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Vorlage - VII-Ifo-01295  

 
 
Betreff: Erarbeitung Ortsteilentwicklungskonzept Südwest - Knautkleeberg-Knauthain
Anlass: Verwaltungshandeln
Status:öffentlich (Vorlage freigegeben)Vorlage-Art:Informationsvorlage
Einreicher:Dezernat Stadtentwicklung und Bau
Beratungsfolge:
Dienstberatung des Oberbürgermeisters Bestätigung
DB OBM - Vorabstimmung
FA Stadtentwicklung und Bau Information zur Kenntnis
14.07.2020    FA Stadtentwicklung und Bau      
SBB Südwest Information zur Kenntnis
29.06.2020 
SBB Südwest - Stadtbüro/Videokonferenz zur Kenntnis genommen   
FA Stadtentwicklung und Bau Information zur Kenntnis
08.09.2020    FA Stadtentwicklung und Bau      
22.09.2020    FA Stadtentwicklung und Bau      
06.10.2020    FA Stadtentwicklung und Bau      
OR Hartmannsdorf-Knautnaundorf Information zur Kenntnis

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt
Anlagen:
Übersichtskarte zum Ortsteilentwicklungskonzept

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Die Information zum Beginn der Erarbeitung des Ortsteilentwicklungskonzept wird zur Kenntnis genommen.

 

Räumlicher Bezug:

Stadtbezirk: Südwest
Ortsteil: Knautkleeberg/Knauthain

Zusammenfassung:

 

Anlass der Vorlage:

 

Rechtliche Vorschriften   Stadtratsbeschluss   Verwaltungshandeln

Sonstiges:

 

Basierend auf dem o.g. Stadtratsbeschluss ist zunächst ausgehend von den Sport – und Freiflächen i.V.m. dem anhaltenden Bevölkerungswachstum ein integriertes Entwicklungskonzept mit Schwerpunkt im Bereich Knautkleeberg-Knauthain zu erarbeiten. Konkurrierende Flächenansprüche sowie Prämissen der wachsenden Stadt sind unter Beteiligung der Bürgerschaft zu erarbeiten.

Mit dieser Vorlage wird über den Planungs- und Beteiligungsprozesses informiert

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Finanzielle Auswirkungen

X

nein

 

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

 

nein

 

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

 

 

 

 

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

 

 

 

 

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

 

nein

 

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Steuerrechtliche Prüfung

 

nein

 

wenn, ja

Unternehmerische Tätigkeit i.S.d. §§ 2 Abs. 1 und 2B UStG

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Punkt 4 des Sachverhalts

Umsatzsteuerpflicht der Leistung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Bei Verträgen: Umsatzsteuerklausel aufgenommen

 

ja

 

Nein, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

 

Ja

X

Nein

Beantragte Stellenerweiterung:

   Vorgesehener Stellenabbau:

 

 

 


Hintergrund zum Beschlussvorschlag:

Welche strategischen Ziele werden mit der Maßnahme unterstützt?

 

 

2030 - Leipzig wächst nachhaltig!

Ziele und Handlungsschwerpunkte

 

Leipzig setzt auf Lebensqualität:

Balance zwischen Verdichtung und Freiraum

Qualität im öffentlichen Raum und in der Baukultur

Nachhaltige Mobilität

Vorsorgende Klima- und Energiestrategie

Erhalt und Verbesserung der Umweltqualität

Quartiersnahe Kultur-, Sport- und Freiraum­angebote

 

 

Akteure:

rgerstadt

Region

Stadtrat

Kommunalwirtschaft

Verwaltung

Leipzig besteht im Wettbewerb:

Positive Rahmen­bedingungen für qualifizierte Arbeitsplätze

Attraktives Umfeld für Innovation, Gründer und Fachkräfte

Vielfältige und stabile Wirtschaftsstruktur

Vorsorgendes Flächen- und Liegenschaftsmanagement

Leistungsfähige technische Infrastruktur

Vernetzung von Bildung, Forschung und Wirtschaft

 

Leipzig schafft soziale Stabilität:

Chancengerechtigkeit in der inklusiven Stadt

Gemeinschaftliche Quartiersentwicklung

Bezahlbares Wohnen

Zukunftsorientierte Kita- und Schulangebote

Lebenslanges Lernen

Sichere Stadt

 

 

 

Leipzig stärkt seine Internationalität:

Weltoffene Stadt

Vielfältige, lebendige Kultur- und Sportlandschaft

Interdisziplinäre Wissenschaft und exzellente Forschung

Attraktiver Tagungs- und Tourismusstandort

Imageprägende Großveranstaltungen

Globales Denken, lokal verantwortliches Handeln

 

Sonstige Ziele: >beim Ausfüllen bitte überschreiben: max. 60 Zeichen ohne Leerzeichen

 

trifft nicht zu

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschreibung des Abwägungsprozesses:

 

Nicht erforderlich

 

I. Eilbedürftigkeitsbegründung

 

Nicht erforderlich

 

II. Begründung Nichtöffentlichkeit

 

Nicht erforderlich

 

III.  Strategische Ziele

 

Stadträumlich ist der Ortsteil Knautkleeberg-Knauthain im INSEK der Raumkategorie „Wachstum vorausschauend planen“ zugeordnet

Diese Gebiete bedürfen frühzeitig einer fachübergreifenden Strategie, für welche Zielgruppen und Nutzungen und mit welchen Instrumenten neue Potenzialflächen erschlossen werden sollen. Bei Neubebauung sind die dadurch entstehenden Bedarfe für die soziale Infrastruktur, den Freiraum, die technischen und verkehrlichen Infrastrukturen sowie die Auswirkungen auf den ÖPNV, die Nahversorgung und die ökologischen Auswirkungen zu beachten. Die Prinzipien einer integrierten Quartiersentwicklung sind zu Grunde zu legen. Folgende strategische Ziele werden im INSEK für diese Gebiete insbesondere verfolgt:

„Balance zwischen Verdichtung und Freiraum“: Der Ortsteil Knautkleeberg-Knauthain ist fast ausschließlich durch Wohnbebauung und ergänzende kleinteilige Infrastrukturangebote geprägt. Dabei wird die Siedlungsentwicklung östlich der Bahnstrecke durch den Leipziger Auwald begrenzt. Die Siedlungsteile westlich der Bahn erstrecken sich jedoch in einer Agrarlandschaft, die durch große und monostrukturierte Ackerschläge geprägt sind. Das Ortsteilentwicklungskonzept wird als integriertes Konzept erarbeitet, welches sich sowohl mit den freiräumlichen Entwicklungsoptionen als auch mit den siedlungsseitigen Entwicklungsmöglichkeiten auseinandersetzt. Dabei ist sowohl Fragen der Nachverdichtung im Bestand als auch des Ausgleichs in der Infrastrukturausstattung des Ortsteils nachzugehen. Die unterschiedlichen Interessen und Leitbilder sind im Ergebnis miteinander in einem Leitbild abzugleichen.

„Nachhaltige Mobilität“: Derzeit handelt es sich bei dem Ortsteil Knautkleeberg-Knauthain trotz der vorhandenen Anbindung an das Straßenbahnnetz und den Regionalen Bahnverkehr, um einen weitestgehend „autoaffinen“ Standort. Im Ortsteilentwicklungskonzept sollen Möglichkeiten diskutiert und aufgezeigt werden, wie und unter welchen Voraussetzungen nachhaltige Mobilitätsformen des Umweltverbundes (z.B. Radverkehr, Busverkehr, gemeinschaftliche Mobilitätsangebote) in den äußeren, vergleichsweise gering verdichteten Lagen der überwiegend durch den Einfamilienhausbau geprägten Ortsteilen angeboten und von einer großen Zahl der Einwohner genutzt werden können. Zu verfolgen ist ein Ansatz, der generationsübergreifend und bis ins hohe Alter Mobilität im Ortsteil, sowie verknüpft mit den Nachbarortsteilen und der Innenstadt, zukunftsorientiert ermöglicht.

