Ratsinformationssystem

Vorlage - VI-DS-07998-DS-02  

 
 
Betreff: Ausgestaltung Themenjahr 2021 - Leipzig - Stadt der sozialen Bewegungen
Anlass: Stadtratsbeschluss
Status:öffentlich (Vorlage freigegeben)Vorlage-Art:Beschlussvorlage
Einreicher:Dezernat KulturBezüglich:
VI-DS-07998
Beratungsfolge:
DB OBM - Vorabstimmung
Dienstberatung des Oberbürgermeisters
FA Kultur 1. Lesung
29.05.2020    FA Kultur      
FA Kultur 2. Lesung
05.06.2020    FA Kultur      
FA Finanzen 1. Lesung
FA Finanzen 2. Lesung
Ratsversammlung Beschlussfassung

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Beschlussvorschlag:

 

  1. Entsprechend des Ratsbeschlusses zur Vorlage VI-DS-07998 gestaltet die Stadt Leipzig ab dem Jahr 2021 Themenjahre. Für die Ausgestaltung des Jahres 2021 „Leipzig – Stadt der sozialen Bewegungen“ stellt die Stadt Leipzig insgesamt 535.000 Euro zur Verfügung. Die Aufwendungen werden planmäßig im Budget des Dezernates Kultur gedeckt. Die Mittelzuwendung an städtische Empfänger werden im Zuge der Haushaltsplanung 2021/22 entsprechend veranschlagt.

 

  1. Der Stadtrat beschließt die zweckgebundene Verwendung der Mittel entsprechend Punkt 4Finanzielle Auswirkungen“ der Vorlage. Die Mittel sollen sowohl als Zuwendung gemäß Rahmenrichtlinie ausgereicht werden (Festbetragsfinanzierung), als auch zur Mittelbewirtschaftung durch die Stadt Leipzig zur Verfügung stehen.

 

  1. Von der Gesamtsumme stellt die Stadt Leipzig dem Deutschen Volkshochschul-Verband e.V. für die Ausrichtung des 15. Deutschen Volkshochschultages, der sich thematisch in das Motto „Leipzig – Stadt der sozialen Bewegungen“ einfügt, max. 150.000 Euro zur Verfügung (Zuwendung).

 

  1. Von der Gesamtsumme stellt die Stadt Leipzig außerdem für die Beteiligung am deutschlandweiten Themenjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ max. 60.000 Euro zur Verfügung. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Räumlicher Bezug:

Nicht relevant.

 

Zusammenfassung:

 

Anlass der Vorlage:

 

Rechtliche Vorschriften   Stadtratsbeschluss   Verwaltungshandeln

Sonstiges:

 

Die Vorlage beschreibt die Neuausrichtung von Jubiläen und Themenjahren der Stadt Leipzig. Für das Jahr 2021 wird als thematische Klammer vorgeschlagen: „Leipzig – Stadt der sozialen Bewegungen“. Nachdem sich das Jahr 2020 unfreiwillig zu einem Jahr der „sozialen Distanz“ entwickelte, ist die Auseinandersetzung mit den Bedingungen des gesellschaftlichen Miteinanders umso dringlicher. In der Vorlage werden erste Kernprojekte skizziert (u.a. Stadtgeschichtliches Museum, Theater der Jungen Welt, Schaubühne Lindenfels) sowie eine öffentliche Ausschreibung beschrieben, um eine breite Beteiligung zu erzielen. Nicht zuletzt wird ein weiterer Schwerpunkt des Jahres 2021 dargestellt: Das bundesweite Themenjahr „1700 Jahre jüdische Geschichte“, an dem sich die Stadt Leipzig beteiligt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Finanzielle Auswirkungen

 

nein

x

wenn ja,

Kostengünstigere Alternativen geprüft

x

nein

 

ja, Ergebnis siehe Anlage zur Begründung

Folgen bei Ablehnung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Punkt 8

Handelt es sich um eine Investition (damit aktivierungspflichtig)?

x

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

 

Im Haushalt wirksam

von

bis

Höhe in EUR

wo veranschlagt

Ergebnishaushalt

Erträge

 

 

 

 

 

Aufwendungen

2021

 

535.000 Euro

1.100.11.1.1.02.24

Finanzhaushalt

Einzahlungen

 

 

 

 

 

Auszahlungen

 

 

 

 

Entstehen Folgekosten oder Einsparungen?

 

nein

 

wenn ja,

 

Folgekosten Einsparungen wirksam

von

bis

Höhe in EUR (jährlich)

wo veranschlagt

Zu Lasten anderer OE

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand

 

 

 

 

Nach Durchführung der Maßnahme zu erwarten

Ergeb. HH Erträge

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand (ohne Abschreibungen)

 

 

 

 

 

Ergeb. HH Aufwand aus jährl. Abschreibungen

 

 

 

 

 

Steuerrechtliche Prüfung

x

nein

 

wenn, ja

Unternehmerische Tätigkeit i.S.d. §§ 2 Abs. 1 und 2B UStG

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Punkt 4 des Sachverhalts

Umsatzsteuerpflicht der Leistung

 

nein

 

ja, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

Bei Verträgen: Umsatzsteuerklausel aufgenommen

 

ja

 

Nein, Erläuterung siehe Anlage zur Begründung

 

Auswirkungen auf den Stellenplan

 

Ja

x

Nein

Beantragte Stellenerweiterung:

   Vorgesehener Stellenabbau:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hintergrund zum Beschlussvorschlag:

Welche strategischen Ziele werden mit der Maßnahme unterstützt?

