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Vorlage - VII-F-00859  

 
 
Betreff: Leipziger Schulbaurichtlinie - Überarbeitung der Vorgaben zu den baulichen Standards für Objekte der Stadt Leipzig, Teil B-D: Schulen: Grundschulen, Oberschulen, Gymnasien (VI-Ifo-04527-NF-02)
Anlass: Stadtratsbeschluss
Status:öffentlich (Vorlage freigegeben)Vorlage-Art:Anfrage
Einreicher:Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Beratungsfolge:
Ratsversammlung schriftliche Beantwortung
26.02.2020 
Ratsversammlung      

Sachverhalt

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Schulen sind Bildungsorte, sie wirken sich auf den Unterricht und die Lernatmosphäre aus. Unsere Schulen, insbesondere für die wir heute investieren, sollen 100 Jahre ihrem eigentlichen Zweck dienlich sein, sie sollen nachhaltig gebaut sein und sich funktional anpassen lassen.

 

Ein älterer Beschluss der Ratsversammlung von 2012 „Leipziger Schulbaurichtlinie für zeitgemäße Bildungsbauten“ (Antrag 301/12 Fraktion Bündnis 90/Die Grünen) beinhaltete den Auftrag zur Erstellung einer Leipziger Schulbaurichtlinie, die angelehnt ist an die Empfehlungen der Montag Stiftung. Diese sollte beschreiben, was eine Schule zu einem Bildungsort macht: vielfältige Lern- und Erfahrungsräume, Barrierefreiheit, Raum für variable Arbeitsformen, zeitgemäße technische Ausstattung, kulturelles Lernen, gesunde Lernumgebung, eröffnet demokratisches Lernen, Vorbild im Umgang mit Umwelt und Technik, Öffnung der Schule zur Stadt – die Stadt öffnet sich zur Schule, Beteiligung der Nutzer*innen bei einem Schulneubau oder einem Schulumbau. Diese Anforderungen sollen insbesondere durch verschiedene moderne Organisationsmodelle wie Raum-in-Raum-Prinzip (Lernlandschaft/Lernbereiche), Clusterorganisation (Klassenfamilie, Lernhaus, Lerngruppen- oder Fachbereichscluster), Klassenraum plus umgesetzt werden.

Am 1. Februar 2018 beschloss die Ratsversammlung dann über die Planungsgrundlagen für Leipziger Schulgebäude. Da zeitgleich die Novellierung des sächsischen Schulgesetzes die Standards hinsichtlich der Raumanforderung für Kinder mit besonderem Förderbedarf definiert hat, war eine Überarbeitung der Standards schon beim Beschluss angezeigt. Im Umsetzungsbericht ist vermerkt, dass die geänderten Standards im 1. Quartal 2019 fertiggestellt werden sollen.

 

Mit dem dazu bestätigten Änderungsantrag wurde die Stadtverwaltung aufgefordert, sich gegenüber der Landesregierung für eine Überarbeitung der Sächsischen Schulbaurichtlinie von 1993 einzusetzen. Dazu gibt es bis heute keinen neuen Stand.


Wir fragen an:

 

  1. Inwiefern hat die Stadtverwaltung die 2018 bekannt gegebenen baulichen Standards für Schulen im Sinne des Sächsischen Schulgesetzes nochmals überarbeitet?
     
  2. Mit welchem Ergebnis hat die Stadt Leipzig bei der Landesregierung die Forderung der Überarbeitung der Sächsischen Schulbaurichtlinie gemäß Beschluss vom 1.2.2018 eingebracht?

 

  1. An welchen Schulen wurden jeweils Quartiersschul- und Campuslösungen umgesetzt?

 

  1. An welchen Schulen wurden bisher jeweils die genannten Organisationsmodelle Cluster, Klassenraum plus und Lernlandschaft umgesetzt?
     
  2. Bei welchen Schulbauprojekten wurden die späteren Nutzer*innen (außer Schulleitung) in Phase 0 beteiligt? Wurden ihnen die verschiedenen Raummodelle und deren Vorteile vorgestellt? Welche Ergebnisse brachte die Beteiligung hinsichtlich einer Offenheit für flexible Unterrichtsmöglichkeiten (alternativ zur Flurschule?)
     
  3. Gibt es Ergebnisse aus den beauftragten Evaluationen der inzwischen ans Netz gegangenen Schulneu-, Um- und Ausbauten, bzw. Nachverdichtungen seitens der Nutzer*innen? Wenn ja, wie bewerten die Nutzer*innen ihren Schulbau? Welche Rückschlüsse zieht die Verwaltung aus den Evaluationen, wie wirken diese sich auf die neuen Planungen aus?
     
  4. Wie bewertet die Stadtverwaltung Architektenentwürfe hinsichtlich der Raummodelle im Zusammenhang mit den Baukosten?

 

  1. Welche Einschränkungen bestehen seitens des Freistaats hinsichtlich der Förder- oder Genehmigungsfähigkeit der genannten modernen pädagogischen Organisationsmodelle?