„Quartiersnahe Kultur, - Sport- und Freiraumangebote“: Das Infrastrukturangebot zu Kultur, Sport und Freizeit im Ortsteil Knautkleeberg-Knauthain ist derzeit sehr begrenzt. Insbesondere bei der Sportflächenversorgung bestehen Defizite. Die Versorgung mit Infrastrukturangeboten wird jedoch in Zukunft als „gemeinschaftsbildendem Element“ eine wachsende Bedeutung bekommen. Das Ortsteilentwicklungskonzept soll hier den Bedarf an diesen Angeboten untersuchen und Möglichkeiten aufzeigen, in welchem Umfang und in welcher Qualität Flächen für quartiersnahe Kultur,- und Sport- und Freiraumangebote vorgehalten werden können.

Über die drei genannten Schwerpunkte hinaus werden mit dem Ortsteilentwicklungskonzept weitere Ziele, wie vorsorgende Klima- und Energiestrategie, Erhalt und Verbesserung der Umweltqualität etc., verfolgt.

 

IV. Sachverhalt

1. Anlass

 

Der Stadtrat hat mit Beschluss VI-P-04367-DS-02-DS-01 die Verwaltung beauftragt, ein Gesamtkonzept für Sport – und Freiflächen für den Ortsteile Knautkleeberg-Knauthain zu erarbeiten. Aufgrund der darüber hinaus festgestellten Bedarfe im Bereich der sozialen und versorgungsseitigen Infrastruktur sowie laufender und perspektivischer Flächenentwicklungen, ist insgesamt die Frage nach der Zukunftsausrichtung des Ortsteils zu klären. Somit sind Aspekte wie z.B. Standortprüfung und Verhältnismäßigkeit bei Eingriffen in den Landschaftsraum (z.B. Sportflächen), eine Nachverdichtung im bestehenden Siedlungsraum, eine zukunftsfähige Mobilitätskultur, klimatische, ökologische und energieseitige Aspekte, medienseitige Kapazitätserweiterungen i.V.m. den wirtschaftlichen Anforderungen über frühere Konzepte hinaus in die Betrachtung einzubeziehen.

Um diesen Themen nachzugehen, ist die Erarbeitung eines integrierten Ortsteilentwicklungskonzeptes in einem kooperativen Prozess mit der Bürgerschaft erforderlich.

Offensichtlich erkennbar sind Flächenkonkurrenzen unterschiedlicher Interessens- und Bedarfsgruppen. In der Ausgangssituation steht das Ortsteilentwicklungskonzept im Kontext und in Kooperation mit folgenden in Erarbeitung befindlichen strategischen Planungen:

 

Landwirtschaftliche Gesamtkonzeption: Aufgabe ist die Zielentwicklung für die Nutzung und Bewirtschaftung der Agrarflächen auf dem Leipziger Stadtgebiet.

 

Masterplan Grün: Wichtiges Anliegen dieses Plans ist u.a. die weitere Verknüpfung und Entwicklung wesentlicher Grün- und Freiräume, ergänzt durch klimaseitige, ökologische Maßnahmen im Stadtgebiet im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung sowohl in den siedlungsintegrierten als auch randseitigen Lagen.

 

Rahmenplan Mobilitätsstrategie: Gegenstand sind Maßnahmen für die Umsetzung der Mobilitätsstrategie 2030 im Stadtgebiet, basierend auf dem Nachhaltigkeitsszenario.

 

Fortschreibung STEP-Wohnbauflächen: Vor dem Hintergrund des starken Einwohnerwachstums der vergangenen Jahre sowie der Entwicklung hin zu einem angespannten Wohnungsmarkt ist es erforderlich geworden, den stadtweiten Wohnbauflächenbedarf bis 2030 und in der Perspektive bis 2040 mit dem derzeit im FNP dargestellten Wohnbauflächenangebot abzugleichen. Darauf aufbauend ist im Zuge der Fortschreibung des Stadtentwicklungsplans (STEP) Wohnbauflächen, eine Strategie für eine nachhaltige Entwicklung der Flächen für den Wohnungsneubau gesamtstädtisch, als auch teilräumlich zu formulieren. 

