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Vorlage - VII-DS-00846  

 
 
Betreff: Schulnamensgebung für die 157. Schule, Grundschule der Stadt Leipzig
Anlass: Stadtratsbeschluss
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:Beschlussvorlage
Einreicher:Dezernat Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule
Beratungsfolge:
Dienstberatung des Oberbürgermeisters Bestätigung
DB OBM - Vorabstimmung
14.02.2020    DB OBM - Vorabstimmung      
SBB Alt-West Anhörung
04.03.2020 
SBB Alt-West ungeändert beschlossen     
FA Jugend und Schule 1. Lesung
05.03.2020    FA Jugend und Schule      
FA Jugend und Schule 2. Lesung
19.03.2020    AUSFALL - FA Jugend und Schule      
Ratsversammlung Beschlussfassung

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt
Anlagen:
Anlage 1 - Antrag Namensänderung
Anlage 2 - Protokoll Schulkonferenz 02.05.2018
Anlage 3 - Leben und Werk von Otfried Preußler
Anlage 4 - Protokoll AK Namensgebung 19.06.2019
Anlage 5 - Protokoll AK Namensgebung 31.07.2018
Anlage 6 - Zustimmung Fr. Preußler-Bitsch 06.08.2018
Anlage 7 - Protokoll Elternratssitzung 21.08.2018
Anlage 8 - Protokoll AK Namensgebung 08.11.2018
Anlage 9 - Festlegungsprotokoll SBB Alt-West 05.12.2018
Anlage 10 - Ortsblatt Leutzsch 02-2019
Anlage 11 - Protokoll Schulkonferenz 23.05.2019

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Beschlussvorschlag:

 

  1. Die Ratsversammlung stimmt gemäß der Richtlinie zur Schulnamensgebung (DS-00226/14) der Schulnamensänderung für die 157. Schule, Grundschule der Stadt Leipzig zu.

 

  1. Die Schule trägt ab dem 01.08.2020 den Schulnamen „Otfried-Preußler-Schule“. Die Schulart wird ergänzend angefügt: Otfried-Preußler-Schule, Grundschule der Stadt Leipzig.

 

 

Räumlicher Bezug:

 

Stadtbezirk Alt-West

Zusammenfassung:

 

Anlass der Vorlage:

 

Rechtliche Vorschriften   Stadtratsbeschluss   Verwaltungshandeln

Sonstiges:

 

Schulen in Trägerschaft der Stadt Leipzig können nach dem Durchlaufen des zugehörigen Beteiligungsverfahrens gemäß der Richtlinie zur Schulnamensgebung (DS-00226/14) einen Antrag auf Schulnamensänderung stellen. Die Änderung eines Schulnamens bedarf eines Beschlusses durch den Stadtrat der Stadt Leipzig. Von der 157. Schule, Grundschule der Stadt Leipzig, wurde ein Antrag auf Schulnamensänderung gestellt. Ziel der Vorlage ist die Beschlussfassung der Namensänderung.

 

 

 

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Finanzielle Auswirkungen

x

nein

 

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

 

nein

 

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

 

 

 

 

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

 

 

 

 

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

 

nein

 

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Steuerrechtliche Prüfung

 

nein

 

wenn, ja

Unternehmerische Tätigkeit i.S.d. §§ 2 Abs. 1 und 2B UStG

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Punkt 4 des Sachverhalts

Umsatzsteuerpflicht der Leistung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Bei Verträgen: Umsatzsteuerklausel aufgenommen

 

ja

 

Nein, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

 

Ja

x

Nein

Beantragte Stellenerweiterung:

   Vorgesehener Stellenabbau:

 

 

 


Hintergrund zum Beschlussvorschlag:

Welche strategischen Ziele werden mit der Maßnahme unterstützt?

 

 

2030 - Leipzig wächst nachhaltig!

Ziele und Handlungsschwerpunkte

 

Leipzig setzt auf Lebensqualität:

Balance zwischen Verdichtung und Freiraum

Qualität im öffentlichen Raum und in der Baukultur

Nachhaltige Mobilität

Vorsorgende Klima- und Energiestrategie

Erhalt und Verbesserung der Umweltqualität

Quartiersnahe Kultur-, Sport- und Freiraum­angebote

 

 

Akteure:

rgerstadt

Region

Stadtrat

Kommunalwirtschaft

Verwaltung

Leipzig besteht im Wettbewerb:

