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Vorlage - VII-F-00739-AW-01  

 
 
Betreff: Strategie und Maßnahmeplanung der Stadt Leipzig zur Sicherung des Platzbedarfes im Bereich Hilfen zur Erziehung in den kommenden fünf Jahren
Anlass: Sonstiges
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:schriftliche Antwort zur Anfrage
Einreicher:Dezernat Jugend, Soziales, Gesundheit und SchuleBezüglich:
VII-F-00739
Beratungsfolge:
Ratsversammlung schriftliche Beantwortung

Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2
  1. Welche Strategie und Maßnahmeplanung verfolgt die Verwaltung, um die Sicherung

des wachsenden Platzbedarfes vor allem im Bereich der „Stationären Hilfen“ abzudecken?

 

Die Strategie- und Maßnahmeplanung im Bereich der stationären Hilfen ist eingebettet in die Gestaltung vielfältiger Angebote von der Erziehungsberatung, über ambulante und teilstationäre Hilfen bis hin zu Pflegefamilien. Das bedeutet, dass im Unterschied zur Kita- oder Schulnetzplanung nicht das Ziel verfolgt wird, flächendeckend Kapazitäten bereitzustellen. Vielmehr geht es auch darum, präventive Ansätze, niedrigschwellige Angebote, ambulante Hilfen und Pflegestellen auszubauen. Eine langfristige Maßnahmeplanung wird dadurch erschwert, dass Bedarfe deutlichen Schwankungen unterliegen können und den Einrichtungsträgern keine dauerhaft vollständige Belegung zugesagt werden kann. Die konkrete Angebotsplanung erfolgt kontinuierlich auf Grundlage der Fallzahl- und Sozialraumentwicklung, der Angebots- und Kapazitätsentwicklung sowie Rückmeldungen der freien Träger der Jugendhilfe. Die mittel- und langfristigen Ziele und Maßnahmen bezüglich des Angebotsaufbaus in den Hilfen zur Erziehung und angrenzenden Bereichen werden im Fachplan Hilfen zur Erziehung beschrieben, der Teil der Integrierten Kinder- und Jugendhilfeplanung sein wird.

 

Zur Weiterentwicklung und zum Ausbau des bestehenden Angebotes bedarf es nicht immer baulicher Investitionen. So werden zur Erbringung von Angeboten durch Träger der Jugendhilfe auch eigene Liegenschaften verwendet oder bestehende Objekte angemietet und die Miete im Rahmen der Leistungsvereinbarung refinanziert. Auch städtische Liegenschaften werden zu diesem Zweck an Träger vermietet. Seit Ende 2017 wurden darüber hinaus acht Angebote für unbegleitete minderjährige Ausländer von sechs Trägern mit insgesamt 88 Plätzen zu integrierten Angeboten im Bereich Hilfen zur Erziehung umgewandelt und damit das bestehende Angebot entsprechend erweitert.

 

2. Wie viele Plätze müssen u. a. im Bereich der Stationären Hilfen in den kommenden fünf Jahren zusätzlich geschaffen werden, und welche zusätzlichen Aufwendungen (u. a. Personal) und Investitionen (Auszahlungen) werden dafür in dem v. g. Zeitraum im VKKJ und im Haushalt der Stadt Leipzig unter Einbeziehung aller Träger geplant?

 

Die Haushaltsplanung im Bereich Hilfen zur Erziehung beruht nicht auf Investitionen, sondern auf einer Prognose der Fallzahl- und Kostenentwicklung und wird gegebenenfalls unterjährig dem Ist-Stand angepasst. Die Höhe der Kosten ist auch von Faktoren wie der Verweildauer abhängig. Die Jahresplanung für 2020 befindet sich derzeit in der Abstimmung.

Die Planungen für den Haushalt 2021/22 befinden sich noch im Anfangsstadium.

Daher können zu den Aufwendungen für den Bereich Hilfen zur Erziehung für die Jahre ab 2021 noch keine Aussagen getroffen werden. Die Fallzahlen im Bereich Hilfen zur Erziehung sind in den letzten Jahren stark angestiegen. Ihre weitere Entwicklung wird von verschiedenen Faktoren, wie der Bevölkerungsentwicklung, der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung, der Entwicklung der Bedarfslagen sowie der fachlichen Steuerung durch das Amt für Jugend, Familie und Bildung beeinflusst.

 

3. Welche investiven Maßnahmen sind ggf. über das Jahr 2020 auch außerhalb des VKKJ, d. h. der Stadt Leipzig und seiner Beteiligungsunternehmen geplant?

 

Investitionsmaßnahmen der Träger der Jugendhilfe werden im Rahmen der Entgeltverhandlungen innerhalb der Investitionsfolgekosten in gemeinsamer Abstimmung und Prüfung berücksichtigt.

Mit dem Amt für Jugend, Familie und Bildung sind aktuell sechs neue Einrichtungen von freien Trägern, die bauliche Investitionen beinhalten, abgestimmt.

Ich werde veranlassen, dass das Amt für Jugend, Familie und Bildung dem Jugendhilfeausschuss dazu nähere Informationen geben wird.

 

 

Stammbaum:
VII-F-00739   Strategie und Maßnahmeplanung der Stadt Leipzig zur Sicherung des Platzbedarfes im Bereich Hilfen zur Erziehung in den kommenden fünf Jahren   Geschäftsstelle der Fraktion DIE LINKE   Anfrage
VII-F-00739-AW-01   Strategie und Maßnahmeplanung der Stadt Leipzig zur Sicherung des Platzbedarfes im Bereich Hilfen zur Erziehung in den kommenden fünf Jahren   51 Amt für Jugend, Familie und Bildung   schriftliche Antwort zur Anfrage