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Vorlage - VII-DS-00983  

 
 
Betreff: Baubeschluss Offener Freizeittreff Lindenthal, Lindenthaler Hauptstr. 17 - Teilmodernisierung und Brandschutzertüchtigung
Anlass: Stadtratsbeschluss
Status:öffentlich (Vorlage freigegeben)Vorlage-Art:Beschlussvorlage
Einreicher:1. Dezernat Stadtentwicklung und Bau
2. Dezernat Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule
Beratungsfolge:
Dienstberatung des Oberbürgermeisters Bestätigung
DB OBM - Vorabstimmung
FA Stadtentwicklung und Bau 1. Lesung
14.07.2020    FA Stadtentwicklung und Bau      
Jugendhilfeausschuss Information zur Kenntnis
31.08.2020 
Jugendhilfeausschuss (offen)   
21.09.2020 
Jugendhilfeausschuss ungeändert beschlossen   
FA Finanzen 1. Lesung
31.08.2020    FA Finanzen      
OR Lindenthal Anhörung
08.09.2020 
OR Lindenthal ungeändert beschlossen     
FA Stadtentwicklung und Bau 2. Lesung
08.09.2020    FA Stadtentwicklung und Bau      
FA Finanzen 2. Lesung
14.09.2020    FA Finanzen      
Verwaltungsausschuss Beschlussfassung
30.09.2020 
Verwaltungsausschuss      

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt
Anlagen:
Anlage 1 - Nutzungskosten
Anlage 2 - Lageplan
Anlage 3 - Grundriss EG
Anlage 4 - Grundriss OG
Anlage 5 - Schnitte A-A_B-B_C-C

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Beschlussvorschlag:

 

  1. Die Baumaßnahme wird realisiert (Baubeschluss gem. Hauptsatzung § 13 (7) Nr. 1 in der zur Zeit gültigen Fassung)

 

  1. Die Gesamtkosten der Maßnahme betragen 1.017.000,00 €.  

 

  1. Die überplanmäßigen Auszahlungen nach § 79 (1) SächsGemO für das Haushaltsjahr 2020 i.H.v. 85.000 € im PSP-Element „OFT Lindenthaler Hauptstraße 17“ (7.0002008.700) werden bestätigt. Die Deckung i. H. v. 11.000 € erfolgt aus dem PSP-Element „Kita Neptunweg 29“ 7.0001753.700 und i.H.v.74.000 € aus dem PSP-Element „Kita Deiwitzweg 1“ 7.0001964.

 

  1. Die Auszahlung für die Maßnahme sind / waren im PSP-Element „OFT Lindenthaler Hauptstraße“ (7.0002008.700) i.H.v. 1.017.000 € wie folgt eingeplant:

HHJ 2018:   15.000 €

HHJ 2019:   48.374 €

HHJ 2020:   85.000

HHJ 2021: 868.626

 

Der Mittelbedarf für die Jahresscheibe 2021 wird im Rahmen der Haushaltsplanung 2021/2022 innerhalb des Zuschussbudgets des Fachamtes berücksichtigt.

 

  1. Die ab dem HHJ 2022 anfallenden Nutzungskosten i.H.v. 19.600 €/Jahr werden innerhalb des Budgets des Fachamtes berücksichtigt.

 

Räumlicher Bezug:

Stadtbezirk Nordwest, 04158 Leipzig, Ortsteil Lindenthal (Ligis-ID 000086g)

 

Zusammenfassung:

Laut Eingliederungsvertrag aus dem Jahr 1998 mit der ehemaligen Gemeinde Lindenthal ist das Objekt dauerhaft als „Gemeindebegegnungszentrum“ durch die Stadt Leipzig zu erhalten.

Im Zusammenhang mit einem Trägerwechsel innerhalb der Einrichtung im Jahr 2018 wurden bisher nicht bekannte baurechtliche und brandschutztechnische Defizite aufgedeckt, deren Behebung eine Grundbedingung seitens der Genehmigungsbehörden zur Weiterführung als offener Freizeittreff und „Gemeindebegegnungszentrum“ am Standort darstellt.

 

Hierfür bedarf es primär der Beseitigung von Mängeln des baulichen und anlagentechnischen Brandschutzes. Weiterhin sind damit verbundene Modernisierungsmaßnahmen, insbesondere die Erneuerung der Grundleitungen, der Elektro- und Sanitärinstallation sowie die Gewährleis-tung einer barrierefreien Nutzung zwingend notwendig.