 

2030 - Leipzig wächst nachhaltig!

Ziele und Handlungsschwerpunkte

 

Leipzig setzt auf Lebensqualität:

Balance zwischen Verdichtung und Freiraum

Qualität im öffentlichen Raum und in der Baukultur

Nachhaltige Mobilität

Vorsorgende Klima- und Energiestrategie

Erhalt und Verbesserung der Umweltqualität

Quartiersnahe Kultur-, Sport- und Freiraum­angebote

 

 

Akteure:

rgerstadt

Region

Stadtrat

Kommunalwirtschaft

Verwaltung

Leipzig besteht im Wettbewerb:

Positive Rahmen­bedingungen für qualifizierte Arbeitsplätze

Attraktives Umfeld für Innovation, Gründer und Fachkräfte

Vielfältige und stabile Wirtschaftsstruktur

Vorsorgendes Flächen- und Liegenschaftsmanagement

Leistungsfähige technische Infrastruktur

Vernetzung von Bildung, Forschung und Wirtschaft

 

Leipzig schafft soziale Stabilität:

Chancengerechtigkeit in der inklusiven Stadt

Gemeinschaftliche Quartiersentwicklung

Bezahlbares Wohnen

Zukunftsorientierte Kita- und Schulangebote

Lebenslanges Lernen

Sichere Stadt

 

 

 

Leipzig stärkt seine Internationalität:

Weltoffene Stadt

Vielfältige, lebendige Kultur- und Sportlandschaft

Interdisziplinäre Wissenschaft und exzellente Forschung

Attraktiver Tagungs- und Tourismusstandort

Imageprägende Großveranstaltungen

Globales Denken, lokal verantwortliches Handeln

 

 

 

 

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Beschreibung des Abwägungsprozesses:

 

Ab dem Jahr 2021 nimmt die Dichte der historischen Ereignisse, die bisher den Jubiläumskalender der Stadt prägten, ab. Im Mittelpunkt steht deshalb stärker denn je die Frage: Welche Geschichte wollen wir von Leipzig erzählen? Mit dem Stadtratsbeschluss zur Vorlage VI-DS-07998 vom 19.11.2019 wurde das Dezernat Kultur beauftragt, entsprechende Themenjahre zu entwickeln. Nachdem das Jahr 2020 im Zeichen der „Industriekultur“ stand und unfreiwillig zu einem Jahr der „sozialen Distanz“ wurde, soll das Jahr 2021 unter der thematischen Klammer „Leipzig – Stadt der sozialen Bewegungen“ ausgestaltet werden. Das Themenjahr stellt die handelnden Menschen in den Mittelpunkt. Es untersucht die Entstehung von sozialen Bewegungen in Leipzig und fragt nach deren Wirkung bis in die Gegenwart. Das soziale Miteinander und das Einüben neuer Formen des gesellschaftlichen Agierens werden nach den Erfahrungen von 2020 einen hohen Stellenwert einnehmen.   

 

I. Eilbedürftigkeitsbegründung

Nicht relevant. 

 

II. Begründung Nichtöffentlichkeit

Nicht relevant.

III.  Strategische Ziele

Das Themenjahr setzt auf bürgerschaftliche Beteiligung. Es entwickelt ein vielfältiges Kulturprogramm, das Leipzig als weltoffenen Stadt zeigt.  

 

IV. Sachverhalt

1. Anlass

 

Die Vorlage untersetzt den Stadtratsbeschluss zur Vorlage VI-DS-07998 vom 19.11.2019.  

 

 

2. Beschreibung der Maßnahme

 

0. Gliederung

 

  1. Entwicklung Themenjahre und Jubiläen ab 2021

 

1.1  Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

     Sonderausstellung: „Leipziger Identität: Kennzeichen L – Eine Stadt stellt sich

     aus“ (Arbeitstitel)

 

  1. Themenjahr 2021 „Leipzig – Stadt der sozialen Bewegungen“

 

2.1  Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

Entstehung der Arbeiterbewegung und Arbeiterkultur in Leipzig / 150.

Geburtstag Karl Liebknecht

2.2  Schaubühne Lindenfels

150 Jahre Ende des Deutsch-Französischen Krieges und 150. Jahrestag der

deutschen Reichgründung

2.3  Theater der Jungen Welt

      Gründung des ersten professionellen Kinder- und Jugendtheaters in Leipzig 

2.4  Vielfalt sozialer Bewegungen in Leipzig – Öffentliche Ausschreibung

2.5  Deutscher Volkshochschul-Verband e.V. – 15. Deutscher Volkshochschultag in Leipzig

2.6  Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

 

  1. Weitere Themen, Jubiläen und Schwerpunkte im Jahr 2021 – 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

 

  1. Vorbereitung Themenjahr 2022

 

 

 

1. Entwicklung Themenjahre und Jubiläen ab 2021

 

Mit der Vorlage VI-DS-07998 „Weiterentwicklung Jubiläen und Themenjahre der Stadt Leipzig ab dem Jahr 2021“, die am 19.11.2019 vom Stadtrat bestätigt wurde, hat das Dezernat Kultur eine Strategie vorgelegt, die untersuchen soll, was das kollektive Gedächtnis der Stadt Leipzig ausmacht und wie geschichtliche Ereignisse auf ihre Relevanz für das „Heute“ befragt werden können.