Im Ortsteil Knautkleeberg-Knauthain stellt der FNP noch ein gewisses, wenn auch absehbares, Potenzial an Reserveflächen für den Wohnungsneubau dar. Bekannt ist allerdings auch, dass für die siedlungsseitige Erschließung von Flächen im Südwestraum erhebliche Maßnahmen für Kapazitäten der technischen Infrastruktur (Abwasser, Regenwasser) mit entsprechenden Investitionen notwendig sind. Diese betreffen nicht nur potenzielle Flächenneuausweisungen, sondern auch bereits laufende Planungen.

Dem anstehenden Prozess kommt u.a. entgegen, dass mit den bereits in Aufstellung befindlichen B-Plänen Nr. 446 „Stadtquartier Dieskaustraße“ und Nr. 447 „Weigandtweg“ sowie der Verfügbarkeit stadteigener Flächen im Südwestraum seitens der Stadt Leipzig konkrete Voraussetzungen für planerische Handlungsspielräume bestehen. Zudem wurde 2019/20 eine Verkehrsuntersuchung für den Südwestraum erarbeitet, deren Ergebnisse seitens der Bürgerschaft nachgefragt und wichtige Grundlage für den Diskussionsprozess sind.

Das nunmehr zu erarbeitende Konzept wird als ganzheitliches Konzept alle freiräumlichen als auch siedlungsseitigen Strukturen betrachten und Entwicklungsoptionen aufzeigen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2. Beschreibung der Maßnahme

 

 

 

 

 

 

2.1 Status quo

 

Der Ortsteil Knautkleeberg-Knauthain war in den 90iger Jahren ein Schwerpunkt der Entwicklung des Wohnungsneubaus vorwiegend im Einfamilienhausbereich. Die Rahmenkonzeption aus dieser Zeit und davon gefolgt der FNP zeigte erhebliche Nachverdichtungspotenziale und vor allem Flächenneuausweisungen für Siedlungserweiterungen. Ein großer Teil dieser potenziellen Siedlungsentwicklungen wurde im Zuge des folgenden gesamtstädtischen Einwohnerrückgangs zurückgenommen und der FNP auf die aktuelle Darstellung entsprechend angepasst.

Heute weist der Ortsteil noch einen, im stadtweiten Vergleich, großen Anteil an Reserveflächen für den Wohnungsbau im FNP auf. Ferner ist aus den laufenden Planungen heraus bekannt, dass die vorhandene technische Infrastruktur (Abwasser, Regenwasser) an ihre Kapazitätsgrenzen stößt.
In den letzten Jahren wurde bereits teilweise ein Ausbau der sozialen Infrastruktur erreicht. Defizite zeigen sich jedoch weiterhin im Bereich der Sportinfrastruktur sowie in der Nahversorgungslage, die insbesondere im Zusammenhang mit der demografischen Entwicklung im Ortsteil an Bedeutung gewinnt.

Erschwerend für die Gesamtentwicklung des Ortsteils stellt sich die in Folge der Bahntrasse vorhandene Teilung des Ortsteils dar: Während der östlich der Bahnanlagen gelegene Bereich mit den alten Ortskernen und der angrenzenden Auenlandschaft in seiner Flächenausdehnung abgeschlossen ist, zeichnen sich die westlich der Bahn gelegenen Siedlungsflächen durch weitgehend monostrukturelle Einfamilienhausgebiete und landwirtschaftliche Flächen aus. In Bezug auf das Mobilitätsverhalten ist festzuhalten, dass es sich trotz vorhandener Straßenbahnanbindung und Anbindung an den Regionalverkehr um einen überwiegend „autoaffin“-orientierten Stadtteil handelt.

