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Vorlage - VII-P-00931-VSP-01  

 
 
Betreff: Petition zur Errichtung eines Denkmals zum Thema - Organspende
Anlass: Sonstiges
Status:öffentlich (Vorlage freigegeben)Vorlage-Art:Verwaltungsstandpunkt zur Petition
Einreicher:Dezernat KulturBezüglich:
VII-P-00931
Beratungsfolge:
DB OBM - Vorabstimmung
Dienstberatung des Oberbürgermeisters Bestätigung
Petitionsausschuss Vorberatung
15.05.2020    Petitionsausschuss - Videokonferenz      
Ratsversammlung Beschlussfassung

Beschlussvorschlag
Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

 

 

 

Zustimmung und Abhilfe

Alternativvorschlag

Berücksichtigung

Erledigt

Ablehnung

 

 

 

 

Beschlussvorschlag.

 

Der Petition kann nicht abgeholfen werden

 

 

Entscheidungsgründe:

 

Der Einreicher der Petition fordert die Stadt Leipzig auf, “ein öffentliches Beweisstück für das Leben der Spender und (unnötig) Verstorben“ in Form eines Denkmals vor dem Neuen Rathaus zu errichten.

 

Das Thema Organspende ist ein gesamtgesellschaftlich wichtiges, wenngleich auch durchaus umstrittenes.

 

Einen Gedenkort für diejenigen, die bereit waren, für das Leben anderer Menschen ihre Organe zu spenden, gibt es an wenigen Orten – so am Kantonsspital St. Gallen und dem Inselspital in Bern in der Schweiz oder vor der Grote Kerk in Naarden in den Niederlanden. Dort wurden mit Pflanzen, plastischen und installativen Kunstwerken Orte für eine positive Auseinandersetzung zum Thema geschaffen.

 

Hintergrund der bisherigen Errichtung von Erinnerungsorten für Organspende ist eine konkrete Dankbarkeit gegenüber den Spenderinnen und Spendern. Es sind Überlegungen dahingehend, dass wenn jemand eine Organtransplantation erhält, er oder sie oft nicht weiß, wer das Organ gespendet hat. Dadurch sind Organempfänger/-innen in der Regel nicht in der Lage, mit den Angehörigen des Spenders oder der Spenderin in Kontakt zu kommen, um Dankbarkeit zu zeigen. So sind Organspende-Denkmale als Orte geschaffen, an welchen sich Organempfänger/-innen symbolisch bei ihren Spenderinnen und Spendern bedanken können. Darüber hinaus sind es Orte, an welchen Angehörige Trost finden können, denn durch die Entscheidung ihres nahen Menschen, Organe zu spenden, haben andere eine neue Chance für ihr Leben erhalten.

 

Diese konkreten Gründe und Überlegungen kamen aus dem direkten Umfeld, meist von Menschen, die mit dem Thema Transplantation konfrontiert waren. Die Wahl der Aufstellungsorte resultiert daraus. Die Gedenk- und Erinnerungsorte haben eine entscheidende emotionale Komponente, welche die Nähe zum Ort der Transplantation (das Klinikum) oder einem spirituellen Raum (vor der Kirche) fordert.

 

Das Thema unterliegt auch einer politischen Dimension. Die Entscheidungen dazu fällt für die Bundesrepublik Deutschland der Bundestag. Der Leipziger Stadtrat kann keine eigenen Entscheidungen dazu herbeiführen. Auch steht jedem einzelnen Stadtverordneten, jeder Stadtverordneten eine eigene Haltung zu dem (auch umstrittenen) Thema frei. Eine gemeinsame Haltung des Stadtrates kann nicht gefordert werden. Die Errichtung eines Organspende-Denkmals aus Initiative der Stadt Leipzig heraus und vor dem Neuen Rathaus entbehrt damit einer Grundlage. Auch ein Gedenkort in einem öffentlichen Park der Stadt Leipzig wird als unmotiviert und daher ungeeignet angesehen.

 

Ungeachtet dessen, kann aus der Bürgerschaft heraus die Idee zur Errichtung eines Gedenkortes zum Thema Organspende an eine Leipziger Klinik herangetragen werden, die sich mit Transplantationsmedizin befasst.

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

 

 

Stammbaum:
VII-P-00931   Petition zur Errichtung eines Denkmals zum Thema - Organspende   01.15 Büro für Ratsangelegenheiten   Petition
VII-P-00931-VSP-01   Petition zur Errichtung eines Denkmals zum Thema - Organspende   41 Kulturamt   Verwaltungsstandpunkt zur Petition