Ratsinformationssystem

Vorlage - VII-A-00996  

 
 
Betreff: Einrichtung einer neuen Bibliothek
Anlass: Sonstiges
Status:öffentlich (Vorlage rückverwiesen)Vorlage-Art:Antrag
Einreicher:Jugendparlament/Jugendbeirat
Beratungsfolge:
Ratsversammlung Verweisung in die Gremien
29.04.2020 
Ratsversammlung, Kongresshalle Leipzig, Pfaffendorfer Straße 31, 04105 Leipzig (offen)   
FA Allgemeine Verwaltung 1. Lesung
26.05.2020    Videokonferenz FA Allgemeine Verwaltung      
FA Kultur 1. Lesung
15.05.2020    FA Kultur - Videokonferenz      
Jugendparlament Vorberatung
04.06.2020 
Jugendparlament ungeändert beschlossen   
Jugendbeirat Vorberatung
18.06.2020 
Videokonferenz Jugendbeirat ungeändert beschlossen   
FA Kultur 2. Lesung
26.06.2020    FA Kultur      
FA Allgemeine Verwaltung 2. Lesung
07.07.2020    FA Allgemeine Verwaltung      
Ratsversammlung Beschlussfassung
08.07.2020 
Ratsversammlung, Kongreßhalle Leipzig, Pfaffendorfer Str. 31, 04105 Leipzig vorerst keine Weiterberatung     
offen ohne festgelegten RV-Termin/ruhend

Beschlussvorschlag
Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:

 

Die Stadtverwaltung wird beauftragt im Format der übrigen städtischen Bibliotheken eine

Stadtverwaltungsbibliothek zu errichten. Die entsprechenden Mittel für die Errichtung und die

Personalkosten werden ab dem Haushalt 2021 eingestellt.

 

Für die Errichtung der Bibliothek wird ein Bürger*innen-Beteiligungsverfahren ab dem III. Quartal 2020 begonnen. Die Eröffnung der Bibliothek wird spätestens für das I. Quartal 2025 angesetzt.

 

Ferner wird die Stadtverwaltung beauftragt, bis spätesten Ende des III. Quartals 2021 eine Übersicht über alle aktuellen Publikationen der Stadtverwaltung und der Stadteigenen Betriebe auf der Website der Stadt (leipzig.de) oder der Stadtbibliotheken (stadtbibliothek.leipzig.de) einzubinden und einen Versand eben jener Publikationen anzubieten. Eine entsprechende personelle Aufstockung an geeigneter Stelle

soll für ab dem Haushalt 2021 eingestellt werden.

Finanzierung

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Sachverhalt:

 

Die Stadtverwaltungsbibliothek soll dazu dienen, den Bürgern der Stadt Leipzig unkomplizierten Zugang zu den Publikationen der Stadtverwaltung zu geben und sich mit den Prozessen von Stadtrat und Stadtverwaltung zu befassen.

 

Zu diesem Zweck soll von jeder veröffentlichten Publikation der Stadt Leipzig sowie der städtischen Eigenbetriebe mindestens ein Belegexemplar zur Erstellung einer umfangreichen Präsenzbibliothek hinterlegt werden. Dabei sollen auch rückwirkend möglichst lückenlos die früheren Veröffentlichungen mindestens seit 1990 hinterlegt werden.

Zudem sollen einige Computer-Plätze geschaffen werden, die zur Recherche im AllRIS, eRIS, in den interaktiven Karten, in den Satzungen und Formularen sowie auf weiteren digitalen Plattformen der Stadt Leipzig dienen.

 

Die Stadtverwaltung veröffentlicht jedes Jahr viele unterschiedliche Publikationen von Flyern über Informationsbroschüren bis hin zu Berichten und Analysen. Diese sind zumeist sehr spannend für den Alltag in Leipzig und es wird oft viel Arbeit in die Erstellung gesteckt. Nach Ansicht der Antragsteller finden diese Publikationen oft zu wenig Beachtung in der Bevölkerung trotz stärkster Bemühungen seitens der Stadtverwaltung. Die kann auch darauf zurückzuführen sein, dass es keinen Ort gibt, an dem man sich, sortiert nach Themengebieten (o.ä.), über alle Publikationen einen Überblick verschaffen kann. Dabei zeigt ein von der Stadtverwaltung im VI-A-05153-VSP-01 zitierter Artikel der Amtsblattes vom 21. Juni 2014 anhand des Amtsblattes, dass städtische Publikationen als objektive

Alternative von den Bürger*innen sehr geschätzt werden.

