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Vorlage - VII-EF-00821-AW-01  

 
 
Betreff: Parkplatzsituation in Schönefeld
Anlass: Sonstiges
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:schriftliche Antwort zur Anfrage
Einreicher:Dezernat Stadtentwicklung und BauBezüglich:
VII-EF-00821
Beratungsfolge:
Ratsversammlung mündliche Beantwortung

Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

 

Sehr geehrte Frau Weiland,

 

Sie fragen an, welche Vorstellungen die Stadt Leipzig dazu hat, damit die Bewohner der Altbaubestände beidseits der Gorkistraße ihre Autos in der Nähe ihrer Wohnung parken können.

 

Sie thematisieren damit für diesen Teil Schönefelds etwas, dass stadtweit in den Altbauquartieren die Regel ist: diese Quartiere wurden zu ihrer Zeit nicht für den heutigen Umfang des privten Besitzes von Kraftfahrzeugen gebaut. Aber sie sind fertig gebaut, auf ggf. noch vorhandenen Lücken besteht in der Regel Baurecht, dass die Eigentümer auf Grund der steigenden Einwohnerzahlen nun seit Jahren auch verstärkt wahrnehmen. Im öffentlichen Straßenraum können - rechnen Sie nach wieviele Haushalte in einem mehrstöckigen Mietshaus wohnen und wieviele Pkw auf die Länge der Straßenfront eines Hauses passen – ganz faktisch die privaten Parkbedürfnisse nicht abgedeckt werden. Und dabei wurden auch in Schönefeld bereits die Parkmarkierungen so gestaltet, dass bei ausreichender Fahrbahnbreite Quer- oder Schrägparken möglich ist und so mehr Fahrzeuge abgestellt werden können.

 

Das heißt, die Stadt ist, ganz unbeschadet der Ansprüche an den öffentlichen Raum für andere Verkehrsarten und die Aufenthaltsqualität, schon ganz praktisch nicht in der Lage, ein in diesen Gebieten bestehendes Parkproblem über zusätzliche und eben nicht vorhandene Flächen zu lösen.

 

Verwaltung und Stadtrat verfolgen daher das Ziel, die Rahmenbedingungen der Stadtentwicklung (kurze Wege) und die Qualitäten des Fuß-, Rad- und öffentlichen Nahverkehrs sowie des Carsharings so attraktiv zu gestalten, dass es möglichst vielen Haushalten möglich ist, die Nutzung eigener Pkw einzuschränken – wie Sie es ja auch bereits tun – und auf einen Zweitwagen oder überhaupt ein privates Auto zu verzichten. Ohne eigenes Auto sind immerhin bereits mehr als ein Drittel der Leipziger Haushalte. Und wer kein eigenes Auto benötigt macht damit Platz für diejenigen, die aus unterschiedlichen Gründen eben doch darauf angewiesen sind.

 

Dies umzusetzen ist allerdings ein langer, schwieriger Prozess und manchmal für den einen oder anderen Einwohner mit neuen Kosten, dem Verzicht auf Bequemlichkeit oder einer Umstellung seines Mobilitätsverhaltens verbunden. Und manchmal ist es auch ein etwas längerer Weg, der bis zu einem Stellplatz für das Auto zurückgelegt werden muss. Bitte parken Sie daher nicht auf Gehwegen oder in Kreuzungsbereichen, dies gefährdet vor allem die schwächsten Verkehrsteilnehmenden. Menschen mit Kinderwagen, Rollstühlen oder Rollatoren können zugeparkte Gehwege nur eingeschränkt nutzen oder kommen überhaupt nicht mehr durch. Vor allem an Kreuzungen, Einmündungen und Querungsstellen behindern falsch geparkte Autos die Sichtbeziehungen und dies stellt eine der Hauptursachen für schwere Unfälle mit Kindern dar. Das Ordnungsamt wird hier weiterhin tätig sein und Parkverstöße ahnden müssen.

Sehr geehrte Frau Weiland,

Ihr Stellplatzproblem ist nachvollziehbar, durch die Stadt aber leider nicht

mit einem „Tipp“ zu lösen. Nur wenn wir gemeinsam die Verkehrswende beginnen wird es möglich sein, dass die Schönefelder, die auf ihr Auto angewiesen sind, auch in Zukunft einen Parkplatz finden.

 

 

Stammbaum:
VII-EF-00821   Parkplatzsituation in Schönefeld   01.15 Büro für Ratsangelegenheiten   Einwohneranfrage
VII-EF-00821-AW-01   Parkplatzsituation in Schönefeld   66 Verkehrs- und Tiefbauamt   schriftliche Antwort zur Anfrage