Positive Rahmen­bedingungen für qualifizierte Arbeitsplätze

Attraktives Umfeld für Innovation, Gründer und Fachkräfte

Vielfältige und stabile Wirtschaftsstruktur

Vorsorgendes Fchen- und Liegenschaftsmanagement

Leistungsfähige technische Infrastruktur

Vernetzung von Bildung, Forschung und Wirtschaft

 

Leipzig schafft soziale Stabilität:

Chancengerechtigkeit in der inklusiven Stadt

Gemeinschaftliche Quartiersentwicklung

Bezahlbares Wohnen

Zukunftsorientierte Kita- und Schulangebote

Lebenslanges Lernen

Sichere Stadt

 

 

 

Leipzig stärkt seine Internationalität:

Weltoffene Stadt

Vielfältige, lebendige Kultur- und Sportlandschaft

Interdisziplinäre Wissenschaft und exzellente Forschung

Attraktiver Tagungs- und Tourismusstandort

Imageprägende Großveranstaltungen

Globales Denken, lokal verantwortliches Handeln

 

Sonstige Ziele: >beim Ausfüllen bitte überschreiben: max. 60 Zeichen ohne Leerzeichen

 

trifft nicht zu

 

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Beschreibung des Abwägungsprozesses:

 

Nicht erforderlich.

 

I. Eilbedürftigkeitsbegründung

 

Nicht erforderlich.

 

II. Begründung Nichtöffentlichkeit

 

Nicht erforderlich.

 

III.  Strategische Ziele

 

Die Vorlage ist auf den Handlungsschwerpunkt „Zukunftsorientierte Kita- und Schulan-gebote“ sowie „Lebenslanges Lernen“ im Zielfeld „Leipzig schafft soziale Stabilität“ der strategischen Ziele der Stadtentwicklung (INSEK 2030) ausgerichtet.

 

IV. Sachverhalt

 

1. Anlass

 

Die 157. Schule, Grundschule der Stadt Leipzig stellt gemäß Beschluss der Schulkonferenz einen pädagogisch begründeten Antrag auf Änderung des Schulnamens in Otfried-Preußler-Schule, Grundschule der Stadt Leipzig (s. Anlage 1).

Die Schule hat sich bewusst für einen Personennamen entschieden, der eine Identifizierung der Schüler/-innen, Elternschaft und Lehrer/-innen mit der Schule ermöglicht. Zudem verbindet die Schule damit den Wunsch, die Grundschule stärker im Bewusstsein des Stadtteils Leutzsch zu verankern. Der pädagogisch begründete Antrag auf Schulnamensänderung sowie der zugehörige Schulkonferenzbeschluss (Anlage 11) gingen am 16.12.2019 im Amt für Jugend, Familie und Bildung ein.

Die Schule hat in einem umfänglichen Beteiligungsprozess die Schüler/-innen, die Eltern, das Lehrerkollegium, den Hort und verschiedene Gremien in die Namensfindung einbezogen. Es fand eine intensive Beschäftigung und Recherche mit verschiedenen Namensvorschlägen statt. Der gewählte Schulname soll vielfältige Anknüpfungsmöglichkeiten im Schulalltag bieten und über die Grenzen der Schule hinaus wirken. Er lässt sich in vielfältiger Weise in die Gestaltung des Bildungs- und Erziehungsprozesses einer Grundschule integrieren. Es ergeben sich zahlreiche Anknüpfungspunkte und Schnittstellen für den Unterricht, sowohl in Umsetzung des Lehrplans als auch im außerschulischen Bereich bzw. im Ganztag.

In der Auseinandersetzung mit dem künftigen Schulnamen sollen die Schüler/-innen insbesondere lernen, „die eigene Wahrnehmungs-, Empfindungs- und Ausdrucks-fähigkeit zu entfalten, kommunikative Kompetenz und Konfliktfähigkeit zu erwerben, musisch-künstlerische Fähigkeiten zu entwickeln.“[1]

Der Schulträger befürwortet den Antrag der 157. Schule, Grundschule der Stadt Leipzig, auf Namensänderung in Otfried-Preußler-Schule, Grundschule der Stadt Leipzig, obwohl es keinen direkten Bezug des Namenspatrons zur Stadt Leipzig gibt. Lediglich in seinem Werk „Krabat“ wird ein fiktiver Bezug des Romanhelden zu Leipzig sichtbar, da dieser seine Zauberkünste auf der sogenannten Schwarzen Schule in Leipzig erlernt hat.