 

Die mit der Vorlage zu beschließenden Baumaßnahmen beschränken sich auf die zur Ge-nehmigung notwendigen Leistungen, verbunden mit bauseitigen Folgemaßnahmen.  

 

Um die zeitlich beschränkte öffentliche Nutzung im Erdgeschoss als offenen Freizeittreff (OFT) vorübergehend zu gewährleisten, wurden temporäre Brandschutzmaßnahmen mit den verantwortlichen Institutionen abgestimmt und umgesetzt. Die Räumlichkeiten des OFT im Obergeschoss sind gegenwärtig durch die Genehmigungsbehörde gesperrt und damit nicht nutzbar. 

 

Anlass der Vorlage:

 

Rechtliche Vorschriften   Stadtratsbeschluss   Verwaltungshandeln

Sonstiges


 


 

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Finanzielle Auswirkungen

 

nein

X

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

 

nein

X

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

 

nein

X

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

 

nein

X

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

 

 

 

 

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

 

2018

2019

2020 

2021

15.000

48.374

85.000

868.626

7.0002008.700

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

 

nein

 

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

Ab 2022

 

19.600

Siehe Anlage 1

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Steuerrechtliche Prüfung

x

nein

 

wenn, ja

Unternehmerische Tätigkeit i.S.d. §§ 2 Abs. 1 und 2B UStG

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Punkt 4 des Sachverhalts

Umsatzsteuerpflicht der Leistung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Bei Verträgen: Umsatzsteuerklausel aufgenommen

 

ja

 

Nein, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

 

Ja

x

Nein

Beantragte Stellenerweiterung:

   Vorgesehener Stellenabbau:

 

 

 


Hintergrund zum Beschlussvorschlag:

Welche strategischen Ziele werden mit der Maßnahme unterstützt?

 

 

2030 - Leipzig wächst nachhaltig!

Ziele und Handlungsschwerpunkte

 

Leipzig setzt auf Lebensqualität:

Balance zwischen Verdichtung und Freiraum

Qualität im öffentlichen Raum und in der Baukultur

Nachhaltige Mobilität

Vorsorgende Klima- und Energiestrategie

Erhalt und Verbesserung der Umweltqualität

Quartiersnahe Kultur-, Sport- und Freiraum­angebote

 

 

Akteure:

rgerstadt

Region

Stadtrat

Kommunalwirtschaft

Verwaltung

Leipzig besteht im Wettbewerb:

Positive Rahmen­bedingungen für qualifizierte Arbeitsplätze

Attraktives Umfeld für Innovation, Gründer und Fachkräfte

Vielfältige und stabile Wirtschaftsstruktur

Vorsorgendes Flächen- und Liegenschaftsmanagement

Leistungsfähige technische Infrastruktur

Vernetzung von Bildung, Forschung und Wirtschaft

 

Leipzig schafft soziale Stabilität:

Chancengerechtigkeit in der inklusiven Stadt

Gemeinschaftliche Quartiersentwicklung

Bezahlbares Wohnen

Zukunftsorientierte Kita- und Schulangebote

Lebenslanges Lernen

Sichere Stadt

 

 

 

Leipzig stärkt seine Internationalität:

Weltoffene Stadt

Vielfältige, lebendige Kultur- und Sportlandschaft

Interdisziplinäre Wissenschaft und exzellente Forschung

Attraktiver Tagungs- und Tourismusstandort

Imageprägende Großveranstaltungen

Globales Denken, lokal verantwortliches Handeln

 

Sonstige Ziele:

 

trifft nicht zu

 

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Beschreibung des Abwägungsprozesses:

In Abstimmung mit dem Bauherrn wurden die notwendigen Maßnahmen beschlossen, welche die Fortführung des Jugendclubs am Standort, sowie die Sicherung und den Erhalt des Gebäudebestandes unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten gewährleisten. Es erfolgt keine komplette Sanierung des Gebäudes.

 

I. Eilbedürftigkeitsbegründung

Die Notwendigkeit einer eilbedürftigen Behandlung der Vorlage ist nicht gegeben.

 

II. Begründung Nichtöffentlichkeit

Die Notwendigkeit einer nichtöffentlichen Behandlung der Vorlage ist nicht gegeben.

