leipzig für junge Menschen so attraktiv machen.

Bereits am 22.11.2012 hatte die Ratsversammlung sich umfassend für die Clubs und soziokulturellen Szenen ausgesprochen und ihre Bedeutung anerkannt. Passiert ist daraufhin wenig. Die aktuellen Diskussionen zeigen, dass die Anerkennung von Clubs als Kulturstätten bislang noch nicht in konkretes Handeln umgesetzt wurde. Viele Clubs und Künstler*innen fühlen sich daher gerade in der Krise nicht ernstgenommen und anerkannt.

 

 

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

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Stammbaum:
VII-A-01387   Clubkultur und Livemusikspielstätten erhalten   Geschäftsstelle der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen   Antrag
VII-A-01387-VSP-01   Clubkultur und Livemusikspielstätten erhalten   41 Kulturamt   Verwaltungsstandpunkt
VII-A-01387-ÄA-02   Clubkultur und Livemusikspielstätten erhalten   Geschäftsstelle der CDU-Fraktion   Änderungsantrag
VII-A-01387-ÄA-02-NF-01   Clubkultur und Livemusikspielstätten erhalten   Geschäftsstelle der CDU-Fraktion   Neufassung
VII-A-01387-NF-03   Clubkultur und Livemusikspielstätten erhalten   Geschäftsstelle der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen   Neufassung