 

Durch die Schaffung eines zentralen Anlaufpunktes für Bürger dieser Stadt soll dem Abhilfe

geschaffen werden. Dabei ist eine derartige Stadtverwaltungsbibliothek neben einem zentralen Ort für aktuelle Geschehnisse in Leipzig auch eine sehr gute Ergänzung zu dem bereits vorhandenen Angebot durch die Verwaltungsbibliothek und das Stadtarchiv.

 

Neben dem Effekt der Aufmerksamkeit für derzeitige Publikationen wird über die Einbindung historischer Publikationen auch eine Transparenz in bisher (in Deutschland) kaum bekannten Ausmaß ermöglicht. Die Stadtverwaltung selbst zeigt sich dahingehend immer wieder offen und sucht Wege, um maximale Transparenz für die Bürger zu schaffen. Diese Transparenz wiederum ist eine wichtige Grundlage zur demokratischen Kontrolle durch die Bürger.

 

Alltägliche Fragen wie “Warum hat sich mein Stadtquartier so entwickelt?” oder “Welche Maßnahmen wurden in meinen Stadtquartier bereits umgesetzt?” bis hin zu grundsätzlichen Fragen wie “Was tut die Stadtverwaltung, um die Stadt attraktiv für internationale Unternehmen zu machen?” oder “Was hat die Stadtverwaltung bereits in puncto Klima- und Umweltschutz geleistet?” können durch die Schaffung dieser Stadtverwaltungsbibliothek

unkompliziert beantwortet werden.

 

Auch hat die Stadtverwaltung durch ihre Zustimmung, bspw. zu den Anträgen VI-A-06032 “Gedenktafeln der Namensgeber*innen für Parkanlagen”, VI-A-06033 “Straßenverzeichnis mit Erklärungen” und VI-A-08200 “Historische Stadtpläne” des Jugendparlamentes gezeigt, dass historische Zeugnisse und der vereinfachte Zugang dazu ein wichtiger Bestandteil der Identifikation mit der Stadt und dem eigenen Umfeld bilden.

Zudem muss der grundsätzliche Vorteil der Errichtung einer solchen Bibliothek in Betracht gezogen werden. Auch Journalisten und Wissenschaftler würden von einem zentralen Zugang zu den Publikationen der Stadt Leipzig profitieren. Analysen und eine Metakritik ließen sich leichter fundiert zusammenstellen und dadurch würden natürlich die Bürger der Stadt Leipzig profitieren, durch eine Aufarbeitung großer Mengen Archivmaterials, als auch die die Stadtverwaltung selbst, die so eine möglichst objekte Reflexion der Arbeit im Langzeit-Kontext erhält und Impulse für die zukünftige Ausrichtung ihrer Arbeit setzen kann.

 

Zuletzt sei noch angemerkt, dass auch die innerbehördliche Zusammenarbeit verbessert werden kann. Das zumindest sahen die Mitarbeiter der Stadtverwaltung Chemnitz so in einer Antwort auf eine Stadtratsanfrage (RA-483/2011 bzw. Beantwortung Ratsanfrage RA-483/2011) im Jahr 2011.

 

Kurzum: Durch die Errichtung einer Stadtverwaltungsbibliothek nach Maßgaben des Antrages profitieren Bürger, Stadtverwaltung und Zivilgesellschaft. Die Stadt Leipzig würde erneut eine Vorreiterstellung in den Punkten Transparenz und öffentliche Teilhabe durch Informationen beziehen und so auch das eigene Image profilieren.

 

Stammbaum:
VII-A-00996   Einrichtung einer neuen Bibliothek   01.15 Büro für Ratsangelegenheiten   Antrag
VII-A-00996-VSP-01   Einrichtung einer neuen Bibliothek   45 Leipziger Städtische Bibliotheken   Verwaltungsstandpunkt
VII-A-00996-ÄA-02   Einrichtung einer neuen Bibliothek   Geschäftsstelle der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen   Änderungsantrag