 

III.  Strategische Ziele

Ziel des Baubeschlusses ist die Realisierung der o. g. Maßnahmen, damit das denkmalgeschützte ehemalige Schulgebäude dauerhaft als offener Freizeittreff (und Gemeindebegegnungszentrum) unter Einhaltung der aktuell geltenden Vorschriften und Gesetze genutzt werden kann und damit u.a. zur Stärkung der sozialen Stabilität im Ortsteil beiträgt (Chancengerechtigkeit in der inklusiven Stadt).

 

Aufgrund der bautechnischen Situation, welche dringend eine brandschutztechnische Ertüchtigung erfordert, um eine Schließung zu vermeiden und den Verpflichtungen aus dem Eingemeindungsvertrag zwischen der Gemeinde Lindenthal und der Stadt Leipzig, den OFT zu erhalten, wird die Maßnahme in Abwägung der Dringlichkeit und Relevanz für den Doppelhaushalt 2021/2022 sehr hoch priorisiert. Mit dieser Priorisierung ist festgelegt, dass die Maßnahme innerhalb der für den DHH zur Verfügung stehenden finanziellen und kapazitären Möglichkeiten umgesetzt wird und nicht gegen andere Maßnahmen des AfJFB getauscht werden kann.

 

IV. Sachverhalt

1. Anlass

 

1.1    Grundlagen / Beschlüsse

Die Stadt Leipzig hat sich mit dem strategischen Ziel „Schaffung von Rahmenbedingungen für eine ausgeglichene Altersstruktur, Ausrichten des Handelns der Stadt Leipzig auf Kinder, Jugendliche und Familien mit Kindern“ eindeutig positioniert und finanziert umfangreiche Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche im Rahmen von Einrichtungen der Jugendkulturarbeit (JKA) und offenen Freizeittreffs (OFT).

 

Grundlage für die strategische Ausrichtung der Investitionen in die soziale Infrastruktur im Bereich der Kinder- und Jugendförderung ist der am 20.09.2012 vom Stadtrat votierte Teilfachplan Kinder- und Jugendförderung (RBV 1348/12). Darin ist die Stabilisierung der Maßnahmen und Angebote nach SGB VIII §§11-16 als Ziel formuliert und damit einhergehend die Standortsicherung beschrieben.

 

Zudem fordert das Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept Leipzig 2030 (INSEK) gemäß der Handlungsansätze für Lindenthal als Teil des fachübergreifenden Schwerpunktgebietes Nordraum die Unterstützung kultureller Angebote von Vereinen und Initiativen

 

1.2    Ziel und Entwicklungskonzeption

Festgeschrieben ist laut Eingliederungsvertrag aus dem Jahr 1998 mit der Gemeinde Lindenthal das Objekt dauerhaft als „Gemeindebegegnungszentrum“ zu erhalten. Wie in den letzten Jahrzehnten praktiziert, sollen auch nach der Baumaßnahme von den vier großen zur Verfügung stehenden Räumen drei der offenen Kinder- und Jugendarbeit (OFT Lindenthaler Hauptstraße) zur Verfügung stehen. Ein Raum im Erdgeschoss wird in Regie des Ortschaftsrates z. B. für Infoveranstaltungen im Ortsteil und auch als Räumlichkeit für vor Ort ansässige gemeinnützige Vereine und Initiativen genutzt.

 

Der ursprünglich noch von der Gemeinde Lindenthal geplante Dachgeschossausbau ist aus denkmalschutzrechtlichen Gründen nicht realisierbar.

 

1.3    Beschreibung des IST-Zustandes

Der offene Freizeittreff befindet sich in Lindenthal auf dem Grundstück Lindenthaler Hauptstraße 17. Das im Jahr 1876 als Schule errichtete Gebäude steht unter Denkmalschutz und ist ein Teil der historischen Ortskernbebauung Lindenthals. Das Bauwerk ist nicht unterkellert und besitzt neben den beiden Vollgeschossen Erd- u. Obergeschoss ein nicht ausbaufähiges Dachgeschoss. Unabhängig von der bereits erneuerten Dachdeckung und einem nicht denkmalgerechtem Austausch der Fenster befindet sich die Bausubstanz in einem stark sanierungsbedürftigem Zustand.

 

Im Vorfeld wurden mehrere Untersuchungen und Gutachten durchgeführt, welche neben den primär notwendigen brandschutztechnischen Maßnahmen auch damit in Verbindung stehende bautechnisch nicht trennbare notwendige Maßnahmen aufzeigen.