Die 157. Schule, Grundschule der Stadt Leipzig hat sich bewusst für den Namen Otfried-Preußler-Schule entschieden, da einerseits Preußlers Werke mit ihrer besonders anschaulichen Erzählweise dem pädagogischen Auftrag der Leseförderung der Schule entsprechen. Andererseits vereinen Preußlers Helden Neugier, gesunden Ehrgeiz und Gerechtigkeitsempfinden und haben schlussendlich für die Schüler/-innen eine Vorbildfunktion, ohne dabei belehrend zu sein.

Die Umsetzung des Vorhabens erfolgt im Stadtbezirk Alt-West bzw. im Stadtteil Leipzig-Leutzsch mit Beginn des Schuljahres 2020/21.

 

2. Beschreibung der Maßnahme

 

2.1 Ausgangssituation

Die 157. Schule, Grundschule der Stadt Leipzig, liegt in unmittelbarer Nähe zum Leutzscher Rathaus. Sie wurde im Jahr 1881 errichtet und beherbergt heute insgesamt 12 Klassen. Bereits seit 2017 gibt es Bestrebungen seitens der Elternschaft, nach einer Alternative für den Schulnamen „157. Schule“ zu suchen, die auch dem im Schulkonzept verankerten Arbeitsfeld der musisch-künstlerischen Profilierung entspricht.

Damals wurden erste Überlegungen für einen neuen Schulnamen angestellt, diskutiert und wieder verworfen. Im Frühjahr 2018 beschloss die Schulkonferenz am 02.05.2018. die Gründung einer „Arbeitsgruppe Schulnamen“ (s. Anlage 2), bestehend aus Vertretern der Lehrer- und Elternschaft, um das weitere demokratische Verfahren der Schulnamensfindung zielführend voranzutreiben.

 

2.2 Bezüge zum Schulkonzept

Mit der Entscheidung für den Namen Otfried-Preußler-Schule will die 157. Grundschule einerseits auf das umfangreiche Gesamtwerk Preußlers und die Tatsache, dass Otfried Preußler bis heute einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Kinder- und Jugend-buchautoren ist, aufmerksam machen. Seine Bücher wurden in mehr als 50 Sprachen übersetzt, die weltweite Gesamtauflage liegt bei über 50 Millionen Büchern. Andererseits eignen sich seine literarischen Werke hervorragend zur Entwicklung und Förderung der Sprach- und Lesekompetenz bei Grundschüler/-innen, die wesentliche Schwerpunkte des musisch-künstlerisch ausgerichteten pädagogischen Konzepts der Schule und Voraussetzung für Schulerfolg sind.

Mit der Wahl des Schulnamens „Otfried-Preußler-Schule, Grundschule der Stadt Leipzig,“ beabsichtigt die Schule eine lebendige Lese- und Vorlesekultur zu entwickeln und dem Auftrag der Grundschule gemäß Sächsischem Schulgesetz Rechnung zu tragen. Hier heißt es: „Damit schafft sie (die Grundschule) die Voraussetzungen für die Entwicklung sicherer Grundlagen für selbstständiges Denken, Lernen und Arbeiten und die Beherrschung des Lesens, Schreibens und Rechnens (Kulturtechniken).“[2]

 

2.3 Leben und Wirken von Otfried Preußler

Otfried Preußler wurde 1923 in Reichenberg (Böhmen) als Sohn eines Lehrerehepaares geboren (s. Anlage 3). Seine Eltern besaßen eine große Bibliothek, in der Preußler schon als Kind viel Zeit verbrachte und stöberte. Mit 19 Jahren wurde Preußler 1942 zum Kriegsdienst eingezogen. Die Zeit von 1944 bis 1949 verbrachte er in russischer Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Gefangenschaft, die ihn beinah das Leben gekostet hätte, fand er im oberbayrischen Rosenberg Familienangehörige und seine Geliebte wieder, die er auch kurze Zeit später heiratete. Aus der Ehe gingen drei Töchter hervor. Um seine Familie zu ernähren, wurde Preußler Lehrer an der Volksschule und arbeitete dort viele Jahre. Nebenbei schrieb er Geschichten für Kinder und Jugendliche, die er seinen Schüler/-innen erzählte und die er immer an der spannendsten Stelle unterbrach, um am nächsten Tag genau dort weiterzuerzählen. In Autorenkreisen gilt er als Meister des Spannungsbogens. Ab 1970 arbeitete Preußler nicht mehr als Lehrer, vielmehr widmete er sich vollständig seiner Tätigkeit als Autor von Hörbüchern, Kinder- und Jugendbüchern sowie Theaterstücken. Aufgrund seines umfangreichen literarischen Schaffens erhielt der Autor bedeutende Literaturpreise, u.a. den deutschen Jugendliteraturpreis (1957) und den europäischen Jugendbuchpreis (1973). Zu seinen größten Erfolgen zählen die Werke „Krabat“ (1971), „Der kleine Wassermann“ (1956), „Der Räuber Hotzenplotz“(1962) und „Die kleine Hexe“ (1957).