 

Diesen Prozess soll u.a. das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig begleiten. Das Haus beginnt deshalb bereits im Jahr 2020 mit Recherchen zur „Leipziger Identität“, etwa im Rahmen von Workshops mit Leipziger Bürger/-innen. Für Anfang 2021 ist – gleichsam als Auftakt der folgenden Themenjahre – eine erste Sonderausstellung geplant.

 

 

 

 

1.1 Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

Sonderausstellung: Leipziger Identität „Kennzeichen L – Eine Stadt stellt sich aus“ (Arbeitstitel), März bis September 2021

 

In einer Situation, in der sich Leipzig gleichsam neu (er)findet und der künftige Charakter der Stadt zwischen „hipper“ Szenemetropole, industrieller Basis und lebenswertem Familienort offener denn je wirkt, ist es umso wichtiger, im Spiegel der Vergangenheit die aktivierbaren Ressourcen aber auch begrenzenden Horizonte der Leipziger Identität in den Blick zu nehmen.

 

Das Stadtgeschichtliche Museum konzipiert deshalb für das Jahr 2021 eine Sonderausstellung, die sich erstmals umfassend dem historisch gewachsenen Charakter Leipzigs widmet. Sie soll zugleich die Möglichkeit bieten, auf wichtige Schwerpunktsetzungen der nachfolgenden Themenjahre vorauszublicken. Die Ausstellung wird auf der Sonderausstellungsfläche des Stadtgeschichtlichen Museums (ca. 450 m2) im Haus Böttchergäßchen gezeigt; als Zeitraum ist März bis September 2021 vorgesehen.

 

Anders als bei der Jubiläumsausstellung zur Ersterwähnung Leipzigs 2015 geht es nicht um eine anhand von Objekten beglaubigte Rückschau. Vielmehr sollen Charakteristika der heutigen Stadt erkundet sowie deren Selbst- und Außenwahrnehmung untersucht werden. Die Ausstellung wird streitbar Profil entwickeln, an die Stelle einer autoritativen Großerzählung multiperspektivische und kritische Positionen setzen und so alte und neue Bürger/-innen sowie Besucher/-innen zum Nachdenken über Leipzig anregen.

 

Im Kern werden thematische Gegensatzpaare als rote Fäden durch die Ausstellung ziehen. Erste Überlegungen – die noch erweitert und geschärft werden –  dafür sind u.a.:

 

-          Heimliche Hauptstadt (Leipzig als Justizzentrum mit Oberhofgericht, Handelsgericht, Reichsgericht und Forum Recht; wirtschaftliches und kulturelles Oberzentrum zwischen Sachsen und Preußen im 19. Jh., Abgrenzung zu Berlin in der DDR in Punkto Kultur, Szene, Sport)

 

-          Konstruktive Aufsässigkeit (Friedliche Revolution 1989 und ihre Vorgeschichte; soziale, gewerkschaftliche und emanzipatorische Bewegungen des 19. Jahrhunderts, besonnene Revolution 1848/49; bedrohte Zukunft der Toleranz heute)

 

-          Bereitschaft zum Wandel (Messeprivileg 1497/1507, Hinwendung zum Eisenbahnknotenpunkt ab 1835; Umgestaltung der historischen Innenstadt als Mustermesseplatz ab 1890; Standortpolitik nach 1990; Leipziger Köpfe in der Welt)

 

-          Weltstadt in der Provinz (Messe und Messegäste einst und jetzt; Fusion-Kultur in der Gastronomie; Buchmesse; Bachfest, Herder-Institut; DokFilm-Festival)

 

Dazu kommen „Reizthemen, die für die gegenwärtige Lebensqualität in Leipzig besonders wichtig erscheinen, die jedoch auch eine spannende Geschichtsdimension aufweisen:

 

-          Bezahlbares schönes Wohnen (Meyersche Häuser, Verfall der Stadt vor 1989, Erhaltung der Gründerzeitquartiere, günstiges Wohnen als Standortfaktor der Universität und Kreativszene, Gentrifizierung und Quartiersentwicklung heute)

 

-          Auwald, Thomaswiese, Tagebau und Neuseenland: Leipzigs verteidigtes Grün  (  Rosenthal als schon im 18. Jahrhundert bewahrter Stadtpark; Kleingarten-Bewegung Schreber/Hauschild; Braunkohle/ Umweltzerstörung und Widerstand vor und nach 1989)

 

-          Zwischen Armut, Vision und Größenwahn (Armut um 1840 und soziale Unsicherheit nach 1990; Olympiabewerbung, Boomtown-Kampagne etc.)

 

Eine weitere Facette bilden Persönlichkeiten, deren exemplarische Lebensläufe typisch „Leipziger“ Haltungsqualitäten erhellen (u.a. Louise Otto-Peters, Dr. Margarete Blank, Bertha Wehnert-Beckmann, Livia Frege, Robert Blum, Henri Hinrichsen, Lene Voigt).  Als Spiegelebene fungieren Berichte auswärtiger Beobachter, die als Händler, Reisende, Studierende oder Soldaten nach Leipzig kamen und einen interkulturellen Blick einbringen, der verbreitete Wahrnehmungsklischees relativiert.

 

Das Projekt wird neben einem Vermittlungsprogramm für Kinder und Erwachsene auch partizipative Elemente (etwa eine Identitätsbörse) beinhalten und erstmals den 2020 zu schaffenden Besucherbeirat des Museums einbeziehen. Dabei werden Aspekte der „gleichberechtigten Teilhabe“ berücksichtigt. Vorgesehen sind zudem vorbereitende Workshops sowie eine begleitende Diskussionsreihe, die das thematische Profil aufgreifen und mitprägen werden

 

 

Für das Projekt Leipziger Identität: „Kennzeichen L – Eine Stadt stellt sich aus“ (Arbeitstitel) sollen dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig 75.000 Euro zur Verfügung gestellt werden (Gesamtkosten: 165.000 Euro.)

 

 

2. Themenjahr 2021 – Leipzig – Stadt der sozialen Bewegungen

 

Leipzig war ein zentraler Ort der Erfindung neuer politischer Assoziationsformen. Hier hatte der bürgerliche Liberalismus des frühen 19. Jahrhunderts eine seiner Hochburgen, hier entstanden die deutsche Arbeiterbewegung und die Frauenbewegung sowie wichtige Gruppen der Bürgerbewegung in der DDR. Das Themenjahr 2021 untersucht die Entstehung von sozialen Bewegungen in Leipzig und fragt nach deren Wirkung bis in die Gegenwart. 

 

Ausgangspunkt bildet die Arbeitsgruppe „Jahr der sozialen Bewegungen“ unter der Leitung des Dezernats Kultur, die im Spätsommer 2019 tagte, um erste Kernprojekte zu schärfen (Vertreter/-innen Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Referat Wissenspolitik, Volkshochschule Leipzig, Grassimuseum für Angewandte Kunst). Weitere programmatische Inhalte und Projekte sollen über eine öffentliche Ausschreibung von Projektmitteln generiert werden, um das Thema breit in die Stadtgesellschaft zu tragen (siehe Punkt 2.4).

 

 

2.1  Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

Entstehung der Arbeiterbewegung und Arbeiterkultur in Leipzig / 150. Geburtstag Karl Liebknecht

 

Mit Beginn der Industrialisierung in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden Initiativen, um die soziale Lage der neu entstehenden Industriearbeiterschaft zu verbessern und deren politische Teilhabe zu erreichen. Arbeitervereine waren bereits in der Revolution 1848 aktiv. 1861 bildete sich der „Gewerbliche Bildungsverein“, aus dem politische Aktivisten wie beispielsweise August Bebel hervorgingen, die an der Gründung von Arbeiterparteien beteiligt waren (1863 Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins in Leipzig unter Vorsitz von Ferdinand Lassalle).

 

Leipzig wurde vom Kaiserreich bis 1933 zu einem Zentrum der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung mit eigener Medienlandschaft (v.a. „Der Volksstaat“, „Leipziger Volkszeitung“) und Unternehmen (Konsumgenossenschaft), aber auch einem intensiven Vereinsleben, von Bildungsangeboten bis hin zum Arbeitersport.

 

Auf Persönlichkeiten wie August Bebel, Karl Liebknecht oder Clara Zetkin wird heute immer wieder Bezug genommen. Andere einflussreiche Persönlichkeiten aus dem Leipziger Arbeitermilieu sind jedoch weitgehend vergessen oder durch ihr Nachwirken bzw. ihre Vereinnahmung in der DDR diskreditiert.

 

Die Geschichte der Lebensreform in Leipzig und damit verbundene soziale Bewegungen sind ebenfalls wenig erforscht. Aus bürgerlichen Gruppen um 1900 entstanden und gleichfalls soziale Anliegen vertretend (z.B. Volksparkbewegung, Körperkultur, Siedlungs- und Bauvereine, vegetarische Bewegung), strahlte sie in untere Schichten aus.

 

150. Geburtstag von Karl Liebknecht (1871 – 1919)

 

Der 150. Geburtstag von Karl Liebknecht (*1871 in Leipzig) wird im Jahr 2021 zum Anlass für Rückblicke: Auf sein Leben und das seiner Familie, sein Nachwirken und die Instrumentalisierung seiner politischen Persönlichkeit in der DDR, aber auch auf die politische Arbeiterbewegung, der er entstammte.

 

Die Sonderausstellung zu Karl Liebknecht im Stadtgeschichtlichen Museum verknüpft die Präsentation historischer Dokumente und Objekte mit heutigen Fragestellungen und stellt so eine Verbindung zu partizipativen Projekten her. Rund um die (Leipziger) Biographie Karl Liebknechts lohnt eine Kooperation mit Akteuren heutiger sozialer Bewegungen. 

 

 

Für das Projekt Entstehung der Arbeiterbewegung und Arbeiterkultur in Leipzig / 150.

Geburtstag Karl Liebknecht (Arbeitstitel) werden dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig 35.000 Euro zur Verfügung gestellt (Gesamtkosten: 78.000 Euro).

 

 

 

2.2  Schaubühne Lindenfels

150 Jahre Ende des Deutsch-Französischen Krieges und 150. Jahrestag der deutschen Reichgründung

 

Die liberalen Ideen von 1848 standen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Wechselwirkung mit Nationalisierungsbestrebungen, die u.a. zum Deutsch-Französischen Krieg von 1870/1871 führten. Der Krieg wurde mit der deutschen Reichgründung im Jahr 1871 beendet. Diese war verbunden mit einem enormen wirtschaftlichen Aufschwung (Gründerzeit), der entscheidende Auswirkungen auf die Arbeiterbewegung und die soziale Stellung der Frau hatte. Grundfesten des heutigen Sozialsystems wie Krankengeld oder Arbeitslosenversicherung entstanden unter dem Druck der Arbeiterschaft und mündeten in Gesetze zur finanziellen Absicherung der Arbeiter gegen Krankheit, Unfall, Invalidität und Alter. Das Deutsche Kaiserreich war damit weltweit der Vorreiter beim Aufbau von staatlichen Sozialsystemen.

 

Hingegen sichtbare Manifestation der Erinnerung an den Sieg im Deutsch-Französischen Krieg und die Proklamation des Deutschen Reiches in Leipzig war die Errichtung eines Siegesdenkmals. Das monumentale Denkmal – ein mehrstufiger Sockel mit einer 3,80 Meter hohen Germania-Figur –  befand sich an der nördlichen Seite des Leipziger Marktes. Im Jahr 1946 wurde das Denkmal auf Grund seines das Deutsche Reich, das Militär und den Sieg über Frankreich verherrlichenden Charakters demontiert und die Figuren eingeschmolzen. Ein kleiner Teil des Granitsockels wurde 1947 zur Errichtung eines bescheidenen Heinrich-Heine-Denkmals weiterverwendet. Die Gedenkstele befindet sich noch heute, unbeschädigt aber für die Öffentlichkeit unzugänglich auf dem Gelände eines ehemaligen Kindergartens hinter dem Volkshaus an der Karl-Liebknecht-Straße - nur wenige Meter von Liebknechts Geburtshaus entfernt.

 

Anlässlich des Endes des Deutsch-Französischen Krieges vor 150 Jahren schlägt die Schaubühne Lindenfels vor, das Siegesdenkmal zum Ausgangspunkt einer künstlerischen Aktion zu machen.

 

ZUCKER RAUSCH GERMANIA

Temporäre Installation

 

Im Rahmen der Kunstinstallation ZUCKER RAUSCH GERMANIA plant die Schaubühne Lindenfels, das Siegesdenkmal in verfremdeten Form temporär im öffentlichen Raum zu rekonstruieren und als Diskussionsort zu entwickeln. Ziele des Projektes sind, die Normalität des Militärischen und des Siegesdenkens in Frage zu stellen, aber auch mit ironischen Spitzen die antimilitaristische Tradition der sozialdemokratischen Bewegungen zu kommentieren. Das Projekt verkörpert in sich eine soziale und bürgerschaftliche Bewegung der Gegenwart. Das rekonstruierte Denkmal soll als Bühne für weitere Aktionen von Leipziger Akteuren im Rahmen des Themenjahres zur Verfügung stehen. Seitens der Schaubühne ist neben der öffentlichen Rekonstruktion ein performatives Chorereignis geplant.

 

Die Installation nimmt die Schaubühne Lindenfels gemeinsam mit europäischen Partnerinstitutionen aus Frankreich, Belgien und Serbien zum Anlass, über diese vergangenen Jahre und die Anknüpfungspunkte ins Heute nachzudenken. Im Zeitraum zwischen März und Dezember 2021 finden in vier europäischen Städten Workshops unter der künstlerischen Leitung der jeweils ortsansässigen Partner statt. Ein Workshop in Leipzig im Mai 2021, der sich mit der öffentlichen Wiedererrichtung des dekonstruierten Denkmals beschäftigen soll, bildet für diese Zusammenarbeit den Auftakt.

 

 

Für das Projekt ZUCKER RAUSCH GERMANIA werden der Schaubühne Lindenfels 30.000 Euro zur Verfügung gestellt (Gesamtkosten: 142.700 Euro).

 

 

 

2.3 Theater der Jungen Welt

Gründung des ersten professionellen Kinder- und Jugendtheaters in Leipzig (1946)

 

Mit dem Theater der Jungen Welt wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in Leipzig das erste professionelle Kinder- und Jugendtheater im deutschsprachigen Raum eröffnet. Im Jahr 2021 feiert das Theater der Jungen Welt sein 75jähriges Bestehen.

 

 

 

 

 

THEATER BEWEGEN!

75 Jahre Theater der Jungen Welt

 

In der Tradition stehend, ein Programm nah am Publikum zu entwickeln, erprobt das Theater der Jungen Welt im Jahr 2021 neue Strukturen: Es soll ein intergenerativer, inklusiver und diverser Publikumsbeirat entstehen und ausgetestet werden, wie die Leipziger Bürgerschaft in ihrer vielfältigen Form das Theater der Jungen Welt im Besonderen und Kulturinstitutionen im Allgemeinen mitgestalten kann.

 

Das Projekt untersucht, wie Entscheidungsfreiräume geöffnet und die Rolle des Publikums in der Theaterarbeit neu und aktiver definiert werden könnte. In Workshops, regelmäßig stattfindenden Treffen zwischen Beirat, Ensemble und Theaterleitung, in öffentlichen Diskussionsveranstaltungen sind u.a. folgende Fragen von Relevanz:

 

Wie kann das Publikum als Partner noch ernster genommen werden und wirksam Einfluss nehmen in die Konzeption von Spielplänen, Produktionen usw.? Wo liegen die Chancen, wo die Grenzen zivilgesellschaftlicher Mitbestimmung in Kulturinstitutionen? Was ist ein zeitgemäßes und notwendiges Theater der Jungen Welt bzw. Kinder- und Jugendtheater? Was muss geschehen, damit Menschen ins Theater gehen, die momentan öffentlichen Bühnen fernbleiben? Und wie kann das Machtgefälle zwischen erwachsenen Entscheidungsträger/-innen und Kindern bzw. Jugendlichen überwunden werden? Theater gelten als Orte lokaler Öffentlichkeit, als Orte gesellschaftlicher Reflexion – aber wer entscheidet, wer dort spricht und spielt?  

 

Partizipation ist das politische Grundprinzip einer demokratischen Gesellschaft. Dem gegenüber stehen aktuell immer weiter greifende soziale und politische Differenzen und das Gefühl von Bürger/-innen nicht gehört und nicht beteiligt zu werden. Ausgehend vom Recht auf kulturelle Selbstbestimmung gilt Partizipation mittlerweile als ein Grundwert innerhalb zeitgenössischen Theaters und kultureller Bildung. Demgegenüber stehen aber auch sinkende Zuschauerzahlen an Theatern bundesweit und die gesellschaftliche Relevanzfrage, die die Bedeutung herkömmlicher Kultureinrichtungen herausfordert. Die Kinder- und Jugendtheater, wie das Theater der Jungen Welt in seiner Arbeit auch kontinuierlich zeigt, nehmen hierbei eine Sonderposition ein. Gleichbleibend hohe Zuschauerzahlen und Auslastung, ein stetig hoher Zuspruch eines sehr diversen Publikums zeigen, das gerade hier ein fruchtbarer Boden für ein zukünftiges Stadttheater liegt.

 

Ein Schlüssel kann hier das Intensivieren bürgerlicher Einflussnahme in gesellschaftliche wie kulturelle Prozesse sein. THEATER BEWEGEN! ist der praktische Versuch einer vertiefenden Kommunikation und lebendigen Interaktion eines Theaters mit seiner Stadtgesellschaft. Es soll der aktive Schritt sein, statt Gesellschaft an Theater heranzuführen, ein Theater an Gesellschaft heranzuführen.

 

 

Für das Projekt THEATER BEWEGEN! werden dem Theater der Jungen Welt 70.000 Euro zur Verfügung gestellt (Gesamtkosten: 95.000 Euro).

 

 

 

2.4  Vielfalt sozialer Bewegungen in Leipzig – Öffentliche Ausschreibung

 

Die bisher genannten Vorhaben sind zunächst „Schlaglichter“ der sozialen Bewegungen in Leipzig. Darüber hinaus sollen vielfältige weitere Themen – wie die Frauenbewegung, die Reformbewegung (z.B. Körperkultur, Siedlungs- und Bauvereine, vegetarische Bewegung, Volksparkbewegung, Kleingärtner- und Schreberbewegung) oder politische Protestbewegungen – in den Blick genommen werden. 

 

Um den facettenreichen Möglichkeiten des Themas gerecht zu werden, wird ein spezielles Förderverfahren für Projekte entwickelt, das im Frühsommer 2020 veröffentlicht werden soll. In diesem Rahmen sollen Projekte gefördert werden, die u.a.

 

-          die Geschichte und Gegenwart von sozialen Bewegungen in Leipzig thematisieren, Anknüpfungspunkte können u.a. sein:

Sport und Körperkultur (auch in Verbindung mit demInternationalen

  Deutschen Turnfest“, das im Mai 2021 in Leipzig stattfindet),

• Frauenbewegung (z.B. 110 Jahre erste deutsche Frauenhochschule),

Volksparkbewegung, Kleingarten- und Schreberbewegung (z.B. 140 Jahre

  Stiftung des Johannaparks (1881) sowie 160. Todestag von Gottlob Moritz  

  Schreber) 

• Wohltätigkeit (z.B. 100 Jahre Caritasverband in Leipzig).

 

-          die das Thema aus einer „gegenwärtigen“ Perspektive betrachten und der Frage „Was sind soziale Bewegungen heute?“ nachgehen,

-          neue Kooperationsformen zwischen Kultur, Bildung, Sozialem, Sport u.a. eingehen,

-          jüngere Zielgruppen erreichen und maßgeblich die kulturelle Bildung unterstützen,

-          stark in die Stadtgesellschaft hineinwirken.

 

Gewünscht sind Projekte, die die Zusammenarbeit von Institutionen und freien Initiativen stärken, inklusive und generationsübergreifende Kulturarbeit befördern und gezielt  interessierte Freiwillige einbeziehen.

 

Die Ausschreibung wird per Pressemitteilung veröffentlicht; sie wird im Amtsblatt und auf der städtischen Webseite platziert. Die eingereichten Projekte werden von einer Jury, u.a. bestehend aus Experten, Vertreter/-innen des Stadtrates, Vertreter/-innen der Verwaltung, bewertet und zur Entscheidung gebracht. Die finanziellen Mittel sollen anschließend auf der Grundlage der städtischen Rahmenrichtlinie ausgereicht werden.

 

 

Für die öffentliche Ausschreibung „Leipzig – Stadt der sozialen Bewegungen“ durch das Dezernat Kultur werden Mittel in Höhe von 85.000 Euro zur Verfügung gestellt. 

 

 

 

2.5  Deutscher Volkshochschul-Verband e.V.

15. Deutscher Volkshochschultag in Leipzig

21. bis 22. Juni 2021, Kongresshalle Leipzig

 

Die Gründung von Volkshochschulen in Deutschland ist das Ergebnis der Volksbildungs-bewegung, die im 19. Jahrhundert ihren Anfang nahm. Der Anspruch von Bürgertum und Arbeiterschaft an der Teilhabe der politischen Macht war begleitet von einer Zunahme von Bildungszirkeln und Bildungsvereinen. „Wissen ist Macht – Macht ist Wissen” verkündete Wilhelm Liebknecht, der zeitweise in Leipzig lebte. Er meinte damit, dass die Lösung der Sozialen Frage vor allem eine Bildungsfrage sei.

 

Für das Jahr 2021 ist es gelungen, den 15. Deutschen Volkshochschultag nach Leipzig einzuwerben. Veranstalter ist der Deutsche Volkshochschul-Verband e.V. Der Deutsche Volkshochschultag wird alle fünf Jahre als nationaler wie internationaler Weiterbildungskongress durchgeführt. Er dient der Auseinandersetzung über aktuelle Fragen der Weiterbildung in den rund 900 Volkshochschulen, der bildungspolitischen Standortbestimmung und dem Erfahrungsaustausch der Beschäftigten in den Volkshochschulen und bei anderen Weiterbildungsträgern. Der 15. Deutsche Volkshochschultag wird unter dem ArbeitstitelWeiterbildung für nachhaltige Entwicklung“ durchgeführt.

 

Die Teilnahme von ranghöchsten Politiker/innen (angefragt ist u.a. der Bundepräsident) und weiteren prominenten Referent/innen soll eine hohe öffentliche Aufmerksamkeit erzielen und gleichzeitig ein bildungspolitisches Highlight für die Arbeit der Volkshochschulen setzen.

 

Das Gesamtkonzept des Kongresses aus Eröffnung, Plenumsveranstaltungen, Foren, Messe und Schlussveranstaltung fokussiert auf wenige, prominent besetzte Veranstaltungen. Mit Instrumenten wie der Konferenz-App und der Weiterbildungsmesse werden Interaktion und Partizipation gefördert. Ein Livestream der Plenumsveranstaltungen des Volkshochschultags gibt Interessierten, die nicht dabei sein können, die Möglichkeit, dem Kongress zu folgen.

 

An den vergangenen drei Volkshochschultagen haben jeweils 1.500 Personen teilgenommen. In 2016 waren es 1.450 Personen aus 40 verschiedenen Nationen, darunter Vertreterinnen und Vertreter aus Volkshochschulen, aus wissenschaftlichen Einrichtungen, Partnerverbänden und Stiftungen. Mit der Teilnahme des Bundespräsidenten sowie von drei Bundesminister/innen und einer Landesministerin war der Volkshochschultag hochkarätig besetzt.

 

Mit der Einwerbung des 15. Deutschen Volkshochschultages für das Jahr 2021 hat sich die Struktur der Clearinggruppe sowie Lenkungsgruppe für Großveranstaltungen (vgl.  VI-DS-03446-NF-02) bewährt. Diese nahmen eine Bewertung der Veranstaltung vor, woraufhin die erfolgreiche Einwerbung erfolgte. Mit dieser Vorlage wird dem Stadtrat vorgeschlagen, der Empfehlung der Clearinggruppe und Lenkungsgruppe Großveranstaltungen zu folgen und entsprechend finanzielle Mittel für den „15. Deutschen Volkshochschultag“ bereitzustellen.

 

 

 

Für die Ausrichtung des 15. Deutschen Volkshochschultages werden dem Deutschen Volkshochschul-Verband e.V. 150.000 Euro zur Verfügung gestellt (Gesamtkosten: 436.900 Euro).

 

 

 

2.6  Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

 

Für die kommunikative Begleitung des Themenjahres soll eine Agentur gewonnen werden, die das Erscheinungsbild sowie Plakate und Flyer entwirft. Das Erscheinungsbild soll an städtische Formaten wie „Leipzig weiterdenken“ oder das „Jahr der Demokratie 2018 in Leipzig“ anknüpfen, um sinnfällig einen Zusammenhang zu städtischen Beteiligungsformaten herzustellen.

 

Für die überregionale Vermarktung soll eine Kooperation mit der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH entstehen, die einzelne Aspekte des Themenjahres – auch in Abhängigkeit der Ergebnisse der öffentlichen Ausschreibung –  im Rahmen der laufenden Kommunikation bewirbt. Hier können sich Schnittstellen zu der von der LTM GmbH beworbenen Marke des „jungen und urbanen Leipzig“ ergeben. In diesem Rahmen wird Leipzig als lebendige, lebenswerte, selbstbewusste und weltoffene Stadt mit eigener Identität beworben.

 

 

Für Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit im Themenjahr 2021 „Leipzig – Stadt der sozialen Bewegungen“ werden 20.000 Euro zur Verfügung gestellt (Mittelbewirtschaftung).

 

 

 

 

 

 

 

3. Weitere Themen, Jubiläen und Schwerpunkte im Jahr 2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

 

Für 2021 ist in Deutschland ein großes jüdisches Jubiläumsjahr geplant, das daran erinnern soll, dass vor 1700 Jahren erstmals jüdisches Leben im Gebiet des heutigen Deutschlands dokumentiert wurde.

 

Im Jahr 321 erließ der römische Kaiser Konstantin ein Edikt, das den Kölner Juden gestattete, im Stadtrat Ämter zu bekleiden. Der Erlass wird heute im Vatikan aufbewahrt und gilt als Nachweis für die älteste jüdische Gemeinde in Europa nördlich der Alpen. Dieser Meilenstein der Inklusion ist mehr als nur ein regional relevantes liberales Zeugnis für ein christlich-jüdisches Miteinander im frühen Mittelalter. Deshalb soll dies mit einem bundesweiten Themenjahr zum jüdischen Leben und zur jüdischen Kultur gefeiert werden.