Ein schwerwiegendes Problem ist die seit Jahren angezeigte Geruchsbelästigung im Erdgeschoss welche auf die Durchnässung des Sockelmauerwerks der Außenwände und des Fußbodens im Erdgeschoss zurückzuführen ist. Gemäß Holzschutzgutachten wurde ein Befall durch Anobien (Holzschädling) in den Holzbauteilen wie Dachstuhl und Holzbalkendecken festgestellt. Die Elektroinstallation ist veraltet und entspricht nicht mehr den aktuellen Anforderungen und Vorschriften. Die Sanitärinstallationen sowie die Trinkwasser- und Schmutzwasserleitungen sind erneuerungsbedürftig. Die Heizungsinstallation ist weitestgehend intakt. Das Gebäude ist derzeit weder barrierefrei zugänglich noch nutzbar.

 

1.4    Ableitung des Bedarfs

Im Stadtteil Lindenthal steht neben der Jugendverbandsarbeit der ansässigen Feuerwehr der offene Freizeittreff als einzige Jugendeinrichtung zur Verfügung. Damit hat Lindenthal im Vergleich zu anderen Ortsteilen der Stadt Leipzig kein weiteres Leistungsspektrum an Jugendhilfe anzubieten. Die Einrichtung befindet sich in einem baulich schlechten Zustand und wird den aktuellen Vorschriften und Gesetzen nicht mehr gerecht.

 

1.5    Notwendigkeit / Dringlichkeit der Baumaßnahme

Es ist derzeit nur eine übergangsweise öffentliche Nutzung des Erdgeschosses mit maximal 30 Personen als Freizeittreff gestattet. Hierfür wurden temporäre Maßnahmen mit den Genehmigungsbehörden abgestimmt.

Notwendig zum dauerhaften Betrieb ist eine Bauantragsstellung entsprechend der aktuell gültigen gesetzlichen Bestimmungen. 

 

Die Akzeptanz und Attraktivität des Jugendclubs soll als wichtiger Baustein der Jugendarbeit in Lindenthal erhalten werden. Das Gebäude soll dauerhaft, in Zusammenarbeit mit dem neuen Träger GeyserHaus e.V. Leipzig, die Nutzung als Jugendtreff beherbergen. Der Standort wird gut angenommen, der Jugendclub war und ist stets gut frequentiert und bildet ein wichtiges Freizeitangebot in der Umgebung

 

1.6    Alternativlösungen

Alternativlösungen gibt es in Ermangelung anderer aktuell verfügbarer Objekte nicht.

 

2. Beschreibung der Maßnahme

 

2.1    städtebauliche Einordnung

Das Grundstück befindet sich im Bereich des historischen Ortskerns an dem sich die gemeinsame Zufahrt zur direkt südlich angrenzenden Gustav-Adolf-Kirche anschließt. Daran knüpft sich weiter südlich das Gelände mit dem Neubau der Evangelischen Kindertagesstätte Am Kirchgarten an. Seitlich sowie oberhalb der angrenzenden Hauptstraße ist der Bereich vordergründig durch historische Bauernhöfe geprägt.  Das Flurstück ist nicht vollständig eingezäunt und öffentlich zugänglich. Das Grundstück ist fußläufig gut an die umliegenden Wohngebiete angeschlossen. Die Bushaltestellen An der Hufschmiede sowie Lindenthaler Hauptstraße der Linien 87 und 88 sind fußläufig in ca. 400m erreichbar.

 

2.2    Erläuterung der Planung

Der Umfang der Baumaßnahmen beschränkt sich auf die baulich notwendigen Maßnahmen um die Einrichtung sowohl im Erdgeschoß, als auch im 1. Obergeschoß dauerhaft zu betreiben.

 

KG 200 Herrichten und Erschließen (DIN 276)

Für die Schaffung einer weiteren Ausgangstür nördlich aus dem Haupttreppenhaus zur Gewährleistung des zweiten notwendigen Rettungsweges und der Einhaltung aktuell gültiger Vorschriften müssen der Gas- und Stromanschluss sowie die Kommunikationsanschlüsse aus dem Treppenhausbereich umverlegt werden.

