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Vorlage - VII-DS-01031  

 
 
Betreff: Kapazitätserweiterung Apollonia-von-Wiedebach-Schule (Präzisierung VI-DS-05899-NF-21 Sammelplanungs- und Baubeschluss sowie VII-DS-00425-NF-01 Ausstattung und Folgekosten)
Anlass: Sonstiges
Status:öffentlich (Vorlage entschieden)Vorlage-Art:Beschlussvorlage
Einreicher:Dezernat Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule
Beratungsfolge:
Dienstberatung des Oberbürgermeisters Bestätigung
FA Jugend und Schule 1. Lesung
14.05.2020    FA Jugend und Schule      
FA Finanzen 1. Lesung
18.05.2020    FA Finanzen      
FA Jugend und Schule 2. Lesung
04.06.2020    FA Jugend und Schule      
FA Stadtentwicklung und Bau Vorberatung
02.06.2020    FA Stadtentwicklung und Bau      
SBB Süd Anhörung
03.06.2020 
SBB Süd ungeändert beschlossen   
FA Finanzen 2. Lesung
08.06.2020    FA Finanzen      
Ratsversammlung Beschlussfassung
10.06.2020 
Ratsversammlung, Kongreßhalle Leipzig, Pfaffendorfer Str. 31, 04105 Leipzig vertagt     
17.06.2020 
Ratsversammlung - Fortsetzung vom 10.06.2020, Kongreßhalle Leipzig, Pfaffendorfer Str. 31, 04105 Leipzig vertagt     
08.07.2020 
Ratsversammlung, Kongreßhalle Leipzig, Pfaffendorfer Str. 31, 04105 Leipzig geändert beschlossen     

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt
Anlagen:
VII-DS-01031_Anlagen_08.04.2020

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Beschlussvorschlag:

 

  1. Der Beschluss VI-DS-05899-NF-21 wird aktualisiert und angepasst.
    Die Baumaßnahme wird realisiert (Baubeschluss gemäß Hauptsatzung § 8 (3) Nr. 18 in der zurzeit gültigen Fassung).

 

  1. Die Gesamtkosten der Maßnahme erhöhen sich gegenüber dem Beschluss VI-DS-05899-NF-21 von 4.500.000 € um 3.579.160 € auf 8.079.160 €. Der städtische Anteil beträgt 5.229.160 €.

 

  1. Die investiven Auszahlungen i. H. von 8.000.000 € waren/sind im PSP-Element „A.-v.-Wiedebach-Schule, Erw. Systemb.“ (7.0001745.700) in den Haushaltsjahren wie folgt geplant/vorgesehen:

 

2017  90.000 €

2018  590.000 €

2019  1.075.000 €

2020  2.835.000 €

2021  3.410.000 €

 

Summe 8.000.000 €

 

Der Mittelbedarf für die Jahresscheibe 2021 ist im Rahmen der Haushaltsplanung 2021/2022 innerhalb des Zuschussbudgets des Fachamtes einzuplanen.

 

Mit Vorlage VII-DS-00425-NF-01 vom 11.12.2019 wurde ein Betrag i. H. von 107.450 € für die investive Ausstattung sowie ein Betrag i. H. von 79.160 € für die konsumtive Ausstattung im Haushaltsjahr 2021 bestätigt.

 

 

 

 

  1. Die Einzahlungen i. H. von 2.850.000 € sind im PSP-Element „Zweckgebundene Zuwendungen von Dritten“ (7.0001745.705) im Haushaltsjahr wie folgt vorgesehen:

 

2021  2.850.000 €

 

 

  1. Die anfallenden Folgekosten für die Nutzung im Haushaltsjahr 2022 (anteilig) i. H. von 58.742 € sowie ab dem Haushaltsjahr 2023 ff. jährlich i. H. von 78.322 € werden im Rahmen der Haushaltsplanung 2021/2022 ff. durch das Fachamt angemeldet.

 

  1. Der Baubeschluss gilt vorbehaltlich der Bestätigung des förderunschädlichen vorzeitigen Maßnahmenbeginns.

 

 

Räumlicher Bezug:

 

Stadtbezirk Süd.

Zusammenfassung:

 

Anlass der Vorlage:

 

Rechtliche Vorschriften   Stadtratsbeschluss   Verwaltungshandeln

Sonstiges:

 

 

Inhalt ist der Ausbau der derzeit 3-zügigen auf eine 4-zügige Oberschule. Aufgrund notwendiger Planungsanpassungen sowie der Ausrichtung der Planung auf die energetischen Anforderungen eines KfW-55-Energieeffizienzhauses entstehen im Vorhaben Mehrkosten i. H. von 3.579.160 €.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Finanzielle Auswirkungen

 

nein

x

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

 

nein

x

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

 

nein

x

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

 

nein

x

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

2021

 

79.160

1.100.21.5.1.01.08

Finanzhaushalt

Einzahlungen

2021

 

2.850.000

7.0001745.705

 

Auszahlungen

2017

2018

2019

2020

2021

 

90.000

590.000

1.075.000

2.835.000

3.410.000

7.0001745.700

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

 

nein

x

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

2022 (anteilig)

2023 ff.

 

58.742

 

78.322

1.100.21.5.1.01.08

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Steuerrechtliche Prüfung

 

nein

 

wenn, ja

Unternehmerische Tätigkeit i.S.d. §§ 2 Abs. 1 und 2B UStG

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Punkt 4 des Sachverhalts

Umsatzsteuerpflicht der Leistung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Bei Verträgen: Umsatzsteuerklausel aufgenommen

 

ja

 

Nein, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

 

Ja

x

Nein

Beantragte Stellenerweiterung:

   Vorgesehener Stellenabbau:

 

 

 


Hintergrund zum Beschlussvorschlag:

Welche strategischen Ziele werden mit der Maßnahme unterstützt?

 

 

2030 - Leipzig wächst nachhaltig!

Ziele und Handlungsschwerpunkte

 

Leipzig setzt auf Lebensqualität:

Balance zwischen Verdichtung und Freiraum

Qualität im öffentlichen Raum und in der Baukultur

Nachhaltige Mobilität

Vorsorgende Klima- und Energiestrategie

Erhalt und Verbesserung der Umweltqualität

Quartiersnahe Kultur-, Sport- und Freiraum­angebote

 

 

Akteure:

rgerstadt

Region

Stadtrat

Kommunalwirtschaft

Verwaltung

Leipzig besteht im Wettbewerb:

Positive Rahmen­bedingungen für qualifizierte Arbeitsplätze

Attraktives Umfeld für Innovation, Gründer und Fachkräfte

Vielfältige und stabile Wirtschaftsstruktur

Vorsorgendes Flächen- und Liegenschaftsmanagement

Leistungsfähige technische Infrastruktur

Vernetzung von Bildung, Forschung und Wirtschaft

 

Leipzig schafft soziale Stabilität:

Chancengerechtigkeit in der inklusiven Stadt

Gemeinschaftliche Quartiersentwicklung

Bezahlbares Wohnen

Zukunftsorientierte Kita- und Schulangebote

Lebenslanges Lernen

Sichere Stadt

 

 

 

Leipzig stärkt seine Internationalität:

Weltoffene Stadt

Vielfältige, lebendige Kultur- und Sportlandschaft

Interdisziplinäre Wissenschaft und exzellente Forschung

Attraktiver Tagungs- und Tourismusstandort

Imageprägende Großveranstaltungen

Globales Denken, lokal verantwortliches Handeln

 

 

trifft nicht zu

 

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Beschreibung des Abwägungsprozesses:

 

Nicht erforderlich.

