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Vorlage - VII-F-01207-AW-01  

 
 
Betreff: Entwicklung der Luftschadstoffwerte während der Coronabeschränkungen
Anlass: Sonstiges
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:schriftliche Antwort zur Anfrage
Einreicher:Dezernat Umwelt, Ordnung, SportBezüglich:
VII-F-01207
Beratungsfolge:
Ratsversammlung schriftliche Beantwortung

Sachverhalt
Anlagen:
Luftqualitaet_Corona-LockDown_2020-05-14

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Sachverhalt

 

Frage 1:

Wie hat sich die Entwicklung der Schadstoffwerte seit Mitte April fortgesetzt?

 

Antwort:

Die Entwicklung der Luftschadstoffwerte für Stickstoffdioxid (NO2), Feinstaub (PM10) und Ozon (O3) ist zur besseren Übersichtlichkeit anhand von Mittelwerten der jeweiligen Kalenderwochen des laufenden Jahres bis zum 10. Mai 2020 (19. KW) in den nachfolgenden Diagrammen dargestellt. Dazu wurden die vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) erhobenen Messdaten ausgewertet. In den Abbildungen wurde der Zeitraum der verschärften Regelungen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus (Lockdown) vom 16.03.2020 (11. KW) bis zum 19.04.2020 (16. KW) kenntlich gemacht.

 

 

 

 

 

Frage 2:

Welche Erklärung hat die Stadtverwaltung für das beschriebene Phänomen im Zeitraum Anfang März bis Mitte April?

 

Antwort:

Luftschadstoffe unterliegen auf ihrem Weg von der Quelle, bspw. den Kraftfahrzeugen auf der Straße, bis zum Ort der Messung oder einer schutzbedürftigen Nutzung (z. B. Wohnhaus) einer Beeinflussung u. a. durch das Wettergeschehen. Insbesondere der Zeitraum vor dem Beginn der „Corona-Beschränkungen“ war gegenüber dem Zeitraum während der verschärften Regelungen (Lockdown) durch Wetterbedingungen gekennzeichnet, die eine deutliche Reduzierung der Schadstoffkonzentration bewirkten. Während dem Lockdown wurde wetterbedingt ein Anstieg der Luftschadstoffbelastung verursacht, welcher sehr wahrscheinlich der verkehrsbedingten Reduzierung entgegenwirkte und diese teilweise kompensierte. Nähere Ausführungen dazu sind der Anlage zu entnehmen.

 

Frage 3:

Welche Schlussfolgerungen zieht die Stadtverwaltung derzeit für die Umsetzung des geltenden Luftreinhalteplans und für dessen künftige Fortschreibung?

Welche Schlussfolgerungen werden insbesondere für die Maßnahmengewichtung zwischen Verkehr mit Verbrennungsmotoren und anderen Schadstoffquellen gezogen?

 

Antwort:

Derzeit sieht die Stadtverwaltung keine Veranlassung die Umsetzung des Luftreinhalteplans auszusetzen. Der Einfluss des Wettergeschehens auf die Luftschadstoffbelastung ist bekannt. Aus diesem Grund werden bei der Planung von Luftreinhaltemaßnahmen insbesondere bei der Analyse und Wirkungsabschätzung Modelle verwendet, welche die lokalen Wetterverhältnisse anhand repräsentativer Zeiträume (in der Regel mehrjährige Statistik) berücksichtigen. Anderenfalls bestände die Gefahr einer Über- oder Unterschätzung des zum Schutz der menschlichen Gesundheit erforderlichen Umfangs und der Tiefe von Maßnahmen zur Luftreinhaltung.

In Bezug auf die zweite Teilfrage sieht die Stadtverwaltung aufgrund des Vorgenannten keine neue Erkenntnislage, die eine geänderte Maßnahmengewichtung erfordern würde.

 

 

Anlage

Ausarbeitung zu Luftqualität und Corona-Lockdown

Stammbaum:
VII-F-01207   Entwicklung der Luftschadstoffwerte während der Coronabeschränkungen   Geschäftsstelle der CDU-Fraktion   Anfrage
VII-F-01207-AW-01   Entwicklung der Luftschadstoffwerte während der Coronabeschränkungen   36 Amt für Umweltschutz   schriftliche Antwort zur Anfrage