 

 

KG 300 Bauwerk – Baukonstruktionen (DIN 276)

Die äußere Sanierung umfasst:

-          senkrechte u. horizontale Abdichtung der Mauerwerkswände

-          Instandsetzung des Natursteinsockels

-          Herstellung eines Ausgangs nördlich aus Haupttreppenhaus zur Realisierung des notwendigen zweiten Rettungsweges

-          Erneuerung südliche Zugangstür (denkmalgerecht) zur Schaffung des behindertengerechten Zugangs sowie zur energetischen Verbesserung

 

Die innere Sanierung umfasst:

-       Erneuerung Fußboden Estrich, Bodenplatte u. Dämmung im Erdgeschoss zur Beseitigung der Nässeschäden sowie der energetischen Verbesserung

-       Erneuerung aller Fußbodenbeläge im EG

-       Herstellung brandschutztechnisch notwendiger Treppenhauswände mit Türen und Dachabschluss gemäß Brandschutzanforderungen im DG

-       Schaffung eines notwendigen Treppenraumes mit Einbau einer Innentreppe zur Gewährleistung des baulich unabhängigen zweiten Rettungsweges aus dem Obergeschoss

-       Neuordnung sowie Erneuerung der WC-Bereiche sowie Schaffung eines behindertenfreundlichen WCs

-       Reparatur an Holzbalkendecken (EG-OG) gemäß Statik in Verbindung mit der Erneuerung der Fußbodenbeläge im OG

-       Erneuerung der Innentüren gemäß Anforderung aus Brandschutz u. Barrierefreiheit unter teilweise Berücksichtigung der Auflagen aus Denkmalschutz

-       Putz-, Spachtel- u. Malerarbeiten aufgrund der Erneuerung u. Instandsetzung der Haustechnik u. Brandschutzertüchtigung

-       oberseitige Dämmung der Decke zum nicht ausgebauten Dachgeschoss

-       Aufarbeitung Geländer und Treppenläufe unter Vorgaben des Denkmalschutzes

 

KG 400 Bauwerk – Technische Anlagen (DIN 276)

 

HLS

-       Erneuerung der Grundleitungen / Schächte für Abwasser u. Regenwasser

-       sowie des Mischwasser-Übergabeschachtes aufgrund des maroden Bestandes

-       Erneuerung Leitungsnetz Trinkwasser gemäß Trinkwasserhygiene sowie neuer Brandschutzanforderungen

-       Einbau Hauswasserstation zum Schutz der Gebäudeinstallation

-       Erneuerung Leitungsnetz Schmutzwasser (gemäß neuer Brandschutzanforderungen)

-       Erneuerung Sanitärinstallationen in WC-Räumen

-       Neubau Sanitärinstallation Behinderten-WC

-       Bereitstellung von Warmwasser über dezentrale elektronische Durchlauferhitzer

-       (Teeküche, Behinderten-WC)

-       Umverlegung Gasleitung aus notwendigem Treppenhaus gemäß Brandschutzanforderungen

-       geringfügige Umbauten am Heizungsrohrnetz in den umzubauenden WC-Bereichen u. Fluchttreppe sowie nachträgliche Brandschottung in Holzbalkendecken

-       geringfügige Erneuerung defekter Heizkörper

 

ELT

-       Erneuerung der kompletten Stark u. Schwachstrominstallationen aufgrund des veralteten Zustandes

-       Erneuerung der Beleuchtungsanlage in LED-Technik zur energetischen Verbesserung

-       Installation funkvernetzter Rauchmelder

-       Nachrüstung Sicherheitsbeleuchtungsanlage

-       Umverlegung Hauptverteilung aus dem notwendigen Treppenhaus

-       Umverlegung/ Erneuerung der Telefon- und Datenverkabelung aus Treppenhaus

-       Installation Rufanlage für Behinderten-WC

-       Installation Gegensprechanlage

-       Erneuerung der Einbruchmeldeanlage aufgrund des veralteten Zustandes

 

KG 500 Außenanlagen (DIN 276)

 

Anzahl PKW-Stellplätze

Anzahl Fahrrad-Stellplätze

4 (Bestand)

23 (neu)

 

Die Maßnahmen umfassen:

-       Herstellung einer behindertengerechten Rampe sowie Erneuerung des Eingangspodestes zur Gewährleistung der barrierefreien Erschließung

-       Wiederherstellung südlicher Hofbereich aufgrund Erneuerung Grundleitungen als Pflaster bzw. sandgeschlämmte Wegedecke

-       Herstellung nördlicher Gebäudeausgang mit Pflasterweg zum vorhandenen Gehweg

-       Errichtung 23 Fahrradstellplätze im Hofbereich (im Rahmen der Baugenehmigung)

 

KG 600 Ausstattung und Kunstwerke (DIN 276)

Entfällt, da diese durch die Nutzer gestellt wird.

 

2.3    Nutzungsverbesserung durch die beabsichtigte Maßnahme

-       Beseitigung der bestehenden brandschutztechnischen Mängel

-       Erhöhung des Sicherheitsniveaus

-       Verbesserung der Gefahrenprävention

-       Beseitigung der baukonstruktiven Mängel

-       Beseitigung der anlagentechnischen Mängel

-       Integration von körperbehinderten Nutzern

-       verbesserte Lern-, Freizeit- und Arbeitsbedingungen

-       Senkung der Betriebskosten

-       Verbesserung der Qualität und Akzeptanz als Institution

 

2.4  Eigentumsverhältnisse

Gemarkung

Lindenthal (5575)

Flurstücksnummer

37/2

Flurstücksgröße in m²

814

Eigentum

Stadt Leipzig

 

2.5  Energiekonzept

Die allgemeinen Begriffe werden in der Anlage "Erläuterung zum Energiekonzept" definiert.

 

Die Betrachtung zum Energiekonzept ist nicht relevant:

Begründung z. B. nur Brandschutzmaßnahmen

Die Betrachtung zum Energiekonzept ist relevant:

Maßnahmeneinteilung unter energetischen Gesichtspunkten:

 

 

OFT

Neubau

Erweiterungsneubau

Modernisierung (komplett), ohne Denkmalschutz

Modernisierung (komplett), mit Denkmalschutz

Teilmodernisierung Gebäudehülle

Teilmodernisierung einzelner Bauteile, mit Denkmalschutz

 

Energetischer Standard / Energiekonzept:

 

Passivhaus

EnEV 2014 mit Passivhauskomponenten

EnEV 2014

Einhaltung des U-Wertes entspr. der Bauteilvorgaben der EnEV 2014

Nachweis zum Passivhaus nach Passivhausprojektierungspaket (PHPP):

 

Der Passivhausstandard wurde nicht untersucht.

     

Der Passivhausstandard wurde untersucht.

 

Begründung: Die Erfüllung des Passivhausstandards am denkmalgeschützten Gebäude gestaltet sich als unwirtschaftlich und ist mit der Umsetzung von zuvor genannten Teilmaßnahmen nicht zu realisieren.

Nachweis der U-Werte (Angabe nur bei Modernisierung einzelner Bauteile):

 

Bauteil

Wärmedurchgangskoeffizient (U in W/m²·K)

 

Umax EnEV

Ist-Wert

Planung(Denkmal)

Außentüren

1,8

 

mind. 1,8

EG Fußboden

0,50

 

0,496

Decke zum Dach

0,24

0,990

0,216

Energieträger:

 

Folgende Energieträger wurden untersucht:

 

 

Anwendung

gewählt

Bemerkung/Begründung

Fernwärme

Wählen Sie aus.

     

Erdwärme

Wählen Sie aus.

     

Gas

geeignet

liegt am Gebäude an

Holz-Pellets

Wählen Sie aus.

     

Sonstiges

Wählen Sie aus.

     

Fazit: Der vorhandene Gasanschluss wird weiter genutzt.

Energetische Maßnahmen zu Technischen Anlagen (KG 400)

 

Wärmeerzeugung und -verteilung:

Es besteht ein vorhandener Gasanschluss, der weiter genutzt werden soll.

Es sind keine Maßnahmen an der vorhandenen Gas-Brennwerttherme vorgesehen.

Das bestehende Wärmeverteilnetz mit einem Heizkreis wird nur geringfügig in den umzubauenden Bereichen wie WCs und im Bereich der neuen Fluchttreppe angepasst.

In den Sanitärbereichen werden die defekten Heizkörper ausgetauscht. Im Bereich der neuen Fluchttreppe, im Treppenhaus sowie dem Raum für den Ortschaftsrat werden analog zum Bestand Plattenheizkörper ergänzt.

