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Vorlage - VII-P-01010-VSP-01  

 
 
Betreff: Gegen die Haltung von Schafen auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt

Anlass: Sonstiges
Status:öffentlich (Vorlage freigegeben)Vorlage-Art:Verwaltungsstandpunkt zur Petition
Einreicher:Dezernat Kultur
Beratungsfolge:
DB OBM - Vorabstimmung
Dienstberatung des Oberbürgermeisters Bestätigung
Petitionsausschuss
15.05.2020    Petitionsausschuss - Videokonferenz      
Ratsversammlung

Beschlussvorschlag
Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustimmung und Abhilfe

Alternativvorschlag

Berücksichtigung

Erledigt

Ablehnung

 

 

 

 

Beschlussvorschlag:

 

Die Petition wird abgelehnt.

 

Räumlicher Bezug:

 

Leipzig, Stadtbezirk Mitte, Marktplatz

Zusammenfassung:

 

Anlass der Vorlage:

 

Rechtliche Vorschriften   Stadtratsbeschluss   Verwaltungshandeln

X Sonstiges:

 

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

 

 

 

 

 

Beschreibung des Abwägungsprozesses:

 

Es ist zu entscheiden, ob der inhaltliche Gestaltungsspielraum der Stadt zur Ausgestaltung des Weihnachtsmarktes auch die temporäre Unterbringung von ca. 4-5 Schafen in einem speziell für die Tiere errichteten Umfeld auf dem Markt erlaubt. Abzuwägen ist ob die Interessen des Tierwohls verletzt werden.

 

 

I. Eilbedürftigkeitsbegründung

 

Nein

 

II. Begründung Nichtöffentlichkeit

 

Nein

 

III.  Strategische Ziele

 

Leipzig setzt im INSEK 2030 auf „Qualität im öffentlichen Raum“ und auf einen „Attraktiven Tourismusstandort“ mit „imageprägenden Großveranstaltungen“. Mit der emotionalen und lebendigen Gestaltung des Leipziger Weihnachtsmarktes werden alle Besucher-Zielgruppen angesprochen. Damit steigt sowohl die anlassbezogene Aufenthaltsqualität in der Innenstadt als auch die Verweildauer von Besuchern des Weihnachtsmarktes.

 

IV. Sachverhalt

 

1. Anlass

 

Im Jahr 2017, als krankheitsbedingt einige Tage die Schafe nicht in der Krippe waren, gingen in zwei Tagen ca. fünfzig Anfragen dazu beim Marktamt ein: die Tiere wurden ganz offensichtlich vermisst. Vor allem Kinder sind glücklich über die Schafe, dies ist eindeutig zu beobachten.

 

Die Schafe sind im weihnachtlichen Gesamtkonzept sowohl lebendige Illustration der christlichen Weihnachtsgeschichte (Teil des Krippenspiels) als auch Kreaturen im Sinne der Genesis. Das Marktamt sieht sich hier auch im Kontext von Passionsspielen oder österlichen Prozessionen, die z. B. einen Esel mitführen.

 

Natürlich sind die Schafe aber auch anschauliche, erlebbare Beispiele für Bildung und Erziehung vor allem vieler junger Besucher mit städtischem Wohnort. Viele von ihnen haben noch nie ein Schaf so nah gesehen, bekommen so auf emotionale, fast therapeutische Weise auch Wissen und Zusammenhänge vermittelt.

 

Die Schafe kommen seit vielen Jahren vom Schäfer in Geithain, Herrn Harald Weber.
Herr Weber betreut auch wie die Jahre vorher während des Weihnachtsmarktes regelmäßig seine Schafe und ist mit den Haltungsbedingungen sehr zufrieden.

 

Seiner für das Marktamt wesentlichen kompetente Meinung nach sind sowohl der mit trittfreundlichem, natürlichen Rindenmulch ausgelegte Auslauf als auch die Stallfläche für die Tiere sehr gut geeignet.

 

Die Tiere sind seiner Aussage nach "tiefenentspannt" (Zitat), das zeigt sich auch darin, dass sie liegen und wiederkäuen. Die Schafe kommen freiwillig in die Nähe der Besucher- oder eben nicht.

 

Es handelt sich um sehr robuste Kreuzungsschafe aus den Rassen Dober/Kameruner bzw. Dexel/Ostfriese, auf den Einsatz von Milchschafen wird bewusst verzichtet.

 

Die Schafe grasen im Übrigen ganzjährig in einem Solarpark und werden bereits 3 Wochen vor dem Weihnachtsmarkt wieder an Menschen gewöhnt, vom Schäfer mit dem gleichen Futter (Heu) und als Ergänzung mit Brötchen (!) angefüttert.

 

Sie erhalten auf dem Weihnachtsmarkt ständig ausreichend frisches Wasser. Bei leicht erhöhten Geräuschpegeln (Bühnenprogramm Musik, Weihnachtsmann etc.) werden die Schafe zusätzlich in den Stall gebracht.

 

Der Schäfer ist im ständigen Austausch mit der Amtstierärztin, da er ebenfalls seit Jahren seine Tiere auf der Messe Haus-Garten-Freizeit präsentiert, bisher ebenfalls ohne jegliche Zwischenfälle.

 

Die Haltung ist beim Veterinäramt ordnungsgemäß angezeigt worden, aus dessen Sicht gibt es keine Hinderungsgründe für das Vorhaben. Die Haltung findet seit 20 Jahren in immer wieder verbesserter Weise und ohne Beanstandungen statt. Das Veterinäramt kann jederzeit weitere Kontrollen durchführen, bisher gab es dafür nie einen Anlass.

Es sind zwei Schilder am Stall angebracht, die darauf hinweisen, die Tiere nicht zu füttern.

 

2. Beschreibung der Maßnahme

 

Das Marktamt bereitet für 2020 wieder eine breit angelegte Besucherbefragung vor, in die das Thema Nachhaltigkeit ebenso aufgenommen ist wie eine konkrete Abfrage zu den Schafen oder zu Fragen rund um den Weihnachtsbaum auf dem Markt.

 

Je nach Ausgang und Votum der Befragung kann das weihnachtliche Gesamtkonzept im Zuge der Neuausrichtung des Leipziger Weihnachtsmarktes ab 2022 auch so angepasst werden, dass der Gesamtbereich Bühne/Weihnachtsbaum/Krippe vollkommen neugestaltet werden wird. Die Ausschreibung befindet sich gerade im Verfahren. Der Vorschlag der Petentin, „Minijobber“ als eine Art Kasperle-Figuren die Heiligen Drei Könige „spielen“ zu lassen, wird angelehnt.

 

3. Realisierungs- / Zeithorizont

 

- IV Quartal 2020: Evaluierung, Besucherbefragung Leipziger Weihnachtsmarkt (LWH)

- 2021: Auswertung, ggf. Neuplanung nach Abschluss Vergabeverfahren LWM/Markt ab 2022

 

4. Finanzielle Auswirkungen

 

keine

 

5. Auswirkungen auf den Stellenplan

 

nein

 

6. Bürgerbeteiligung

 

x bereits erfolgt    x geplant    nicht nötig

 

Besucherumfrage LWM 2014 und geplant 2020

 

7. Besonderheiten

 

 

8. Folgen bei Nichtbeschluss

 

Die Darstellung des Krippengeschehens mit Schafen in der bekannten und beliebten Form könnte nicht mehr umgesetzt werden.

 

Anlagen: