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Vorlage - VII-DS-00729  

 
 
Betreff: Naturkundemuseum Leipzig - Grundsatzbeschluss und Standortentscheidung (Maßnahme des Arbeitsprogramms 2023)
Anlass: Verwaltungshandeln
Status:öffentlich (Vorlage abgeschlossen)Vorlage-Art:Beschlussvorlage
Einreicher:Dezernat Kultur
Beratungsfolge:
Dienstberatung des Oberbürgermeisters Bestätigung
SBB Mitte
         
FA Kultur Vorberatung
Ratsversammlung Beschlussfassung

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt
Anlagen:
ANLAGE 1_NKM_Standortanalyse_Kurzfassung
ANLAGE 2_NKM_Machbarkeitsstudie Bowlingtreff
ANLAGE 3_NKM Kosten Ausstellungsgebäude
ANLAGE 4_NKM Kosten Depot-Labor

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Beschlussvorschlag:

 

  1. Der Stadtrat nimmt die Ergebnisse der Standortanalyse für ein neues Naturkundemuseum (ANLAGE 1) und die darauf aufbauende Machbarkeitsstudie zum favorisierten Standort Bowlingtreff (ANLAGE 2) mit den grundsätzlichen Aussagen hinsichtlich der Eignung, Kosten und Potenziale zur Kenntnis.

 

  1. Als Standort für das Naturkundemuseum Leipzig werden die Flächen des ehemaligen Bowlingtreffs auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz entwickelt.

 

  1. Der Oberbürgermeister wird beauftragt, den Planungsbeschluss zur Entwicklung des Standortes im IV. Quartal 2021 vorzulegen. Über die Bereitstellung der im Ergebnis der Vorplanung ermittelten Kosten wird im Rahmen der jeweiligen Haushaltsplanung (ab 2021) entschieden. Die Mittel werden durch das Fachamt angemeldet, ebenso die Mittel der Bewirtschaftung.

 

  1. Der Stadtrat nimmt zur Kenntnis, dass der Oberbürgermeister für die Entwicklung des Naturkundemuseums am Standort Wilhelm-Leuschner-Platz Fördermittel einwirbt.

 

  1. Bis zur Schaffung eines Depots verbleiben die Sammlungsbestände des Naturkundemuseums auch nach der Inbetriebnahme der Ausstellung im Bowlingtreff am bisherigen Standort Lortzingstraße 3.

 

  1. Zur Errichtung eines Depotgebäudes für das Naturkundemuseum bzw. eines Zentraldepots für alle städtischen Museen werden Grundstücke und Immobilien auf ihre Eignung untersucht.

 

  1. Mit dem Bauvorhaben des Naturkundemuseums wird auch die Möglichkeit eines unterirdischen Zusammenklangs der Ausstellungsbereiche von Naturkundemuseum und Forum Recht/Juristischer Fakultät denkbar, die auf der Untergeschossebene voraussichtlich aneinander angrenzen werden.

 

 

 

 

Zusammenfassung:

Anlass der Vorlage:

 

Rechtliche Vorschriften   Stadtratsbeschluss   Verwaltungshandeln

Sonstiges:

 

Das Naturkundemuseum Leipzig kann am derzeitigen Standort Lortzingstraße 3 aus bauordnungsrechtlichen Gründen und wegen unzureichender Flächen nur eingeschränkt betrieben werden. Die Tradition des Museums als kommunales Archiv der Biodiversität, Gedächtnis einmaliger Wissenschaftshistorie und zentrale Institution generationenübergreifender naturwissenschaftlicher Bildung verpflichtet zu einer angemessenen und zeitgemäßen Präsentation der international herausragenden Bestände. Das schließt auch eine Vergrößerung der Präsentations- und Magazinbestände ein, ebenso wie innovative Ausstellungskonzepte, Bildungs- und Vermittlungsprogramme. Die Vertiefung der Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung, dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung und den Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden ermöglicht dann auch neue Strategien der Wissenschaft und Forschungsinfrastruktur am Museum. Für diese Anforderungen sollen die Flächen des ehemaligen Bowlingtreffs am Wilhelm-Leuschner-Platz, auf Basis der Machbarkeitsstudie, entwickelt werden.

 

 

 

 

 

 


 

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Finanzielle Auswirkungen

X

nein

 

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

 

nein

x

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

 

nein

x

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

 

nein

x

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

 

 

 

 

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

2021

 

2.069.000

41/N70000736

(Planungsmittel)

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

 

nein

 

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Steuerrechtliche Prüfung

 

nein

 

wenn, ja

Unternehmerische Tätigkeit i.S.d. §§ 2 Abs. 1 und 2B UStG

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Punkt 4 des Sachverhalts

Umsatzsteuerpflicht der Leistung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Bei Verträgen: Umsatzsteuerklausel aufgenommen

 

ja

 

Nein, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

 

Ja

X

Nein

Beantragte Stellenerweiterung:

   Vorgesehener Stellenabbau:

 

 

 


Hintergrund zum Beschlussvorschlag:

Welche strategischen Ziele werden mit der Maßnahme unterstützt?

 

 

2030 - Leipzig wächst nachhaltig!

Ziele und Handlungsschwerpunkte

 

Leipzig setzt auf Lebensqualität:

Balance zwischen Verdichtung und Freiraum

Qualität im öffentlichen Raum und in der Baukultur

Nachhaltige Mobilität

Vorsorgende Klima- und Energiestrategie

Erhalt und Verbesserung der Umweltqualität

Quartiersnahe Kultur-, Sport- und Freiraum­angebote

 

 

Akteure:

rgerstadt

Region

Stadtrat

Kommunalwirtschaft

Verwaltung

Leipzig besteht im Wettbewerb:

Positive Rahmen­bedingungen für qualifizierte Arbeitsplätze

Attraktives Umfeld für Innovation, Gründer und Fachkräfte

Vielfältige und stabile Wirtschaftsstruktur

Vorsorgendes Flächen- und Liegenschaftsmanagement

Leistungsfähige technische Infrastruktur

Vernetzung von Bildung, Forschung und Wirtschaft

 

Leipzig schafft soziale Stabilität:

Chancengerechtigkeit in der inklusiven Stadt

Gemeinschaftliche Quartiersentwicklung

Bezahlbares Wohnen

Zukunftsorientierte Kita- und Schulangebote

Lebenslanges Lernen

Sichere Stadt

 

 

 

Leipzig stärkt seine Internationalität:

Weltoffene Stadt

Vielfältige, lebendige Kultur- und Sportlandschaft

Interdisziplinäre Wissenschaft und exzellente Forschung

Attraktiver Tagungs- und Tourismusstandort

Imageprägende Großveranstaltungen

Globales Denken, lokal verantwortliches Handeln

 

Sonstige Ziele: >beim Ausfüllen bitte überschreiben: max. 60 Zeichen ohne Leerzeichen

 

trifft nicht zu

 

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Beschreibung des Abwägungsprozesses:    

entfällt


 

I. Eilbedürftigkeitsbegründung   

Entfällt

 

II. Begründung Nichtöffentlichkeit    

Entfällt

 

III.  Strategische Ziele

 

Die Neukonzeption des Naturkundemuseum Leipzig ist vorrangig auf zwei strategische Zielbilder der Stadt Leipzig ausgerichtet: Zur internationalen Ausstrahlung Leipzigs gehört das Naturkundemuseum mit seinen attraktiven Ausstellungsthemen und Forschungen. Diese anspruchsvolle und erfolgreiche Arbeit des Museums gilt es zu fördern und auszubauen. Darüber hinaus findet die Arbeit in sozialer Verantwortung statt und trägt zur sozialen Stabilität bei. Das Museum richtet seine Bildungs- und Vermittlungsarbeit auf eine zunehmend diverse, kulturell mehrstimmige Stadtgesellschaft aus. Es gilt, eine möglichst umfassende Teilhabe aller Bürger/-innen an den Angeboten des Naturkundemuseums sicherzustellen. Mit der Errichtung eines neuen Naturkundemuseums wird auch ein überregional bedeutsames Zentrum zur naturwissenschaftlichen Bildung, Ausstellung und Vermittlung geschaffen, welches Leipzig im Wettbewerb der Vernetzung von Bildung, Forschung und Wirtschaft weiter nach vorn bringen wird.

 

IV. Sachverhalt

1. Anlass

 

Die Beschlussvorlage dient der Bestätigung des ehemaligen Bowlingtreffs auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz als neues Ausstellungsgebäude für das Naturkundemuseum Leipzig, auf Grundlage der Ergebnisse der im Jahr 2019 durchgeführten Standortanalyse und Machbarkeitsstudie.
Die Museumskonzeption soll in einer nächsten Planungsphase standortabhängig weiter baulich und inhaltlich entwickelt werden.

 

Bis zur geplanten Fertigstellung des neuen Museumsgebäudes verbleibt das Naturkundemuseum vollständig am alten Standort in der Lortzingstraße 3. Nach Umzug von Verwaltung und neuer Dauerausstellung, verbleibt die eigentliche Sammlung am Standort Lortzingstraße 3, bis ein geeignetes und auf Dauer angelegtes Depot für die umfangreichen Bestände errichtet bzw. eingerichtet wurde. In diesem Zusammenhang wird die Möglichkeit eines Zentraldepots für alle vier städtischen Museen geprüft.

 

Für die Umsetzung der baulichen und inhaltlichen Museumsneukonzeption sollen Fördergelder eingeworben werden.

 

2. Beschreibung der Maßnahme

 

 Das Neue Naturkundemuseum Leipzig

  1. Leitidee Naturkundemuseum 4.0

 

Das Naturkundemuseum der Stadt Leipzig ist eine wissenschaftliche Einrichtung und ein Archiv des regionalen Naturraumes. Es ist aber auch und gerade deren wichtigste Vermittlungsstation naturwissenschaftlicher Erkenntnisse und damit die entscheidende, den Bürgerinnen und Bürgern, Schulen und Hochschulen zur Verfügung stehende naturwissenschaftliche Bildungseinrichtung der Stadt Leipzig.

Es orientiert sich einerseits an den spezifischen naturräumlichen und naturhistorischen Gegebenheiten der Stadt und seiner Region aber andererseits auch an überregionalen und globalen Phänomenen und operiert am Puls der Zeit. In diesem Sinne tritt es als starkes, selbstbewusstes und unabhängiges Institut der bürgerlichen Bildung und naturwissenschaftlichen Forschung auf. Darüber hinaus bildet sich das Museum auch präsent im Zentrum des gesellschaftlichen Lebens der Stadt ab. Das Museum ist ein Forum der Generationen und bietet allen Altersgruppen einen Platz zum Verweilen und Innehalten, Lernen und Staunen.

Ein Ort des gesellschaftlichen Lebens, der ganz im Sinne eines „Third Place“ zum Verweilen und Flanieren einlädt. Zudem greift das Museum Themen der Inklusion vollständig auf, setzt diese konsequent um und schafft als pädagogischen Leitfaden eine spezifische didaktische Ebene, die auf die Bedürfnisse aller Bürgerinnen und Bürger Bezug nimmt.

 

Das neue Naturkundemuseum tritt ganz im Sinne der Maxime der ICOM auf: Sammeln, Bewahren, Forschen, Ausstellen sowie Vermitteln und erweitert dies selbstbewusst wie auch konsequent durch die Elemente Inklusion, Bildung und Unterhaltung. Eine Instanz der städtischen Gesellschaft - ein Naturkundemuseum 4.0.

 

  1. Strategische Herausforderungen

Die gesellschaftlich-wissenschaftlichen Aufgaben von Naturkundemuseen orientieren sich grundsätzlich auch an Struktur und Profil ihrer Sammlungen und somit ist eine entsprechende Schärfung dessen für eine nachhaltig tragfähige Museumsarbeit unerlässlich. Die Bildungsarbeit des Leipziger Naturkundemuseums mit Konzentration auf Umwelt- und Ressourcenverständnis muss in diesem Sinne, gerade vor dem Hintergrund der zunehmenden Gefährdung natürlicher Bestände der regionalen Flora und Fauna, schwerpunktmäßig den großen Fragen der Biodiversität auf den Grund gehen. In diesem Zusammenhang ergeben sich, speziell für die Leipziger Region, neue und mitunter einzigartige Themenfelder, die zum einen die urbanen Flächen und Brachen behandeln, aber im Besonderen auch die Sukzessionsstränge der verschiedenen Bergbaufolgelandschaften in den Fokus nehmen. Die Untersuchung und wissenschaftliche Begleitung des heimischen Montan-Kultur-Naturraumes, seine Entwicklung und Veränderung, stellt eine weltweite Einzigartigkeit dar und hat Modellcharakter für ähnliche Entwicklungsräume weltweit. Hier ist das Naturkundemuseum im Begriff, die bestehende enge Zusammenarbeit mit den führenden Institutionen der Region wie der Universität Leipzig, dem Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv), und dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) zu vertiefen und zu intensivieren.

 

Das Naturkundemuseum Leipzig muss zusätzlich seine Rolle als erste Ansprechstation für Fragen der regionalen Wirbeltierfauna zurückgewinnen. Gerade die Datenaufnahme und das Monitoring der Wirbeltierbestände in der Region sind, gemeinsam mit den entsprechenden Daten aus Botanik und Wirbellosenzoologie, von entscheidender Bedeutung für einen sinnvollen Natur- und Landschaftsschutz und können weltweit auf ähnliche Fälle übertragen werden. Neue Impulse wird der Fachbereich Geologie/Paläontologie erfahren, da auf diesem Gebiet aufgrund der personellen Ressourcenknappheit der sehr stark auf internationale Themen spezialisierten anderen Forschungseinrichtungen, dem neuen Naturkundemuseum eine steigende Verantwortung zukommen wird.

Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeiten am Naturkundemuseum werden schließlich in neuen hauseigenen Schriftenreihen publiziert und somit die wissenschaftliche Expertise des Hauses, wie auch sein Ansehen, national wie international, gestärkt. Sämtliche Sammlungsbestände werden darüber hinaus digital, inklusive Bild- und 3D-Daten, erfasst.

 

  1. Entwicklung und Vision

Die Stadt Leipzig wird in den kommenden Jahren ein zeitgemäßes und angemessenes, deutlich größeres Museum in neuem Gewand schaffen, das neue Naturkundemuseum Leipzig. Die Maßnahme ist im Arbeitsprogramm 2023 des Oberbürgermeisters als wichtige Aufgabe dargestellt.

Mit der Neubesetzung der Direktorenstelle im Dezember 2016 und den damit einhergehenden deutlichen Veränderungen in Management und Präsenz, lässt sich eine gesteigerte öffentliche Wahrnehmung verzeichnen, die sich in der Presse, der zunehmenden Partizipation in den sozialen Medien und den deutlich höheren Besucherzahlen zeigt. Zählte man 2016 noch 32.000 Besucher, so wurde diese Zahl im Jahre 2019 mit gut 70.000 Besuchern mehr als verdoppelt.


Das Haus gehört heute zu den attraktivsten, bedeutendsten und besucherstärksten Naturkundemuseen Mitteldeutschlands und ist anerkanntes Element der Biodiversitätsforschung. Es ist die entscheidende naturwissenschaftliche Bildungseinrichtung der Stadt Leipzig und Konservator der regionalen Biodiversität. Es operiert am Puls der Zeit als Institut der bürgerlichen Bildung und naturwissenschaftlichen Forschung. Das Naturkundemuseum ist schon jetzt auf dem Weg ein Forum der Generationen zu werden. Diesen Weg konsequent weiterzugehen, die Marke zu stärken und seine Rolle als Besuchermagnet auszubauen muss Anspruch und Wille des neuen Naturkundemuseums sein.

 

  1. Standort

Das Naturkundemuseum Leipzig kann am derzeitigen Standort Lortzingstraße 3 aus bauordnungsrechtlichen Gründen und wegen unzureichender Flächen nur sehr eingeschränkt betrieben werden. Die Tradition als kommunales Archiv der Biodiversität, Gedächtnis einmaliger Wissenschaftshistorie und zentrale Institution generationenübergreifender naturwissenschaftlicher Bildung verpflichtet zu einer angemessenen und zeitgemäßen Präsentation der international herausragenden Bestände. Das schließt auch eine Vergrößerung der Präsentations- und Magazinbestände ein, ebenso wie innovative Ausstellungskonzepte, Bildungs- und Vermittlungsprogramme. Die Vertiefung der Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung, dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung und den Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden ermöglicht dann auch neue Strategien der Wissenschafts- und Forschungsinfrastruktur am Museum.

Der Anspruch, ein Naturkundemuseum von weit überregionaler Bedeutung für ganz Mitteldeutschland zu schaffen, wird daher in den kommenden Jahren zielstrebig wie auch effektiv weiter umgesetzt. Dabei spielt vor allem die richtige Wahl des zukünftigen Standortes eine herausragende Rolle. Innenstadtnah, auf die Bedürfnisse des Museums angepasst und mit charakterstarker Architektur aufwartend, sollte das neue Domizil sein. Hierbei gilt es weniger eine Erwartungshaltung zu erfüllen, als vielmehr zu überraschen. Dies alles vermag der ehemalige Bowlingtreff am Wilhelm-Leuschner-Platz als neuer Sitz der Dauer- und Sonderausstellungen des Naturkundemuseums zu leisten.
Das neue Naturkundemuseum wird Maßstäbe setzen, Althergebrachtes in Frage stellen und bessere, der Zeit angepasste Lösungen finden.

5. Trennung von Ausstellung und Sammlungsarbeit

In diesem Zusammenhang ist es sinnvoll wie auch notwendig Sammlung und Ausstellungsbereich aus sicherheitstechnischen und logistischen Erwägungen heraus zu trennen. Die Standortanalyse und Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2019 haben bereits gezeigt, dass der Bowlingtreff am Wilhelm-Leuschner-Platz für ein Naturkundemuseum geradezu ideal geeignet ist: relative Klimastabilität, denkmalgeschützt und innerhalb der Stadtgesellschaft identifikationsstiftend - das perfekte Ausstellungsgebäude.

 

In diesem Zuge wird es notwendig die Sammlungen inklusive wissenschaftlicher Abteilungen auszulagern. Es werden konservatorisch geeignete wie auch auf Dauer angelegte Räumlichkeiten benötigt. Die sich daraus ergebenden notwendigen Untersuchungen und Planungen bieten die große Chance, gemeinsam mit den anderen städtischen Museen ein dauerhaftes Zentraldepot zu schaffen.

 

 

 

3. Realisierungs- / Zeithorizont

 

Eine verlässliche Kostenschätzung kann erst mit Abschluss der Vorplanung entsprechend der Leistungsphase (LP) 3 vorgelegt werden. Für die Beauftragung der Planung wird noch im Jahr 2020 ein VgV-Verfahren durchgeführt. Auf der Grundlage der Kostenschätzung der LP 3 wird im IV. Quartal 2021 ein Planungsbeschluss vorgelegt. Dieser Planungsbeschluss soll die Grundlage für den weiteren Planungsschritt der LP 4 darstellen, den Standort Bowlingtreff für das Naturkundemuseum bestätigen und die Planungsgrundlage für ein Museumsdepot, möglichst als Zentraldepot für alle städtischen Museen, darstellen. Im Ergebnis dieser weiterführenden Planungen wird ggf. der Bau- und Finanzierungbeschluss gefasst. Dafür kann gegenwärtig noch kein Zeitfenster benannt werden.

 

 

4. Finanzielle Auswirkungen

 

Auf der Grundlage der Machbarkeitsstudie wurde für die Unterbringung des Naturkundemuseums im Bowlingtreff ein Kostenrahmen nach DIN 276 erstellt. Der ermittelte Kostenrahmen beläuft sich auf ca. 38 Mio € (ANLAGE 3). Der Kostenrahmen basiert auf den Kennwerten des Jahres 2019 und ist je nach Ausführungszeitraum um den dann gültigen Baupreisindex anzupassen.

Da die Flächen im Bowlingtreff für das Museumsdepot, sowie für Labor- und Werkstatträume nicht auskömmlich sind, wurde ein weiterer Kostenrahmen für ein Gebäude, das diese Funktionen aufnehmen soll, ermittelt. Dieser Kostenrahmen nach DIN 276 liegt bei ca. 16 Mio € (ANLAGE 4). Einen konkreten Standortvorschlag für ein Depotgebäude gibt es noch nicht. Vorzugsweise sollte ein Depotgebäude auf städtischen Flächen entstehen, weshalb in diesem Kostenrahmen keine Grundstückskosten enthalten sind. Bei der Errichtung eines anzustrebenden Zentraldepots für alle städtischen Museen liegen die Kosten deutlich höher. Die angedachte Depotnutzung von Vorhalteflächen des Stadtarchivs in der Halle 12 auf der Alten Messe sind nicht für alle Museen auskömmlich und werden nicht dauerhaft für die städtischen Museen zur Verfügung stehen. Bis zur Schaffung eines Depots verbleiben die Sammlungsbestände des Naturkundemuseums auch nach der Inbetriebnahme der Ausstellungen im Bowlingtreff am bisherigen Standort Lortzingstraße. Die Kosten für den Umzug in das Ausstellungsgebäude und in das neue Depot werden auf ca. 1,5 Mio € geschätzt.

 

Für den Umbau des Bowlingtreffs zum Ausstellungsgebäude sollen Fördermittel eingeworben werden. Je nach Bereitstellung von Fördermitteln sind die entsprechenden Haushaltsmittel in die HH-Planungen ab 2021 ff. aufzunehmen und in dem zukünftigen Planungsbeschluss darzustellen.

 

5. Auswirkungen auf den Stellenplan Entfällt

 

6. Bürgerbeteiligung  bereits erfolgt    geplant    nicht nötig

 

7. Besonderheiten     Entfällt

 

8. Folgen bei Nichtbeschluss

 

Das Naturkundemuseum Leipzig ist das bedeutendste Naturkundemuseum Mitteldeutschlands und anerkanntes Element internationaler Biodiversitätsforschung. Es ist die entscheidende naturwissenschaftliche Bildungseinrichtung der Stadt Leipzig und Konservator der regionalen Biodiversität. Es operiert am Puls der Zeit als Institut der bürgerlichen Bildung und naturwissenschaftlichen Forschung. Um die außerordentliche Strahlkraft des Naturkundemuseum Leipzig zu stärken, wurde die Standortfrage zur Etablierung des neuen Naturkundemuseums gestellt.

 

Nach Prüfung zahlreicher Standorte hat der vorliegende Grundsatzbeschluss mit dem Beschlusspunkt 2 das Ziel vorgegeben, dass das Naturkundemuseum im ehemaligen Bowlingtreff im Jahr 2024 eröffnet werden soll. Um dieses Ziel zu erreichen, muss die Baumaßnahme zeitnah beginnen. Ohne endgültige Standortentscheidung kann die Maßnahme nicht umgesetzt werden und das neue Museum nicht eröffnet werden.

 

Anlagen:

 

ANLAGE 1  NKM Standortanalyse Kurzfassung
ANLAGE 2  NKM Machbarkeitsstudie Bowlingtreff
ANLAGE 3  NKM Kosten Ausstellungsgebäude
ANLAGE 4  NKM Kosten Depot und Labor

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 ANLAGE 1_NKM_Standortanalyse_Kurzfassung (2741 KB)    
Anlage 2 2 ANLAGE 2_NKM_Machbarkeitsstudie Bowlingtreff (9904 KB)    
Anlage 3 3 ANLAGE 3_NKM Kosten Ausstellungsgebäude (63 KB)    
Anlage 4 4 ANLAGE 4_NKM Kosten Depot-Labor (64 KB)    
Stammbaum:
VII-DS-00729   Naturkundemuseum Leipzig - Grundsatzbeschluss und Standortentscheidung (Maßnahme des Arbeitsprogramms 2023)   41 Kulturamt   Beschlussvorlage
VII-DS-00729-NF-01   Naturkundemuseum Leipzig - Grundsatzbeschluss und Standortentscheidung (Maßnahme des Arbeitsprogramms 2023)   41 Kulturamt   Neufassung