 

Warmwassererzeugung:

Die Warmwasserbereitung erfolgt dezentral über elektronische Durchlauferhitzer nur für das Behinderten-WC

Lufttechnische Anlagen:

nicht vorhanden / nicht geplant

Wasser/Abwasser:

Folgende Maßnahmen sind vorgesehen:

- Dämmung der Leitungen entsprechend aktueller Vorschrift

- Waschtische mit wassersparenden mechanischen Selbstschluss-Standventilen

 

Stark- und Schwachstrom:

Erneuerung der kompletten Stark- u. Schwachstrominstallationen:

- Erneuerung der Beleuchtungsanlage in LED-Technik

- Nachrüstung Sicherheitsbeleuchtungsanlage

- Umverlegung Hauptverteilung aus dem notwendigen Treppenhaus

- Umverlegung Telefon- und Datenverkabelung aus dem notwendigen Treppenhaus

- Errichtung Datenwandschrank zur Steuerung der nutzereigenen aktiven Technik

  (Datendosen, WLAN-Accesspoints)

- Installation Rufanlage für Behinderten-WC

- Installation Gegensprechanlage

- Erneuerung der Einbruchmeldeanlage

 

2.6    Barrierefreies Bauen

Die barrierefreie Erschließung des Gebäudes (nur Erdgeschossebene) sowie die Schaffung einer behindertenfreundlichen WC-Einheit sind mit dieser Maßnahme geplant.

Die vollständige barrierefreie Erschließung des Gebäudes sowie Errichtung eines behindertengerechten WCs nach DIN 18040-2 kann aus Platzgründen sowie den Denkmalschutzanforderungen nicht erfolgen und wäre nur unter unverhältnismäßigem Aufwand realisierbar. Es erfolgte hierzu eine Abstimmung mit dem Gesundheitsamt.

 

2.7    Beteiligung von Kindern und Jugendlichen

Die Abstimmung zur Gestaltung der Innenräume, einschließlich Farbkonzept, erfolgt mit den Nutzern in der Ausführungsplanung.

 

3. Realisierungs- / Zeithorizont

Baubeginn

2.Q. 2021

Fertigstellung

1.Q. 2022

 

4. Finanzielle Auswirkungen

 

Kostenermittlungsstufe

nach DIN 276 vom

Kostenberechnung

11.11.2019

 

Kostengruppe

Gesamt

100

Grundstück

   0,00

200

Herrichten und Erschließung

   6.307,00

300

Bauwerk - Baukonstruktionen

 584.341,00

400

Bauwerk - Technische Anlagen

  124.094,00

500

Außenanlagen

   47.481,00

600

Ausstattung und Kunstwerke

   0,00

700

Baunebenkosten

    254.677,00

zur Rundung

100,00

Summe

1.017.000,00

Leistungserstattung des Amtes für
Gebäudemanagement fiktiv

64.204,00

Kostenangaben in Euro brutto, 19 % USt.

 

4.1  Finanzierungsplan

Der Einsatz von Fördermitteln wird aktuell geprüft.

 

4.2  Einordnung in den mittelfristigen Haushaltsplan

Jahr

2018

2019

2020

2021

Gesamt

Planung

15.000

48.374 *

85.000

106.303

254.677

Bau

 

 

 

762.323

762.323

Gesamt

15.000

48.374

85.000

868.626

1.017.000

Fördermittel-

anteil

0

0

0

0

0

Anteil Stadt

15.000

48.374

85.000

868.626

1.017.000

VE kassenwirksam

0

0

0

0

0

Angaben in € brutto

*) darin enthalten 5.374 € aus Kostenstelle 9000086001, Sachkonto 42111000/2000

Die für die weitere Planung benötigten Mittel von 85.000 € stehen im Haushalt 2020 zur Verfügung. Die vollständige Einordnung der Mittel ab den Haushaltsjahren 2021 erfolgt im Rahmen der Haushaltsplanung zum Doppelhaushalt 2021/2022.

4.3    VgV-Betrachtung / Planungsbeteiligte

Die Vergabe von Planungsleistung wurde im Rahmen der VgV geprüft.

 

Der maßgebliche Schwellenwert wird nicht erreicht.

