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Vorlage - VII-F-01060-AW-01  

 
 
Betreff: Aufenthaltsqualität am Burgplatz erhöhen
Anlass: Sonstiges
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:schriftliche Antwort zur Anfrage
Einreicher:Dezernat Stadtentwicklung und BauBezüglich:
VII-F-01060
Beratungsfolge:
Ratsversammlung schriftliche Beantwortung

Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

 

1. Frage: Warum hat die Stadt Leipzig keine Bäume / Sträucher auf dem Areal geplant und gepflanzt?

 

Der Frage liegt sicherlich ein Mißverständnis zu Grunde. Gegenstand der Bautätigkeiten am Burgplatz war allein die Errichtung des privaten Gebäudes der Burgplatz-Passage. Für die Baustelleinrichtung war der öffentliche Burgplatz teilweise und temporär mit einer Asphalt-Schutzschicht überzogen worden, die mit Fertigstellung des Gebäudes im letzten Jahr wieder entfernt wurde. Unter dem Burgplatz selbst befindet sich zum größten Teil eine 1999 fertiggestellte private Tiefgarage, über der die Stadt damals im Anschluß die Platzobefläche neu gestalten lies, wie sie sich auch jetzt wieder darbietet. Die Oberfläche hat nur einen geringe Aufbauhöhe über der Tiefgarage und ist ihr gegenüber zudem wasserdicht ausgebildet, was keine Bepflanzungen zulässt.

In den Straßenflächen, die sich außerhalb der Garagendecke befinden, liegen im unterirdischen Bauraum die notwendigen Versorgungsleitungen, so dass auch in diesen Flächen keine Flächen für Pflanzungen zur Verfügung stehen. Die möglichen Straßenbaumpflanzungen wurden daher bereits damals mit Umsetzung des Gestaltungskonzeptes in den Einmündungen zur Markgrafenstraße realisiert.

Aktuell stellt der private Bauherr der Burgplatz-Passage lediglich noch den Anschluß des Gebäudes an den Platz fertig.

 

2. Frage: Ist die Aufstellung von Sitzmöglichkeiten, wie zum Beispiel Bänken, in Planung?

 

Im Rahmen der Erarbeitung des Sitzbankkonzeptes (VI-DS-06722) wurde auch der Burgplatz untersucht und im Wesentlichen ein Standortpotential im Bereich des Brunnes, des Stadtbüros und der Tiefgaragenabgänge aufgezeigt. Der Beschluss des Sitzbankkonzeptes durch den Stadtrat steht noch aus.

 

3. Frage: Ist geplant, den hohen Grad an Versiegelung des Platzes zu belassen?

 

Die Versiegelung der Verkehrsflächen resultiert wie dargestellt aus der notwendigen wasserdichten Ausbildung der Befestigung oberhalb der Tiefgarage und muss entsprechend beibehalten werden.

 

4. Frage: Gibt es eine Strategie oder ein Konzept der Stadt Leipzig, wie und wo zukünftig, nicht nur im Bereich Burgplatz, Kaltluftschneisen und Grünzüge angelegt werden sollen?

 

„Kaltluftschneisen“, d.h. Kaltluftleitbahnen, über die bei austauscharmen Hochdruckwetterlagen nachts Kaltluft in die Stadt strömt, sind weitgehend durch die Lage von Kaltluftentstehungsgebieten und die Topographie der Stadt (Gefälle) festgelegt. Wesentliches Ziel der Stadt ist daher der Erhalt der vorhandenen Kaltluftleitbahnen. Der Landschaftsplan von 2013 enthält dazu entsprechende Darstellungen, die in allen Planungen der Stadt zu berücksichtigen sind.

 

2018 wurde u.a. der Kaltlufthaushalt der Stadt in einer Klimamodellierung untersucht. Aus den Ergebnissen dieser Modellierung werden gegenwärtig weitergehende Planungshinweise erarbeitet. Generell lässt sich feststellen, dass wegen des geringen Gefälles in der Stadt relativ wenig Kaltluft von außen einströmt, bzw. diese nicht überall effektiv für Abkühlung sorgen kann. Besonderes Gewicht haben daher Maßnahmen innerhalb der bebauten Stadt, die zu einer Verbesserung des Mikroklimas beitragen. Dies reicht von Beschattung durch Bäume über Fassaden- und Dachbegrünung bis zur einer Erhöhung der Verdunstung z.B. durch eine verstärkte Rückhaltung des Regenwassers.

 

Diese Maßnahmen stehen auch im engen Zusammenhang mit der Anlage von Grünzügen. Ziel der Stadt ist es, der Bevölkerung in fußläufiger Entfernung zugängliche Grün- und Freiflächen anzubieten, die u.a. ein angenehmes Mikroklima aufweisen. Auch hierzu enthält der Landschaftsplan wesentliche Aussagen (u.a. geplante Grünflächen und Grünverbindungen) die in weiterführenden Planungen zu beachten sind. Die Ziele des Landschaftsplanes wurden im Integrierten Stadtentwicklungskonzept Leipzig 2030 bekräftigt. Neben den allgemeinen Handlungsansätzen der „doppelten Innenentwicklung“ und der „Balance von Verdichtung und Freiraum“ enthält das Fachkonzept Freiraum und Umwelt des INSEK in der räumlichen Handlungsstrategie auch konkrete Darstellungen zur Freiraumvernetzung.

 

Gegenwärtig wird der „Masterplan Grün Leipzig 2030“ erarbeitet, der die im Landschaftsplan und im Fachkonzept Freiraum und Umwelt des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes Leipzig 2030 formulierten Zielsetzungen auf die Gesamtfläche der Stadt transportiert. Dieses stadtweite Konzept zur Sicherung und Entwicklung der Freiräume und ihrer zukunftsrelevanten Funktions- und Leistungsfähigkeit dient künftig als eine Grundlage für die anstehenden Entscheidungen zur räumlichen Entwicklung der Stadt.

 

 

Stammbaum:
VII-F-01060   Aufenthaltsqualität am Burgplatz erhöhen   Geschäftsstelle der AfD-Fraktion   Anfrage
VII-F-01060-AW-01   Aufenthaltsqualität am Burgplatz erhöhen   61 Stadtplanungsamt   schriftliche Antwort zur Anfrage