 

I. Eilbedürftigkeitsbegründung

 

Nicht erforderlich.

 

II. Begründung Nichtöffentlichkeit

 

Nicht erforderlich.

 

 

 

 

 

 

 

III.  Strategische Ziele

 

Eines der Ziele aus dem Stadtentwicklungskonzept ‚Leipzig 2030 – Leipzig wächst nachhaltig‘ ist die Schaffung von sozialer Stabilität. Diese schließt unter anderem den Handlungsschwerpunkt ‚Zukunftsorientierte Kita- und Schulangebote‘ ein. Es soll eine bedarfsgerechte Bildungsinfrastruktur und eine Versorgung des Stadtgebietes mit entsprechenden Grundschulkapazitäten sichergestellt werden. Der Erweiterungsbau am Oberschulstandort Arno-Nitzsche-Straße 7 wird die Kapazität des Schulgebäudes von aktuell 3 Zügen auf 4 Züge erhöhen und schafft somit die Möglichkeit, in Anlehnung an die Schulbaustandards für Neubauten, zukunftsorientierte Schulangebote im Stadtbezirk Süd und im Stadtteil Connewitz zu schaffen. Das zukünftige barrierefreie Gebäude verbessert die Chancengerechtigkeit in der inklusiven Stadt.

Ziel der Anpassung des Baubeschlusses ist die Änderung der ursprünglichen Entwurfsplanung aufgrund von technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

 

IV. Sachverhalt

 

1. Anlass

 

 

1.1    Grundlagen / Beschlüsse

 

Am Standort Arno-Nitzsche-Straße 7 soll eine Schulerweiterung auf eine Vierzügigkeit entstehen. Die Erweiterung entsteht als Erweiterungsbau zur Deckung der entsprechend Schulnetzplanung erforderlichen Oberschulplätze.

 

Grundlage bildet der Beschluss VI-DS-05899-NF-21 Sammelplanungs- und Baubeschluss sowie Beschluss zum Abschluss von Mietverträgen zur Schaffung zusätzlicher Schulkapazitäten (Stand: 20.06.2018). sowie der Beschluss VII-DS-00425-NF-01 Bereitstellung finanzieller Mittel für die Ausstattung und Folgekosten der Sofortschulmaßnahmen - Bestätigung gem. § 79 (1) SächsGemO (Stand 11.12.2019).

 

 

1.2    Ziel und Entwicklungskonzeption

 

Ziel ist es, die Apollonia-von-Wiedebach-Schule, Oberschule der Stadt Leipzig, von einer Dreizügigkeit um einen Zug auf eine Vierzügigkeit gem. baulicher Standards für Gebäude der Stadt Leipzig zu erweitern und damit die nach Schulnetzplanung erforderlichen Oberschulkapazität der Stadt Leipzig nachhaltig zu decken.

Weiteres Ziel ist die Schaffung einer nachhaltigen baulichen Lösung in energetisch hocheffizienter Holzbauweise, die sich städtebaulich und denkmalgerecht an das Bestandsgebäude anpasst.

 

1.3    Beschreibung des IST-Zustandes

 

Das Grundstück wird an der Südseite durch die Arno-Nitzsche-Straße und an der Nordseite durch die Scheffelstraße begrenzt. Das nach Nord-Süd ausgerichtete Schulgebäude ist ein zweihüftiges Schulgebäude aus der Gründerzeit und steht unter Denkmalschutz.  Auf dem Schulgelände befinden sich neben dem Hauptgebäude an der westlichen Grundstücks-grenze Sporthallen und dazugehörige Umkleiden. Östlich des Schulgebäudes schließt eine großzügige Freifläche an das Gebäude an. Der Erweiterungsbau wird an der Ostfassade im Bereich der beschriebenen Freifläche errichtet.

 

Im Bestandsgebäude selbst sollte eine brandschutztechnische Ertüchtigung in Verbindung mit Raumänderungen umgesetzt werden. Aufgrund einer Havarie (defekte Wasserleitung) Ende April 2019 wurde der Bestandsaltbau jedoch so stark beschädigt, dass neben den ohnehin vorgesehenen Brandschutzmaßnahmen eine vollständige Modernisierung des Gebäudeinneren erfolgen muss.

 

Es wurden Sofortmaßnahmen ergriffen, um weitere Folgen der Havarie einzudämmen. Erste bauliche Maßnahmen, insbesondere in Form von Rückbau, wurden bereits durchgeführt.

 

Im nördlichen Gebäudeteil (Wasseraustritt im 3. OG) waren umfangreiche Trocknungsarbeiten notwendig. Weiterhin wurde die Konstruktion weitgehend freigelegt. Bis zum Sommer 2020 werden durch den AG in diesem Bereich folgende bauliche Maßnahmen – als vorgezogene Leistung für die Modernisierung –  umgesetzt:

-          Sicherung und Instandsetzung der Holzbalkendecken (Instandsetzung bis zur Tragschale gemäß Holzschutzgutachten)

-          Brandschutzmäßige Ertüchtigung der Geschossdecken und Bodenaufbauten (bauantragsrelevant)

-          Entfernen Innenputz

-          Rückbau Haustechnik

-          Baustelleneinrichtung

 

Hierzu musste die Schule in großen Teilen an einen anderen Standort ausgelagert werden.

Parallel wird die Komplexsanierung vorbereitet. Diese Maßnahme ist nicht Teil der Vorlage.

 

1.4    Ableitung des Bedarfs

 

Aktuell werden in der Oberschule 502 Schüler in 23 Klassen unterrichtet. Die Schule soll mittels des Anbaus zu einer 4-zügigen Oberschule für zukünftig 672 Schüler ausgebaut werden.

 

Entsprechend der aktuellen Bevölkerungsvorausschätzung der Stadt Leipzig ist in den nächsten Jahren mit einer steigenden Zahl wohnhafter Schüler in planungsrelevanten Altersgruppen zu rechnen. Diese steigenden Oberschulplatzbedarfe sind auch entsprechend im Schulentwicklungsplan der Stadt Leipzig abgebildet.