2.2  Leitbild - für den äußeren Ortsteil

 

Die Leitbilder für die inneren Stadtgebiete sind in den vergangenen Jahren immer wieder diskutiert worden und inzwischen herausgearbeitet (z.B. Nachverdichtung, grüne Inseln, alternative Mobilität). Die Auswirkungen der sogenannten „Megatrendthemen“ in Bezug auf konkrete Räume in den äußeren Lagen im Stadtgebiet sind jedoch kaum diskutiert. Im Zusammenhang mit eigenen Entwicklungsbestrebungen wird diese Diskussion jedoch seitens der Bürgerschaft eingefordert. Was bedeuten z.B. Klimabeiträge/CO2-Reduzierung, Freiflächen- und Raumentwicklung, Energie, Umgang mit Ressourcen, bürgerschaftliche Mitwirkung oder Mobilitätskultur konkret für und in diesen Räumen und welche Beiträge, Ausformungen und welche Chancen liegen darin für den Ortsteil. Ziel des Ortsteilentwicklungskonzeptes Südwest ist es, anhand konkreter räumlicher Bedarfe und Zielstellungen zu diskutieren und ein entsprechendes Leitbild zu formulieren.

Die Erarbeitung des Ortsteilentwicklungskonzeptes soll Antworten auf z.B. folgende Fragen geben:

  • Welche Bedeutung hat dieser äußere Stadtbereich und Landschaftsraum für die Gesamtstadt?
  • Worin ist der Ortsteil und seine Bewohnerschaft dauerhaft auf gesamtstädtische Angebote angewiesen?
  • Wie können Freiraumentwicklung und Siedlungsflächenentwicklung kooperativ verfolgt werden und wo und wie findet das statt? Welche ökologischen und klimaseitigen Rahmenbedingungen sind als Bindungen sowohl für landschaftliche, grünstrukturelle als auch siedlungsseitige Veränderung zu setzen?
  • Geteilt durch die Gleistrasse stellt sich die Frage, ob die verschieden geprägten Siedlungsbereiche westlich und östlich der Bahn zukünftig unterschiedliche Funktionen übernehmen und dabei verstärkt ihre eigenen Charaktere entwickeln sollten? Was bedeutet das in den Konsequenzen und wo ergibt sich funktionale Kooperation?
  • Welche Nutzungsarten (z.B. Gemeinbedarfsinfrastruktur) können/sollen ergänzt bzw. gestärkt werden? Welche Defizite des Ortsteils können zukunftsorientiert gemildert/behoben werden?
  • Wo könnte in den bestehenden Lagen verdichtet werden? Sollte - und wenn ja unter welchen Voraussetzungen - weitere Siedlungsentwicklung stattfinden und was bedeutet das in den Konsequenzen?
  • Wie kann im Zuge von Entwicklung mit vorhandenen freiräumlichen und städtebaulichen Strukturen sowie vorhandenen Grenzen umgegangen werden?
  • Was sind angemessene Dichteziele auf den bereits in Planung befindlichen Flächen und wie können hier die städtebaulichen, mobilitätsseitigen und grünstrukturellen Typologien zukunftsorientiert, effektiv und ressourcenschonend angelegt werden?
  • Welche Planungsansätze lassen sich für die räumlichen Übergänge zu den Nachbargebieten und Grünräumen der Umgebung formulieren? Wo können Übergänge („Membranen“) gestärkt bzw. neu entwickelt werden, wo bleiben Begrenzungen bestehen? Gibt es räumliche Tabus?
  • Welche Wege-/Mobilitätsbeziehungen für tägliche Wege sollen (weiter-)entwickelt werden? Welcher Voraussetzungen bedarf es, um mittel- und langfristig ergänzende alternative Mobilitätsangebote und ein teilweise modifiziertes Mobilitätsverhalten zu begünstigen?
  • Was bedeutet die Entwicklungswicklungsperspektive für die Netze der Ver- und Entsorgungsunternehmen?
  • Welche Eigenanteile und Beiträge kann die Bürgerschaft im Ortsteil in den verschiedenen Aspekten zu den Veränderungen beitragen? Welche Zukunftsthemen könnte der Stadtteil mit seinen Bürgern exemplarisch angehen?
  • Welche Ausgleichsmaßnahmen führen zu einer Aufwertung des Landschaftsraumes in und um den Ortsteil Knautkleeberg-Knauthain?

 

Es ist erforderlich, unter Beachtung der Zielstellungen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts Leipzig 2030 (INSEK) und einer nachhaltigen Freiraum- wie Stadtentwicklungsplanung, die Bedingungen, Bedarfe und Zielstellungen kritisch zu hinterfragen und die Entwicklungen im Südwestraum entlang der Prinzipien einer nachhaltigen Stadt- und Freiraumentwicklung aufzustellen. Aufgabe der Verwaltung und des begleitenden Planungsbüros wird es dabei sein, neben der Aufnahme und Moderation unterschiedlicher Interessen, die Inhalte und Ziele zu koordinieren und die fachlichen Leitplanken im Sinne der Rahmensetzung für den Planungsprozess zu geben.

 

Das Ortsteilentwicklungskonzept wird im Sinne einer strategischen Ausrichtung des Stadtteils auf folgende zwei Planungsebenen abgestellt:

  • Zielaussagen für übergeordnete Planungen z.B. Masterplan Grün, Landwirtschaftliches Entwicklungskonzept, STEP Wohnbauflächen, Flächennutzungsplanung/Landschaftsplanung
  • Entwicklungsvorgaben und Zielparameter für konkrete Flächenentwicklungen und Investitionen auf Ebene der Bauleitplanung und Freiraumentwicklung.

 

2.3  Rahmen- und Maßnahmenplan

Planerisches Ziel ist die Erarbeitung einer Rahmenplanung mit räumlichen Vertiefungen in Teilbereichen und Maßnahmenvorschläge.

  • Erarbeitung des Rahmenplans auf der Grundlage des Leitbildes und der darin enthaltenen Ziele mit konkreter Verräumlichung der thematischen Entwicklungsziele unter Darstellung u.a. folgender Inhalte:

-        Definition landschaftlich, ökologisch wertvoller und freizuhaltender Grün- und Freiflächen und deren Entwicklungsausrichtung

-        Kooperative Entwicklung von Siedlungsflächen und Freiräumen mit Qualifizierung von Freiräumen im Sinne der „doppelten Innenentwicklung“ und der Siedlungsrandlagen

-        Vorschläge zur Behebung von funktionalen und gestalterischen Defiziten

-        Aufzeigen von Konsequenzen in Entwicklungsszenarien

-        Flächendisposition nach Nutzungsart sowie räumliche Definition bzw. Abgrenzungen

-        Identifikation möglicher Potenzialflächen für bauliche Nachverdichtung sowie für Siedlungserweiterung soweit unter den Rahmenbedingungen sinnvoll

  • Ableitung und Darstellung örtlicher Konzepte für die Entwicklung ausgewählter Vertiefungsbereiche von sowohl freiräumlichen als auch baulichen Situationen
  • Entwickeln von exemplarischen Freiflächenlösungen und stadträumlichen „Bausteinen“ als typologische Lösungsansätze auf andere randstädtische Lagen
  • Ableitung von Pilotprojekten/Schlüsselmaßnahmen einschließlich einer integrierten

Plandarstellung im M 1:5.000 (Gesamtgebiet) und 1:2.000, für Teilbereiche im 1:1.000

  • Herausarbeiten eines Umsetzungskonzeptes mit der Benennung von Verantwortlichkeiten, Realisierungszeiträumen, finanziellen Ressourcen usw.

Das Ergebnis des Planungsprozesses soll Eingang in die strategischen Planungen der Stadt Leipzig (FNP, Landschaftsplan, Stadtentwicklungspläne, Verkehrsentwicklungsplan) als auch in konkrete städtebauliche Planungen auf Ebene der Bauleitplanung sowie freiräumliche Maßnahmen finden.