Otfried Preußler starb am 18. Februar 2013 in Prien am Chiemsee.

 

2.4 dagogische Begründung

Die Grundschule ist maßgeblich für die Leserziehung der Kinder und deren künftiges Leseverhalten verantwortlich. Preußlers Werke sind geradezu prädestiniert, an der Grundschule eine lebendige Lese- und Vorlesekultur zu schaffen und dem musisch-kulturellen Anspruch der Schule gerecht zu werden. Für den Einsatz seiner Bücher im Unterricht und im außerunterrichtlichen Bereich sprechen der hohe Aufforderungscharakter, Kinder zum Lesen zu motivieren, seine fantasievollen und lebendigen Geschichten mit liebenswerten Heldinnen und Helden. Den Kindern können Möglichkeiten aufgezeigt werden, sich einem Buch zu „nähern“, darin „einzutauchen“ und Lesestrategien (wie Lautleseverfahren und Lese-Tandems) zu entwickeln. Neben dem Deutschunterricht bieten auch andere Unterrichtsfächer vielfältige Möglichkeiten der fächerübergreifenden Auseinandersetzung mit Preußlers Büchern. Es ergeben sich zahlreiche Anknüpfungspunkte und Schnittstellen für den Unterricht, sowohl in Umsetzung des Lehrplans als auch im außerschulischen Bereich und im Rahmen der neuen Ganztagsangebote.

Im Deutschunterricht bieten die gewonnenen neuen Erkenntnisse verschiedene Möglichkeiten zum zusammenhängenden Erzählen, zum Schreiben von Geschichten und. Sprache wird als Ausdrucksmittel genutzt und die natürliche Erzählfreude der Kinder gefördert.

Im Fach Ethik ist der Lernbereich „Miteinander“ Gegenstand und Ziel des Unterrichts. Hier geht es um Wertschätzung, gegenseitige Hilfe, Freundschaft und Vertrauen. Anhand von Preußlers Werk „Das kleine Gespenst“ können diese sozialen Kompetenzen und Werte kindgemäß und nachhaltig herausgearbeitet werden.

Im Kunstunterricht ist die Entwicklung künstlerischer und ästhetischer Wahrnehmungs-und Erlebnisfähigkeit ein wichtiges Lehrplanziel. Der Lernbereich „Körperhaft-räumliches Gestalten“ lässt die Auseinandersetzung mit den Figuren Preußlers auf der kreativen Ebene real werden (Anfertigen eines Scherenschnitts Gespenst; grafisches Gestalten einer Schatztruhe …).

Weitere pädagogische Bezüge bieten die Fächer Werken (Basteln kleiner Gespenster aus Holz und Stoff und/oder die Anfertigung von Requisiten für Theateraufführung) und Musik Potenzial. Der Lehrplan im Fach Musik enthält neben obligatorischen Lernbereichen auch Lernbereiche mit Wahlcharakter; z. B. die musikalische Gestaltung eines szenischen Spiels in allen Klassenstufen (von 1 bis 4) bzw. auch die Aufführung eines Kindermusicals. Hier können verschiedene Werke Preußlers zur szenischen Gestaltung genutzt werden. Das Lied „Hundertzwei Gespensterchen“ oder „Der Räubertanz“ könnten zum Einsatz kommen.

Im Sinne einer ganzheitlichen Erziehung und Bildung wird auch im außerunter-richtlichen Bereich Wert auf die musisch-künstlerische Orientierung gelegt. So wird die Schule zum Schuljahr 2020/21 erstmals einen Antrag auf Zuweisung gemäß der Sächsischen Ganztagsangebotsverordnung (SächsGTAVO) vom 09.01.2019 stellen. Damit ergeben sich weitere Möglichkeiten der Beschäftigung und Auseinandersetzung mit dem künftigen Namenspatron.