 

1.5    Notwendigkeit / Dringlichkeit der Baumaßnahme

 

Um die aktuellen und zukünftig prognostizierten Schülerzahlen im Oberschulbereich der Stadt Leipzig sicherstellen zu können, ist der Ausbau der Apollonia-von-Wiedebach-Schule auf eine Vierzügigkeit notwendig, da die Erweiterungsmöglichkeiten an anderen Schulstandorten im Schulbezirk bereits ausgeschöpft, kurzfristig nicht realisierbar sind bzw. diverse Oberschulstandorte ebenfalls erweitert werden.

 

1.5.1 Erläuterung des Mehrbedarfs

 

Mit Abschluss der Entwurfsplanung liegt dem Projekt eine angepasste Kostenberechnung zu Grunde. Die Gesamtkosten des Vorhabens (ohne Aufwendungen für die konsumtive Ausstattung) betragen demnach 8.000.000 EUR, was einer Kostensteigerung i. H. von 3.500.000 EUR zum Sammelplanungs- und Baubeschluss VI-DS-05899-NF-21 bedeutet.

 

Der dem Sammelplanungs- und Baubeschluss VI-DS-05899-NF-21 zugrundeliegende bauliche Umfang bestand aus einem „Anbau mit 6 AUR mit Erhöhung um 1 Zug“.

Im Rahmen der weiteren Planungen hat sich ergeben, dass aus netzplanerischer Sicht zwei weitere AUR sowie schulfunktional eine Bibliothek mit den dafür notwendigen Nebenräumen erforderlich sind.

Daneben wurde in der tiefergehenden Entwurfsplanung deutlich, dass aus konzeptioneller und wirtschaftlicher Sicht eine Teilunterkellerung zur medientechnischen Verbindung zwischen Alt- und Neubau notwendig ist.

Der Mehrbedarf für diese o.g. Erweiterung des baulichen Umfangs beläuft sich auf ca. 930.000 EUR.

 

Des Weiteren ist aufgrund der denkmalschutzrechtlichen Anforderungen und baulichen Gegebenheiten in Verbindung mit dem Bestandsbau der Erweiterungsbau an bauliche Zwänge wie z.B. hohe Raumhöhen gebunden, was - im Vergleich zu anderen Schulbauvorhaben - aus einem  ungünstigen Verhältnis von Fläche zu Bauvolumen resultiert. Das spiegelt sich in einem relativ hohen Baupreis pro m² Bauvolumen wieder (Siehe Pkt. 4.5).

 

Mit Beschlussfassung der Vorlage RBIV-1138/08 vom 19.03.2008 ist die Stadtverwaltung aufgefordert alle stadteigenen sowie städtisch genutzten Gebäude im sogenannten Passivhausstandard zu errichten. In diesem Zusammenhang wird bei Neubauten eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung des jeweiligen Neubaus durchgeführt, der einen wirtschaftliche Umsetzbarkeit als Passivhaus nachweist.

 

Im ursprünglichen Entwurf ist davon ausgegangen worden, dass bei Schulerweiterungsbauten die Umsetzbarkeit als Passivhaus aufgrund der unmittelbaren Nähe und Verbindung zum meist konventionellen Bestandsgebäude in den meisten Fällen eine Wirtschaftlichkeit nicht nachgewiesen werden kann.

 

Im Zuge der Erarbeitung der Entwurfsplanung ist eine fundierte Wirtschaftlichkeitsbetrachtung des Erweiterungsbaus zur Umsetzung als Passivhaus untersucht worden.

Dazu wurde zunächst entsprechend der Beschlusslage des Stadtrates die Planung als „Passivhaus“ geprüft. Nach einer wirtschaftlichen Gesamtbetrachtung konnte eine Refinanzierung der bei einer Projektierung als „Passivhaus“ erforderlichen Investitionskosten mittels Energieeinsparungen über den Lebenszyklus nicht abgebildet werden und hätte somit einen deutlichen wirtschaftlichen Mehraufwand bedeutet. Um die Ziele des Ratsbeschlusses RBIV-1138/08 zumindest teilweise umzusetzen, wurde geprüft ob mindestens ein KfW-55-Energiestandard wirtschaftlich umsetzbar ist, welcher vergleichbar zum Passivhausstandard ebenfalls hohe energetische Einsparungen generiert. Die hierzu vorliegenden Berechnungen konnten eine Wirtschaftlichkeit bestätigen.

Aus diesem Grund wurden die Planungen auf die energetischen Anforderungen eines KfW-55-Energieeffizienzhauses ausgerichtet.

 

Aufgrund der hohen energetischen Anforderungen des KfW-55-Standards sind im Gegensatz zur Ursprungsplanung aufwendigere, technische Anlagen notwendig, die ebenfalls als Mehrkosten gegenüber der ursprünglichen Planung zu Buche schlagen, die sich jedoch über den Lebenszyklus durch einen reduzierten Energieverbrauch refinanzieren. Hierbei erweisen sich die hohen Raumhöhen, an die sich der Neubau aufgrund des Bestandsbaus anpassen muss, als ein Vorteil, da es so möglich ist, mittels eines Zwischengeschosses eine Technikfläche kompakt im Gebäude unterzubringen.

 

Das Gebäude ist als Holzbau auf einem Stahlbeton-Erdgeschoss geplant, was aus brandschutzrechtlichen und bautechnischen Gründen notwendig ist. Optisch soll die Konstruktionsweise sowohl innen als auch außen sichtbar sein, weshalb die Obergeschosse mit einer Holzschindelfassade beplankt sind. Im Erdgeschoss wird die Fassade aus brandschutztechnischen Gründen aus nicht brennbaren Materialien sowie Glasflächen im Mensabereich geplant. Die Ausformulierung und besonderen Anforderungen an die Baukonstruktion sowie die Fassade waren zum Zeitpunkt der ursprünglichen Planung noch nicht konkretisiert und beruhen auf städtebaulichen und denkmalrechtlichen Erfordernissen sowie dem Ziel, den besonderen Standortanforderungen mit einer ökologisch nachhaltigen Bauweise zu begegnen.

Darüber hinaus wird die Dachfläche mittels eines bautechnisch notwendigen Stahlgerüstes für den Betrieb einer PV-Anlage ausgerüstet, welches eine Einhausung zur städtebaulichen Einbindung in die Umgebung erhält.

 

Begründet durch die kulturhistorische Bedeutung des denkmalgeschützten Hauptgebäudes ist zudem ein hohes Maß an baulicher Wertigkeit zu gewährleisten. Um die denkmalschutzrelevanten Schutzziele zu erreichen, wurde im Sinne eines nachhaltigen Holzbaus explizit eine Holzschindelfassade ausgesucht, die sich klar als Neubau im Gegensatz zum Hauptgebäude präsentiert und sich gleichzeitig in ihrer Farbigkeit und Gliederung daran anpasst. Das verglaste Brückenbauwerk, welches beide Schulteile miteinander verbindet, dient dabei als gestalterische Trennungsfuge zwischen Alt- und Neubau.