 

Der aktuelle Koalitionsvertrag des Freistaates Sachsen hebt das Jubiläumsjahr hervor:

Jüdisches Leben und jüdische Kultur haben in Sachsen eine Heimat. Die Koalition bekennt

sich zu ihrer Förderung und Entwicklung sowie zur besonderen Unterstützung jüdischer

Kulturschaffender. Das 2021 bundesweit stattfindende Themenjahr 1700 Jahre jüdisches

Leben in Deutschland werden wir begehen.“

 

Die Stadt Leipzig beteiligt sich am bundesweiten Themenjahr. Die im Jahr 2021 stattfindende Jüdische Woche Schalom, ausgerichtet durch die Stadt Leipzig (Kulturamt) in Kooperation mit dem Kultur- und Begegnungszentrum Ariowitsch-Haus e.V., soll deshalb gestärkt werden. Außerdem soll die Entwicklung eines „Virtuellen Jüdischen Archivs“ zum Leipziger jüdischen Leben, initiiert durch das Ariowitsch-Haus e.V., in der Entwicklung unterstützt werden.

 

 

 

Für das Themenjahr 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland sollen 60.000 Euro bereitgestellt werden. 

 

 

 

4.  Vorbereitung Themenjahr 2022

 

Im Themenjahr 2022 sollen Projekte zur kulturellen Teilhabeund „Vermittlung“ mit und für die Stadtgesellschaft entwickelt werden. Im Mittelpunkt steht u.a. das 100jähirge Gründungsjubiläum der Volkshochschule Leipzig. Das Jubiläum ist Ausgangspunkt, um über offene (Kultur-)orte zum Lernen, Wohlfühlen und Kommunizieren in Leipzig nachzudenken und diese modellhaft zu entwickeln.

 

 

Für die Vorbereitung des Themenjahres 2022 sollen 10.000 Euro bereitgestellt werden.

 

 

 

 

3. Realisierungs- / Zeithorizont

Das Themenjahr wird im Jahr 2021 realisiert.

 

 

 

 

 

 

 

4. Finanzielle Auswirkungen

 

Zur Gestaltung des vorab angeführten Programms stellt die Stadt Leipzig 535.000 Euro zur Verfügung (ein Zuschuss von 165.000 Euro wurde bereits zur Ausgestaltung der Jubiläen des Jahres 2019 „vorgezogen“). Es handelt sich, gemäß §§ 2 Abs. 1 SächsKRG; 2 Abs. 3 und Satz 1 und 2 SächsGemO, um eine weisungsfreie Pflichtaufgabe der Gemeinde.

 

 

Projektpartner / Projekt

Beantragte Förderung in 2021

 

Gesamt-kosten

Prozess „Leipziger Identität“

Stadtgeschichtliches Museum: „Leipziger Identität“ (AT)

75.000 Euro

165.000 Euro

 

 

 

 

Themenjahr 2021: Leipzig – Stadt der sozialen Bewegungen

Stadtgeschichtliches Museum: „Arbeiterbewegung – 150. Geburtstag Karl Liebknecht (AT)“

 

35.000 Euro

78.000 Euro

Schaubühne Lindenfels:

„Zucker Rausch Germania“

 

30.000 Euro

142.700 Euro

Theater der Jungen Welt: 

„Theater bewegen! – 75 Jahre Theater der Jungen Welt“

 

70.000 Euro

95.000 Euro

Öffentliche Ausschreibung

(z.B. Projekte im Rahmen des Internationalen Deutschen Turnfestes 2021)

85.000 Euro

 

Deutscher Volkshochschul-Verband e.V. – 15. Deutscher Volkshochschultag

 

150.000 Euro

436.900 Euro

Marketing: Leipzig – Stadt der sozialen Bewegungen

 

20.000 Euro

 

 

 

 

 

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

 

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland / Jüdische Woche (Kulturamt)

 

60.000 Euro

80.000 Euro

 

 

 

 

Vorbereitung Themenjahr 2022

Leipzig – Stadt der Bildung

10.000 Euro

 

 

 

 

 

 

Summe

 

 

 

535.000 Euro

 

 

 

5. Auswirkungen auf den Stellenplan

Nicht relevant.

 

6. Bürgerbeteiligung

 

bereits erfolgt    geplant    nicht nötig

 

Beteiligung in Form einer öffentlichen Ausschreibung von Projektgeldern.

 

7. Besonderheiten

Nicht relevant.

 

8. Folgen bei Nichtbeschluss

 

Sollte der Vorlage nicht zugestimmt werden, kann das Themenjahr „Leipzig – Stadt der sozialen Bewegungen“ nicht umgesetzt werden.

 

 

Anlagen:

Nicht relevant.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stammbaum:
VI-DS-07998   Weiterentwicklung Jubiläen und Themenjahre der Stadt Leipzig ab dem Jahr 2021   02.4 Dezernat Kultur   Beschlussvorlage
VI-DS-07998-ÄA-01   Weiterentwicklung Jubiläen und Themenjahre der Stadt Leipzig ab dem Jahr 2021   Geschäftsstelle der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen   Änderungsantrag
VI-DS-07998-DS-02   Ausgestaltung Themenjahr 2021 - Leipzig - Stadt der sozialen Bewegungen   02.4 Dezernat Kultur   Beschlussvorlage