 

3. Realisierungs- / Zeithorizont

 

In Abhängigkeit der Versammlungsmöglichkeiten wird angestrebt, den Prozess bis Ende des Jahres 2020 soweit zu führen, dass im Sommer/Frühherbst (z.B. mit bilateralen Akteursgesprächen, erkundenden Kleingruppenformaten, Onlineumfragen, Jugendbeteiligung in den Schulen) begonnen und zum Jahresende 2020 nach Möglichkeit eine erste offene Planwerkstatt durchgeführt werden kann. Aufgrund der Komplexität der Aufgabenstellung sind eine Vielzahl von anderen Ämtern der Stadtverwaltung sowie die Versorgungsunternehmen der L-Gruppe in den Prozess der inhaltlichen/konzeptionellen Arbeit, aber auch in den Beteiligungsprozess einzubeziehen

 

 

4. Finanzielle Auswirkungen

 

keine

 

5. Auswirkungen auf den Stellenplan

 

keine

 

6. Bürgerbeteiligung

 

bereits erfolgt    geplant    nicht nötig

 

Während des gesamten Erarbeitungsprozesses sollen verschiedene analoge und digitale Formate zur Information und Beteiligung stattfinden. Eine Vorstellung der wichtigsten Bausteine der Beteiligung fand bereits im Forum für Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement am 24.2.2020 statt und wurde dort sehr positiv aufgenommen.

Geplant ist ein Mix aus analogen, digitalen, aufsuchenden und größeren Formaten:

-        aufsuchende Kleingruppenformate im Ortsteil („Ortsteilplausche“)

-        Jugendbeteiligung (in Zusammenarbeit mit Oberschule/Sportverein)

-        Kleinformate (z.B. Kinderbeteiligung, Senioren)

-        Beteiligung von Menschen mit Behinderung (in Zusammenarbeit mit BBW)

-        Plakataktion

-        Newsletter

-        3 große Planwerkstätten

-        Online-Befragungen zu relevanten Themen (Prozess-/Ergebnisevaluierung)

Zur Auswahl einer geeigneten Prozessbegleitung wurde 2019 ein Auswahlverfahren durchgeführt und die aus diesem Verfahren hervorgegangene Bürogemeinschaft vertraglich gebunden. Aufgrund der Pandemie musste der zunächst für Mai 2020 geplante Beginn des Beteiligungsprozesses gestoppt werden.

Es ist erkennbar, dass einzelne Schritte des zunächst geplanten Ablaufs, vor allem größere Veranstaltungen, nicht wie vorgesehen durchgeführt werden können. Auch muss der Gesamtprozess mit einem großen Maß an Flexibilität angegangen werden. Dazu gehört

-        Wiederholung gleicher Formate in kleineren Gruppenbesetzungen

-        Verlagerung von Veranstaltungen nach draußen oder in vergleichsweise große Räume

-        Aufbau und Nutzen von Informations-/Beteiligungsausstellungen zur Informationsvermittlung und Kleingruppendiskussion (z.B. Schautafel im Freien mit persönlicher Information)

-        Etablieren neuer digitaler Formate

Es ist es auf jeden Fall weiterhin wichtig, den Austauschprozess mit diesem Ortsteil zu beginnen. Grund dafür sind die anhaltenden Nachfragen aus dem Ortsteil i.V.m. den erhofften übertragbaren Ansätzen für andere äußere Ortslagen. Ohne eine in Richtung Zukunft orientierte Rahmengebung fehlt in diesen Bereichen eine konstruktive Perspektive und damit einhergehende Investitionssicherheit. Zudem werden neue Chancen in den neuen Begegnungsformaten gesehen.

 

7. Besonderheiten

 

keine

 

 

 

 

8. Folgen bei Nichtbeschluss

 

Für den Ortsteil Knautkleeberg-Knauthain entsteht kein langfristiges, strategisches Entwicklungskonzept, welches aufbauend auf dem gesamtstädtischen INSEK ein auf Zukunft ausgerichtetes Leitbild gebietsbezogen qualifiziert und Planungsziele für die folgende Entwicklung formuliert.

Der von Seiten der anwohnenden Bürgerschaft seit langem geforderte und von politischer Seite beauftragte Beteiligungs- und Entwicklungsprozess der äußeren Stadtlagen wird nicht begonnen.

Der Beschluss des Stadtrates wird nicht umgesetzt.

 

Anlage:

Übersichtskarte zum Ortsteilentwicklungskonzept

 

 

 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Übersichtskarte zum Ortsteilentwicklungskonzept (569 KB)