 

2.5 Prozess der Namensfindung und Beteiligungsverfahren

Auf der Suche der 2018 gegründeten „Arbeitsgruppe Schulnamen“ nach einem geeigneten identitätsstiftenden Schulnamen standen letztlich im Ergebnis vieler Sitzungen und Diskussionen folgende Namen zur Diskussion (s. Anlage 5):

* Christine Nöstlinger (1936-2018); vielfach ausgezeichnete österreichische Kinder- und Jugendbuchautorin

* Elizabeth Shaw (1920-1992); irische Grafikerin und Kinderbuchautorin

* Otfried Preußler (1923-2013); vielfach ausgezeichneter deutscher Kinder- und Jugendbuchautor.

Von Beginn an wurde das Amt für Jugend, Familie und Bildung in den Prozess der Namensfindung involviert. Die Vorschläge wurden in verschiedenen Beteiligungs-gremien präsentiert und erörtert: in den einzelnen Klassen der Schule, in der Elternrats-sitzung am 21.08.2018 (s. Anlage 7), in der Sitzung des Stadtbezirksbeirates Alt-West am 05.12.2018 (s. Anlage 9.) Auch das Ortsblatt Leipzig, welches für die Stadtteile Lindenau, Plagwitz und Kleinzschocher schreibt, berichtete in seiner Ausgabe 02/2019 (s. Anlage 10) zum Wunsch der Schule, einen passenden Schulnamen zu finden. Alle beteiligten Gremien sprachen sich für den Schulnamen Otfried-Preußler-Schule, Grundschule der Stadt Leipzig, aus. In der Befassung mit der Person Otfried Preußlers wurde seitens der Schule eine umfassende Recherche vorgenommen. Mit einbezogen wurden die noch lebenden Nachfahren von Otfried Preußler. Seine Tochter begrüßt in ihrer Mail vom 06.08.2018 die Benennung der Schule ausdrücklich (s. Anlage 6).

Am 23.05.2019 beschloss die Schulkonferenz einstimmig beim Schulträger einen Antrag auf Namensänderung in Otfried-Preußler-Schule, Grundschule der Stadt Leipzig zu stellen.

 

3. Realisierungs- / Zeithorizont

 

Mit Beschluss der Ratsversammlung wird die 157. Schule, Grundschule der Stadt Leipzig, in Otfried-Preußler-Schule, Grundschule der Stadt Leipzig zum 01.08.2020 umbenannt.

 

4. Finanzielle Auswirkungen

 

Keine.

 

5. Auswirkungen auf den Stellenplan

 

Keine.

 

6. Bürgerbeteiligung

 

bereits erfolgt    geplant    nicht nötig

 

Es wurde ein breit angelegtes Beteiligungsverfahren zur Namensfindung durchgeführt.

 

7. Besonderheiten

 

Keine.

 

8. Folgen bei Nichtbeschluss

 

Der Nichtbeschluss hätte zur Folge, dass die Schule weiterhin als eine Bildungseinrichtung ohne identitätsstiftenden Namen unter der Verwaltungsnummer 157. Schule geführt wird.

 

 

 

 

Anlagen:

 

Anlage 1 Antrag auf Namensänderung vom 16.12.2019

Anlage 2 Protokoll der Schulkonferenz vom 02.05.2018 – Gründung „Arbeitsgruppe Schulnamen“

Anlage 3 Leben und Werk von Otfried Preußler

Anlage 4 Protokoll „Arbeitsgruppe Schulname“ vom 19.06.2018

Anlage 5 Protokoll „Arbeitsgruppe Schulnamen“ vom 31.07.2018

Anlage 6 Zustimmung Frau Susanne Preußler-Bitsch zur Schulnamensgebung

Anlage 7 Protokoll zur Elternratssitzung 21.08.2018

Anlage 8 Protokoll „Arbeitsgruppe Schulnamen“ vom 08.11.2018

Anlage 9 Festlegungsprotokoll SBB Alt-West vom 05.12.2018

Anlage 10 Artikel im Ortsblatt Leutzsch 02/2019

Anlage 11 Beschluss der Schulkonferenz vom 23.05.2019

 

 


[1] Sächsisches Schulgesetz in der gültigen Fassung vom 1. Januar 2019, §1 (5)

[2] Sächsisches Schulgesetz in der gültigen Fassung vom 1. Januar 2019, §5 Grundschule (1) ²

Stammbaum:
VII-DS-00846   Schulnamensgebung für die 157. Schule, Grundschule der Stadt Leipzig   51 Amt für Jugend, Familie und Bildung   Beschlussvorlage
VII-DS-00846-NF-01   Schulnamensgebung für die 157. Schule, Grundschule der Stadt Leipzig   51 Amt für Jugend, Familie und Bildung   Neufassung