 

Es ist zu beachten, dass die geplante Holzschindelfassade zwar ein höheres Investitionsvolumen im Gegensatz zu herkömmlichen Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) bedeutet, bei der Instandhaltung jedoch wesentliche Vorteile hat, da sie sich bei richtigem Einbau wartungsarm bis wartungsfrei verhält, wohingegen bei WDVS in der Regel alle 10 Jahre eine Generalüberholung notwendig ist. Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass sich die erhöhten Investitionskosten auch hier aufgrund reduzierter Instandhaltungsaufwendungen über den Lebenszyklus amortisieren.

 

Die voran aufgeführte Gesamtplanung zum Erreichen der energetischen Anforderungen eines KfW-55-Energieeffizienzhauses sowie zur Gewährleistung der besonderen städtebaulichen und denkmalrechtlichen Anforderungen waren in der ursprünglichen Planung sowohl in der Gebäudeplanung als auch bei der Planung der Technischen Gebäudeausrüstung in dieser Form nicht vorgesehen, da ursprünglich davon ausgegangen wurde, dass sich ein höherer energetischer Standard im Lebenszyklus des Gebäudes als unwirtschaftlich darstellt.  Der Mehrbedarf für diese o.g. zusätzlichen Maßnahmen belaufen sich auf ca. 720.000 EUR.

 

Gemäß vorliegender tiefergehender Untersuchung des Baugrundes sowie der vorhandenen Medieninfrastruktur des Bestandes sind erhöhte Aufwendungen für die Erschließungs- und Gründungsmaßnahmen zu erwarten, die ursprünglich nicht anzunehmen waren. Darüber hinaus fallen zusätzliche Kosten für eine notwendige Regenwasserrückhaltung auf dem Grundstück an. Das Regenwasser soll zur Bewässerung der Außenanlagen genutzt werden. In diesem Zusammenhang wird aufgrund der nicht gegebenen Versickerungsfähigkeit des Bodens sowie zur Freihaltung einer Feuerwehrumfahrt eine gebäudeumlaufende Versiegelung des Schulhofes erforderlich.

Die Kosten für diese notwendigen Mehraufwendungen betragen ca. 500.000 EUR.

 

Aufgrund der Erhöhung des baulichen Umfangs sowie der notwendigen Mehrleistungen im Bezug auf die Planung des KfW-55-Energiestandards entstehen bei den Baunebenkosten Mehraufwendungen i.H.v. 570.000 EUR.

 

Infolge der allgemeinen Baukostensteigerung im Baugewerbe, bedingt durch die konjunkturell anhaltende Auslastung des Baugewerbes, ist zudem mit einer Baukostensteigerung - auf Grundlage von Erfahrungswerten aktueller Ausschreibungen - von ca. 11 % zu rechnen. Der dadurch entstehende Mehraufwand beläuft sich auf ca. 780.000 EUR.

 

In Summe ergeben sich damit Mehrkosten i. H. von 3.500.000 EUR, die - im zum Zeitpunkt des Sammelbeschlusses VI-DS-05899-NF-21 vorliegenden Vorplanungsstand - nicht absehbar waren.

 

 

 

 

 

1.6    Alternativlösungen

 

Grundsätzlich könnte das Schulhaus als energetisches Standardgebäude errichtet werden. Aufgrund der besonderen Lage und mit Bezug zur Umsetzung der Klimaschutzziele der Stadt wird das Gebäude im KfW-55- Standard errichtet.

 

 

2. Beschreibung der Maßnahme

 

 

2.1  städtebauliche Einordnung

 

Das Bauvorhaben befindet sich in der Arno-Nitzsche-Straße 7 in Leipzig-Connewitz, südlich des Stadtzentrums. Das Grundstück wird an der Südseite durch die Arno-Nitzsche-Straße und an der Nordseite durch die Scheffelstraße begrenzt. Ost- und Nordseitig wird das Grundstück durch Nachbargrundstücke begrenzt. Die Haupterschließung erfolgt über die Arno-Nitzsche-Straße. Auf dem Grundstück befindet sich derzeitig das Hauptgebäude der Apollonia-von-Wiedebach-Schule, welches unter Denkmalschutz steht.

 

Lageplan, Kaden+Lager

 


Der Erweiterungsbau gliedert sich in östlicher Richtung längsseitig in der mittleren Gebäudeachse des Bestands an und ist als eigenständiger Kubus geplant. Über einen verglasten Steg ist der Neubau im Erdgeschoss bis zum 2. Obergeschoss mit dem Bestandsgebäude verbunden. Der Erweiterungsbau mit vier Vollgeschossen nimmt die Traufkante des Hauptgebäudes auf und hat eine Höhe von 19,00 m. Die Außenmaße des quadratischen Grundrisses betragen 20,64 m x 20,64 m. Dies ergibt eine Grundfläche von insgesamt 426 m². Die Bruttogeschossfläche von Neubau inklusive der Stege zum Bestand beträgt insgesamt 2.037 m². Der Anbau rückt 8,00 m von dem Bestandsgebäude ab, sodass dieser weiterhin ausreichend belichtet wird.

 

Erschlossen wird der Neubau über einen Eingang am südlich gelegenen Pausengarten und über den Treppenraum an der Ostseite des Gebäudes. Eine Zufahrt für die Anlieferung ist an der Scheffelstraße von Norden geplant.

 

Hinsichtlich der Platzierung des Erweiterungsbaus auf dem Grundstück wurden verschiedene Varianten geprüft, auch um hinsichtlich des historischen Baumbestandes auf dem Schulhof einen möglichst großen Erhalt zu ermöglichen. Aus denkmalschutz-rechtlicher sowie erschließungs- und belichtungstechnischer Sicht wurde der dargestellte Standort dabei favorisiert. Zudem wären in allen untersuchten Varianten etwa gleich viele historische Großbäume betroffen gewesen.

 

2.2  Erläuterung der Planung

 

Der Neubau erweitert die Schule um eine Mensa, acht Unterrichtsräume (6 allgemeine Unterrichtsräume und 2 GTA-Räume), eine Bibliothek und die notwendigen Nebenräume. Die Mensa mit Ausgabeküche sowie den dazugehörigen Nebenräumen und das Foyer befinden sich im Erdgeschoss und sind ebenerdig begehbar. Um den Höhenunterschied zum Bestandsgebäude auszugleichen, führt im Foyer eine Treppe und ein Aufzug auf das Niveau vom Bestandsgebäude, welches bei +1,75 m über OK Gelände liegt. Hier befinden sich der Toilettenbereich des Erdgeschosses und der Übergang zum Bestand. Durch den Höhenunterschied ergibt sich im Erdgeschoss des Erweiterungsbaus eine Geschosshöhe von +5,88 m.