 

Leistungsbild nach HOAI 2013

Planungsbeteiligte

Objektplanung nach § 33

Architekturnetzwerk Kai Kretzschmar

Friedrich-List-Platz 1, 04103 Leipzig

Tragwerksplanung nach § 49

Ingenieurbüro Dipl.-Ing. Frank Heider

Holzhäuser Straße 120, 04299 Leipzig

Technische Ausrüstung nach § 53

Anlagengruppen 1-3

ZBP Zimmermann und Becker

Martin-Luther-Ring 12, 04109 Leipzig

Technische Ausrüstung nach § 53

Anlagengruppen 4-5

Ingenieurbüro Radtke GmbH

Hallesche Str. 209, 04159 Leipzig

4.4  Nutzungskosten im Hochbau nach DIN 18960

Das Gebäude ist in städtischer Trägerschaft, die Kosten sind bekannt.

 

Die Maßnahme der Vorlage ist eine Modernisierung ohne Flächenzuwachs.

 

Die Nutzungskosten sind in der Tabelle 1 ausführlich erfasst. Sie betragen für das volle Jahr ab 2022

 

Kostengruppe 200 Objektmanagementkosten in EUR

0,00

Kostengruppe 300 Betriebskosten in EUR

9.015,00

Kostengruppe 400 Instandsetzungskosten in EUR

10.560,00

4.5    Aufwandsvergleich auf Grundlage der DIN 276

 

Die unter diesem Punkt aufgeführten Kosten sind Kosten des Bauwesens - Hochbau, die die DIN 276 regelt, nicht zu verwechseln mit den unter Punkt 9.1 aufgeführten Nutzungskosten nach DIN 18960. In beiden DIN werden die gleichen Kurzbezeichnungen der Kostengruppen verwendet (z. B. KG 200, KG 300 etc.), diese unterscheiden sich jedoch maßgeblich voneinander.

 

Kennwerte des Vorhabens:

NUF

431

OFT Lindenthal

BGF

713

BRI

2.454

KG 300 + 400

883.126,49

 

BKI – Kennwertvergleich von zwei Maßnahmen für die Modernisierung folgender Objekte:

1. Modernisierung Kulturhaus (BKI Objektdaten Altbau 2016, S.263) BGF 1.739€/m²

2. Modernisierung Jugendzentrum (BKI Objektdaten Altbau 2016, S.389) BGF 597€/m²

 

Da die beiden Vorhaben sehr unterschiedliche Kennwerte aufweisen, wurde der Mittelwert gebildet: 1.739€/m² + 597 €/m² / 2 = 1.168€/m² BGF.

 

Da es sich bei den Vergleichsobjekten um Werte aus dem Jahr 2016 handelt, wurden die Zahlen gemäß Baupreisindex angepasst. Kostenstand 02/2016 = 101,9; Kostenstand 02/2019 = 114,3. Es ergibt sich der Faktor 1,122. Die mittleren Vergleichskosten betragen: 1.168€/m² BGF * 1,122 = 1311 €/m² BGF.

 

 

Mittelwert

 

Kennwerte des

Vorhabens

Bemerkungen/

Begründung

KG 300 + 400/BGF

1.311 €/m²

>=<

1.238 €/m²

 

 

5. Auswirkungen auf den Stellenplan

Die Maßnahme hat keine Auswirkungen auf den Stellenplan.

 

6. Bürgerbeteiligung

 

bereits erfolgt    geplant    nicht nötig

 

7. Besonderheiten

keine

8. Folgen bei Nichtbeschluss

Die Nichtbeschlussfassung wird die Schließung der Einrichtung am Standort zur Folge haben, da derzeit, wie zuvor beschrieben, nur eine temporäre Nutzung des Gebäudes gestattet ist.

Darüber hinaus ist vorherzusehen, dass durch die Unterlassung notwendiger grundlegender Instandsetzungsmaßnahmen (z.B. Trockenlegung des Gebäudes, Bekämpfung Schädlinge in Holzbauteilen) das Gebäude in seiner Bausubstanz zunehmend irreparabel geschädigt wird.

 

Anlagen:

Anlage 1 - Übersicht Nutzungs-/Folgekosten
Anlage 2 - Lageplan
Anlage 3 - Grundriss EG
Anlage 4 - Grundriss OG
Anlage 5 - Schnitte

 

 

 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Anlage 1 - Nutzungskosten (813 KB)    
Anlage 2 2 Anlage 2 - Lageplan (148 KB)    
Anlage 3 3 Anlage 3 - Grundriss EG (377 KB)    
Anlage 4 4 Anlage 4 - Grundriss OG (254 KB)    
Anlage 5 5 Anlage 5 - Schnitte A-A_B-B_C-C (261 KB)