 

Im Bereich der Ausgabeküche und der Nebenräume wird die Raumhöhe für ein Zwischengeschoss genutzt, in dem sich die Lüftungsanlage der Küche und der WC-Anlagen befindet. Zu Montage- und Wartungszwecken wird in der Nordfassade des Neubaus eine holzverkleidete Montagetür eingebaut. Das Zwischengeschoss hat eine lichte Raumhöhe von 2,05 m und ist über einen Zugang in Gebäudemitte vom Treppenhaus 1 erreichbar.

 

Im ersten und zweiten Obergeschoss sind jeweils drei Unterrichtsräume angeordnet. Im dritten Obergeschoss befinden sich die Bibliothek sowie zwei weitere Unterrichtsräume. Über einen mittig angeordneten Flur erfolgt der Zugang zu den Räumen. Dieser liegt in Verlängerung des Durchganges vom Bestand zum Neubau und verläuft bis zum Treppen-haus an der Ostseite des Neubaus. Im Untergeschoss ist der Hausanschlussraum als Teilunterkellerung unterhalb des Flures und der Toiletten geplant. Dieser befindet sich auf der Höhe des Zugangs des Untergeschosses des Bestandgebäudes, welche bei -1,38 m liegt. Durch eine Abtreppung des Gebäudes auf etwa -1,38 m unterhalb OK Gelände kann zum einen der Verbindungsgang unterlaufen werden, zum anderen kann die Erschließung des Untergeschosses an der Außenfassade platziert werden.

 

Die Unterrichtsräume in den Obergeschossen werden über großzügige Fensterbänder belichtet. Die niedrigen Brüstungen und die tiefen Fensterbänke bilden für die Schüler besondere Sitz- und Aufenthaltszonen. Die Fensterbänder sind zueinander versetzt angeordnet und teilweise über Eck ausgebildet. Die Westseite in Richtung des Bestands ist geschlossen gehalten. Es gibt lediglich Öffnungen für die Übergänge zum Bestands-gebäude. An der Ostseite wird das Treppenhaus großflächig verglast.

 

Der Neubau wird in Holzhybridbauweise errichtet. Die Bauwerksstruktur besteht im Wesent-lichen aus Brettsperrholzplatten. Die Decken haben eine Spannweite von ca. 8,40 m und sind aus deckengleichen Stahlträgern mit eingelegten Brettsperrholzdecken konstruiert. Die notwendige Treppe zwischen 2./3. OG wird aus vorgefertigten Brettsperrholzelementen hergestellt. Das Erdgeschoss einschl. Decke über EG, das Haupttreppenhaus, der Aufzugsschacht sowie die Bodenplatte mit Keller und Fundamenten werden in Stahlbeton-bauweise hergestellt. Das Dach wird als bekiestes Flachdach ausgeführt und soll mit einer PV-Anlage ausgerüstet werden.

 

Ansicht Erweiterungsneubau Apollonia-von-Wiedebach-Schule, Kaden+Lager 

 

Schnitt Erweiterungsneubau Apollonia-von-Wiedebach-Schule, Kaden+Lager 

 

 

Übersicht der Maßnahme in den Kostengruppen

 

KG 200 Herrichten und Erschließen (DIN 276)

 

-                      Öffentliche Erschließung (Wasser, Abwasser, Fernwärme, Strom, Telekommunikation)

-                      In der Arno-Nitzsche-Str. verlaufen Schmutz- und Regenentwässerungsleitungen im Trennsystem.

 

KG 300 Bauwerk – Baukonstruktionen (DIN 276)

 

-                      Errichtung eines viergeschossigen Baukörpers an der Ostfassade des Bestandsbaus

-                      Ausführung in Stahlbeton im Erdgeschoss und Holzhybridbauweise in den Obergeschossen

-                      Die Fassade wird in den Obergeschossen mit einer hinterlüfteten Holzschindelfassade mit mineralischer Wärmedämmung verkleidet

-                      Es wird ein Brückenbauwerk als Verbindung zwischen Bestands- und Neubau errichtet. Die Konstruktionsweise ist Stahlbeton.

-                      Außentüren und Fenster als Aluminiumkonstruktion

-                      Behindertengerechter Aufzug innen

-                      Akustikdecken

 

KG 400 Bauwerk – Technische Anlagen (DIN 276)

 

-                      Erweiterung des bestehenden Fernwärmeanschlusses im bestehenden Hausanschlussraum

-                      Die Belüftung der Klassenräume erfolgt mittels einer zentralen Lüftungsanlage, die Küche wird aus hygienischen Gründen über eine separate Lüftungsanlage versorgt

-                      Die Warmwasserbereitung erfolgt dezentral über elektronische Durchlauferhitzer

-                      Die Trinkwasserversorgung erfolgt über den vorhandenen, zu erneuernden Trinkwasseranschluss

 

Erstellung von:

 

-                      Personenaufzug

-                      Einbruchmeldeanlage

-                      Hausalarmanlage

-                      Brandmeldeanlage

-                      Sicherheitsbeleuchtung

-                      Telekommunikationsanlage

-                      Datennetz

-                      Außenanlagenbeleuchtung (Zuwegung zum Gebäude Mastleuchten, Wandleuchten am Gebäude, Beleuchtung Sammelplatz)

-                      Blitzschutz (Blitzschutzklasse III)

-                      Notruf Behinderten-WC´s

-                      Gegensprechanlage am Haupteingang

 

KG 500 Außenanlagen (DIN 276)

Anzahl PKW-Stellplätze

Anzahl Fahrrad-Stellplätze

2 Stellplätze davon

2 Behindertenparkplätze

112 (rechtlich notwendig)

130 werden umgesetzt

 

- Fahrradstellplätze:

 

Rechtlich notwendig sind für den Erweiterungsbau nach der aktuellen Stellplatzverordnung 112 Stellplätze. Es wurde geprüft, ob und in welchem Umfang im Zusammenhang mit der Errichtung des Erweiterungsbaus weitere Fahrradstellplätze angelegt werden können.  Dies ist für 18 Stellplätze möglich.

 

KG 600 Ausstattung und Kunstwerke (DIN 276)

 

Die Ausstattung und die bewegliche Möblierung erfolgt entsprechend den baulichen Standards für Schulen der Stadt Leipzig sowie Abstimmungen mit dem Amt für Jugend, Familie und Bildung.

 

Gemäß der Vorlage ‚Bereitstellung finanzieller Mittel für die Ausstattung und Folgekosten der Sofortschulmaßnahmen VII-DS-00425-NF-01‘ wurden für die konsumtive Ausstattung 79.160 Euro durch die Ratsversammlung beschlossen.

 

Nicht Bestandteil der Vorlage sind zwei digitale Tafeln, die für zwei allgemeine Unterrichtsräume im Erweiterungsbau vorgesehen sind. Sie werden über die in der Vorlage ‚Schaffung einer digitalen Infrastruktur an kommunalen Schulen und Verwendung der Mittel vom ‚DigitalPakt‘ des Bundes: (Teil B: Ausstattung mit digitalen Endgeräten) VI-DS-08178-DS-02‘ beschlossenen Mittel finanziert.

 

2.3    Nutzungsverbesserung durch die beabsichtigte Maßnahme

 

Mit der Erweiterung der Oberschule erfolgt eine nachhaltige Aufwertung und Entwicklung der gesamten Oberschule.

 

 

 

2.4    Energiekonzept

 

Die Betrachtung zum Energiekonzept ist relevant.

Maßnahmeneinteilung unter energetischen Gesichtspunkten:

 

 

Schule

Neubau

Erweiterungsneubau

Modernisierung (komplett), ohne Denkmalschutz

Modernisierung (komplett), mit Denkmalschutz

Teilmodernisierung Gebäudehülle

Teilmodernisierung einzelner Bauteile

 

Energetischer Standard / Energiekonzept:

 

Passivhaus

EnEV 2014 mit Passivhauskomponenten

EnEV 2014, mit Anforderungen 2016

Einhaltung des U-Wertes entspr. der Bauteilvorgaben der EnEV 2014

Nachweis zum Passivhaus nach Passivhausprojektierungspaket (PHPP):

 

Der Passivhausstandard wurde untersucht.

 

Das Gebäude schließt als Erweiterungsbau an das bestehende Schulgebäude aus der Gründerzeit an, welches nicht dem Passivhausstandard entspricht. Aufgrund der Anordnung der Mensa mit Ausgabeküche im gesamten Erdgeschoss ist eine Ausführung als Passiv-Haus technisch nicht wirtschaftlich realisierbar. Eine Refinanzierung der damit verbundenen Investitionskosten wäre über Energieeinsparungen über den Lebenszyklus nicht abbildbar gewesen und hätte somit einen deutlichen wirtschaftlichen Mehraufwand bedeutet.

 

Die vorliegende Planung entspricht somit den energetischen Anforderungen eines KfW-55-Energieeffizienzhauses, da hier das Verhältnis der erreichbaren energetischen Einsparungen im Vergleich zum erforderlichen Investitionsmehraufwand wirtschaftlich abbildbar ist.

Aufwandsvergleich

Nachweis nach EnEV 2014, Anforderungen 2016:

 

Berechneter Energiebedarf für das Gebäude: Oberschule

 

Anforderungswert

Soll-Wert

Ist-Wert

Planung

Primärenergiebedarf

kWh/(m²a)

69,66

 

32,25

CO² –Emission

kg/(m²a)

     

 

     

Mittlerer U-Wert  opake Außenbauteile (12-19°C)

W/m²K

0,50

 

0,232

Mittlerer U-Wert  transparente Außenbauteile (12-19°C)

W/m²K

2,800

 

0,951

Mittlerer U-Wert  opake Außenbauteile (>=19°C)

W/m²K

0,280

 

0,18

Mittlerer U-Wert  transparente Außenbauteile (>=19°C)

W/m²K

1,500

 

0,95

Energieträger:

 

Folgende Energieträger wurden untersucht:

 

 

Anwendung

gewählt

Bemerkung/Begründung

Fernwärme

geeignet

Heizanlage und Anschluss bereits vorhanden

Erdwärme

Wählen Sie aus.

     

Gas

Wählen Sie aus.

 

Holz-Pellets

Wählen Sie aus.

     

Sonstiges

Wählen Sie aus.

     

 

Fazit: Der KfW-55-Standard für Nichtwohngebäude wird nach Planung erreicht.

Weitere erneuerbare Energien:

 

Photovoltaik

Einschätzung gem. Solardachkataster

sehr gut

Aussage gem. Planung

Im Ergebnis der Untersuchung zum Einsatz einer Photovoltaikanlage konnte die Wirtschaftlichkeit nachgewiesen werden.

Eigenbetrieb

ja

Angebot an Dritte

ja

 

Es wird eine PV-Anlage umgesetzt.

Aussage gem. Planung

Projekt wurde SWL / LKE vorgestellt – Interesse für PV-Anlage

 

Da das Gebäude eine relativ kleine quadratische Grundfläche von ca. 20m x 20m besitzt, verbleibt auf dem Dach durch die hier angeordneten Lüftungstechnischen Anlagen nur noch ein relativ kleiner Restflächenanteil, der mit einer Dachbegrünung ausgestattet werden könnte. Deshalb wurde im Zuge der Entwurfsplanung entschieden, auf eine Dachbegrünung zu verzichten.

 

Stattdessen soll der gesamte technische Dachbereich mit einer Stahlkonstruktion eingehaust werden. Neben der mit dem Denkmalschutz abgestimmten Sichtabschirmung der Lüftungstechnik ergibt sich damit die Möglichkeit der Ausbildung einer weiteren Dachebene, die mit ihrer kompletten Fläche für eine PV-Anlage zur Verfügung gestellt werden soll. Erste Vorgespräche dazu haben mit den SWL / LKE stattgefunden, die dieses Angebot gern konkret weiterverfolgen möchten.

Energetische Maßnahmen zu Technischen Anlagen (KG 400)

 

Wärmeerzeugung und -verteilung:

Es wird der Fernwärmeanschluss erweitert. Die Wärmeabgabe erfolgt im Speisesaal über Unterflurkonvektoren, in den Klassen- und Nebenräumen über Konvektoren, in der Küche über Ventil-Heizkörper und in den Treppenhäusern mittels Heizwänden. Wo baulich möglich werden die Heizflächen im Bereich der Fenster (Wärmesenke) montiert. Die Dämmung der Heizkreise erfolgt gemäß gültiger EnEV.

 

Warmwassererzeugung:

Die Warmwasserbereitung erfolgt dezentral über elektronische Durchlauferhitzer.

 


Lufttechnische Anlagen:

Die Belüftung der Klassenräume erfolgt über eine zentrale Lüftungsanlage. Für die Sanitäranlagen sowie die Küche werden unabhängige, zentrale Lüftungsanlagen realisiert.

 

Wasser/Abwasser:

-  Dem Fettabscheider, zur Rückstausicherung und zum Abtransport des gereinigten                  Abwassers, wird eine Hebeanlage gemäß DIN EN 12056 nachgeschaltet.

-  Für die Wasserversorgung der WC‘s wird in Zisternen gesammeltes Regenwasser mittels Regenwassernutzungsanlage verwendet.

-  Einsatz wassersparender Einhebel-Mischarmaturen mit Verbrühschutz

-  Leitungsdämmung entsprechend aktueller EnEV

 

Stark- und Schwachstrom:

- Allgemeinbeleuchtung mit elektronischen Vorschaltgeräten

- Flur- und WC-Beleuchtung mit energiesparenden LED-Leuchtmitteln

- Sicherheitsbeleuchtung mit energiesparender LED-Technik

 

2.5    barrierefreies Bauen

Sowohl das Gebäude als auch die Außenanlagen werden barrierefrei geplant.

2.6  Beteiligung von Kindern und Jugendlichen

Die Abstimmung zur Gestaltung der Freiflächen und zum Farbkonzept im Inneren erfolgte mit dem Nutzer in der Entwurfsplanung und wird in der Ausführungsplanung fortgesetzt.

 

 

3. Realisierungs- / Zeithorizont

 

Baubeginn

Sommer 2020

Fertigstellung

1. Quartal 2022

 

 

4. Finanzielle Auswirkungen

 

 

Kostenermittlungsstufe

nach DIN 276 vom

Kostenberechnung

28.11.2019

 

Kostengruppe

Gesamt

100

Grundstück

  0,00

200

Herrichten und Erschließung

 405.000,00

300

Bauwerk - Baukonstruktionen

 3.700.000,00

400

Bauwerk - Technische Anlagen

 1.737.550,00

500

Außenanlagen

 680.000,00

600

Ausstattung und Kunstwerke*

186.610,00

700

Baunebenkosten

 1.370.000,00

Summe

8.079.160,00

Kostenangaben in Euro brutto, 19 % USt.

 

* Die KG 600 umfasst einen konsumtiven Anteil i. H. von 79.160 € im Haushaltsjahr 2021. Diese Aufwendungen werden im Rahmen der Haushaltsplanung 2021/2022 durch das Fachamt im Ergebnishaushalt über das PSP-Element „Apollonia-von-Wiedebach-Schule“ (1.100.21.5.1.01.08) angemeldet. Mit Vorlage VII-DS-00425-NF-01 vom 11.12.2019 erfolgte bereits eine Bestätigung dieser Aufwendungen.

 

4.1  Finanzierungsplan

 

Die Maßnahme ist förderfähig.

 

Förderprogramm

Schulische Infrastruktur (Landesmittel)

Förderansatz gemäß Förderrichtlinie in %

60,00 %

Antrag vom

28.08.2019

Bescheid vom

Ausstehend

Genehmigung vorzeitiger Maßnahmenbeginn

Beantragt

Gesamtkosten*

8.079.160 €

Anteil Fördermittel (gerundet)

2.850.000 €

Anteil Stadt Leipzig (Zuschuss)

5.229.160 €

 

* Eine formelle Mehrkostenanzeige über die geänderten Gesamtkosten wurde gegenüber dem Fördermittelgeber am 18.03.2020 erklärt.

 

4.2 Einordnung in den mittelfristigen Haushaltsplan

 

 

PSP-Element „A.-v.-Wiedebach-Schule, Erw. Systemb.“ (7.0001745):

 

Jahr

Bis 2018

2019

2020

2021*

Gesamt

Planung

130.000

450.000

0

0

580.000

Bau

0

0

4.010.000

3.410.000

7.420.000

Gesamt

130.000

450.000

4.010.000

3.410.000

8.000.000

Auszahlungen

680.000

1.075.000

2.835.000

3.410.000

8.000.000

Fördermittel

0

0

0

2.850.000

2.850.000

Anteil Stadt

680.000

1.075.000

2.835.000

560.000

5.150.000

Angaben in Euro brutto

 

*Die Aufwendungen für die konsumtive Ausstattung i. H. von 79.160 € im Haushaltsjahr 2021 werden im Rahmen der Haushaltsplanung 2021/2022 durch das Fachamt im Ergebnishaushalt über das PSP-Element „Apollonia-von-Wiedebach-Schule“ (1.100.21.5.1.01.08) angemeldet. Mit Vorlage VII-DS-00425-NF-01 vom 11.12.2019 erfolgte bereits eine Bestätigung dieser Aufwendungen.

 

 

Darstellung der Differenzen zwischen der Haushaltsplanung und dieser Vorlage:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hinsichtlich der vorgesehenen Fördermittel i. H. von 2.850.000 € ist der Zuwendungsbescheid ausstehend. Der Antrag erfolgte am 28.08.2019. Daher stehen die geplanten Fördermittel in den Haushaltsjahren 2019 i. H. von 1.425.000 € sowie 2020 i. H. von 1.140.000 € nicht zur Verfügung. Mit der im Haushaltsjahr 2021 vorgesehenen Einzahlung i. H. von 2.850.000 € werden diese fehlenden Einzahlungen ausgeglichen. Es wird mit Mehreinzahlungen i. H. von 285.000 € gegenüber den bisher geplanten Einzahlungen gerechnet.

 

Durch Ermächtigungsübertrag aus Vorjahren werden Mittel i. H. v. 1.175.000 € im PSP-Element „A.-v.-Wiedebach-Schule, Erw. Systemb.“ (7.0001745) in das Haushaltsjahr 2020 übertragen. Daneben wird ein Betrag i. H. von 1.975.000 € über die Inanspruchnahme der gegenseitigen Deckungsfähigkeit gemäß § 20 SächsKomHVO i. V. m. § 8 der Haushaltssatzung 2019/2020 im PSP-Element „A.-v.-Wiedebach-Schule, Erw. Systemb.“ (7.0001745) bereitgestellt. Die Deckung erfolgt i. H. von 1.975.000 € aus dem PSP-Element „Reaktivierung Hainbuchenstr.“ (7.0001497) nach Bestätigung der Vorlage VII-DS-00870 „Auslösung von Planungs- und Bauleistungen zur weiteren Umsetzung des Schul- und Kitabauprogrammes in 2020 i. V. m. überplanmäßigen Auszahlungen nach § 79 (1) SächsGemO“.

 

Der Mittelbedarf i. H. von 3.410.000 € zur Auftragsbindung im Haushaltsjahr 2020, mit liquiditätswirksamen Abfluss im Haushaltsjahr 2021, muss zusätzlich zur Verfügung gestellt werden. Die Mittelbereitstellung erfolgt nach Bestätigung der Vorlage VII-DS-00870 „Auslösung von Planungs- und Bauleistungen zur weiteren Umsetzung des Schul- und Kitabauprogrammes in 2020 i. V. m. überplanmäßigen Auszahlungen nach § 79 (1) SächsGemO“.

 

Die Einplanung des gesamten Mittelbedarfes i. H. v. 3.410.000 € im Haushaltsjahr 2021, davon Fördermittel i. H. von 2.850.000 € sowie Anteil Stadt i. H. von 560.000 €, erfolgt im Rahmen der Haushaltsplanung 2021/2022 innerhalb des Budgets des Amtes für Jugend, Familie und Bildung.

 

Die bereits bestätigten Nutzungskosten gemäß Vorlage VII-DS-00425-NF-01 vom 11.12.2019, fallen im Haushaltsjahr 2021 nicht an aufgrund der angepassten Inbetriebnahme. Im Haushaltsjahr 2022 sind Nutzungskosten anteilig i. H. von 58.742 € sowie im Haushaltsjahr 2023 ff. jährlich i. H. von 78.322 € vom Fachamt im Rahmen der Haushaltsplanung 2021/2022 ff. anzumelden. 

 

4.3 VgV-Betrachtung / Planungsbeteiligte

 

 

Leistungsbild nach HOAI 2013

Planungsbeteiligte

Objektplanung nach § 33

KADEN + LAGER

Alexanderstraße 7, 10178 Berlin

Tragwerksplanung nach § 49

SGHG Planungs- und Prüfgesellschaft Bautechnik mbH

Prüssingstraße 27, 07745 Jena

Technische Ausrüstung nach § 53

Anlagengruppen 1-3

RPP Leipzig GmbH

Hinrichsenstraße 3, 04105 Leipzig

Technische Ausrüstung nach § 53

Anlagengruppen 4-5

Noris Energie-Consult

Hauptstraße 101, 04416 Markkleeberg

 

Die Projektleitung und Projektsteuerung einschließlich der Mittelbewirtschaftung obliegt der LESG mbH.

 

4.4  Nutzungskosten im Hochbau nach DIN 18960

Das Gebäude ist in städtischer Trägerschaft, die Kosten sind bekannt.

 

Die Maßnahme der Vorlage ist ein Neubau als Erweiterung an einem bestehenden Gebäude (Flächenzuwachs).

 

Die Nutzungskosten sind Teil der Beschlussvorlage VII-DS-00425-NF-01. Sie betragen für das volle Jahr ab 2023

 

Kostengruppe 200 Objektmanagementkosten in EUR

22.768,00

Kostengruppe 300 Betriebskosten in EUR

45.554,00

Kostengruppe 400 Instandsetzungskosten in EUR

10.000,00

 

Die Inbetriebnahme des Gebäudes ist für den 01.03.2022 vorgesehen. Die anteiligen Nutzungskosten für das Jahr der Inbetriebnahme betragen

 

Kostengruppe 200 Objektmanagementkosten in EUR

17.075,70

Kostengruppe 300 Betriebskosten in EUR

34.164,90

Kostengruppe 400 Instandsetzungskosten in EUR

7.499,70

 

4.5 Aufwandsvergleich auf Grundlage der DIN 276

 

Die unter diesem Punkt aufgeführten Kosten sind Kosten des Bauwesens - Hochbau, die die DIN 276 regelt, nicht zu verwechseln mit den unter Punkt 9.1 aufgeführten Nutzungskosten nach DIN 18960. In beiden DIN werden die gleichen Kurzbezeichnungen der Kostengruppen verwendet (z. B. KG 200, KG 300 etc.), diese unterscheiden sich jedoch maßgeblich voneinander.

 

Kennwerte des Vorhabens:

NUF

1.095

KG 300+400 abzüglich besonderen Kosten der Aufwendungen im Bestandsgebäude

BGF

2.037

BRI

8.571

KG 300 + 400

5.275.000

 

Da es sich bei den Kennwerten um Werte aus dem Jahr 2018 handelt, wurden die Zahlen gemäß Baupreisindex mit einer Baupreissteigerung von 12 % gem. BKI angepasst.

 

 

Bis-Wert

BKI 2018 + 12 % Baupreissteigerung gem. Baupreisindex

 

Kennwerte des

Vorhabens

Bemerkungen/Begründung

KG 300 + 400/NF

3.785 €/m²

>=<

4.817 €/m²

Das Bauvorhaben überschreitet den Kennwert (+27,2 %). Maßgeblich aufgrund der erforderlichen Abrückung mit Verbindungsgang zum Hauptgebäude; deutlich mehr Verkehrsfläche sowie besondere Anforderungen aus der Gebäudetechnik aufgrund des auf KfW 55 reduzierten Energiestandards und der aus städtebaulichen und denkmalschutzrechtlichen Gründen gewählten Holzbauweise mit Holzfassade

KG 300 + 400/BGF

2.229 €/m²

>=<

2.589 €/m²

Das Bauvorhaben überschreitet den Kennwert (+16 %). Begründung analog NUF

KG 300 + 400/BRI

520 €/m²

>=<

615 €/m³

Das Bauvorhaben überschreitet den Kennwert (+18,2 %). Begründet maßgeblich durch Übernahme der Raumhöhen aus dem Bestandsbau um einen barrierefreien Übergang zwischen beiden Gebäudeteilen zu gewährleisten.

 

 

5. Auswirkungen auf den Stellenplan

 

Keine.

 

6. Bürgerbeteiligung

 

bereits erfolgt    geplant    nicht nötig

 

Beteiligung und Abstimmung des Nutzers ist für das Farbkonzept sowie die Freifläche im weiteren Projektverlauf geplant.

 

 

7. Besonderheiten

 

Keine.

 

8. Folgen bei Nichtbeschluss

 

Bei Nichtbeschlussfassung können die aktuellen und zukünftig prognostizierten Schulplätze im Oberschulbereich entspr. Schulentwicklungsplanung nicht sichergestellt werden. Der Ausbau der Oberschule auf eine Vierzügigkeit ist notwendig, da die Erweiterungs-möglichkeiten an anderen Schulstandorten im Stadtgebiet bereits ausgeschöpft und kurzfristig nicht realisierbar sind.

 

 

Anlagen:

 

-                      Zeichnungen Entwufsplanung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 VII-DS-01031_Anlagen_08.04.2020 (6117 KB)    
Stammbaum:
VII-DS-01031   Kapazitätserweiterung Apollonia-von-Wiedebach-Schule (Präzisierung VI-DS-05899-NF-21 Sammelplanungs- und Baubeschluss sowie VII-DS-00425-NF-01 Ausstattung und Folgekosten)   51 Amt für Jugend, Familie und Bildung   Beschlussvorlage
VII-DS-01031-ÄA-01   Kapazitätserweiterung Apollonia-von-Wiedebach-Schule (Präzisierung VI-DS-05899-NF-21 Sammelplanungs- und Baubeschluss sowie VII-DS-00425-NF-01 Ausstattung und Folgekosten)   Geschäftsstelle der Fraktion DIE LINKE   Änderungsantrag
VII-DS-01031-ÄA-02   Kapazitätserweiterung Apollonia-von-Wiedebach-Schule (Präzisierung VI-DS-05899-NF-21 Sammelplanungs- und Baubeschluss sowie VII-DS-00425-NF-01 Ausstattung und Folgekosten)   Geschäftsstelle der CDU-Fraktion   Änderungsantrag
VII-DS-01031-ÄA-03   Kapazitätserweiterung Apollonia-von-Wiedebach-Schule (Präzisierung VI-DS-05899-NF-21 Sammelplanungs- und Baubeschluss sowie VII-DS-00425-NF-01 Ausstattung und Folgekosten)   Geschäftsstelle der SPD-Fraktion   Änderungsantrag